[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur dritten Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia, in der wir als Zusatz zur regulären Lektion chronologisch durch diese beiden Bücher Vers für Vers uns durcharbeiten, um auch den ganzen historischen Hintergrund besser zu verstehen und eine echte Grundlage zu haben, um die vielen wichtigen Themen dieser beiden Bücher besser verstehen zu können.
[0:57] Und heute wollen wir in Esra 4 weiter studieren, ab Vers 17 und dann das ganze Kapitel 5 oder das ganze Kapitel 6 heute uns anschauen. Bevor wir damit beginnen, wollen wir natürlich mit einem Gebet starten und dazu lade ich euch ganz recht herzlich ein. Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir als Schüler, die aus deinem Wort lernen wollen und wir brauchen deinen Heiligen Geist, damit du uns zeigst, wie die Dinge, die wir jetzt lesen werden, auf unser persönliches Leben und unsere Gemeinden zutreffen. Wir möchten dich bitten, dass du unsere Gedanken führst, dass wir Wahrheit erkennen, die wirklich uns persönlich frei macht, uns zu einem Licht macht in dieser Welt. Das alles bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:51] Was haben wir uns bisher angeschaut, was bisher geschah sozusagen? Im Oktober 1539 war Babylon gefallen, das Medo-Persische Weltreich begann seine Vormachtstellung. Knapp zwei Jahre später war Darius der Meder gestorben und im Frühjahr darauf, im Jahre 1536, begann das erste volle Regierungsjahr von Kyros II., der als General maßgeblich am Fall Babylons beteiligt war. In diesem Jahr vom Frühjahr 1536 bis zum Frühjahr 1535 muss der Erlass dieses Königs Kyros ausgegangen sein, um Jerusalem und den Tempel in Jerusalem wieder aufbauen zu lassen. Das führte dazu, dass mehr als 42.000 Juden aus den verschiedenen Provinzen des ehemaligen Babylonischen Reiches nach Jerusalem zurückkehrten. Das war immer noch ein kleiner Überrest von all den Juden, die noch in dem Bereich des Persischen Reiches verblieben waren. Im Sommer kehrten sie ungefähr zurück und bauten im Herbst dann bereits den Altar auf dem Berg Moriah, dort wo der Salomonische Tempel gestanden hatte, wieder auf, nahmen den Opferdienst wieder auf und begannen mit der Feier auch der drei Herbstfeste, die sie da durchführten. Der Altar, der Opferdienst war das Wichtigste, das allererste, was sie getan hatten, war sowieso Geld zusammenzubringen für den Bau des Tempels. Der begann dann im Frühjahr 534, nach ein paar weiteren Monaten, mit der Grundsteinlegung, der Bestimmung der Aufseher und als dann der Grundstein gelegt wurde, gab es ein großes Freudenfest, in dem sich allerdings viele klagende Stimmen einmischten, weil die Alten, die den Salomonischen Tempel noch gesehen hatten, enttäuscht waren, dass der neue Tempel jetzt so klein ausfallen sollte. Das führte zu einer erheblichen Schwächung der Arbeitsmoral und war der erste Schritt auf dem Weg, dieses Werk zu behindern.
[3:47] Da kam gleich ein zweiter dazu, nämlich als die Samaritaner von diesem Neubau oder dem Wiederaufbau des Tempels hörten, boten sie zunächst fadenscheinlich ihre Hilfe an. Als das abgelehnt wurde, mit biblischer Begründung, begannen sie ihre Intrigen gegen die Juden am persischen Hof. Das führte dazu, dass im dritten Jahr des Kyros Gabriel drei Wochen lang schwere Kämpfe ausfechten musste und am Ende sogar Jesus selbst, als der Engelfürst Michael, wie er dort in Daniel genannt wird, eingreifen musste, um den Wiederaufbau des Tempels weiter möglich zu machen. Als dann Kyros starb, einige Jahre später, kam Kambyses, sein Sohn, der Zweite, an die Macht. An den schrieben die Samaritaner gleich nach seiner Königskrönung einen Beschwerdebrief erneut, aber auch damit kamen sie nicht wirklich voran. Erst als Kambyses der Zweite ebenfalls starb, im Jahre 522, und ein Betrüger namens Gaumata, der sich als der Sohn Kambyses, Bardia, ausgegeben hatte, auftrat und anfing, die tolerante Religionspolitik des Kyros aufzuheben, war ein Brief der Samaritaner wieder erfolglos, den wir heute anschauen.
[5:05] Der Brief der Samaritaner, angeführt von Stadthalter Rehum und dem Schreiber Simsai, das war das letzte, was wir uns angeschaut haben aus dem Jahr 522, mit dem man diesen König aufforderte, doch einmal die Denkwürdigkeiten, die Archive zu durchforsten und zu sehen, dass Jerusalem eine rebellische Stadt gewesen sei und dass man sie auf keinen Fall aufbauen solle. Dieser Brief suggerierte, dass die Stadt bereits wieder aufgebaut wird und wenn das geschehen wird, dann würde der König großen Schaden dadurch bekommen. An der Stelle wollen wir die Geschichte aufnehmen in Esra 4 und dort Vers 17 bis Vers 16 geht, wie gesagt, dieser Brief von Rehum, Simsai und den anderen Samaritanern und hier in Vers 17 soll es jetzt hier weitergehen, um zu sehen, was aus diesem Brief geworden ist.
[5:58] Vers 17. Da sandte der König eine Antwort an Rehum, den Stadthalter und Simsai, den Schreiber und an ihre übrigen Genossen, die in Samaria wohnten, und in dem übrigen Gebiet jenseits des Stromes, Frieden und so weiter. Also das ist natürlich immer noch der König, der Gaumata, der falsche Smerdis oder der falsche Badia und auch hier haben wir die typische Briefformel mit dem Friedensgruß, die wir auch zum Beispiel dann in Römer finden oder an anderen Stellen der Bibel, wo es um Briefe geht.
[6:28] Vers 18. Der Brief, den ihr an uns gesandt habt, ist mir deutlich vorgelesen worden, also bestätigt den Eingang der Beschwerde.
[6:37] Vers 19. Und man hat nachgeforscht und gefunden, dass diese Stadt, also Jerusalem, sich von Alters her gegen die Könige empört hat und dass Aufruhr und Aufstände darin verübt worden sind. Also Gaumata tatsächlich historische Nachforschungen angestellt, in den Archiven verschiedene Dinge gefunden und offensichtlich die Berichte der Rebellionen gegen Nebukadnezar II., gegen den Großkönig Babylons, gegen Nebukadnezar entdeckt, denn diese Rebellionen sind ganz real gewesen. Wir haben in der letzten Folge anhand der früheren Verse schon gezeigt, auf welche Rebellionen unter Jojakim und Zedekia sich das bezogen hat und hier hat man ein gutes Beispiel, wie jemand, der historische Forschungen betreibt, trotzdem zu irrigen Schlussfolgerungen kommen kann, weil er ohne geistliches Unterscheidungsvermögen das jetzt betrachtet. Der König sieht anhand der Geschichte, diese Stadt hat früher viel Streit erzeugt und Rebellionen angeführt und so schlussfolgert er, dass das jetzt auch mit dieser neuen Generation der Fall sein wird, wie wir gleich sehen werden. Möglicherweise hat er auch die Rebellion des Hiskia entdeckt, der gegen die Assyrer bereits rebelliert, in 2. Könige 18, Vers 7. Damals war das allerdings etwas, das ihm in Übereinstimmung mit den Geboten Gottes war und nicht im Gegensatz, wie dann später bei den Königen zur Zeit Babylons.
[8:07] Und interessant ist jetzt auch Vers 20. Es heißt hier auch, sind mächtige Könige über Jerusalem gewesen, die über alles geherrscht haben, was jenseits des Stromes ist und denen Steuer, Zoll und Weggeld zu entrichten war. Hier bezieht er sich offensichtlich auf die Herrschaft von David und insbesondere von Salomo. Das kann man sehr schön sehen, wenn man mal 1. Könige 5 dazu aufschlägt. 1. Könige 5 und dort Vers 1 und 4. So war Salomo Herrscher über alle Königreiche, vom Euphratstrom bis zum Philisterland und bis an die Grenze von Gasa, sie brachten ihm Abgaben und dienten ihm sein Leben lang. Vers 4. Denn er herrschte im ganzen Land, diesseits des Euphratstromes, von Tifzach bis nach Gaza über alle Könige diesseits des Stromes und er hatte Frieden auf allen Seiten ringsum. Zur Zeit von David und vor allem von Salomo war Israel in seiner größten Ausdehnung geografisch und das war jetzt über 400 Jahre später immer noch in den Archiven der persischen Könige nachweisbar. Natürlich hätte es allerdings auch auffallen müssen, dass diese Zeit schon sehr lange her ist und dass von den wenigen Juden, die jetzt zurückgekehrt waren, die ja selbst nur ein Fragment des jüdischen Volkes waren, das im Perserreich noch verstreut war, dass von diesem kleinen Überrest keine echte Gefahr für das Perserreich hätte ausgehen können, obwohl das ja natürlich von den Samaritanern behauptet worden ist. Über die finanziellen Einkünfte berichtet die Bibel auch in 2. Chronik 9, aber auch noch spätere Könige, nicht nur Salomo, sondern auch Joschafat und Usija haben immer wieder auch noch Tribut von umliegenden Ländern empfangen, also das bezieht sich durchaus auch noch auf dann die Könige nach Salomo, zumindest im begrenzten Umfang.
