[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge hier bei joelmedia.de zur Christ Study Hour. Heute mit dem Thema: "Denke daran und vergiss nicht" – die zehnte Woche unserer Lektion über 5. Mose. Bevor wir anfangen, wollen wir Gott bitten, dass er mit uns ist. Dazu lade ich euch zu einem Gebet ein.
[0:56] Lieber Vater im Himmel, ich danke dir für die Christ Study Hour. Ich danke dir, dass wir das Lektionsheft haben, das uns auch weltweit verbindet, so dass wir alle mehr aus deinem Wort studieren können. Herr, du möchtest unser Lehrer sein, du möchtest unseren Blick und unsere Gedanken lenken, dass wir nicht immer bei vergänglichen Dingen verweilen, sondern dass wir uns zu dir wenden. Ich bitte dich, dass du jetzt störende Einflüsse von uns fernhältst, dass du uns erkennen lässt, was deine Botschaft an uns persönlich ist. Und bitte schenke uns auch die Kraft, dass wir in unserem Alltag uns völlig dir übergeben. Das bitte ich im Namen Jesu. Amen.
[2:04] Lasst uns gemeinsam den Merksatz aufschlagen, den wir in 5. Mose 9, Vers 7 finden. Wenn wir über das "daran denken" oder "sich erinnern" reden, wie es auch heißt, dann ist dieser Vers ganz besonders. Denn es heißt: "Denke doch daran und vergiss es nicht, wie du den Herrn, deinen Gott, in der Wüste erzählst hast, von dem Tag an, als du aus dem Land Ägypten ausgezogen bist, bis zu eurer Ankunft an diesem Ort seid ihr widerspenstig gewesen gegen den Herrn."
[2:53] Und mich hat dieser Vers im ersten Moment etwas irritiert, um ehrlich zu sein. Denn wenn wir uns an Dinge erinnern, dann möchten wir möglichst schöne holen. Deswegen kauft man sich ja zum Beispiel, wenn man in den Urlaub fährt, ein Souvenir, das auch auf Deutsch gesagt, eigentlich ein Erinnerungsstück ist. Oder Denkmäler sind oft etwas, womit wir was Positives oder Erinnerungswürdiges verbinden. Aber hier spricht Gott etwas an, was eigentlich sehr negativ ist. Sie sollten sich daran erinnern, dass sie den Herrn, ihren Gott, in der Wüste erzähllt hatten.
[3:47] Dass dieses Wort "erinnern" auch hervorheben, erkennen, erwähnen oder beachten, sich ins Gedächtnis rufen, was damit verbunden ist, sich mehr Gedanken darüber zu machen, und letztendlich ist das dann auch ein Appell, dass wir aus unseren Fehlern lernen sollten. Beziehungsweise hier richtet sich ja an das Volk Israel, und sie sollten daran denken, wie sie früher waren. Aber wie wir später auch jetzt noch merken werden, auch mit Gott gehandelt hat, trotz ihrer Halsstarrigkeit.
[4:32] Wenn ihr euer Lektionsheft aufschlagt, dann steht am Sonntag da, dass dieses Wort "denkt dran" oder "gedenke" zum ersten Mal in 1. Mose 9 erwähnt wird. Und so leid es mir tut, hier muss sich eine Korrektur anbringen: Das allererste Mal finden wir dieses Wort in 1. Mose 8, und zwar in 1. Mose 8, Vers 1. Da steht nämlich: "Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war, und Gott ließ einen Wind über die Erde gehen, so dass die Wasser fielen."
[5:22] Also, bevor es überhaupt heißt: "Denke daran" oder "vergiss das nicht", stellt hier Gott: "gedachte an Noah". Und wie wir schon mehrmals gesehen haben, ist Gott immer wieder ein Vorbild für uns. Gott erfüllt, bevor er uns etwas aufträgt, das erst mal selbst. Außerdem ist hier dieses große Versprechen oder diese schöne Gedanke: Gott denkt an uns sterbliche Menschen. Gott gedachte an Noah.
[6:03] Genau so finden wir Beispiele dazu, wie Gott an Menschen denkt. Zum Beispiel in 1. Mose 19, Entschuldigung, und dort Vers 29, wo es heißt: "Und es geschah, als Gott die Städte in jener Ebene verderbte, da gedachte Gott an Abraham und er führte Lot aus dem Verderben, als er die Städte verderbte, in denen Lot gewohnt hatte." Auch in 2. Mose 2, Verse 23 bis 25, da dachte Gott an Israel, das in Ägypten war und so viel Lasten zu tragen hatte, so ein schweres Los. Gott hat sich nicht einfach abgewendet, sondern dran gedacht.
