Veröffentlicht am
1.186 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts


Manuskript zur Sendung >>> CSH 6 Hohelied

In dieser Cannstatt Study Hour 2019 Q2-Episode mit Rabea Kramp wird das biblische Buch Hohelied, auch bekannt als das „königliche Liebeslied“, beleuchtet. Es erkundet die tiefen und vielschichtigen Aspekte der Liebe, von der freundschaftlichen und familiären bis hin zur beständigen und körperlichen Liebe. Das Video betont die Bedeutung von Geduld, gegenseitigem Respekt und der göttlichen Absicht hinter der Intimität innerhalb der Ehe. Es bietet auch Trost und Hoffnung für diejenigen, die mit sexuellen Sünden kämpfen, und unterstreicht Gottes Vergebungsbereitschaft.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q2: Familien Zeiten

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur CSH Nummer 6. Wir bereiten uns auf Sabbat den 10. Mai vor und haben ein ganz besonderes Thema, nämlich das königliche Liebeslied, das Hohelied, das Salomo geschrieben hat. Ein seltenes Thema, nicht nur in der Sabbatschule, auch überhaupt im Predigtplan. Auf Tagungen habe ich eigentlich ehrlich gesagt noch nie eine Predigt zu diesem Thema gehört. Mal hier ein Vers, mal da ein Vers, auch bei einer Hochzeit vielleicht. Aber so im Ganzen ist diese Lektionswoche doch wirklich etwas Besonderes. Und wir wollen ein bisschen eintauchen in dieses ganz besondere Bibelbuch, das so ein bisschen im Schatten steht. Und das aber gar nicht daran liegt, dass dieses Buch nicht wertvoll ist, sondern einfach, weil der Inhalt so speziell ist und ganz besonders. Und bevor wir einsteigen, möchte ich mit einem Gebet mit euch beginnen.

[1:20] Lieber Jesus, deine Bibel ist so facettenreich und enthält unterschiedlichste Bücher und Aspekte und Autoren. Und wenn wir das Hohelied jetzt betrachten, dann hilft uns, dass dein Heiliger Geist uns führt, dass wir es gut verstehen können und dass wir die richtigen Schlüsse ziehen und dass wir vor allem dich darin entdecken, weil es ist ein ganz christozentrisches Buch. Und dass du uns darin begegnest und dass wir von der Liebe, nicht nur die Salomo zu Sulamith hatte, sondern auch von der Liebe, die du zu uns hast, dass wir davon ergriffen werden und dass es unser Herz wärmt. Darum bitte ich dich und ich danke dir auch dafür in deinem Namen. Amen.

[2:10] Das Hohelied ist eines der drei Bücher von Salomo, die wir in der Bibel haben, nämlich neben den Sprüchen und neben dem Buch Prediger. Ich wünschte, ich könnte Hebräisch, weil dann würde ich dieses Hohelied auf jeden Fall in seiner Originalsprache lesen. Es muss ein unglaublich schönes, poetisches Buch sein im Hebräischen mit einer unglaublichen Tiefe, die man wahrscheinlich nur so richtig entdecken kann, wenn man diese Originalsprache beherrscht. Trotzdem wollen wir natürlich auch in unserer Sprache etwas daraus ziehen. Es ist nicht so ein ganz schlichtes, ergreifendes Gedicht, wie wir das vielleicht aus dem Deutschunterricht kennen. Es ist etwas komplexer. Wenn man das Hohelied, und das empfehle ich euch, bevor ihr diese CSH euch anschaut, einmal durchgelesen habt und vielleicht auch einmal laut gelesen habt, dann werdet ihr merken, dass sich da Sachen wiederholen, dass das Ende ein bisschen offen ist, ein bisschen seltsam. Und dann bekommt man die Idee, irgendwie muss es da eine besondere Struktur geben. Und das ist tatsächlich so. Ich gehe danach im Verlauf der CSH noch ein bisschen näher darauf ein. Wir haben nämlich so eine Art Klimax, so einen Höhepunkt im Zentrum des Buches. Und den werden wir uns nachher auch noch genau anschauen. Ich würde nicht sagen, dass es streng chiastisch ist. Das habe ich leider nicht entdecken können. Aber man sieht auch anhand von Wiederholungen und Teilen, die sich auch gegenüberstehen, um diesen Mittelpunkt herum, dass es da so eine Art zulaufenden Klimax gibt. Ganz allgemein gesagt beschreibt das Hohelied von Salomo die Liebe des Königs zu seiner Frau Sulamith oder Sulamitha.

[4:00] Die Theologen sind sich nicht ganz einig und auch nicht ganz sicher, wann genau das Hohelied geschrieben wurde. Ob es jetzt zu Beginn der Ehe mit seiner ersten Frau war oder ob Sulamith vielleicht eine spätere Frau war. Es gibt da so einen kleinen Vers in Hohelied 6 Vers 8, der so von Nebenfrauen und 60 Königinnen spricht, der so ein bisschen da eine Unsicherheit schafft, wann dieses Buch geschrieben wurde. Es gibt drei verschiedene Parteien. Wenn ihr das Buch euch anschaut, dann seht ihr das so eingeteilt in Abschnitte. Dann spricht der Salomo, dann spricht die Sulamith und dann sprechen die Töchter Jerusalems. Diese Einteilung ist vom Herausgeber und nicht im Original vorhanden. Und die sogenannten Töchter Jerusalems, die hier so in der Überschrift stehen, sind nicht immer Töchter, sind manchmal auch die Brüder von Sulamith, die hier über ihre kleine Schwester sprechen. Näheres später noch dazu.

[5:07] Die Sprache im Hohelied, das werdet ihr merken, wenn ihr es durchlest, ist sehr anschaulich, symbolhaft. Es gibt unglaublich viele Metaphern. Es ist voll von Vergleichen und voller Anspielungen. Und wenn man sich gut in der Bibel auskennt, dann merkt man so an manchen Stellen, ah, da kenne ich doch Textstellen, das steht in dem Buch und da stehen doch auch ähnliche Verse in dem Buch. Und ihr werdet merken, wie das so ein bisschen ein Potpourri ist aus so einigen Dingen, die ihr in anderen Bibelbüchern findet. Zum einen beschreibt das Hohelied die Liebe zwischen zwei Menschen, die so ganz besonders ist. Aber der Text macht auch immer wieder Anspielungen auf andere Textstellen im Alten Testament und nimmt Bezug auf die Liebe, die Gott hat zu seinem Volk. Und es gibt natürlich auch Theologen, die sagen, nein, es ist nur quasi dieser Aspekt, der in dem Buch wichtig ist, nämlich diese geistliche Liebe, die Gott zu seinem Volk hat und nicht so sehr die persönliche Liebe zwischen zwei Menschen, Mann und Frau. Aber ich denke, es ist beides. Es sollte nicht verachtet werden, dass es auch von der echten Liebe zwischen zwei Menschen ja davon handelt. Weil wenn wir diese beiden Dinge zusammenbringen, dann bekommt dieses Buch eine ganz besondere Tiefe und auch eine ganz besondere Bedeutung für uns Menschen und für Ehepaare, frisch Verliebte und Verlobte und alle diese, die mit der Liebe zu tun haben. Aber später dazu noch mehr.

