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In dieser Cannstatt Study Hour-Episode mit Bogdan Tanase wird die Bedeutung und Auswirkung des Zehntengebens im christlichen Glauben beleuchtet. Anhand biblischer Texte aus dem Alten und Neuen Testament wird erklärt, wie das Zehntensystem eingeführt wurde, um den Dienst am Tempel und die Verbreitung des Evangeliums zu ermöglichen. Die Predigt betont, dass das Zehntengeben ein Ausdruck der Liebe und des Vertrauens zu Gott ist und nicht als Mittel zur Errettung dient, sondern als Weg, Gottes Werk zu unterstützen und Segen zu empfangen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Cannstatt Study Hour. In diesem Quartal mit dem Thema Haushalterschaft. Heute Thema Nummer 8, und wir werden uns mit der Auswirkung des Zehntengebens beschäftigen. Doch bevor wir das tun, wollen wir wie gewohnt gemeinsam beten.

[0:40] Unser großer Gott, Herr, wir danken dir, dass wir jetzt dein Wort aufschlagen dürfen. Und ich möchte dich bitten, dass du jetzt bei jedem Einzelnen von uns bist. Erfülle du uns mit deinem Geist und führe uns durch dein Wort und schenke uns Verständnis für das, was wir jetzt lesen werden. Im Namen Jesu, Amen.

[0:54] Der Merkvers diese Woche steht in 1. Korinther, Kapitel 9, Vers 13 und 14. Und dort lesen wir: „Wisst ihr nicht, dass die, welche die heiligen Dienste tun, auch vom Heiligen essen? Und dass die, welche am Altar dienen, vom Altar ihren Anteil erhalten? So hat auch der Herr angeordnet, dass die, welche das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen.“

[1:23] Das Thema Zehnten ist nicht ganz unumstritten in der Christenheit. Es gibt ganz unterschiedliche Meinungen, und die gehen zum Teil sehr weit auseinander. Doch Tatsache ist, dass wir Arbeiter einen Dienst brauchen, die Vollzeit diesen Dienst tun können, die Vollzeit für die Errettung von Seelen wirken können.

[1:44] Ich durfte seit meiner Taufe einige Aufgaben in der Gemeinde übernehmen, und hin und wieder werde ich auch gefragt, ob ich hier und da mal predigen kann. Und ich weiß, dass das viel Zeit braucht der Vorbereitung. Als Prediger hat man aber unterschiedliche Aufgaben, als Evangelist oder andere Dienste, die in der Gemeinde zu tun sind. Und so ist es eben, dass man dafür eben Zeit aufwenden muss.

[2:21] Es fällt schwer, sich auf alle Lebensbereiche voll zu konzentrieren, wenn man seine Arbeit hat, wenn man den Dienst in der Gemeinde gut verrichten möchte und für die Gewinnung von Seelen wirken möchte, wenn man sich um seine Familie kümmern möchte. Wenn man versucht, diese Bereiche irgendwie miteinander zu verbinden, dann kommt man irgendwann in einen Konflikt, denn man hat nicht so viel Zeit, um alles erschöpfend zu behandeln oder sich damit beschäftigen zu können. Und so ist es, dass wenn man sich eben auf eines oder zwei dieser Bereiche fokussiert, ein anderer dafür vernachlässigt wird.

[3:05] Im Alten Testament hat Gott ein System eingeführt, was dem entgegenwirken sollte. Im 2. Chronik, Kapitel 31, und dort die Verse 4 bis 10. Dort lesen wir: „Und er gebot dem Volk, dass in Jerusalem wohnte, den Priestern und Leviten, den ihnen gebührenden Anteil zu geben, damit sie am Gesetz des Herrn festhalten könnten. Als nun dieser Befehl bekannt wurde, gaben die Kinder Israels viele Erstlingsgaben von Korn, Most, Öl, Honig und allem Ertrag des Feldes und brachten die Zehnten von allen in Menge herbei. Und auch die Kinder Israels und Judas, die in den Städten Judas wohnten, brachten den Zehnten von Rindern und Schafen und den Zehnten von den geheiligten Dingen, die dem Herrn, ihren Gott, geheiligt worden waren, und legten es haufenweise hin. Im dritten Monat fingen sie an, die Haufen aufzuschütten, und im siebten Monat waren sie damit fertig. Als nun Hiskia und die Obersten hineingingen und die Haufen sahen, lobten sie den Herrn und sein Volk Israel. Und Hiskia befragte die Priester. Da antwortete ihm Asaria, der Oberpriester aus dem Haus Sadok, und sprach: Seitdem man angefangen hat, das Hebopfer in das Haus des Herrn zu bringen, haben wir gegessen und sind satt geworden und haben noch viel übrig gelassen, denn der Herr hat sein Volk gesegnet. Daher ist eine so große Menge übrig geblieben.“

