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Zilan Holtmann beleuchtet die Adventgeschichte ab 1888 und die Rolle Ellen Whites, bevor sie eine tiefgehende Auslegung von Offenbarung 12 vornimmt, die den kosmischen Kampf zwischen der Frau und dem Drachen thematisiert. Sie zeigt auf, wie Gott übernatürlich eingreift und die „Erde“ der Frau hilft. Der Vortrag schlägt eine Brücke zur englischen Reformationszeit, den Verfolgungen und theologischen Debatten, und ermutigt die Zuhörer, die biblische Wahrheit eigenständig zu erforschen.


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Serie: J.O.S.U.A. BW Camp Meeting 2024

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Transkript

[0:09] Einen gesegneten Sabbat! Wir Deutschen können das auch. Pastor John, herzlich willkommen! Und ich freue mich, dass noch so viele zahlreich hier geblieben sind. Ich möchte euch in die Adventgeschichte mitnehmen, bevor wir in die Offenbarung gehen, denn ich glaube, dass die Adventgeschichte ziemlich viel mit der Offenbarung zu tun hat, und ihr werdet mir bestimmt gleich Recht geben.

[0:40] Also es ist der 17. Oktober 1888. 90 Delegierte treffen sich in einer Stadt in Amerika, die Minneapolis heißt. Ihr kennt die Geschichte wahrscheinlich, wir sind gute Adventisten, wir kennen unsere adventistische Geschichte. Und was Brüder machen, ist vielleicht adventistisch, aber nicht wirklich christlich. Im Vorfeld gab es schon öffentliche Debatten. Die einen haben in der *Signs of the Times* geschrieben, die anderen im *Review and Herald*, und es gab eine öffentliche Schlammschlacht. Ellen White, die in dieser Zeit in Europa war, hat die Brüder dafür gerügt.

[1:34] Man hat sich die Köpfe darüber eingeschlagen, was wohl das Gesetz im Galaterbrief ist – das moralische, das zeremonielle? Und eigentlich hat Ellen White gesagt, es ist doch gar nicht so wichtig, aber trotzdem haben die Geschwister für ihr Recht gekämpft. Und Ellen White sagt, das ist einer der schlimmsten Momente in der Geschichte der Adventgemeinde, und nicht nur im Sinne der Adventgemeinde, sondern sie sagt auch: „Ich bin noch nie so schlecht wie auf dieser Konferenz behandelt worden.“ Leitende Brüder haben sich gegen zwei Prediger gestellt: A. T. Jones und E. J. Waggoner haben die Botschaft gebracht über die Gerechtigkeit aus dem Glauben, und gerade die alteingesessenen Geschwister sind dagegen angegangen.

[2:39] Ellen White hat sich hinter diese beiden Brüder gestellt und sie sagt: „Es ist so traurig, weil aufgrund dessen, was die leitenden Brüder gemacht haben, haben die Delegierten diese wichtige Botschaft nicht angenommen.“ Im Nachhinein ist es aber so gewesen, dass Ellen White mit den beiden durch Amerika getourt ist und diese Botschaft den Gemeinden gebracht hat, und die Menschen haben sich bekehrt und sie haben diese Botschaft angenommen. Aber dann ist etwas passiert, was Ellen White nicht gedacht hätte: Sie bekommt einen Aufruf, 1891 nach Australien zu gehen.

[3:34] Irgendwie hat sie nichts von Gott gehört. Normalerweise sagt Gott: „Geh!“, aber in dem Fall nicht. Und sie hat überlegt: „Was mache ich? Soll ich wirklich gehen? Das Werk, was gerade hier begonnen hat, soll ich das einfach hinter mir lassen? Es entsteht gerade eine Bewegung, und alle nehmen diese wichtige Botschaft an.“ Aber sie geht. Und es gibt Böse, die sagen, dass der Prophet Gottes aufgrund ihres Handelns verbannt wurde.

[4:13] Heute möchte ich euch zu einem anderen Propheten Gottes bringen, ein anderer Prophet Gottes, der vor langer, langer Zeit gelebt hat. Er hat in Ephesus gelebt. Wer von euch kennt Ephesus? Okay, ihr kennt die Türkei, das freut mich. Ihr habt schon gehört, ich komme aus der Türkei. Ja, also, Efes heißt es auf Türkisch, Ephesus sagen wir es auf Latein. Und er wurde aufgrund des Wortes wegen auf eine Strafkolonie gebracht, auf einer Insel. Patmos heißt sie. Jetzt frage ich euch: Wer von euch war schon mal auf Patmos? Okay, doch noch einige. Das sind die Übrigen der Übrigen, ja? Also, ihr wart auf Patmos. Ich wollte dieses Jahr auf Patmos etwas besichtigen, und wisst ihr, was passiert ist? Die See war so schlecht, dass unser Boot nicht rübergehen konnte. Und wie muss es wohl in der früheren Zeit gewesen sein? Also, der Prophet Gottes ist dort, und der ist eigentlich der Leiter der Gemeinde. Er ist dort und überlegt: Was geschieht mit meiner Gemeinde, während ich hier auf Patmos bin?

[5:41] Und während er dort sitzt und nachdenkt, bekommt er eine Vision. Inmitten dieser Dunkelheit bekommt er Licht. Ein wichtiges Prinzip: vom Schatten zum Licht – unser diesjähriges Motto, ja? Gott gibt ihm Licht. Und Gott schickt nicht einfach irgendwelche Engel. Wer kommt, um Johannes diese Botschaft zu geben? Er hört etwas, dreht sich um und sieht plötzlich jemanden, der eines Menschensohnes gleich ist. Und wenn man dann schaut, wie er beschrieben wird, ja, also, wenn man das Alte und das Neue Testament vergleicht, sieht er dort den verklärten Jesus. Gott schickt seinem Volk, seinem Propheten, nicht einfach irgendeinen Engel in dieser schlechten Situation. Jesus selber kommt. Und wo wird Jesus dargestellt? Er wandelt zwischen den sieben Leuchtern.

