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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 8

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird der biblische Text von Nehemia 5:9 bis 7:4 behandelt. Christopher Kramp beleuchtet die Lektionen, die wir aus Nehemias Umgang mit internen Konflikten und den Intrigen seiner Feinde lernen können. Der Vortrag betont die Bedeutung von Integrität, dem Verzicht auf persönliche Rechte zugunsten des Werkes Gottes und die Notwendigkeit geistlicher Wachsamkeit. Es wird gezeigt, wie Nehemia trotz aller Widerstände das Werk Gottes vorangebracht hat und wie wir dies als Vorbild für unsere Zeit nutzen können.

In dieser Folge von Cannstatt Study Hour tauchen wir tief in das Buch Nehemia ein und beleuchten die Kapitel 5 bis 7. Christopher Kramp erklärt, wie Nehemia interne Konflikte löste, indem er die Ausbeutung der Armen durch die Vornehmen aufdeckte und korrigierte. Er zeigt auf, wie Nehemia durch sein eigenes Vorbild und die konsequente Umsetzung von Gottes Prinzipien das Werk vorantrieb. Weiterhin wird die Taktik der Feinde beleuchtet, die durch Intrigen und falsche Propheten versuchten, den Mauerbau zu stoppen. Abschließend wird die beeindruckende Fertigstellung der Mauer in nur 52 Tagen thematisiert und die Bedeutung von Treue und Wachsamkeit im Werk Gottes hervorgehoben.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur achten Folge unserer Spezialserie über die Bücher Esra und Nehemia, wo wir durch diese hochaktuellen Bücher Vers für Vers gemeinsam vorangehen und diese Botschaften für uns persönlich studieren wollen, um zu sehen, was wir lernen können für den Aufbau, die Weiterführung und vor allem auch die Vollendung des Werkes Gottes in unserer Zeit.

[0:49] Wir haben im Buch Esra gesehen, wie über Jahrzehnte hinweg durch große Könige Persiens, Kyros, Darius I. und dann Artaxerxes I. Befehle gegeben worden sind, die schrittweise Gottes Plan möglich gemacht haben, nämlich die oder Gottes Absicht möglich gemacht haben, in einen legalen Rahmen gebracht haben, dass nämlich die Stadt Jerusalem wieder aufgebaut und der Tempel wiederhergestellt werden soll. Wir haben gesehen, wie Führer wie Serubbabel und wie Esra, wie Propheten wie Haggai und Sacharja ihre Rolle gespielt haben, dieses Werk voranzubringen.

[1:29] Aber dass es im Buch Nehemia immer noch nicht vollendet ist, und wir haben dann in den letzten beiden Folgen die Anfangsgeschichte von Nehemia studiert, wie er die Nachricht erhalten hat vom desolaten Zustand Jerusalems, wie er gebetet, gefastet, geweint hat und dann Gott sein Gebet erhört hat. Eine Gelegenheit ergab sich im 20. Jahr des Artaxerxes, eine Erlaubnis zu bekommen, die Stadt endgültig wieder aufzubauen.

[2:00] Und wir haben gesehen, wie er ankam in Jerusalem, wie er das Werk, wie es bisher bis dahin gedient war, sich angeschaut hat, dann die Leiter zusammengenommen hat, das Volk motiviert. Und in der letzten Folge haben wir gesehen, wie fast das gesamte Volk Gottes mit Eifer und Begeisterung an dieser Mauer gebaut hat, wie dann die Intrigen von außen durch die Feinde zu großer Verwirrung hätten führen können, aber wie Nehemia durch kluge Vorsichtsmaßnahmen das Volk ermutigt hat und wie sie weiter gebaut haben.

[2:31] Und dass dann plötzlich ein interner Streit ausgebrochen ist zwischen den Armen im Volk Juda und den Vornehmen, die die finanzielle Misslage, die schlimme Situation aufgrund einer Hungersnot auch der Armen ausgenutzt haben. Und genau dort haben wir dann das letzte Mal aufgehört, in dieser allgemeinen Versammlung, die Nehemia einberuft, um diese Missstände zu tadeln und zu bereinigen. Da wollen wir heute jetzt gleich weiter studieren, um zu sehen, wie dieses Problem gelöst wurde und wie dann der Bau weitergegangen ist.

[3:08] Bevor wir uns das im Einzelnen anschauen, wollen wir jetzt gemeinsam mit einem Gebet beginnen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir wirklich von ganzem Herzen für das Buch Nehemia und für die vielen, vielen Lektionen, die wir lernen können und die wir übertragen können in unsere Zeit. Wir möchten dich bitten, dass auch in den kommenden Minuten, wenn wir weitere Verse, Abschnitte dieses Buches studieren, dass du uns ganz deutlich zeigst, was das für uns bedeutet, dass die Kraft, die in deinem Wort ist, unsere Herzen berührt, dass wir erfüllt werden mit deinem Heiligen Geist und dass auch wir als Nehemias das Werk zum Abschluss bringen können durch deine Kraft und zu deiner Ehre. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[3:49] Nehemia Kapitel 5 und dort Vers 9. Wir haben damit aufgehört, dass die Vornehmen keine Antwort fanden als Rechtfertigung auf die Dinge, mit denen er sie konfrontierte. Und das heißt jetzt hier in Vers 9: „Und ich sprach: Was ihr da tut, ist nicht gut. Solltet ihr nicht in der Furcht unseres Gottes wandeln, wegen der Lästerung der Heiden, unserer Feinde?“ Nehemia hat sehr deutlich und offen gesagt, dass er das Verhalten der Leiter in Juda missbilligt. Gott zu fürchten bedeutet nicht nur eine theoretische Erkenntnis von ihm zu haben, sondern es bedeutet praktisch, so sagt uns 3. Mose, den Bruder nicht finanziell zu übervorteilen.

[4:46] Und entsprechend lebte die Urgemeinde in der Furcht des Herrn, weil sie eben auch finanziell, materiell füreinander da waren. So lesen wir es in der Apostelgeschichte 9, Vers 31. Nehemia macht hier einen wichtigen Punkt. Er möchte nicht, dass das Fehlverhalten im Volk dazu führt, dass die Feinde Gottes das Werk Gottes verlästern können. Wir kennen das von David, dem gesagt worden ist, dass seine Sünde einen Anlass gegeben hat für die Feinde Gottes zur Lästerung.

[5:16] Und auch Paulus zitiert Ezekiel 36, Vers 20 in Römer 2, Vers 24, wo er deutlich macht, dass das Exil selbst, wo Ezekiel schon deutlich macht, unter Inspiration des Heiligen Geistes, dass das Exil selbst zur Folge hatte, dass der Name Gottes unter den Heiden entweiht wurde. Entsprechend kann man sich auch überlegen, wie sehr ein abgefallenes Christentum im Mittelalter den Ruf Gottes unter den Ungläubigen auf Dauer schwer beschädigt hat.

[5:42] Und wir lesen auch bei Paulus in 1. Timotheus 5 und auch Titus 2, Vers 5, wie wichtig es ist, dass wir durch unser alltägliches Leben keinen Anlass zur Lästerung geben. Auch Petrus spricht davon in 1. Petrus 2, Vers 12. Alle Referenzen auch im Sendemanuskript zu finden. Wichtig also ist, dass Nehemia das Fehlverhalten keinesfalls beschönigt hat und auch nicht mit der Aufarbeitung gewartet hat. Er hätte ja sagen können: „Wir müssen erst einmal die Mauer zu Ende bauen, es gibt dringende Projekte, das andere kann warten.“ Nein, das Unrecht wurde sofort angegangen.

[6:17] Sobald Nehemia davon erfuhr, hat er sich die Sache angenommen, obwohl währenddessen weiter an der Mauer zu bauen war. Und das zeigt uns, dass es, wenn es darum geht, Unrecht dem Volke Gottes auszurotten, dass wir keinen Aufschub uns leisten können. Vers 10: „Ich und meine Brüder und meine Diener haben ihnen auch Geld und Korn geliehen, wir wollen ihnen doch diese Schuld erlassen.“ Nehemia war selbst involviert in diese Angelegenheit. Er selbst hatte materielle Dinge geliehen und hätte ja ebenfalls aus der Notsituation der Armen ein Profit schlagen können. Das hat er nicht gemacht.

