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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 6

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp tauchen wir tief in die Bücher Esra und Nehemia ein. Wir beginnen mit Nehemia Kapitel 1 und 2 und beleuchten die historischen Hintergründe und die zeitlichen Abstände zu den Ereignissen in Esra. Der Fokus liegt auf Nehemias Reaktion auf die Nachricht vom Zustand Jerusalems, seinem tiefen Gebet und Sündenbekenntnis, sowie seiner Vorbereitung und dem mutigen Schritt, den König Artaxerxes um Erlaubnis zu bitten, die Stadtmauern wiederaufzubauen. Dabei werden wichtige Lektionen über Gebet, Planung und die Überwindung von Widerständen vermittelt.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer weiteren Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia, wo wir Vers für Vers durch diese Bücher durchgehen wollen und mit dem historischen Hintergrund herausfinden wollen, was diese so aktuelle Botschaft für unsere Zeit ist.

[0:43] Wir haben in den letzten fünf Folgen uns gemeinsam das Buch Esra angeschaut und haben dort gesehen, dass es dort drei wesentliche Edikte, drei wesentliche Erlasse gegeben hat. Zunächst von Kyros in Esra 1. Wir haben gesehen, wie mehr als 40.000 Israeliten aufgrund dieses Edikts nach Jerusalem gezogen sind und dort angefangen haben, den Tempel wieder aufzubauen. Sie waren nur eine kleine Schar verglichen mit denen, die hätten kommen können und so wurde der Tempel kleiner als eigentlich geplant. Es gab viel Widerstand, zunächst einmal durch den eigenen Unmut über die Kleinheit des Tempels und dann durch die Samaritaner, die immer wieder versucht haben, die persischen Könige gegen diesen Wiederaufbau des Tempels einzunehmen. Wir haben gesehen, wie es dann fast oder wie es tatsächlich zum Stillstand am Bau kam und wie durch die Propheten Haggai und Sacharja das Werk wieder aufgegriffen worden ist, wie dann der König Darius I. durch einen zweiten Erlass diesen Aufbau bestätigt und gefördert hat und wie dann nach langer Zeit unter dem König Artaxerxes Esra einen dritten Befehl erhielt, mit dem er beauftragt wurde, Jerusalem komplett wiederherzustellen nach dem Wort des Herrn.

[2:03] Wir haben gesehen, wie er dann im siebten Jahr des Artaxerxes in Jerusalem ankam, im Jahre 457 v. Chr. und wie er dort eine Erweckung und eine Reformation durchführte durch das Wort Gottes, das er so gut kannte und predigte. Und es ging dort um die Mischehen, die aufgelöst worden sind. In einer konzentrierten Aktion hat das Volk Gottes sich von dieser Sünde dort freigemacht und dort haben wir das letzte Mal aufgehört und wollen jetzt beginnen, das Buch Nehemia zu studieren, das die Geschichte aufgreift und, wie wir sehen werden, dann zum Ende bringt.

[2:39] Wir wollen heute die ersten beiden Kapitel anschauen, dieses so interessanten und spannenden Buches und wir werden dabei sehen, dass das Buch Nehemia uns in einer ganz besonderen Art und Weise nicht nur zeigt, wie ein Werk zum Abschluss gebracht werden kann, sondern es gibt dort viele praktische Hinweise für jeden, der in irgendeiner Art und Weise Leitungsfunktionen übernimmt im Volk Gottes. Wir werden anhand dieses Studiums immer wieder auch so Prinzipien herausarbeiten wollen, wie wir gute Leiter sein können und das Werk auch führen können.

[3:07] Und bevor wir all das tun, wollen wir Gott bitten, dass er durch seinen Heiligen Geist unsere Gedanken lenkt und leitet und wir wollen gemeinsam mit einem Gebet starten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für die Bücher Esra und Nehemia, dass wir sehen können, dass trotz aller Schwierigkeiten und Verzögerungen und auch der Nachlässigkeit des Volkes doch dein Werk zum Abschluss gekommen ist, weil du immer wieder Männer und Frauen bewegt hast, von deinem Geist geleitet, deiner Führung zu folgen, sich einzusetzen, Erweckung zu erleben, Reformationen durchzuführen. Und wir möchten dich bitten, wenn wir jetzt das Leben von Nehemia studieren, dass du auch uns zeigst, wie wir zu solchen Nehemia werden können, dass wir lernen, wie das Werk zum Abschluss gebracht werden kann. Bitte sprichst du zu uns jetzt ganz besonders in den kommenden Minuten und lass dein Wort, seine Kraft entfalten in unseren Herzen, in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden. Die Kraft, die du dort hineingelegt hast, das alles bitten wir im Namen unseres Erlösers und Fürsprechers, Jesus Christus. Amen.

[4:26] Nehemia, Kapitel 1, Vers 1. Dies ist die Geschichte Nehemias. Wörtlich steht hier im Hebräischen eigentlich die Worte, die Begebenheit, die Worte Nehemias, des Sohnes Hachaljas. Nehemia bedeutet wörtlich der Trost des Herrn, ein sehr passender Name. Hachalja bedeutet übrigens die Finsternis des Herrn.

[4:48] Es heißt weiter: „Es geschah im Monat Kislev, das ist der 9. Monat, im November, Dezember, im 20. Jahr, dass ich in Susa in der Königsburg war.“ Das 20. Jahr bezieht sich auf das 20. Jahr von König Artaxerxes und damit sind wir im Ende des Jahres 445 vor Christus. Das sind noch einmal zwölf Jahre nach der Ankunft von Esra und seiner Reformation. Wir sind jetzt 90 Jahre, sehr genau, ziemlich genau, 90 Jahre nach der Ankunft der ersten Israeliten unter Serubabel und Jeschua. Wenn man das mal so in unsere Zeit übertragen würde, einfach mal so die Zeitabstände, wenn wir uns heute vorstellen im Jahre 2019 sind wir Nehemia, dann wären Serubabel und Jeschua im Jahre 1929 in Jerusalem angekommen. Hat man mal so ein Gefühl für die Länge dieser Zeit, wie lang das eigentlich gedauert hat, bis da endlich die Stadt aufgebaut worden ist.

[5:52] Susa ist natürlich das altpersische Susa oder auch Susa, wie wir es kennen, die ehemalige Hauptstadt der Elamiter, die nun eine wichtige Residenz auch der persischen Könige war. Die Königsburg Susa kommt besonders häufig im Buch Esther vor, ist eigentlich so der Hauptort, in dem die Esther-Geschichte spielt. Ansonsten ist auch Daniel in Daniel 8, Vers 2 in Susa und empfängt dort seine Vision. Also ein Ort, der auch aus biblischer Perspektive nicht unbedeutend ist. Nehemia ist dort am Hof des persischen Königs, wie wir gleich noch sehen werden.

[6:37] Und es heißt hier in Vers 2: „Da kam Hanani, einer meiner Brüder, mit etlichen Männern aus Juda. Und ich erkundigte mich bei ihm über die Juden, die Entkommenen, die nach der Gefangenschaft übrig geblieben waren, und über Jerusalem.“ Hanani bedeutet auf Hebräisch gnädig. Und es geht hier um die Übrigen, die Entkommenen, die nach Jerusalem gezogen waren. Dieser Begriff, die Übrigen oder die Entkommenen vielmehr, den kennen wir auch aus Esra 9, in Vers 8 und 14, wo diese Übrigen in Juda mit gemeint waren.

[7:13] Die erste Leiterschaftslektion, die wir uns hier merken können, ist: Wenn wir ein Nehemia werden wollen, interessiere dich für den Zustand deines Volkes. Niemand wird ein Nehemia, der nicht ein ehrliches, aufrichtiges Interesse daran hat, wie es dem Volk Gottes, wie es den Übrigen geht.