[6:51] Was ist der Zweck des Buches? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich es gelesen habe. Warum steht das Hohelied der Liebe in der Bibel? Es ist so anders als die anderen Bücher. Es ist so viel sinnlicher. Es beschreibt so viel mehr auch körperliche Aspekte und körperliche Liebe. Und die Idee, die ich gehabt habe, war, dass es doch eigentlich ein Buch ist, das vor allem im Studium mit dem Ehepartner gewinnbringend ist. Und ich würde euch empfehlen, wenn ihr verheiratet seid, dass ihr dieses Buch mal zusammen mit eurem Ehepartner lest, laut lest, im Wechsel, der eine Sulamit und der andere den Salomo. Man bekommt da die Dynamik des Buches zu spüren. Und ich fand es eine interessante Sache, dass Gott doch in seinem Wort ein Buch einbaut, das man in seiner ganzen Tiefe wirklich nur mit seinem Ehepartner durchdringen kann. Wann immer man öffentlich über dieses Buch predigt, und dieser Vortrag ist ja auch eher ein öffentlicher, dann bleiben doch manche Dinge an der Oberfläche, weil man in manche Intimitäten, die das Buch doch auch hergibt, gar nicht so hineindringen kann. Daher ermutige ich alle Ehepaare, die jetzt zuhören, dass ihr dieses Buch gemeinsam studiert und das herauszieht, was der Salomo dort hineingelegt hat.

[8:25] Wir beginnen mal, das Hohelied zu lesen, mit dem bekanntesten Vers, den ihr alle kennt, den ich schon unzählige Male auf Hochzeiten als Textlesung gehört habe oder als Predigtvers. Und der steht in Hohelied 8 und dort Vers 6 und 7. Dort lesen wir. Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm. Denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn. Große Wasser können die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken. Wenn einer allen Reichtum seines Hauses um die Liebe gebe, so würde man ihn nur verachten.

[9:17] Die Liebe wird hier beschrieben als ein Siegel. Die Liebe ist stark wie der Tod. Der Tod ist etwas, was auf uns Menschen zukommt, das können wir nicht verhindern. Aber genauso stark wie der Tod, genauso wie der Tod unser Dasein doch beherrscht am Ende, genauso stark ist die Liebe. Der Eifer der Liebe ist unbezwinglich. Was heißt sie? Sie eifert um jemanden. Sie ist wie eine Feuerglut, wie eine Flamme des Herrn. Die Flamme des Herrn ist in der Bibel ein geläufiges Bild und wird natürlich auch als Synonym für die Liebe verwendet. Hier finden wir den Vergleich auch. Sie ist unauslöschlich und sie ist mehr wert als irgendein Reichtum.

[10:09] Wenn ihr diese Beschreibungen der Liebe hört, ich weiß nicht, ob euch irgendein anderer Text in der Bibel in den Sinn kommt, wo es ähnliche Aspekte aufgreift, wo es um die Liebe geht. Und das ist der erste Korinther 13, dieses Kapitel. Wenn ihr das durchlesen könntet, dann wäre das bestimmt ein guter Vergleich. Ich habe ein paar Sachen herausgesucht. Hier heißt es auch, dass die Liebe niemals aufhört, so wie die Liebe unauslöschlich ist. Im Hohelied hört sie in 1. Korinther niemals auf. Sie ist mehr wert als Reichtum. Das finden wir auch in Vers 3 im 1. Korinther 13. Und so finden wir das auch im Hohelied, dass wenn jemand allen sein Reichtum um die Liebe gebe, dann würde man ihn nur verachten. Die Liebe erträgt und duldet alles im 1. Korinther 13. Und so ist es auch mit der Liebe hier im Hohelied. Sie ist stark und sie ist wie ein Siegel. Das lohnt sich, diesen Vergleich zu ziehen und sich diese beiden Texte mal nebeneinander zu legen. Die Liebe aus 1. Korinther ist quasi eine paulinische Beschreibung von Salomos Hohelied, der diese Liebe selbst erfahren hat und der diese Liebe, die er zu Sulamith hatte, auf so ganz wundervolle Weise aufgeschrieben hat.

[11:43] Wir wollen uns ein paar Aspekte anschauen, die auch im Lektionsheft aufgegriffen wurden, weil natürlich sprengt es die CSH, wenn wir alle acht Kapitel des Hoheliedes heute durcharbeiten wollen würden. Und so beschränke ich mich auf die Aspekte, die auch in der Lektion als Schwerpunkte gesetzt wurden. Es geht zum einen um den Körper und den Geist. Der körperliche Aspekt, wie bereits erwähnt, ist im Hohelied ein ganz wichtiger. Wir finden das zum Beispiel in Hohelied 1, Vers 2. Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes, denn deine Liebe ist besser als Wein. Und auch Vers 13. Mein Geliebter ist mir ein Mürrenbüschel, das zwischen meinen Brüsten ruht. Man findet ebenso Verse in Kapitel 2, Vers 6. Er lege seine Linke unter meinem Haupt und umarme mich mit seiner Rechten. Oder Kapitel 5 und dort Vers 10. Mein Geliebter ist weiß und rot, hervorragend unter Zehntausenden. Das beschreibt sozusagen den männlichen Körper hier bis Vers 16 dann noch durch. Die Wangen und die Lippen und die Finger des Liebsten und alle diese körperlichen Teile. Dann haben wir in Kapitel 7 das Pendant dazu, nicht die Beschreibung des Mannes, sondern der Sulamit der Frau. Da beginnt es hier in Vers 2. Wie schön sind deine Schritte in den Schuhen, du Tochter eines Edlen. Die Wölbungen deiner Hüften sind wie ein Schmuckstück von Künstlerhand gemacht. Dein Schoß ist wie eine runde Schale, in der der Mischwein nicht fehlt. Dein Leib ist wie aufgehäufte Weizenkörner mit Lilien eingefasst. Also ihr merkt schon eine unglaublich sinnliche und sehr poetische Beschreibung des männlichen und des weiblichen Körpers.