[4:34] Also Gott führt hier dieses System ein, wo das Volk von dem gibt, was sie haben, damit diejenigen, die ihren Dienst am Tempel verrichteten, davon leben konnten. Und es war ein großer Segen, wie hier berichtet wird.

[4:48] Der Stamm Levi wurde speziell für diese Arbeit am Tempel ausgesondert, berufen. Von den Stämmen Israels war das der Stamm, der diese Arbeit tun sollte. Allerdings konnten sie dabei keine Feldarbeit oder andere Arbeit verrichten, um sich ihr täglich Brot zu verdienen. Und somit waren sie eben auf diese Gaben des Volkes angewiesen. Das Volk, also die restlichen Stämme, waren aber aufgerufen, dieses eine Volk, das am Tempel oder an der Stiftshütte ihren Dienst verrichteten, mit ihren Gaben zu unterstützen.

[5:31] In 2. Korinther, Kapitel 13, und dort Vers 5 lesen wir: „Sie ist ein zweiter Korinther, nicht erster. Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid. Stellt euch selbst auf die Probe. Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist, es sei denn, dass ihr unecht wärt?“ Also hier werden wir aufgerufen, uns selbst zu prüfen.

[6:08] Und wir sind ja bei dem Thema des Zehntengebens und seiner Auswirkungen. Wir sehen, Gott hat im Alten Testament dieses System eingeführt, und heute wird es von vielen Christen noch so gehandhabt. Und Gott ruft uns auf: Prüft euch selbst, fragt euch selbst. Gehen wir dieser Aufgabe oder dieser Berufung nach?

[6:30] In Matthäus 28, und dort Vers 19 bis 20, geht ein Missionsauftrag von Jesus selbst an seine Jünger: „Geht hin und macht zu Jüngern alle Völker und lehret sie halten alles, was ich euch gezeigt oder gelehrt habe.“ Die Jünger, also die junge Christengemeinde, hatte den Auftrag, das Evangelium in die Welt hinauszutragen. Und sie haben alles dafür eingesetzt, unter anderem auch finanzielle Mittel, die dafür notwendig waren.

[7:13] Diesen Missionsauftrag finden wir auch in Markus, Kapitel 16, Vers 15. Und dort sagt Jesus auch explizit: „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ Und das ist ein interessanter Ausdruck, denn wenn man so hört „Kreatur“, ja, vermittelt das vielleicht so ein bisschen den Eindruck, als wären damit auch Tiere oder irgendwelche anderen Geschöpfe gemeint. Doch Jesus meinte hier ausdrücklich, dass auch die Heiden erreicht werden sollten, da einige Pharisäer und Hebräer eben die Heiden gar nicht als richtige Menschen anerkannten. Und so sagt Jesus hier: „Sagt es allen Menschen auf der ganzen Erde, egal aus welchem Hintergrund sie kommen.“

[7:56] Wir hatten jetzt den Missionsauftrag in Matthäus, in Markus, und jetzt ist die Frage: Gibt es auch bei Lukas einen Missionsauftrag? In dem Evangelium des Lukas finden wir das tatsächlich nicht. Aber Lukas hat auch zwei Briefe geschrieben, einmal also an seinen Freund, einmal das Lukas-Evangelium und einmal die Apostelgeschichte. Und dort finden wir diesen Missionsauftrag in Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8. Und das können wir gemeinsam lesen.

[8:31] Apostelgeschichte, Kapitel 1, Vers 8: „Sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.“ Und auch hier sehen wir, der Auftrag ganz klar: Bis ans Ende der Erde sollte diese Botschaft getragen werden. Und klar, man kann ohne finanzielle Mittel nicht bis ans Ende der Welt kommen. Also wir brauchen irgendwo diese Mittel.

