In dieser Predigt, basierend auf Haggai 1,1-12, thematisiert Christopher Kramp die dringende Botschaft Gottes an sein Volk, das nach dem Babylonischen Exil den Tempel wiederaufbauen sollte. Er beleuchtet die historischen Umstände und den Widerstand, der dem Bau entgegengebracht wurde. Die zentrale Botschaft ist die Aufforderung an die Gläubigen, ihre Prioritäten zu überdenken und Gott wieder an die erste Stelle in ihrem Leben zu setzen, anstatt sich nur um eigene Belange zu kümmern.
Gott auf (m)einer Seite: Haggai 1:1-1:12
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HaggaiPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 970. Lasst uns gemeinsam beten. Herr, wir möchten still sein in dir, weil du Stille sein möchtest vor uns. Wir möchten dich lieben, dich lieben, weil du uns liebst und liebst. Wir möchten über dich frohlocken, über dich frohlocken und dich loben und preisen, weil du über uns frohlocken möchtest. Herr, wir wünschen uns so sehr, dass wir in einer ganz engen, tiefen Beziehung zu dir durch diesen Tag hindurchgehen können. Und bitten dich, dass du heute durch dein Wort ganz klar und verständlich zu uns sprichst. Ist deine Botschaft unser Herz erreicht, das bitten wir im Namen Jesu, der versprochen hat, für uns einzutreten. Amen.
[1:32] Amen. Wir beginnen heute mit dem Propheten Haggai. Es heißt hier in Haggai Kapitel 1, Vers 1: "Im zweiten Jahr des Königs Darius, am ersten Tag des sechsten Monats, erging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai an Serubbabel, den Sohn Schealtiels, den Statthalter von Juda, und an Joschua, den Sohn Jozadaks, den Hohenpriester, folgendermaßen:"
[2:00] Es lohnt sich, ein bisschen den geschichtlichen Hintergrund zu diesem Buch, dem ersten von drei sogenannten kleinen Propheten aus der Zeit nach dem Babylonischen Exil, genauer zu beleuchten. Das Babylonische Exil kommt ja an sein Ende, als Kyros die Stadt Babylon erobert und kurze Zeit später dann als König über das persische Weltreich ist. Eine Erlaubnis gibt den ersten Erlass, dass die Juden Babylon verlassen können und nach Jerusalem zurückkehren können, um dort den Tempel wieder aufzubauen. Serubbabel aus königlicher Abstammung, jemand, der also unter normalen Umständen, hätte kein Exil gegeben, vielleicht sogar König geworden wäre. Er wird als quasi Statthalter, als Leiter des Volkes eingesetzt. Und Joschua ist der Hohepriester. Sie gemeinsam leiten das Volk, führen es zurück nach Jerusalem, sehen dort die Ruinen und beginnen bald damit, die Fundamente des Tempels zu legen und auch ein wenig schon an der Stadt zu bauen. Das führt dazu, dass die Samariter, die dort im Norden, nördlich von Juda leben, um die Gegend der alten Hauptstadt des Nordreichs, das dort angesiedelt worden ist durch die assyrischen Könige, dass diese Samariter erst mitmachen wollen beim Bau und dann, als sie abgewiesen werden, weil sie nicht wirklich Gott so anbeten, wie Gott sich wünscht, und auch nicht allen biblischen Büchern so folgen, die Gott gegeben hat, und überhaupt in ihrem Glauben eine Mischung aus Wahrheit und Irrtum vertreten, dass sie Intrigen spinnen am Hof des Kyros. Das führt dazu, dass dann Daniel ganz besorgt ist und dann Daniel zehn, drei Wochen lang fastet, um diesem Widerstand gegen das Werk Gottes entgegenzuwirken. Und der Engel Gabriel kommt, er dann erzählt von dem großen Kämpfen. Das ist heute nicht unser Thema. Das ist alles hier im Hintergrund.
