In diesem Vortrag der Serie „Keine Zeit für Untätigkeit“ beleuchtet David Nießner die Kindheit Jesu als Fundament seines späteren Dienstes. Er erklärt, warum die Evangelien nur wenig über diese Zeit berichten und welche tiefgreifenden Lehren wir daraus ziehen können. Von Jesu Aufwachsen in Nazareth bis zu seiner Arbeitsmoral als Zimmermann wird gezeigt, wie seine Demut, sein Gehorsam und sein Mitgefühl schon in jungen Jahren seinen Charakter prägten und ein Vorbild für uns alle sind, um ein gottgefälliges Leben zu führen.
Keine Zeit für Untätigkeit: 2. Der beste Influencer – Jesus als Kind
David Nießner · Keine Zeit für Untätigkeit ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Jesus, MissionWeitere Aufnahmen
Serie: Keine Zeit für Untätigkeit
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Transkript
[0:30] Liebe Freunde, schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu unserer Serie hier, in der wir uns ganz tief damit beschäftigen möchten, was Gottes Wille ist für diese letzte Zeit, wie sein Volk praktisch dienen kann und wie Gott dieses Werk zum Abschluss bringen möchte. Wir haben uns im ersten Vortrag angeschaut, was es bedeutet, praktisch zu dienen, was es bedeutet, der Größte zu sein in Gottes Werk und was es auch für uns heute zu sagen hat, wo das Problem ist, warum wir kaum Orientierung haben im Leben und warum wir untereinander auch nicht dienen. Wir haben gesehen, warum diese Widersprüche da sind. Wir haben gesehen, wie Gott uns da herausführen möchte, und heute möchten wir uns anschauen, wer der beste Influencer der Welt war und warum die Kindheit Jesu auch so entscheidend war für seinen späteren Dienst.
[1:21] Bevor wir einsteigen, lasst uns noch gemeinsam beten. Himmlischer Vater, wir wollen dir von Herzen danken, dass wir auch heute wieder dein Wort studieren dürfen, dass wir auch bereichert werden dürfen aus dem Geist der Weissagung. Wir möchten dich bitten, dass du dich auch heute in uns verherrlichst, dass Herr, dieser gesamte Vortrag unter deiner Führung steht und dass du auf die Menschenherzen einwirkst, was du uns zeigen möchtest, dass wir erkennen, welche Lehren wir aus Jesu Kindheit ziehen dürfen. Das ist unser Gebet in Jesu Namen. Amen.
[2:00] Ungefähr ein Viertel des Lukas-Evangeliums beschäftigt sich mit der letzten Woche von Jesu Leben. Bei Matthäus und Markus ist es ungefähr ein Drittel des Evangeliums, das sich mit der letzten Woche beschäftigt, und bei Johannes ist es sogar über die Hälfte. Das heißt, das Hauptaugenmerk, der Hauptfokus in den Evangelien ist auf die letzte Woche in Jesu Leben gelegt, und das hat auch seinen bestimmten Grund. Und dennoch wird uns auch gesagt, dass nichts, was in der Bibel steht, kein einziges Wort da ohne Grund steht und dass all das, was wir vorfinden, genauso sein muss.
[2:54] Etwa 3 % der Evangelien sprechen über die Kindheit Jesu, um das mal in Zahlen auszudrücken. In den Evangelien von Lukas und Matthäus – Markus und Johannes berichten nichts über die Kindheit Jesu – aber in Lukas und Matthäus sind es zusammengerechnet 113 Verse, die über die Kindheit Jesu sprechen. Die gesamten Evangelien enthalten 3695 Verse, also ungefähr 3 % der Evangelien sprechen über die Kindheit Jesu.
[3:18] Man mag denken, dass es ein recht unwichtiges Detail, vielleicht recht unwichtig, die Kindheit Jesu, aber alles im Leben Jesu hat seine weitreichenden Folgen. Und man mag sich die Frage stellen: Warum sollen wir uns Gedanken machen über die Kindheit Jesu? Weil die Kindheit Jesu das Fundament für seinen späteren Dienst war, und deswegen ist es so entscheidend, sich auch über die Kindheit Gedanken zu machen und zu sehen, was zeigt uns die Bibel, was zeigt uns der Geist der Weissagung, dass wir von der Kindheit Jesu für uns lernen können, auch wenn wir vielleicht keine Kinder haben oder keine Kinder mehr sind, aber was können wir trotzdem davon lernen? Weil ich glaube, dass es nicht nur für Kinder entscheidend ist, sondern auch für Erwachsene.