[9:11] In 1. Mose, Kapitel 14, Verse 18 bis 20, hier finden wir die erste Erwähnung des Zehnten, wo Abraham den Zehnten an Melchisedek abgibt. Und in Hebräer 7, Vers 4, finden wir hier eine interessante Beschreibung dessen, was dort vor sich ging.

[9:29] Hebräer, Kapitel 7, Vers 4. Und genau, da können wir vielleicht sogar Vers 1 lesen. „Zwar haben auch diejenigen von den Söhnen Levi dieses Priestertum empfangen, den Auftrag vom Volk, den Zehnten zu nehmen, nach dem Gesetz also von ihren Brüdern, obgleich diese aus Abrahams Länden hervorgegangen sind. Der aber, der sein Geschlecht nicht von ihnen herleitet, hat von Abraham den Zehnten genommen und den gesegnet, der die Verheißung hatte.“ Und ich empfehle euch mal im Kontext mal den ganzen Abschnitt zu lesen. Es ist ganz spannend, wie das hier beschrieben wird. Aber wir sehen hier auch, der Auftrag war auch, die Leviten sollten eben diesen Zehnten nehmen, so wie auch Melchisedek das genommen hat von Abraham.

[11:03] Auch Jakob. In der Geschichte von Jakob wird der Zehnte erwähnt, und dort in 1. Mose, Kapitel 28, Vers 22. Und das ist, wo Jakob von zu Hause wegläuft vor seinem Bruder Esau, weil er Angst hat, dass dieser ihn umbringen könnte. Und in dieser Nacht, wo er diesen Stein als Kopfkissen benutzt und dort auf dem Feld schläft, hat er den Traum mit der Leiter, die den Himmel mit der Erde verbindet, ein Symbol für Jesus Christus. Und als er wieder aufwacht, da verspricht er Gott, dass er ihm auch den Zehnten geben wird.

[11:47] In Vers 22 lesen wir: „Und dieser Stein, den ich als Gedenkstein aufgerichtet habe, soll ein Haus Gottes werden. Und von allem, was du mir gibst, will ich dir gewisslich den Zehnten geben.“ Also das Prinzip des Zehntengebens ist im Alten Testament gut verankert und bereits früh zu finden.

[12:05] In Maleachi, Kapitel 3, und dort Vers 6, finden wir auch einen Abschnitt, der sich mit dem Zehnten beschäftigt. Maleachi, Kapitel 3, und dort Vers 6. Dort steht: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht. Deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrunde gegangen.“ Gott ändert sich nicht. Und somit ändert sich auch nicht dieses System, was er eingesetzt hat. Warum sollte Gott das ändern?

[12:39] In Lukas, Kapitel 11, und dort Vers 42, da tadelt Jesus die Pharisäer. Lukas, Kapitel 11, und dort Vers 42. Und er spricht zu ihnen: „Aber wehe euch, Pharisäer, dass ihr die Minze und die Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgeht. Dies sollte man tun, jenes aber nicht lassen.“ Dies bezieht sich auf den Zehnten und auf das, was Jesus hier als erstes erwähnte, dass ihr die Minze und Raute und alles Gemüse verzehntet und das Recht und die Liebe Gottes umgeht. Und dieser zweite Teil, der bezieht sich dann auf: „Das sollt ihr aber nicht lassen.“ Also das Problem war nicht der Zehnte, den Jesus hier anspricht. Das Problem war die Lieblosigkeit der Pharisäer.

[13:36] Genauso in Lukas 18 haben wir das Gleichnis von dem Zöllner und dem Pharisäer. Und der Zöllner ist eben in der Synagoge und er betet zu Gott und sagt: „Guck mal, wie toll ich bin und was ich alles mache. Ich gebe den Zehnten und mache dies und das.“ Und in Vers 14 lesen wir: „Ich sage euch, aber dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, also der Zöllner, im Gegensatz zu jenem. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.“ Also hier geht es um den Hochmut. Das war das Problem, nicht das Zehnten geben an sich.