[4:04] Und dieser Widerstand der Samariter geht dann auch weiter nach der Regierungszeit des Kyros, in der Regierungszeit des Kambyses und als dann ein Betrüger an die Macht kommt, der sogenannte falsche Smerdis oder Bagoas genannt, für nur wenige Monate. Wird der Bau am Tempel, der sowieso nur sehr schleppend voran ging, weil auch viele der alten Gläubigen, der alten Judäa enttäuscht sind, dass das Fundament nur so gering ist und nicht so groß wie der alte, damalige Tempel, und deswegen auch die Kraft und die Motivation der Arbeiter sehr gesunken ist. Dieser Bau am Tempel wird vollkommen eingestellt. Und zwar wissen das zweite Jahr, und im zweiten Jahr des Darius erweckt Gott einen Propheten, der das Volk aus der absoluten Apathie und Tatenlosigkeit herausrufen soll. Das spricht also eine Zeit, in der das Volk denkt, sie können das Werk Gottes sich weiter tun, weil es ja verboten ist. Der Folgekönig, dieser falsche Smerdis, der Bagoas, hat es verboten und deswegen glauben sie, dass sie einfach nicht arbeiten können. Und deswegen geht nun folgende Botschaft an das Volk Gottes: "So spricht der HERR der Heerscharen: Dieses Volk sagt: Es ist noch nicht die Zeit gekommen, die Zeit, um das Haus des Herrn zu bauen." Wie oft sagen wir: Es ist noch nicht die Zeit gekommen, Gott das wäre zu tun. Später kann ich das sogar tun, später kann ich mich in die Gemeinde einsetzen, später kann ich mir eine Predigt halten, oder später kann ich einen Hauskreis gründen, später kann ich in die Mission gehen, später kann ich Geld geben. Später.
[5:35] Warum glauben wir, dass die Zeit nicht gekommen ist, für Gott zu wirken? Und jetzt stelle ich mir die Frage, und ich stelle sie dir die Frage, lieber Freund, liebe Freundin: Warum glauben wir, dass die Zeit nicht gekommen ist für den Herrn zu wirken? Heute, da ist seine Stimme. Hört! Da ging das Wort des Herrn durch den Propheten Haggai folgendermaßen: "Eine zweite Botschaft ist es aber für euch: An der Zeit in euren getäfelten Häusern zu wohnen, während dieses Haus in Trümmern liegt?" Ist es dann, wenn wir der Meinung sind, es ist keine Zeit für Gott zu arbeiten, ist es dann an der Zeit, dass wir für unser Leben sorgen und all den Dingen nachgehen, die wir für wichtig halten? Zeigt das nicht etwas über die Prioritäten auch in unserem Leben?
[6:20] Und nun, so spricht der HERR der Heerscharen: "Achtet doch aufmerksam auf eure Wege. Denkt, schaut euch euer Leben an." Und diese Aufforderung gilt auch uns heute. Achtet doch auf deine Wege. Schau mal, was du so tust, Tag für Tag. Schau mal, was du so investierst, worin du es investierst, wie viel Zeit du investierst. Achte auf deine Wege, die du so gehst und beschäftigst du dich so, überdenkst du nach, obwohl du redest, was tust du, was sind deine Wege? Ihr seht viel und bringt wenig ein. Hier esst und werdet doch nicht satt. Ihr trinkt und habt doch nicht genug. Hier steht übrigens (im Hebräischen das Wort "trunken" und zeigt ganz deutlich, dass das Wort "trunken" nicht unbedingt alkoholische Intoxikation bedeutet, sondern einfach ein Sättigungsgefühl im Sinne, dass man genug getrunken hat). Und das zeigt, dass natürlich in Johannes 2 das Wort "trunken" nicht alkoholischen Wein impliziert, sondern sehr voll bedeuten kann, dass jemand genügend getrunken hat. Ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm. Und wer einen Lohn verdient, der legt in einen durchlöcherten Beutel.
[7:20] Die Menschen dachten, sie können einfach jetzt ihr eigenes Tun an die oberste Priorität setzen und dann wird schon alles gelingen. Aber Gott sagt: Nein, nein, nein, nein. Merkt ihr nicht, dass wenn ihr vor euer eigenes Wohl sorgt, am Ende doch nicht, dass dabei herauskommt, was euch gewünscht habt? Ich habe die Erfahrung in meinem Leben schon gemacht, und ich denke, du auch. Wenn wir unsere eigene Bedürfnisse an die erste Stelle setzen, wenn unsere Bedürfnisse doch nicht so gestillt, wie heißt das eigentlich, uns erhofft haben.
[7:45] So spricht der HERR der Heerscharen: "Achtet doch aufmerksam auf eure Wege." Gott möchte, dass wir nachdenken, dass wir uns wirklich selbst reflektieren, dass wir auf unsere Gewohnheiten, unsere Denk-, Gewohnheiten, unsere Rede-Gewohnheiten mal genau achten und uns selbst unter die Lupe nehmen und einen Realitätscheck machen. Sozusagen: Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das Haus, dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht der HERR. Gott hat einen klaren Auftrag: Wieder anzubauen. Ihr denkt vielleicht: Ist es nicht erlaubt? Aber baut! Gott hat den Auftrag war ganz deutlich. Kyros hatte den Weg geebnet. Und wenn zwischenzeitlich der Satan ein Hindernis aufbaut, dann heißt es nicht, dass Gott seine Meinung geändert hat. Satan hat nur ein Hindernis aufgebaut. Über dieses Hindernis müssen wir steigen, mit Gottes Hilfe.