[4:01] Jeder Königspalast auf Erden wäre geehrt worden, wenn Jesus dort gelebt hätte. Aber die Bibel sagt uns, dass Jesus aufgewachsen ist in einem Bergdorf namens Nazareth. Auch wenn das moderne Nazareth nicht mehr dem Nazareth damals entspricht, kann man doch auf diesem Bild hier sehen, dass Jesus umgeben war von Bergen und dass er so hoch oben etwas abseits war von dem Leben unten und dort von Natur umgeben war. Und wie die Bibel es sagt, der aufgewachsen ist im Angesicht seines Vaters.
[4:36] Die Bibel fasst nämlich in Lukas 2 Vers 52 ganz kurz die Kindheit zusammen, indem sie sagt: „Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.“ Das ist sehr interessant, denn die Bibel lehrt uns auch, dass Jesus nie eine Sünde begangen hat, und dennoch hat doch er gelernt, dennoch hat auch er an Gnade und Weisheit zugenommen. Das ist eine wichtige Ermutigung für uns, dass es immer etwas zu lernen gibt, und selbst Jesus konnte lernen, wie viel mehr dann wir.
[5:09] Damals war es so, dass jede Stadt, die sich nicht um die religiöse Bildung ihrer Kinder gekümmert hat, als eine Stadt benannt wurde, die vom Fluch Gottes getroffen wurde. Aber die gewöhnliche Bildung, die die Kinder damals erfahren haben, hat Gott beziehungsweise die persönliche Beziehung zu Gott ausgeklammert, und man wurde nicht dahingehend unterrichtet, Gottes Stimme zu hören und wurde tatsächlich sogar von der Quelle des Lebens und der Weisheit weggezogen. Und die Rabbiner hatten damals zu Jesu Zeiten – das wird später im Leben Jesu, als er dann seinen Dienst vollzogen hat, sehr deutlich – die Rabbiner haben die Macht der Jugend durch diese Einschränkungen, durch diese Ansichten unterdrückt, und sie haben sie sehr engstirnig erzogen. Aber Jesus hat sich schon von Kindheit an für diese Dinge nicht interessiert, und er hat gesehen, dass die Forderungen Gottes und die der Gesellschaft ständig im Konflikt waren. Er hat auch als Kind schon gesehen, dass die Menschen in diesen glaubenslosen Zeremonien keinen Frieden gefunden haben. Und auch wenn er diese Forderungen, die die Gesellschaft ihm entgegengebracht hat, nie angegriffen hat, war Gottes Wort seine einzige Rechtfertigung, und ein „So spricht der Herr“ war ständig auf seinen Lippen.
[6:25] Nazareth war dafür bekannt, dass es eine extrem gottlose Stadt war. Wir erinnern uns in Johannes 1 Vers 46, dass einer seiner späteren Jünger über Jesus gesagt hat: „Was kann denn schon Gutes aus Nazareth kommen?“ Und auch in der Apostelgeschichte Kapitel 24 Vers 5 zum Beispiel wird über die Christen in verächtlicher Form als die Sekte der Nazarener geredet. Und das ist eine Lehre, die wir definitiv mitnehmen können: Wenn Jesus in so einer Stadt aufgewachsen ist, die so einen schlechten Ruf hatte, und er dennoch seine Reinheit und seine Vollkommenheit bewahrt hat, welche Ausrede haben wir dann, wenn wir in einem Umfeld sind, das uns vielleicht nicht so gut behagt, dass wir nicht auch einen reinen Charakter bewahren können? Denn Jesus war nicht abhängig von den Menschen, sondern von Gott, und auch wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir uns abhängig sehen von den Umständen und von den Menschen, die uns umgeben, sondern allein von Gott und dass wir in Jesu Fußspuren treten können.
[7:29] Jesus hat auch als Kind schon sich in liebevoller und unterordnender Weise immer darum bemüht, Menschen zu gefallen, ohne dabei göttliche Prinzipien aufzugeben, und hat als Kind auch gerne natürlich die religiöse Bildung in Anspruch genommen, die von der Bibel kam. Und wenn die Schriftgelehrten von ihm dann aber gefordert haben, dass er ihre Autorität anerkennt als den Maßstab für alles, hat er immer nach der Autorität der Schrift gefragt.