[13:39] Diese Körperlichkeit wird im Hohelied keinesfalls tabuisiert. Sie wird ganz offen angesprochen und ist ganz offensichtlich ein ganz natürlicher Teil der Schöpfung. Gott hat dem Menschen die Sexualität geschenkt zur Freude und auch als ein Bild auf die Liebe zwischen Gott und seinen Menschen. Im Mittelalter fand man die Ansicht, dass das geistliche Leben und das körperliche Leben zwei ganz getrennte Dinge waren. Man hatte sozusagen die weltlichen Menschen, die keine geistlichen Ämter hatten, die lebten laut damaliger Sicht im Fleisch. So hat man das genannt. Man hat diese Beschreibung aus der Bibel genommen. Im Fleisch zu leben bedeutete, dass man sich ganz normal mit seinem Körper auch sexuell betätigte. Die geistlichen Amtsträger hingegen durften sich nicht dieser Lust des Fleisches, nämlich der Sexualität, hingeben. Diese Trennung, die da gemacht wird, ist eine etwas künstliche und deckt sich eigentlich auch nicht mit dem, was die Bibel wirklich mit dem Fleisch meint. Wenn wir Paulus richtig verstehen, dann meint er mit dem Fleisch das sündige Leben, das wir ablegen sollen. Es ist der alte Mensch, der abgelegt wird und wir ihn Christus anziehen. Ein neues Leben beginnt. Also finden wir eigentlich, dass der Geist und der Körper eins sind in der Bibel. Und das Hohelied unterstützt uns in dieser Ansicht. Die Bibel kennt diese Trennung nicht. Und die Sexualität, die Gott geschenkt hat, hat ja allen Menschen zugedacht und auch denen, die geistliche Ämter haben. Körper und Geist sind nicht getrennt.

[15:42] Dazu wollen wir zwei Verse anschauen. Der erste findet sich im 1. Korinther 6. Und dort Vers 19 und Vers 20, 1. Korinther 6, Vers 19 und Vers 20. Da heißt es, oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft. Darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören. Ganz oft wenden wir den Vers 19 an, wenn wir über Gesundheit reden, über Ernährung und über Bewegung und Wassertrinken und alle diese Dinge. Aber wenn man den Abschnitt liest ab Vers 9, dann zeigt sich hier ein ganz anderes Bild oder ein etwas ausgedehnteres Bild als nur diesen Aspekt der Gesundheit. Es geht nämlich um Unzucht und darum, dass wir unseren Körper als Tempel des Heiligen Geistes betrachten, auch im Blick darauf, wie wir Sexualität ausleben. Und in diesem Sinne ist dieser Vers, dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind, auch ein ganz wichtiger Aspekt, dass wir die Sexualität nicht als etwas Getrenntes und Ausgeklammertes betrachten, sondern dass wir auch, während wir Sexualität leben, immer im Sinn haben, dass wir ein Tempel Gottes sind und auch nur das tun, was sich für einen Tempel Gottes geziemt.

[17:25] Wir wollen ein bisschen anschauen, welche Aspekte der Liebe wir im Hohelied finden. Und dort gehen wir mal in Kapitel 2, Vers 10. Wir finden nämlich vier verschiedene Aspekte der Liebe. Der erste ist in Hohelied 2, Vers 10. Mein Geliebter beginnt und spricht zu mir. Mach dich auf, meine Freundin, komm her, meine Schöne. Hier finden wir eine Anrede an Sulamith von Salomo und er nennt sie meine Freundin. Die freundschaftliche Liebe ist sozusagen der erste Aspekt, den wir hier herausgreifen wollen. Ein anderer, den haben wir auch schon gelesen, ist in Kapitel 1, Vers 2. Er küsse mich mit den Küssen seines Mundes, denn deine Liebe ist besser als Wein. Hier finden wir die körperliche Liebe. Dann gibt es in Kapitel 8, Vers 8-9 eine Beschreibung der familiären Liebe. Hier sprechen die Brüder von Sulamith. Wir haben eine kleine Schwester, die noch keine Brüste hat. Was tun wir nun mit unserer Schwester an dem Tag, da man um sie wirbt? Ist sie eine Mauer, so bauen wir eine silberne Zinne darauf. Ist sie aber eine Tür, so verschließen wir sie mit einem Zedernbrett. Hier lesen wir von Brüdern, großen Brüdern, die ihre kleine Schwester beschützen wollen und sich vielleicht gar nicht vorstellen möchten, dass ihre kleine Schwester auch mal erwachsen wird. Aber das ist diese familiäre Geborgenheit, die hier im Hohelied auch zu finden ist. Und als Viertes finden wir im gleichen Kapitel im bereits gelesenen Vers, in dem Merksvers für diese Woche, die beständige Liebe. Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm. Denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn. Das ist diese Liebe, die nie aufhört, wovon auch Paulus spricht, diese beständige Liebe.

[19:44] Ein paar Worte zur Freundschaft. Eine Ehe, die auf Freundschaft basiert, hat ein gutes Fundament. Sie kann ein großer Segen sein, weil sie nicht nur auf verliebten Gefühlen beruht, sondern auf einer tiefen Verbundenheit zwischen den Ehepartnern. Eine Ehe, die sich aus einer Freundschaft entwickelt hat, die kann weiter wachsen, hat Entwicklungsmöglichkeiten, sie hat eine ganz besondere Tiefe. Wenn wir in unsere Gesellschaft schauen, und es macht auch natürlich vor Christen nicht Halt, dann müssen wir leider beobachten und feststellen, dass diese Art der Entwicklung einer Liebe heute nicht mehr modern ist. Heute schieben wir vor die Freundschaft und vor den Ehebund meist die körperliche Liebe. Wir greifen sozusagen voraus, bevor überhaupt so eine tiefe Freundschaft entstehen kann. Was das nach sich zieht, das brauche ich euch nicht erzählen. Wir haben sehr hohe Scheidungsraten in der Gesellschaft und in der Gemeinde. Und es hat unter anderem damit zu tun, dass diese tiefen Freundschaften vor dem Ehebund nicht mehr geschlossen werden. Und natürlich ist es wichtig, dass man Freundschaft auch in der Ehe pflegt und sich Freund bleibt. Jeder, der Freunde hat im Bekanntenkreis, der weiß, dass man Freundschaften pflegen muss. Und manchmal vergisst man so ein bisschen in der Ehe, dass man auch die eheliche Freundschaft pflegen muss und dass dazu auch Zeit gehört und ein bisschen investieren.