[14:14] Und so lesen wir auch in Maleachi, Kapitel 3, weiter in Vers 7: „Seit den Tagen eurer Väter seid ihr von meinen Satzungen abgewichen und habt sie nicht befolgt. Kehrt um zu mir, so will ich mich zu euch kehren, spricht der Herr der Herrscher. Aber ihr fragt: Worin sollen wir umkehren?“

[14:38] „Darf ein Mensch Gott berauben, wie er mich beraubt? In Vers 8: Aber ihr fragt: Worin haben wir dich beraubt? In den Zehnten und den Abgaben.“ Also Gott sagt ganz klar: Wer den Zehnten für sich selbst einbehält und ihn Gott nicht treu gibt, ist ein Räuber und er beraubt Gott selbst.

[15:00] „Vers 9: Mit dem Fluch seid ihr verflucht worden, denn ihr habt mich beraubt, ihr, das ganze Volk. Vers 10: Bringt den Zehnten ganz in das Vorratshaus, damit Speise in mein Haus sei, und prüft mich doch dadurch, spricht der Herr der Herrscher.“ Es ist, glaube ich, einer der wenigen oder der einzige Vers, der mir bekannt ist, wo es heißt: „Prüft mich“, wo Gott selbst sagt: „Prüft mich mit dieser Sache.“

[15:27] Und es ist eine interessante Erfahrung, die man macht, wenn man Gott tatsächlich darin prüft. Und ich durfte es selbst erleben, dass es verschiedene Situationen in meinem Leben gab, wo ich den Zehnten gegeben habe, und ich mir dachte: Das ist schon einiges, was man dort abgibt. Aber der Segen, den ich nachher empfangen habe, war umso größer. Ich habe an keiner Stelle irgendwie irgendeinen Mangel gelitten. Gott hat immer für mich gesorgt.

[16:04] Außerdem finden wir in der Bibel kein anderes System als das des Zehnten. Also, dass dieser eine Prozentsatz tatsächlich erwähnt wird.

[16:12] In 1. Petrus, Kapitel 3, und dort die Verse 8 und 9. 1. Petrus, Kapitel 3, die Verse 8 und 9. Dort lesen wir: „Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitfühlend, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, gütig. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Schmähung mit Schmähung, sondern im Gegenteil: Segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben.“ Gott sagt, wir sollen andere segnen, weil wir Segen empfangen werden dadurch.

[16:54] Es ist ein Prinzip, dass Gott nichts nimmt, ohne uns etwas wieder dafür zu geben. Der reiche Jüngling hat zum Beispiel auf die weltlichen Dinge geschaut. Gott hat ihm gesagt: „Geh hin, gib alles, was du hast, den Armen und folge mir nach.“ Und ich glaube, das war der Punkt, wo der reiche Jüngling aufgehört hat zuzuhören. Denn danach kommt: „Und du wirst einen Schatz im Himmel haben.“ Also Gott sagt nicht: „Gib mir alles, und du bleibst einfach ohne irgendwas“, sondern: „Gib mir das, was dich eigentlich von mir wegzieht, und ich werde dir etwas Besseres dafür geben.“

[17:36] Und in diesem Fall ist es auch ein Test und eine Lehre für uns, wenn wir diesen Zehnten abgeben, wenn wir lernen, dass das, was wir haben, eigentlich gar nicht uns gehört, so wie wir uns auch selbst nicht gehören. Wir wurden teuer erkauft durch das Blut Jesu Christi. Und auch die Kraft, mit der wir unsere Arbeit verrichten, durch die wir unser tägliches Brot oder das Geld dafür verdienen, kommt nicht von uns selbst, sondern von Gott. Denn er ist das Leben selbst, der hält uns am Leben und alles, was in dieser Welt ist, hat seinen Bestand nur, weil er es möchte.

[18:22] Und somit können wir eigentlich alles, was wir besitzen, nicht als unseres sehen, sondern als Gottes. Und aus dieser Perspektive haben wir dann eigentlich 90 Prozent, die Gott uns schenkt, und 10 Prozent, die er für das Werk der Seelengewinnung bereitgestellt haben möchte. Wir sind dazu berufen, ein Segen für andere zu sein.