[8:00] Wenn wir später sehen, wie selbst dem Satan die Bibel quasi aus dem Ärmel schüttelt, um es mal salopp zu sagen, wenn wir sehen, wie er die Bibel zitiert hat, dann können wir uns sicherlich ausmalen, dass das nicht erst drei Tage vorher geschehen ist. Als Kind hat er angefangen, die Bibel auswendig zu lernen, und auch damals wurde es schon offensichtlich, dass er die Bibel scheinbar von Anfang bis Ende kennt. Und für die Rabbiner mag das sicherlich beschämend gewesen sein, von einem Kind belehrt zu werden, weil er ihre Interpretation annehmen sollte. Aber sie haben auf der anderen Seite auch gesehen, dass sein Verständnis ihrem Verständnis bei weitem voraus war.
[8:40] So kam es dann auch vor, dass er hin und wieder erlebt hat, wie die Rabbiner zu seinen Eltern gegangen sind, damit die Rabbiner seinen Eltern nahegebracht haben, dass er sich doch ihrer Autorität beugen soll. Und Jesus hat unter diesen Zurechtweisungen auch gelitten, wenngleich er auch die Liebe zu seinen Eltern nicht dem Gehorsam Gott gegenüber Vorrang geben konnte. Und dieser Einfluss, der ständig von der religiösen Führerschaft kam, hat sein Leben von Anfang an bitter gemacht. Und Jesus hat als Kind schon die Schule von Demut und Ruhe gelernt, die hart war durch diese Einflüsse.
[9:14] Aber später sagt uns Paulus im Hebräerbrief: „Obwohl er der Sohn Gottes war, hat er doch an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt.“ Und auch das ist ein sehr, sehr interessanter Text, wenn man überlegt, dass auch Jesus Gehorsam lernen musste und dass er es aber getan hat, gerade durch die Leiden, weil er da erfahren hat, wie wichtig es ist und es die einzige Sicherheit ist, sich auf Gott zu verlassen und daran zu lernen, Gott zu vertrauen.
[9:44] Sein Intellekt war jenseits von dem Intellekt für sein Alter, und trotzdem hat er gesprochen und gedacht wie ein Kind. Aber man kann nicht sagen, dass er wie alle anderen Kinder gewesen ist, weil jeder, der in dieses Antlitz geschaut hat, hat gesehen, dass Christus nicht wie jedes andere Kind sein konnte.
[10:03] Er war Gott im Fleisch, er war der ewige Gott, die zweite Person der Gottheit, die dem Vater in allem gleich war und jetzt aber sich in einem Kind verborgen hatte.
[10:19] Als Jesus später im Tempel zu Simeon gebracht wurde, hat er über Jesus prophezeit, dass dieses kleine Kind „gesetzt ist zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zum Zeichen, dem widersprochen wird.“ Das steht in Lukas 2 Vers 34 und 35. Und dort wird gesagt, dass dieses kleine Baby, das damals Simeon in den Armen hielt, Jesus als Kind, dass das derjenige war, der dafür verantwortlich war, dass Menschen auferstehen, dass Menschen aber auch fallen im geistigen Sinne, dass sie an ihn glauben und zu geistiger Größe kommen oder dass sie ihn verwerfen und fallen würden. Und es genau dieses kleine Kind war, wo schon damals vorausgesagt wurde, dass auch Maria ein Schwert durchs Herz gebohrt werden würde, wenn er eines Tages am Kreuz hängen würde.
[11:10] Und trotzdem war Jesus, auch wenn das seine Bestimmung war, von Kindheit an ein Segen für alle anderen.
[11:14] Seine Eltern waren sehr arm, und er war auch arm. Später hat er gesagt, dass der Sohn des Menschen nichts hat, wo er seinen Kopf hinlegen kann. Füchse haben Gruben, Vögel haben Nester, aber Jesus hatte von all dem nichts.
[11:29] Wir wissen auch aus den Evangelien, dass Jesus ein Handwerk gelernt hat. Sein Vater war Zimmermann, und Jesus hat dort gelernt. Er hat im Zimmermannsladen gearbeitet und hat dort gelernt, perfekte und vollkommene Arbeit zu verrichten.