[6:56] Er selbst legt diesen Schuldenschnitt vor, obwohl er weiß, dass das für ihn persönlich finanzielle Einbußen bedeuten würde. Interessant ist, dass Nehemia hier keinen Befehl gibt, sondern lediglich einen Vorschlag macht und mit gutem Beispiel vorangeht. Auch das können wir von ihm lernen. Es reicht nicht aus, nur gute Ideen zu haben, wir müssen selbst auch diese Ideen umsetzen, selbst wenn das für uns persönlich vielleicht finanzielle Einbußen bedeutet.

[7:22] Vers 11: „Gebt ihnen heute noch ihre Äcker, ihre Weinberge, ihre Ölbäume und ihre Häuser zurück, dazu den Hundertsten vom Geld, vom Korn, vom Most und vom Öl, den ihr ihnen auferlegt habt.“ Es war ja so, dass wenn jemand bewusst geraubt hat, sollte er wiederherstellen und noch ein Fünftel dazugeben. Also Nehemia hat das hier nicht als bewussten, sündhaften Raub behandelt, trotzdem war es wichtig, dass alles wieder zurückgegeben werden sollte.

[7:56] Und damit wurde ja genau das ausgeführt, was wir letztes Mal schon angedeutet haben, was Jesaja 58, Vers 6 fordert. In Jesaja 58, Vers 6 heißt es: „Ist nicht das ein Fasten, an dem ich gefallen habe, dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbricht?“ Wir haben das letzte Mal ja schon gezeigt und werden immer wieder auch noch im Laufe dieses Studiums über Nehemia darauf verweisen, wie sehr Nehemia hier auch eine Erfüllung von Jesaja 58 im Ganzen ist.

[8:30] Das gesamte Buch entfaltet so einige Kernideen, die in Jesaja 58 angelegt sind und vorhergesagt sind. Schon Johannes der Täufer hat deutlich gemacht, dass wahre Buße sich immer praktisch zeigen soll. Es reicht also nicht zu sagen: „Oh, es tut uns leid“, sondern es soll dann auch tatsächlich sichtbar werden, dass die Sachen gut gemacht werden.

[8:52] Der Hundertste, der hier erwähnt wird, ist der 1% Zins. Vermutlich, das ist nicht hundertprozentig sicher, aber vermutlich wurde der monatlich abgerechnet, also jeden Monat 1% dazu, was dann so quasi einem Jahreszins von 12% entsprechen würde. Das wäre unter altorientalischen Bedingungen noch vergleichsweise wenig gewesen. Im alten Orient, in Babylon sind manchmal über 30 bis zu 50% Zins und manchmal sogar mehr üblich gewesen. Trotzdem hatte die Bibel das Zinsnehmen und das Wuchereitreiben innerhalb des Volkes Gottes verboten und entsprechend musste auch das wieder rückgängig gemacht werden.

[9:31] Vers 12: „Da sprachen sie: Wir wollen es zurückgeben und nichts von ihnen fordern, sondern es so machen, wie du gesagt hast.“ Und ich rief die Priester herbei und nahm einen Eid von ihnen, dass sie es so machen wollten. Die haben ja die gleiche Reaktion wie schon in Esra 10, als auch dort ein anderer Missstand damals durch Esra, zwölf Jahre zuvor, behoben wurde. Auch dort hatte ja die ganze Gemeinde geantwortet, in Esra 10, Vers 12: „Es soll geschehen, wie du uns gesagt hast.“

[9:59] Und damals war auch ein Schwur von den Ältesten oder von den Vornehmsten genommen worden. Das können wir sehen in Esra 10 und dort Vers 5, da stand Esra auf und er nahm einen Eid von den Obersten der Priester, der Leviten und ganz Israels, dass sie nach diesem Wort handeln wollten und sie schworen. Offensichtlich ist es also wichtig, die Mitarbeiter auch dazu zu verpflichten, zu ihrem Wort zu stehen. Das hat Esra so gemacht, das hat Nehemia so gemacht und wir können dieses Prinzip ableiten auch für uns.

[10:38] Vers 13: „Auch schüttelte ich den Bausch meines Gewandes aus und sprach: So schüttle Gott jedermann von seinem Haus und von seinem Besitztum ab, der dies versprochen hat und nicht ausführt. Ja, so werde er ausgeschüttelt und leer!“ Und die ganze Versammlung sprach: „Amen!“ und sie lobten den Herrn und das Volk handelte nach diesem Wort. Ein weiteres wichtiges Prinzip ist, dass wir in solchen Fällen auch die Konsequenzen geistlicher Untreue deutlich machen müssen. Also Nehemia hat nicht nur gesagt: „Bitte, bitte seid treu“ und hat einen Eid genommen, er hat auch deutlich gezeigt, was die Konsequenzen sind, wenn das doch gebrochen werden sollte.

[11:19] Amen ist eine typische Formulierung als Bestätigung eines Fluches, ist schon in den Büchern Mose als solches belegt. Und die Bibel sagt uns immer wieder, dass wir unsere Gelübde auch erfüllen sollen. In Psalmen haben wir einige Verse aufgeschrieben. Es ist wichtig, dass das, was wir versprochen haben, auch tatsächlich tun.

[11:42] In Prediger 5, Vers 4 wird deutlich, dass es besser ist, nichts zu versprechen, als etwas zu versprechen und dann nicht zu halten. Prediger 5, Vers 4: „Es ist besser, dass du nichts gelobst, als dass du etwas gelobst und es nicht erfüllst.“ Von daher war es absolut entscheidend, dass das Volk, das versprochen hatte, jetzt diese Missstände zu bereinigen, auch wirklich danach handeln würde. Und genau das passiert.

[12:05] Auch das Problem, dass Nehemia so kühn angeht, das wird auch tatsächlich schnell und umfassend effizient gelöst. Und Nehemia hat, wie wir letztes Mal schon gesehen haben, dabei keine Scheu gehabt, auch leitende Brüder direkt zu tadeln, obwohl er wusste, dass er sie braucht für die Fortführung des Projektes. Und seine direkte, liebevolle, aber deutliche Art hat dem Fortschritt des Werkes nicht geschadet.

[12:37] Zwischen Vers 14 bis Vers 19 haben wir jetzt einen Einschub, in dem Nehemia, der dieses Buch ja dann später schreibt, deutlich macht, dass dieses Prinzip, das hier diese Geschichte jetzt zum Tragen kommt, ein Prinzip war, das er grundsätzlich in seinem Leben gezeigt hat und dass er über Jahre hinweg dem Volk als Vorbild vorgelebt hat. Und so gehen jetzt diese nächsten Verse also ein bisschen aus der direkten Erzählung dieser Mauerbaugeschichte heraus und zeigen in einem Exkurs, wie Nehemia grundsätzlich gehandelt hat, nach welchen Prinzipien er sich gerichtet hat.

[13:15] Es heißt in Vers 14: „Auch habe ich von der Zeit an, da mir befohlen wurde, im Land Juda ihr Stadthalter zu sein, nämlich vom 20. Jahr bis zum 32. Jahr des Königs Artaxerxes, das sind zwölf Jahre für mich und meine Brüder, nicht den Unterhalt eines Stadthalters beansprucht.“ Also vom 20. Jahr, das ist der Herbst 445 bis Herbst 444, das ist ja das Jahr, in dem jetzt erstmal hier unsere Geschichte spielt, bis zum 32. Jahr, das wäre dann das Jahr 433 bis zum Herbst 432.

[13:43] Nehemia ist hier vielleicht auch ein Vorbild für Paulus gewesen, der auch sagt, dass er auf sein Recht verzichtet hat, materielle Unterstützung einzufordern, um ein Vorbild für das Volk zu sein. Paulus macht diesen Punkt ja sowohl gegenüber den Thessalonichern als auch gegenüber den Korinthern, dass er sagt, er hätte vom Evangelium einfach leben können. Er hätte ein Recht gehabt zu fordern, dass die Gläubigen ihn finanziell unterstützen. Das hat er allerdings nicht getan.