[6:58] Erst uns als ein gutes Beispiel darin, niemanden zu vergessen. Und was uns dabei auch auffällt, ein weiteres Beispiel haben wir noch in 1. Samuel 1, und dort Vers 19. Der heißt es: "Und am anderen Morgen machten sie sich früh auf und beteten an vor dem Herrn und sie kehrten wieder um und kamen heim nach Rama. Und Elkana erkannte seine Frau Hanna, um die es ja dann in der weiteren Geschichte auch geht." Und daher gedachte an sie.
[7:38] Und wenn wir uns diese Beispiele anschauen – es gibt sicherlich noch mehr – dann merken wir, wenn Gott an Menschen dachte, dann immer ihnen zum Guten. Und wie oft ist es so, dass wir, wenn wir an andere Menschen denken, vielleicht sie sehr schnell abstempeln oder denken: "Also Sophie XY hat sich mir gegenüber letztens verhalten, das war gar nicht gut." Aber wenn Gott an die Menschen denkt, dann sieht er in ihnen das Gute, dann hört er auf ihre Gebete, passiert ihre Not und es weckt in ihm ein Mitgefühl, das auch gerne helfen möchte. Und ich denke auch, das können wir uns von Gott abschauen.
[8:45] Oft war es auch so, dass Gott dann, nachdem diese Worte "Gott gedachte an jemanden" da stehen, dass er dann auch kurze Wunder gewirkt hat und im Leben dieser Menschen eingegriffen hat.
[9:20] Lasst uns noch Psalm 25, Verse 6 und 7. "Gedenke, o Herr, an deine Barmherzigkeit und an deine Gnade, die von Ewigkeit her sind. Gedenke nicht an die Sünden meiner Jugend und an meine Übertretungen. Gedenke aber an mich nach deiner Gnade." Dieses Gebet, dieser Psalm drückt aus, dass wir auch Gott bitten können: "Herr, denke daran, vielleicht auch daran, was du mir versprochen hast. Denke daran, wie gut du schon einmal zu mir warst, Herr. Ich brauche deine Hilfe jetzt wieder." So können wir zu Gott kommen, so können wir zu ihm beten.
[10:07] Jetzt hatten wir in dem Sabbat Schulheft diese Geschichte von Noah, wo es dann heißt, dass Gott, wenn er den Bogen in die Wolken setzt, dass er an den Bund denken wird, den er mit den Menschen geschlossen hat, als er sagte: "Die Welt wird nie wieder durch so eine verheerende Flut zerstört werden."
[10:39] In den Schriften von Ellen White finden wir eine Aussage dazu, wo es heißt: "Der Bogen steht für die Liebe Christi, die die Erde umgibt und bis in den höchsten Himmel reicht, die Menschen mit Gott verbindet und die Erde mit dem Himmel verknüpft."
[11:01] Also, dieser Bogen, dieses Denkmal oder Erinnerungsstück war ein Zeichen dafür, dass Gott sich mit den Menschen verbindet und den Himmel und die Erde verknüpft. Ist das nicht ein schöner Gedanke? Ich denke auch, wenn wir immer mal wieder einen Regenbogen sehen, dann dürfen wir uns daran erinnern, dass Gott mit den Menschen...
[11:38] Hier heißt es auch weiter: "Die Familie Noahs blickte mit Bewunderung und andächtiger Ehrfurcht, gemischt mit Freude, auf dieses Zeichen der Barmherzigkeit Gottes, das den Himmel überspannte."
[11:57] Dann kommt es: "Der Bogen steht für die Liebe Christi, die die Erde umspannt und bis in die höchsten Himmel reicht, die Menschen mit Gott verbindet und die Erde mit dem Himmel..." Wenn wir diesen schönen Anblick betrachten, können wir uns in Gott freuen, uns sicher sein, dass Gott auf dieses Zeichen seines Bundes blickt und dass er dabei an die Kinder der Erde denkt, denen er gegeben wurde. Ihre Nöte, Gefahren und Prüfungen sind Gott nicht verborgen.
[12:33] Wir dürfen uns der Hoffnung erfreuen, denn der Bogen des Bundes Gottes ist über uns gespannt. Er wird die Kinder seiner Fürsorge niemals vergessen. Was ist es doch, was für ein schöner Gedanke, was seine Zuversicht, dass Gott uns nicht vergisst.