[6:58] Nun, wir haben vom Martin gelernt: *Sacra Scriptura suis ipsius interpres*. Hört sich total klug an, oder? Was bedeutet das? Das bedeutet: Die Schrift legt sich selber aus. Und während die Schrift sich selber auslegt, ja, dann ist es so, wartet, das solltet ihr jetzt eigentlich nicht sehen. Das ist aber, was ich schon erwartet habe. Ich kenne diese Sachen. Wartet, wir gehen noch mal auf das hier. Ich habe ja mit einem Totalausfall gerechnet, also wir sind sowas gewohnt. Also, die Schrift legt sich selber aus, und wir haben von den sieben Leuchtern gesprochen. Jesus steht dort mit einem Gewand unter den sieben Leuchtern, und er steht da nicht einfach so, er wandelt unter den sieben Leuchtern. Leuchter, es ist ein ganz spezielles Wort, was dort benutzt wird für Leuchter. Es ist nicht die Schale für das normale Leben, sondern es sind die Leuchter im Heiligtum. Jesus als Hohepriester, der zwischen den Lampen im Heiligtum wandelt.

[8:19] Nun, wenn die sieben Leuchter die sieben Gemeinden sind, dann sagt Gott eigentlich zu Johannes: „Du bist auf Patmos, aber ich, ich bin in der Gemeinde. Du bist vielleicht auf Patmos, aber ich, ich bin in Ephesus, ich bin in Smyrna, Thyatira und allen anderen Gemeinden.“ Und er sagt auch uns heute: „Egal wo du bist, ich bin in meiner Gemeinde. Ich bin in meiner Gemeinde.“ Und wir sehen ein wichtiges Prinzip: Da, wo Dunkelheit in der Bibel kommt, gibt es Licht Gottes. Licht. Und der ist in der Lage, jede Dunkelheit zu erleuchten.

[9:19] Das sehen wir auch ganz am Anfang der Bibel. Wenn wir zum Anfang zurückkehren, ist es so, dass es den Fall gegeben hat, den Fall auf dieser Erde. Und es ist so, dass, als die Sünde auf diese Welt gekommen ist, Gott die gefallene Menschheit nicht alleine lässt. Er gibt ihnen ein Evangelium. Das erste Evangelium steht in 1. Mose 3, Vers 15. Ihr seht, für diejenigen, die hier schon gewesen sind seit Beginn des Ganzen: Wir wiederholen und wir wiederholen und vertiefen anderes biblisches Prinzip. Also, dort sagt Gott voraus, dass es eine Feindschaft geben wird zwischen der Schlange und der Frau, zwischen dem Samen der Schlange, aber auch zwischen der Frau und ihrem Samen, ja? Also, die Frau hat einen Samen, und der kämpft gegen die Schlange und den Samen. Und diesen roten Faden sehen wir ganz einfach durch die Bibel gehen. Ein Erlöser, ein Erlöser wird vorausgesagt. Und ihr seht, dass er der Schlange den Kopf zertreten hat, wo? Am Kreuze. Sein Sieg ist unser Sieg. Und das, was im 1. Mose vorausgesagt wird, das sehen wir auch in der Offenbarung.

[10:58] Die Zeichen kommen wieder. Die Frau, die Frau wird beschrieben, Offenbarung 12, Vers 1, als eine Frau mit der Sonne bekleidet und stehend auf dem Mond, und sie hat auf dem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Das ist ein Symbol, was wir im 1. Mose 3 hatten. Es gibt aber auch einen Gegenspieler, einen Gegenspieler, der sehr, sehr aktiv ist. Und wir sehen, es ist der Drache, der hatte sieben Köpfe, zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen. Er wird als sehr, sehr mächtig dargestellt. Aber egal, wie er dargestellt wird, Gott ist mächtiger.

[11:44] Nun, es gibt einen kosmischen Kampf. Und wir sehen, dass der Drache, der auf die Erde geworfen war, die Frau verfolgt, die den Knaben geboren hat. Aber es bleibt nicht nur bei der Frau, ja, wir werden das später sehen. Und wir sehen, dass der Drache sehr zornig wurde über die Frau und hinging, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen. Und wir sehen auf dem Bild schon, dass er Wasserströme benutzt. Wenn wir in das Buch Jesaja gehen, sehen wir, dass das ein Bildnis ist für den König von Assyrien, der wie ein Strom hinwegfegt und Juda mit sich reißt. Es sind feindliche Agenten Satans. Satan benutzt bestimmte Könige, er benutzt bestimmte Würdenträger, und wir werden sehen, wie sich das später in der Geschichte erfüllt. Das ist die schlechte Botschaft. Aber wir haben auch immer eine frohe Botschaft, ein Evangelium.

[12:55] Also, wir hatten gesagt, da wo Dunkelheit ist, geht es vom Schatten zum Licht. Nun, Gott schickt das Licht, und es heißt: „Und die Erde half der Frau, und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Mund geschleudert hat.“ Gott greift übernatürlich ein. Er greift übernatürlich ein, er lässt es nicht einfach so. Und wir sehen hier: Er gibt Adlerflügel. Das ist ein Bildnis aus dem Exodus. Er sagt: „Wie auf Adlerflügeln habe ich euch rausgetragen.“ Gott sorgt für einen Ausweg.

[13:46] Nun, wer ist die Erde? Offenbarung 13 erläutert es. Wenn wir Offenbarung 13 kennen und wissen, dass ein Tier aus der Erde kommt und dass dieses Tier Amerika darstellt, wissen wir, dass die Erde Amerika darstellen sollte.

[14:08] Nun, das ist das, was passiert ist. Aber um das zu verstehen, müssen wir weit zurückgehen. Den guten Mann kennt ihr, und vor allem seine Frauengeschichten, oder? Heinrich VIII. hatte das Pech gehabt, dass sein Bruder sehr früh gestorben ist und seine Braut dann plötzlich heiraten musste. Katharina von Aragón ist die Tochter von Isabella und Ferdinand von Spanien. Das ist das katholische Powerhouse Europas, einer der mächtigsten Königshäuser, erzkatholisch. Und sie geht dann hin und muss diesen Mann heiraten. Sie bekommen eine Tochter, Maria heißt sie. Aber der gute Mann möchte einen Erben, einen Mann, und er bekommt keinen. Also, überlegt er, und er sieht diese ganzen schönen Frauen und denkt sich: „Hach, vielleicht kriege ich doch einen.“ Er verliebt sich in eine, in die Schwester einer Mätresse, Anne Boleyn. Und er will sich von ihr trennen.