[7:32] Vers 3: „Und sie sprachen zu mir: Die Übriggebliebenen, die nach der Gefangenschaft übrig geblieben sind, befinden sich dort in der Provinz in großem Unglück und in Schmach. Und die Mauern Jerusalems sind niedergerissen und ihre Tore mit Feuer verbrannt.“ 90 Jahre lang, nach dem Erlass des Kyros, ist Jerusalem immer noch in einem beklagenswerten Zustand. Also wie gesagt, das ist auf unsere Zeit übertragen. Seit 1929 wäre es möglich gewesen, dieses Problem zu lösen und im Jahre 2019 ist es immer noch nicht gelöst. Und da bekommen wir so eine Idee, dass unsere Adventgeschichte mit all ihren Verzögerungen eine sehr gute Parallele darstellt zu dieser Geschichte von Esra und Nehemia. Und obwohl Artaxerxes schon vor zwölf Jahren erlaubt hatte, all das zu tun, was getan werden musste, und obwohl es eine religiöse Erweckung vor zwölf Jahren gegeben hatte unter Esra, ist das Werk immer noch nicht beendet, obwohl Esra die ganze Zeit auch da ist. Es geht nicht alles so schnell, wie man das gedacht und gehofft hatte.

[8:37] Israel zum Hohn und zum Spott geworden, das ist eine Idee, die immer wieder auch in den Psalmen auftaucht. Wir haben hier im Sendemanuskript ein paar Beispiele, auch in Jeremia, wo es heißt, dass die Israeliten im Exil verspottet worden waren. Und wenn man sich jetzt das überlegt, dass die Stadt ja noch länger zerstört da lag, bevor überhaupt Jeschua und Serubabel angekommen sind, dann hat man die Idee, dass der Zustand der Stadt, wenn man auch die Verbesserungen durch den Tempelbau und den Beginn am Mauerbau mal mit einrechnet, dass seit der Zerstörung Jerusalems in der dritten babylonischen Belagerung von 586 die Stadt jetzt seit 141 Jahren so ist, wie sie ist. Und wenn man das mal zurückrechnet, dann ist das sehr interessant. Dann käme man so in die 70er Jahre des 18. Jahrhunderts und da hat man wirklich schon so ein Gefühl, das ist ja wie Adventgeschichte hier, so lange dauert das schon. Und so ist der Ausgangspunkt hier im Buch Nehemia.

[9:56] Die Stadt ist seit 141 Jahren zerstört, seit 90 Jahren sind die Israeliten frei und seit 12 Jahren hatten sie bereits die Erlaubnis, alles aufzubauen. Und immer noch liegt sie völlig zerstört oder zumindest teilweise zerstört.

[10:11] Vers 4: „Und es geschah, als ich diese Worte hörte, da setzte ich mich hin und weinte und trug Leid etliche Tage lang und ich fastete und betete vor dem Gott des Himmels.“ Das hatte schon Esra gemacht. Esra hatte in Esra 10, das haben wir studiert, gebetet angesichts der Missstände im Volk. Und schon Daniel hatte in Daniel 9 so gebetet. Und wir hatten gesehen, dass das Gebet von Esra sich an dem Gebet von Daniel 9 orientiert. Und wir werden jetzt sehen, dass auch Nehemias Gebet sich wiederum an dem Gebet von Daniel orientiert.

[10:59] Wir lernen: Weine angesichts des Zustandes des Volkes Gottes. Es bringt nichts zu schimpfen und zu kritisieren, aber es bringt etwas, wirklich traurig zu sein und zu weinen. Und dann bete und faste, so wie Nehemia.

[11:15] Vers 5: „Und sprach: Ach Herr, du Gott des Himmels, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade bewahrt, die ihn lieben und seine Gebote halten.“ Das ist faktisch identisch mit dem, was Daniel in Daniel 9 betet. Und wir schauen es hier mal als exemplarisch an. Vers 4 in Daniel 9 heißt es: „Ich betete aber zu dem Herrn, meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach Herr, du großer und furchtgebietender Gott, der den Bund und die Gnade bewahrt, die ihn lieben und die seine Gebote bewahren.“ Denn Nehemia orientiert sich offensichtlich, wie wir in den nächsten Versen noch sehen werden, an Daniel 9.

[11:58] Diese Idee, dass wir ihn Gott lieben und seine Gebote halten sollen, ist natürlich etwas, was aus dem zweiten Gebot kommt. In 2. Mose 20, Vers 6 und dann auch immer wieder aufgegriffen wird, ja später auch von Jesus, der sagt: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“

[12:13] Vers 6: „Lass doch deine Ohren aufmerken und deine Augen offen sein, dass du auf das Gebet deines Knechtes hörst, das ich nun vor dir bete Tag und Nacht für die Kinder Israels, deine Knechte, und mit dem ich die Sünde der Kinder Israels bekenne, die wir an dir begangen haben, auch ich und das Haus meines Vaters haben gesündigt.“ Auch Daniel hatte gesagt, dass Gott seine Ohren, seine Augen aufmachen soll angesichts seines Gebetes. Und die Bibel sagt uns in Psalm 34, Vers 15, dass Gottes Augen und Ohren auf den Gerechten achten, Tag und Nacht.

[12:54] Wir erinnern uns vielleicht da an Lukas 18 und dort Vers 7, wo Jesus sagt: „Gott aber wird er nicht seinen Auserwählten recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er auch lange zuwartet mit ihnen.“ Das Gebet von Nehemia wurde nicht gleich am nächsten Tag erhört, aber es wurde erhört und es kam dann zu einer recht schnellen Entwicklung, wie wir heute und in den nächsten Wochen sehen werden. Bleib also dran beim Gebet und bete gründlich Tag und Nacht.

[13:28] Und er betete nicht einfach nur mit Bitten, die er hatte, sondern er bekannte seine Sünde. Auch das war ja etwas, was Daniel gemacht hatte. In Daniel 9, Vers 4 und 5 sehen wir, wird auch in den restlichen Versen immer wieder betont: „Wir haben gesündigt, wir haben Unrecht getan, wir haben das Gesetz gebrochen, wir haben nicht so gehandelt, wie es im Gesetz Mose geschrieben steht.“

[13:49] Ohne Sündenbekenntnis, persönlich und kollektiv, kann Gott das Werk nicht zum Abschluss bringen. Der Schlüssel zum Wiederaufbau, der Schlüssel zur Vollendung des Werkes liegt darin, dass wir unsere persönliche Sünde erkennen, auch die Sünde unserer Gemeinde und sie ehrlich mit Tränen vor Gott bringen und bitten, uns zu heilen.

[14:09] Die Stadt wäre vielleicht nie aufgebaut worden, wenn es nicht bedeutende Gottesmänner gegeben hätte, wie Daniel, wie Esra, wie Nehemia, die gefastet und gebetet haben, die geweint haben angesichts des Zustandes und gebetet haben und ihre Sünden, die Sünden des Volkes bekannt haben.

[14:34] Interessant ist also, dass Nehemia sich hier durchaus an dem orientiert, was es an Reformatoren vor ihm gab. Er orientiert sich an Esra, er orientiert sich besonders an Daniel. Sollten auch wir uns orientieren an den Gebeten derer, die vor uns gegangen sind, die schon etwas im Werk Gottes bewirkt haben.

[14:57] Interessant ist, dass auch er sich, wie Daniel, der ja auch nicht nur von der Sünde des Volkes, auch von seiner persönlichen Sünde spricht, Nehemia sich ganz bewusst mit einbezieht. Auch in Esra hatten wir diese Idee gesehen, dass persönliches Sündenbekenntnis entscheidend ist. In Esra 9 und auch in Esra 10.

[15:19] Bekenne deine persönliche Sünde und identifiziere dich mit dem schwachen Volk Gottes. Niemand kann der Gemeinde helfen, der sich von der Gemeinde emotional distanziert. Nur wenn wir uns mit der schwachen und durch Vernachlässigung des Werkes eingeschlafenen Gemeinde, wenn wir uns mit ihr identifizieren, wenn wir uns angesichts unserer eigenen Sünde für nicht besser halten, nur dann können wir der Gemeinde auch wirklich helfen.