[14:12] Er hat darauf verzichtet, zehnten Gelder anzunehmen, um sozusagen der Verkündung des Evangeliums, weil er ja in gewisser Weise auch selbst unterhaltender Missionar gewesen ist, um der Verkündung des Evangeliums keinen Anstoß zu geben. Er hat natürlich gerne auch materielle Spenden entgegengenommen, wenn sie dann freiwillig ihm gebracht worden sind, hat aber dann auch, wenn es nicht der Fall gewesen ist, auch mit eigenen Händen gearbeitet.

[14:34] Das Stadthalter materiell versorgt wurden war üblich, das lesen wir in Esra 4, Vers 14, und ist auch nicht gegen Gottes Willen. In Römer 13, Vers 6 und 7 wird ganz deutlich, dass wir als Untertanen in einem Staat, als Bürger eines Staates uns finanziell beteiligen müssen daran, dass der Staat durch seine Organe, durch seine Bediensteten die öffentliche Ordnung aufrechterhält. Das heißt es in Vers 6 und 7: „Deshalb zahlt er ja auch Steuern, denn sie sind Gottesdiener. Das sind die Obrigkeiten, die eben dazu beständig tätig sind. So gebt nun jedermann, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer; Zoll, dem der Zoll; Furcht, dem die Furcht; Ehre, dem die Ehre gebührt.“

[15:17] Es wäre also nicht gegen Gottes Wort gewesen, wenn Nehemia hier entsprechend den Unterhalt eines Stadthalters gefordert hätte. Aber er verzichtet freiwillig auf sein Recht, so wie Paulus im Neuen Testament und als allerbestes Beispiel natürlich so wie Jesus selbst, der etwas Gutes, nämlich seinen Thron im Himmel, eingetauscht hat gegen ein Leben als Knecht hier auf der Erde, der auf sein Recht, im Himmel zu sein und dort herrschen zu können, verzichtet hat, um uns ein Vorbild zu geben.

[15:58] Lektion, die wir daraus lernen können ist: Wenn du auf deine Rechte freiwillig verzichtest, wirst du einen positiven Einfluss ausüben, viel mehr als wenn du das nicht tust. Vers 15: „Denn die früheren Stadthalter, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk bedrückt und von ihnen Brot und Wein genommen, dazu 40 Schekel Silber. Auch ihre Diener herrschten willkürlich über das Volk. Ich aber mache das nicht so, um der Furcht Gottes willen.“

[16:22] 40 Schekel Silber sind 480 Gramm, das wäre nach heutigem Silberpreis etwa um die 235 Euro. Interessant ist hier ein Prinzip, das wir sehen können, nämlich, dass die Diener der Stadthalter willkürlich geherrscht haben, weil sie gesehen haben, wie die Stadthalter das Volk bedrückt haben. Also Leitungsprinzipien werden von den Unterbediensteten sozusagen, von denen, die in den unteren Levels Leitungsfunktionen ausüben, imitiert.

[16:52] Und das sollte uns wirklich zu denken geben, wenn wir Mitarbeiter haben oder wenn wir in einer Gemeinde, wenn es Menschen sind, die sozusagen in der Hierarchie der Gemeindestruktur etwas weiter unten sind, aber von uns Leitungsprinzipien sehen, die nicht gut sind, werden sich diese Prinzipien verbreiten, weil sie imitiert werden. Interessant ist, dass Nehemia wieder hier auf die Furcht Gottes Bezug nimmt, die er ja schon in Vers 9 erwähnt hat.

[17:24] Und von der wir gesehen haben, dass es auch dabei um das praktische Leben geht. Die Sprüche 16, Vers 6 sagt, dass man durch die Furcht des Herrn vom Bösen weicht. Also nicht nur eine richtige Theologie hat und ein eigenes, inneres Vertrauen zu Gott, sondern dass man auch tatsächlich böse Taten und eigennütziges Handeln meidet. Ellen White sagt uns, dass in seinem Werk Nehemia immer die Ehre und die Herrlichkeit Gottes im Blick gehabt hat.

[17:51] Vers 16: „Auch habe ich am Wiederaufbau der Mauer gearbeitet, ohne dass wir Grundbesitz erwarben. Und alle meine Diener kamen dort zur Arbeit zusammen, wie wir schon gesehen haben.“ Nehemia hat sich selbst beteiligt. Er hat an vorderster Front mitgearbeitet und hat keinen eigenen Vorteil für sich in Anspruch genommen, so ähnlich wie Mose, der ebenfalls nicht einen einzigen Esel vom Volk Israel bekommen hat.

[18:20] Und so auch Paulus, der uns sagt in Apostelgeschichte 20 und dort Vers 33: „Silber oder Gold oder Kleidung habe ich von niemand begehrt.“ Nehemia war ein echtes Vorbild. Jeder konnte sich mit ihm identifizieren. Wichtig ist es, dass wir niemals, wo immer Gott uns hinstellt im Werk Gottes, in einer kleinen oder großen Verantwortung, dass wir niemals die Position, die uns gegeben ist, die Vertrauensstellung, niemals ausnutzen für unseren eigenen persönlichen Vorteil. Wenn wir das tun, dann zerstören wir alles Gute, was wir sonst tun würden.

[18:59] Vers 17: „Dazu aßen die Juden, sowohl die Vorsteher, 150 Mann, als auch die, welche von den Heiden aus der Umgebung zu uns kamen, an meinem Tisch.“ Im Gegenteil, Nehemia hat nicht nur darauf verzichtet, Vorteile für sich herauszuschlagen, nein, er hat sogar aus eigenen Ressourcen andere noch unterstützt. Die Idee, dass hier 150 Mann an seinem Tisch saßen, ist natürlich als Metapher zu verstehen.

[19:38] Wir lesen von den Balzpriestern und Ascherapriestern, dass sie alle von der Tafel von Isebel gelebt haben, was natürlich einfach nur symbolisch bedeutet, dass sie ihre Unterstützung, ihre Nahrung, ihr Essen, ihre Essensration vom Königspalast bekommen haben. Werden aufgefordert, von Paulus gastfrei zu sein und freiwillig Gastfreundschaft zu üben, so auch von Petrus. Und deswegen müssen wir auch hier das Prinzip mitnehmen, auch als Leiter, immer andere nach unseren Möglichkeiten zu unterstützen.

[20:04] Interessant ist, ein bisschen zu sehen, was Ellen White über diesen ganzen Komplex hier von Nehemia 5 zu sagen hat. Sie sagt nämlich: „Die Stadtmauer Jerusalems war noch nicht vollendet. Bei der unsicheren Lage des Landes war die Bodenbestellung ziemlich vernachlässigt worden. Außerdem ruhte Gottes Segen nicht auf dem Land, weil einige Rückkehrer nach Judäa sich selbstsüchtig verhalten hatten und so herrschte Mangel an Getreide. Das Elend der Armen vergrößerte sich noch dadurch, dass die wohlhabenderen Juden deren Not ausgenutzt und sich auf diese Weise selbst bereichert hatten.“

[20:46] „Würde man in der Verwendung dieser Gaben für die Armenhilfe und für andere wohltätige Zwecke treu gewesen sein, wäre dem Volk die Wahrheit vom umfassenden Eigentumsrecht Gottes im Bewusstsein geblieben und es hätte seine Möglichkeit, Vermittler des Segens zu sein, deutlich erkannt.“ Hier spricht Ellen White davon, dass es bestimmte Regeln gab in den Büchern Mose, wie zum Beispiel der Zehnte, der jedes dritte Jahr für die Armen ausgegeben werden sollte, als auch die Brachlegung der Äcker in jedem siebten Jahr, wo die Armen hätten davon profitieren können. All diese Dinge waren vernachlässigt worden und dadurch kam es überhaupt erst zu dieser angespannten Situation.

