[0:58] Einen schönen guten Abend. Heute war ein schöner Tag, nicht wahr? Es ist ein Vorrecht, dass wir hier sein dürfen. Sonnenschein, schöne Gemeinschaft, frische Luft, Gottes Wort, gute Nahrung.
[1:18] Vor einigen Wochen, Monaten ist Helmut Schmidt gestorben. Helmut Schmidt war einer der beliebtesten Politiker Deutschlands. Warum? Man hat ihm geglaubt, was er gesagt hat. Das ist bei Politikern nicht oft so. Warum war Helmut Schmidt so glaubhaft? Er hat ein paar Tricks gehabt. Politiker haben meistens Redenschreiber. Dann bekommen sie ihre Rede auf Papier ausgearbeitet. Dann stellen sie sich hin und fangen an, die Rede zu halten, wie er sie aufgeschrieben hat. Helmut Schmidt hat sehr häufig Folgendes gemacht: Er hat gesagt, meine Damen und Herren, heute Abend lege ich meine Rede in Papier zur Seite. Ich werde heute Abend sagen, was ich denke. Dann hat er angefangen. Nach zwei Minuten hat er das Papier wieder hingeschoben. Er hat seine Rede gehalten, wie es da drauf stand.
[2:24] Ich habe keinen Redenschreiber heute Abend gehabt. Ich denke, das, was ich heute Abend mit euch teilen möchte, ist etwas, was aus meinem Herzen kommt, auch wenn ich mein Manuskript nicht zur Seite lege. Wir möchten heute Abend nachdenken über Offenbarung 10, über das Büchlein und über Prophetien.
[3:00] Im 2. Petrus 1, Vers 19 haben wir die Aussage: „Umso fester haben wir das prophetische Wort. Und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet, als auf ein Licht, das erscheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.“ Gott sagt, dass die Prophetie, das prophetische Wort, wichtig ist. Dass es ein Licht ist für unsere heutige Zeit, für unsere Welt, dass wir den Weg nicht verlieren und am Ziel ankommen, was Gott für uns gegeben hat. Deswegen wollen wir auch heute Abend Prophetie zusammen studieren.
[3:38] Daniel und Offenbarung sind zwei Bücher, die wichtig sind für uns. Sie beinhalten den großen Kampf zwischen Gott und Satan. Die anderen biblischen Bücher zeigen, was Menschen mit Gott erlebt haben, was Jesus gesagt und getan hat. Aber Daniel und Offenbarung offenbaren uns, was hinter den Kulissen stattfindet, den großen Kampf zwischen Gut und Böse. Wenn wir diese beiden Bücher nicht hätten, was wüssten wir dann über diese Dinge? Deswegen zeigen sie uns: Gott ist der, der in diesem Kampf der Angeklagte ist und der am Ende aber in diesem Kampf zwischen Gut und Böse der Sieger ist. Und Gott wird auch sein Volk am Ende zum Sieg führen. Und wir dürfen an diesem Sieg teilhaben.
[4:22] Gottes Endzeitgemeinde ist in der Offenbarung beschrieben und da finden wir einen Teil unserer Identität wieder. In der Offenbarung 12 haben wir die Kennzeichen von Gottes Endzeitgemeinde beschrieben. In der Offenbarung 14, in der Offenbarung 10 ihre Erfahrung und in der Offenbarung 14 ihre Botschaft. Interessant ist, dass wir beim letzten Jerusalem Camp 2015 Offenbarung 14 zum Mittelpunkt hatten, die Botschaft von Gottes Endzeitgemeinde. In diesen Tagen hier haben wir Offenbarung 10 zum Mittelpunkt, über die Erfahrung von Gottes Endzeitgemeinde. Und ich kann mir schon vorstellen, was wir nächstes Jahr als Thema haben werden.
[5:07] Offenbarung 10 zeigt uns, dass in der Endzeit Gottes Gemeinde eine besondere Erfahrung machen wird. Johannes sollte das Büchlein aus der Hand des Engels nehmen. Er sollte es essen. Es war ihm süß im Mund und dann bitter im Magen. Und dieses Büchlein, was hier erwähnt wird, was die Müller-Bewegung, ein Ausdruck, ein Symbol für die Müller-Bewegung ist, war das Buch Daniel. Und von daher war das Studium des Buches Daniel ein ausschlaggebender Grund, warum in der Müller-Bewegung, damals in der Zeit vor 1844, eine große Erweckung gekommen ist. Und deswegen ist es gut, wenn wir über Offenbarung 10 nachdenken, dass wir uns überlegen: Was ist in dem Buch Daniel so wichtig? Warum ist das ein Buch, was man essen kann, was diese Naherwartung, diese Begeisterung ausgewirkt hat, und wie können wir das für uns heute übertragen?
[6:12] Mein Vortrag heute Abend hat drei Teile. Erstens, das Buch Daniel. Da geht es um die Frage, warum ist das Buch Daniel generell wichtig für die Pioniere gewesen? Warum ist das wichtig, gerade in Bezug auf Daniel 7, was unser Thema heute Abend ist? Und warum ist das der Mittelpunkt eigentlich des ganzen Buches Daniel? Zweitens, über die vier Tiere und das kleine Horn. Und drittens, über das Gericht. Ich werde heute Abend einiges sagen, was eigentlich für viele von euch bekannt ist. Aber wir werden einfach, ganz einfach, Schritt für Schritt Prophetie studieren. Dabei wird vieles Bekanntes dabei sein, aber auch einiges, was euch sicherlich neu ist. Jesus hat immer gesagt: „Der Hausvater bringt aus seinem Schatz Altes und Neues hervor.“ Und wenn es etwas Bekanntes ist, dann hoffe ich, dass ihr nicht abschaltet, sondern dass ihr vielleicht darauf achtet. Ich sage es immer so: Wenn jemand schon etwas kennt, was er hört, kann er darauf achten, wie das präsentiert wird, wie man es anderen weitergeben kann. Und wenn etwas Neues kommt, hoffen wir, dass wir offene Herzen haben, das anzuhören, zu prüfen und zu schauen, was es mit uns und unserer Beziehung zu Gott macht.
[7:29] Das Buch Daniel. Es ist so, dass der Johannes das essen sollte und es hat eine Wichtigkeit gehabt für ihn und für Gottes Volk in der Endzeit. Das Buch Daniel hat zwei Teile. In den ersten sechs Kapiteln haben wir die Erfahrung des Propheten mit Gott geschrieben. Das sind so die Geschichten, die man den Kindern gut erzählen kann, so gute Nachtgeschichten. Daniel in der Löwengrube. Wenn sie dann noch gut schlafen können, heißt das den Kindern. Oder auch die drei Männer am Feuerofen und Nebukadnezars Erfahrung. Kapiteln sieben bis zwölf haben wir die Prophezeiungen. Und zwar die Prophezeiung, die Daniel selbst gesehen hat, die Gott ihm gegeben hat. Übrigens, die einzige Ausnahme ist Daniel 2. Daniel 2 hat nämlich sowohl eine Geschichte als auch eine Prophezeiung. Deswegen gehört Daniel 2 zu beiden Teilen dazu.
[8:30] Der zweite Teil zeigt uns, wann das Ende kommt. Es hat Zeitprophezeiungen über die ganze Weltgeschichte bis hin zur Endzeit. Und auch die Endzeit selbst wird beschrieben, was da alles geschieht. Und die ersten sechs Kapitel zeigen uns, wie wir am Ende bestehen können. Diese sechs Kapitel sind nicht umsonst dort geschrieben. Und die Erfahrung, die Daniel und seine Freunde machen, ist die gleiche Erfahrung, die die Gläubigen in der Endzeit machen werden. Und so wie sie gehandelt haben, wie ihr Charakter gewesen ist, was Gott mit ihnen gemacht hat und wie ihre Beziehung zu Gott war, ist das genau, was in der Endzeit mit uns geschehen wird. Deswegen sind die Geschichten genauso wichtig wie die Prophezeiungen. Und das sollten wir genauso gründlich studieren. Und das ist fantastisch zu sehen. Und das ist eine gegenwärtige Wahrheit für uns heute.
[9:19] Daniel 3 zum Beispiel. Dort haben wir das Standbild, was aufgerichtet wird. Alle sollen niederfallen. Übrigens, aus der ganzen Welt waren alle Würdenträger versammelt. Sie sollten niederfallen. Und wenn sie niederfielen, sollten sie getötet werden. Das gleiche Prinzip haben wir am Ende auch wieder. Das heißt, wir haben ein Bild des Tieres, das aufgerichtet wird. Alle Menschen werden gezwungen, das anzubieten. Und wer es nicht tut, soll auch getötet werden. Wir haben das gleiche Erleben auf anderer Ebene in der Endzeit.
[9:45] Daniel 2 haben wir auch, die gegenwärtige Wahrheit, dass Gott die ganzen Weltreiche zeigt und dass in der Endzeit Eisen und Ton zusammenarbeiten werden und eine neue Weltordnung aufrichten wollen, bevor Jesus wiederkommt. Gegenwärtige Wahrheit für unsere heutige Zeit.
[9:59] Daniel 7 werden wir heute Abend studieren, weil das ein ganz wichtiges Kapitel ist für uns, gerade in der Endzeit. Wir haben im Buch Daniel einige Parallelismen. Das ist so ein Spielmittel in der hebräischen Poesie. Wir haben Kapitel 2 und 7 parallel. In beiden haben wir die Weltgeschichte gezeigt mit verschiedenen Abfolgen. Wir haben Kapitel 3 und 6 parallel, 4 und 5 parallel. Wir haben Kapitel 7 und 12 parallel, 8 und 11 und 9 und 10.
[10:30] Wie die zusammenhängen, die Parallelismen, wer darüber mehr wissen möchte, wir haben auf unserer Homepage www.eventgemeinde-mannheim.de mehrere Vorträge, unter anderem die Serie „Prophetie neu entdecken“. Da habe ich auch das ein bisschen näher ausgeführt und ein bisschen länger erklärt. Aber diese Parallelismen sind ganz wichtig, um auch in der Auslegung der Prophetie manche Feinheiten und manche Dinge zu erkennen, die für uns wichtig sind, die uns etwas zu sagen haben.