[15:52] Vers 7: „Wir haben sehr verwerflich gegen dich gehandelt, dass wir die Gebote, die Satzung und Rechtsbestimmung nicht befolgt haben, die du deinem Knecht Mose geboten hast.“ Auch hier wiederum eine Formulierung, die an Daniel 9 erinnert, wo Daniel ganz ähnliche Dinge sagt. Das mal zu zeigen in Daniel 9 und dort Vers 5 zum Beispiel: „Wir haben gesündigt und haben Unrecht getan und gesetzlos gehandelt. Wir haben uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und deinen Rechtsordnungen abgewichen.“ Oder in Vers 11: „Sondern ganz Israel hat ein Gesetz übertreten und ist abgewichen, sodass es auf deine Stimme gar nicht hören wollte. Darum hat sich auch über uns ergossen, was als Fluch und Schwur im Gesetz Moses, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil wir gegen ihn gesündigt haben.“

[16:39] Die Bibel hatte sehr deutlich gemacht, in 5. Mose 28, Vers 15, dass der Ungehorsam Fluch bringt. Diese Formulierung Gebote, Satzung und Rechtsbestimmung, die kommt direkt aus 5. Mose Kapitel 6, Vers 1. „Dies ist das Gebot, die Satzung und die Rechtsbestimmung, die der Herr, euer Gott, euch zu halten geboten hat oder zu lehren geboten hat.“ So ähnlich auch in 5. Mose 4, Vers 1 und in 5. Mose 5, Vers 1.

[17:14] Im Gegenzug sagt uns 1. Könige 2, Vers 3, und das ist natürlich auch in anderen Bibelstellen, dass wenn wir Gottes Gebote halten, dass uns Erfolg und Wohlergehen bringt. Diese Frage von Segen und Fluch entscheidet sich daran, wie wir zu den Geboten Gottes stehen und Nehemia erkennt: Wir haben gesündigt und deswegen sind wir immer noch in dieser Schande, dass das Werk, obwohl es schon hätte vorangehen können, obwohl es schon hätte aufgebaut sein können, noch immer brach da liegt.

[17:37] Esra war ja auch schon ein Experte für die Bücher Mose gewesen und auch Nehemia, obwohl er wohl kein Priester war, kein ausgebildeter Theologe in dem Sinne, kannte sich doch sehr gut aus mit den Büchern Mose und kannte die Verheißung, wie wir jetzt sehen werden in Vers 8 und 9.

[17:57] „Gedenke doch an das Wort, das du deinem Knecht Mose gegeben hast, mit dem du sprachst: Wenn ihr treulos handelt, so will ich euch unter die Völker zerstreuen. Kehrt ihr aber zu mir um und befolgt meine Gebote und tut sie, selbst wenn einige von euch bis ans Ende der Himmel verstoßen wären, so würde ich sie doch von dort sammeln und sie an den Ort bringen, den ich erwählt habe, damit mein Name dort wohnen soll.“

[18:22] Der Nehemia weiß, es gibt nicht nur einen klaren Spiegel im Gesetz Gottes, sondern es gibt Verheißungen, Verheißungen, die auch dann gelten, wenn man allen Fluch erlebt hat. Das Buch Mose enthält nämlich nicht nur 5. Mose 28 mit Segen und Fluch, es enthält auch den Bund in Moab mit seinen wunderschönen Verheißungen in Kapitel 29 und in Kapitel 30. Und das müssen wir anschauen, denn dieser Bund in Moab, auf den der Nehemia sich jetzt bezieht, wird zum Schlüssel in seinem Gebet, denn dadurch erhört Gott sein Gebet, sendet die Gelegenheiten, von denen wir jetzt gleich noch studieren werden und das Werk wird zum Abschluss gebracht.

[19:03] 5. Mose 28 wird der Segen und Fluch bezeichnet, 5. Mose 29 markiert dann diesen Bundesschluss in Moab, nicht am Horeb, sondern ein anderer Bund, ein zweiter Bund, ein neuer Bund sozusagen und der basiert auf wunderbaren Verheißungen, wie wir hier jetzt sehen können.

[19:23] Es heißt nämlich zwar in 5. Mose 28, Vers 64: „Denn der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen, und du wirst dort anderen Göttern dienen, die dir und deinen Vätern unbekannt waren, Göttern aus Holz und Stein.“ Das ist genau das, was Nehemia sagt. Wenn wir auch zerstreut werden, dann kann doch das passieren, was jetzt in 5. Mose 30 steht.

[19:47] Es heißt nämlich ab Vers 1: „Es wird aber geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und dass du es dir zu Herzen nimmst und all den heiligen Völkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem Herrn, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, zerstreut hat.“

[20:23] Und Achtung, liebe Freunde, liebe Freundinnen, der nächste Vers gehört zu den schönsten der ganzen Bibel. Wenn es nicht Johannes 3, Vers 16 gäbe, wäre das vielleicht das schönste überhaupt. Vers 4: „Und wenn du auch bis ans Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ Egal wie weit wir gegangen sind, egal wie schlimm es gewesen ist, egal wie oft wir es wiederholt haben, wenn wir zurückkehren möchten, kann Gott uns holen, wo immer wir sind, was immer unser Zustand sein mag. Er kann uns retten, er will uns zurückholen, weil er uns nämlich liebt, nicht weil wir etwas Gutes getan haben, nicht weil wir ihm eine Wohltat erwiesen haben, nicht weil wir uns qualifiziert haben, sondern weil wir sind, weil er uns geschaffen hat, weil er gerne uns retten möchte.

[21:15] Vers 5: „Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter.“ Weil Gott uns gern hat, möchte er uns retten, er möchte unser Freund sein, er möchte unser Schicksal wenden, er möchte diese Gemeinde mit ihrer Mission zum Ende bringen. Er möchte das.

[21:40] Und egal wie schlimm die Situation sein mag in deinem persönlichen Leben, in deiner Familie, in deiner Ortsgemeinde, wo auch immer, Gott kann, will und wird dein Schicksal wenden, wenn du es nur möchtest. Und auf diese Verheißung, diese machtvolle Verheißung in 5. Mose 30, von der Paulus später im Römerbrief sagt, dass das, was hier steht im Bund in Moab, das ist das Evangelium, das ist der Glaube, den wir predigen im Neuen Testament, diese wunderbaren Verheißungen.

[22:06] Vers 6: „Der Herr, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, dass du den Herrn, dein Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, damit du lebst.“ Es heißt immer: „Beschneidet euer Herz.“ Aber hier sagt die Bibel, das sagt Gott, dass er selbst unser Herz beschneiden wird, dass dieses berühmte Gebet von Ellen White: „Herr, nimm du mein Herz, denn ich kann es dir nicht geben. Halte du es rein, denn ich kann es nicht selbst reinhalten.“ Wenn wir uns an Gott wenden und ihm vertrauen, kann er alles tun in unserem Herzen, in unserem Leben, in unserem Denken, in unserem Fühlen, was notwendig ist, damit sich die Situation in unserem persönlichen Leben und in der Gemeinde ändert.

[22:57] Und Nehemia wirft seine ganze Hoffnung, seine ganze Hilflosigkeit auf diese Verheißung. Diese Verheißung trägt und sie erfüllt sich.

[23:06] Es heißt ja hier in Nehemia 1 und dort in Vers 9: „Den Ort, den ich erwählt habe, damit mein Name dort wohnen soll.“ Das ist natürlich Jerusalem, der Ort, wo Gottes Name wohnen sollte, wie auch schon Darius in seinem Edikt in Esra 6 deutlich gemacht hat.

[23:32] Was ist also die Lektion, die wir lernen können? Nimm die Verheißungen Gottes in Anspruch. Wisse, was er verheißen hat und nimm es in Anspruch, selbst wenn die Situation verfahren und verpflichtend und kompliziert zu sein scheint. Nimm Gottes Verheißungen beim Wort, so wie Nehemia. Bete, bekenne deine Sünden und glaube, dass Gott das meint, was hier steht.