[21:41] Die körperliche Liebe, die wir hier im Hohelied finden, zeigt, wie Gott sich eigentlich die Intimität gedacht hat. Wenn man das Hohelied liest und diese ganzen Komplimente und Liebkosungen und diese schönen Worte, diese Poesie, die Salomo hier benutzt, dann bekommen wir so einen kleinen Eindruck davon, wie Gott eigentlich die Liebe ursprünglich geplant hat und die Intimität. Das ist etwas Zartes, etwas Schönes, etwas unglaublich Geheimnisvolles und Intimes. Und ich glaube, heutzutage ist uns so einiges davon abhandengekommen, was Gott eigentlich im Garten Eden dem Adam und der Eva geschenkt hat. Immer wieder wird auch deutlich, dass beide, Salomo und Sulamith, länger aufeinander warten mussten und die Intimität dann erst in der Hochzeitsnacht vollzogen wurde. Auch das ist eine sehr unübliche Praxis mittlerweile heutzutage. Dass man diese Geduld miteinander zeigt, dass diese Freundschaft wachsen darf und dass die Intimität dann erst etwas ist, was später folgt und was dann wirklich in die Ehe gehört.

[23:05] Ich möchte mit euch dazu zwei Verse lesen, nämlich in Hohelied 2, Vers 7 und dort vor allem den letzten Teil. Dieser Vers oder diese Worte finden wir dreimal im Hohelied insgesamt. Dort heißt es in Kapitel 2, Vers 7: Erregt und erweckt die Liebe nicht, bis es ihr gefällt. Das ist ein sehr weiser Satz. Die Liebe sollte man nicht erzwingen. Es gibt so ein ganz bekanntes Ellen White Zitat, was sagt: Matchmaking is a crime. Das heißt, wenn ich jemanden verkuppeln will, dann ist das nichts Gutes. Und die Liebe soll selber entscheiden, wann sie wach wird, aus dem Winterschlaf wach wird und es Frühling wird. Ein anderer Vers ist in Hohelied 8, Vers 1. Dort heißt es: Ach, dass du mir wärst wie ein Bruder, der die Brüste meiner Mutter sog. Dann dürfte ich dich doch küssen, wenn ich dich draußen treffe, ohne dass man mich deshalb verachtete. Hier wird deutlich, dass die Sulamith sich so sehr wünscht, den Salomo zu umarmen, ihn zu drücken, ihn zu küssen. Aber es ist noch nicht so weit. Sie müssen sich noch etwas gedulden. Und diese Geduld wird dann am Ende natürlich belohnt. Und umso schöner ist dann diese Intimität, die die beiden miteinander haben, weil sie eben aufeinander gewartet haben, weil sie eben diese Geduld bewiesen haben.

[24:47] Ich möchte euch ein Zitat vorlesen, aus Intellekt, Charakter und Persönlichkeit, von Seite 244 bis 245. Dort heißt es: Wenige Versuchungen sind für einen jungen Mann so gefährlich wie die sexuelle Versuchung. Und wenn man ihr nachgibt, wirkt sich das auf Körper und Geist sehr nachteilig aus, und zwar sowohl im Hinblick auf dieses als auch auf das ewige Leben. Unmoralisches Verhalten ist heute weit verbreitet. Selbst unter bekennenden Nachfolgern Christi. Sexuelle Zurückhaltung ist kein Thema mehr. Die niedrigen Begierden werden stärker, wenn man sie ungehindert zulässt. Und das moralische Empfinden nimmt immer mehr ab. Wenn man bedenkt, dass dieses Buch schon eine ganze Weile besteht und dass es eigentlich über 100 Jahre alt ist und sie schreibt, dass es heute kein Thema mehr ist, diese sexuelle Zurückhaltung, dann habe ich mich gefragt, was würde sie heute schreiben zu unserer Zeit, wo wir eigentlich keine Tabus mehr kennen, wo wir durch die Stadt gehen und Plakate mit halbnackten Frauen sehen und halbnackten Männern, wo eigentlich nichts mehr von Scham zu spüren ist. Und wir müssten eigentlich dieses Zitat wahrscheinlich mal 100 multiplizieren und dann haben wir eigentlich die Aussage, die sie heute treffen würde über unsere Zeit, in der wir leben.

[26:28] Der dritte Aspekt, den ich beleuchten möchte, ist die familiäre Liebe. Und wir hatten da schon hineingeschaut im Kapitel 8 über die Brüder von Sulamith, die über sie wachen. Das ist etwas, was wir vielleicht aus unserem Kulturkreis, dem westlichen Kulturkreis, nicht so gut kennen. In den östlicheren Kulturkreisen ist das durchaus noch üblicher, dass die großen Brüder über die kleine Schwester wachen und auch schauen, dass da alles seine geordneten Bahnen läuft. Aber es zeigt diese Geborgenheit, die Liebe und die Nestwärme, die in der Familie herrschen sollte.

[27:08] Die beständige Liebe, die wir in Hohelied 8, Vers 6 und 7 finden, das ist die Liebe, die niemals aufhört. In unserer Gesellschaft ist eigentlich diese Liebe, die ein Leben lang dauert, und eine Ehe, die ein Leben lang dauert, ist am Aussterben. Und dieses Ziel, dass ich diesen Partner, den ich vielleicht mit Mitte 20 heirate, dass ich dem mit Mitte 90 immer noch treu bin und ihn auch von ganzem Herzen liebe und nicht einfach nur ihn erdulde, das ist leider etwas Seltenes. Viele Ehepaare gehen auseinander mit den Worten, sie haben sich auseinandergelebt, ihre Liebe hat aufgehört. Und man sollte sich die Frage stellen, wie kommt es eigentlich dazu, dass diese Flamme der Liebe erlöschen kann? Was führt dazu, dass dieses Feuer aufhört, dieses erste Verliebtsein, das ich für den anderen hatte? Warum geht das weg? Und wie kann ich vielleicht daran arbeiten, dass es bleibt? Zum einen ist natürlich der größte Feind der Ehe die Routine. Es ist die Gleichgültigkeit. Der Partner scheint mir nichts Besonderes mehr zu sein, er ist einfach da. Das Werben umeinander hört so ein bisschen auf. Man hat sich manchmal nichts mehr zu sagen, man sitzt nebeneinander, man weiß nicht, was man reden soll. Und auch die körperliche Liebe nimmt immer mehr ab. Das ist eine Beschreibung einer Ehe, die eigentlich fast zum Scheitern verurteilt ist, wenn es Gott nicht gäbe. Denn wenn man die Dinge beherzigt, die Gott in seinem Wort aufgeschrieben hat und auch für die Ehe aufgeschrieben hat, dann gibt es dort auch eine echte Medizin. Ich erinnere nur an den Epheser 5 Text, der ganz am Ende des Kapitels steht, wo es heißt, dass die Männer ihre Frauen lieben sollen und die Frauen ihre Männer ehren sollen. Das ist eine der besten Medizin, die die Bibel Ehepaaren geben kann.