[10:01] Vers 21. Jetzt kommt der Erlass des Gaumata, des Bardia. So gebt nun Befehl, dass man diesen Männern wehre, damit diese Stadt nicht gebaut wird, bis es von mir angeordnet wird. Er stoppt jetzt den Aufbau Jerusalems, der ohne seine Anordnung nicht wieder aufgenommen werden darf.
[10:24] Kommentar von Ellen White in Propheten und Könige: Während der Herrschaft des Kambyses ging die Arbeit am Tempel nur langsam voran und während der Regierung des falschen Smerdes, der in Esra 4, Vers 7, 8, Ahaschweros genannt wird, veranlassten die Samariter diesen gewissenlosen Betrüger ein Gebot zu erlassen, dass den Juden den Wiederaufbau ihres Tempels und ihrer Stadt untersagte. Vielleicht ein Wort hier noch am Rande: Heute ist es relativ weit verbreitet in unseren Kreisen, diese ganze Geschichte mit dem Ahaschweros hier in Esra 4, Vers 7, diesem Befehl in die Zeit von Artaxerxes zu verlegen, weil Artaxerxes, von dem wir vor allem in der nächsten Folge noch mehr hören werden, auch Ahaschweros genannt wird und man hier denselben König sieht und dann wird behauptet, dass in Esra 4 sozusagen keine Chronologie vorherrscht, sondern dass einfach alles, was es an Widerstand über die Jahrhunderte oder Jahrzehnte gegeben hat, alles in ein Kapitel gedrängt wird und dass in Wirklichkeit hier ein großer Zeitsprung ist, von Vers 6 zu Vers 7 und dann später wieder zurück. Dem ist zu widersprechen aus meiner Sicht, sowohl was die simple Chronologie der Bibel anbetrifft, wie das aufgeschrieben ist, wir werden auch später noch im Laufe des Kapitels sehen, dass das nicht passen kann, sondern dass mit diesem Ahaschweros wirklich der Betrüger gemeint ist, der für ein Jahr, ein paar Monate regierte und auch Ellen White schreibt hier unter Inspiration, dass es sich um diesen Betrüger handelte und nicht um Artaxerxes, der viele Jahrzehnte später regiert hat und deswegen würde ich dafür werben, hier tatsächlich nicht hin und her zu springen in den Zeiten, sondern den Text tatsächlich so chronologisch zu lesen, wie er offensichtlich gemeint ist und wie er auch Ellen White so bestätigt, weil dann die Geschichte sehr viel klarer ist und man nicht so verwirrt ist, wie das heute oft in der Auslegung von Esra geschieht. Wer da sich noch mehr für interessiert, der kann das auch im Sendemanuskript noch ein bisschen an den Vers-zu-Vers-Bemerkungen studieren, aber ich würde hier ganz deutlich dafür plädieren, diesen ganzen Abschnitt ab Vers 4, 7 bis Vers 24 tatsächlich in die Zeit von Gaumata zu legen, weil das der Text selbst und vor allem auch Ellen White so naheliegt.
[12:30] Zurück zu unserem Studium in Vers 22. Und hier, und seid hiermit gewarnt, dass ihr in dieser Sache keinen Fehler begeht, denn warum sollte der Schaden groß werden zum Nachteil für die Königin? Also die hinterhältige Argumentation aus Vers 13 hat verfangen und der König geht darauf ein, er vermutet, dass tatsächlich große Gefahr finanzieller Art für das Perserreich bestehen könnte. Interessant ist also, dass dieser Erlass nicht auf der Kenntnis biblischer Prophetie basiert, wie der Erlass von Kyros, sondern eigentlich auf der Frage, was nützt es mir, dem vermeintlichen Nutzen für den König.
[13:10] Vers 23, der Erlass wird sofort umgesetzt. Als nun der Brief des Königs Ahaschweros, also des Gaumata, vor Rehum und Simsai, dem Schreiber und ihren Genossen, verlesen worden war, eilten sie nach Jerusalem zu den Juden und wehrten ihnen mit Gewalt und Macht. Mit staatlicher Gewalt wird der Aufbau des Tempels zum Stillstand gemacht, im Jahre 522, als an dem schon ungefähr zwölf Jahre lang gebaut worden ist.
[13:43] Und jetzt kommt Vers 24 und das ist sehr wichtig, weil das zeigt, dass die ganze Theorie mit Artaxerxes in diesem Kapitel 4 nicht stimmen kann, weil es heißt in Vers 24: Damals hörte das Werk am Haus Gottes in Jerusalem auf und es kam zum Stillstand bis in das zweite Jahr der Regierung des Königs Darius von Persien. Offensichtlich bezieht sich Vers 24 auf Vers 23 und das Werk am Hause Gottes kommt zum Stillstand bis in die Regierungszeit von Darius, aber der Artaxerxes, auf den man heute oft diesen ganzen Brief und diesen Briefwechsel hier beziehen will, der regiert erst Jahrzehnte nach Darius und kann da eigentlich hier nicht mit gemeint sein.
[14:27] Das Werk Gottes hört auf. Es ist der Tiefpunkt der bisherigen Bemühungen um den Wiederaufbau und wir lesen in der Bibel immer wieder, dass es Satan schafft, zumindest zwischenzeitlich das Werk Gottes zum Stillstand zu bringen oder die Pläne der Gläubigen zu durchkreuzen. Selbst Paulus berichtet davor in 1. Thessalonicher Kapitel 2 und dort Vers 18. Er sagt: Darum wollten wir auch zu euch kommen, ich, Paulus, einmal, sogar zweimal, doch der Satan hat uns gehindert. Also wir sehen, wenn Gottes Werk vorangebracht werden soll, versucht Satan alles, was in seiner Macht steht, um das aufzuhalten. Wir haben gesehen, dass in dem Fall in Kapitel 4 teilweise sogar Engel, das ist teilweise wahrscheinlich jedes Mal, Engel kämpfen mussten, mit allem, was sie hatten, Jesus selbst eingreifen musste und hier kommt jetzt das Werk sogar kurzzeitig völlig zum Erliegen. Das heißt hier, das Ganze blieb liegen bis in das zweite Jahr der Regierung des Königs Darius. Das ist nicht Darius der Meder, den wir aus dem Buch Daniel kennen, der schon natürlich vorher gestorben war, sondern Darius der Erste, auch Darius der Große genannt, altpersisch Dariavaush, der das Gute aufrechterhaltend ist, biblisch aramäisch Dariavesch und griechisch Darius. Der war wohl entfernt verwandt mit Kyros und Kambyses, hat diesem auch im Gardekorps in Ägypten gedient und als dann der Gaumata auftrat und sich als Bardia ausgab, der Meder der Griechen, und sich zum König krönen ließ, hat eben dieser Darius diesen Usurpator zurückgeschlagen, hat ihn getötet und seine Regierung beendet, sich selbst zum Großkönig krönen lassen. Das war allerdings sehr umstritten. So gab es dann immer wieder Aufstände in den nächsten Monaten, weil die Legitimation von Darius angezweifelt worden ist, bis in den Dezember 521. Unter anderem gab es da Aufstände mehrmals auch in Babylon mit Thronprätendenten wie Nebukadnezar III. und Nebukadnezar IV. Diese ganze Geschichte hat Darius später in der berühmten Behistun-Inschrift aufschreiben lassen, in babylonischer, elamischer und altpersischer Keilschrift. Er hat dafür sogar extra die altpersische Keilschrift erfinden lassen und diese Inschrift war ein Schlüssel 1900 für die Entzifferung der Keilschrift. Wenn man dieses zweite Jahr jetzt genauer datieren will, dann stellen wir fest, diese ganzen Unruhen waren im Jahr 522, da ist Kambyses gestorben, einige Monate lang hat Gaumata regiert, dann ist er von Darius geschlagen worden. Das erste volle Regierungsjahr von Darius müsste also im Frühjahr 521 v. Chr. begonnen haben und dementsprechend das zweite Jahr im Frühjahr 520.