[10:58] Wir haben auch noch einen Schiasmus. Schiasmus kommt von dem, das sollte eigentlich ein X sein, da ist die Schrift nicht ganz richtig, aus dem hebräischen Buchstaben Chi. Das sieht wie ein X aus. Und wenn man mal diese Struktur anschaut, diese Parallelismen, die wir eben gesehen haben, und das mal auch anders aufschreibt, dann sehen wir, dass das auch so ein bisschen wie ein X aussieht. Also 2 und 7 sind parallel, 3 und 6, 4 und 5 und jeweils 7 und 12, 8 und 11 und 9 und 10. Und bei einem Schiasmus sieht das folgendermaßen aus, dass das Thema am Anfang am Ende wiederkommt. Das zweite Thema kommt am vorletzten wieder, und das dritte das letzte, das dritte und so weiter. Also die Themen wiederholen sich. Und das Wichtigste, die Hauptsache steht immer in der Mitte.
[11:47] Wenn wir das Buch Daniel anschauen, dann sehen wir, dass wir im Buch Daniel sogar einen doppelten Schiasmus haben. Und wenn wir jetzt sehen, dass das Wichtigste, die Hauptaussage in der Mitte steht, dann ist meine Frage: Was meint ihr wohl, was im Buch Daniel das wichtigste Kapitel ist? Das ist mir schwer zu erraten, wenn man sich das anschaut. Das ist natürlich Kapitel 7. Kapitel 7 zeigt uns, dass das etwas ist, was die zentrale Aussage ist.
[12:18] Wenn wir Adventisten normalerweise gefragt werden, was das Wichtigste im Buch Daniel ist, dann kommt meistens: Offenbarung, Kapitel 8, Vers 14. Entschuldigung, Daniel 8, Vers 14. „Nach 2300 Abend und Morgen soll das Heiligtum wieder gereinigt werden.“ Natürlich ist das eine Sache, die für uns Adventisten wichtig ist, weil wir durch diesen Vers 1844 ausrechnen können. Aber, meine Lieben, das ist nicht der Mittelpunkt vom Buch Daniel. Der Mittelpunkt vom Buch Daniel ist Daniel 7. Deswegen bin ich froh, dass ich bei diesem... Entschuldigung, ich bin bei der Offenbarung hier. Daniel 7. Ich bin froh, dass ich hier über Daniel 7 reden kann, weil das das wichtigste Kapitel ist von allen Kapiteln im Buch Daniel.
[13:06] Und die nächste Frage ist: Wenn wir das Buch Daniel 7 anschauen, das Kapitel, was ist dort das Wichtigste? Ganz kurz, der Überblick. Dort haben wir auch wieder ein Chiasmus. Die ersten acht Verse sind über welches Thema? Die vier Tiere. Dann haben wir ein neues Thema, wo der Blick in den Himmel geht. Welches Thema haben wir dort? Das Gericht. Und dann haben wir, die Verse 9-15, wieder die Verse 16 und folgende, wieder die vier Tiere. Da werden sie erklärt. Also wieder ein Chiasmus, Thema am Anfang, Thema am Ende ist das Gleiche. Und in der Mitte steht das Gericht. Welches Gericht? Das Vorwiederkunftsgericht. Und damit sind wir genau bei unserem phantastischen Thema. Das ist der Mittelpunkt des gesamten Buches Daniel. Das Gericht vor der Wiederkunft Jesu.
[14:00] Und deswegen werde ich auch heute Abend über die vier Tiere reden, über Steinehorn natürlich auch, das ist auch wichtig. Aber wichtiger ist, über das Gericht zu sprechen. Interessant ist, unsere Pioniere haben sehr viel Prophetie studiert und ausgelegt und verkündigt. Und übrigens, die meisten Erweckungen, die in der ganzen Kirchengeschichte gewesen sind, kamen durch das Studium, die Verkündigung von Prophetie. Warum? Weil Prophetie uns zeigt, wie Gott handelt in der Geschichte. Gott ist Erlösungsplan aufgedeckt. Gottes Liebe zu uns Menschen zeigt, wie er mit uns Menschen handelt. Aber auch zeigt, wo wir stehen in der Weltgeschichte. Was schon geschehen ist und was noch kommt.
[14:43] Die Pioniere haben Prophetie ausgelegt und die Menschen ihrer Zeit konnten sehen, dass das, was da geschrieben steht, in ihren Tagen geschehen ist. Als William Miller begonnen hat zu predigen, dass die 1260 Jahre zu Ende sind, 1798, war das gerade einige Jahre vorher geschehen. Für uns ist das 220 Jahre oder noch mehr Geschichte. Es war für sie damals fast noch Gegenwart. Und dann, als sie verkündigt haben, 1844 kommt Jesus wieder, war das ein Geschehen, was in ihrer Zeit gewesen ist.
[15:17] Das Problem ist, wenn wir heute Prophetie verkündigen, dann gibt es viele, die dann auch schön die ganze Kirchengeschichte zeigen. Ist auch gut, ist auch wichtig. Prophetie ist ja Kirchengeschichte, Weltgeschichte. Und dann hören sie irgendwann mit 1840 auf und dann wundern wir uns, warum die Menschen nicht mehr angesprochen sind von Prophetie. Meine Lieben, Prophetie muss so verkündigt werden, dass wir erkennen können, dass das, was heute geschieht, im prophetischen Text steht. Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir von der Weltgeschichte und von der heutigen Situation ausgehen und überlegen, wo finden wir das hier wieder. Das ist der falsche Ansatz. Wir müssen Prophetie studieren und dann gucken, wo finden wir es in der Gegenwart wieder. Aber meine Lieben, heute geschehen entscheidende Dinge in der heutigen Zeit, in der heutigen Welt, die Gott prophetisch vorausgesagt hat. Und wenn wir das aufzeigen, wie Prophetie aktuell heute geschieht, dann werden die Menschen wieder aufmerken und werden nicht begeistert sein vom Wort. Prophetie zeigt nicht nur, dass Liebe Gottes Wort ist, sondern sie zeigt auch, wie Gott handelt jetzt, heute, in der Welt. Und das möchte ich auch heute Abend ein wenig zeigen, was das für uns zu bedeuten hat.
[16:37] Wir haben eine sprachliche Struktur in dem Buch Daniel. Und zwar haben wir das erste Kapitel und die ersten vier Verse vom zweiten Kapitel auf Hebräisch. Dann wechseln wir ins Aramäische und dann am Ende wieder Hebräisch. Warum wechselt das? Aramäisch war damals so die Weltsprache und Hebräisch war die Sprache vom Volk Gottes. Es ist interessant: Immer dann, wenn es um Weltgeschichte geht, dann haben wir den Text auf Aramäisch. Und wenn es um Heilsgeschichte geht, dann wechselt der Text in Hebräisch.
[17:10] Daniel 2, Daniel 7 sind beides Weltgeschichte. Da haben wir die Weltmächte: Daniel, Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom usw. Aber in Daniel 8 wird in Hebräisch gewechselt. Und Hebräisch bedeutet, dass wir hier den Schwerpunkt haben, nicht mehr auf der Weltgeschichte, sondern auf der Heilsgeschichte. Das heißt, was Gott mit seinem Volk tut, was Gott mit seinem Volk vorhat. Da haben wir zum Beispiel nicht mehr vier Raubtiere, sondern da haben wir zwei andere Tiere: Widder und Ziegenböck. Und das sind Opfertiere. Das heißt, hier geht es auch beim kleinen Horn nicht mehr darum, was das kleine Horn mit den Gläubigen tut, mit den Heiligen tut, sondern was das kleine Horn mit dem Heiligtum tut. Das heißt, hier haben wir den Schwerpunkt ganz klar von der Weltgeschichte auf das, was Gott mit seinem Volk tut und was in der Weltgeschichte damit verbunden ist, gelenkt. Auf das himmlische Heiligtum. Deswegen ist es auch sehr interessant, allein von diesen Strukturen kann man manches erkennen, wie Gott mit seinem Volk umgeht und wie Gott die Heils- und Weltgeschichte vorwärts bringt.
[18:24] Kommen wir zum zweiten Punkt: die vier Tiere und das kleine Horn. Das wird sicherlich manches sein, was für euch bekannt ist. Ich werde das ein wenig schneller durchgehen. Wer das ganz ausführlich hören möchte, „Prophetie neu entdecken“, könnt ihr an unserem Stand bekommen oder auch im Internet anschauen, die Serie, wo ich das auch ein bisschen ausführlicher erkläre.
[18:47] Gut, wir lesen erst mal Daniel 7, Verse 1 bis 3. Ich lade euch ein, Daniel 7 aufzuschlagen. Und dort die Verse 1 bis 3. „Im ersten Jahr Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum. Ein Gesicht auf seinem Bett, und er schrieb den Traum auf, und dies ist sein Inhalt. Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und sie, die vier Winde unter dem Himmel, wühlten das große Meer auf. Und die vier großen Tiere stiegen herauf aus dem Meer und an jedes anders als das andere.“
[19:26] Hier ist die Einleitung. Daniel hat einen Traum, und er sieht einige Dinge hier. Und das ist natürlich symbolisch, was wir hier haben. Er sieht das Meer, er sieht Winde, die hier kommen, und er sieht Tiere aufsteigen.
[19:40] Wenn wir in der Prophetie Symbole haben, dann gibt es einen Grundsatz, der ganz wichtig ist. Und der Grundsatz lautet: Die Bibel legt sich selber aus. Das heißt, wir müssen für jedes Symbol einen Bibeltext finden, der erklärt, was das bedeutet, was damit gemeint ist. Und wenn jemand mit euch Prophetie studiert und euch Symbole erklärt, und er hat keinen Bibeltext, dann glaubt es nicht. Es wird falsch sein. Auch wenn es noch so schön klingt, auch wenn es noch so logisch ist, auch wenn es noch so viele Menschen glauben. In der Prophetie brauchen wir für Symbole immer einen Bibeltext, der das Symbol erklärt. Und wenn jemand was nicht hat, fragt nach.