[18:58] In Lukas 6, und dort Vers 38, finden wir einen weiteren Vers, der das hier untermalt. Lukas 6, Vers 38. Dort lesen wir: „Gebt, so wird euch gegeben werden; ein gutes, vollgedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß legen. Denn mit demselben Maß, mit dem ihr messt, wird euch wieder gemessen werden.“ Also segnet in dem Sinne, damit ihr auch gesegnet werdet.

[19:43] Apostelgeschichte 20, Vers 35. Dort zitiert Paulus Jesus. Apostelgeschichte, Kapitel 20, Vers 35. Und das Interessante ist, dieser Vers, oder diese Stelle, an der Jesus das hier sagt, nämlich: „In allem habe ich euch gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll, eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist glückseliger als nehmen.“ Also, wenn man diesen Vers sucht in den Evangelien, dann wird man ihn nicht finden, weil er nicht dort steht. Es muss aus einem anderen Teil des Dienstes Jesu gewesen sein, der nicht dokumentiert ist. Aber Paulus sagt ja: „Jesus hat das gesagt: Geben ist seliger als nehmen.“

[20:38] Im 5. Mose 28, Verse 1 bis 6, sehen wir auch, was der Wunsch Gottes für sein Volk war und heute immer noch ist. „Es wird aber geschehen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, wirklich gehorchst und darauf achtest, alle seine Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete, dann wird dir der Herr, dein Gott, als Höchstes über alle Völker der Erde setzen. Und alle diese Segnungen werden über dich kommen und dich erreichen, wenn du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchst.“

[21:10] „Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Feld. Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Landes, die Frucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe. Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog. Gesegnet wirst du sein bei deinem Eingang und gesegnet bei deinem Ausgang.“ Gott sagt: Seid mir treu, und ich werde euch segnen, und zwar in allem, und er zählt auf: Hier und da, überall, in allen Aspekten möchte Gott sein Volk segnen.

[21:51] Jeremia 17, Vers 7. Dort lesen wir: „Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut und dessen Zuversicht der Herr geworden ist.“ Also wer Gott vertraut, wird auch diesen Segen empfangen.

[22:21] Und ich möchte an dieser Stelle ein Zitat aus „Testimonies for the Church“, Band 3, also „Zeugnisse für die Gemeinde“, Band 3, Seite 404, vorlesen. „Das besondere System des Zehntengebens gründet sich auf ein Prinzip, das so anhaltend ist wie das Gesetz Gottes. Dieses System des Zehntengebens war ein Segen für die Juden, sonst hätte Gott es ihnen nicht gegeben. So wird es auch ein Segen für diejenigen sein, die es bis zum Ende der Zeit tun. Unser himmlischer Vater rief den Plan systematischer Mildtätigkeit nicht ins Leben, um sich selbst zu bereichern, sondern um den Menschen großen Segen zuteilwerden zu lassen. Er sah, dass dieses System der Mildtätigkeit genau das war, was die Menschen brauchten.“

[23:06] Und es ist interessant, dass das Zehntengeben als ein System der Mildtätigkeit bezeichnet wird. Wir brauchen ein System, wir brauchen eine Struktur, sonst kommen wir durcheinander. Wir Menschen, wir sind vergesslich. Wenn wir nicht einen Plan haben, dann kommen wir schnell davon ab oder lassen uns ablenken. Und so ist es notwendig, dass wir Systeme und Strukturen in unseren Leben integrieren.

[23:37] Manche einer mag fragen: Was tue ich denn, wenn ich jetzt aber weiß, irgendjemand in der Leitung der Gemeinde, wo ich meinen Zehnten hingebe, ist aber untreu oder veruntreut das Geld oder geht nicht in rechter Weise damit um? Es gibt ein paar Punkte, die die Bibel uns zeigt, wie Jesus mit solchen Situationen umgegangen ist.

[24:06] Zum einen hat er zugelassen, dass Judas das Geld verwaltet hat, der offensichtlich ein Räuber war, wie die Bibel ihn auch bezeichnet, weil er auch das Geld veruntreut hat. Er hat es zugelassen, dass er dort war, denn dort konnte er, das war der Platz, an dem er seine Schwäche hätte überwinden können. Als die Witwe ihren Groschen in den Tempel gab, als sie das tat, da waren auch nicht alle Priester bekehrt, die dieses Geld verwaltet haben. Und Jesus hat sie gesehen und hat diese Situation genutzt, um andere etwas damit zu lehren. Aber er ist nicht hingegangen und hat gesagt: „Wirf das da ja nicht rein, du weißt doch gar nicht, was der Priester X und Y, was der da so macht.“ Jesus hat nicht versucht, sie abzuhalten.