[12:59] Aber jetzt heißt es ja auch, dass wir nicht vergessen sollen. Und die Frage stellt sich natürlich: Was sollen wir nicht vergessen? Wie gesagt, dieses "sich erinnern" und "nicht vergessen" hat ja sehr viel mit dem Verstand und dem Denken zu tun. Und so wollen wir schauen, worüber wir nachdenken sollen.
[13:23] Schlag mit mir auf 5. Mose 4, Verse 32 bis 39. "Denn frage doch nach den früheren Tagen, die vor dir gewesen sind, von dem Tag an, als Gott den Menschen auf Erden erschuf, und von einem Ende des Himmels bis zum anderen Ende des Himmels, ob sie etwas so Großes geschehen oder je Gleiches gehört worden ist. Hat je ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer reden gehört, wie du sie gehört hast, und ist dennoch am Leben geblieben? Oder hat je ein Gott versucht, hin zu gehen und sich ein Volk mitten aus einem anderen Volk herauszunehmen durch Prüfungen, durch Zeichen, durch Wunder, durch Kampf und durch eine mächtige Hand und durch einen ausgestreckten Arm und durch furchterregende große Taten, wie das alles der Herr, dein Gott, für dich in Ägypten getan hat vor deinen Augen? Dir ist es gezeigt worden, damit du erkennst, dass der Herr, dein Gott, ist und keiner sonst als er allein. Er hat dich vom Himmel her seine Stimme hören lassen, um dich zu unterweisen, und auf Erden hatte dir sein großes Feuer gezeigt, und du hast seine Worte mitten aus dem Feuer gehört. Und weil er deine Väter liebte und ihren Samen nach ihm erwählt hatte, dich mit seinem Angesicht, durch seine große Kraft aus Ägypten herausgeführt, um größere und stärkere Völker als du es bist, vor dir zu vertreiben und um dich her zu bringen und ihr Land zum Erbteil zu geben, so wie es heute der Fall ist. So sollst du nun heute erkennen und es dir zu Herzen nehmen, dass der Herr, der Herr, alleine Gott ist, oben im Himmel und unten auf Erden, und keiner mehr sonst."
[15:42] Das war jetzt ein langer Abschnitt, in dem viel drin steckt. Und wenn wir das ein bisschen analysieren, dann merken wir recht schnell: In Vers 32 heißt es schon: "Frage nach den früheren Tagen." Also, der Verweis ist recht oft in die Vergangenheit. Kein Wunder, wir können uns ja nur an etwas erinnern, das schon geschehen ist. Aber auch so, in unserem Denken insgesamt, ist es gut, Dinge immer wieder zu überdenken und nicht einfach so hinter sich zu lassen.
[16:21] Also, wir sollen uns mit der Vergangenheit beschäftigen. Und wenn wir zum Beispiel in dem Buch "Erziehung" lesen, dann spricht Ellen White immer wieder von "heiliger Geschichte". Wisst ihr, es ist ja auch unsere Bibel kein Geschichtsbuch universal über alle Menschheitsgeschichte, obwohl doch sehr viel drin steckt. Es gibt hauptsächlich darum, wie Gott in der Geschichte gewirkt hat, wie Menschen mit ihm zusammen gelebt haben. Und deswegen ist es für uns wichtig, dass wir uns auch über gerade diese Dinge Gedanken machen.
[17:07] Ein weiterer Punkt, der in Vers 32 angesprochen wird, ist die Schöpfung. Hier heißt es: "Als Gott den Menschen auf Erden erschuf." Die Schöpfung ist auch etwas Denkwürdiges. Vielleicht kennt ihr auch diese Empfehlung oder diesen Rat, dass wir uns gerade am Sabbat, Gott uns extra Zeit geschenkt hat, dass wir uns Gedanken über die Schöpfung machen sollen. Und damit ist es nicht nur die Natur gemeint, sondern auch die Schöpfung an sich, dass Gott wirklich in sechs Tagen Himmel und Erde geschaffen hat und am siebten Tag hat er geruht.
[18:05] Lasst uns dazu auch noch in Prediger 12, Vers 1 aufschlagen. Da steht: "Und gedenke an deinen Schöpfer." Natürlich ist mit der Schöpfung auch der Schöpfer verbunden. Und Gott sieht es nicht unbedingt vor, dass wir am Sabbat ja viel Zeit draußen verbringen, aber ihn darüber vergessen. Nein, im Gegenteil, die Schöpfung weist uns auch zu ihm selbst.