[21:23] Und wir lesen hier weiter: „Als Nehemia von dieser grausamen Unterdrückung hörte, wurde er sehr unwillig. Mit der ihm eigenen Energie und Entschlossenheit ging er ans Werk, um seinen Brüdern Erleichterung zu verschaffen.“ Interessant, wie sie sagt, diese Energie und Entschlossenheit, die ihm ganz eigen war. Die Unterdrücker waren wohlhabende Männer, deren Unterstützung beim Wiederaufbauwerk der Stadt sehr benötigt wurde, doch diese Tatsache beeinflusste Nehemia nicht einen Augenblick. Er hat nicht mal darüber nachgedacht, dass das irgendwie ihn abhalten sollte.

[21:53] Scharf tadelte er die Vornehmen und die Ratsherren und nachdem er eine große Volksversammlung einberufen hatte, hielt er angesichts eines solchen Verhaltens die Forderung Gottes vor. Und dann heißt es hier: „Nehemia und andere hatten einige der Juden, die bereits an die Heiden verkauft worden waren, wieder freigekauft. Nun verglich er dieses Handeln mit dem Verhalten jener, die um irdischen Gewinn willen ihre Brüder versklavten.“

[22:12] Nehemia zeigte ihnen, dass er selbst große Abgaben für seinen persönlichen Nutzen hätte fordern können, dass er vom persischen König mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet worden war, doch habe er nicht einmal das genommen, was ihm rechtmäßig gehörte, sondern habe reichlich gegeben, um den Armen in ihrer Not zu helfen. Nehemia hat also dieses grundlegende Prinzip, das jetzt in Vers 14 bis 19 hier beschreibt, tatsächlich grundsätzlich so ausgelebt und konnte deswegen auch in der Krise in Kapitel 5, als plötzlich der Weiterbau durch diesen internen Streit in Gefahr zu geraten schien, diese Krise konnte er sofort mit Energie anpacken, weil er selbst wusste, dass durch sein Verhalten er ein echtes Beispiel gewesen ist.

[22:54] Zurück zu diesem kleinen Exkurs hier in Vers 18 heißt es: „Und man bereitete mir täglich einen Ochsen zu, sechs auserlesene Schafe, Geflügel und alle zehn Tage eine Menge verschiedener Weinsorten. Für all dies forderte ich nicht den Unterhalt des Stadthalters, denn der Dienst lastete schwer auf diesem Volk.“ Natürlich sind diese Rationen nicht mehr das, was man bei Salomo noch liest, der täglich 30 Rinder und 100 Schafe neben Hirschen und Gazellen hatte. Auch das Volk ist ja viel kleiner als zur Zeit von Salomo.

[23:36] Und die Bibel sagt uns, dass der Gerechte barmherzig ist und gibt. Interessant ist hier, wie Nehemia mit einem wirklichen Blick als treuer Führer des Volkes, mit einem Blick für die Sorgen und Nöte des Volkes hier sagt: „Denn der Dienst lastete schwer auf diesem Volk.“ Habe eine Auge für die Lasten und Schwierigkeiten, die in deiner Gemeinde von dem Volk Gottes, von den Geschwistern getragen werden.

[23:57] Vers 19: „Gedenke, mein Gott, mir zum Guten an all das, was ich für dieses Volk getan habe.“ Was bedeutet das? Gedenke, mein Gott, mir zum Guten. In Psalm 106, Vers 4 haben wir eine ganz ähnliche Wendung. Psalm 106 und dort Vers 4, da heißt es: „Gedenke an mich, oh Herr, aus Gnade gegen dein Volk, suche mich heim mit deiner Rettung.“

[24:33] Es geht hier also nicht darum, dass Nehemia irgendwie sagt: „Ich habe das und das und das getan. Deswegen, Gott, habe ich jetzt einen Lohn, den ich erwarten kann. Ich habe irgendwie ein Anrecht auf Segnung.“ Nein, es geht darum, dass Nehemia sich von der Gnade Gottes abhängig macht und von seiner Rettung. Mit anderen Worten, er, der das Recht gehabt hätte, vom Volk unterstützt zu werden, verzichtet darauf, um dem Volke ein Beispiel zu geben, um das Volk nicht weiter zu unterdrücken, weil es dem Volk ohnehin so schlecht geht und verlässt sich viel mehr darauf, dass Gott nach seiner Gnade und nach seinem Erbarmen mit seiner Rettung ihm helfen wird.

[25:15] Er hat aus Glauben gelebt und das, was hier auf den ersten Moment, vielleicht auf den ersten Blick so aussieht wie so ein bisschen Werksgerechtigkeit, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seines echten tiefen Glaubens, dass Gott in seiner Gnade für all das sorgen wird, was er Nehemia braucht. Und wir lesen in der Bibel immer wieder, dass selbstloser Dienst am Nächsten auch tatsächlich belohnt werden wird. Das ist eines der großen Punkte.

[25:38] In Matthäus 25, wenn die Schafe von den Böcken getrennt werden, ist der selbstlose Dienst am Nächsten, der dazu führt, dass die Treuen in die Ewigkeit eingehen können. Gott belohnt Gehorsam. Und selbst wenn wir nur Kleinigkeiten tun, wie Matthäus 10, Vers 42, und sagt, dort heißt es: „Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher mit kaltem Wasser zu trinken gibt, weil er ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch, der wird seinen Lohn nicht verlieren.“

[26:09] Nehemia hat er nicht nur einen kleinen Becher mit Wasser weitergegeben, sondern ganz gewaltig hier für sehr viele Menschen gesorgt. Und entsprechend darf er sich auch einen großen Lohn freuen. Vertraue darauf, dass Gott dir den Lohn geben wird. Du musst dich nicht von Menschen abhängig machen, sondern Gott wird uns reichlich lohnen, wenn wir uns aus Liebe zu ihm und zum Nächsten uns freiwillig hingeben.

[26:31] Kapitel 6, Vers 1: „Und es geschah, als Sanballat, Tobias und Geschem, der Araber, und unsere übrigen Feinde erfuhren, dass sich die Mauern gebaut und dass keine Lücke mehr daran war, obwohl ich zu jener Zeit die Türflügel noch nicht in die Tore eingehängt hatte.“ Jetzt nehmen wir die eigentliche Geschichte vom Mauerbau wieder auf, nach diesem kleinen Exkurs über die Grundsätze Nehemias. Das Werk schreitet also voran, trotz der internen Schwierigkeiten, die konnten das nicht aufhalten.

[26:55] Und die Türflügel sind zwar noch nicht in den Toren, Ausnahmen sind hier wahrscheinlich das Schaftor, das Fischtor und das Aldetor, wo schon in Nehemia 3 gesagt wird, dass die Torflügel dort schon eingesetzt worden waren. Jetzt nimmt also das Werk so viel Gestalt an, dass die Feinde fürchten, ihre Ziele nicht mehr erreichen zu können.

[27:18] Vers 2: „Da sandten Sanballat und Geschem zu mir und ließen mir sagen: Komm und lass uns in den Dörfern in der Ebene Ono zusammenkommen. Sie hatten aber im Sinn, mir Böses anzutun.“ Die fünfte Stufe des Widerstandes ist geheuchelte Friedensverhandlung. Als Druck und Spott und Zorn und dann sogar geheime Kriegsverschwörungen nicht nützen, wird jetzt plötzlich Kompromiss vorgeschlagen. Nehemia soll aus Jerusalem gelockt werden.

[27:45] Die Bibel sagt immer wieder, dass Gottlose sich Pläne gegen die Gerechten ausdenken. Entsprechend handeln ja auch die Pharisäer im Neuen Testament. Vers 3: „Da sandte ich Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: Ich habe ein großes Werk zu verrichten, darum kann ich nicht hinabkommen. Warum sollte das Werk still stehen, wenn ich es ruhen lasse und zu euch hinabkomme?“

[28:11] Ganz wichtig ist es, dass wir nicht jedem Wort glauben, sondern auf unsere Schritte achten. So sagt es Sprüche 14, Vers 15. Jesus sagt den Jüngern, er schicke sie wie Schafe unter die Wölfe. Sie sollten schlau sein, natürlich harmlos wie die Tauben, aber schlau wie und klug wie die Schlangen. Das Werk Gottes darf nicht unterbrochen werden, auch nicht für vermeintliche Friedensgespräche.