[17:41] Und entsprechend sagt uns Ellen White in Propheten und Könige: Über ein Jahr lang wurde der Tempelbau vernachlässigt und beinahe aufgegeben, und nicht wie das in der modernen Theorie oft eines über 10 oder fast 20 Jahre lang. Es war ungefähr ein Jahr von Gaumata bis in das zweite Jahr des Darius, ein relativ kurzer Zeitraum eigentlich. Das Volk wohnte in seinen Häusern und bemühte sich, zu irdischem Wohlstand zu gelangen, doch seine Lage war beklagenswert, wie es auch arbeitete, das Gedeihen blieb aus, selbst die Kräfte der Natur schienen sich gegen die Juden verschworen zu haben, weil sie den Tempel ungebaut liegen ließen, sandte der Herr eine verheerende Dürre über ihren Besitz. Weiter heißt es hier: Sowohl in geistlicher wie in weltlicher Hinsicht befanden sich die Gläubigen in einem erbärmlichen Zustand, so lange hatten sie gemurrt und gezweifelt, so lange hatten sie es vorgezogen, ihre persönlichen Interessen voreilig zu behandeln, während sie gleichgültig auf den in Trümmern liegenden Tempel des Herrn blickten, bis viele aus den Augen verloren hatten, was Gott durch ihre Rückführung nach Judäa beabsichtigt hatte. Sie hatten eigentlich ihre Identität als die Rückkehrer zum Aufbau Jerusalems und des Tempels verloren. Sie waren jetzt da, aber wussten eigentlich gar nicht mal, warum sie da waren. Diese sagt: Nun, die Zeit ist noch nicht da, dass man das Herrnhaus baue. Die Begründung war ganz simpel, der Gaumata hat es uns ja verboten, die staatlichen Gesetze sind dagegen, da können wir nichts tun, also bauen wir lieber unsere eigenen Häuser. Aber diese Untätigkeit, sagt uns Ellen White im Review and Herald von Dezember 12, 1907, hat Gott sehr entehrt und so wartet Gott nicht lange, nicht 20 Jahre, großen Zeitraum, er wartet nicht lange, sondern sendet sehr bald eine Antwort.
[19:23] Kapitel 5, Vers 1. Die Propheten aber, der Prophet Haggai und Sacharja, der Sohn Eddus, weissagten den Juden, die in Juda und in Jerusalem lebten, im Namen des Gottes Israels weissagten sie ihnen. Gott sendet den Geist der Weissagung, um ein Hindernis zu überwinden. Und ich denke, hier sollten wir innehalten und das natürlich auf uns wirken lassen, warum wohl Gott den Geist der Weissagung gesandt hat in der letzten Zeit, wohl auch um Hindernisse zu überwinden und das Volk wieder daran zu erinnern, wozu sie überhaupt da sind, wozu sie aus Babylon herausgerufen worden sind, welchen Zweck sie erfüllen sollen, was ihr Werk ist und dass sie dieses Werk tun können und vorankommen können. Und genau das ist die Botschaft von Haggai und Sacharja gewesen.
[20:13] Es lohnt sich hier ganz kurz im Exkurs mal diese beiden Propheten aufzuschlagen. Haggai, wörtlich meine Feste, ein Prophet, der am 29. August 520, lässt sich auf den Tag genau datieren, berufen worden ist, so sagt uns Haggai 1, Vers 1, und der dann seine erste Predigt hält, die wir jetzt hier auch zeitgründig lesen, aber ich lade euch ein, das Haggai mal zu studieren. Es ist sehr, sehr interessant, vor allem, wenn man jetzt ein bisschen Esra dann historisch im Hintergrund hat. In dieser ersten Predigt zeigt er, warum es den Israeliten schlecht geht, weil sie nämlich am Tempel nicht mehr weiterbauen, seit es verboten worden ist und weil sie sich jetzt entschuldigen und sagen, es ist nicht die Zeit gekommen. Und das Interessante ist, dass zu diesem Zeitpunkt ja Serubabel und Jeschua immer noch die Führer sind, die also jetzt das alles miterlebt haben. Von den ersten begeisternden Momenten des Wiederaufbaus des Altars und der Grundsteinlegung bis zu diesem Tiefpunkt sind immer noch die Leiter und sie hören jetzt diese Predigt des neu berufenen Propheten Haggai und das Interessante ist, sie nehmen den Tadel Gottes an. Und als sie diesen Tadel annehmen, diesen prophetischen Tadel, und auf ihn hören, verheißt Gott, dass er mit ihnen sein will und es gibt eine große Erweckung, so heißt es in Vers 14 von Haggai 1, und der Herr erweckte den Geist Serubabels, des Sohnes Schealtiels, des Stadthalters von Juda und den Geist Jeschuas, des Sohnes Jotzedaks, des Hohen Priesters und den Geist des ganzen Überrestes des Volkes, sodass sie kamen und die Arbeit im Haus des Herrn, der Herrscher und ihres Gottes in Angriff nahmen, eine neue Erweckung. Da war eine Erweckung, haben wir gelesen in Esra 1, als der Kyros seinen Befehl erlässt und Leute merken, die Prophezeiungen erfüllen sich. Und dann kommt das so an einen toten Punkt, wegen der eigenen Nachlässigkeit und wegen der äußeren Umstände, bis es plötzlich aufhört, der Wiederaufbau und dann sendet Gott den Geist der Weissagung. Und als der Geist der Weissagung angenommen wird, gibt es eine neuerliche Erweckung und der Bau am Tempel wird wieder aufgenommen, und zwar Vers 15 am 24. Tag des sechsten Monats im zweiten Jahr des Königs Darius. Das war im September 520.
[22:26] Mitte Oktober ermutigt dann Haggai die Israeliten noch einmal. Es gibt ja viele, die nach wie vor Zweifel haben, dass dieser Tempel ja viel kleiner sei als der Salomonische. Und er ermutigt sie dann mit diesen berühmten Worten in Vers 6 von Kapitel 2: Denn so spricht der Herr der Heerscharen: Noch einmal, eine kurze Weile werde ich den Himmel und die Erde erschüttern, das Meer und das trockene Land, und ich werde auch aller Heidenvölker erschüttern. Und das Ersehnte, oder besser gesagt, der Ersehnte aller Heidenvölker wird kommen und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht der Herr der Heerscharen. Haggai macht deutlich, dass eigentlich dieser Tempel herrlicher sein wird als der Salomonische, weil der Ersehnte aller Zeitalter, der Messias, in diesen Tempel kommen wird.
[23:15] Dann im Oktober und November ist noch ein zweiter Prophet berufen worden, nämlich Sacharja. Das wissen wir aus Sacharja 1, Vers 1. In seinen Visionen zeigt er, dass weltweit Frieden herrscht. Das sieht man zum Beispiel in Sacharja 1, Vers 11, ganz toll, wo er sagt: Und sie antworteten dem Engel des Herrn, der zwischen den Myrten hielt und sprachen: Wir haben die Erde durchstreift und siehe, die ganze Erde ist still und ruhig. Das ist deswegen so interessant, weil tatsächlich, nachdem die ganzen Aufstände niedergeschlagen sind und Darius I. fest im Sattel sitzt, plötzlich tatsächlich eine Friedenszeit über den ganzen Nahen Osten geht, mit 10, 15, fast 20 Jahre lang, die es so fast nie gegeben hatte und auch selten danach wieder geben wird. Ein bisschen vergleichbar mit der Friedenszeit im römischen Reich, zur Zeit Jesu und hier sehen wir, wie die Prophetie auch sehr deutlich auf die korrekten politischen Gegebenheiten im persischen Reich Bezug nimmt.
[24:08] Es gibt dann Verheißungen in Sacharja 2, dass Jerusalem eine Stadt sein wird, auch wenn es keine Mauer momentan hat, dass diese Stadt ein Ort sein wird für das Volk Gottes, dass Gott selbst eine feurige Mauer um diese Stadt sein wird. Jeschua und Serubabel werden beide ermutigt, in Kapitel 3 und 4, ist hier falsch, im Sendemanuskript muss es 3 und 4 sein, und diese Leiter sollen besonders sehen, dass selbst wenn sie Fehler gemacht haben, Jeschua steht ja mit unreinen Kleidern vor dem Hohen Priester dort, vor dem Engel des Herrn, dass Gott ihnen die Sünde nimmt, den Satan scheltet und sie mit dem Kleid der Gerechtigkeit bekleidet. Dann am 18. Dezember haben wir noch einmal zwei Visionen und Predigten von Haggai und so sind also diese beiden Propheten fast zur selben Zeit berufen worden, um die Israeliten zu ermutigen: Macht weiter, selbst wenn es den Anschein hat, dass es gar nicht weiter geht.