[15:12] Nun, was macht er? Der Mann ist ja nicht dumm, ja? Also, wie komme ich aus der Nummer raus? Er benutzt jemanden, Thomas Cranmer. Haben wir gestern gehört, wer das war und wie er geendet ist, oder? Er schickt ihn hin und lässt ihn überprüfen: „Wie können wir kirchenrechtlich aus dieser Nummer rauskommen?“ Nun, er geht an die ganzen klugen Universitäten, und die sagen: „Also, wenn wir jetzt die Bibel durchforsten, hättest du sie gar nicht heiraten dürfen. Warum? Weil das Buch Levitikus das verbietet. Also, ist diese Ehe gar nicht rechtsgültig.“ Na ja, die trennen sich, und in 1533 wird die Hochzeit durch ein Gericht annulliert. Der Papst stimmt dem gar nicht zu, ja? Und der schreibt immer wieder und sagt: „Bitte, bitte mach das doch, dass das rückgängig gemacht wird.“ Der Papst sagt zwei Worte: *Non possumus*. „Das ist uns nicht möglich.“ Warum? Karl V. hat den Papst unter Kontrolle. Also, wenn er diese Ehe auflösen würde, der Tante Karl V., würde der Papst in eine Bredouille kommen, und wahrscheinlich ist diese Verwandtschaft zu Karl das, was ihr das Leben gerettet hat.

[16:38] Nun, es gibt einen Erben, Edward VI. Und er ist der erste, der den Protestantismus in England einführt. Er macht bestimmte Reformen. Aber das Problem ist, dieser junge Mann ist sehr früh krank, und es wird klar, er wird sterben. Und was macht er? Er will nicht, dass seine Halbschwestern Elisabeth oder Maria Thronfolger werden, sondern seine Cousine auf den Thron setzen. Na ja, Maria macht mit ihr kurzen Prozess, und nach neun Tagen muss sie leider abdanken. Und dann kommt Maria Tudor. Ihr habt's gehört: Bloody Mary. Der Katholizismus kommt nach England zurück, und Mary hat zwei Prinzipien: Glaube und Gesetz. Und da ist sie ganz stark.

[17:36] Wisst ihr, dass Maria mit ihrer Stiefmutter Jane die Schriften von Erasmus von Rotterdam gelesen haben? Sie haben sie regelrecht verschlungen. Aber was nützt Wissen, wenn man es nicht umsetzt, wenn das Wissen nicht das Herz berührt? Ich glaube, dann kann man noch über und über bestimmte Sachen lesen.

[18:03] Nun, was passiert? Sie möchte zurück nach Rom, schreibt dem Papst. Das Parlament muss dem Ganzen noch zustimmen. Aber das Parlament sagt: „Ja, die Regalien, die möchten wir, aber nein zum Papst.“ Und sie bleibt wider Willen das Haupt der anglikanischen Kirche. Sie richtet ein paar, sie sorgt dafür, dass einige Männer auf dem Schafott landen, und das sind nicht wenige. Es werden viele Leute verbrannt. Aber einer der berühmtesten ist Thomas Cranmer, dem sie nicht vergeben hat, was er mit der Mutter gemacht hat.

[18:47] Und Cranmer hat gesagt, als er widerrufen wollte, dann hat er erstmal angefangen, ja? Er steht da, und sie denken jetzt: „Okay, jetzt, wo er verbrannt wird, dann wird vielleicht zurückkommen.“ Und er fängt an und sagt: „Ich bekenne meine Schuld.“ Er hat öffentlich seine Sünden bekannt. Aber dann kommt dieser Mann Gottes, und er führt aus und sagt: „Alles, was ich geschrieben habe, ist gegen das, was in meinem Herzen ist. Und sie wurden aus Angst um meinem Leben geschrieben. Weil ich aber viele Dinge schreibe, die dem widersprechen, was ich meinem Herzen glaube, so soll zuerst meine Hand bestraft werden.“ Warum? Weil diese Hand das geschrieben hat, was sein Gewissen nicht erlaubt. Und dieser Mann Gottes hat als erstes die Hand ins Feuer gehalten, hat gewartet, bis sie verkohlt, bevor er bereit war, selber den Tod anzustreben. Zum Papst hat er klare Worte gesprochen. Er hat gesagt: „Der Papst ist der Feind Christi und der Antichrist mit all seiner falschen Lehre.“ Ich würde behaupten, wenn wir das heute manchmal sagen, dann gibt es Probleme, dann sind wir unchristlich, oder? Aber das sind die Reformatoren, die Wahrheit direkt gesprochen haben.

[20:32] All das, was in England passiert ist, wurde festgehalten. John Foxe hat das *Buch der Märtyrer* geschrieben, und er hat es nicht nur einfach geschrieben, er hat Illustrationen gebraucht. Also, stellt euch vor, eine Illustration, die genau beschreibt, wie der Protestant umgebracht wird. Und wisst ihr, wer das gebraucht hat? Die Puritaner haben das als Anleitung für ihre Kinder benutzt. Warum? Damit sie ihre Geschichte nicht vergessen. Wie erziehen wir unsere Kinder in dem, was wir sind, indem wir das weitergeben, was diese Gemeinschaft ausmacht? Oder sind wir eher diejenigen, die sagen: „Nein, nein, nein, die sind noch nicht so weit, vielleicht später.“ Ich denke, da ist viel Weisheit drin.

[21:28] Elisabeth kommt auf den Thron, und sie ist protestantisch. Das Problem ist nur, die Veränderungen, die sie mit sich bringt, die sind einigen noch viel zu eng an Rom, und sie unterhält ganz wichtige Beziehungen zu den Protestanten. Bullinger und Calvin sind ganz begeistert von der Königin und sind mit ihr im Austausch.

[22:03] Aber da gibt es jemanden, der ist nicht ganz so begeistert und sagt: „Das, was ihr da so macht, ist das nicht so wie Rom?“ Na ja, es entsteht eine Bewegung unter ihr, eine Bewegung, die sich Puritanismus nennt. „Pure“ heißt im Englischen „rein“, und sie wollten eine reine Gemeinschaft haben, reinigen von allen katholischen Riten und Zeremonien. Na ja, das Interessante ist, diese Menschen wurden angeklagt wegen Haarspalterei, unchristlichem Verhalten den anderen Brüdern gegenüber. Kennt ihr das? Habt ihr das schon mal erlebt? Ich habe euch doch gesagt, die Puritaner haben mit uns Adventisten wahrscheinlich mehr gemein, als ihr glaubt. Also, wie oft wird man angeklagt, wenn man sagt, der Sabbat ist der Samstag? Und wie oft kommen dann die anderen Geschwistern aus den Sonntagskirchen und sagt: „Du sollst mich nicht richten aufgrund der Sabbate, der Neumonde und dem, was ich mache.“

[23:15] Na ja, Elisabeth ist nicht die erhoffte evangelische Königin, die sie haben wollten. Sie erlässt Gesetze. Hier steht: *Religion Act*, ja, den *Religion Act*. Und auch da geht es auch gegen *Popish Recusants Act*. Das ist gegen die Katholiken. Sie möchte, dass egal wer wie glaubt, alle unter dem gleichen Dach der Kirche von England zusammenkommen und anbeten. Und jeder, der das nicht macht, wird verfolgt. Könnt ihr euch das vorstellen? Protestanten verfolgen Protestanten. Warum? Weil die nicht bereit sind, genauso zu denken wie die Staatskirche. Es gibt Verfolgungen, es gibt Verfolgungen, die nicht so sind, wie die Leute sich das gerne vorstellen würden.