[18:40] Was hier in diesem Vers im Prediger 12, Vers 1, noch interessant ist, ist, dass hier steht: "Denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herwandern, von denen du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht." Also, ein besonderer Aufruf an unsere Jugend, aber auch ein Aufruf, dass wir uns vorsorglich die richtigen Gedanken machen sollen. Denn es werden Tage kommen, die bösen, wie es hier heißt. Und dann wird es uns viel helfen, wenn wir uns vorher schon die richtigen Gedanken gemacht haben, Dinge durchdacht haben, die wir dann brauchen werden.
[19:43] In Vers 33 zurück zu 5. Mose 4, und dort in Vers 33 wird ja die Frage gestellt: "Hat je ein Volk die Stimme Gottes mitten aus dem Feuer reden gehört?" Also, es geht darum, dass Gott zu uns Menschen spricht, und das ist auch etwas, worüber und wobei unsere Gedanken mehr verfallen sollten. Gott spricht mit uns.
[20:08] Und so leicht hören wir weg, ignorieren, was Gott uns zu sagen hat. Die Bibel als ein Buch können wir so leicht ins Regal stellen, das ist übrigens der schlechteste Platz für eine Bibel. Ganze Seite, möglichst viel gebraucht werden. Aber Gott sagt: "Denkt auch darüber nach. Ich rede mit dir, denkt darüber nach."
[20:38] Es geht nicht nur darum, dass wir viel Bibelwissen anhäufen, und ich denke, das habe ich auch schon wiederholt in früheren Folgen gesagt, sondern es darum, dass wir auch verstehen, was Gott uns sagt.
[21:03] Dann merken wir auch in 4,33, dass Gott Gefallen daran hat, wenn Menschen leben. Er ist ein Lebenserhalter, er ist einer, der sich um uns sorgt und um unsere Gesundheit auch bemüht ist. Und er bemüht sich aktiv um sein Volk. Das sehen wir in Vers 34, das sehen wir auch dann später in Vers 37. Gott tut so viel für uns.
[21:42] Das ist auch ein ganz, ganz wichtiger Punkt. Denn es gibt Geschwister, die ihr Leben viel mit Gott... die waren jahrelang in der Gemeinde und doch treffen sie irgendwann die Entscheidung: "Ich glaube nicht mehr an Gott." Gott, es ist leider so, dass es solche Menschen gibt, und es ist ja auch ihre freie Entscheidung. Aber oft geht damit auch einher, dass sie einfach vergessen, was Gott für sie getan hat.
[22:23] Vielleicht hat Gott so große Dinge in ihrem Leben getan, dass es gar nicht leicht ist, sie zu vergessen, und sie müssen sie wirklich aktiv ignorieren. Aber das ist etwas, was wir niemals tun sollten. Ich kann mich erinnern, einmal nach einem Gottesdienst, wo ich auch etwas als Zeugnis erzählen sollte, dass ich entweder mit dem Auto dann nach Hause gefahren... und ich redete so mit einem Bruder, was der Gemeinde muss, sagte ich: "Weißt du, ich habe Gott erlebt, und das hat in meinem Leben so einen Eindruck hinterlassen, dass selbst wenn ich heute sagen würde: 'Ich habe keine Lust mit zur Gemeinde zu gehen, diese ganzen Regeln und Gebote und auch ich möchte jetzt mal mein eigenes Leben führen', ich könnte es nicht, weil ich habe Gott erlebt und ich kann nicht einfach sagen: 'Ihn gibt es nicht'."
[23:37] Es würde mein Gewissen nicht zulassen. Und ich hoffe, dass jeder von uns schon so Erfahrungen mit Gott gemacht hat, dass wir sagen müssen: "Es gibt Gott, ich kann es nicht leugnen."
[24:00] In Vers 34, wenn wir jetzt weiter gehen, dann heißt es ja: "Oder hat je ein Gott versucht, hin zu gehen und sich ein Volk mitten aus einem anderen Volk herauszunehmen?" Da sehen wir wieder: Gott bemüht sich um sein Volk. Und Gott hat Israel damals ausgewählt, dass sie ein besonderes Völkchen sind.
[24:28] Später im Neuen Testament merken wir, es ist nicht nur, dass dieses buchstäbliche Israel dabei gemeint, und vor allen Dingen, dass es ja so ist, dass Gott die Menschheit erwählt hat, dass Jesus für sie stirbt. Was für ein großes Vorrecht, auch ein Vorrecht, über das wir uns mehr Gedanken machen dürfen.