[31:03] Wie viele Ehepaare wünschten sich, dass sie den Zustand hätten, den sie in den ersten Monaten hatten. Dass diese Verliebtheit wieder zurückkommt, dieses Herzklopfen, wenn man an den anderen denkt. Auch Jesus hat diesen Wunsch mit seinem Volk. Wir finden einen Vers in Offenbarung 2, Vers 4, den ihr sicher gut kennt. Dort lesen wir im Sendschreiben an Smirna folgenden Text in Offenbarung 2, Vers 4. Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Jesus ist genauso, wie wir, danach bestrebt, dass die erste Liebe bleibt und dass dieses erste Flammen und Lodern, was wir für Jesus haben, wenn wir uns bekehren, dass diese Flamme nicht erlischt, sondern dass wir für Jesus brennen und ihn lieben. Und dass diese Liebe eigentlich immer mehr wächst. Wir sehen das in so vielen Lebensbildern in der Bibel, wenn wir Henoch betrachten, wenn wir Mose betrachten oder auch Abraham und andere, dass sie ihren Wandel mit Gott begonnen haben. Sie hatten ein Bekehrungserlebnis und dann haben sie diesen Wandel immer mehr vervollkommnet und ihre Beziehung zu Jesus ist immer mehr gewachsen und hat sich immer mehr vertieft. Und das ist ganz sicher ein Bild darauf oder ein Vorbild für uns, dass die Ehe genau das gleiche erleben sollte, dass der Ehebund und das Verliebtsein am Anfang eigentlich nur der Startschuss sind für diese tiefe und in sich verzahnte Beziehung, die man zwischen zwei Ehepartnern haben sollte.

[32:23] Auch hier möchte ich euch ein kurzes Zitat von Ellen White mitgeben aus dem Manuskript 16 von 1899. Dort schreibt sie: Gott schuf einen Mann und eine Frau, damit sie ihm eine Gefährtin und Gehilfin sei und er ihr tüchtiger Helfer. Alle, die in heiliger Absicht in eine eheliche Beziehung eintreten, der Ehemann, um die reine Zuneigung eines Frauenherzens zu erlangen und die Frau, um den Charakter ihres Mannes zu besänftigen und zu verbessern und zu vervollständigen, erfüllen die Absicht, die Gott mit ihnen hat. Ich finde das eine unglaublich schöne Aussage, weil es zeigt, dass diese Ergänzung von Mann und Frau, die dann in der Ehe stattfindet, so eine Vollkommenheit erreichen kann, die Gott hineingelegt hat, die Gott geplant hat, auch vom Paradies bis heute. Wir Frauen sind immer darauf bedacht, das hier ganz genau zu befolgen, nämlich unsere Männer zu vervollkommnen in ihrem Charakter und immer zu verbessern. Manchmal tun wir das auf die falsche Weise. Wir tun es, indem wir von oben herab sind und von oben herab reden. Ich glaube, Jesus hat es ein bisschen anders gemeint, nämlich dass wir unsere Männer unterstützen und die Stärken ihres Charakters unterstützen und das betonen und nicht sie beherrschen.

[33:04] Ich möchte mit euch jetzt zu diesem Zentrum des Hoheliedes kommen, was ich am Anfang erwähnt hatte, nämlich diese Intimität und diese Hochzeitsnacht von Salomo und Sulamith. Wir finden das in Kapitel 4, ab Vers 12. Ich würde das einfach gerne mal mit euch lesen. Das ist der Abschnitt, der bis zum Kapitel 5 geht. Also Hohelied 4, Vers 12 bis 5, Vers 1.

[33:42] Deine Schößlinge sind ein Lustgarten von Granatbäumen mit herrlicher Frucht, Zyperblumen mit Narden, Narden und Safran, Kalmus und Zimt, samt allerlei Weihrauchgehölz, Mürre und Aloe und den edelsten Gewürzen. Eine Gartenquelle, ein Brunnen lebendigen Wassers und Bäche, die vom Libanon fließen. Erwache, du Nordwind, und komm, du Südwind, durchwehe meinen Garten, dass sein Balsam träufle. Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht. Ich komme in meinen Garten, meine Schwester, meine Braut. Ich pflücke meine Mürre samt meinem Balsam. Ich esse meine Wabe samt meinem Honig und trinke meinen Wein samt meiner Milch. Esst, meine Freunde, trinkt und berauscht euch an der Liebe.

[34:38] Wir finden in diesem Abschnitt eine ganz besondere und poetische Beschreibung dieser Intimität, dieser ersten Intimität, die Salomo und Sulamith erlebt haben und die jedes andere Paar auf dieser Welt erlebt oder erleben kann. Ich habe einen Vers noch übersehen, den ich gerne mit euch anschauen wollte, und zwar der Vers 8 in Kapitel 4. Dort sagt Salomo: Komm mit mir vom Libanon, meine Braut, komm mit mir vom Libanon, steig herab vom Gipfel des Amarna, vom Gipfel des Schenie und des Hermon, von den Lagerstätten der Löwen, von den Bergen der Leoparden. Was soll diese Aufforderung bedeuten, dass Sulamith von diesen ganzen Bergen und von den Höhlen der Löwen und der Leoparden hinabkommen soll? Vielleicht ist es der Wunsch von Salomo, dass Sulamith nicht mehr unerreichbar ist für ihn. Diese Entfernung bis zum Gipfel eines hohen Berges und diese Berge, die hier beschrieben sind, sind schon ein bisschen hoch. Das ist dieser Wunsch, dass sie doch nahe bei ihm ist, dass sie nicht mehr auf dieser unerreichbaren Höhe sich aufhält. Und er begründet das mit Vers 9, indem er sagt: Du hast mir mein Herz geraubt. Er möchte sie bei sich haben.

[36:02] Er beschreibt Sulamith in diesem Abschnitt ab Vers 12 mit verschiedenen Wohlgerüchen. Hier ist zum Beispiel der Duft von Salben. Er beschreibt den Duft ihrer Kleider, den Duft des Libanon, Weihrauchgehölz, Zimt, Myrrhe, Aloe, edle Gewürze. Das ist alles so. Es ist eine ganz sinnliche Sprache. Und der Geruch spielt in diesem Buch eine ganz besondere Rolle. Auch die Myrrhe, die ja bis heute bekanntermaßen das Kraut der Braut ist, das findet hier auch natürlich Anwendung.