[28:34] Vers 4: „Sie ließen mir aber viermal das Gleiche sagen und ich gab ihnen die gleiche Antwort.“ Eine Versuchung kommt selten allein, sondern manchmal versucht der Satan, indem er immer wieder dieselben Versuchungen bringt, uns irgendwie mürbe zu machen, sodass sie am Ende irgendwie aus Ermüdung, Erschöpfung dann vielleicht doch zusagen. Was beim ersten Mal falsch ist, ist auch beim vierten Mal falsch. Lass dich durch die Wiederholung nicht täuschen.

[29:01] Vers 5: „Da ließ mich Sanballat zum fünften Mal, mir Sanballat zum fünften Mal das Gleiche durch seinen Diener sagen. Der kam mit einem offenen Brief in der Hand.“ Das ist nun sehr ungewöhnlich, denn Briefe waren im alten Orient normalerweise immer versiegelt. Das sollte also andeuten, dass die Botschaft schon von allen gelesen ist und überall bekannt gemacht worden ist, was allerdings nur eine Finte war, wie wir noch sehen werden.

[29:22] Wir können hier einige wichtige Prinzipien ableiten für unser Leben und für unser Werk in der Gemeinde Gottes. Unternehmen es Männer, die beschäftigt sind, die Bibelwahrheit fortzuführen und zu verteidigen, die Torheit und Unbeständigkeit derer zu untersuchen und hervorzuheben, die in unaufrichtiger Weise die Wahrheit Gottes zur Lüge machen, dann wird Satan genügend Widersacher erwecken, um ihre Federn beständig beschäftigt zu halten, während andere Zweige des Werkes darunter leiden müssen.

[29:52] Was sie sagt ist: Wenn wir anfangen, alle Irrtümer aufzudecken, die es gibt, auch von Leuten, die offensichtlich unbelehrbar sind, dann wird Satan das erkennen und uns ständig nur beschäftigen und wir werden das eigentlich, was wir tun müssen, nicht mehr tun können. Das ist ein wichtiges Prinzip, das wir lernen sollten. Sie sagt weiter: „Wir müssen mehr vom Geiste derer besitzen, welche die Mauern Jerusalems bauten. Wir haben ein großes Werk zu tun und können nicht hinunterkommen.“

[30:20] Kann Satan die Arbeiter veranlassen, die Einwände ihrer Gegner zu beantworten und sie dadurch vom wichtigsten aller Werke für diese Zeit abhalten, dann hat er seinen Zweck erreicht. Mehr Ellen White Zitate auch auf Englisch hier, könnt ihr dann im Sendemanuskript nachlesen.

[30:38] Vers 6: „Darin stand geschrieben: Unter den Völkern verläutert und Geschem sagt, dass du mitsamt den Juden einen Aufstand vor hast, darum würdest du die Mauer bauen und du wolltest ihr König sein, so sagt man.“ Dieses Argument, Nehemia würde gegen Artaxerxes rebellieren wollen, das hatte man ja von Anfang an vorgeworfen. Nehemia 2, Vers 19 lesen wir, dass sie am Ende hier fragen: „Was hat das zu bedeuten, was ihr euch da vornehmt? Wollt ihr euch gegen den König auflehnen?“

[31:07] Im Grunde genommen war es die Wiederaufnahme des Arguments, das schon Rehum und die Samaritaner mit Erfolg zur Zeit von Serubbabel verwendet haben, um den falschen Barbiya, den Gaumata dazu zu bringen, den Tempelbau zwischenzeitlich zu stoppen. Interessant ist, dass wir dasselbe Argument wieder bei den Führern Israels, den jüdischen Gelehrten und Schriftgelehrten und Pharisäern usw. in Lukas 23 finden, als sie versuchen, die römische Oberhoheit, also den Pilatus, auf deutsch gesagt, gegen Jesus zu bringen.

[31:36] Es heißt in Lukas 23, Vers 2: „Sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sprachen: Wir haben gefunden, dass dieser das Volk verführt und es davon abhalten will, dem Kaiser die Steuer zu zahlen. Er behauptet, er sei Christus, der König.“ Also ganz interessant, wie der Satan immer wieder bestimmte Argumente verwendet, zur Zeit von Serubbabel, zur Zeit von Nehemia und jetzt hier zur Zeit von Jesus.

[32:09] Jesus selbst ist angeklagt worden vor dem Stadthalter Roms, dass er angeblich sich zum König krönen lassen wollte und damit dem römischen Reich schaden wolle, eine Rebellion gegen Rom anzetteln wollte. Genau das Argument wird hier mehr als 400 Jahre zuvor gegen Nehemia als Intrige gebraucht.

[32:30] Wir finden in der Bibel, dass Nehemia verleumdet worden ist. Jesus sagt, dass die Gläubigen alle verleumdet werden. Wir sollen uns freuen und jubeln, wenn Menschen lügnerisch jegliches böse Wort gegen uns reden. Die Urchristen wurden verleumdet. Paulus gibt ein Beispiel in Römer 3, Vers 8 und Petrus sagt uns interessanterweise in 1. Petrus 3 und dort Vers 16.

[32:57] 1. Petrus 3 und dort Vers 16, da heißt es: „Und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, zu Schanden werden, in dem, worin sie euch als Übeltäter verleumden mögen.“ Wir werden zwar es nicht vermeiden können, dass Leute uns verleumden und verlästern, aber wir können durch einen guten Charakter, durch ein Leben mit Jesus den Aufrichtigen und Unentschlossenen zeigen, dass diese Verleumdungen, diese Intrigen, diese Gerüchte falsch sind.

[33:30] Vers 7: „Und du hättest dir auch Propheten bestellt, die von dir in Jerusalem aussuchen und sagen sollen: Er ist König von Juda. Nun wird der König diese Gerüchte hören. Darum kommen wir, wollen miteinander beraten.“ In den Sprüchen wird vor dem Hasser gewarnt, der sich verstellt und sich in schöne Worte der Täuschung hüllt. Dem Nehemia wird hier unterstellt, er würde so handeln wie Absalom, der das damals tatsächlich so gemacht hat, als er gegen David rebelliert hat und solche Dinge hat ausrufen lassen.

[34:04] Und interessant ist, dass der Satan oft falsche Dinge behauptet, in der Hoffnung, dass der Gläubige beim Versuch der Entgegnung sich von seiner eigentlichen Aufgabe entfernt. Vers 8: „Ich aber sandte zu ihm und ließ ihm sagen: Nichts von dem, was du sagst, ist geschehen, aus seinem eigenen Herzen hast du es erdacht.“

[34:23] Wir können lernen: Falsche Anschuldigungen müssen kurz, knapp und deutlich zurückgewiesen werden und dann muss das Werk weitergehen. Auch Paulus hat seine Unschuld beteuert. Wir sehen das mehrmals in der Apostelgeschichte. Und Vers 9: „Denn sie alle wollten uns furchtsam machen und dachten, ihre Hände werden schon ablassen von dem Werk und es wird nicht vollendet werden.“

[34:46] Nun aber stärke du meine Hände. Das ist dieser Ausruf quasi als Gebet inmitten dieser Erzählung. Als der militärische Druck nicht funktioniert hat, als man gemerkt hat, man wird diese Stadt nicht einfach so militärisch einnehmen können, weil Nehemia diese militärischen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen hatte, hat man versucht, das Volk zu entmutigen und ihm Angst einzuflößen. Das war eine Taktik, die die Assyrer schon in 2. Chronik 32, Vers 18 anzuwenden versucht haben.

[35:07] Satan arbeitet mit Einschüchterung. Das muss uns sein, wenn wir im Werk Gottes arbeiten. Aber es ist Christus, durch den wir alles vermögen. Er ist unsere Stärke und Gott stärkt völlig. So sagt es 1. Petrus 5, Vers 10. Deswegen dürfen wir uns und müssen wir uns an Gott wenden, um gestärkt zu werden.