[25:00] Wenn wir ein bisschen springen in der 37, da steht: "Und weil deine Väter liebte und ihren Samen nach ihm erwählt hat." Das ist eben wieder diese gleiche Gedanke: Hat dich mit seinem Angesicht, durch seine große Kraft aus Ägypten herausgeführt.
[25:20] Und wir wollen dazu Matthäus 18, Vers 12 lesen. Hier steht: "Was meint ihr? Das wird auch anders übersetzt, mit: Was denkt ihr, wenn ein Mensch 100 Schafe hat und es fährt sich eines von ihnen, lässt er nicht die 99 auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte?"
[25:54] Das ist ein Gleichnis, das uns gut bekannt sein sollte. Ansonsten gerne lesen, sehr wertvoll. Das zeigt, dass Gott für ein Schaf, für einen Menschen, hätte er es getan. Für eine Menschheit hat er seinen Sohn gegeben, hat sich aufgemacht. Und dieses "Was denkt ihr?" scheint wie eine rhetorische Frage, aber das soll uns eigentlich zum Denken erst überhaupt anregen.
[26:36] Es gibt diesen Absatz im Leben Jesu, Ostseite 67, wo steht: "Es würde für uns gut sein, täglich eine stille Stunde über das Leben Jesu nachzudenken. Wir sollten das ganze Erdenleben Jesu auf Erden, in allen Einzelheiten, besonders aber die letzten Tage, in unserem inneren Auge vorüberziehen lassen."
[27:05] Wenn wir in dieser Weise bei dem Opfer verweilen, das er für uns gebracht hat, wird unser Vertrauen wachsen, unsere Liebe zu ihm lebendiger werden und am Ende werden wir tiefer mit seinem guten Geist erfüllt sein.
[27:23] Wenn wir gerettet werden wollen, müssen wir am Fuße des Kreuzes Reue und wahre Demut lernen. Da merken wir, dass dieses Zitat findet ihr übrigens auch wieder hinten in die Lektion.
[27:42] Dann also, wenn wir das lesen, dann merken wir, Gott möchte uns so viel Gutes schenken. Er möchte uns Jesu Demut lernen lehren. Er möchte, dass wir noch mehr mit dem Heiligen Geist erfüllt werden und dass unsere Liebe zu ihm lebendig... Und deshalb ist es wichtig, dass wir darüber sprechen.
[28:08] Im Buch "Schritte zu Jesus" oder auch "Der Weg zu Christus" werden Fragen gestellt. Das sind Fragen, die sehr persönlich sind, aber die so essenziell sind und auch irgendwie so einfach, dass wir uns immer mal wieder hinsetzen sollten, uns darüber ja wirklich Gedanken machen sollten, indem wir unsere Herzen erforschen. Hier heißt es: "Wer besitzt unser Herz? Womit beschäftigen sich unsere Gedanken und worüber reden wir so gern? Dem gehören unsere wärmsten Gefühle und unsere besten Kräfte."
[28:58] Sind wir wie Christi Jünger, so ist unser Hauptaugenmerk auf ihn gerichtet, unsere tiefsten Gefühle wurzeln in ihm. Alles, was wir sind und haben, ist ihm gewidmet.
[29:14] Also, das sind die einzelnen Punkte. Und vielleicht als Übersicht könnt ihr euch dann später auch noch mal das Sendemanuskript anschauen. Das sind diese Punkte, die wir überdenken sollten: Vergangenheit, heilige Geschichte, die Schöpfung, aber auch was Gott in unserem Leben für uns tut, wie sehr er sich um uns bemüht. Und auch über Jesu Leben. Das sind so ganz essenzielle Dinge, über die wir nachdenken sollten.
[29:50] Was hilft uns jetzt, dass wir nicht vergessen? Vielleicht kennt ihr das, wenn man im Alltag so viel zu tun hat und an zu viele Dinge gleichzeitig denken muss, dann kann man sich gar nicht alles merken und irgendwas geht dann mal unter. Deswegen ist es gut, wenn man sich auch so manche Denkhilfe baut.
[30:19] Und so lasst uns 5. Mose 4 noch einmal heranziehen, wo ein ganz praktischer Rat gegeben wird. 5. Mose 4, 14, 9: "Nur hüte dich und bewahre deine Seele wohl, dass du die Geschehnisse nicht vergisst, deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen weichen alle Tage deines Lebens, sondern..."