[24:18] Was passiert? Es gibt eine puritanische Bewegung in England. Es gibt manche, die sagen: „Alle Gläubige sind gleich.“ Es gibt wiederum eine andere Gruppe, die sagt: „Wir brauchen keine Staatskirche. Jede Gemeinde kann sich selber verwalten.“ Aber all das ist ein Dorn in den Augen Elisabeths.

[24:46] Nun, diese Menschen waren ganz klar beeinflusst von den Lehren von Johannes Calvin. Johannes Calvin wiederum war, ich würde sagen, beeinflusst durch Augustinus, ja? Und es ist so, dass es da eine Geschichte gibt zu einem überzeugten Calvinisten, Jakob Arminius. Er war Calvinist. Er war überzeugt davon, dass der Mensch total verdorben ist. Aber er hat nachgeforscht und hat gesagt: „Also, das, was der Calvin da glaubt, das glaube ich nicht ganz so. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gott die einen Menschen dazu [bestimmt], aus der Welt gerettet zu werden, und die anderen Menschen dazu, aus der Welt verloren zu gehen.“ Er sagt: „Nein, es gibt etwas wie den freien Willen, und es gibt eine Gnade, der widerstanden werden kann.“

[25:47] Wisst ihr, dass viele Evangelikale in Amerika keine Ahnung davon haben? Letztes Jahr war ich in Amerika, und wir waren auf einem großen Treffen von Theologen, und ich ging auf der Straße und war am Telefonieren, und ich habe Deutsch geredet. Ich habe mit meinem Mann geredet. Da lief ein Mann neben mir, und er guckte die ganze Zeit. Er lief weiter neben mir. Ich dachte: „Was mache ich jetzt? Ich bin ja christlich, kann nicht sagen: ‚Was willst du von mir?‘“ Also, habe ich erstmal ganz freundlich aufgelegt und sagte: „Kann ich dir irgendwie helfen?“ Der so: „Welche Sprache war das?“ Und ich sagte: „Das war Deutsch.“ Der so: „Wow, Deutsch! Ich habe auch da Wurzeln. Woher kommst du?“ Wir waren direkt Familie. Na ja, er hat mir dann so vertraut, dass er meinte: „Weißt du, ich darf das ja hier nicht so laut sagen, aber an die Hölle, dann glaube ich nicht so, wie die das so darstellen. Ich glaube schon an das ewige Feuer.“ Sagte: „Aha, interessant.“ Und dann meinte er: „Ja, wie ist das denn mit der Vorherbestimmung? Glaubst du dran?“ Da habe ich gesagt: „Ja, ich würde eher mit Pelagius gehen, der nicht dran geglaubt hat, ja, einen freien Willen, als mit so einem Augustinus.“ Und habe ich ihm gesagt: „Guck mal, du kommst aus dieser reformierten Gemeinde, du glaubst das, was sie dir vorgeben. Aber hast du nicht einen Kopf, um selber nachzudenken?“ Und da hat er ganz doof geguckt. Und da habe ich gesagt: „Guck mal, in der Bibel steht das, das und das. Was sagst du dazu? Wir sind ja Beröaner, wir müssen ja prüfen.“ Und dann sagte er: „Ja, ich weiß nicht, aber ich glaube das so.“ Dann habe ich gesagt: „Guck mal, es gibt einen, der kommt aus der gleichen Ecke, aber er hat nicht eins zu eins geschluckt, was man ihm übergeben hat, hat selber nachgedacht und er hat in der Schrift geforscht, und er ist hingegangen und hat diese Bibelweisheiten für sich selbst durchgesucht, und er ist zu einer Erkenntnis gekommen, die nicht der Calvin entsprochen haben.

[28:14] Wie ist das heute bei uns im Adventismus? Studieren wir selber? Sind wir die Menschen der Schrift? Oder sagen wir: „Es steht geschrieben, Bruder Soundso hat...“

[28:28] geschrieben, Bruder Soundso, und so hat gesagt, Prediger Soundso, hat gesagt, oder sind wir selber in der Lage, die biblischen Wahrheiten weiterzugeben? Es ist bequem, alles nachzusprechen, aber das macht keinen Bibelchristen aus. Wir sind bekannt geworden dafür, dass wir bei religiösen Fragen uns hingesetzt und studiert haben. Und die Reformatoren haben das auch gemacht. Und ein Jakobus Arminius hat aus eigenen Reihen Gegenwind bekommen, ja. Die waren nicht happy mit dem, was er gesagt hat. Er ist trotzdem aufgestanden und hat es gesagt.

[29:10] Hier seht ihr noch mal, vielleicht könnt ihr euch noch schnell ein Foto machen. Da sind die Unterschiede auf der einen Seite zwischen Calvin und Jakobus Arminius. Da seht ihr auf der einen Seite, was die meisten heutigen Protestanten glauben.

[29:22] Also, ich habe immer ein Problem dazu, wenn wir sagen, wir sind auch Protestanten, weil wer wird in der Endzeit Amerika die Hand reichen? Wer wird das machen? Ist es der Katholizismus, der abgefallene Protestantismus? Ja. Also, wir sind ein auserwähltes Volk, und Gott hat diese Gemeinde gegründet mit einer Mission, mit der Mission, dieser Welt eine Botschaft zu bringen, die keine andere Gemeinde hat.

[30:05] Nun, diese Menschen haben Verfolgungen gehabt, so starke Verfolgungen, dass sie in England bekämpft worden sind. Sie sind verhaftet worden. Und Ellen White schreibt darüber, was im Großen Kampf. Sie sagt: „Gott hat Prüfungen über sein Volk kommen lassen, um es auf die Erfüllung seiner Gnadenabsichten vorzubereiten. Die Gemeinde war worden.“ Ja, was bedeutet das? Die Gemeinde war erniedrigt worden. Das sieht aus, als würde die Gemeinde fallen oder kaputt gehen. Nein, ja, sie wird erniedrigt, damit Gott sie erhöhen kann. Und Gott stand im Begriff, seine Macht zu ihren Gunsten zu entfalten und der Welt einen neuen Beweis zu geben, dass er sie nicht verlassen wird, die ihm zutrauen. Nun, was hat Gott gemacht? Er hat sein Volk an einen Ort der Sicherheit bringen müssen, um Verfolgungen und Auswanderung den Weg in die Freiheit bahnen zu können.