[24:01] Gott hatte immer und immer wieder verheißen, nicht nur in dem Buch 5. Mose, sondern auch bei den Propheten, dass er das Volk zurückholen würde, dass er es sammeln würde, dass er es aufbauen würde. Wir haben etliche Bibelfersen dafür. Die Verheißungen waren klar und deutlich: Gott würde das Schicksal wenden, er würde sie zurückbringen aus Babylon, er würde seinen Geist auf sie gießen, er würde von ganzem Herzen das tun.

[24:24] Einen Text sollten wir auf jeden Fall hier lesen, Jeremia 32 und dort in Vers 37, dort sagt Gott: „Siehe, ich will sie sammeln aus allen Ländern, wohin ich sie in meinem Zorn und Grimm und meiner großen Entrüstung verstoßen habe, und ich werde sie wieder an diesen Ort zurückführen und sie sicher wohnen lassen, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“

[24:49] Und ich will ihnen ein Herz und einen Wandel geben, dass sie nicht alle Zeit fürchten, ihnen selbst zum Besten und ihren Kindern nach ihnen. Gott sagt, ich will sie zusammenbringen, ich will sie sammeln, ich will, dass sie einig sind, dass sie eines Geistes sind und dass sie das Beste erleben, was in dieser Welt möglich ist, dass es ihnen gut geht.

[25:04] Vers 40: „Und ich will einen ewigen Bund – das ist der neue Bund, den Jesus durch sein Blut möglich gemacht hat – ich will einen ewigen Bund mit ihnen schließen, dass ich nicht von ihnen ablassen will, ihnen wohlzutun.“ Gott sagt, ich will nicht nur ab und zu etwas Gutes tun, sondern ich werde nicht aufhören, euch zu segnen und ich werde die Furcht von mir in ihr Herz geben, fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Es ist nicht etwas, das wir produzieren, um Gott zu beeindrucken, sondern Gott sagt, ich kann das, will das, werde das in euch tun, damit sie nicht mehr von mir abweichen, damit sie fest gegründet sind, vorbereitet auf eine Zeit ohne Fürsprecher im himmlischen Heiligtum, versiegelt, damit sie nicht mehr abweichen.

[25:41] Vers 41: „Und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun, und ich werde sie einpflanzen in dieses Land, in Wahrheit und jetzt kommt es, Achtung, mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele.“ Gott selbst hat eine Priorität, und das ist, uns etwas Gutes zu tun. Der Gemeinde zu helfen. Das steht ganz oben auf seiner Agenda. Das ist nicht nur ein Nebenpunkt. Sein ganzes Herz, seine ganze Seele, sein Denken, Fühlen, Handeln ist auf diesen einen Punkt gerichtet. Wie kann ich dem Christopher, dir, liebe Zuschauer, wie kann ich ihm helfen? Wie kann ich ihm Gutes tun? Wie kann ich ihn zurückbringen von den Irrwegen, auf denen er sich begeben hat? Wie kann ich das Volk wieder versammeln?

[26:27] Gott denkt die ganze Zeit ständig darüber nach, wie er diese Gemeinde erwecken kann. Er denkt die ganze Zeit darüber nach, wie er die Gemeinde reformieren kann. Er denkt die ganze Zeit darüber nach, wie diese Gemeinde endlich ihre Missionen vollenden kann. Wir müssen Gott nicht daran erinnern. Er versucht uns verzweifelt aufzurütteln und sagen: Ich habe ein Ziel. Wer macht mit? Wer glaubt mir, dass ich das tun kann? Wer glaubt mir, dass ich das will? Wer schließt sich meinem Gebet an? Ist die Frage von Jesus. Denn Jesus tritt für uns ein, für jeden Einzelnen von uns, für jedes Gemeindeglied, für die Gemeinde selbst. Er tritt ein und sagt: Mein Blut, mein Blut, mein Blut. Wenn die Winde schon dabei sind, losgelassen zu werden, tritt er ein und sagt: Das Werk ist noch nicht vollendet. Wer schließt sich dem Gebet von Jesus an, so wie Nehemia und sagt: Dieses Werk ist noch nicht vollendet. Du hast verheißen, dass es abgeschlossen werden wird, dass die Stadt wieder aufgebaut wird, dass die Verheißungen Gottes zur buchstäblichen Erfüllung kommen. Und Nehemia betet darum und nimmt diese Verheißung in Anspruch.

[27:32] Vers 10: „Sie sind ja doch deine Knechte.“ Nehemia 1, Vers 10. „Sie sind ja doch deine Knechte und dein Volk, das du erlöst hast, durch deine große Kraft und durch deine mächtige Hand.“ Auch das hatte Daniel gesagt, als er lang und breit betet und die Sünden bekennt und zeigt, was die Israeliten falsch gemacht haben, erinnert er sich doch daran, dass die Israeliten das Volk sind, das Gott aus Ägypten, aus der Knechtschaft befreit hat. Uns erinnert Nehemia noch einmal Gott hier, dass die Israeliten noch das Volk sind, das die Erlösung erlebt hat.

[28:13] In 2. Mose 6, Vers 6 hatte Gott gesagt, dass er gekommen war, um die Israeliten aus Ägypten zu erlösen. Und wir sollten uns daran erinnern, was Gott an großen Dingen in unserer persönlichen Vergangenheit getan hat, was er in unseren Gemeinden getan hat, dass wir uns daran erinnern, dass er der Erlöser ist.

[28:32] Vers 11: „Ach Herr, lass doch dein Ohr aufmerksam sein auf das Gebet deines Knechtes, auf das Gebet deines Knechtes und auf das Gebet deiner Knechte, die das Verlangen haben, deinen Namen zu fürchten, und lass doch deinem Knecht heute gelingen und gib ihm Barmherzigkeit vor diesem Mann. Ich war nämlich der Mundschenk des Königs.“

[28:56] Noch einmal betet er so viel in Vers 6, dass Gott hören möge auf dieses Gebet. Und was wir hier sehen ist, Nehemia ist nicht der Einzige. Es gibt noch andere Knechte, die das Verlangen haben, den Namen Gottes zu fürchten, die das nicht nur aus Pflicht tun, sondern die dieses tiefe Verlangen haben, dass Gottes Ehre wiederhergestellt wird und sein Name verherrlicht wird und sie beten gemeinsam. Nehemia war nicht der Einzige, der gebetet hat. Er wusste, es gibt andere, die mit ihm zusammen beten.

[29:27] Vor diesem Mann sollte Gott ihm Barmherzigkeit geben. Das war natürlich Artaxerxes, der Erste, der König von Medo-Persien. Und Nehemia war als Mundschenk in einer extrem vertrauensvollen und begehrten Position.

[29:42] Lektion Nummer 8: Bete konkret um offene Türen in deinem Umfeld, wo immer du gerade bist. Bete darum, dass Gott Türen öffnet, die wir vielleicht für unmöglich halten. Aber Nehemia betet nicht einfach allgemein, er betet konkret. Er sagt nicht nur, dass Gott irgendwen benutzen soll und irgendwann irgendetwas tun soll, sondern er betet darum, dass Gott ihn persönlich benutzen möge, dort, wo er gerade arbeitet, um eine Tür zu öffnen, von denen vielleicht niemand gedacht hat, dass sie geöffnet werden kann. Betest du auch darum, dass Gott dich persönlich dort benutzt, wo du gerade bist, an deiner Arbeitsstelle, dort in deiner Ortsgemeinde, dort, wo du gerade dich befindest, dass Gott dort Türen öffnen kann, die das Werk zum Abschluss bringen?

[30:29] Ellen White sagt: „Als Prophet und König, als Mundschenk des Königs hatte er freien Zutritt zu ihm. Seines Amtes, seiner Fähigkeit und seiner Treue wegen war er zum Freund und Ratgeber des Monarchen geworden.“ Auch das ist interessant. Ein Grund, warum Nehemia dann solchen Erfolg hat, ist, weil er aufgrund seiner Geistlichkeit auch ein Freund geworden war des Artaxerxes.