[30:57] Jetzt kommt der Rat: "...du sollst du deinen Kindern und Kindeskindern verkünden." Wir sollen weiter sagen, was wir gehört haben, denjenigen weitersagen, die noch nichts davon wissen, vielleicht Menschen, die Gott noch gar nicht erlebt haben. Sollen wir von ihm erzählen.
[31:22] Kinder implizieren aber auch, dass man es irgendwie vereinfacht, irgendwie hier unterbrechen muss. Und da muss sich immer wieder an einen Bruder denken, der die Geschichte von Israel bei uns in der Kinder-Selbstschule gehalten hat.
[31:40] Oder es erinnert mich auch daran, dass mein Papa früher, als ich noch klein war, mein Bruder und mir immer seine Predigten gehalten hat. Und seine Devise war: Wenn die Kinder verstanden haben, dann können das Erwachsene auch verstehen. Obwohl er manchmal schwierige Geschichten kam und manchmal ja im Nachhinein habe ich erst, als ich größer wurde, verstanden, worum es eigentlich so richtig ging. Aber das ist ein sehr guter Hinweis: Wir sollen weitergeben, möglichst an Kinder, aber ansonsten auch an andere Menschen, was wir von Gott gelernt haben.
[32:31] Auch in 1. Mose 1 und dort Vers 18 und 19 geht es genau darum, anderen etwas weiter zu sagen. Nämlich haben wir die Geschichte von Abraham. Und Abraham hat sich in dieser Hinsicht sehr tugendhaft erwiesen. 1. Mose 18, Vers 19, da heißt es: "Denn ich habe ihn erwählt, dass er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm gebiete, den Weg des Herrn zu bewahren, indem sie Gerechtigkeit und Recht üben, damit daher auf Abraham kommen lasse, was er ihm verheißen hat."
[33:55] Dieses "Ich habe ihn erwählt" – vielleicht nicht so ganz klar. Letztendlich heißt es, Gott wusste schon, dass Abraham jemand ist, der es auch gewisslich weiter sagen wird. Es hat auch etwas mit diesem Mann, Vertrauen gewissermaßen zu tun.
[34:16] In 5. Mose 11, Vers 19, da steht: "Und ihr sollt sie eure Kinder lehren, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Haus sitzt oder wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst." Als denn so ganz simple Beschäftigungen oder Gewohnheiten eigentlich, die wir im Alltag tun. Und das soll uns das Wort Gottes immer begleiten.
[35:01] 5. Mose 6, Vers 8: "Und du sollst sie zum Zeichen auf deiner Hand binden und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein." Wird später auch das dann in der Bibel noch sehr relevant. Schlichtweg und ergreifend geht es hier darum, das Wort Gottes immer irgendwie vor Augen zu haben.
[35:31] Vielleicht auch nicht buchstäblich vor Augen, aber vor unserem geistigen Auge. Also, wir sollen uns immer wieder darüber Gedanken machen. Es ist ganz wichtig, denn das Wort Gottes wird mit unserem Alltag, mit unserem Leben verknüpft. Wenn wir sollen wissen, wie wir es umsetzen.
[35:59] Und ich hatte da auch vor einiger Zeit ein Erlebnis. Vor einiger Zeit ist es jetzt schon, ziemlich lange her, habe ich mal so kleine Kärtchen geschrieben und die mir in den Geldbeutel und überall, irgendwohin verstreut, in die Jackentasche zum Beispiel. Habe ich Bibelverse draufgeschrieben, um die dann nach und nach so ein bisschen auswendig zu lernen.
[36:24] Und ich hatte diese Woche eine Herausforderung, wo ich gemerkt habe, irgendwie, es ist so unruhig. Und ja, ich weiß es gar nicht eigentlich. Möchte ich runterkommen, mir keine Sorgen machen, aber Herr, du musst mir dabei helfen. Dann bin ich mit dem Auto zwischen einen Termin gefahren, wo ja, womit die Herausforderung zusammenhing.
[36:52] Und in meine Autotür hatte ich so ein Kärtchen. Auf dem Kärtchen stand Psalm 62, Vers 3: "Du bist angesprochen werden, dass wir auf Gott vertrauen sollen, dass wir unser Herz vor ihm ausschütten sollen und auch, dass wir da, dass Gott unsere Zuflucht ist." Und das hat mich so erhoben in dem Moment. Ich bin Gott wirklich dankbar.