[25:15] Die Folgen sehen wir jetzt sehr deutlich in Esra 5, Vers 2: Da machten sich Serubabel, der Sohn Schealtiels und Jeschua, der Sohn Jotzedaks, auf und fingen an das Haus Gottes in Jerusalem zu bauen und mit ihnen die Propheten Gottes, die sie unterstützten. Der Geist der Weissagung war nicht nur die Motivation, sondern die wesentliche Stütze des weiteren Wiederaufbaus.
[25:37] Wir lesen hier in Propheten und Könige: Dennoch gingen die Israeliten dem Ruf der Gottesboten folgend im Glauben voran und arbeiteten fleißig am Wiederaufbau des zerstörten Tempels. Dieses Werk erforderte festes Gottvertrauen. Da das Volk sein Bestes zu tun versuchte und eine Erneuerung der Gnade Gottes in Herz und Leben erstrebte, wurde ihm durch Haggai und Sacharja Botschaft auf Botschaft gesandt mit der Zusicherung, dass sein Glaube reichlich belohnt werden solle und dass das Wort Gottes über den künftigen Ruhm des Tempels, dessen Mauern sie gerade errichteten, nicht trügen werde. Gerade in diesem Gebäude werde, wenn die Zeit erfüllt sei, der von allen Nationen Ersehnte als Lehrer und Erlöser der Menschheit erscheinen.
[26:25] Die Propheten unterstützen den Aufbau mit Prophezeiungen über den Messias. Es heißt hier weiter: Ihr Führer Serubabel, er war in all den Jahren seit ihrer Rückkehr aus Babylon überaus hart angefochten worden, erhielt eine besonders wertvolle Botschaft und dann wird Haggai 2 Vers 23 zitiert, wo Gott sagt, dass er den Serubabel zu seinem Siegelring machen werde, weil er ihn erwählt hat. Nun vermochte der Stadthalter Israels den Sinn der Versuchung zu erkennen, die ihn durch Entmutigung und Ratlosigkeit durchzogen hatte. Er konnte in allem die Absicht Gottes begreifen.
[26:54] Wenn wir auch leitende Funktionen haben im Werk Gottes und wir vielleicht entmutigt sind, ratlos sind, dann lasst uns auf den Geist der Weissagung hören, der uns ermutigt und uns zeigt, warum Gott uns die manchmal unverständlichen Wege führt, die wir erleben. Dieses persönliche Wort an Serubabel wurde zur Ermutigung der Kinder Gottes aller Zeiten niedergeschrieben. Gott verfolgt einen Plan, wenn er Prüfungen über seine Kinder schickt. Er führt sie nie anders so, als sie es sich selbst wünschten, könnten sie schon am Anfang das Ende sehen und die Herrlichkeit des Planes erkennen, den sie verwirklichen. Alles, was der Herr an Prüfungen und Anfechtungen über sie bringt, geschieht nur, damit sie stark werden, für ihn zu handeln und zu leiden. Das war eine wertvolle Verheißung. Wenn wir einmal im Himmel sein werden, uns zurückschauen werden, wenn wir sehen, dass wir uns genauso gewünscht hätten, dass Gott uns führt, wenn wir alles hätten sehen können, jetzt schon in unserer Situation.
[30:27] Schauen wir weiter. Vers 3. Zu jener Zeit kam Tatnai zu ihnen, der Stadthalter jenseits des Stromes, und Setar-Bosnai und ihre Genossen, und sie sprachen zu ihnen: Wer hat euch befohlen, dieses Haus zu bauen und diese Mauer zu vollenden? Tatnai ist also der Stadthalter aller Gebiete westlich vom Euphrat, der ganze Westsyrien, die Levante. Er ist interessanterweise durch eine Tontafel historisch belegt, vom 5. Juni 502 v. Chr., wo er Tattenai, der Stadthalter von jenseits des Stromes, genannt oder erwähnt wird. Seine Frage scheint zu implizieren, dass möglicherweise die Juden doch auch schon teilweise an der Mauer mitgebaut haben und das ist wohl auch so geschehen.
[31:08] Ellen White sagt in Propheten und Könige: Es heißt, der Tempel stand von Ende da und ein Teil der Mauer in der Stadt war wieder hergestellt worden. Also zumindest ansatzweise ist wohl auch ein bisschen an den Mauern gebaut worden.
[31:17] Vers 4. Die Juden sind jetzt sehr transparent. Darauf sagten wir ihnen die Namen der Männer, die diesen Bau führten.
[31:23] Vers 5. Aber das Auge ihres Gottes war auf die Ältesten der Juden gerichtet, sodass ihnen nicht gewährt wurde, bis die Sache Darius vorgelegt und danach ein Brief mit seiner Antwort zurückgekommen wäre. Gott greift ein. So wie damals im dritten Jahr des Kyros, als Gott selbst eingriff, als Jesus eingriff, als dort die Intrigen der Samaritaner vorgebracht wurden, so greift er jetzt ein und lässt erst einmal die Juden weiter bauen und obwohl es noch keinen endgültigen Bescheid gibt. Die Augen des Herrn sind auf die gerichtet, die ihn fürchten und auf seine Gnade harren, sagt die Bibel, auf den Gerechten. Er erweist sich mächtig an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. Dieser Gedanke, dass Gottes Auge auf uns gerichtet ist, dass er uns liebt und so viel für uns tut, dass er seinen eingeborenen Sohn gegeben hat, seinen geliebten Sohn, um uns zu lösen. Dieser Gedanke ist ein großartiger Gedanke und wer immer sein Herz öffnet, diesen Gedanken zu akzeptieren und über diesen Gedanken nachzudenken, der, so sagt uns Ellen White, wird sich niemals zufriedengeben mit sensationslustigen und trivialen Themen. Das ist ein so tiefer Gedanke, dass Gott auf mich schaut, jetzt gerade auf dich schaut. Je mehr wir darüber nachdenken, desto mehr wird das unser Leben verändern.
[31:59] Vers 6. Folgendes aber ist die Abschrift des Briefes, den Tatnai, der Stadthalter jenseits des Stromes und Setar-Bosnai und ihre Genossen, die Apharsachiter, die jenseits des Stromes waren, an den König Darius geschickt haben. Also ungefähr zwei Jahre nachdem Rehum und Simsai den Brief an Gaumata geschickt haben, kommt jetzt ein neuer Brief.
[32:42] Vers 7. Da haben wir wieder die Grußformel. Wir sandten ihm einen Bericht, darin war folgendes geschrieben: Dem König Darius allen Frieden.
[32:53] Vers 8. Dem König sei zur Kenntnis gebracht, dass wir in der Provinz Juda zu dem Haus des großen Gottes gekommen sind. Es wird mit schön gehauenen Steinen gebaut und man legt Balken in die Wände und dieses Werk wird mit Eifer betrieben und geht mit gutem Gelingen unter ihrer Hand voran. Hier haben wir interessanterweise ein fremdes Zeugnis für den Arbeitseifer der Juden, die jetzt durch den Geist der Weissagung, die Propheten, erweckt worden sind. Interessant ist die Formulierung: großer Gott. Ähnliche Formulierung auch bei Kyros und auch dann bei Nebukadnezar finden wir immer ganz interessante Bezeichnungen Gottes bei diesen altorientalischen Herrschern in der Bibel.
[33:23] Vers 5 und 10, da fragten wir diese Ältesten und sprachen zu ihnen: Wer hat euch befohlen, dieses Haus zu bauen und diese Mauer zu vollenden? Wir fragten sie auch nach ihrem Namen, um sie dir mitzuteilen und wir haben die Namen der Männer. Die obersten sind aufgezeichnet, also so wie das wir auch in Vers 3 und 4 gelesen haben.