[30:56] Obwohl er jedoch als königlicher Günstling von Prunk und Glanz umgeben war, vergaß er weder seinen Gott noch sein Volk. Mit tiefster Anteilnahme richteten sich seine sorgenvollen Gedanken auf Jerusalem. Seine Hoffnung und Freuden waren eng mit dessen Wohl verknüpft.

[31:12] Es heißt hier weiter: „Als Nehemia betete, erstarkten sein Glaube und sein Mut.“ Vielleicht haben wir wenig Glauben und sind mutlos, aber wenn wir beten, nimmt der Glaube und der Mut zu. Was er sagte, war voll heiliger Überzeugungskraft.

[31:31] Und dann heißt es hier: „Aber als er jetzt betete, es heißt oft hatte Nehemia wegen seines Volkes sein Herz vor Gott ausgeschüttet. Es war nicht das erste Mal, dass er gebetet hat, aber als er jetzt betete, wuchs in seinem Herzen ein heiliger Entschluss. Er wollte selbst den Wiederaufbau der Mauern Jerusalems und die Wiederherstellung der nationalen Stärke Israels als Aufgabe übernehmen.“ Als er betete, dass Gott etwas tun würde, hat der Geist Gottes zu ihm gesprochen und gefragt: Warum nicht du selbst als Erfüllung des Gebetes?

[32:00] Wenn er die Zustimmung des Königs und die notwendige Hilfe bei der Beschaffung von Geräten und Material erhielte, er entschloss sich nicht nur zu beten, er entschloss sich, selbst Teil der Gebetserhöhung zu werden.

[32:09] Vier Monate wartete Nehemia auf eine günstige Gelegenheit, seine Bitte dem König vorzutragen. Die Erhöhung kam nicht über Nacht sofort, doch Nehemias Stunden der Zurückgezogenheit, verborgen vor menschlichen Blicken, waren reich an Gebeten, Bekenntnissen und Tränen, gehört und gesehen nur von Gott und den Engeln.

[32:32] Er hat wochenlang gebetet und geweint und Gott sah, dass jemand für das Volk betete. Vielleicht sieht niemand, wenn du für das Volk betest und weinst, aber Gott sieht es und die Engel sehen es und sie werden deinem Leben eine Kraft verleihen, die das Werk zum Abschluss bringen kann.

[32:56] Kapitel 2, Vers 1. Ah, vielleicht sollten wir diesen Gedanken noch kurz von Ellen White hier anbringen. Aus The Southern Watchman 1904 sagt sie hier im Englischen: „Gott hatte seine Flüche, seine Drohungen treu ausgeführt, als das Volk sich von ihm trennte. Er hatte sie unter die Nationen zerstreut, gemäß seines Wortes.“

[33:25] Und Nehemia, das ist jetzt ein wichtiger Gedanke, den wir auch bei Daniel 9 herausfinden können, Nehemia fand in dieser tatsächlichen Tatsache die Gewissheit, dass Gott genauso treu auch seine Verheißungen erfüllen würde. Manchmal denken wir, na ja, muss Gott immer so genau die Konsequenzen der Sünde ausführen, so wie es in der Bibel steht. Aber die Tatsache, dass Gott treu ist und sagt, so, wenn ihr meinen Geboten nicht folgt, wird das an Fluch und dann an Unglück über euch kommen, die Tatsache, dass das auch genau so eintritt, sollte uns deutlich machen, dass Gott wirklich weiß, wovon er spricht, dass er die Realität kennt, dass er das meint, was er sagt und dass, wenn er uns etwas verheißt, genau diese Verheißungen auch tatsächlich genau so buchstäblich eintreffen werden, wie der Fluch buchstäblich eintraf, als wir gegen ihn gesündigt haben.

[34:16] Manchmal sind die negativen Konsequenzen der Sünde, die wir zu tragen haben, die Folgen unseres Fehlverhaltens, eine Versicherung dafür, dass Gottes Verheißungen uns wiederherzustellen, zu heilen und zu stärken, tatsächlich genauso wahr sind und wir auf sie bauen können.

[34:40] Nun aber, Kapitel 2, Vers 1. „Es geschah aber im Monat Nisan, im 20. Jahr des Königs Artaxerxes. Als Wein vor ihm stand, da nahm ich den Wein und gab ihm den König. Ich war aber nie zuvor vor ihm traurig gewesen.“ Das 20. Jahr ist immer noch hier, obwohl wir jetzt den Monat Nisan haben, das ist eigentlich der erste Monat, der März, April. Und das haben wir schon im Zuge von Esra 7 studiert, ist ein Beweis dafür, dass die Juden zu dieser Zeit von einem Herbst-zu-Herbst-Kalender rechneten. Also vom siebten Monat an, vom Tischri, dann ein Jahr lang bis am Ende des sechsten Monats und dann begann das neue Jahr wieder am siebten Monat. Das war ja auch wichtig für unser Studium in Esra 7 und die Datierung der Prophezeiung in Daniel 9 und Daniel 8. Also etwa vier Monate sind vergangen, seitdem Nehemia mit Hanani gesprochen hat.

[35:37] Jetzt kommt die Gelegenheit. Vers 2: „Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so traurig aus? Du bist doch nicht krank. Es ist nichts anderes als ein betrübtes Herz.“ Da fürchtete ich mich sehr, denn es war gefährlich vor dem König, negative Gesichtsausdrücke, Gemütszustände zu haben, denn das war möglicherweise ein Anzeichen, dass das Leben des Königs in konkreter Gefahr war.

[36:00] Die hebräischen Worte für traurig und betrübt können auch theoretisch übersetzt werden mit böse und mit schlecht. Und die Bibel sagt uns, dass ein betrübtes Herz den Geist niedergeschlagen macht. Der Nehemia konnte nicht mehr verbergen, was in ihm war, aber das brachte ihn in eine gefährliche Position, denn wenn der Artaxerxes jetzt der Meinung war, dass Nehemia vielleicht in eine Intrige involviert war oder davon weiß, aber nichts sagen möchte, dann stand sein Leben, das Leben Nehemias auf dem Spiel.

[36:24] Vers 3: „Und ich sprach zum König: Der König lebe ewig.“ Das ist eine ganz typische Anrede an orientalische Herrscher, finden sie im Buch Daniel ganz oft. Da sprechen sowohl die Chaldäer, die Satrapen, als auch die Freunde Daniels, als auch Daniel zu den Herrschern immer mit dieser Anrede. Wir finden das auch schon bei Batseba und David. „Der König lebe ewig.“

[36:51] „Warum sollte ich nicht traurig aussehen, da doch die Stadt, wo die Grabstätte meiner Väter ist, in Trümmern liegt und ihre Tore von Feuer verbrannt sind?“ Das hatte er gehört von Hanani. Und wie wir gesehen haben, der Zustand Jerusalems ist schon seit geraumer Zeit so. Es hatte zwar Fortschritte gegeben, aber das Werk ist noch bei weitem nicht getan.

[37:19] Vers 4: „Da sprach der König zu mir: Was erbittest du denn?“ Da flehte ich zu dem Gott des Himmels. Nehemia war ein Freund des Königs und seine aufrichtige Art hat offensichtlich den König überzeugt, dass keine Gefahr für Artaxerxes vorliegt. Und er stellt eine Frage, die wir vielleicht auch so bei Esther öfter finden: „Was erbittest du denn? Wenn es die Hälfte des Königreichs wäre?“

[37:41] Und Nehemia erkennt: Hier öffnet sich gerade eine Tür. Hier ist die Möglichkeit gegeben. Und jetzt geht er nicht alleine voran, sondern er betet zuerst. Er geht wohl nicht auf die Knie und faltet nicht seine Hände oder hebt sie zum Himmel und schließt die Augen. Aber er weiß, ich brauche jetzt die Weisheit Gottes. Und im Gespräch mit dem größten Herrscher der damaligen Zeit, dem Weltherrscher, dem Herrscher des Weltreiches, bevor er antwortet, sendet er ein Stoßgebet zum Himmel.