[31:13] Nun, die Menschen sind in die neue Welt gegangen. Ich werde euch gleich etwas über Jamestown erzählen, über Plymouth, auch Rhode Island und Massachusetts Bay. Es gibt verschiedene Daten, wie die Menschen dorthin gekommen sind. Gott hat eine neue Welt vorbereitet, eine neue Welt mit gewissen Herausforderungen. Also, ganz so einfach ist es nicht gelaufen, okay?

[31:38] Virginia. Virginia ist einer der ersten Kolonien, die wir brauchen, ja. Und es ist ganz wichtig, dass wir wissen, was dort passiert. Und zwar: 1584 bekommt ein bestimmter Legat von Elisabeth die Agenda, Neuengland zu kolonisieren. Warum? Weil die Spanier unten ganz viel erobern sind, und man musste was dagegen machen. Was passiert? 1585 und 1587 gibt es zwei Versuche. Die ersten scheitern und gehen nach England zurück. Und die zweiten, die verschwinden einfach. Also, einfach irgendwo hingehen ohne einen Plan macht keinen Sinn.

[32:28] Habt ihr schon mal von Geschwistern gehört, die sagen, wir haben eine neue Erde, wir haben den Zufluchtsort für die Endzeit. Und dann gehen sie plötzlich hin und merken, das ist ja gar nicht vorbereitet, ja. Und dann haben sie Probleme. Also, vorbereiten, bevor es auf einen anderen Platz geht.

[32:52] Nun, der Hauptzweck der Kolonie war nicht religiös, sondern wirtschaftlich, ja. Und sie hofften halt, dass sie so ein bisschen Handel mit den Menschen dort haben konnten und sich dort weiter entfalten konnten. Nun, interessant ist, dass es 1607 eine zweite Anweisung von Kolonien gegeben hat. Aber wisst ihr, was dort passiert ist? Es ist ganz interessant. Es hat schwere Gesetze gegeben. Zweimal am Tag mussten die Leute zum Gottesdienst. Der Tag des Herrn, ja, der Sonntag musste streng eingehalten werden. Es gab eine Kleiderordnung, und wer Gotteslästerung begangen hat, musste mit starken Strafen rechnen. Also, ganz so freiheitlich hat sich das nicht angehört.

[33:45] Ja, dann gab es aber noch eine andere Gruppe, ja. Die hatte sich 1607 illegal in England von der Kirche getrennt. Na ja, es hat Verfolgung gegeben, und sie sind dann 1607 in die Niederlande ausgewandert. Und nach einer Zeit haben sie gemerkt, okay, unser Reformationsgut verschwindet. Die Sprache ist komisch. Was können wir machen? Und sie haben überlegt und gebetet und dachten, in die neue Welt, in die neue Welt können wir gehen. Sie haben es versucht, ja.

[34:22] Nun, es gab eine Londoner Aktiengesellschaft, und 1620 haben sie sich der angeschlossen. Sie sind dort mit einem Handelsschiff, der Mayflower, auf See gestochen. Interessant ist, es gab auch noch ein kleineres Schiff, das mit der Mayflower rausgegangen ist. Aber weil es da plötzlich Probleme auf dem kleineren Schiff gegeben hat, mussten sie umkehren. Einige der Leute, nach mehreren Problemen, sind umgekehrt und haben den Traum in eine neue Welt aufgegeben. Sie waren erstmal alle begeistert. Alle wollten in die neue Welt. Aber als die ersten Probleme noch auf dem Schiff gekommen sind, was ist dann passiert? Es hat eine Aussonderung gegeben. Die Menschen haben gesagt, das ist mir jetzt schon zu stressig, und ich mache es nicht. Sie sind nicht bereit gewesen und sind zurückgekehrt. Ein Teil ist dann auf die Mayflower rübergegangen, und sie sind gegangen. Sie werden als die Pilger von Plymouth Rock bezeichnet. Dort sieht man noch mal die Pilgerväter, wie sie dann an Bord gehen.

[35:43] Da gab es nur ein Problem, ja. Es ist so gewesen, dass sie eigentlich zur Virginia, nach Virginia gehen sollten. Aber sie sind nicht dort gelandet, wo sie eigentlich hätten landen sollen. Was haben sie gemacht? Noch an Bord hat es einen Aufstand gegeben, den Aufstand der Pilgerväter. Und die einen haben gesagt, wir wollen das. Die anderen haben gesagt, wir wollen das. Die einen haben gesagt, nee, nee, die haben uns nicht da abgelassen, wo wir hin sollten. Also sind wir an nichts gebunden. Was, oh sorry, ja. Und die anderen haben gesagt, doch, doch, wir müssen uns dran halten.

[36:16] Und dann haben sie einen Vertrag aufgesetzt, ja. Sie haben etwas aufgesetzt, was als Mayflower Compact genannt wird, der Mayflower Vertrag. Und das ist eigentlich die erste Schrift, die aufgesetzt wurde, um in der neuen Welt das Leben einigermaßen im Griff zu halten. Wir haben in der Gemeinde kein Mayflower Compact. Was haben wir dafür? Die 28 Glaubenspunkte. Warum? Um irgendwie dafür zu sorgen, dass in der ganzen Welt Menschen ungefähr das Gleiche glauben. Ich weiß, dass es Geschwister gibt, die dagegen gehen und sagen, ja, was soll das denn? Aber wir brauchen das bei so einer großen Fülle von Geschwistern.

[37:05] Nun, da gibt es aber auch noch die Massachusetts Bay Company, ja. Dort sind Menschen hingegangen, und die wollten natürlich das Leben in Freiheit haben. Sie sind keine Separatisten gewesen wie die erste Gruppe, aber sie haben sich danach verhalten, ja. Sie wollten autonom leben und dafür sorgen, dass sie da, wo sie sind, weiter expandieren können. Es sind viele Tausende, Zehntausende dann später hier hingekommen, und weitere Kolonien wurden dadurch gegründet.

[37:41] Aber es gab jemanden, der nicht mit den ersten Pilgern kommen konnte. Das war Roger Williams. Und als er in diese neue Welt gekommen ist, war er schockiert. Eigentlich sind die Menschen dorthin ausgewandert, weil sie Freiheit haben wollten. Aber es gab keine Freiheit. Es gab Gesetze, die diese Menschen unterdrückt haben. Und er hat sich dagegen gesträubt.