[8:36] "Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde weniger. Und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg. Warum das?" Müssen uns die Frage stellen: Warum haben wir so oft so wenig Segen in unserem Leben? So spricht der HERR der Heerscharen: "Und meines Hauses willen, das sind Trümmer liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen." Ist es nicht auch heute noch so, dass die Wahrheit oft in Trümmern liegt, in unseren Familien, in unseren Gemeinden, in dieser Welt? Und wir sorgen von unserem eigenen Haus, wir sorgen für unsere eigenen Bedürfnisse, besorgen für unser weltliches Wohl und merken nicht, dass in unserem eigenen Herzen, in unseren eigenen Familien und Gemeinden die Wahrheit, die Anbetung Gottes oft in Trümmern liegt und wieder aufgebaut werden müsste. Gott sehnt sich nach Menschen, die sich wieder für sein Werk einsetzen und zwar an oberste Priorität auf ihre Agenda.
[9:24] Darum hatte Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten. Und ich habe die Dürre gerufen über das Land und über die Berge, über Korn, Mais und Öl und über alles, was der Erdboden hergibt, auch über Menschen und über alle Arbeit der Hände. Wenn wir anderes über Gott stellen, kann Gott uns nicht wirklich segnen. Und vielleicht, nicht vielleicht, sicher ist der Hauptgrund, warum wir nicht mehr Segen in unserem Leben haben, dass wir Gott nicht an die erste Stelle stellen.
[9:54] Ist es nicht an der Zeit, lieber Freund, liebe Freundin, ist es nicht an der Zeit, neu darüber nachzudenken, was in unserem Leben wirklich die oberste Priorität hat? Und ich möchte mir diese Frage stellen, und ich lade dich ein, geht diese Frage nicht aus dem Weg. Denn wenn wir sie uns stellen und wenn wir auf Gottes Stimme hören und an uns wirken lassen, dann hat das das Potenzial für eine gigantische Erweckung in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden, der ganzen Gemeinde weltweit.
[10:30] Da hörten Serubbabel, der Sohn Schealtiels, und Joschua, der Sohn Jozadaks, der Hohepriester, und der ganze Überrest des Volkes auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, und auf die Worte des Propheten Haggai, weil der Herr, ihr Gott, ihn gesandt hatte. Und das Volk fürchtete sich vor dem Herrn. Was für ein ermutigender Vers! Der weltliche Führer des Volkes, Serubbabel, der geistliche Führer des Volkes, Joschua, und das ganze Volk. Sie hörten auf den Geist der Weissagung, sie hörten auf den Propheten, den Gott gesandt hatte, weil sie gemerkt haben: Das spricht nicht Haggai, das spricht Gott durch Haggai zu uns. Gebe Gott, dass wir auch heute auf den Geist der Weissagung, auf die prophetischen Worte, die zu uns sprechen, hören.
[11:17] Und dass wir anfangen, wieder Gott zu fürchten, dass wir seinen Dienst an die oberste Priorität setzen. Und ist es nicht interessant, dass Gott sagt, und erste Mose 22, könnt ihr nachlesen, dass als Abraham bereit war, selbst das, was ihn am liebsten und teuersten auf den Altar zu legen, nämlich Isaak, dass Gott sagt: "Jetzt weiß ich, dass du mich fürchtest." Jetzt weiß ich, dass ich die oberste Priorität in deinem Leben bin. Ist Gott die oberste Priorität in meinem Leben und in deinem Leben? Ich wünsche mir so sehr, dass Gott die oberste Priorität in meinem Leben ist und bleibt.
[11:59] Und dann werden wir die drei Engelsbotschaft verstehen: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat." Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns aufforderst und danke, dass du uns zeigst, dass die Zeit gekommen ist für dich zu wirken. Die Zeit gekommen ist für die Wahrheit einzustehen. Die Zeit gekommen ist, geistlich wieder Altäre aufzubauen und die Anbetung, die wahre Anbetung herzustellen in unserem Leben, unseren Familien und unserer Gemeinde.
[12:36] Der wir möchten auf unsere Wege achten, für welchen verstehen, warum wir so wenig Segen erlebt haben, obwohl du doch so viel Segen verheißt und schenkst. Uns das Vertrauen, dass wenn wir alles auf den Altar legen, dass du uns nicht nimmst, was wirklich das Beste für uns ist, sondern nur das, was uns ohnehin schädigen würde. Und Herr, das legen wir alles auf den Altar, vertrauen darauf, dass du das Beste für uns tust.
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