[33:44] Vers 11. Sie aber gaben uns folgendes zur Antwort: Wir sind Knechte des Gottes des Himmels und der Erde. So ähnlich identifiziert sich auch Jona gegenüber den heidnischen Seeleuten, als er auf dem Mittelmeer dort auf der Seefahrt ist. Das heißt hier weiter: Und bauen das Haus wieder auf, das vor vielen Jahren gebaut worden war, das ein großer König von Israel gebaut und vollendet hat. Das bezieht sich natürlich auf Salomo. Sie geben hier ein ganz öffentliches Bekenntnis ab und sagen: Wir sind Knechte Gottes. Psalm 119, Vers 46 sagt uns, dass wir auch vor Königen über Gott reden sollen. Ein öffentliches Bekenntnis für Jesus ist genau das, was er sich wünscht. Matthäus 10, Vers 32. Paulus sagt: Ich schäme mich des Evangeliums nicht. Sie bauen am Werk und sind nicht beschämt, darüber auch Auskunft zu geben, für wen sie das bauen und dass sie diesem Gott folgen wollen.
[34:42] Vers 12. Aber als unsere Väter den Gott des Himmels erzürnten, gab er sie in die Hand Nebukadnezzars, des Königs von Babel, des Chaldäers, der zerstörte dieses Haus und führte das Volk hinweg nach Babel. Und da geht es natürlich um Nebukadnezar, den zweiten Nebukuduri Utsur, der mehr als 40 Jahre, seit 605 bis 560 vor Christus, babylonischer Scharjarim war, Großkönig, König der Könige, der in drei Feldzügen, wie wir das angeschaut haben, 605, 597 und 586 gegen Jerusalem gezogen war und dann am Ende ja auch den Tempel und die Stadt völlig zerstören ließ. Das war im Jahre 586 bei der dritten Belagerung.
[35:33] Vers 13. Aber im ersten Regierungsjahr des Königs Kyros, des Königs von Babel, befahl der König Kyros, dieses Haus wieder aufzubauen. Das ist der Verweis auf das Kyros-Edikt aus Esra 1, das wir uns angeschaut haben.
[35:48] Vers 14. Und auch die goldenen und silbernen Geräte des Hauses Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem genommen und in den Tempel von Babel verbracht hatte, nahm der König Kyros aus dem Tempel von Babel und gab sie einem Mann namens Sesbazar, das ist aramäisch natürlich für Serubabel, den er zum Stadthalter einsetzte. Das wiederholt im Wesentlichen alles, was wir in Esra 1 studiert haben. Er sprach zu ihm: Nimm diese Geräte, zieh hin und bringe sie in den Tempel, der in Jerusalem ist und das Haus Gottes soll an seiner Stätte wieder aufgebaut werden.
[36:16] Hier haben wir eine Zusammenfassung im Wesentlichen des Edikts von Kyros.
[36:21] Vers 16. Da kam dieses Sesbazar und legte den Grund für das Haus Gottes in Jerusalem. Das haben wir angeschaut, ja in Kapitel 3, Vers 8 folgende, was im Jahre 534 passiert war und jetzt 14 Jahre später immer noch nicht vollendet worden ist. Es wird immer noch daran gebaut, denn es heißt hier weiter: Und seit jener Zeit und bis jetzt baut man daran. Das heißt also, über all die Jahre ist daran gebaut worden, nicht wie das in der modernen Theorie oft gesagt wird, nur ganz kurz und dann gab es einen langen Zeitraum, wo man nicht gebaut hat, sondern es ist fast die ganze Zeit gebaut worden, bis auf dieses kurze Intervall zwischen Gaumata und dem zweiten Jahr des Darius. Es ist aber noch nicht vollendet. Selbst nach 14 Jahren war der Tempel nicht gebaut. Man hat hier länger gebraucht als Salomo beim Salomonischen Tempel, obwohl der natürlich viel größer war. Aber Salomo hatte auch andere Ressourcen zur Verfügung und auch der Arbeitseifer dieser Generation war jetzt hier erstmal lange Zeit ja sehr gehemmt gewesen. Durch das Klagen der älteren Generation, erst durch den Geist der Weissagung sind diese Klagen und dieses Beschweren überwunden worden.
[37:17] Vers 17. Und nun, wenn es dem König gefällt, so lasse er im Schatzhaus des Königs, das dort in Babel ist, nachforschen, ob wirklich vom König Kyros befohlen worden ist, dieses Haus Gottes in Jerusalem aufzubauen und der König sende uns seine Entscheidung darüber. Also ganz ähnlich im Prinzip eigentlich wie der Brief von Rehum und Simsai, nur mit dem entgegengesetzten Ziel. Während nämlich Rehum und Simsai von der Archivuntersuchung sich hofften, etwas gegen Jerusalem in der Hand zu haben, erhoffen sich jetzt die Juden, die hier zitiert werden von Tatnai und Setar-Bosnai, dass durch diese Archivforschung ihr Handeln und Tun gerechtfertigt wird.
[38:06] Kapitel 6, Vers 1. Und Darius tut genau das, was auch Gaumata getan hat, er forscht nach. Da befahl der König Darius, dass man im Urkundenhaus nachforschen solle, wo die Schätze von Babel aufbewahrt wurden. Sprüche 25, Vers 2 sagt: Es ist eine Ehre für den König, Dinge zu erforschen. Urkunden meint hier aramäisch einfach geschrieben, es steht also für Bücher und für Buchrollen.
[39:29] Dann heißt es hier, da fand man in Achmeta, in der Königsburg, die in der Provinz Medien liegt, eine Schriftrolle, darin war folgende Denkwürdigkeit niedergeschrieben. Also man sollte eigentlich in Babylon suchen, fand dort nichts, aber der König Darius, der lässt überall suchen und er findet jetzt in Achmeta etwas. Hinter Achmeta verbirgt sich höchstwahrscheinlich die alte medische Hauptstadt Ekbatana, das altpersische Hohmatana, und das war die Stadt der Meder und dann auch die Sommerresidenz der persischen Könige.
[40:05] Vers 3. Und jetzt wird hier in dieser Buchrolle Folgendes gefunden: Im ersten Jahr des Königs Kyros, befahl der König Kyros, betreffs des Hauses Gottes in Jerusalem: Das Haus soll wieder aufgebaut werden als eine Stätte, wo man Opfer darbringt. Sein Grund soll tragfähig sein. Seine Höhe 60 Ellen und seine Breite auch 60 Ellen. Gott hatte ja den Tempel ausgewählt als ein Ort, wo man Opfer bringen soll. Salomo wusste auch, dass das eigentlich die einzige Berechtigung ist, ein Tempel zu bauen, denn als Wohnung, als echte Wohnung für Gott, ist ein Tempel eigentlich ja gar nicht möglich, weil die Himmel der Himmel Gott nicht fassen können, so sagt er das. Aber als den Ort für den Opferdienst, dafür ist eigentlich primär der Tempel gedacht gewesen und auch der Kyros hatte das so erkannt, möglicherweise vielleicht auch natürlich durch die Erklärung und Vermittlung Daniels damals noch. Und interessanterweise, wir haben das ja bei der ersten CSH-Aura dieser Serie schon angeschaut, sind die Maße hier spektakulär. Wenn man sie ausrechnet, wir haben zum Vergleich auch die Salomonischen, die Maße des Salomonischen Tempels, der nur 30 Meter lang, 10 Meter breit und 15 Meter hoch war. Dieser Tempel hier nach Kyros Befehl hätte mindestens 30 Meter breit und 30 Meter hoch sein sollen, was natürlich impliziert auch mindestens 30 Meter lang. Er wäre also mindestens sechsmal so groß gewesen, hätte man dem eins zu eins Folge geleistet. Aber das ist natürlich nie geschehen.
[41:35] Vers 4. Drei Lagen Quaderstein und eine Lage neuer Balken. Das ist eine Erdbebensicherung, die schon beim Salomonischen Tempel belegt ist. Bibelforscher haben wir hiermit angegeben. Und die Kosten sollen vom Haus des Königs bestritten werden. Damit erfüllt sich Psalm 68 und dort Vers 29, wo wir lesen können. Psalm 68, Vers 29. Dein Gott hat geboten, dass du stark seist. Verzeihung, Vers 30 ist das. Um deines Tempels in Jerusalem willen, werden Könige dir Gaben bringen. Also Vers 30, nicht Vers 29. Könige werden finanziell sich beteiligen an dem Tempel in Jerusalem.
[42:28] Kapitel 6, Vers 5 in Esra. Dazu soll man die goldenen und silbernen Geräte des Hauses Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht hat, zurückgeben, damit sie wieder in den Tempel in Jerusalem an ihren Ort gebracht werden und du sollst im Haus Gottes niederliegen. So hatten wir das ja schon studiert. Bis hierhin geht also diese Kopie vom Edikt von Kyros, dem zweiten aus dem Jahr 536, 535 vor Christus.