[38:05] Er sagt: „Gott verlangt nicht, dass in irgendeinem weltlichen Staat eine Einheit der Religion erlassen und durchgesetzt wird. Diese erzwungene Einheitlichkeit ist früher oder später der größte Anlass für Bürgerkrieg, Gewissensnot und Verfolgung der Christi Jesu Diener.“

[38:33] Nun, er war für eine Trennung von Kirche und Staat. Weise Worte, wenn man die behalten würde, würden wir uns über Offenbarung 13 wohl keine Sorgen machen müssen. Na ja, er war nicht schnell beliebt. Er wurde ganz schnell herauskomplimentiert aus den Gegenden, wo er war. Aber er ist irgendwo hingegangen. Er ist nach Rhode Island gegangen und hat dort die Provinz Providence, also die den Staat dort gegründet. Er hat das Land erkauft. Er hat es nicht illegal besetzt wie die anderen. Er hat sich dort einen Staat aufgebaut und hat dort Religionsfreiheit ausüben lassen.

[39:12] Ellen White schreibt über diesen Mann im Großen Kampf. Schaut euch das mal an, was sie über ihn sagt. Es sind solche Männer, die eingestanden sind, die das eine oder andere an Entbehrung haben mussten, damit die Menschen heute dort in Religionsfreiheit leben können.

[39:36] Nun, das Christentum ist etabliert in der neuen Welt. Und dann passiert etwas, das ist ganz interessant. Das geht in die Geschichte als die Große Erweckung ein. Jonathan Edwards ist ein überzeugter Calvinist, ja. Und er predigt, er predigt und predigt, aber da passiert nicht wirklich viel. Und 1734 passiert was ganz Phänomenales. Er predigt, und die Menschen bekehren sich. Und nicht nur da, wo er ist, sondern das geht wie ein Lauffeuer um, und er wundert sich selber, was passiert da gerade? Warum passiert das gerade jetzt? Und was er gepredigt hat, ist, dass Menschen erkennen sollen, dass sie Sünder sind, dass sie Reue über diese Sünden haben sollen und sich zu Jesus Christus bekehren sollen.

[40:32] Nun, es ist passiert. Menschen haben geweint, Menschen waren total freudig, aber den großen Aufwind kriegt die Erweckung eigentlich dann, als dieser Mann auf die Bühne tritt. Es ist George Whitefield. Manche sagen, er ist ein Theaterschauspieler auf der Bühne. Und er kommt, und er macht, und die Menschen sind begeistert, ja. Edwards ladet ihn ein, und es heißt, es steht so geschrieben, ja, der Besucher hat gepredigt, und der Prediger hat geweint. Menschen haben sich bekehrt. Es hat eine Erweckung stattgefunden, die wie ein Lauffeuer umhergegangen ist.

[41:24] Dem Ganzen werden auch bestimmte charismatische Phänomene zugeordnet, ja. Also manchmal sind die Leute Himmel hoch jauchzend hochgesprungen, andere sind ohnmächtig geworden. Also, es war schon ein bisschen charismatisch angehaucht gewesen. Aber nichtsdestotrotz, es ist etwas passiert. Und zwar hat man plötzlich eine Veränderung gehabt. Die Menschen haben sich auf die Pferdesättel gesetzt und sind hingegangen und haben gepredigt von Ort zu Ort. Es hat diese Prediger auf dem Sattel gegeben. Und wie ein Lauffeuer hat sich diese Erweckung in den ganzen Staaten dort vereint. Eine positive Wendung. Vorher war es so, dass bestimmte Städte in eine bestimmte Stadtkirche gegangen sind. Aber nach dieser Erweckung waren die Menschen viel toleranter, und es gab plötzlich verschiedene Gemeinden, und die Menschen konnten in verschiedene Gemeinden gehen, ohne direkt hinausgeschmissen zu werden. Das ist nämlich den Baptisten passiert, ja. Sie haben ziemlich viel Verfolgung erleben müssen.

[42:39] Es hat aber auch politische und religiöse Veränderungen gegeben, ja. Es hat eine Gemeinsamkeit in diesen 13 Kolonien gegeben, die später die Vereinigten Staaten von Amerika darstellen sollen.

[42:57] Na ja, wichtig ist, sie haben bestimmte Grundsätze gehabt. Kindertaufe haben sie abgelehnt. Es ging um eine persönliche Bekehrung, und eigentlich hat diese Bewegung sehr viel von dem, was wir glauben. Wir glauben nichts an die Kindertaufe. Wir glauben, dass ein jeder von uns durch die Beziehung zu Jesus gerettet wird. Wisst ihr, wir sagen manchmal, wir sind Adventisten, wir sind das auserwählte Volk. Aber nicht überall, wo Advent drauf steht, ist Adventist drin. Gemeindezugehörigkeit rettet nicht, ja. Was uns rettet, ist die Beziehung zu Jesus Christus.

[43:46] Nun, lasst uns mal rekapitulieren. Offenbarung 12,1 sagt: „Und die Erde half der Frau. Und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der aus seinem Mund geschleudert hatte.“ Wir haben gesehen, wie die Puritaner, die eigentlich ein reines Evangelium sich gewünscht haben, verfolgt worden sind, getötet worden sind. Und Gott übernatürlich eingegriffen hat. Er hat übernatürlich eingegriffen. Wenn wir sagen, Gott ist immer der Gleiche, bedeutet das, er macht das auch noch heute, ja. Er wird das auch für uns machen.

[44:33] Viele haben vor der Endzeit Angst. Also, viele Geschwister, wenn man sagt, ja, Offenbarung 13 kommt, dann hat man Angst. Warum? Weil bei Ungewisses, was kommen wird. Die Sachen, die vorausgesagt worden sind, die hören sich schon ganz schön gruselig an, na ja. Aber wir wissen, dass Jesus in der Endzeit mit uns ist. Er ist derjenige, der bei seinem Volk sein wird. Und Ellen White sagt, dass die Offenbarung sehr wichtig für uns ist. Sie sagt: „Die unerfüllten Vorhersagen des Buches der Offenbarung werden bald erfüllt werden. Diese Prophezeiung sollte von Gottes Volk fleißig studiert werden.“ Studieren wir die Offenbarung? Also, ich weiß nicht, wie es euch geht. Meistens ist es ja so, wenn jemand jemanden auf der Straße trifft und sagt, ja, Endzeitereignisse, was hat sich denn schon erfüllt, was nicht? Dann sagt man, ja, ja, wir sind so bei Offenbarung 13. Und dann sagen die, erklär mir doch mal, was da steht. Was bedeutet das? Wie kommst du drauf? Wie kommst du drauf, dass das Erdentier Amerika ist? Ja, oder was ist mit dem Tier aus dem Wasser? Was bedeutet das Wasser? Könntest du ad hoc erklären, was das ist?