[20:26] Ich habe gleich einen Text dazu geschrieben. Das Meer, in Jesaja 17, Vers 12 und 13. Das gleiche haben wir auch in der Offenbarung 17, Vers 15. Das Meer bedeutet Völker. Den Text lesen wir jetzt nicht, das könnt ihr gerne zu Hause nachlesen. Das gleiche auch die vier Winde, nach Jeremia 49, 35 bis 37. Das ist ein Unheilkrieg. Und die vier Tiere. Das finden wir in Daniel 7, Vers 17. Das können wir gleich mal lesen, da steht: „Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden.“
[21:01] Das heißt, aus dem Völkermeer heraus kommen Unruhen, Kriege, Veränderungen. Und da kommen vier Königreiche, vier Weltreiche nacheinander auf die Bühne der Weltgeschichte. Und die werden jetzt nacheinander beschrieben und erklärt.
[21:16] Wir lesen zunächst Daniel 7, Vers 4. Dort haben wir das Erste. „Das Erste war wie ein Löwe und hatte Flügel wie ein Adler. Ich sah, wie ihm die Flügel genommen wurden und es wurde von der Erde aufgehoben und auf zwei Füße gestellt wie ein Mensch und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben.“
[21:36] Wenn wir jetzt also ein Tier jetzt haben und wissen, es ist ein Königreich, dann heißt das ja auch, dass dieses Tier, dieses Königreich ein bestimmtes Reich darstellt. Und jetzt kommt die nächste Frage: Wie kriegen wir raus, wer dieses Tier ist? Das ist immer das gleiche Prinzip. Wir müssen die Merkmale aufschreiben. Aus dem Text heraus, welche Merkmale hat das Tier? Und dann müssen wir schauen, wo gibt es in der Wirklichkeit eine Macht, die diese Merkmale genau erfüllt.
[22:09] Der Löwe, welche Merkmale hat er? Er hat Adlerflügel. Daran sehen wir auch schon, dass das keine echten Tiere sein können, weil er ein Tier ist. Zweitens, er hat ein menschliches Herz. Er bekommt ein menschliches Herz. Und hier haben wir auch die Beschreibung. In Jeremia 4 und Jeremia 25 wird der Löwe beschrieben, was der Löwe bedeutet. Das wollen wir jetzt nicht lesen, könnt ihr zu Hause gerne nachlesen. Da steht nämlich, dass der Löwe aus dem Dickicht kommen wird und über Israel, über Juda herfallen wird. Und das wird beschrieben als der König Nebukadnezar. Und drüben haben wir die Beschreibung, dass der Adler kommen wird aus dem Norden. Und auch das ist Nebukadnezar. Es steht dort direkt drin.
[23:00] Also Adler und Löwe sind beides Symbole für Nebukadnezar, für das Reich, was in der Zeit von Daniel auch existiert hat. Interessant ist folgender Gedanke auch: Wenn wir eine prophetische Abfolge haben in der Prophetie, dann beginnt die immer in der Zeit mit den Propheten der Division. Wenn sie früher beginnen würde, dann wäre es keine Voraussage, keine Prophetie. Wenn sie später beginnen würde, dann würde eine Lücke dazwischen sein. Deswegen beginnen im Buch Daniel die Ketten immer mit dem Reich Babylon, beziehungsweise nachher Medo-Persien. Und in der Offenbarung beginnen die Abfolge der Reiche mit Rom, weil Rom die Weltmacht damals war.
[23:45] Wenn wir uns also diese Merkmale anschauen, dann sehen wir, die Bibel schließt sich selber aus, Jeremia 4, Ezechiel 17, das kann nur das Reich Babylon sein, 605 bis 539 vor Christus, das Reich, in dem Daniel selber lebte, Nebukadnezar. Und interessant ist auch, dass auch beim Ischdator und an der Prachtstraße von Babylon diese Reliefs ausgegraben wurden, dass der Löwe durchaus auch eine Art Wappentier von Babylon gewesen ist.
[24:17] Gut, das zweite Tier, was wir hier beschrieben haben, das ist Daniel 7, Vers 5, und ich sah ein anderes Tier. „Das zweite war gleich einem Bären und war auf der einen Seite aufgerichtet und hatte in seinem Maul zwischen seinen Zähnen drei Rippen. Und man sprach zu ihm: Steh auf und friss viel Fleisch.“
[24:39] Der Bär, der ist halb aufgerichtet, das heißt, er hat Schlagseite. Welche Merkmale haben wir noch? Er hat drei Rippen im Maul. Wo kommen die Rippen her? Natürlich von anderen Tieren. Und Tiere, haben wir vorhin gesagt, ist ein Symbol für Königreiche, Weltreiche. Und er soll viel Fleisch fressen.
[25:02] Wenn wir uns jetzt anschauen, welches Reich kam nach Babylon? War Medo-Persien. Und das passt ganz genau auf dieses Symbol hier. Medo-Persien war ein Doppelreich, die Perser stärker waren, also Schlagseite hatte. Drei Rippen im Maul bedeutet, dass drei Großmächte erobert worden sind von Medo-Persien, nämlich Lydien, Babylon und Ägypten. Und friss viel Fleisch bedeutet, dass sie viele andere Reiche, viele andere Tiere fressen sollten. Das heißt, dass dieses Reich sehr weit das Gebiet vergrößert hat gegenüber dem babylonischen Reich. Medo-Persien, 1539 bis 1331 vor Christus, war für ungefähr 200 Jahre.
[25:47] Interessant ist übrigens auch die Parallele zu Daniel 2. Der Löwe ist parallel zum goldenen Haupt und der Bär parallel zur Brust und Arme aus Silber.
[25:58] Das dritte Tier, der Panther. Daniel 7 Vers 6. „Danach sah ich und sie ein anderes Tier, gleich einem Panther. Das hatte vier Flügel wie ein Vogel auf seinem Rücken. Das Tier hatte vier Köpfe und ihm wurde große Macht gegeben.“
[26:13] Der Panther, welche Merkmale? Er hat auch vier Flügel und er hat vier Köpfe. Köpfe sind in der Prophetie, finden wir übrigens in der Offenbarung beschrieben, in der Prophetie sind die vier Köpfe Könige, Königreiche. Und genauso ist es auch gewesen, als der große Feldherr von Griechenland, Alexander der Große, gestorben war, ist sein Reich zerfallen und die vier Generäle haben das Reich unter sich aufgeteilt. Man könnte jetzt viel darüber reden, was sie alles gemacht haben und wie das alles abgelaufen ist. Das ist auch interessant, spannend, damals die Geschichte zu studieren und auch die Parallelen zwischen Alexander dem Großen und Jesus Christus zu sehen. Aber das machen wir jetzt nicht, das würde jetzt zu lange dauern heute Abend.
[27:07] Der Panther ist parallel zum dritten Reich in Daniel 2, zu der Hüfte aus Kupfer.
[27:14] Das vierte Reich, das vierte Tier, finden wir in Daniel 7, Vers 7. Und dort lesen wir: „Danach sah ich in diesem Gesicht in der Nacht und sie ein viertes Tier, war furchtbar und schrecklich und sehr stark und hatte große eiserne Zähne, fraß um sich und zermalmte und was übrig blieb, zertraute es mit seinen Füßen. Es war anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner.“
[27:41] Vers 8. „Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes, kleines Horn hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das redete große Dinge.“
[27:56] Die ersten Tiere hatten wenigstens noch Ähnlichkeiten mit lebenden Tieren. Dieses vierte Tier, irgendwie ein Drache ist es. Er hatte eine eiserne Zähne, die Beine aus Eisen, hier die Zähne aus Eisen. Es frisst und zermalmt und zertritt. Es hat zehn Hörner auf seinem Haupt und dann kommt auch irgendwann ein kleines Horn zwischen ihnen hervor. Das ist natürlich das nächste Reich, was nach Griechenland gekommen ist, das ist das Römische Reich. Und Rom war wirklich, wie es hier auch beschrieben wird, schrecklich, furchtbar, hat zertreten, zermalmt, und man liest, was die Römer damals angerichtet haben, wie viele Nationen sie unterdrückt haben, wie viele Menschen sie auf die Galeren geschickt haben, wie viele Menschen sie gekreuzigt haben, das Römische. Die Römer waren wirklich an Grausamkeit nicht zu überbieten, was damals geschehen ist. Das passt sehr gut, diese Beschreibung von dem vierten Tier auf das Römische Reich.
[29:02] Und es passt auch sehr gut als Parallele zum Kapitel 2 im Buch Daniel. Übrigens, deswegen ist es ganz wichtig, dass wir keine Zeitkette haben von Weltreichen, sondern wir haben viele Ketten, prophetische Ketten. Und deswegen ist es wichtig, wenn wir Prophetie auslegen, dass wir sowohl in der Zeitfolge richtig sind, als auch, dass wir die Parallelen zu den anderen prophetischen Ketten sehen. Und dadurch haben wir eine Vernetzung, dass wir sowohl vertikal als auch horizontal genau die Entsprechungen haben. Und dadurch kann man auch sicher sein, dass man in prophetischen Auslegungen richtig ist, wenn man mit anderen prophetischen Ketten die gleichen Dinge wiederfindet und das dann auch bestätigt findet. Wenn man irgendwo etwas findet und auslegt und es ist ganz allein nur dort zu finden, sollte man vorsichtig sein. Weil diese Vernetzung wichtig ist, die Verknüpfung. Das ist wie beim Puzzle, das muss alles passen. Es müssen alle Seiten passen beim Puzzlespielen. Hier auch, Daniel 2, Daniel 7 ist ganz genau parallel, es passt ganz genau zusammen.