[36:40] Wenn wir das geistlich anwenden, dann diese ganze Sprache von Geruch und Duft, dann begegnen wir auch in der Bibel in anderen Texten diesem Thema. Nämlich sollen wir als Gläubige ein Wohlgeruch für Gott sein, nämlich das sind wir dann, wenn wir seine Liebe erwidern. Das finden wir in 1. Korinther 2, Vers 15. 1. Korinther 2, Vers 15. Und dort heißt es, der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, selbst, ah, ne, das ist ein falscher Text. Ne, da habe ich einen falschen Text. Mal gucken, ob es 2. Korinther 2, Vers 15 ist. Sonst schreibe ich euch den nochmal ins Manuskript natürlich hinein. Genau, 2. Korinther 2, Vers 15 ist ein Druckfehler. Denn wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus, unter denen, die gerettet werden, unter denen, die verloren gehen. Also wir als Gläubige sind ein Wohlgeruch für Gott. Und auch im Heiligtum finden wir Gerüche, nämlich in 4. Mose 28. Und dort im Vers 2. Und im Heiligtum finden wir vor allem auch wegen dem Räucheraltar und wegen den Opfern immer wieder das Wort Geruch. In 4. Mose 28, Vers 2 heißt es.

[38:19] Gehen wir zurück zum Hohelied. Und diesem Bild, das der Salomo benutzt, um seine Sulamith zu beschreiben. Er beschreibt sie nämlich in Vers 12, Kapitel 4, als einen verschlossenen Garten, als eine versiegelte Quelle. Und das ist hier ein Symbol für ihre Jungfräulichkeit. Denn wie bereits erwähnt, war Sulamith bis zu ihrer Hochzeit jungfräulich. Und ihre Familie hat darauf Acht gegeben, wie wir in Kapitel 8 gesehen haben.

[39:03] Diese körperliche Hingabe finden wir in Vers 16, wo Sulamith spricht, dass zu Salomo spricht: Mein Geliebter komme in seinen Garten. Zu Salomo spricht: Mein Geliebter komme in seinen Garten und esse seine herrliche Frucht. Sie schenkt sich ihm quasi. Sie lädt ihn ein, mit ihr die Intimität zu erleben. Und Salomo beschreibt das dann in Vers 1, Kapitel 5, als einen Rausch, in dem er ist. Und er sagt, man könnte sich an dieser Liebe und an dieser Intimität berauschen. Diese Freiwilligkeit, die hier deutlich wird in diesem Abschnitt, ist ein ganz wichtiger Aspekt. Natürlich, weil die freiwillige Liebe nur die echte Liebe ist. Ich gehe da nachher noch etwas näher drauf ein.

[39:56] Die Sprache, die wir hier finden in Kapitel 4, Vers 11. Dort heißt es: Honigsalm träufeln deine Lippen. Meine Braut, Honig und Milch sind unter deiner Zunge. Und der Duft deiner Kleider ist wie der Duft des Libanon. Diese Sprache erinnert uns an 1. Mose, nämlich an den Garten Eden und an das verheißene Land. Ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Das heißt, es ist ein Wohlfühlen und ein Überfluss, der hier stattfindet. Ein glücklich sein ohne Ende sozusagen.

[40:36] In 1. Mose 2, Vers 23, heißt es: Du bist mein und ich bin dein. Und das ist Gebein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Man wird sie Männe nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Hier finden wir im Paradies und im Hohelied wieder diesen verschmelzenden Aspekt, den Gott gewollt hat für die beiden Ehepartner. Wir finden hier ganz deutlich im Hohelied Hinweise darauf, wie Gott Sexualität ursprünglich gedacht hat, nämlich als eine innige Beziehung innerhalb der Ehe zu ihrer Stärkung und Vertiefung.

[41:19] Die erste Intimität, die man erlebt, und wenn man darauf gewartet hat und geduldig war und das auch nur mit einem Partner erlebt hat, dann ist das etwas ganz Besonderes. Und jeder, der etwas anderes im Leben erlebt hat, manchmal auch, weil man es nicht besser wusste, der wird bestätigen können, dass mit jedem neuen Partner, mit dem man intim wird, diese Intimität immer ein bisschen an Zauber verliert. Dass man auch innerlich immer ein bisschen mehr abstumpft und das als etwas Normales betrachtet. Aber diese Intimität mit dem ersten Partner, das zeigen auch psychologische Studien im Übrigen, dass das etwas ganz Besonderes ist und dass nur bei der ersten Intimität mit dem Partner, mit dem ich zum ersten Mal intim werde, ganz besondere Hormone ausgeschüttet werden, die bei keinem anderen Partner dann wieder ausgeschüttet werden, mit dem ich dann später intim werde.

[42:26] Ja, auch wenn du vielleicht zu jemandem gehörst oder zu denen gehörst, die nicht bei diesem ersten Partner geblieben sind und das vielleicht auch bereuen, dann gibt es doch in der Bibel Trostworte und die sind auch in der Lektion thematisiert worden, nämlich in 1. Johannes 1, Vers 9 finden wir einen sehr tröstlichen Vers. Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Ein anderer schöner Vers, den finden wir in Jesaja 55 und dort in Vers 7. Der Gottlose verlasse seinen Weg und er übeltete seine Gedanken und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit und Gott deckt viele Sünden zu und er deckt auch diese Sünde zu. Einen letzten Vers dazu finden wir in Jesaja 1 in Vers 18.

[43:50] Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, dann sollen sie weiß werden wie der Schnee. Wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden. Jesus hat Menschen, die sexuell gesündigt haben, nicht verworfen. Er hat ihnen Gnade geschenkt.