[42:50] Ab Vers 6 kommt jetzt das, was Darius im Jahre 520 jetzt dazu kommentiert. So haltet euch nun fern von dort, du Tatnai, Stadthalter jenseits des Stromes, und du Setar-Bosnai und eure Genossen, die Apharsachiter, die ihr jenseits des Stromes seid. Die Stadthalter sollen den Aufbau nicht unterbinden. Gott wirkt durch den König und das zeigt, dass die Prinzipien, die wir auch in Sprüchen lesen, ganz wahr sind. Sprüche 21, Vers 30 sagt uns ja, in Sprüche 21 und dort Vers 30 lesen wir: Es hilft keine Weisheit, kein Verstand und kein Rat gegen den Herrn. All die Intrigen kommen zu nichts, weil Gott wiederum eingreift. Die Bibel sagt uns: Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?
[44:07] Vers 7. Lass sie arbeiten an diesem Haus Gottes. Der Stadthalter von Juda und die Ältesten der Juden sollen das Haus Gottes an seiner Stätte wieder aufbauen. Das heißt also, hier können wir auch sehen, dass der Stadthalter von Juda, der Serubabel, offensichtlich irgendwie in einer unteren Ebene war, als der Stadthalter Tatnai, der für das ganze Westsyrien, alle Gebiete westlich des Euphrat zuständig war. Dieser zweite Erlass bekräftigt also den ersten, es geht im Wesentlichen um den Tempel.
[44:40] Vers 8. Auch ist von mir befohlen worden, wie ihr diesen Ältesten Judas behilflich sein sollt, damit sie dieses Haus Gottes bauen können. Man soll aus den Gütern des Königs von den Steuern jenseits des Stromes diesen Leuten die Kosten genau erstatten, damit sie nicht behindert werden. Also jetzt soll dieser Tempel sogar mit Steuergeldern finanziert werden, obwohl ganz kurz vorher noch die Samaritaner unter Rehum und Simsai argumentiert haben, dass der Wiederaufbau Steuergelder dem König entziehen werde. Das ist also sehr interessant, wie Gott das hier führt.
[45:15] Und das ist auch der historische Kontext, hinter dem man jetzt einen berühmten Vers besser versteht, nämlich Haggai, der Prophet Haggai, der genau in diesem Zeitraum jetzt gerade seine Visionen gehabt hat und gepredigt hatte und wahrscheinlich auch aufschreiben hat lassen. Der hatte ja gesagt, eigentlich wahrscheinlich nur wenige Wochen, Monate vorher, wenige Monate wahrscheinlich vorher, in Haggai 2, Vers 8: Mein ist das Silber und mein ist das Gold, spricht der Herr der Heerscharen. Als die Juden sich vielleicht gefragt haben, woher sollen die finanziellen Mittel kommen, diesen Tempel wirklich zu Ende bauen zu können, hatte Haggai gesagt: Gott hat alles Gold und Silber in der Hand und siehe da, wenige Monate später kommt der Erlass von Darius dem Großen, dem Großkönig des persischen Weltreiches, der sagt: Der Befehl von Kyros bleibt bestehen und aus meinen eigenen Steuereinnahmen soll dieser Tempelbau unterstützt werden. Sieht man, wie schön sich die Verheißung Gottes erfüllen und wie man ihnen vertrauen kann.
[46:41] Vers 9. Und was sie benötigen an jungen Stieren oder Widdern oder Lämmern als Brandopfer für den Gott des Himmels oder an Weizen, Salz, Wein und Öl, das soll ihnen nach Angabe der Priester in Jerusalem täglich gegeben werden, ohne Verzug. Das heißt, Darius garantiert den materiellen Unterhalt des Opferdienstes. Die genaue Verwendung dieser einzelnen Dinge im Opferdienst kann man nachlesen in den Kapiteln 1-7 von 3. Mose. Hier erfüllt sich eine Weissagung von Jesaja. Jesaja 49 und dort Vers 23a, dort heißt es: Und Könige sollen deine Wärter sein und ihre Fürstinnen deine Ammen. Könige unterstützen das neu sich bildende Volk Gottes oder das neu aufgebaute Jerusalem, besser gesagt, das vom Volk Gottes jetzt hier wieder neu errichtet werden soll.
[47:36] Vers 10. Damit sie dem Gott des Himmels Opfer lieblichen Geruchs darbringen und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten. Diese Bezeichnung lieblichen Geruchs kennen wir aus 1. Mose 8, Vers 21, dann auch aus den Opfergesetzen, 3. Mose 1. Der lieblichen Geruch natürlich deswegen, weil Gott damit ausdrücken möchte, dass dieses Opfer eigentlich immer ein Symbol für den kommenden Erlöser ist und dass es Gottes Freude ist, obwohl es ihn selbst sehr schmerzt, eine Freude ist, wenn der Menschen erlösen kann. Auch Darius nennt, so wie Kyros Gott, den Gott des Himmels und die Idee für die Könige zu beten, die klingt ja schon an in Jeremia 29, Vers 7, wo die Israeliten in Babylon aufgefordert worden sind, der Stadt Bestes zu suchen. Explizit sagt uns das auch Paulus in 1. Timotheus, Kapitel 2 und dort Vers 1 und 2, dass wir nämlich auch für unsere Obersten beten sollen.
[49:10] Da heißt es 1. Timotheus 2, Vers 1 und 2: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit. Das sollten wir nicht vernachlässigen. Wir haben das bisher zu sehr vernachlässigt, aber die Bibel ermahnt uns, das zu tun und hier auch in Esra haben wir dafür ein Beispiel.
[49:50] Vers 11. Es ist auch von mir Befehl gegeben worden, dass wenn irgendein Mensch dieses Gebot übertritt, man von seinem Haus einen Balken nehmen, ihn daran hängen und töten soll und sein Haus soll deswegen zu einem Misthaufen gemacht werden. Erinnert uns vielleicht an die Geschichte von Haman und Mordechai in Esther, wo genau das ja auch passiert, wo dann der Haman an den Balken gehängt wird. Das ist dann ein paar Jahre später, aber das ist genau diese Zeit des Persischen Weltreiches, eine dort verbreitete Tötungsmethode und die Idee, dass das Haus zum Misthaufen gemacht wird, kennen wir auch aus dem Buch Daniel. Das wird da immer wieder erwähnt, auch in entsprechenden Androhungen des Königs Nebukadnezar.
[50:40] Vers 12. Der Gott aber, der seinen Namen dort wohnen lässt, stürze alle Könige und Völker, die ihre Hand ausstrecken werden, diesen Erlass zu übertreten, indem sie dieses Haus Gottes in Jerusalem zerstören. Ich, Darius, habe es befohlen, es soll genau ausgeführt werden. Der Großkönig des Medo-Persischen Weltreiches, der König, der vielleicht über das größte Reich regiert hat, das es bis dahin überhaupt in der Geschichte der Menschheit gab, hat sich namentlich dafür verbürgt, dass der Tempel Gottes aufgebaut werden soll und zwar genauso, wie es schon Kyros, der auf Grundlage der Prophetie das angeordnet hatte, gesagt hatte. Das zeigt uns, wie sehr Gott in die Weltgeschichte eingreifen kann. Wenn sein Volk auf den Geist der Weissagung hört und dem Glauben vorangeht, auch dann, wenn noch Zweifel scheinbar den Weg zu versperren scheinen, wenn das Volk Gottes vorangeht, kann Gott Großes tun. Er kann den Großkönig des Perserreiches dazu bewegen, sich persönlich dafür einzusetzen, dass Gottes Werk nicht gestoppt wird. Gott ist nichts unmöglich. Wenn wir im Glauben vorangehen und den Geist der Weissagung ernst nehmen und die Erweckung in unserem Leben zulassen, dann kann Gott Dinge tun, von denen wir im Traum nicht denken, dass sie in unserem Leben geschehen könnten. Das wollen wir lernen aus dem Buch Esra, dass wir diese Erweckung, die uns der Geist der Weissagung geben möchte, täglich erleben und das Werk Gottes treu voranbringen, so wie es unserer Macht steht. Und Gott wird für all den Rest sorgen, seien es das Gold, seien es das Silber. Er hat die Könige, die Obersten in seiner Hand. Wenn wir dafür beten, wird Gott zur rechten Zeit genau das geben, was wir brauchen, und zwar alles, was uns fehlt.
[51:40] Interessant ist diese Formulierung: Der Gott, der seinen Namen dort wohnen lässt. Das finden wir im Alten Testament immer wieder. Wir haben die Verse hier auch zum Teil angegeben.