[30:05] Das kleine Horn, wir lesen dazu einige Verse. Vers 8 haben wir schon gelesen und wir lesen die Verse 20 bis 19 bis 25 dazu. „Danach hätte ich gern genaueres gewusst über das vierte Tier, das ganz anders war als die anderen, ganz furchtbar, mit eisernen Zähnen und ehrenden Klauen, das um sie fraß und zermalmte und mit seinen Füßen zertrat, was übrig blieb. Und über die zehn Hörner auf seinem Haupt und über das andere Horn, das hervorbrach, vor dem drei ausfielen. Es hatte Augen und ein Maul, das große Dinge redete und war größer als die Hörner, die neben ihm waren. Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen und es behielt den Sieg über sie. Bis der kam, der uralt war und Recht schaffte den Heiligen des Höchsten. Hier steht übrigens im Grundtext, der Gericht schaffte für die Heiligen des Höchsten. Und bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen. Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein. Das wird ganz anders sein als die anderen Königreiche. Es wird alle Länder fressen, zertreten und zermalmen. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen wird aber ein anderer aufkommen, der ganz anders sein wird als die vorigen und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“
[31:33] Hier haben wir eine ganze Beschreibung von dem kleinen Horn. Eigentlich ist das kleine Horn wichtiger als die anderen vier Tiere. Warum? Wenn wir uns mal den Platz anschauen, den die Beschreibung braucht, dann haben wir für die vier Tiere ungefähr so viel Platz und für das kleine Horn genauso viel Platz. Das kleine Horn hat von der Beschreibung her genauso viel Text wie die anderen vier zusammengenommen. Also liegt der Schwerpunkt ganz klar, ganz eindeutig in Daniel 7 beim kleinen Horn. Das ist der Höhepunkt, aber nicht ganz der Höhepunkt. Der Mittelpunkt ist eigentlich nachher das Gericht, was wir nachher sehen werden, uns gleich besprechen werden.
[32:10] Erstmal, wer ist das kleine Horn? Es gibt hier einige Merkmale, die wir uns anschauen. Der Ort, wo kommt es her? Es kommt zwischen den zehn Hörnern auf. Die zehn Hörner sind die Nachfolgestaaten Roms, also es muss irgendwo in Europa aufkommen, auf dem Gebiet des Römischen Reiches. Zweitens, die Zeit. Wann kommt es auf? Es kommt nach dem vierten Tier, also nach dem Römischen Reich. Das Römische Reich ging zu Ende 476 nach Christus, als der letzte römische Kaiser Romulus abdanken musste. Und von daher muss also dieses Tier irgendwann nach 476 nach Christus kommen.
[32:47] Drittens, die Art und Weise. Es ist anders als die anderen. Die anderen zehn Hörner waren staatliche Mächte. Das sind die Nachfolgestaaten, die sich hier in Europa niedergelassen haben, die Germanenreiche. Und dieses Horn ist anders. Es ist religiös-politisch. Viertens, die Entstehung. Wie entsteht es? Drei Hörner werden ausgerissen. Nicht von ihm selbst, aber von anderen für ihn. Und an deren Stelle kommt das kleine Horn auf. Das heißt, drei Staaten, drei der Nachfolgestaaten werden vernichtet.
[33:22] Fünftens, das Wachstum. Es ist aus kleinen Anfängen und wird dann groß. Eigentlich müsste man hier nicht sagen, das kleine Horn. Das ist eigentlich eine falsche Bezeichnung. Man müsste eigentlich sagen, das große Horn. Weil das Horn größer ist als die anderen zehn Hörner. Es fängt zwar klein an, aber es wächst und wird größer. Aber kleines Horn hat sich nicht mehr so eingebürgert, deswegen wollen wir mal bei dem Begriff bleiben. Also aus kleinen Anfängen wird es groß. Es hat also mehr Bedeutung als die anderen. Wichtiger als die anderen.
[33:51] Sechstens, Verhalten gegenüber Gott. Hier steht, es wird den Höchsten lästern. Gotteslästerung. Und nach Johannes 10, Vers 30 bis 33 und Lukas 5, 20 bis 25 haben wir zwei Definitionen für Gotteslästerung. Nämlich, wenn sich jemand selbst an Gottes Stelle setzt und wenn jemand vorgibt, Sünden zu vergeben, was nur Gott tun kann. Wir können Menschen höchsten Sündenvergebung zusprechen, aber nicht selbst Sünden vergeben.
[34:19] Siebentens, Verhalten gegenüber den Heiligen. Hier steht, es verfolgt und vernichtet die Heiligen. Verfolgt und tötet Christen.
[34:31] Achtens, was macht dieses Reich mit dem Gesetz? Hier steht, es wird das Gesetz ändern. Es untersteht sich, Gottes Gesetz zu ändern. Das heißt, es verändert die zehn Gebote. Gottes Gesetz.
[34:46] Und neuntens, wie lange hat es seine Herrschaft? Es wird eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit die Herrschaft haben. Und das sind umgerechnet 1260 Jahre. Übrigens, diese Rechnung ist relativ einfach zu machen, weil wir haben sie siebenmal in der Bibel. In Daniel, in Offenbarung. Wir haben sie manchmal beschrieben als dreieinhalb Zeiten. Manchmal als 42 Monate. Und zweimal als 1260 Tage. Und wenn diese dreieinhalb Zeiten beschrieben werden, dann ist es immer die gleiche Zeitspanne. Das ist übrigens auch ein sehr guter Grundsatz im Prinzip, weil wir überall verstreut das immer wiederfinden, diese Zeitperiode. Und wenn man weiß, das ist die Zeitperiode, wo im Mittelalter von 538 bis 1798 die Herrschaft hier gewesen ist, dann haben wir immer gleich schon den Ansatz, in dem Moment, wo das vorkommt, was damit gemeint ist, welche Zeitperiode. Dadurch haben wir einen Nagel, den man schon festklopfen kann, wo man sagen kann, hier haben wir die Zeitperiode. Also dreimal als dreieinhalb Zeiten, zweimal als 42 Monate und zweimal als 1260 Tage. Und da wir ja in der Prophetie das Tag-Jahr-Prinzip haben, sind die 1260 Tage auch gleichzeitig 1260 Jahre.
[36:12] Das heißt, wir suchen eine Macht, die über 1000 Jahre lang die Macht hat, religiös-politisch ist, in Europa seinen Sitz hat, die Gläubigen verfolgt und tötet. Und es ist gar nicht schwer, das zu erraten. Wenn ich in meinen Seminaren darüber spreche, dann muss ich das gar nicht sagen. Ich frage die Leute nur und die sagen selber, was das ist. Weil es gibt nur eine Macht, auf die alle Merkmale zutreffen, nämlich, das ist das Papsttum, die katholische Kirche im Mittelalter.
[36:39] Wenn wir darüber sprechen, dann ist es ganz wichtig, dass wir jetzt auch sagen, auch in den Seminaren, dass wir nicht andere Christen damit angreifen. Es gibt in allen Konfessionen überzeugte, bekehrte Menschen, die auch gerettet werden. Denn es geht hier um das System. Und das System, was im Mittelalter diese Dinge halt gemacht hat. Und jetzt könnten wir eine Stunde darüber sprechen, wie das Papsttum all diese neun Punkte erfüllt. Das ist höchst spannend. Das machen wir jetzt aber nicht. Wenn ihr das wissen wollt, schaut nach Internet, „Prophetie neu entdecken“, abends über Daniel 7. Das ist nämlich, die Zitate zu sehen, wie das Papsttum selbst etwas sagt zu diesen Dingen, wo sie das genaue Punkt für Punkt erfüllt hat in der Prophetie, das ist spannend.
[37:24] Aber interessant ist, noch wichtiger zu sehen, nicht nur, was damals geschehen ist bis 1798, sondern, was heute geschieht. Wie die tödliche Wunde, die in Offenbarung 13 beschrieben ist, mit der gleichen Macht, wieder heil wird mit der Zeit. Und das ist viel wichtiger für uns heute, das zu erkennen, zu beobachten und in der Prophetie richtig einzuordnen.
[37:42] Ja, das war so ein bisschen im Schnelldurchgang Daniel 7. Die vier Tiere, das kleine Horn. Warum ist das wichtig? Ist das nicht nur Geschichte? Nicht nur, was früher geschehen ist? Nein. Wenn das so ist, wenn die Auslegung stimmt, von der ich überzeugt bin, und auch Offenbarung 13 das Tier aus dem Meer die gleiche Macht darstellt, die gleichen Merkmale, dann bedeutet das, dass ein Ökumene-Kurs nicht möglich ist. Weil diese Macht heute immer noch aktiv ist. Und ich bin so dankbar über das Buch „Vom Schatten zum Licht“, und zwar über den Anhang. Da ist ein Kapitel von Bruder Heinz geschrieben, wo er schreibt vom Wandel und von der Beständigkeit der katholischen Kirche. Habt ihr das Kapitel schon mal gelesen? Solltet ihr machen. Also, das ist in dem Buch „Vom Schatten zum Licht“, hinten angefügt. Und da beschreibt er, dass die katholische Kirche sich verändert hat, natürlich. Zweites Vatikanisches Konzil, da gab es viele Veränderungen, aber nur äußerlich. Die Gesetze sind die gleichen geblieben. Und im Großen Kampf lesen wir die Aussage: Wenn die katholische Kirche heute die Macht hätte, die sie damals gehabt hat, würde sie heute die gleichen Dinge wieder tun, wie sie damals getan hat. Deswegen, es ist wichtig, Prophetie zu kennen, um für unsere heutige Zeit die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Nämlich die Frage: Wo ist Wahrheit? Sind alle christlichen Kirchen in der Ökumene? Ist ein Ökumene-Kurs möglich, nötig? Aber wenn hier das Tier auf dem Banken 13 beschrieben wird, und wir als Papst auslegen, dann können wir nicht in der Ökumene mitmachen. Unmöglich.