[11:44] Denn es ist eine Lehre, die vielleicht Kinder nicht immer gerne hören, aber bei mir hat es auch lange gedauert, bis ich das verstanden hatte, dass die Art und Weise, wie wir unsere Arbeit tun, direkt Einfluss auf unseren Charakter nimmt.
[11:59] Lasst mich hier mal ein Zitat vorlesen aus dem Leben Jesu, im englischen Seite 72. Sie sagt hier: „Die Zustimmung Gottes ruht mit liebevoller Gewissheit auf Kindern und Jugendlichen, die fröhlich ihren Anteil an den Pflichten des Haushalts übernehmen und die Lasten von Vater und Mutter teilen. Solche Kinder werden das Haus verlassen, um nützliche Mitglieder der Gesellschaft zu sein.“
[12:26] Das heißt, die Art und Weise, mit der wir als Kinder vielleicht unser Zimmer aufräumen, mit der wir auch den Abwasch in der Küche machen, oder wie Jesus damals im Zimmermannsladen das Holz bearbeitet hat – mit der Art und Weise, wie in meinem Fall als Landschaftsgärtner man vielleicht die Randsteine setzt, ob man sagt: „Na ja, wir setzen den ersten im Wasser, die zweiten richten wir an der Schnur aus“, oder ob wir bei allem – natürlich nicht fanatisch perfektionistisch, aber nach bestem Wissen und Gewissen handeln – so wird auch unser Charakter sein. Es gibt ein anderes Zitat, wo es heißt, dass die schmutzigen Ecken im Haus auf schmutzige Ecken in unserer Seele Rückschluss geben, denn so wie wir unsere tägliche Arbeit tun, so werden wir auch sein.
[13:09] Auch wenn Jesus an Erkenntnis zunahm und Gottes Gnade auf ihm war, ist er nicht stolz geworden oder überheblich über die allerniedrigsten Aufgaben. Ich weiß noch, als ich die Ausbildung damals begonnen hatte zum Landschaftsgärtner und mit dem Abitur gerade kam, ich dachte – ich habe es so nicht geäußert, aber innerlich hatte ich so die kleine Regung, dass man hier mir den roten Teppich ausrollt, weil ich Abitur habe und jetzt in einen Handwerksberuf komme, die mir alle mit Handkuss den Weg ebnen werden. Und dann steht man aber auf einmal da und muss drei Wochen lang zu Beginn der Ausbildung immer die Baustelle am Ende putzen, nur fegen, die Arbeiten machen, die keiner machen will, Werkzeuge aufräumen im LKW, die Werkbank putzen, lauter solche Dinge. Aber genau das ist so heilsam gewesen für mich, diese einfachen, kleinen Aufgaben, die auch Jesus mit Freude gemacht hat. Denn die Bibel sagt uns: „Wer im Geringsten treu ist, der wird auch im Großen treu sein.“ Wer im Geringsten nicht gelernt hat, Gott zu vertrauen und Gott zu verherrlichen beim Fegen, der wird auch in den hohen Gemeindeämtern nicht Gottes Segen erfahren können.
[14:14] Jesus war vor seiner Menschwerdung und nach seiner Menschwerdung wieder der Befehlshaber der himmlischen Heerscharen, und trotzdem hat er es sich nicht nehmen lassen, seine Eltern zu unterstützen, wo er konnte, und hat zum Unterhalt der Familie beigetragen.
[14:31] Christus war das Licht und die Freude des Familienkreises, und er hat die Aufgaben im Haushalt freudig gemacht. Und er versteht die Versuchung der Kinder. Wir müssen uns vorstellen, Jesus war auch mal klein. Aber viele werden heutzutage unbrauchbar, weil wir vor dieser Disziplin, die von uns gefordert wird, zurückschrecken. Aber Jesus, das einzige Vorbild, das, wenn Eltern danach streben, mit Christus zusammenzuarbeiten, und wenn wir als Kinder danach streben, dieses Vorbild nachzuahmen, nur dann wird Gott auch das in uns verwirklichen können, was möglich ist.