[35:35] Vers 10: „Und ich kam in das Haus Kehamjas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabels.“ Es wird jetzt noch dramatischer. „Ich kam in das Haus Kehamjas, des Sohnes Delajas, des Sohnes Mehetabels. Der hatte sich eingeschlossen und sprach: Wir wollen zusammenkommen im Haus Gottes, im Inneren des Tempels und die Türflügel des Tempels schließen, denn sie werden kommen, um dich umzubringen. Und zwar werden sie bei Nacht kommen, um dich umzubringen.“

[35:55] Der Angriff wird noch subtiler, weil jetzt wird er durch eigene Landsleute vorgetragen. Reißende Wölfe in Schafskleidern, vor denen hat schon Jesus gewarnt in Matthäus 7, Vers 15. Kehaja schließt sich ein und will damit den Eindruck erwecken, dass er sich selbst fürchte, dass die Gefahr also wirklich real ist und er gibt den Rat, du musst Schutz suchen und diesem Rat will er noch größeren Nachdruck dadurch verleihen, dass er selbst auch Schutz gesucht hat. Aber nicht jeder, der vorgibt, an deinem Wohlergehen Interesse zu haben, ist wirklich um dich besorgt.

[36:29] Vers 11: „Ich aber sprach: Sollte ein Mann wie ich fliehen? Und wie könnte ein Mann wie ich in den Tempel gehen und am Leben bleiben? Ich werde nicht hineingehen.“ Schon in Vers 3 hatte ja Nehemia mit rhetorischen Fragen geantwortet, denn er erkennt, was hier passiert. In Vers 12: „Denn siehe, ich merkte wohl, nicht Gott hatte ihn gesandt, sondern er sprach diese Weissagung über mich, weil Tobia und Sanballat ihn angeworben hatten.“

[36:54] Also Kehaja hatte das Ganze mit prophetischem Anspruch verkündigt. Er hatte also den Eindruck, er wäre ein Prophet und da er die Unwahrheit gesagt hat, war er ein falscher Prophet. Hier haben wir die sechste Stufe des Widerstandes, nämlich die Infiltration der Verführung in das Volk Gottes hinein. Menschen im Volk Gottes sagen jetzt die Dinge, die eigentlich die Feinde wollen und die den Feinden nützen. Aber Nehemia hatte geistliches Unterscheidungsvermögen, um auch diese Attacke abwehren zu können.

[37:24] Falsche Propheten, selbsternannte Propheten sind im Alten Testament keine Seltenheit. Wir lesen in Jeremia und Hesekiel davon. Und auch im Neuen Testament wird von Johannes davon berichtet, dass es diese falschen Propheten gab. Jeremia hat auch den falschen Propheten Hanani direkt identifiziert und ihn getadelt, dass falsche Propheten für Geld gearbeitet haben, wissen wir aus Micha 3, aus Hesekiel 13, 19 und so weiter.

[37:55] Vers 13: „Und zwar war er zu dem Zweck angeworben worden, dass ich in Furcht geraten und dementsprechend handeln und mich versündigen sollte, damit sie meinen Namen verunglimpfen und mich verlästern könnten.“ Also hier sehen wir jetzt eine sehr interessante Sache. Es war ein ausgeklügelter Plan, den Sanballat und Tobia sich überlegt hatten und das kurz vor der Fertigstellung der Mauer, die ja gleich jetzt kommen wird.

[38:24] Sie hatten einen Juden bestochen, der sich als Prophet ausgeben sollte und zwar durch Wort und Tat dem Ganzen Nachdruck verleihen sollte, der eine vermeintliche Botschaft von Gott zu Nehemia bringen sollte, die darin bestanden hat, dass er angeblich in großer Gefahr wäre und seine Sicherheit es notwendig machen würde, im Tempel sich einzuschließen. Wenn Nehemia dem nachgekommen wäre, dann hätte er Gottes Gebot übertreten, denn nur Priester dürfen in den Tempel hinein und das hätten dann die Feinde publik gemacht.

[38:52] Sie hätten diese Sünde ausgebreitet und hätten damit die Autoritäten Nehemias vor dem Volk untergraben, das sich ohnehin gefragt hätte, was man von einem Führer halten soll, der sich selbst einschließt und das Volk alleine lässt. Deswegen sagt uns Jesaja 51, dass wir uns nicht vor dem Schmähen der Menschen fürchten sollen, denn wenn wir Menschen fürchten, dann haben wir vergessen, dass Gott da ist. Wir sollen nicht die fürchten, die nur den Leib töten können, sagt Jesus Matthäus 10, Vers 28.

[39:17] Gott hat Jeremia gesagt, dass wenn er vor Menschen verzagt wird, Gott selbst ihn vor ihnen verzagt machen. Und 2. Timotheus 1, Vers 7 sagt uns, dass Gott uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben hat. Wir müssen lernen, wenn wir dieses Werk zum Abschluss bringen wollen, dass wir auf Widerstand stoßen und dass Leute uns Angst machen, uns einschüchtern und uns damit von unserer Pflicht abbringen wollen.

[39:32] Vers 14: „Gedenke, mein Gott, dem Tobia und dem Sanballat nach diesen ihren Werken, auch der Propheten Noadia und den anderen Propheten, die mir Furcht einjagen wollten.“ Hier mit dem Kontrast zu Kapitel 5, Vers 19. Dort hatte Nehemia gesagt: „Gedenke, mein Gott, mir zum Guten an all das, was ich für dieses Volk getan habe.“ Jeder bekommt nach seinen Werken, beziehungsweise hier sieht man sehr schön deutlich, auch nach seinen Intentionen, nach seinen Gedanken, denn manches von dem, was sich hier Tobia und Sanballat überlegt hatten, ist ja am Ende gar nicht eingetroffen, weil Nehemia gar nicht darauf eingegangen ist.

[40:13] Aber wie Nehemia schon in Kapitel 4, Vers 4 und 5 ausgerufen hat, diese unfairen Intrigen müssen gerecht bestraft werden. Natürlich hätte es auch Vergebung für Sanballat und Tobia gegeben, wenn sie wirklich sich von Herzen bekehrt hätten. Aber ohne diese Bekehrung werden diese Sünden auf ihnen bleiben und sie werden dann entsprechend dafür gerichtet werden.

[40:38] Es gab hier offensichtlich eine ganze Reihe falscher Propheten, auch eine falsche Prophetin, Noadia, die heißt mit Namen eigentlich ein Treffen mit dem Herrn. Und wir lernen, so mancher Gegner des Werkes Gottes gibt vor, besonders für Gott zu sprechen. Nicht alle, die den Namen Gottes im Mund führen und sich sehr für die Sicherheit und für das Wohl eines Gläubigen aussprechen, sind wirklich daran interessiert, dass es diesem Gläubigen geistlich gut geht und sind manchmal einfach nur die bewussten oder vielleicht auch mal unbewussten Instrumente in der Hand Satans.

[41:13] Interessant ist jetzt, dass die Bibel uns sagt, dass auch am Ende der Zeit in Offenbarung ein falscher Prophet auftreten wird, dort natürlich jetzt symbolisch für eine Weltmacht, die dem Volk Gottes Furcht einjagen wird. Offenbarung 19, Vers 20 lesen wir: „Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahm und die sein Bild anbeteten. Die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.“

[41:48] Dieser falsche Prophet, der diese Zeichen tut, ist natürlich das zweite Tier aus Offenbarung 13, die wir als die USA und dort vor allem den abgefallenen Protestantismus dann in dem Bild des Tieres identifizieren, der versuchen wird, mit dem Staat eine Einheit zu bilden und dann durch staatliche Gesetze, religiöse Normen versucht, eins zu fordern und Druck ausübt auf Gottes Gebote haltendes Volk.

[42:03] Wir lesen in Vers 15: „Es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn und dass niemand kaufen oder verkaufen kann, also der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.“ Hier wird Druck ausgeübt, hier wird Angst eingeflößt durch den falschen Propheten. Kurz vor Abschluss des Werkes eine interessante Parallele, von der hier nicht mehr einen wirklich interessanten Typus bildet.

[42:38] Vers 15: „Und die Mauer wurde fertig am 25. Tag des Monats Elul, in 52 Tagen.“ Das ist eine der ganz großen Verse dieses Buches, eigentlich dieser beiden Bücher, eine der großen Verse der ganzen Bibel. 142 Jahre war die Mauer zerstört gewesen. Das Werk hatte vor 90 Jahren begonnen, war lange Zeit schwer vernachlässigt worden und es wird in, und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, in 52 Tagen vollendet.