[25:07] Selbst wenn es einzelne Personen gibt, die untreu sind, ist es doch Gottes Verantwortung, sich darum zu kümmern. Und er wird es auch tun zu seiner Zeit, denn er kennt das Herz und er weiß, wann der richtige Zeitpunkt ist.

[25:14] In 1. Timotheus, Kapitel 5, und dort Vers 18, wird eigentlich ein Vers zitiert, der in 5. Mose steht. Aber wir gehen mal kurz zu 1. Timotheus 5, Vers 18. Das ist ja auch ein Brief, den Paulus schreibt. Und er sagt: „Denn die Schrift sagt: Du sollst dem Ochsen nicht das Maul verbinden, wenn er drischt. Und der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“ Das sind eigentlich zwei Zitate. Das eine ist ein Zitat aus dem Alten Testament und das andere aus dem Neuen Testament.

[25:58] Also das erste Zitat: „Du sollst den Ochsen das Maul nicht verbinden, wenn er drischt“, finden wir in 5. Mose, Kapitel 25, Vers 4. Und da ging es darum, dass die Ochsen, die in einer Mühle benutzt wurden, um eben diesen großen Mühlstein zu drehen, damit das Korn gemahlen werden konnte, das Mehl gemahlen werden konnte, dass man ihn eben nicht im Mund verbinden sollte, damit er die Körner, die auf dem Boden fielen, dann nicht essen sollte, sondern er sollte auch etwas davon haben.

[26:34] Und der zweite Vers, den er hier zitiert, ist: „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert.“ Das kommt aus dem Lukas-Evangelium, Lukas, Kapitel 10, Vers 7. Das können wir auch kurz aufschlagen.

[26:42] Lukas, Kapitel 10, und dort Vers 7: „In demselben Haus aber bleibt und esst und trinkt das, was man euch vorsetzt, denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus seinem Haus ins andere.“ Also der Punkt hier ist, dass derjenige, der für Gott arbeitet, auch davon leben können sollte, dass er auch etwas davon für sich nimmt.

[27:11] Im 1. Korinther 9, Vers 14, ist vermutlich einer der deutlichsten Verse, die sich dazu äußern. Das war auch von Paulus offensichtlich. 1. Korinther, Kapitel 9, und dort Vers 14: „So hat auch der Herr angeordnet, dass die, welche das Evangelium verkündigen, vom Evangelium leben sollen.“ Also es sollte Menschen geben, die das Evangelium verkündigen, die aber Vollzeit das tun können und dafür auch entlohnt werden.

[28:06] Wir haben vorhin in Maleachi, Kapitel 3, Vers 10, schon von einem Vorratshaus gelesen, und es gibt viele Vorratshäuser, die in der Bibel erwähnt werden. Sie haben auch unterschiedliche Bezeichnungen, sie heißen nicht immer Vorratshaus. Es gibt zum Beispiel eine Kammer für den Wind, einen Speicher für die Fluten, es gibt Vorratskammer für Schnee und Hagel und eben auch die Vorratskammer, wo der Zehnte gesammelt wurde.

[28:33] In 4. Mose 18, Vers 21, lesen wir: „Und siehe, so habe ich den Söhnen Levi allen Zehnten in Israel zum Erbteil gegeben für ihren Dienst, denn sie tun den Dienst an der Stiftshütte.“ Also der Zehnte war für diejenigen bestimmt, die den Dienst an der Stiftshütte, an dem Haus Gottes verrichteten.

[29:06] In 5. Mose 12, Verse 5 bis 6, lesen wir: „Sondern an dem Ort, wir lesen mal Vers 4 auch noch dazu: Ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, nicht auf diese Weise dienen, sondern an dem Ort, den der Herr, euer Gott, aus allen euren Stämmen erwähnen wird, um seinen Namen dorthin zu setzen, damit er dort wohne, da sollt ihr ihn suchen und dahin sollst du kommen. Dahin sollt ihr eure Brandopfer und eure Hebopfer von eurer Hand und eure Gelübdeopfer und eure freiwilligen Gaben und die Erstgeburt von euren Rindern und Schafen.“ Also es sollte einen zentralen Ort geben, an dem diese Gaben gesammelt werden sollten, und darunter auch der Zehnte. Und diejenigen, die darüber wachen sollten, waren die Leviten.