[39:47] Aber es geht noch weiter. Das Gericht. Und jetzt kommen wir, denke ich, zu etwas, was den Mittelpunkt, den Höhepunkt darstellt. Das Buch Daniel und damit auch den Mittelpunkt von Offenbarung 10. Denn Gottes Volk sollte damals das Buch Daniel essen. Und das Wichtigste, was sie essen sollten, war damit das Gericht. Sie sollten über das Gericht erfahren. Sie sollten das Gericht studieren. Natürlich damals, als sie das, die Milleriten das studiert haben, haben sie vom Gericht nichts gewusst. Sie haben das auf Jesu Wiederkunft ausgelegt. Und das Gericht haben sie erst nach 1844 erkannt. Dieses Vorwiederkunftsgericht, was dann 1844 begonnen hat. Aber es ist eine Botschaft, die für sie damals wichtig war. Weil die Botschaft vom Gericht, das begonnen hat, ihre Enttäuschung erklärt hat und ihnen eine neue Perspektive gegeben hat, in welche Richtung sie gehen sollten. Und es ist für uns heute noch genauso wichtig. Weil das Gericht hängt zusammen mit der Heiligtumslehre. Und das ist der Mittelpunkt und die Grundlage unseres gesamten Fundamentes, worauf wir als Adventgemeinde fußen und bauen.
[41:03] Und ich habe den Eindruck, wenn wir über das Gericht sprechen, erstens habe ich den Eindruck, dass kaum noch jemand darüber spricht. Zweitens, wenn man darüber spricht, dann sagt man immer: „Früher hatten wir immer beim Gericht so ein komisches Gefühl in der Magengegend, also müssen wir das Gericht jetzt positiv predigen.“ Und Gericht positiv predigen bedeutet dann, dass man sagt: „Jesus tritt für uns ein, Jesus ist unser Fürsprecher und das ist die gute Nachricht und das ist wunderbar.“ Amen. Und dann sagen alle Amen. Das ist zwar richtig, aber meine Lieben, das ist nicht die Botschaft, die Ellen White im Großen Kampf über das Gericht schreibt, die wir verkündigen sollen. Es gibt noch mehr gute Nachricht, Evangelium im Gericht, als nur das, was hat das für uns heute zu sagen?
[42:00] Gottes Gericht, was jetzt stattfindet, seit über 120 Jahren, über 170 Jahren. Wofür hat Gott überhaupt Gericht? Erstens, Gott hält Gericht, dass Gottes Charakter gerechtfertigt wird. Nämlich, Satan hat am Anfang Gott angegriffen im Himmel. Gott ist nicht Liebe und Gott ist nicht gerecht. Und im Gericht wird Liebe und Gerechtigkeit wieder offenbart. Gott wird gerechtfertigt. Gottes Gesetz wird gerechtfertigt, weil Satan Gottes Gesetz angegriffen hatte. Gottes Gesetz ist nicht gut, sagte er. Man kann es nicht halten. Wir brauchen es nicht, weil wir ja sowieso sündlose Engel sind. Im Gericht wird gezeigt: Gottes Gesetz ist gut. Es ist die Grundlage des Lebens. Es ist das Leben an sich. Übrigens Gesetz, die zehn Gebote und Erlösung sind eins. Wenn wir das Gesetz, Gott fängt an und sagt: „Ich habe dich aus Ägypten herausgeführt.“ Erlösung. Aber das ist ein anderes Thema.
[43:05] Drittens, die Gläubigen werden gerechtfertigt. Satan greift die Gläubigen an und sagt: „Wie kann Gott diese Menschen in den Himmel nehmen? Guck mal, was sie gemacht haben.“ Und er hat recht damit. Und damit wird Gottes Volk gerechtfertigt. Wir werden gerechtfertigt.
[43:19] Viertens, es wird entschieden, wer gerettet wird. Das ist ein Thema, was heute gar nicht mehr gesehen wird. In neueren Publikationen und auch in vielen Vorträgen höre ich immer wieder vom Gericht, dass das Gericht wichtig ist, weil die ersten drei Punkte, die werden gesehen, dass Gott gerechtfertigt wird, dass wir gerechtfertigt werden. Aber dass entschieden wird, mit anderen Worten, es wird aussortiert, das hört man fast gar nicht mehr. Nämlich, dass Gott entscheidet von denen, die Jesus nachfolgen, wer wird gerettet und wer wird nicht gerettet. Das heißt, es gibt ein Ja und es gibt ein Nein.
[43:59] Fünftens, Satan und die Ungläubigen werden verurteilt. Die können nicht ohne Gerichtsverhandlung und Gerichtsverurteilung am Ende vernichtet werden. Also wird es ein Urteil geben und natürlich auch am Ende die Strafe für Satan und die Ungläubigen, der ewige Tod.
[44:15] Gottes Gericht, lesen wir mal in Daniel 7. Jetzt kommen wir zum Mittelpunkt vom Buch Daniel 7. Vom ganzen Buch Daniel eigentlich. Und dort lesen wir die Verse 9-14. „Ich sah Throne. Ich sah, wie Throne aufgestellt wurden. Und einer, der uralt war, setzte sich. Sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle. Feuerflammen waren sein Thron und dessen Räder loderndes Feuer. Und von ihm ging aus ein langer, feuriger Strahl. Tausend mal tausende dienten ihm und zehntausend mal zehntausende standen vor ihm. Das Gericht wurde gehalten und die Augen aufgetan. Ich merkte auf um der großen Reden willen, die das Horn redete. Und ich sah, wie das Tier getötet wurde und sein Leib umkam und ins Feuer geworfen wurde. Und mit der Macht der anderen Tiere war es auch aus. Denn es war ihnen Zeit und Stunde bestimmt, wie lange ein jedes leben sollte. Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschensohns und ich sah, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen Nationen und Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht und sein Reich hat kein Ende.“
[45:39] Und danach geht es wieder weiter mit dem alten Thema, die vier Tiere. Aber bis dahin, dieser Einschub ist über das Gericht. Das Gericht, was im Himmel stattfindet.
[45:51] Welche Fakten werden hier über das Gericht mitgeteilt? Wer setzt sich? Die Throne werden aufgestellt. Übrigens, damals waren Throne, Herrschen und Gericht war damals zusammen. Der oberste Herrscher war gleichzeitig auch oberster Richter. Salomo zum Beispiel. Die wichtigsten Fälle wurden vor Salomo gebracht, weil er als König gleichzeitig der oberste Gerichtshof war. Deswegen die Throne hier, damit Gericht gehalten werden kann. Und wer setzt sich dort? Einer, der uralt war. Wer ist das? Denn wir haben nachher in Vers 13 den Menschensohn, der kommt. Übrigens, der kommt auf den Wolken des Himmels. Wohin kommt er? Woher kommt er? Er kommt nicht vom Himmel auf diese Erde, in den Wolken des Himmels. Nein, sondern hier bringen die Wolken ihn zum Vater. Übrigens, hier steht in Vers 9, jemand, der Uralte, der Vater, setzt sich. Was bedeutet das? Das bedeutet, er hat vorher nicht dort gesessen. Das heißt, dass er sich dorthin bewegt hat. Darauf kommen wir gleich nochmal.
[47:10] Dann finden wir hier Wesen, die dabei sind. Tausend mal tausend, zehntausend mal zehntausende. Es geht also nicht alleine dort ab. Und Bücher werden aufgetan. Jetzt könnte man viel über die Bücher reden, was die Bücher bedeuten, Buch des Lebens und die Bücher der Taten und all die ganzen Dinge. Das kann man auch noch studieren, aber das ist auch nicht unser Thema heute Abend. Aber dann werden die Menschen nach dem gerichtet, was in den Büchern steht. Und der Menschensohn kommt dann dazu.
[47:42] Die Frage ist: Wo findet das Gericht statt? Hier steht im Himmel. Ja, naja, wo Gottes Thron ist, das ist im himmlischen Heiligtum. Die nächste Frage ist: Wo im himmlischen Heiligtum? Im Allerheiligsten. Die Frage ist: Wann war Jesus, wo im himmlischen Heiligtum?
[48:11] Was ich in der letzten Zeit immer wieder höre, sind folgende Argumente. Ich sage es jetzt euch mal. Man sagt, naja, der Stephanus hat ja Jesus gesehen. Wo war Jesus? Zur Rechten des Vaters. Und nach dem neunten Menschen steht, dass Jesus zur Rechten des Vaters sitzt. Und der Vater ist ja Gott, Gottes Thron. Und wo ist Gottes Thron? Gottes Thron ist im Allerheiligsten. Also, wenn Stephanus schon Jesus neben dem Thron Gottes gesehen hat, zur Rechten, dann heißt das, Jesus war schon bei seiner Himmelfahrt ins Allerheiligste gegangen. Das ist ein Argument, der von den Protestanten, von den Evangelischen und den Evangelikalen sehr häufig gekommen ist, die aber unsere adventistischen Brüder oftmals übernommen haben als Argument.
[50:00] Was können wir dagegen sagen? Ganz einfach, wir müssen in den Text reingucken. Hier steht nämlich, dass der Uralte, der Vater, nicht dort war, wo er jetzt ist. Das heißt, die Throne werden jetzt hingestellt und dann kommt er und setzt sich. Und dann kommt Jesus, und dann kommen die Verlegungen. Das bedeutet, der Thron des Vaters war nicht von immer schon im Allerheiligsten. Gott kann seinen Thron auch verlegen. Und übrigens, er wird seinen Thron nochmal verlegen nach den tausend Jahren. Nämlich, er wird seinen Thron verlegen vom himmlischen Heiligtum auf die neue Erde. Offenbarung 21, Vers 3 und 4. Das heißt, Gott hatte seinen Thron nach Jesu Himmelfahrt im Heiligen. Er hat in der ersten Abteilung den Dienst gehabt. Das war für uns unser Hohepriester. Und 1844 ging er dann ins Allerheiligste. Erst wurden die Stühle hingestellt. Dann kam der Vater, der dort hinging und sich dort hinsetzte. Und dann kam Jesus, der vom Heiligen ins Allerheiligste hineinging und dann sich zugesetzt hat. Und dann haben sie das Gericht gehalten.