[37:24] Also, wenn wir uns diese Denkhilfen schaffen oder auch, wenn wir eben Gottes Wort immer vor uns haben, dann wird er es auch genau im richtigen Zeitpunkt zu unserem Herzen sprechen.
[37:39] Lassen in 5. Mose 4, Vers 39: "So sollst du nun heute erkennen und es dir zu Herzen nehmen." Es geht also nicht um oberflächliches Nachdenken, wie ich jetzt schon betont habe, sondern dass es uns wirklich zu Herzen geht, dass der Herr der alleinige Gott ist, oben im Himmel und unten auf Erden, und keiner sonst.
[38:13] Und gerade dieser Punkt, dass es nur einen Gott gibt, das kommt immer wieder vor. Klingt manchmal vielleicht etwas überflüssig, aber das ist es überhaupt nicht. Es gibt nur Gott, und Gott sollte an erster Stelle unserem Leben stehen. Wir sollten uns mehr Gedanken über ihn machen.
[38:40] Ja, wann sollen wir denn darüber nachdenken? Wenn wir wenig Zeit haben, vielleicht auch hier finden wir Praxistipps in der Bibel.
[38:51] Psalm 63, Vers 6: "Genau, dann hatte ich mir jetzt falsch aufgeschrieben. Wenn ich an dich gedenke auf meinem Lager, in den Nachtwachen sinne über dich." Wer spricht hier? David spricht hier von seinem Herrn, von Gott, wie wir in Vers 2 erfahren: "In den Nachtwachen sinne über dich. Nach ich, denk an dich auf meinem Lager."
[39:43] Wahrscheinlich kennt es jeder, dass man einmal nicht einschlafen kann, oder dass man früh aufwacht, oder vielleicht sogar mitten in der Nacht, wenn man keinen guten Schlaf hat. Und was sollen wir dann machen? Dann sollen wir über Gott nachdenken.
[40:00] Natürlich nicht nur dann. Ich kann euch aus eigener Erfahrung sagen, das ist aber wirklich sehr gut, wenn viel gerade vor dem Schlafengehen, vielleicht noch mal den Tag Revue passieren lassen, darüber nachdenken, was Gott für uns getan hat, aber auch, was wir in seinem Wort gerade gelesen haben.
[40:28] Und tagsüber, wenn wir zum Beispiel im Auto fahren oder Wartezeiten haben, überhaupt in jeder kleinen Handlung unseres Lebens sollen wir an Gott denken.
[40:46] Und auch letztendlich daran, dass er mit uns in einem Bund steht. Wenn wir wieder diese Verknüpfung zu Noah schlagen wollen.
[41:01] Nun, lasst uns wieder zu 5. Mose gehen und dort noch in Kapitel 8 ein paar Verse lesen. Kapitel 8, Vers 2 heißt es: "Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, wieder diese Vergangenheit, denkt dran, heilige Geschichte, durch den der Herr, dein Gott, dich geführt hat, diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht." Sie sollten an den Weg in der Wüste, an die Wüstenwanderung denken.
[41:48] Und dann gibt es aber noch etwas, worüber sie nachdenken sollten. In 5. Mose 24, lesen wir da von Vers 18 und danach Vers 22: "Und du sollst bedenken, dass du in Ägypten auch ein Knecht gewesen bist und das der Herr, dein Gott, dich von dort erlöst hat. Darum gebiete ich dir, dass du das tust." Vers 22: "Und das bedenken, dass du selbst ein Knecht gewesen bist im Land Ägypten. Darum gebiete ich dir dies zu tun."
[42:31] Sie sollten sowohl an die Wüstenwanderung denken, die ja 40 Jahre eigentlich viel zu lang gedauert hat, aber eben auch daran, dass Gott sie überhaupt aus Ägypten herausgeführt hat. Denn in Ägypten waren sie Knecht.
[42:51] Das Ganze ist ein Bild dafür, dass also, wie Gott Israel aus Ägypten gebracht hat, ist ein Bild dafür, wie Gott Menschen aus der Sünde befreien möchte.
[43:02] Und ich habe mir Gedanken gemacht, habe ich überhaupt so oft darüber nachgesonnen, von Gott mich von Sünde befreit hat. Das ist auch ein ganz praktischer Punkt, den wir öfters praktizieren sollten.