[15:08] Je mehr Jesus heranwuchs, desto mehr hat Gott ihm offenbart. Und obwohl er das wusste – wir werden es gleich noch gucken, wann ihm das wahrscheinlich klar wurde, was für eine Aufgabe er tatsächlich hat auf der Welt – ist er nicht überheblich geworden und hat seine Eltern durch Missachtung nie Schmerzen oder Kummer bereitet. Er hatte Freude daran, sie zu ehren. Und wenn man daran zurückdenkt, ich glaube, dass jeder von uns an diesem Punkt mindestens einmal gefallen ist, aber auch hier durch Gottes Gnade können wir auch das ändern und unsere Gedanken nicht so mit Weltlichem füllen, dass wir für Geistiges keinen Platz mehr haben, sondern auch hier den Eltern Ehre und Dank bringen können.
[15:52] Jesus hat zur Freude der Menschen gesungen und ihre Gedanken erhoben, als er durch Nazareth gegangen ist. So wie er später mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl gesungen hat, hat er auch dort gesungen, und all die Gedanken, die ihn gehört haben, all die Menschen, die ihn gehört haben, deren Gedanken wurden erhoben zu himmlischen Dingen, und durch seine Gegenwart sind alle froher geworden.
[16:12] Es wird uns auch gesagt, dass wenn Jesus einen verwundeten Vogel oder ein verwundetes Tier gesehen hat, dass er sich diesem Tier angenommen hat und es gepflegt hat, bis es wieder gesund wurde. Ich habe mich oft gefragt, warum kleine Kinder teilweise sogar einen Regenwurm, der über die Straße kriecht, nehmen und ihn sicher zur anderen Straßenseite bringen, und Erwachsene vielleicht höchstens so den Wurm wegkicken. Ich glaube, dass Kinder in diesem Fall den Zügen, die Christus hatte, näher sind und dieses gleiche Mitleid mit der Schöpfung haben, das Christus hatte. Und das ist auch ermutigend, wenn man sieht, wie sich Jesus auch um diese kleinen Geschöpfe gekümmert hat, die wahrscheinlich nicht mal drei Gedanken am Stück denken können, außer ihren Trieben zu folgen.
[16:59] Und so hat er seine Sympathie auf sich gezogen, hat auch in den Synagogen oft in der Schrift vorgelesen.
[17:06] Aber es gibt einen ganz entscheidenden Punkt: Die Bibel sagt nicht viel über seine Kindheit, aber sagt doch so viel, dass wir viele wichtige Lehren daraus ziehen können. Aber warum hat Jesus, warum wurde über die Kindheit Jesu so wenig berichtet? Wir werden nachher noch die Begebenheit studieren, als er mit 12 Jahren im Tempel war, aber von da an bis zu seinem Dienst, den er begonnen hat, 18 Jahre danach, wird nichts mehr berichtet. Und da liegt eine sehr, sehr wichtige und entscheidende Lehre für uns heutige Menschen.
[17:41] Ein einfaches und ruhiges Leben. Einfach gesagt: Je ruhiger und einfacher das Leben von jungen Menschen ist, ohne von künstlicher Erregung und viel Tamtam bewegt zu sein, desto größer ist die geistige Kraft hinterher. Auch Johannes war vor seinem Dienst lange in der Wüste alleine mit Gott, bevor er hinausgehen konnte, dieses Werk zu vollbringen. Mose hatte 40 Jahre in der Wüste vollbracht, bis er der geistige Führer sein konnte. Und ich glaube, dass viele Kinder heutzutage – man sieht das oft bei Prominenten, vielleicht sogar auch in der Gemeinde – aber wenn die Kinder sehr viel im Rampenlicht stehen und viel künstlich erregt werden, dass sie nicht sehr brauchbar sein werden, weil das ihrem Alter entsprechend nicht gut ist, weil sie dann mit Einflüssen genährt werden, die den Charakter verderben.
[18:31] Jesus hat das Werk Gottes bei den Wundern, die er später gewirkt hat, genauso getan wie wenn er im Zimmermannsladen gearbeitet hat oder die kleinen Wesen der Schöpfung zu sich genommen hat.