[50:14] Und dass das nach Daniel 7, wie es hier so steht, wie es auch stimmt, da finden wir ein interessantes Wort von Ellen White dazu, aus dem Buch Frühe Schriften, Seite 45 und 46. Da sagt sie: „Ich sah den Vater, übrigens die Schrift schreibt sie von 1844, die Situation im Zusammenhang von 1844, ich sah den Vater sich von dem Thron erheben und in einem Feuerwagen in das Allerheiligste hinter den Vorhang fahren und sich niedersetzen. Daniel 7 haben wir eben gelesen. Dann erhob sich Jesus von dem Thron und erhoben sich. Jesus angebetet haben auf dem Thron im Heiligen. Erhoben sich mit Jesus. Dann erhob er seinen rechten Arm und wir hörten ihn mit wohlklingender Stimme sagen: Wartet hier, ich will zu meinem Vater gehen, um das Reich zu empfangen. Was wir auch eben gelesen haben, Daniel 7, Vers 13 und 14, der Mensch empfängt das Reich. Halte eure Kleider rein und bald will ich wiederkommen von der Hochzeit und euch zu mir nehmen. Daniel 7, Vers 13 und 14, der Mensch empfängt das Reich und bald will ich wiederkommen von der Hochzeit und euch zu mir nehmen. Er fuhr dahin, wo Jesus war. Er stieg in den Wagen und wurde zu dem Allerheiligsten getragen, wo der Vater saß. Dann sah ich Jesus, den großen Hohepriester, vor dem Vater stehen. Jene, die sich mit Jesus erhoben hatten, folgten ihm im Glauben in das Allerheiligste und beteten, dass der Tod von Jesus ausgegossen wird. Ich wandte mich nach der Schar um, die noch vor dem Thron lag, die nicht mit reingegangen waren, also die nicht im Glauben Jesus ins Allerheiligste gefolgt waren. Sie wussten nicht, dass Jesus den Thron verlassen hatte. Dann schien Satan beim Thron zu sein und zu versuchen, das Werk Gottes zu treiben. Ich sah sie zum Thron aufschauen und beten: Vater, gib uns deinen Geist. Satan hauchte dann und erhielt keine herzliche Liebe, keine Freude und keinen Frieden. Satans Ziel war es, sie zu täuschen und Gottes Kinder irre zu führen.“
[52:28] Unglaublich interessante Szene. Darüber können wir jetzt eine ganze Stunde darüber auseinandernehmen und schauen, was sie hier beschreibt. Ich möchte ganz kurz zusammenfassen. Sie sieht, wie 1844 der Vater vom Heiligen, das Allerheiligste geht, sich setzt, wie Jesus ihm folgt und wie 1844 das Gericht im Himmel begonnen hat. Die folgen ihm und dann beten sie: „Vater, gib uns deinen Geist.“ Und Gott gießt den Heiligen Geist aus. Und die anderen, die diese Botschaft abgelehnt haben, dass Jesus das Allerheiligste gegangen ist 1844, die beten auch. Das gleiche Gebet. Die gleiche, die gleiche Folge des Gebetes. Sie empfangen auch einen Geist, aber einen falschen Heiligen Geist.
[53:20] Meine Lieben, nicht überall, wo um den Heiligen Geist gebetet wird, fällt auch der Heilige Geist. Wir haben in der heutigen Zeit eine Verführung innerhalb der Christenheit, was den Heiligen Geist angeht, was immer schwieriger wird zu unterscheiden. Nicht nur die charismatische Bewegung oder Willow Creek, auch Emerging Church und das kontinuative Gebet, was immer schwieriger wird. Wird immer schwieriger zu unterscheiden. Da schwappt es in unserer Weltgemeinde rein wie eine riesengroße Welle. Das kontinuative Gebet, Emerging Church. Nicht nur in den USA, auch bei uns in Deutschland. Ich könnte jetzt eine ganze Menge erzählen, aber das würde zu weit führen. Und es ist wichtig, dass wir jetzt erkennen, dass wir unterscheiden können zwischen dort, wo Gottes echter Heilige Geist wirkt und dort, wo der falsche wirkt, weil das manchmal sehr ähnlich aussieht. Es gibt mittlerweile Situationen, wo man dieses Verständnis der Pfingste übernommen hat, dass man sich die Hände auflegt gegenseitig, um den Heiligen Geist zu empfangen, weil man meint, dadurch würde der Heilige Geist kommen. Das Hände auflegen haben wir in der Bibel nur bei der Taufe, bei der Einsignung, bei der Kindersignung und bei der Hochzeit. Aber dieses ständige Hände auflegen, um den Heiligen Geist zu transportieren, ist nicht biblisch. Und wir müssen vorsichtig sein, wo in der Eventgemeinde diese gleichen Dinge geschehen. Es ist nicht der Heilige Geist, der hier übertragen wird. Es sind pfingstliche Gedanken und Prinzipien.
[55:02] Wieder zurück zu unserem Thema. Die Zeit des Gerichtes. Daniel 7, 25 bis 27. Hier haben wir die Zeit näher definiert, noch nicht genau in welchem Jahr, aber es wird ein bisschen eingeschränkt. Da steht Vers 25: „Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten und wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben werden, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit.“ Vers 26: „Danach sage ich, das Gericht wird das Gericht gehalten werden. Dann wird ihm seine Macht genommen und ganz und gar vernichtet werden.“ Vers 27: „Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.“
[55:52] Hier haben wir drei Verse und diese drei Verse zeigen drei Zeitepochen, die nacheinander kommen. Die erste Zeitepoche ist Vers 25, das kleine Horn, das hier mächtig wirkt und diese dreieinhalb Zeiten von 538 bis 1798 wirkt. Vers 26 wird das Gericht beschrieben, da steht: „Danach wird das Gericht gehalten werden“, nach 1798. Und Vers 27 steht die Reichübergabe an die Gläubigen, das ist Jesu Wiederkunft. Das heißt, hier wird das Gericht beschrieben als zwischen 1798 und Jesu Wiederkunft.
[56:26] Wir finden dann in Daniel 8, Vers 14 natürlich die genaue Beschreibung des Gerichtes, dass nämlich hier Daniel 8, Vers 14 sagt, dass nach 2300 Jahren das Gericht beginnt und das wissen wir in Verknüpfung mit Daniel 9, dass das dann im Jahre 1844 gewesen ist. So haben wir einmal Jesus Christus, unseren Erlöser, der hier beschrieben ist in dieser Prophezeiung im Jahre 34 nach Christus, wo er, Jesus, gekommen war und gestorben war und in den Himmel gefahren ist. Und wir finden Jesus, unseren Fürsprecher im Gericht, was ab 1844 deutet.
[57:03] Der Ablauf des Gerichts. Hebräer 7, Vers 25. Dort wird beschrieben, sagt Paulus, dass wir im Gericht nur eine Möglichkeit haben, im Gericht freigesprochen zu werden. Hier sagt er: „Daher kann er auch für immer Seligen machen, die durch ihn zu Gott kommen, denn er lebt für immer und bittet für sie.“ Jesus Christus ist derjenige, der im Gericht für uns bittet. Das heißt, ohne Jesus hat keiner von uns eine Chance, erlöst zu werden.
[57:40] Wie wird es ablaufen im Gericht? Ellen White schreibt es folgendermaßen, sie sagt, da wird, sie nennt den Namen jetzt nicht, aber nehmen wir mal an, da wird jetzt ein Name aufgerufen: Josef Müller. Dann werden die Bücher geholt. Ich weiß nicht, ob das jetzt Bücher sind oder CDs oder DVDs oder andere Speichermedien sind, die wir im Himmel haben. Auf jeden Fall, da wird das dann geholt, da wird dann aufgedeckt und da kommt alles ans Tageslicht. Übrigens, zur Beruhigung, keiner wird bei seiner eigenen Gerichtsverhandlung dabei sein, denn die Gläubigen werden gerichtet, während wir auf der Erde sind und das Gericht ist im Himmel und über die anderen wird Gericht gehalten in den tausend Jahren und die sind dann alle tot in der Zeit. Also wir könnten auch nichts dazu tun, denn wenn wir dabei wären, erstens würden wir im Boden versinken und wir könnten sowieso nichts tun für unsere Verteidigung, keine Chance, nicht ein Millimeter könnten wir helfen, wir würden nur eher die Sachen schlimmer machen. Deswegen, die Sünden werden alle aufgezählt und dann wird ein Schlussstrich gezogen und bei jedem Menschen steht unten drunter: ewiger Tod. Bei jedem. Eine Sünde reicht aus und unten drunter steht ewiger Tod.
[59:08] Wenn jemand ein Gläubiger war, wenn er sein Leben Gott übergeben hat, wenn er wirklich von Herzen mit Jesus eine innige Beziehung hatte, dann wird Jesus für ihn vortreten und er wird sagen: „Vater, dieser Mensch gehört zu mir. Er hat gesündigt, aber er hat seine Sünden bekannt. Mein Blut wurde für ihn vergossen. Seine Sünden sind bedeckt. Ich starb für ihn. Lösche seine Sünden aus dem Buch aus.“ Und dann wird drüber geschrieben: „Bereits bezahlt.“ Jesus sagt: „Ich habe diesen ewigen Tod bereits bezahlt auf Golgatha.“ Und wenn er einmal bezahlt ist, muss er nicht ein zweites Mal bezahlt werden. Deswegen, in diesem Moment können wir selbst nichts dazu tun, gar nichts. Unsere guten Werke, unser guter Charakter, alles nützt in dem Moment gar nichts. Das Einzige, was zählt, ist, dass wir seine Fürsprache, das ewige Leben zugesprochen bekommen. Das ist das, was im Gericht geschieht. Aber nur für die, die auch Jesus ihr Leben übergeben haben.
[1:00:20] Es wird auch Menschen geben, für die Jesus nicht eintritt. Und wenn Jesus nicht vortritt, dann wird ewiger Tod stehen bleiben. Und er wird automatisch das ihr Urteil sein. Wir werden gerichtet nach unseren Werken. Das heißt, unsere Werke, unsere Sünden werden dann über den Tod stehen bleiben.