[44:22] Ich möchte euch einen ganz schönen Abschnitt aus dem Buch des Lebens Jesu vorlesen. Ihr wisst vielleicht, dass Maria Magdalena ein etwas schwieriger Fall war und dass Jesus lange mit ihr gearbeitet hat und an ihr gearbeitet hat, um sie zu befreien von den Dingen, die sie gebunden hat in ihrem Leben. Dazu gehörten leider auch sexuelle Sünden. Hier heißt es in dem Leben Jesu, Seite 560: Maria war allgemein als große Sünderin angesehen worden. Doch Jesus kannte die Umstände, die ihr Leben bisher beeinflusst hatten. Das ist so tröstlich, oder? Dass Jesus nicht nur deine Sünde sieht, sondern dass er auch weiß, was dazu geführt hat, dass du jetzt da stehst und dass er das auch mit einbezieht in seinen Blick auf dich. Er hätte jeden Funken Hoffnung in ihr auslöschen können, tat es aber nicht. Er hatte sie vielmehr aus Verzweiflung und Verderben herausgerissen. Wie so einen Brandscheit aus dem Feuer hat er Maria herausgerissen. Sie hatte seine zu ihren Gunsten ausgesprochenen Bitten zu Gott gehört. Und sie wusste, wie anstößig die Sünde seiner Reinheit war oder für seine Reinheit war. Und in seiner Stärke hat sie überwunden. Maria wusste ganz genau, dass sie es aus sich nicht schaffen kann, die Sünden in ihrem Leben zu überwinden. Sie brauchte Jesus und sie hat Jesus und seine Stärke in Anspruch genommen. Durch seine Gnade wurde sie Teilhaberin der göttlichen Natur. Sie, die gefallen und eine Behausung der Dämonen geworden war, war es, die zu seinen Füßen saß und von ihm lernte. Denn sie war die Schwester von Martha und Lazarus. Sie war es auch, die das kostbare Öl auf sein Haupt goss und seine Füße mit ihren Tränen benetzte. Das war im Haus des Simon, wo sie verspottet wurde, weil sie so kostbares Öl verwendete, um Jesus zu salben. Sie stand am Fuß des Kreuzes und folgte ihm zum Grab. Sie war nach der Auferstehung als Erste bei der Gruft und sie war die Erste, die den auferstandenen Heiland verkündigte.

[46:50] Jesus kennt den Zustand jeder Menschenseele. Du magst sagen, ich bin voller Schuld und Sünden, das ist wahr. Aber je unwürdiger du bist, desto mehr brauchst du die Kraft deines Heilandes. Er stößt keinen Weinenden und keinen Bußfertigen von sich. Was für ein tröstlicher Abschnitt und was für ein schönes Bild wir hier bekommen, wie Jesus auch mit Unsündern arbeitet, dass er nicht einen Versuch und zwei Versuche unternimmt und dann es sein lässt. Maria, und das wissen wir aus der Bibel, hat sie sieben Dämonen, siebenmal war sie gefangen in der Sünde und Jesus hat sie siebenmal davon befreit und er hatte wirklich Geduld mit ihr und so hat er auch Geduld mit uns.

[47:40] Zurück zum Hohelied und unserem Thema der Liebe. Das Wort erkennen ist in der Bibel ein Wort, was in vielerlei Hinsicht verwendet wird. Wir finden es in 1. Mose 4 Vers 1 zum ersten Mal. Dort heißt es: Und Adam erkannte seine Frau Eva und sie wurde schwanger und gebar den Kain und sie sprach: Ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des Herrn. Hier wird das Wort erkennen benutzt als diese oder verwendet, um diese Intimität zu beschreiben, dass Adam und Eva ein Fleisch wurden. Aber auch im geistlichen Kontext verwendet die Bibel dieses Wort, wenn wir in Johannes 17 Vers 3 schauen. Das ist auch ein ganz bekannter Vers, den ihr alle kennt. Johannes 17 Vers 3, das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen. Und dass die Bibel quasi dieses Wort für die Intimität zwischen Menschen gebraucht und auch für die geistliche Verschmelzung mit Gott zeigt uns, wie Gott sich eigentlich diese geistliche Intimität mit uns Menschen vorstellt. Und einen Vers möchte ich noch dazu mit euch anschauen. In 1. Korinther 8 und dort Vers 3. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt.

[49:16] Ein Fleisch werden ist eigentlich sozusagen, also ein Fleisch im körperlichen Sinne ist dasselbe sozusagen wie ein Geist werden mit Gott. Diese tiefe Beziehung, diese Intimität, die finden wir auch in 1. Korinther 6 Vers 17, wo es heißt: Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. Ja, dass Eins werden in der Ehe muss auf Gegenseitigkeit beruhen. Nur dann ist diese Intimität etwas Schönes und etwas Bereicherndes. Ebenso ist es auch mit der geistlichen Intimität zwischen Gott und Mensch. Gott zwingt niemanden von uns, ihn zu lieben. Er lässt uns den freien Willen, denn nur dann ist diese Liebe echt und in der Form, wie sie 1. Korinther 13 beschreibt. Also ist diese körperliche Liebe, die Gott uns geschenkt hat, ein echtes Bild darauf, wie die Zuneigung zwischen Gott und uns Menschen funktioniert.

[50:30] Im Gegensatz dazu gibt es jedoch auch religiöse Systeme, die immer wieder versucht haben, die Liebe zu Gott zu erzwingen. Durch Glaubenszwang oder durch Verfolgung, auch wie wir sie im Mittelalter sehen, wo Menschen einfach dazu gezwungen wurden, in die Kirche zu gehen und Gott anzubeten und alle diese Dinge. In der Bibel wird diese Kirche, die das getan hat, eine Hure genannt. Sie hat sozusagen die Beziehung zwischen Gott und Menschen gegen Geld angeboten, in Form von Ablässen oder Ähnlichem. Ja, man hat in der Zeit mit dem Glauben gehandelt, oder die Kirche hat mit dem Glauben gehandelt, so wie man eigentlich mit Geld handelt und so wie eine Hure Liebe gegen Geld gibt. Das ist nicht in Gottes Sinne gewesen und das ist nicht das, wie Gott sich die Liebe von uns zu ihm und ihm zu uns vorstellt.

[51:38] Den letzten Aspekt, den ich aus dieser Lektion beleuchten möchte, finden wir in 1. Korinther 6, Vers 18. Dort haben wir schon vorhin diesen Text gelesen. Vers 18, 19 und 20, dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind. Und da möchte ich jetzt zum Schluss noch ein bisschen drauf eingehen. Gott möchte, dass wir auch auf dem Gebiet der Sexualität ein Tempel Gottes sind. Daher sind in der Bibel auch einige Dinge aufgelistet, die diesen Tempel entehren, auch im sexuellen Sinne. Ihr könnt diesen Abschnitt lesen, in 3. Mose 20, Vers 7 bis 21. Dort sind verschiedene Dinge aufgezählt. Ich fasse es kurz zusammen. Es wird erwähnt, der Inzest, der Ehebruch, Sodomie, also Sexualität zwischen Tieren und Menschen, die Homosexualität und einige andere Dinge, die Gott als Entehrung des menschlichen Tempels betrachtet.