[51:54] Wir lesen auch bei Ellen White in Propheten und Könige: Ein zweiter ebenso günstiger Erlass, 20 oder mehr Jahre waren vergangen, als ein zweiter ebenso günstiger Erlass wie der erste von Darius Hystaspis, Darius dem Ersten, dem damals herrschenden Monarchen herausgegeben wurde. So sorgte Gott in seiner Güte für eine weitere Gelegenheit, dass die Juden im Medo-Persischen Reich in das Land ihrer Väter zurückkehren konnten. Also dieser Erlass sollte auch noch einmal den Weg ebnen für Juden, die bisher in Babylon geblieben waren. Sehr wichtig jetzt. Der Herr sah die unruhigen Zeiten voraus, die auf die Regierung des Xerxes, des Ahasveros im Buch Esther folgen würden. Und er bewirkte nicht nur einen Sinneswandel in den Herzen der Machthaber, sondern inspirierte auch Sacharja, die Verbannten eindringlich zur Heimkehr aufzufordern. Auf, auf, flieht aus dem Lande des Nordens, so liest man bei Sacharja in den Prophezeiungen, lautete die Botschaft an die zerstreuten Stämme Israels, die sich in vielen Ländern fern von ihrer früheren Heimat niedergelassen hatten. Er sollte eine Krise kommen, zur Zeit Esthers. Und Gott wollte möglichst viele Israeliten vor dieser Krise bewahren. Und die goldene Gelegenheit war jetzt hier. Aber auch diesmal haben längst nicht alle diese goldene Gelegenheit gesehen und ergriffen.
[52:44] Interessant ist auch, was sie sagt über den Glauben der Israeliten: Ehe diese Verordnung, Erlass des Darius erlassen wurde, hatten die Israeliten schon monatelang im Glauben weiter gearbeitet. Darin hatten die Propheten sie dadurch unterstützt, dass sie den Arbeitern durch zeitgemäße Botschaften den göttlichen Plan für Israel vor Augen hielten. Also wie ging das weiter? Dieses Werk, die prophetische Botschaft, die zeitgemäße Botschaft, die Botschaft, die für diese Zeit entscheidend war, war den Israeliten immer wieder vor Augen gehalten worden durch die Propheten. Und dadurch waren sie in die Lage versetzt worden, im Glauben voranzugehen. Selbst als noch unsicher war, wie das Ganze ausgehen würde mit Darius.
[53:50] Vers 13. Da befolgten Tatnai, der Stadthalter jenseits des Stromes und Setar-Bosnai und ihre Genossen genau den Befehl, den der König Darius gesandt hatte. Der Befehl wird umgesetzt.
[54:09] Vers 14. Und die Ältesten der Juden bauten weiter. Und es gelang ihnen durch die Weissagung der Propheten Haggai und Sacharja, des Sohnes Idus. So bauten sie und vollendeten es nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl des Kyros und des Darius und des Artaxerxes, der Könige von Persien. Das heißt, für den Fortschritt des Werkes war der Geist der Weissagung von entscheidender Bedeutung. Das heißt hier, es gelang ihnen durch die Weissagung der Propheten Haggai und Sacharja. Die waren nicht nur einfach ein bisschen Motivation, sondern sie waren der Schlüssel für die Vollendung des Tempelbaus. Interessanterweise lesen wir dann im Buch Sacharja ab Kapitel 7, dass im Jahre 518 v. Chr., also fast nach zweijähriger Pause, Sacharja erneute Visionen erhielt. Es waren natürlich nur ein oder zwei. Es kamen immer wieder solche Visionen, dann gerade vor allem von Sacharja noch, die das Ganze immer wieder unterstützen.
[55:09] Interessant ist diese Formulierung hier: Sie bauten und vollendeten es nach dem Befehl des Gottes Israel. Der Aufbau Jerusalems basierte auf einem Befehl Gottes, nicht nur einem Befehl eines persischen Königs. Das war Gott, der das verheißen hatte in Jesaja 44, in Haggai auch. Wir haben ja die Verse zum Teil angeschaut auch schon. Gott hatte deutlich gesagt, dass Jerusalem wieder aufgebaut werden soll. Er hatte sogar den Kyros mit Namen erwähnt, den Aufbau des Tempels und den Aufbau der Stadt vorhergesagt. Und dieser Befehl Gottes wird jetzt nach und nach Stück für Stück umgesetzt durch die Erlasse von drei persischen Königen, nämlich von Kyros, von Darius, die beiden haben wir jetzt schon studiert, und dann von Artaxerxes, das ist dann der Artaxerxes in diesem Fall, der nämlich nach Darius kommt, nicht Gaumata aus Esra 4, sondern Artaxerxes, der Erste. Und dessen Erlass werden wir in der nächsten Folge dann in Esra 7 ab Vers 11 studieren, das ist noch einige Jahrzehnte später, im Jahre 457 v. Chr. Alle diese drei Erlasse werden hier in einem Vers erwähnt, das ist interessant, und sie alle drei bilden ein Ganzes und zusammen, Kyros, Darius und Artaxerxes, zusammen ergeben sie dann die Erfüllung des Befehles, den Gott prophetisch durch Jesaja gegeben hatte. Und das heißt allerdings auch, dass erst mit dem dritten Befehl von Artaxerxes der Befehl Gottes völlig abgebildet ist.
[56:57] Vers 15. Und es gab ein Freudenfest.
[57:07] Vers 16. Man beachte die Formulierung: die Kinder der Gefangenschaft. Das kommt jetzt in den nächsten Versen noch ganz häufig vor, so eine ganz interessante Phrase, die hier offensichtlich betont werden soll. Interessant ist auch, dass wir solche Freudenfeste bei der Einweihung des Salomonischen Tempels natürlich hatten, auch bei der Grundsteinlegung von diesem Tempel in Esra 3, aber auch beim Passah unter Hiskia zum Beispiel. Und das finden wir also immer wieder, wenn so große Ereignisse mit dem Tempel verbunden sind.
[57:53] Vers 17. zurückgekehrt sind, also aus dem Südreich, waren wohl offensichtlich möglicherweise doch auch verstreute einzelne Personen aus anderen Stämmen dabei. Wir wissen ja noch zur Zeit Jesu, können einige Personen noch ihre Abstammung auf den Stamm Asser zum Beispiel oder andere Stämme zurückverfolgen. Aber es zeigt auch, dass diese zurückgekehrten Juden und Benjaminiter tatsächlich das gesamte Israel repräsentieren. Das ist auch sehr wichtig in mancher Debatte über Israel, dass diese Rückkehrer nicht nur für die zwei Stämme Juda und Benjamin agieren, sondern sie agieren für das gesamte Israel. Und die gesamte Bundesverheißung sozusagen an Israel, die bezieht sich jetzt auf diese Rückkehrer hier, die hier für die zwölf Stämme opfern. Erinnert vielleicht auch an die zwölf Steine von Elias' Altar. Wenn man sich die Zahl der Tiere anschaut und das vergleicht mit der Einweihung von Salomonstempel, ist natürlich ein Riesenkontrast. Bei Salomonstempel gab es 22.000 Rinder und 120.000 Schafe. Das fiel hier sehr viel bescheidener aus, aber nicht weniger von Gottes Segen begleitet. Denn die Quantität ist in geistlichen Dingen nie das Entscheidende, sondern die Qualität der Herzenseinstellung.
[59:11] Vers 18. Und sie bestimmten die Priester nach Abteilung und die Leviten nach ihren Ordnungen für den Dienst Gottes in Jerusalem, wie es im Buch Gottes Moses geschrieben steht. Die Einführung des mosaischen Priesterdienstes, die Einführung der Priesterklassen, wie sie bei David und Salomo auch dann üblich geworden war. Die Einführung der verschiedenen Levitendienste. All das war jetzt wieder möglich. Der Tempel war vollendet, er war eingeweiht und jetzt konnte das mosaische Zeremonialgesetz, wie es ja in den Büchern Mose beschrieben ist, endlich wieder vollgültig aufgenommen werden im Jahre 515 vor Christus.
[59:56] Vers 18. Und die Kinder, Vers 19. Und die Kinder der Gefangenschaft, damit die Formulierung wieder, hielten das Passah am 14. Tag des ersten Monats. Der erste Monat ist natürlich Nisan oder auch Abib, wie er ganz am Anfang der israelitischen Geschichte hieß. Im März und April der 14. Nisan ist das Passafest erinnert an den Auszug aus Ägypten, so wird das ausführlich in 2. Mose 12 beschrieben. Ein Fest, das an die Befreiung aus Ägypten erinnert. Das Blut des Passalammes an den Türpfosten war das Zeichen der Freiheit. Eine Typologie auf den kommenden Erlöser. Und dieses Passafest hier zu feiern war natürlich von großer Bedeutung.