[29:56] Das finden wir in 1. Chronik 26, Vers 20. Dort steht: „Und was die Leviten betrifft, Achia war über die Schätze des Hauses Gottes und über die Schätze der geweihten Dinge eingesetzt.“ Und der König Hiskia ließ extra eine Vorratskammer bauen. Das lesen wir in 2. Chronik 31, Verse 11 bis 13.

[30:24] 2. Chronik 31, Verse 11 bis 13: „Da befahl Hiskia, dass man Vorratskammern herrichte im Haus des Herrn. Und sie richteten sie her. Und sie brachten das Hebopfer, die Zehnten und das Geheiligte getreulich hinein. Und als Oberaufseher darüber wurde bestimmt Kanania, der Levit, und Simei, sein Bruder, als Zweiter. Dazu Jechiel, Assaya, Nahat, Asahel, Jerimoth, Josabath, Eliel, Ischmachia, Mahat und Benaiah als Aufseher über der Leitung Kananias und Simeis, seines Bruders, nach dem Befehl des Königs Hiskias und Assarias, des Obersten im Haus Gottes.“

[31:15] Also hier wurden die Leviten als Haushalter eingesetzt für diese Schätze, für diese Gaben und für den Zehnten. Interessant ist, dass die Leviten vom Zehntengeben nicht befreit waren.

[31:34] In Nehemia, Kapitel 10, und dort Vers 39, Nehemia, Kapitel 10, und dort Vers 39, das steht: „Und der Priester, der Sohn Aarons, soll bei den Leviten sein, wenn sie den Zehnten erheben. Und die Leviten sollen den Zehnten von ihrem Zehnten zum Haus unseres Gottes in die Kammern des Schatzhauses hinaufbringen.“ Also auch die Leviten sollten den Zehnten geben, von dem dann wiederum die Priester lebten.

[32:08] In „Wirken der Apostel“ auf Seite 337 lesen wir: „Je weiter sich Gottes Werk ausbreitet, desto stärker werden sich die Rufe um Hilfe mehren. Um diesen Bitten nachkommen zu können, sollten Christen das Gebot beachten: ‚Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Haus Speise sei.‘ Wenn alle, die sich zu Christus bekennen, treu ihren Zehnten und Gaben brächten, wäre Gottes Vorratshaus stets gefüllt. Man hätte dann keine Veranlassung, zu Ausstellungen, Lotterien oder anderen Wohltätigkeitsveranstaltungen Zuflucht zu nehmen, um Mittel zur Verbreitung des Evangeliums zu beschaffen. Wenn wir treu unseren Zehnten immer geben würden, dann könnte das Werk viel schneller voranschreiten.“

[33:05] Und das ist eigentlich eine Erkenntnis, die nicht spurlos an uns vorbeigehen sollte. Denn wir sind somit dafür verantwortlich, dass das Evangelium sich nicht schneller ausbreiten kann.

[33:20] Doch bei diesem Thema kann man leicht darin verfallen zu sagen: Wenn ich das oder das tue, wenn ich den Zehnten zahle, wenn ich bete, wenn ich gute Taten vollbringe, wenn ich immer die Sabbatschule mache, dann werde ich errettet. Doch die Bibel spricht ganz klar in Römer 3, Verse 19 bis 24.

[34:00] „Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei. Weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird. Nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden, durch seine Gnade, aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ Also wir werden allein durch die Verdienste Christi gerettet, nicht durch unsere eigenen.

[35:07] Wenn wir in Kapitel 4, Verse 1 bis 5, noch weiterlesen in Römer, was wollen wir denn sagen, dass Abraham, unser Vater nach dem Fleisch, erlangt hat? Denn nämlich Abraham, wenn nämlich Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hatte zwar Ruhm, aber nicht vor Gott. Denn was sagt die Schrift? „Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.“ Wer aber Werke verrichtet, dem wird der Lohn nicht aufgrund von Gnade angerechnet, sondern aufgrund der Verpflichtung. Wer dagegen keine Werke verrichtet, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, dem wird sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet. Und hier ist eigentlich eine Gegenüberstellung von Werksgerechtigkeit und der Gerechtigkeit aus dem Glauben.