[38:04] Lieber Freund, liebe Freundin, wo immer wir sind, wir können zu Gott beten in jeder Situation. Er hatte intensiv im stillen Kämmerlein gebetet. Jetzt ist das Gebet so selbstverständlich für ihn, dass er erst kurz fragt: Gott, hilf mir, gib mir die richtigen Worte. Was soll ich sagen? Denn wenn wir uns an Gott wenden, ebnet er unsere Pfade.

[38:25] Eine weitere Lektion ist: Bete immer und überall. Ellen White sagt: „Keine Zeit, kein Ort ist ungeeignet, zu Gott zu beten. Nichts vermag uns davon abzuhalten, unsere Herzen im Geist in brünstigen Gebeten zu Gott zu wenden. Im Gedränge der Straßen, inmitten unserer täglichen Geschäfte können wir zu ihm beten und um seinen göttlichen Beistand flehen, wie es Nehemia tat, als seine Bitte vor den König Artaxerxes brachte.“

[38:53] Vers 5: „Und dann sagte ich zum König: Wenn es dem König gefällt und wenn dein Knecht wohlgefällig vor dir ist, so sende mich nach Juda, zu der Stadt, wo meine Väter begraben liegen, damit ich sie wieder aufbaue.“ Nehemia hatte verstanden, es reicht nicht aus, um Arbeiter für das Werk zu bitten. Er selbst wollte Verantwortung übernehmen. Er wollte selbst seinen Beitrag leisten, sich persönlich einsetzen.

[39:13] Wenn du siehst, lieber Freund, liebe Freundin, dass etwas noch nicht getan worden ist, was getan werden muss, warte nicht auf jemand anderen. Bete und lass dich vom Heiligen Geist beeindrucken, dass möglicherweise du selbst diese Aufgabe tun sollst. Denn die Tatsache, dass du siehst, dass es noch nicht getan ist, ist vielleicht ein Beweis dafür, dass der Heilige Geist dich darauf vorbereitet, dieses Werk, diese Aufgabe, dieses Projekt zu übernehmen.

[39:40] Vers 6: „Da sprach der König zu mir, während die Königin neben ihm saß: Wie lange wird die Reise dauern und wann wirst du zurückkommen?“ Und es gefiel dem König, mich hinzusenden, nachdem ich ihm eine bestimmte Zeit genannt hatte. Nehemia hatte offensichtlich, wie wir gleich noch sehen werden, das Ganze schon durchkalkuliert. Er hatte schon Pläne im Kopf und als die Gelegenheit sich ergibt, kann er realistische Ideen über Länge und Dauer der Arbeit präsentieren.

[40:03] Sei also nicht einfach nur jemand, der betet, aber sich keine Gedanken macht, sondern habe realistische Ideen. Wie lange wird das dauern? Was ist alles vonnöten?

[40:18] Das Leben von Nehemia ist offensichtlich eine Füllung so wunderbarer Verheißungen wie in Jesaja 58 und dort Vers 12, wo es heißt: „Und die von dir, die aus dir hervorgehen, werden die Trümmer der Vorzeit wieder aufbauen. Du wirst die Grundmauern früherer Geschlechter wieder aufrichten und man wird dich nennen: der die Breschen vermauert und die Straßen wieder herstellt, damit man dort wohnen kann.“

[40:48] Wir nehmen Jesaja 58 gerne auf uns als eine Endzeitprophezei, wo es um den Sabbat geht, wo es um die gesundheitsmissionarische Arbeit geht. Und wenn das so ist, dann ist Nehemia als der tatsächliche Wiederaufbauer der Grundmauern ein Typus auf Gottes Endzeitvolk, das ein Werk zum Abschluss bringen muss.

[41:04] Jesaja 61, Vers 4: „Und sie werden die uralten Trümmer aufbauen und wieder aufrichten, was vor Zeiten zerstört worden ist. Sie werden die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht in Trümmern lagen.“

[41:21] Das heißt weiter in Vers 7: „Und ich sprach zu dem König: Wenn es dem König gefällt, so gebe man mir Briefe an die Stadthalter jenseits des Stromes, damit sie mich durchziehen lassen, bis ich nach Juda komme.“ Solche Briefe waren ja auch durchaus üblich in der Zeit von Esra und auch schon vorher in der Zeit von Darius, also in den Edikten von Darius und auch von Artaxerxes. Da haben die Könige immer auch die Stadthalter mit angesprochen.

[41:53] Also wir sehen, dass Nehemia ein Mann des Glaubens war, aber er trotzdem auch detailliert plante. Das sind keine Widersprüche, sondern die gehen Hand in Hand. Der Glaube und auch eine konkrete realistische Planung.

[42:11] Vers 8: „Auch einen Brief an Asaph, den Forstmeister des Königs, dass er mir Holz gibt, damit ich die Tore des Tempelbezirkes, der zum Haus Gottes gehört, aus Balken zimmern kann und für die Stadtmauer und für das Haus, das ich beziehen soll.“ Und der König gab sie mir, weil die gute Hand meines Gottes über mir war. Wieder diese Formulierung, die wir schon aus Esra 7 und 8 und 9 kennen.

[42:30] Der Forstmeister, das ist der Wächter des Paradies, des Staatswaldes, des königlichen Waldes. Davon abgeleitet übrigens das Wort Paradies. Und was wir hier lernen können, ist:

[42:40] Dass wir so konkret planen sollten, dass wir sofort loslegen können, wenn Gott eine Tür öffnet. Es wäre fatal, wenn wir nur beten und dann Gott Türen öffnet und wir gar nicht wissen, was wir zu tun haben. Es lohnt sich jetzt schon, wenn wir beten, für bestimmte Dinge zu planen, wenn sich die Gelegenheit ergibt, wenn die Türen sich öffnen. Wie werden wir dann vorgehen? Und da müssen wir alle etwas noch lernen von Nehemia in diesem Punkt. Er wusste, wo die Ressourcen sind. Er hatte konkret die Schritte vorgedacht.

[43:05] Und was wir weiter hier lernen wollen, ist: Bei all dem hat Nehemia nie vergessen, dass es Gottes Wirken war. Vergiss niemals, dass wenn sich Türen öffnen, dass wenn plötzlich Möglichkeiten sich ergeben, dass es immer das Wirken Gottes ist.

[43:26] Ellen White sagt: „Für jeden Charakterzug, durch den er Gunst erlangte, dankte er der wirkenden Kraft Gottes.“ Interessanterweise können wir hier auch von Nehemia lernen und Ellen White kommentiert auch zu diesem Punkt, dass es nicht verkehrt ist, auch Menschen, die nicht zu unserem Volk gehören, um Dinge zu bitten, die dem Fortschritt des Werkes helfen können. Dass wir um Unterstützung bitten können, dass wir auch davon erzählen, ganz freimütig, wie das Werk vorangeht, wo es mangelt, so dass Menschen, deren Herz vom Geist Gottes bewegt wird, auch durchaus uns unterstützen können.

[44:12] Vers 9: „Als ich nun zu den Stadthaltern jenseits des Stromes kam, gab ich ihnen die Briefe des Königs, und der König hatte Oberste des Heeres und Reiter mit mir gesandt.“ Nehemia hatte um eine militärische Eskorte gebeten und bekommen. Das ist interessant, wenn man das mit Esra vergleicht, der gesagt hatte: „Ich will keine militärische Unterstützung, weil wir gebetet haben und Gott das Wunder auch getan hat.“ Aber Nehemia geht hier offensichtlich als Einzelperson, möglicherweise mit ganz wenigen anderen Menschen, aber nicht als größere Gruppe und er bittet um militärischen Beistand und bekommt ihn auch.