[59:47] Dieser Tempel war trotzdem anders, als man sich vielleicht auf den ersten Moment sich überlegen würde. Keine Bekundung über natürliche Kraft zeichnete seine Einweihung aus. Man sah keine Wolke der Herrlichkeit das neu errichtete Heiligtum erfüllen. Kein Feuer fiel vom Himmel, um das Opfer auf seinem Altar zu verzehren. Die Herrlichkeit Gottes wohnte nicht länger zwischen den Cherubinen im Allerheiligsten. Die Bundeslade, der Gnadenstuhl und die Tafeln des Zeugnisses wurden dort nicht mehr gefunden. Kein Zeichen vom Himmel tat dem fragenden Priester den Willen des Herrn. Es gab also keine Urim und Tumim mehr. Keine Zeichen mehr, keine äußerlichen Zeichen und trotzdem der Tempel Gottes. Auch da kann man einiges von lernen. Dieser Tempel war nicht weniger Tempel Gottes, aufgrund dieser Umstände. Wie wir bei Haggai gesehen haben, er würde sogar herrlicher sein als der Salomonische Tempel, denn durch die Gegenwart Jesu würde er seine besondere Bedeutung bekommen. So sagt sie weiter hier in Propheten und Könige: Der zweite Tempel wurde zwar nicht durch die Wolke der Herrlichkeit des Herrn geerbt, wohl aber durch die Anwesenheit dessen, in dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnte, also durch Gott selbst offenbart im Fleisch. Übrigens auch ein sehr schöner Vers, wenn es darum geht, um die Gottheit Jesu. Ein schöner Satz.
[1:00:04] Vers 20. Denn die Priester und die Leviten hatten sich gereinigt wie ein Mann. Das erinnert uns an die Formulierung in Kapitel 3 Vers 1 und 2, wo es auch hieß, dass das Volk sich versammelte wie ein Mann, dass die Leviten zusammenkamen wie ein Mann. Einheit ist wieder das entscheidende Merkmal der Erweckung. Als die Israeliten unter Kyros erweckt nach Jerusalem zogen, waren sie wie ein Mann. Als sie unter Haggai und Sacharja wieder erweckt werden und den Tempel vollenden, sind sie hier wie ein Mann. Einheit ist ein Zeichen echter Erweckung. Sie hatten sich gereinigt wie ein Mann, so dass sie alle rein waren und sie schächteten das Passah für alle Kinder der Gefangenschaft und für ihre Brüder, die Priester und für sich selbst. Zeremoniale Unreinheit hatte ja vom Passah ausgeschlossen. Deswegen hatte Gott gesagt: Geht von ihnen aus, rührt das Unreine nicht an. Gott selbst hatte gesagt, dass er sie von der Unreinheit ihrer Götzen reinigen würde in Ezechiel 36, Vers 25. Und auch wir sind aufgefordert, uns zu reinigen in 2. Korinther 7 und dort Vers 1.
[1:01:14] Dort lesen wir in 2. Korinther 7 und dort Vers 1: Weil wir nun diese Verheißungen haben, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht. Auch wir müssen uns reinigen, liebe Freunde, damit die Heiligung in Gottesfurcht vollendet werden kann. Auch das ist interessant. Der Tempel sollte vollendet werden, unsere Heiligung muss vollendet werden. In dieser letzten Zeit gibt es manche, der gar nicht glaubt, dass das so wichtig ist und der Tempel unserer Heiligung bleibt manchmal vernachlässigt. Manchmal wird gar nicht mehr daran gearbeitet und wir halten es vielleicht auch für unmöglich. Aber Gott hat Wege, tausende Wege, von denen wir nichts wissen. Er hat Ressourcen auch nicht nur für den Aufbau eines irdischen Tempels, sondern auch für den Aufbau seiner Gemeinde, für den Aufbau dieses Tempels, der ein Tempel des Heiligen Geistes sein soll, der heilig sein soll, dass Gott durch seinen Geist in uns wohnen kann.
[1:02:19] Vers 21. Und die Kinder Israels, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, aßen es. Und alle, die sich von der Unreinheit der Heiden im Land abgesondert und sich ihnen angeschlossen hatten, um den Herrn, den Gott Israels zu suchen. Man beachte, hier gab es sogar Menschen, die den Israeliten sich anschlossen, um auch Teil dieses Volkes zu werden. Das hatte sozusagen auch missionarische Ausstrahlung. Das, was Gottes Volk ja immer hätte haben sollen, selten gehabt hat. Aber hier, unter dieser Erweckung, unter Haggai und Sacharja, da hat es plötzlich missionarische Ausstrahlung. Da ist das Volk wie ein Licht. Andere kommen nach Jerusalem und wollen sich diesem Gott anschließen, wie es ja die Propheten Micha und Jesaja, Jesaja 2 zum Beispiel, vorhergesagt hatten.
[1:03:03] Und dann Vers 22, der letzte Vers für heute. Und sie hielten das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang mit Freuden. Denn der Herr hatte sie fröhlich gemacht und das Herz des Königs von Assyrien ihnen zugewandt, sodass ihre Hände gestärkt wurden in dem Werk am Haus Gottes, des Gottes Israel. Immer wieder finden wir auch diese Freude beim Passah und bei dem Fest der ungesäuerten Brote, das wir kennen aus 2. Mose 13, Vers 6 und 7. Wir finden das bei Hiskia, wir finden das bei Josia. Interessanterweise ist es bei Hiskia so, bei der Erweckung des Hiskia, dass damals nicht alle Priester ganz dahinter standen und deswegen nicht alle Priester bereit waren und deswegen es Zusatzmaßnahmen, Ersatzmaßnahmen brauchte, um das Passah durchzuführen. Hier ist die Erweckung noch reiner, ähnlich wie bei Josia. Ganz so, wie Gott es sich wünscht. Und so kann dieses Passah, dieses Fest der ungesäuerten Brote, so gefeiert werden, wie Gott es eigentlich geplant hat und wie es ein echter Segen für das Volk ist.
[1:04:06] Warum wird hier der König der König Assyriens genannt? Vielleicht noch ganz kurz. Assyrien war als nordmesopotamisches Land eine Teilprovinz von Medo-Persien natürlich. Es war im Altertum recht häufig, dass man alte Begriffe auch auf neue Völker anwandte. Zum Beispiel die Gutäer, die 2000 vor Christus da ziemlich viel Ärger gemacht haben. Und als dann Jahrhunderte, viele Jahrhunderte später die Skythen kommen, nannte man sie auch die Gutäer. Gewisserweise machen wir das auch ganz ähnlich heute in der modernen Wissenschaft. Assyriologen beschäftigen sich ja nicht nur mit Assyrien selbst, sondern mit dem ganzen alten Orient, mit Mesopotamien, mit der Geschichte, Sprache und Kultur. Möglicherweise hat man einfach auch so ein bisschen diesen Namen weiter tradiert, obwohl natürlich jeder wusste, dass Assyrien als Weltreich untergegangen war und jetzt die Perser das von den Babyloniern übernommen hatten.
[1:05:06] So viel zu diesen Kapiteln. Wir sehen, welche entscheidende Bedeutung der Geist der Weissagung durch die Propheten Haggai und Sacharja gehabt hat. Das Werk wurde nicht nur wieder aufgenommen, es gab nicht nur eine Erweckung, sondern das Werk wurde vollendet. Es gab echte Einheit im Volk und das Volk war gereinigt und es gab sogar missionarischen Erfolg. All das, was wir uns wünschen für diese Zeit, wollen wir also uns entscheiden heute auf den Geist der Weissagung zu hören, der uns auch in scheinbar unlösbaren Situationen ermutigt, im Glauben voranzugehen, damit das einmal begonnene Werk, das vielleicht in Trümmern gerade da liegt oder halbfertig da liegt, auch vollendet werden kann. Es ist dein Wunsch, dich so auf den Geist der Weissagung einzulassen, den Tadel, den er vielleicht gibt, in dein Herz aufzunehmen und mit neuer Freude an das Werk zu gehen, damit das Werk Gottes in uns und durch uns in dieser Welt vollendet werden kann. Ist das dein Wunsch? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter studieren, diesem wunderbaren Buch Esra und uns dann mit Kapitel 7 und dem folgenden beschäftigen und diesen wichtigen dritten Erlass von Artaxerxes genauer in die Lupe nehmen. Bis dann wünsche ich euch gottesreichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.