[35:55] In Epheser, Kapitel 2, Verse 8 und 9, spricht Paulus es hier auch noch mal ganz deutlich aus: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch. Gottes Gabe ist es. Nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“ Die Erlösung ist ein Geschenk, das auf den Werken Jesu basiert.

[36:32] In Lukas, Kapitel 21, Versen 1 und 4, finden wir eine uns bekannte Geschichte, die wir schon angesprochen haben. Dort lesen wir: „Als er aber aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte dort zwei Scherflein ein. Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle. Denn diese alle haben von ihrem Überfluss zu den Opfergaben für Gott beigetragen. Sie aber hat aus ihrer Armut heraus alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besaß.“

[37:10] Diese Witwe, sie hat alles gegeben, was sie hatte, weil sie Gott treu sein wollte. Sie hat darauf vertraut, dass Gott für sie sorgen wird, dass Gott ihr das Geld geben wird, was sie braucht, oder das Essen, oder die Kleidung, was auch immer sie brauchte. Sie hat darauf vertraut, dass Gott ihr das gibt. Und sie hat treu ihre Gaben Gott gegeben.

[37:38] Und vielleicht können wir aus dieser Perspektive auch den Vers in Matthäus, Kapitel 6, Vers 33, in einem neuen Licht betrachten: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugetan werden, oder hinzugefügt werden.“ Also Kleidung, Essen, alles, was wir sonst noch an Bedürfnissen haben, da wird Gott für uns sorgen.

[38:00] Wir sollen treu sein in allem, auch im Zehnten geben. Denn die Auswirkung davon ist, dass das Evangelium sich rasch verbreiten kann und dass Jesus bald wiederkommt. Haben wir dieses Vertrauen zu Gott, dass wir, auch wenn wir wissen, das ist vielleicht unser letztes Geld, dass wir ihm vertrauen, dass er für uns sorgen wird.

[38:32] Das Zehnten geben ist keine Handlung, die uns erlöst, wie wir bereits gesagt haben, genauso wenig wie das Bibellesen oder das Gebet. Es ist eine Handlung, die unsere Liebe zu Gott ausdrückt.

[38:46] Und ich möchte euch aufrufen, dass ihr treu seid, dass ihr dem Herrn vertraut, und ihr könnt gewiss sein, dass er euch segnen wird. Lasst uns zum Abschluss beten.

[39:01] Unser himmlischer Vater, wir danken dir, dass du uns liebst und dass du für uns sorgst. Wir danken dir, Herr, dass du ein System geschaffen hast, bei dem wir nicht alles hergeben müssen, was wir haben, sondern wo wir nur zehn Prozent abgeben dürfen, um das Werk zu unterstützen, damit das Evangelium in die ganze Welt getragen wird, so wie du es uns aufgetragen hast. Das ist der Auftrag, den du uns gegeben hast, und wir möchten ihn dadurch unterstützen, unter anderem auch.

[39:29] Wir danken dir, Herr, dass du verheißen hast, dass du denjenigen segnen wirst, der andere segnet, und dass wir, wie wir geben, auch empfangen werden. Ich danke dir, dass du verheißen hast, dass du für alle Dinge, die wir brauchen, sorgen wirst. Und ich danke dir, dass wir dir in allem vertrauen dürfen.

[39:53] Ich bitte dich, dass du uns in dieser Woche leitest, wenn wir dieses Thema weiter studieren. Und ich bitte dich, dass du uns da Erkenntnis schenkst, die Weisheit, das zu verstehen und auch anderen weiterzugeben. Und bleibe du bei uns und führe du uns weiterhin so wie bisher. Im Namen Jesu. Amen.

[40:14] Ich danke euch, dass ihr eingeschaltet habt. Ich freue mich, dass wir immer wieder diese spannenden Themen gemeinsam studieren können. Und ich wünsche euch Gottes Segen beim weiteren Studium und bis zum nächsten Mal.


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