[46:04] Ja, ich komme aus dem Islam. Ich habe keine Ahnung vom Christentum gehabt, und meine Geschwister, also mein Bibelvater, hat mir als Erstes gesagt: „Silan, egal, wer dir was sagt, du nimmst dieses Buch und prüfst erstmal, was in diesem Buch steht. Ein 'steht geschrieben' ist das Wichtigste, was das Fundament unseres Glaubens ist. Jesus ist in dieser Schrift. Alles andere ist Menschenwort. Ich kann kommen und dir Sachen erzählen, aber das glaubst du nicht. Du prüfst es an der Bibel.“ Und ich finde, dieser Geist der Beröaner, der ist uns ein bisschen verloren gegangen. Und ich wünsche mir von diesem Volk, dass wir zu dem zurückgehen, was Gott eigentlich von uns möchte. Wir sollen die Offenbarung studieren, und zwar mit Fleiß. Wir sollen sie kennen, ja. Wir sollen sie verinnerlichen.

[47:13] Jesus ist bei uns. Warum weiß ich das? Weil Gott es versprochen hat. Dies ist an einer Frau geschrieben worden, die eine schwere Zeit hatte. Ellen White sagt: „Wenn du das Herz und die Stimme hast zu beten, wird er treu sein und ein Ohr finden, das hört, ein Arm, der rettet.“ Gott ist bei seinem Volk. Gott ist bei seinem leidenden Volk. Gott ist bei seinem Volk in Problemen. Er ist bei dir, und er ist bei mir. Er ist ein persönlicher Gott. Er ist in der Geschichte. Er ist nicht da weit oben weg von uns, sondern ist bei uns. Und sie sagt: „Es ist noch nie vorgekommen, dass Gott sein Angesicht vor dem Flehen seines Volkes verborgen hat. Wenn alle anderen Mittel versagen, war er in jeder Notsituation eine gegenwärtige Hilfe.“ Manchmal ist diese Hilfe nicht die, die wir uns wünschen. Manchmal wird dieses Gebet nicht so beantwortet, wie wir es gerne hatten. Aber Gott ist viel weiser als wir und weiß, warum er wie reagiert. Er sagt: „Möge Gott dich, arme, geplagte, verwundete Seele, segnen. Klammere dich an seiner Hand. Halte dich fest. Halte dich fest in dieser Endzeit. Lasse Jesus nicht los.“

[48:50] Ich würde euch gerne meine Geschichte erzählen. Ich habe geschrieben: BC (Before Christ), ja, Anno Domini. Ihr dürft raten, wer ich bin. Genau, ja. Genau, ich komme nicht aus dem Christentum. Ich bin aufgewachsen im Alevitismus. Und eine schwere Leidenskrise hatte ich. Alles, was ich in meinem Leben geglaubt habe, wurde in einem zerstört. Und dann waren es diese Adventisten, die mir geholfen haben. Meine Familie ein bisschen geholfen, aber der Haupttenor war: „Das hast du dir selber eingebrockt, jetzt badest du das selber aus.“ Menschen, die zu mir gestanden haben, haben sich plötzlich zurückgezogen. Und dann lag ich da am Boden und total alleine. Gott habe ich nicht gekannt, ja. Und mir ging es ziemlich schlecht in dieser Zeit. Und diese Adventisten haben mir geholfen. Jesus' Methode alleine. Wir sind so gut in Theorien, wie Evangelisation machen. Wir haben so viele Sachen, aber das, was uns hier hinbringt, ist die persönliche Evangelisation in den meisten Fällen. Damit möchte ich das andere nicht verleugnen. Es ist gut, dass wir Evangelisation machen, und da kommen viele Menschen. Aber was mich berührt hat, war das Helfen dieser Adventisten.

[50:36] Sie waren komisch, ganz ehrlich. Ich fand sie komisch. Sie haben komische Sachen gesagt. Also, mich hat dann jemand gefragt und sagte: „Wie kommst du in den Himmel?“ Ich sagte: „Guck mal, ich helfe dir doch. Ich bin ein guter Mensch. Meine Werke retten mich.“ Da meinte der so: „Jesus Christus allein ist der Weg zu Gott.“ Und ich sagte: „Wie kann das denn sein? Alle Wege führen doch zu Gott.“ Na ja, und dann haben die mich gefragt: „Wie ist denn dein Gott?“ Und ich so: „Woher soll ich das wissen? Er ist da oben, ich bin hier unten.“ Und die fingen an, eins nach dem anderen aufzuzählen. Ich dachte, woher weiß der das? Hat mich so geärgert, ja, richtig geärgert. Und ich habe mich herausgefordert, ja. Aber hätten sie das nicht gemacht, hätten sie zuckerweiche Botschaften gebracht, wäre ich heute nicht hier. Und ich erinnere mich dran, dass ich da war und gesagt habe: „Gott, wer hat denn jetzt die Wahrheit? Diese komischen Adventisten oder wir, die wir aus der Blutlinie Mohammeds kommen, die wir rein sind? Wenn die die Wahrheit haben, musst du was Unmögliches möglich machen.“