[52:42] Ja, diese Dinge aus 3. Mose 20, die ziehen laut dem Text den Tod nach sich, sofern die Reue ausbleibt und Vergebungen, die Jesus ja geben möchte, nicht in Anspruch genommen werden. Wir lesen dazu einmal Sprüche 28 und dort den Vers 13. Sprüche 28 und dort den Vers 13. Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen. Wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. Jesus möchte so gerne vergeben. Jesus möchte, dass wir ihm unsere Sünde bringen. Er möchte uns Reue schenken und er hat kein Gefallen daran, die Sünder umzubringen. Ganz im Gegenteil. Deswegen möchte er unbedingt, dass wir zu ihm kommen und auch die schmutzigsten Sünden, die wir begangen haben, ihm zu Füßen legen und er möchte uns reinigen. Jesus vergibt, wie bereits erwähnt, auch Maria Magdalena, der Ehebrecherin und sagt zu ihr in Johannes 8 Vers 11: So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige hinfort nicht mehr. Er sagt nicht einfach, ich verurteile dich nicht. Geh, sondern er sagt, ich verurteile dich nicht und ab jetzt bist du ein neuer Mensch, weil ich dir vergeben habe. Und diese Chance haben wir jedes Mal aufs Neue, wenn wir Vergebung in Anspruch nehmen, dass wir gerechtfertigt stehen vor Gott, dass wir keine Sünde mehr an uns haben, dass wir wirklich einen Neuanfang starten können. Und von da aus findet dann die Heiligung und dieser Prozess statt.

[54:36] Gott schenkt Veränderung in uns Menschen. Diesen Gedanken finden wir auch in 1. Thessalonicher 5 Vers 23 und 24. Er selbst, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und euer ganzes Wesen, der Geist und die Seele und der Leib möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch beruft, er wird es auch tun. Wir müssen uns Jesus zur Verfügung stellen, müssen sagen: Jesus, an mir ist nichts Gutes, bitte verändere mich. Das ist alles, was wir tun können. Und dann tut Jesus Wunder in uns Menschen. Und wir sind der göttlichen Natur teilhaftig, so wie es auch Maria Magdalena geworden ist. Und dann werden wir zu den Menschen, die Gott eigentlich geplant hat und zu dem Ebenbild Gottes wiederhergestellt, was Gott gewollt hat.

[55:40] Auch wenn jemand mit Sexualität und mit sexuellen Praktiken Probleme hat und wenn auch sexueller Ehebruch in Gedanken stattfindet, wenn man Probleme mit Selbstbefriedigung hat oder auch mit Pornografie kämpft, dann kann Gott dir helfen, diese geschlechten Gedanken und Praktiken abzulegen und loszuwerden. Die Bibel ist reich an Verheißungen und Gottes Gnade macht vor diesen Dingen keinen Halt, sondern es gibt für alles Vergebung und Heilung und Heiligung. Einen schönen Vers dazu finden wir in 2. Korinther 5, Vers 10. Dort heißt es, denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den... Nein, jetzt bin ich wieder falsch mit meinem Vers hier. Dann gucken wir mal in 1. Korinther 5, Vers 10. Habe ich mich vielleicht vertippt? Ne, auch nicht. Dann fasse ich den Gedanken kurz zusammen. Es geht darum, dass Gott jeden ungehorsamen Gedanken gefangen nehmen kann und dass wir einfach nur Jesus sagen müssen: Bitte nimm diese schlechten Gedanken und nimm sie gefangen und wirf sie weg. Und es gibt eine tolle Aussage von Ellen White, wo sie sagt: Wenn du merkst, dass du einen schlechten Gedanken hast, dann schick ihn weg und sag es meinetwegen laut und sag: Weg mit dir, ich will nicht daran denken. Und ich glaube, das ist ein ganz praktischer und ganz einfacher Ratschlag, den wir beherzigen können, wenn wir mit sexuellen Versuchungen konfrontiert sind.

[57:38] Ja, Gott schuf die Sexualität und die körperliche Liebe zur Freude und Vertiefung der ehelichen Beziehung. Das können wir als Fazit von dieser Betrachtungswoche festhalten. Und wenn sie in diesem Rahmen stattfindet, dann ist sie dem Menschen zum Segen. Die Liebe, die wir in Hohelied 8 Vers 6 und in 1. Korinther 13 finden, das ist die Liebe, die wir zu Gott und die wir zueinander unter uns Menschen haben sollten. Keine oberflächliche Liebe, sondern ernst gemeinte Liebe. Liebe, die Bestand hat, die unauslöschlich ist, die nie aufhört. Diese erste Liebe, die wir im Hohelied so schön beschrieben finden, ist eine reine und zarte und schöne Liebe. Diese Liebe möchte Gott auch von dir. Er zwingt uns nicht, ihn zu lieben, so wie man auch keine Liebe von einem anderen Menschen erzwingen kann, sondern er möchte sie, dass wir sie ihm freiwillig geben.

[58:40] Ich möchte schließen mit einem Zitat aus dem Buch Daughters of God, auf Seite 180. Dort heißt es: Die Ehe, wenn sie in Reinheit und Heiligkeit, Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit geschlossen wird, ist eine der größten Segnungen, die der Menschheit geschenkt wurde. In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Vorbereitung auf die Sabbatschulektion. Ihr werdet das Manuskript unter dem Video finden und ich werde auch ein paar Vorschläge für Fragen hineinschreiben, die ihr in der Sabbatschulgruppe am Sabbat stellen könnt. Und ihr findet dort auch die Referenzen zu den etwas längeren Zitaten. Und ja, es gibt, ein kleiner Tipp noch am Ende, es gibt jede Woche in Weizitate, passend zur Sabbatschulektion, auch auf der Seite www.advent-verlag.ch www.advent-verlag.ch. Dort findet ihr ganz, ganz herrliche, passende Zitate, auch zu diesem Thema und auch in jeder weiteren Woche. Das nur zum weiteren und vertiefenden Studium.

[59:56] Und dann würde ich gerne mit euch mit einem Gebet abschließen. Lieber Jesus, du hast uns die Liebe geschenkt, die zwischen Mann und Frau herrscht, die zwischen uns Menschen herrscht und du hast uns auch tiefe Liebe entgegengebracht. Du hast uns schon geliebt, als wir noch Sünder waren. Du hast den Vorschuss geleistet. Du hast den ersten Schritt getan, Herr, weil du weißt, dass aus uns keine Liebe entspringen kann. Alle Liebe, die in uns ist, die schenkst du. Und ich möchte dich bitten, dass wir diese reine und schöne und unschuldige Liebe erleben dürfen. Diese Liebe, die nie aufhört, die nicht prahlt und die sich nicht hervortut, sondern diese Liebe, die demütig ist und die sanft ist. Herr, schenk uns ein gesegnetes Sabbatschulgespräch über dieses Thema und das Hohelied und dafür danke ich dir in deinem Namen. Amen. Bis zum nächsten Mal, zur nächsten Woche bei der CESA.


Lizenz

Copyright ©2019 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.