[1:00:41] Ein letzter Aspekt über das Gericht. Das ist jetzt ganz wichtig. Die Versiegelung des Gerichts. Wir finden ja im Himmel das Gericht seit 1844. Seit 172 Jahren. Und das Gericht hat ja begonnen mit den Toten. Mit Adam, Abel. Und irgendwann wird das Gericht ja von den Toten zu den Lebenden übergehen. Das heißt, irgendwann sind wir auch mal dran. Und das wird schwierig. Wenn die Toten gerichtet werden, dann ist ja ihr Leben fertig, vorbei. Und dann kann man ja die Bücher holen, das ist ja abgeschlossen. Und dann kann man ja alles sehen, was da jetzt gewesen ist. Aber wenn jetzt ein Lebender gerichtet wird, der muss ja während er lebt, über ihn geurteilt werden. Ich stelle euch vor, die Szene wie eben. Das Urteil ist positiv ausgefallen. Natürlich, auf der Erde kriegen wir das ja nicht mit. Wir hören das ja nicht, was im Himmel geschieht. Aber die Frage ist jetzt, was würde passieren, wenn dieser Mensch eine Woche später eine große Sünde tut oder vom Glauben abfällt? Dann müssten die im Himmel ja von vorne anfangen. Das nochmal aufrollen und sagen: „Ja, wieder was passiert, also nochmal den Fall.“ Und wenn jetzt Millionen von Gläubigen im himmlischen Gericht gerichtet werden, die würden ja nie zu Ende kommen. Also kann das so nicht sein.
[1:02:15] Was ist die Lösung? Was macht Gott? Wenn im himmlischen Gericht ein lebender Gläubiger gerichtet wird und er wird freigesprochen, dann wird er im selben Moment auf der Erde versiegelt. Was im Himmel geschieht, hat immer Auswirkungen auf diese Erde. Deswegen, wenn jetzt im Himmel Gericht gehalten wird, dann möchte Gott nicht nur im Himmel die Sünden ausstreichen aus den Büchern, er möchte die Sünden auch auf der Erde aus unseren Herzen ausstreichen. Deswegen, das hat immer Beziehung, Himmel und Erde. Als Jesus seinen Dienst im Himmel beendet hat, hat er die Beziehung, Himmel und Erde. Als Jesus seinen Dienst im Himmel begonnen hat, ist der Heilige Geist ausgegossen worden, zu Pfingsten. Als Jesus das Gericht im Himmel begonnen hat, war die Mitte der Bewegung die Erweckung. Und wenn dann das Gericht im Himmel beginnt, dann möchte Gott auch hier den Spätregen ausgießen. Und der wird ausgegossen, wenn Gottes Charakter an den Gläubigen vollkommen widergespiegelt ist. Das heißt, die Versiegelung hängt zusammen mit dem Gericht an den Lebenden und mit der Ausgießung des Heiligen Geistes in der Gesellschaft.
[1:03:28] Warum? Weil der Siegel ja ein Schutz für uns ist. Die Versiegelung ist etwas, wo Gott uns festmacht. Die Versiegelung heißt, dass wir nicht mehr bewusst sündigen und nicht mehr vom Glauben abfallen können. Das bedeutet, wenn der Fall eines lebenden Gläubigen abgeschlossen wird, wird dieser im gleichen Moment versiegelt. Und das Gericht an den lebenden Gläubigen beginnt mit dem weltweiten Sonntagsgesetz. Es endet mit dem Ende der Gnadenzeit. Es endet mit jemandem, der gerichtet wird.
[1:04:00] Warum beginnt es mit dem Sonntagsgesetz? Man kann da zwei Dinge zur Begründung sagen. Erstens, die Versiegelung des Siegel Gottes an der Stirn, nach Offenbarung 7, 1 bis 4, ist ja das Gegenstück zum Malzeichen des Tieres. Am Ende werden alle Menschen entweder das Malzeichen des Tieres haben und damit verloren gehen oder das Siegel Gottes haben und damit gerettet werden. Wer einmal das Malzeichen des Tieres bekommen hat, kann es nicht mehr loswerden. Wer einmal das Malzeichen des Tieres hat, kann es nicht mehr loswerden, kann nicht mehr wechseln. Und wer einmal versiegelt ist, ist gerettet. Das Urteil ist gefallen und er kann nicht mehr verloren gehen. Das heißt, das wird endgültig sein.
[1:04:44] Die Frage ist, ab wann haben die Menschen das Malzeichen des Tieres? Gibt es jetzt schon Menschen, die das Malzeichen des Tieres haben? Das ist das, was den Sonntag vorschreibt, ab dem Sonntagsgesetz. Erst dann werden die Menschen, die dem dann folgen, das Malzeichen des Tieres haben. Und da das parallel läuft zum Siegel Gottes, werden auch erst dann die Gläubigen das Siegel Gottes haben, ab dem Sonntagsgesetz. Das beginnt gleichzeitig, parallel. Das bedeutet, zwischen dem Sonntagsgesetz, dem Beginn des Sonntagsgesetzes und dem Ende der Gnadenzeit, in dieser Zeitspanne, jetzt können Menschen noch wechseln. Jetzt können Menschen noch hier und dort auf die andere Seite springen. Dann nicht mehr. Aber um sich zu entscheiden zu können, muss man ja Informationen haben. Über den Sabbat, über Gott, über die Bibel, über die ganzen Umstände. Das heißt, die, die die Informationen haben, müssen sich dann zuerst entscheiden. Und wer sind die, die Informationen darüber haben? Gottes Volk, wir. Deswegen, wenn das Sonntagsgesetz kommt, müssen es Gnaden sein, die sich entscheiden müssen. Und die, die treu bleiben, werden versiegelt, weil sie im Gericht dann auch drankommen, das Gericht beginnt. Und die, die abfallen, bekommen das Malzeichen des Tieres, zuerst. Und dann ist für die anderen Menschen, die noch nichts davon wissen, noch die Gnadentür offen. Das heißt, die Gnadenzeit endet für die Gläubigen, für die Adventisten, vorher, bevor die anderen die Gnadenzeit zu Ende haben. Das bedeutet, ja und zweitens, warum das mit dem weltweiten Sonntagsgesetz beginnt, es gibt ein Zitat, wo Ellen White es bestätigt, dass das Gericht an den Lebenden in Zusammenhang gebracht wird mit dem Sonntagsgesetz.
[1:06:38] Es gibt einige, die sagen, ab dem Sonntagsgesetz ist generell für alle Gläubigen gleichzeitig die Gnadenzeit zu Ende. Ich denke, das stimmt nicht, sondern da beginnt erst das Gericht an den Lebenden. Und welche Reihenfolge Gott vorgeht im Himmel, nach Nationen geht oder, das weiß ich nicht. Aber der, der im Himmel drangekommen ist, der wird in diesem Moment auf der Erde versiegelt.
[1:07:01] Da ist noch eine ganz wichtige Sache dabei. Viele empfinden diese Botschaft oder machen mit dieser Botschaft Druck. Sie sagen nämlich, wenn du bis dahin nicht einen vollkommenen Charakter entwickelt hast, wirst du verloren gehen. Und dann wird ein Druck aufgebaut, dass man sagt, naja, auch wenn du gläubig bist, wenn du nur 95 Prozent erreicht hast am Ende, dann hast du Pech gehabt, dann gehst du verloren. Aber meine Lieben, das wird nicht geschehen. Gott ruft uns zwar auf, dass wir unseren Charakter durch Jesu Kraft verändern lassen sollen, aber es wird nicht geschehen, dass wenn wir mit Jesus leben und wir mit ihm verbunden sind, dass wir es nicht erreichen, weil wir es gar nicht erreichen können. Es wird Gottes Werk in uns sein. Die Bedingung der Erlösung ist für alle Menschen gleich. Von Adam angefangen bis zum letzten Menschen. Und die Bedingung ist, wir müssen es hingeben. Das ist die Bedingung. Das andere, dass Gott in uns einen Charakter entwickelt und in der Versiegelung festmacht, ist etwas, was Gott in uns tut, was sein Werk in uns ist und was er beenden wird. Aber natürlich nur, wenn wir es auch wollen. Deswegen sagt Ellen White auch dazu. Hier sagt sie nochmal, dass die Gnadenzeit verschieden zu Ende geht.
[1:08:18] Aus Testimonies Band 9, Seite 97, ist die Zeit der Vernichtungsgerichte Gottes Gnadenzeit für jene, die keine Gelegenheit hatten, zu lernen, was Wahrheit ist. Übrigens, hier meint sie mit Vernichtungsgerichten nicht die Plagen, sondern sie spricht hier von der Zeit davor, der Zeit zwischen dem Sonntaggesetz und dem Ende der Gnadenzeit. Und sie sagt: Die Zeit der Vernichtungsgerichte Gottes ist Gnadenzeit für jene, die keine Gelegenheit hatten, zu lernen, was Wahrheit ist. Mitfühlend im Blick hat der Herr auf sie, sein Gnadenherz ist berührt. Die Gnadenzeit für jene, die keine Gelegenheit hatten, zu lernen, ist noch offen.
[1:08:55] Das heißt, hier sagt sie, die sich entschieden haben, für die ist die Gnadenzeit abgelaufen. Und für die anderen, die noch nicht die Gelegenheit hatten, für die ist sie noch offen. Das heißt, es geht nach und nach, bis am Ende jeder sich entschieden hat, und dann ist dieser Zeitpunkt erreicht, wo Gott im Himmel sagt: Wer gut ist, bleibt gut, wer böse ist, der bleibt böse.
[1:09:19] Die Menschen, die das Heiligtum droben aufhören wird, werden vor den Augen eines lebendigen, heiligen Gottes ohne einen Vermittler bestehen müssen. Ihre Kleider müssen fleckenlos, ihre Charaktere durch das Blut der Besprengung von Sünde gereinigt sein. Durch Gottes Gnade und durch ihre eigenen fleißigen Anstrengungen müssen sie im Kampf mit dem Bösen siegreich bleiben. Während das Untersuchungsgericht im Himmel vor sich geht, während die Sünden reumütiger Gläubiger aus dem Himmel entfernt werden, muss sich das Volk Gottes auf Erden in besonderer Weise läutern. Eine Botschaft, die heute gegenwärtige Wahrheit ist.