[51:48] Na ja, Gott hat dieses Gebet erhört. Nicht lange, dann war es so, dass ich zu Freunden gefahren bin, und um dort anzukommen, musste man durch eine Toreinfahrt gehen. Ich habe natürlich geklingelt. Keiner hat aufgemacht, und ich saß da in meinem Auto und wartete, dass diese Toreinfahrt aufgeht und ich reinfahren kann. Na ja, dann habe ich angerufen, weil ich jetzt ungeduldig wurde, aber da ist auch keiner rangegangen. Und ich war total erschöpft. Ich wusste nicht mehr, was ich machen soll, weil ich konnte nicht mehr nach Hause. Ich habe keine Kraft mehr gehabt, aber rein konnte ich auch nicht. Ein Engpass. Und dann, dann kam da so eine kleine Stimme, die sagte: „Silan, weißt du noch, was dieser Adventist zu dir gesagt hat? Er hat nämlich zu mir gesagt: ‚Wenn du in einer Sackgasse bist, dann bete zu Jesus. Wenn dein Gott dich nicht erhört, dann bete zu Jesus. Er ist für dich gestorben, und er wird dich erhören.‘“ Ich dachte, Jesus, was soll ich mit Jesus? Ja, aber ich kann euch sagen, in der Notsituation greift man auch nach Jesus, auch wenn man Moslem ist. Und ich war mit dem Kopf auf diesem Lenkrad, und ich sagte: „Okay, Jesus, wenn du Gott bist, wenn du mich wirklich liebst, dann öffne dieses Tor. Lass mich hineinfahren, damit ich endlich Ruhe finde.“ Und ich habe meinen Kopf erhoben, und in dem Moment ging wie von Zauberhand dieses Tor auf, und ich konnte reinfahren. Und dann bin ich reingefahren, und dann habe ich geguckt, wo ist meine Freundin? Sie war nicht da. Und dann bin ich hinters Haus gegangen. Die waren total erschrocken, mich zu sehen, meinten: „Wer hat dir dieses Tor aufgemacht?“ Und ich sagte: „Das war Jesus.“ Und sie sagten: „Wie Jesus?“ Ich sagte: „Jesus, er hat mir nicht nur ein Tor zu euch, sondern zu einem neuen Leben aufgemacht.“ Und ich hatte eine Erfahrung nach der anderen, bis ich zum Schluss sagen musste: „Gott, ich glaube, ich ergebe mich. Ich glaube das, ja, du bist Gott. Du bist da, du liebst mich, und du kümmerst dich um mich.“

[54:17] Gott kümmert sich. Ich hatte Probleme. Ich bin danach von bestimmten Menschen in meiner Familie ausgeschlossen worden, ja. Das ist, denke ich, ganz normal, wenn man diesen Schritt geht. Und ich glaube, manche sind sich dessen gar nicht bewusst, was es bedeutet, Jesus zu folgen. Sie haben mich wirklich vor die Wahl gestellt und haben gesagt: „Jesus oder wir? Der Weg oder wir? Aber wenn du diesen Weg gehst, dann wirst du uns verlieren.“ Ich habe mich für Jesus entschieden, und ich kann euch sagen, ich bereue es bis heute nicht. Wenn

[54:54] Wenn ihr vor die Wahl gestellt seid, dann entscheidet euch nicht für diese Welt, sondern entscheidet euch für den, der diese Welt gemacht hat. Gott liebt euch, und das Ausweglose, was vor euch ist, das kann er zu was Gutem weitermachen. Versucht es nicht aus eigener Kraft. Es ist nicht einfach, wenn man Jesus folgt, aber wir haben gesehen, dass Gott hilft. Manchmal ist er auch still, die Momente gibt es auch, und manchmal greift er gar nicht ein. Aber wir leben auf eine Hoffnung mit einer festen Zuversicht, die uns gegeben worden ist. Und Gott ist mit seinem Volk auch in der Endzeit. Egal, was kommen möge, er wird derjenige sein, der sein Volk führt und der dafür sorgen wird, dass diese Gemeinde die triumphierende Gemeinde wird.

[56:22] Mhm, ich möchte heute auch zu euch sprechen. Ihr habt gesehen, wie Gott durch die Erde geholfen hat, wie er eingegriffen hat in diese Weltgeschichte. Ich möchte euch fragen: Wie ist es mit euch? Habt ihr Situationen erlebt, wo ihr des Wortes wegen verfolgt worden seid, wo ihr vielleicht ausgeschlossen worden seid oder wo ihr einfach einen Unglauben hattet und wo Gott gesagt hat: „Geh!“, wo du gesagt hast: „Nein, ich kann nicht, das ist mir zu ungewiss, ich gehe lieber zurück“? Oder ist es einfach so, dass du aufgrund der ganzen Probleme (dort waren es Verfolgungen, aber ich nenne es heute Probleme) dass du den Blick zu Jesus verloren hast, dass du diese Zuversicht verloren hast, dass er bei dir ist, dass er an deiner Seite ist? Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr bereit für das, was kommt? Werdet ihr heute bereit, wenn wir heute alle einschlafen würden, vor Gott zu stehen? Ich möchte euch fragen, mal in euer Herz zu schauen: Wenn da irgendetwas ist, was zwischen dir und Gott steht, dann ist heute der Zeitpunkt, um es wegzutun. Der Heilige Geist spricht und sagt: „Heute, heute, wenn ihr meine Stimme hört, dann verstockt euer Herz nicht!“ Gott möchte kommen, er möchte sehr bald kommen, aber sein Volk muss dafür bereit sein. Ich möchte euch bitten, mit mir zusammen aufzustehen und dann für das zu beten, was Gott euch aufs Herz gelegt hat. Wenn es Unglaube ist, für den Unglauben zu beten. Wenn es für Angst ist, für Angst zu beteten. Und wenn es für Mut ist, die Botschaft rauszubringen, dann bitte ich für euch, diesen Mut von Gott zu erfragen.

[58:45] Gott sagt in seinem Wort: „Nicht mit Heer und eigener Kraft, sondern durch meinen Geist soll es geschehen.“ Lasst uns aufstehen zum Gebet.

[59:05] Lieber Heiland, groß bist du und groß ist deine Stärke. Wir haben einen großen Gott, von dem wir Großes erwarten dürfen. Und heute, Herr, bitte ich dich für deine Gemeinde. Ich möchte dich bitten, dass du unsere Herzen berührst, dass du uns veränderst, dass du uns das Herz, den Geist gibst, den wir brauchen, um rauszugehen und dein Werk zu vollbringen. Bitte hilf uns, Herr, dass wir dich festhalten und dich nicht mehr loslassen in dieser Endzeit, bis wir vor dir stehen dürfen. Herr, hilf, dass wir Schulter an Schulter vorangehen, zusammenstehen als Gemeinde und den Ruf verkündigen, der diese Welt erreichen wird. Ich möchte dich bitten, dass du, wie es in Joel 2,25 bis 27 versprochen hast, dass du wiederherstellen wirst, was der Feind vernichtet hat, damit dein Volk leuchtet und dass dieses Leuchten den ganzen Erdkreis umgehen wird. Und wir danken dir, Herr, für das Große und Mächtige, was du tun wirst, weil wir auf dich vertrauen, auf die Verheißungen vertrauen, die du gegeben hast. Denn alle Verheißungen auf dich, Herr, ja, deine Verheißungen sind ein Ja und Amen in dir. Und wir danken dir jetzt schon und bitten das im mächtigen Namen unseres Heilandes Jesus Christus und sagen: Amen, Amen. Gott segne euch!


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