[43:31] Denkt darüber nach, wann hat Gott dich von einer schlechten Gewohnheit befreit, wo du schon immer loskommen wolltest und gedacht hast: "Das darf ich doch nie!" Aber dann hat Gott dem Ganzen entschlossen Strich gesetzt. Ich denke darüber nach, wo du vielleicht gemerkt hast, aber da komme ich mit meinen menschlichen Kräften an meine Grenzen. Und du hast Gott gebeten, dass er dir hilft, und Gott hat mehr bewirkt, als du hättest tun können in deinem Leben.
[44:10] Denke über deine Bekehrung nach. Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt. Denn wir sollten auch imstande sein, anderen davon zu erzählen.
[44:27] Ich kann mich auch erinnern, in meinem eigenen Leben war es so, dass ich eine schlechte Gewohnheit abgelegt hatte durch Gottes Gnade und Kraft. Und trotzdem war ich danach hin und wieder versucht, dahin zurückzufallen, weil mein Problem war, dass ich manchmal von einer Seite auf diese Gewohnheit geschaut habe, wie ich es nicht hätte tun sollen.
[45:06] Deswegen ist es wiederum wichtig, dass wir Gottes Wort lesen. Denn sonst können wir versucht sein, Dinge in der Vergangenheit in einem falschen Licht zu betrachten.
[45:25] In dem Ankerbuch, "Buchform der heute", das ist ein englisches Ankerbuch, auch von Allen White, das ich sehr empfehlen kann.
[45:37] Da kam auch hin und wieder diese Formulierung vor: "Denkt daran, denkt daran." Und zum einen heißt es dann auch: "Denkt daran, dass Gott zu seinem Volk durch sein Wort spricht."
[45:58] An anderer Stelle sagt sie: "Was auch immer dann los im Leben sein mag, denkt daran, dass du in Christi Dienst stehst und nicht im Dienst Satans oder des eigenen Ichs, sondern in Christi Dienst."
[46:14] Denkt daran, dass wir Werkzeuge Gottes Hand sind.
[46:21] Auch heute möchte ich gerne noch ein Wort über das Gebet ausrichten. Denn wenn wir uns etwas vornehmen, dann sollen wir es immer nicht alleine tun, sondern in erster Linie als Gebet Gott vorbringen.
[46:46] Und ihr könnt gerne als Hausaufgabe mal studieren, wo Menschen in der Bibel zu Gott im Gebet gesagt haben: "Gedenke nicht, gedenke an mich." Ich habe einige Beispiele gefunden, die ich euch jetzt hier nicht verraten werde. Aber unter anderem ist eine Zahl mist gewesen, denn im Psalm 106, Vers 4 steht: "Gedenke an mich, o Herr, aus Gnade gegen dein Volk, suche mich heim mit deiner Rettung."
[47:30] Wir selbst sind aufgerufen, daran zu denken, was Gott für uns getan hat und uns lehren möchte. Aber Gott selbst, wie wir zu Beginn schon gesagt haben, denkt auch an uns. Und diese Verheißung wollen wir heute in Anspruch nehmen.
[47:50] Das Verheißung, dass Gott das Gebet erhören wird, wenn wir sagen: "Denk an mich, o Herr, aus Gnade gegen dein Volk, suche mich heim." Das ist so ein bisschen im Widerspruch mit deiner Rettung. Lasst uns gemeinsam bieten.
[48:09] Lieber Vater im Himmel, ich danke dir, dass du uns gegenüber so wohlwollend bist. Ich danke dir, dass du der Herr in unserem Leben sein möchtest, du der beste Hersteller in unserem Leben bist und nur sein kannst.
[48:34] Wir wollen uns heute aufs Neue übergeben, dass du auch unsere Gedanken und deine Kontrolle übernimmst.
[48:47] Bitte lass das, was wir denken, was wir danach auch reden und tun, dir geweiht sein. Du weißt, wie leicht viel Dinge vergessen. Deswegen hast du uns auch einen Tag gegeben, an dem wir besonders denken sollen. Bitte lasst uns das nicht versäumen.
[49:13] Denkt an uns, wenn wir in Schwierigkeiten kommen, und erhöre dann unser Gebet, wenn wir unser Herz vor dir ausschütten. Ich danke dir, dass auch diese Lektion eine praktische Lektion für unser Leben sein soll.
[49:30] Und so bitte ich dich, lass uns unseren Alltag mit dir führen. Lasst uns in jeder Kleinigkeit, die wir tun, die uns begegnet, immer wieder unseren Blick auf dich richten. Und Herr, ich danke dir jetzt schon dafür. Amen.