[43:17] Was scheinbar sehr lange braucht im Werk Gottes, könnte in sehr kurzer Zeit getan werden. Ich glaube, das ist eine der wesentlichen Lektionen, die wir alle, ich und du und wir alle, die wir das hören und studieren, mitnehmen müssen aus dem Buch Nehemia. Wir glauben vielleicht, weil es bisher immer so lange gedauert hat, wird es auch noch lange weiter dauern, aber das Werk Gottes kann in Kürze vollendet werden, wenn genau das passiert, was hier im Buch Nehemia passiert und wir müssen lediglich dafür sorgen, dass wir mit derselben Einstellung wie Nehemia, mit denselben Gedanken wie Nehemia und mit derselben Hingabe wie Nehemia, das tun, was Gott von uns verlangt und er kann dasselbe für uns tun, was er für Nehemia getan hat.

[44:00] Gott wartet auf Menschen, die ihn beim Wort nehmen, so wie Nehemia das getan hat. Ich möchte mich entscheiden, das zu tun. Wie steht es mit dir? Vers. Interessant ist hier auch, dass der Monat Elul der sechste Monat, August, September ist. Der 25. Elul war wohl der 21. September 444 v. Chr. Das heißt, der Bau hatte wohl Ende Juli begonnen, also Ende Juli, dann den ganzen August und auch den ganzen September. Das sind einige der heißesten Monate in Israel. Man hatte nicht gewartet, bis eine angenehmere Jahreszeit kam.

[44:41] Sobald Nehemia da war, der ja im Frühjahr noch bei Artaxerxes in Susa gewesen war, sobald er dann im Sommer angekommen war, sich alles angeschaut hat, hatte man sofort angefangen. Man hätte ja sagen können: „Jetzt hat es so viele Jahre gedauert, wir warten mal bis in den Herbst oder so, wenn die Temperaturen etwas angenehmer sind.“ Nein, man hat in der Sommerhitze begonnen und in der Sommerhitze noch vollendet. Wer auf Gottes Wort vertraut, wird Erfolg haben. Und genau das sehen wir hier.

[45:00] Nun, das Werk war noch nicht vollständig beendet, denn die Mauer war zwar gebaut, die Tore waren dann irgendwann auch eingesetzt, die wir gleich lesen werden, aber ein großer Teil der Stadt lag noch immer in Trümmern. Das Buch endet nicht hier und das ist der Grund, warum, obwohl wir jetzt hier schon die Mauer vollendet sehen, wir noch fünf Folgen haben werden, um dieses Buch Nehemia zu studieren.

[45:19] Vers 16: „Und es geschah, als alle unsere Feinde dies hörten und alle Heiden rings um uns her dies sahen, da entfiel ihnen aller Mut, denn sie erkannten, dass dieses Werk von unserem Gott getan worden war.“ Angesichts der Umstände war es offensichtlich, selbst für die Feinde, dass Gottes Gott hier gewirkt hatte. Es ist Gott, der den Widerstand der Feinde auf beeindruckende Weise gebrochen hatte.

[45:46] Die Ägypter haben irgendwann erkannt, als sie im Roten Meer stecken blieben, dass Gott für Israel kämpft. Bileam hat erkannt, dass gegen Gott keine Magie funktioniert. Die Amoriter und Kanaaniter verzagten angesichts der Wunder Gottes für Israel und auch die Feinde Gottes der Endzeit werden erkennen, dass Gott eingreift und sein Werk in Kürze zum Abschluss bringt.

[46:06] Vers 17: „Auch ließen zu jener Zeit die vornehmsten Juden viele Briefe an Tobia abgehen und auch von Tobia gelangten solche von ihnen.“ Hier ist man völlig baff. Man würde denken, die Mauer ist vollendet, die Feinde sind entmutigt, das Volk Gottes steht wie eine Eins. Das ist nicht der Fall. Viele Leiter der Juden halten es richtig, jetzt wo die Mauer vollendet ist und die Feinde selbst nicht mehr weiter wissen, immer noch mit den Feinden jetzt im Austausch zu stehen.

[46:37] Im sichtbaren Volk gibt es immer solche, im sichtbaren Volk Gottes gibt es immer solche, die bewusst oder unbewusst mit feindlichen Kräften in Verbindung stehen. Es waren ja auch einige der Vornehmsten, die die Brüder unterdrückt hatten und sich dadurch schuldig gemacht haben.

[46:47] Vers 18: „Denn es waren viele Juden, die mit ihm verschworen waren, weil er der Schwiegersohn Schemajas des Sohnes Arachs war und seinen Sohn Johanan die Tochter Mesullams des Sohnes Berechjas zur Frau genommen hatte.“ Hier steckt noch mal was sehr Interessantes drin. Es gibt eine Verschwörung im Volk Gottes. Wir hatten schon die Verschwörung von außen in Nehemia 4, Vers 2, aber hier gibt es Leute im Volk Gottes, die verschworen sind und einen Kurs einschlagen wollen, der nicht dem entspricht, der eigentlich Gottes Plan ist.

[47:17] Die denken vielleicht, dass es ganz wichtig ist, mit den Nachbarn, mit den umliegenden Völkern Bündnisse einzugehen für die Sicherheit, aber in Wirklichkeit ist das Abfall und die Parallelen in unserer Zeit, auch im Zeitalter der Ökumene drängen sich förmlich auf. Der Ammoniter Tobia ist mit einer jüdischen Frau verheiratet und hat seinem Sohn eine jüdische Frau ergeben lassen. Das alles ist in direktem Gegensatz zu der Reform, die Esra in Esra 9 und 10 durchgeführt hatte, dass nämlich die Juden sich nicht mit den Heiden verbinden sollten.

[47:55] Hier sehen wir wieder, was die Wurzel ist. Dieses Gebot war übertreten worden, diese Reform war hier nicht umgesetzt worden und entsprechend hat der Feind einen Fuß in der Tür, selbst als die Mauer gebaut ist. Interessant ist, wer ist diese Mesullam, der Sohn Berechjas, der seine Tochter dem Sohn von Tobia gegeben hatte. Wir lesen in Nehemia 3, Vers 4: „Unter ihnen besserte Meremot, der Sohn Urias, des Sohnes des Hakkoz. Neben ihnen besserte Mesullam, der Sohn Berechjas, des Sohnes Meschelabels.“

[48:32] Also jemand, der eine Mauer gebaut hat. Und jetzt kommt es in Vers 30: „Nach ihm besserte Hanania, der Sohn Schelemjas, und Hanun, der sechste Sohn Salafs, einen weiteren Mauerabschnitt aus. Nach ihm besserte Mesullam, der Sohn Berechjas, gegenüber seiner Tempelkammer.“ Dieser Mesullam war einer von denen, die sogar zwei Mauerabschnitte gebaut hatten. Nicht nur war er aktiv im Werk Gottes, er gehörte zu den Alleraktivsten und hat trotzdem seinen Sohn, seine Tochter, dem Sohn der Tobia zur Frau gegeben.

[49:01] Also lernen wir: Leute, die am allermeisten im Werk Gottes arbeiten, sind deswegen nicht automatisch die zuverlässigsten und treuesten Mitarbeiter. Was für eine interessante Lektion, direkt hier aus Nehemia 6, Vers 19.

[49:15] Sie redeten auch von seinen guten Werken von mir und hinterbrachten ihm meine Worte und Tobia sandte Briefe, um mir Furcht einzujagen. Die Verschwörer preisen den Feind, glauben, dass er gar nicht so gefährlich ist, stechen gleichzeitig Informationen zu diesem Feind durch. Und das Ganze natürlich, um eine Verbindung einzugehen, von der Gott sagt, dass diese Verbindung nicht eingegangen werden soll.

[49:43] Interessant ist, dass Nehemia sich sehr für die Armen eingesetzt hat in Nehemia 5, aber in Nehemia 6, als ihm immer wieder hier zugesetzt wird, er seine Autorität nicht dafür einsetzt, diejenigen zu bestrafen, die ihm persönlich schaden. Setze deine Autorität für andere ein, nicht für dich selbst.