[44:58] Wir haben hier noch eine ganze Reihe von Ellen White Zitaten, die ihr dann selbst noch lesen könnt, wo diese ganze Geschichte noch einmal auch in Propheten und Könige dargestellt wird. Sehr interessant zu lesen und in Bezug nur auf diese Bitte um militärisches Geleit sagt sie: „Dieses Beispiel weiser Vorsorge und entschlossenen Handelns sollte allen Christen eine Lehre sein. Gottes Kinder sollen nicht nur vertrauensvoll beten, sondern selbst auch fleißig und einsichtsvoll arbeiten. Sie begegnen vielen Schwierigkeiten und behindern oft das Wirken der Vorsehung für sie, weil sie Vorsicht und Sorgfalt für etwas halten, das wenig mit Glauben zu tun hat.“

[45:37] Also wenn wir denken, na ja, wenn ich jetzt alles so plane, wo ist dann der Glaube, dann behindern wir eigentlich Gottes Wirken. Nehemia sah seine Pflicht nicht als erledigt an, als er vor dem Herrn geweint und gebetet hatte. Sorgfältige Überlegungen und gut ausgereifte Pläne sind heute genauso wichtig für die Fortführung geistlicher Unternehmungen, wie in der Zeit, als die Mauer Jerusalems wieder aufgebaut wurden. Nehemia verließ sich nicht auf den Zufall. Die ihm fehlenden Mittel erbat er von denen, die sie liefern konnten.

[46:08] Und dann kommentiert Ellen White noch einmal, dass wenn es um finanzielle Mittel geht, also nicht darum, sozusagen geistlich sich irgendwie einzubringen durch irgendwelche theologischen Dinge, aber durch finanzielle Mittel, da heißt es: „Die Spender glauben vielleicht nicht an Christus und sind mit seinem Wort nicht bekannt, doch ihre Gaben sollten deshalb nicht zurückgewiesen werden.“

[46:28] Vers 10: „Als aber Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der Ammoniter-Knecht, dies hörten, missfiel es ihnen sehr, dass ein Mensch gekommen war, um das Wohl der Kinder Israels zu suchen.“ Lektion für jeden Leiter: Wenn du etwas für Gottes Volk tust, wird es nicht jedem gefallen. Es gibt immer Widerstand. Es sind diese Gegner, die schon den Aufbau und den Weiterbau behindert hatten, weswegen immer noch diese Schmach dort ungelöst war.

[46:49] Sanballat, der Name kommt möglicherweise aus dem Akkadischen, „der Mondgott Sinn hat gezeugt“, war ein samaritischer Führer. Wir kennen ihn auch von einem Papyrus aus Elephantine und einige moderne Forscher glauben, dass er möglicherweise mit beteiligt war, vielleicht die Initiative ergriffen hatte, den samaritischer Tempel auf dem Berg Garizim zu bauen. Zumindest gibt da Josephus eine Andeutung. Allerdings verwechselt Josephus den Sanballat mit einem späteren Sanballat. Horoniter, er kam wohl aus Horonaim, das in der Bibel ein paar Mal erwähnt wird. Und Tobia ist eigentlich ein Ammoniter, aber mit einem Namen, der hebräisch bedeutet: „Der Herr ist gut.“ Da ist also der Name und der Charakter der Person in deutlichem Widerstand.

[47:37] Vers 11: „Ich aber kam nach Jerusalem und als ich drei Tage dort gewesen war.“ Interessanterweise hatte ja auch Esra eine dreitägige Pause nach der langen Reise gemacht.

[47:46] Vers 12: „Da machte ich mich bei Nacht auf mit wenigen Männern, denn ich sagte keinem Menschen, was mir mein Gott ins Herz gegeben hatte, für Jerusalem zu tun, und es war kein Mensch bei mir, außer dem Tier, auf dem ich ritt.“ Die Bibel sagt, es gibt eine Zeit zu reden, aber es gibt auch eine Zeit zu schweigen.

[48:01] Eine wichtige Lektion ist: Verrate nicht gleich alles allen, sondern gehe weise vor, mit Bedacht. Wenn du alles sofort allen erzählst, dann könnte das Werk ebenfalls behindert werden. Wichtig ist auch hier, wie er sagt: „Was mir mein Gott ins Herz gegeben hatte.“ Er war sich sicher, dass seine Gedanken von Gott kamen.

[48:26] Vers 13: „Und ich ritt bei Nacht durch das Tal-Tor hinaus in Richtung der Drachenquelle und zum Mist-Tor und ich untersuchte die Mauern Jerusalems, die niedergerissen waren, und ihre Tore, die mit Feuer verbrannt waren.“ Wir haben hier im Sendemanuskript am Ende eine Karte, eine englische Karte, wo die einzelnen Tore eingeteilt sind, da kann man das mal so ein bisschen nachvollziehen. Das Tal-Tor war im Südwesten, das Mist-Tor im Südosten. Vom Mist-Tor sind wohl der ganze Schmutz und das Abwasser abgeleitet worden in die Täler. Also Nehemia hat er offensichtlich die südliche Seite der Mauern Jerusalems untersucht.

[48:58] Weiter heißt es in Vers 14: „Und ich ging hinüber zum Quell-Tor, das ist nicht weit vom Mist-Tor, und zum Königsteich, der ist auch dort in der Nähe, aber da war für das Tier unter mir kein Platz zum Durchkommen.“

[49:06] Vers 15: „So stieg ich in der Nacht das Tal hinauf und untersuchte die Mauern und kehrte dann um und kam durch das Tal-Tor wieder herein.“ Der Nehemia, der tut zum Teil wirklich sehr anstrengende Arbeit, um das Ganze wirklich zu prüfen, was getan werden muss. Kann man das nicht nur so aus der Ferne begutachten. Er klettert selbst über die Mauern und selbst sein Tier, sein Maultier wahrscheinlich oder Esel, kann ihm dabei nicht helfen. Der Nehemia legt selbst Hand an und macht sich die Hände schmutzig, damit es vorangehen kann. Das Tal ist das Kidron-Tal.

[49:44] Und interessant ist, dass Ellen White folgendes sagt: Sie sagt, die Engel betrachten die Gemeinde wie Nehemia damals Jerusalem. Der kommt jetzt nach Jerusalem und die Menschen dort, die sind ja durchaus dafür, die Stadt aufzubauen, aber es gibt immer Probleme mit Sanballat und mit Tobia und man kommt nicht voran. Man hat zwar diese Idee, ja, man sollte, man ist auch überzeugt, der Esra ist ja auch da, die Bibel ist schon im Mittelpunkt, aber es geht irgendwie nicht richtig voran. Man tritt so auf der Stelle und vielleicht erkennst du dich und uns in dieser Situation wieder. Und man hat sich ein bisschen daran gewöhnt, man hat sich daran gewöhnt, dass halt die Mauern so zerbrochen liegen und dass es halt so sein muss.

[50:24] Die Engel sehen unsere Gemeinde so wie Nehemia damals kommt und sagt: Moment mal, das kann doch nicht da alles sein, das kann doch jetzt nicht der Zustand sein, in dem wir weiter so leben wollen. Er sieht die Missstände sehr viel deutlicher. Er hatte sich noch nicht gewöhnt an den Anblick von halb verbrannten Mauern und Toren. Wir haben uns vielleicht gewöhnt in unserer Gemeinde, dass halt viele im Streit sind. Wir haben uns gewöhnt, dass die Ministries nicht so gut zusammenarbeiten. Wir haben uns gewöhnt, dass manche Dinge mit der Leitung nicht so gut funktionieren. Wir haben uns gewöhnt, dass wir vielleicht die Gesundheitsbotschaft nicht so umsetzen, wie wir es eigentlich sollten. Ja, ja, wir wissen, wir haben uns daran gewöhnt, dass wir Daniel 11 halt einfach nicht so gut studieren und Offenbarung 17 und da nicht so die Zeit für haben, die Prophetie besser auszuarbeiten. Wir haben uns daran gewöhnt, dass man eigentlich Missionen machen sollte, aber momentan irgendwie da jetzt nicht so die Motivation hat. Wir haben uns an all diese Dinge gewöhnt und die Engel schauen auf die Gemeinde wie Nehemia und sagen: Moment mal, warum ist das so?