[1:09:53] Und ich denke, wenn diese Botschaft nicht verkündigt wird, dann bedeutet das, wenn das Sonntaggesetz kommt, dass Tausende, Millionen Adventisten überrascht sein werden vom Sonntaggesetz und was das bedeutet für sie. Ellen White sagt, wenn das Sonntaggesetz kommt, viele werden sagen: Wenn das kommt, dann werde ich ernst machen mit Gott. Dann werde ich ernst machen mit Gott. Jetzt ist die Zeit. Heute ist die Zeit, sich vorzubereiten. Heute ist die Zeit, dass wir uns Gott ganz weinen und dass wir Gott bitten, dass er unseren Charakter verändert, dass er unser Leben verändert.
[1:10:35] Denn Charakterveränderung kann man nicht so eben mal machen. Das ist etwas, was eine Prägung ist. Und das geschieht jetzt bis zum Sonntaggesetz. Und deswegen möchte Gott diese Versiegelung. Es ist nicht etwas, wo wir so herleben wie bisher, sondern es ist ein Prozess der Heiligung, dass Gott unseren Charakter verändert. Und wenn er verändert ist, dann wird er den veränderten Charakter festmachen und unsere Sünde bewahren. Deswegen ist die Botschaft: Nicht wir können es, sondern Gott tut es in uns. Aber trotzdem sagt Ellen White in dem Zitat hier: Gott ist Gnade und unsere Anstrengung. Das heißt also, wir müssen es tun wollen, und Gott gibt seine Gnade dazu. Gott gibt den Sieg.
[1:11:19] Das ist eine gute Botschaft, dass wir nicht alleine kämpfen und wir auch gar nicht können. Sondern es geht auch nicht darum, dass wir jetzt jede einzelne Sünde in unserem Leben ausreißen müssen, sondern je mehr wir auf Jesus schauen, durch Anschauen werden wir verwandelt. Je mehr wir auf Jesus schauen, desto mehr werden wir in sein Bild verwandelt werden. Und je mehr wir in sein Bild verwandelt werden, desto mehr werden wir das Böse, das Schlechte aus unserem Leben automatisch verlieren.
[1:11:45] Und Jesus' Charakter, seine Liebe, seine Gnade, die wir mit den Schwestern während der großen Vorbereitungszeit tun. Jene, die sich mit der Welt vereinen, bekommen die weltliche Prägung und bereiten sich auf das Mahlzeichen des Tieres vor. Jene aber, die sich selbst nicht trauen, die sich vor Gott demütigen und ihre Seelen durch Gehorsam gegenüber der Wahrheit reinigen, jene erhalten die himmlische Prägung und bereiten sich auf das Siegel Gottes an ihren Stirnen vor. Wenn der Befehl ausgeht und der Stempel aufgedrückt ist, dann werden wir von seinen Flecken losbleiben.
[1:12:19] Ganz wichtiges Zitat. Hier sagt Ellen White: Gott, durch Ellen White, durch die Versiegelung wird unser Charakter nicht verändert, sondern er wird so bleiben, wie Gott ihn vorher entwickelt hat in uns. Uns, wo wir am Ende stehen, entscheiden wir heute. Wie wir heute leben, wenn wir uns heute der Welt anpassen, wenn wir heute nach den Prinzipien der Welt leben, dann werden wir auch am Ende das Siegel des Mahlzeichens des Tieres bekommen.
[1:12:51] Wenn wir aber jetzt mit Jesus leben, wenn wir jetzt treu sind im Kleinen, wenn wir Jesus erlauben, unser Leben, unser Charakter zu verändern, dann wird auch am Ende Gott sein Siegel auf uns drücken können, weil unser Charakter Jesu Bild widerspiegelt. Deswegen entscheiden wir heute, in welche Richtung wir gehen.
[1:13:12] Und ich bin überzeugt, dass der Frühregen, von dem Ellen White gesprochen hat, in der Endzeit, dass der jetzt geschieht, in der heutigen Zeit, dass Gott uns jetzt aufruft und dass Gott den Spätregen ausgießen möchte, vielleicht schon begonnen hat in der einen oder anderen Stelle. Und dass Gott möchte, dass unser Charakter ihm ähnlich wird, dass wir ihm erlauben, jeden Tag, dass wir auf ihn schauen und dass er uns nach seinem Bild verändert.
[1:13:41] Auf dem Markus 14, Vers 12, dort heißt es: Wir haben den Glauben an Jesus. Das sind diese drei Merkmale der Gläubigen der letzten Zeit. Ich fange mal von hinten an. Sie glauben an Jesus. Sie haben eine Beziehung zu Jesus. Sie lieben Jesus. Und je mehr wir Jesus lieben, desto mehr werden wir auch auf ihn schauen und Sehnsucht haben, ihm zu begegnen, wenn er wiederkommt.
[1:14:07] Die Beziehung zu Jesus ist das A und das O. Deswegen, wenn wir an ihn glauben, dann werden wir auch die Kraft haben, seine Gebote zu halten. Hier steht nicht: Hier sind die, die die Gebote für gut halten. Hier steht: Hier sind die, die Gottes Gebote halten. Können wir sie halten? Aus eigener Kraft nicht. Mit Gotteskraft? Ja. Wenn wir mit Jesus leben, an ihn glauben, mit ihm verbunden sind, dann werden wir die Gebote halten können und wir werden sie halten. Unser Charakter wird Jesu Charakter widerspiegeln.
[1:14:39] Und dann steht: Hier ist die Geduld der Heiligen. Das heißt, hier ist Treue der Heiligen, das Ausharren der Heiligen. Das heißt, dass wir unter äußeren Umständen, unter Druck, Verführung und Verfolgung Gott treu geblieben sind. Meine Lieben, die Verfolgungszeit kommt. Aber die Frage ist: Was ist schlimmer? Verfolgung oder Verführung? Verführung.
[1:15:00] Jetzt ist die Zeit der Verführung. Die Zeit, die jetzt ist, ist eine schlimmere Zeit, als die Zeit, die kommen wird. Wenn wir jetzt Gott treu bleiben, in der Zeit der Verführung, dann wird Gott in der Zeit, wenn die Trübsalszeit kommt, sich in uns und durch uns offenbaren. Und das wird eine gewaltige, schöne Zeit sein. Was Gott in der Endzeit tut, wird gewaltiger und schöner sein, als was Satan in der Endzeit tut, weil Gott stärker ist und größer ist. Aber das ist ein anderes Thema wieder.
[1:15:29] Die Geduld der Heiligen. Hier sind Menschen, die mit Gott leben, die ihr Leben Gott hingegeben haben, deren Charakter Jesu Bild widerspiegelt. Hier sind Menschen, die Gott treu bleiben, wie Daniel und seine Freunde. Lassen wir uns Gott erlauben, unseren Charakter zu verändern. Lasst uns jeden Tag Zeit nehmen, mit Jesus, auf Jesus zu schauen, Zeit für die persönliche Andacht, Zeit für das Gebet, Zeit, Jesus im Herzen zu haben.
[1:15:57] Ich möchte zu diesen Menschen gehören, die hier beschrieben werden. Und ich weiß, ihr auch. Ich lade euch ein, dass wir zu einem Gebet niederknien. Vielen Dank.
[1:16:23] Himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen. Wir danken dir, dass du uns in deinem Wort die Prophetie gegeben hast. Dass du uns daran zeigst, was du vorausgesagt hast und was alles schon eingetreten ist. Es gibt uns Sicherheit, dass dein Wort wahr ist. Hab Dank, dass du uns in deinem Wort auch zeigst, dass wir erkennen können, dass die Dinge, die du gesagt hast, vor 150 Jahren geschehen sind, bei unseren Pionieren, aber auch, dass sie heute noch geschehen. Hab Dank, dass du Gericht hältst und dass du, Herr Jesus, im Gericht unser Fürsprecher bist.
[1:16:59] Wir bitten dich, Herr Jesus, komm du ganz in unser Herzen hinein. Wir möchten uns ganz demütigen vor dir. Wir möchten uns dir ganz hingeben. Und wenn es irgendetwas gibt, was zwischen dir und uns steht, dann zeig uns das. Herr, dass du für uns im Gericht eintreten kannst, dass du im Gericht unsere Sünden wegwischen kannst. Wir vertrauen ganz auf dich und bitten, dass du das für uns übernimmst.
[1:17:24] Wir bitten dich aber auch, Herr Jesus, dass du in uns deinen Charakter offenbarst, dass du uns hilfst, Sünden zu überwinden. Hilf, dass wir nicht an Lieblingssünden festhalten, sondern dass wir sie dir ganz übergeben und dass du uns den Sieg schenkst. Herr, schenke uns die Zeit für die persönliche Beziehung zu dir, für die persönliche Andacht, über dich zu lesen, über dich nachzudenken, mit dir zu reden.
[1:17:55] Schalte du uns um in dein Bild, dass wir jeden Tag mehr dich widerspiegeln. Wir bitten dich, dass du uns dann versiegeln kannst, dass du uns versiegeln wirst, schützen wirst. Und darauf freuen wir uns, auf diese letzte Zeit, was dein Werk sein wird in uns und durch uns. Bereite du uns vor. Hilf, dass wir das nicht auf die lange Bank schieben, dass wir das nicht für später, sondern für heute entscheiden.
[1:18:23] Dass diese Botschaft mit Macht überall in den Gemeinden sichtbar werden, dass wir uns vorbereiten auf die letzte Zeit und auf deine Wiederkunft, Herr Jesus. Und darauf freuen wir uns, wenn du kommen wirst in den Wolken des Himmels, wenn wir dich sehen dürfen von Angesicht zu Angesicht und wenn wir nach Hause gehen dürfen zu dir. So bleib du bei uns. Lass uns treu bleiben bis zum letzten Tag. In deinem Namen, Herr Jesus. Amen.