[50:02] Ein paar Aussagen von Ellen White noch dazu. „Unter dem Vorwand, einen Ausgleich mit der gegnerischen Partei herbeiführen zu wollen, erbaten sie eine Zusammenkunft mit Nehemia und lockten ihn ein, sich mit ihnen in einem Dorf auf der Ebene von Ono zu treffen. Doch vom Heiligen Geist über ihre wirkliche Absicht aufgeklärt, lehnt er ab.“ Sie schreibt weiter, wie die Versuche beharrlich sind. Und wir haben die Zeit nicht, alle diese Zitate zu lesen können, das alles ausführlich euch anschauen.

[50:29] Interessant ist, was jetzt hier am Ende steht. Da heißt es: „Satans Angriffe waren schon immer gegen jene gerichtet, die das Werk und die Sache Gottes zu fördern suchten. Obwohl seine Pläne oft vereitelt wurden, hat er doch ebenso häufig seine Angriffe mit frischer Kraft wiederholt und dabei bisher noch nicht eingesetzte Mittel benutzt. Am meisten jedoch ist sein heimliches Wirken durch jene zu fürchten, die sich als Freunde des Werkes Gottes ausgeben.“

[51:01] Offener Widerstand mag grimmig und grausam sein. Er birgt jedoch weit weniger Gefahren für die Sache Gottes als die geheime Feindschaft derer, die, während sie bekennen, Gott zu dienen, doch im Herzen Diener Satans sind. Es steht in ihrer Macht, jedem Vorteil jenen Menschen zuzuspielen, die ihr Wissen zur Behinderung des Werkes Gottes und zum Schaden seiner Kinder verwenden. Und wir können hier aus zeitgründig alles lesen, aber es sind sehr interessante Zitate, die euch unbedingt dann im Sendemanuskript zu Gemüte führen solltet, was Ellen White hier noch an Lektionen für uns herausholt aus diesem Kapitel 6.

[51:30] Kapitel 7 und dort Vers 1: „Und es geschah, als die Mauer gebaut war, da setzte ich die Türflügel ein und die Torhüter, Sänger und Leviten wurden in den Dienst gestellt.“ Der nächste Schritt nach dem Abschluss des Mauerbaus ist die Vollendung der Tore. Und gleichzeitig werden jetzt auch bestimmte Ämter für den Tempeldienst hier neu wiederhergestellt.

[51:52] Vers 2: „Und ich gab meinem Bruder Hanani und Hanania, dem Obersten des Tempelbezirks, den Oberbefehl über Jerusalem, denn er war ein zuverlässiger Mann und gottesfürchtiger als viele.“ Hanani, das war derjenige, der in Nehemia 1, Vers 2, dem Nehemia in Susa, als er dort zu Besuch war, berichtet hatte vom trostlosen Zustand Jerusalems. Nehemia überlegt sich jetzt, welchen Leitern er wirklich vertrauen kann, wem er die wichtigsten Aufgaben geben kann.

[52:21] Und er wählt hier sorgfältig Geschwister aus, die treu und gläubig sind für die besonders verantwortungsvollen Positionen, was notwendig war, weil nicht alle Vornehmen wirklich ganz hundertprozentig seine Linie zur Wiederherstellung Jerusalems mitverfolgen. Und diese Treue ist ganz entscheidend. Von Mose heißt es, dass er treu war in seinem ganzen Haus. Daniel arbeitete so treu, dass man keinen Fehler finden konnte. Jesus sagt, dass der Herr den treuen Knecht über seinen Haushalt setzt.

[53:01] Wer ihm kleinen treu ist, sagt Jesus Matthäus 25, Vers 21, der wird über vieles gesetzt werden. Paulus sagt in 1. Korinther 4, dass Haushalte treu sein müssen. Und er sagt in 2. Timotheus 2, dem Timotheus, dass er das Evangelium treuen Leuten anvertrauen soll, die dann wieder andere unterrichten können.

[53:22] Diese Leiter sind gottesfürchtiger. Das heißt, sie hassen die Sünde und das macht sie fähig, über Jerusalem dann den Oberbefehl zu haben, dieser ganzen Stadt vorzustehen. Vers 3: „Und ich sprach zu ihnen: Man soll die Tore Jerusalems nicht öffnen, ehe die Sonne heiß scheint. Und während sie noch Wache stehen, soll man die Türflügel schließen und verriegeln und stellt Wachen aus den Einwohnern Jerusalems auf, jeden auf seinen Posten und zwar jeden gegenüber seinem Haus.“

[53:36] Nehemia war nicht feige, er war nicht irgendwie ängstlich, hat die ganzen Gerüchte nicht, hat sich davon nicht abhalten lassen, das Werk zu tun, aber gleichzeitig hat er die Gefahr gesehen, dass tatsächlich Feinde in die Stadt eindringen könnten. Abgesandte von Sanballat oder Tobia vielleicht im Dunkel der Nacht, im Morgendämmerungslicht unbemerkt durch die Tore kommen könnten. Und deswegen hat er bei aller Kühnheit und bei allem Mut auch sehr deutliche Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, die sinnvoll gewesen sind.

[54:18] Und interessant ist jetzt hier, dass die Juden zu Wachen aufgestellt wurden und zwar jeder gegenüber seinem eigenen Haus. Wir haben ja letztes Mal gesehen, wie in Nehemia 3 sehr viele genau an dem Mauerabschnitt gebaut haben, der ihrem Haus gegenüber gewesen ist. Also viele haben jetzt an einer Stelle gebaut und waren dort, nachdem der Bau zu Ende war, als Wachen tätig. Nach dem Bau der Mauer ist Wachsamkeit noch immer vonnöten.

[54:51] Wir lernen daraus, wie wichtig es ist, kluge Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, die es dem Feind zumindest erschweren, in die Gemeinde einzudringen. Vers 4, und damit wollen wir für heute enden. „Nun war die Stadt nach allen Seiten weit und groß, das Volk darin aber spärlich und es gab keine neu gebauten Häuser. Das Stadtinnere war zum Teil noch immer voller Ruinen.“

[55:12] Man hat ja Jahrzehnte vorher, mal zur Zeit von Serubbabel, versucht, die Häuser erst mal alle aufzubauen. Das war allerdings nicht besonders gesegnet worden, das war zu der Zeit, als Gaumata gerade den Bau am Tempel gestoppt hatte. Damals hatten falsche Prioritäten geherrscht. Noch immer ist die Stadt eine echte Baustelle und das bedeutet auch, Nehemia hatte einen realen Blick für die Situation, trotz aller erfreulichen Erfolge und auch den dürfen wir nicht verlieren. Wir müssen immer sehen, auch noch, was getan werden muss.

[55:49] Die Frage heute ist: Nach dem, was wir gesehen haben, bist du bereit, dich auf keine falschen Kompromisse und Bündnisse einzulassen, die den Fortgang und die Beendigung des Werkes hinauszögern bzw. verhindern? Satan weiß, dass auch unsere Aufgabe viel schneller erledigt werden könnte, als wir uns das so vorstellen und deswegen versucht er uns abzulenken und wegzudrängen und uns einzuschüchtern von der eigentlichen Aufgabe, die wir haben.

[56:20] Und Gott sucht Männer und Frauen, die nicht sich ablenken lassen, die sich nicht abdrängen lassen, die an dem Mauerbau dranbleiben, was immer auch passiert, selbst wenn sie persönlich in Gefahr dadurch geraten. Bist du bereit, weder Kompromisse noch falsche Bündnisse einzugehen, damit das Werk unverzögert vorangehen kann? Gott segne deine Entscheidung.

[56:48] Nächste Woche werden wir hier weiter studieren. Wir haben ja noch fünf Folgen vor uns. Die Mauer ist zwar gebaut, aber das Buch Nehemia ist jetzt gerade einmal in der Mitte. Es gibt noch viel zu entdecken. Noch einiges wird geschehen und wir können noch sehr viel lernen über Erweckung, Reformation und die Vollendung des Werkes in den nächsten Wochen. Wir laden euch ein, dann wieder einzuschalten. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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