[51:18] Und es braucht Menschen, die wieder die Perspektive der Engel einnehmen und sagen: Moment mal, so wie es jetzt ist, auch wenn es schon die letzten hundert Jahre so gewesen ist, so wie Jerusalem, so kann es nicht bleiben. Wir haben uns vielleicht gewöhnt daran, dass wir kaum Schulen haben. Wir haben uns daran gewöhnt, dass uns fast niemand kennt. Wir haben uns gewöhnt daran, dass so viele Ehrelehren in den Gemeinden präsent sind. So kann es nicht bleiben, liebe Freunde. Die Perspektive derer, die bisher mit wenig Erfolg gearbeitet haben, die wird nicht ausreichen. Wir brauchen die Perspektive der Engel. Wir brauchen die Perspektive Gottes.

[51:55] Vers 16: „Die Vorsteher wussten nicht, wo ich hingegangen war und was ich gemacht habe, denn ich hatte bis dahin den Juden und den Priestern, auch den Vornehmsten und den Vorstehern und den anderen, die an dem Werk arbeiteten, nichts gesagt.“ Es wird also noch an der Mauer gearbeitet, aber halt sehr langsam und ohne richtigen Erfolg.

[52:12] Verschaffe dir also einen gründlichen Überblick über die Situation, bevor du andere Leiter einweist. Wisse genau, was getan werden muss, aber dann, wenn du weißt, wo das Problem ist, wenn du einen Plan hast, dann weihe die Leiter ein, bevor du den ersten Stein baust. Denn das macht nicht mehr auch.

[52:33] Vers 17: „Da sprach ich zu ihnen: Ihr seht das Unglück, in dem wir uns befinden, wie Jerusalem in Trümmern liegt und seine Tore mit Feuer verbrannt sind. Kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, damit wir nicht länger eingespött sind.“

[52:47] Jetzt weihe sie ein. Nehemia arbeitet nicht unabhängig, er arbeitet nicht neben der Gemeinde und macht so sein eigenes Ding und sagt: Ihr macht ja nichts, ihr könnt nichts, ich baue jetzt einfach mal hier so für mich und mich interessiert nicht, was ihr macht. Nein, nein, nein. Er möchte mit der Gemeinde bauen, obwohl er kein Priester ist und nicht sonst eine hohe Person in dem Volk Gottes. Er hat ja eine Idee, er hat die Autorität des Artaxerxes und er lädt sie jetzt ein, er befiehlt es ihr nicht, er lädt sie ein, er motiviert sie: „Lasst uns die Mauern wieder aufbauen.“ So wie zur Zeit von Haggai und Sacharja kommt es zu einem Ruck durch das Volk, denn auch vorher war ja das Werk nur langsam vorangegangen, war dann ganz zum Erliegen gekommen und so wie zur Zeit von Esra, als Schahanja sagt: „Lasst uns dieses Problem der Mischehen angehen.“ So braucht es immer wieder Menschen, die zum Aufbruch ermutigen, aber arbeite niemals ohne die Leiter, sondern gewinne sie.

[53:44] Vers 18: „Und ich teilte ihnen mit, wie gütig die Hand meines Gottes über mir gewaltet hatte. Dazu die Worte des Königs, die er zu mir geredet hatte.“ Da sprachen sie: „Wir wollen uns aufmachen und bauen.“ Sie hatten schon gebaut, aber so richtig, nicht richtig gebaut, nicht mit vollem Herzen, nicht mit absoluter Priorität. Und sie stärkten ihre Hände zu dem guten Werk. Was am Ende sie überzeugt, sind die persönlichen Erfahrungen, die Nehemia schon gehabt hat. Die eigene Erfahrung mit Gott stärkt und motiviert andere.

[54:11] Liebe sagt uns, dass wir stark sein sollen in dem Herrn und wir brauchen diese Stärke, wenn wir unserer Aufgabe gerecht werden wollen in dieser Welt, in dieser Zeit. Und wir brauchen Erfahrung mit Gott, die wir anderen erzählen, uns gegenseitig motivieren, damit wir uns stärken und sagen: Okay, wir haben ein bisschen gebaut, ein bisschen hier, ein bisschen jenes, aber jetzt wollen wir wieder das Werk Gottes an die oberste Priorität setzen, an die oberste, ganz oben auf unserer Agenda.

[54:42] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht hast du ein bisschen was gemacht im Werk Gottes, dies und jenes, hier ein bisschen und hast dich daran gewöhnt, dass trotzdem vieles immer noch brach liegt. Bist du bereit, heute zu sagen: Okay, ich möchte das Werk Gottes, seine Botschaft, die Vollendung dieses Missionsbefehles an die erste Stelle meines Lebens setzen. Ich will bauen.

[55:02] Kapitel 19. „Als aber Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der Ammoniter-Knecht, und Geschem, der Araber, dies hörten, spotteten sie über uns und verachteten uns und sprachen: Was hat das zu bedeuten, dass ihr euch vornehmt? Wollt ihr euch gegen den König auflehnen?“ Geschem wird später auch Gashmu genannt, der einzige mit Namen erwähnte Araber in der ganzen Bibel. Es gibt einen arabischen Stamm in jener Zeit, der heißt Gashamu und es gibt eine aramäische Inschrift aus dem 5. Jahrhundert vor Christus in Ägypten, die nennt einen Qaunu, den Sohn Gassmus, des Königs von Kedar. Kedar war eine arabische Gegend. Gassmu erscheint auch auf einer Königsliste von Dedan, möglicherweise war also Geschem ein arabischer Stammesfürst, ein König.

[55:47] Und hier sehen wir die zweite Stufe, das zweite Level des Widerstandes. Erstens fiel es ihnen nur, jetzt spotten sie. Und Spott kann ganz schön auffallen. Und sie bringen wieder diese alte Idee, die schon Rehum und die Samariter zur Zeit von Serubabel aufgebracht hatten und damit den Gaumata, den falschen Bardia, überredet hatten, den Tempelbau zu stoppen, nämlich, dass der Wiederaufbau Jerusalems einer Rebellion gegen die persischen Könige gleichkäme.

[56:14] Sei darauf vorbereitet, dass die alten Methoden des Widerstandes immer wieder neu aufgewärmt werden, wenn wir uns neu einsetzen. Es lohnt sich also die Geschichte zu kennen und zu wissen, auch wie die, nicht nur wie Gott geführt hat, sondern auch wie die Feinde Gottes immer wieder gearbeitet haben, um darauf vorbereitet zu sein und Gottes Wirken entsprechend zu erbitten.

[56:29] Vers 20: „Da antwortete ich ihnen und sprach: Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen. Darum wollen wir, seine Knechte, uns aufmachen und bauen. Ihr aber habt weder Anteil, noch Recht, noch Andenken in Jerusalem, nicht in mir.“ Gibt die gleiche Antwort, wie auch Serubabel und Joschua es gegeben hatten in Esra 4, Vers 3, als die Samariter damals sich einmischen wollten.

[56:51] Das heißt also für uns heute: Immitiere das gute Vorbild von geistlichen Leitern vergangener Generationen.

[56:59] Lieber Freund, liebe Freundin, bist du bereit, im Werk Gottes Verantwortung zu übernehmen? Bist du bereit, ein Nehemia zu werden? Bist du bereit, zu beten, zu fasten, zu weinen, die Verheißungen Gottes in Anspruch zu nehmen? Bist du bereit, dich für das Volk Gottes zu interessieren? Bist du Gott dich davon überzeugt, dass er dich selbst braucht, dort, wo du bist, und sich Türen öffnen werden, von denen du jetzt nicht denkst, dass du durch diese Türen hindurchgehen könntest? Bist du bereit, nach den Prinzipien fortzugehen, die wir hier von Nehemia lernen können, damit wir ermutigt werden und gestärkt werden, das Werk wieder aufzubauen?

[57:35] Ich möchte so ein Nehemia sein. Wie steht es mit dir? Gott segne deine Entscheidung.

[57:42] Nächste Woche werden wir weiter studieren, wie dieser Wiederaufbau weiter vorangeht, wie diese Erweckung unter Nehemia jetzt beginnt und das wird sehr spannend werden. Ich lade euch ein, dann wieder einzuschalten. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes. Amen.


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