[18:44] Es heißt im Leben Jesu auf Seite 74 im vierten Abschnitt in der englischen Ausgabe: „Jeder Jugendliche, der Christi Beispiel der Treue und des Gehorsams in seiner bescheidenen Heimat folgt, kann diese Worte beanspruchen, die der Vater durch den Heiligen Geist von ihm spricht: ‚Siehe, mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem sich meine Seele erfreut‘“ – sei ein Zitat aus Jesaja 42 Vers 1. Und das ist auch ermutigend, dass das gleiche Versprechen, das der Vater über den Sohn, über Christus, ausgesprochen hat, auch wir in Anspruch nehmen dürfen, wenn wir dem Beispiel Christi in Treue und Gehorsam in unserem Zuhause folgen, dass wir genau das gleiche Versprechen nehmen können, wie das, was der Vater über Jesus ausgesprochen hat.
[19:36] Jesus hatte auch Halbbrüder. Zum Beispiel war einer der Halbbrüder Jakobus. Es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass Maria noch andere Kinder hatte. Wahrscheinlich waren es die Brüder, die die Söhne Josefs, seine Halbbrüder, und einer davon war Jakobus, der später in Jerusalem sogar eine sehr, sehr wichtige Rolle in der Gemeinde eingenommen hat. Vielleicht war er der Gemeindeleiter dort. Aber die Bibel sagt uns, dass in seiner Kindheit und auch während seinem irdischen Dienst seine Brüder nicht immer konform mit ihm waren, um es mal positiv auszudrücken.
[20:11] Von den religiösen Führern wurden die Söhne Josefs damals oft gerufen, weil sie dann dazu angestiftet wurden, ihm zu sagen, dass Jesus sich den Traditionen der Schriftgelehrten beugen müsse, diese beachten müsse. Und sie selber haben zum Teil auch die Traditionen der Schriftgelehrten höher geachtet als das Wort Gottes, was man auch später in Jesu Leben sieht. Zu ihm selber haben sie gesagt, dass seine Treue zum Wort Sturheit ist und dass er eng ist. Aber Jesus hat genau das Gegenteil gemacht, weil das, was in seiner Kindheit als Fundament gelegt wurde, können wir später in seinem Dienst sehen.
[20:50] Auch als Kind hat Jesus diese ganzen sozialen und traditionellen Mauern umgeworfen und hat gezeigt, dass Religion weder an Zeit noch an Ort gebunden ist.
[21:01] Jesus hat immer das liebende Interesse an Menschen gehabt und hat so dieses freundliche Licht auf sie geworfen, das Licht des Mitgefühls, und das wiederum war eine ständige Zurechtweisung für die.
[21:10] war eine ständige Zurechtweisung für die, die anders gehandelt haben, sprich die Rabbiner und sprich auch Jesu Brüder.
[21:22] Jesus hat auch in seiner Kindheit, wie uns gesagt wird, oft sein eigenes Essen verweigert, um es denen zu geben, die hungern, oder hat jeden Fall von Leiden versucht zu lindern.
[21:33] Wenn seine Brüder hart mit den Menschen gesprochen haben, dann ist er hingegangen, um sie zu trösten und ihnen Ermutigung zu geben.
[21:40] Und wenn er ihnen dann wichtige Lehren, die Gott ihm offenbart hat, nahegebracht hat, dann haben diese Menschen gesehen, dass sein Leben mit dem, was er sagt, in Übereinstimmung ist, und so konnte die Wahrheit tief in die Herzen eindringen.
[21:55] Und das ist auch das Geheimnis der Methode Jesu, die wir auch in dieser Serie noch mal genauer studieren wollen, denn Jesus hat sich unter die Menschen gemischt als einer, der ihr Bestes anstrebt, hat ihnen seine Sympathie gezeigt.
[22:08] Und als er ihren Bedürfnissen dann gedient hat und ihr Vertrauen dadurch gewonnen hat, hat er ihnen später sagen können: „Folgt mir nach!“
[22:18] Und diese sechs wichtigen Schritte, die wir in dieser Serie noch ansehen werden, hat er in seiner Kindheit praktiziert, und das war auch der Grund, warum ihn später so viele so gerne gehört haben, weil sie gewusst haben, dass er authentisch lebt.
[22:31] Jesu Brüder haben ihn auch in der Kindheit teilweise versucht einzuschüchtern, auch versucht zu Fall zu bringen, aber Jesus hat diesem Unglauben, dieser Missbilligung nicht nachgegeben.
[22:46] Und wir sehen, dass es eine ganze, ganze lange Zeit gedauert hat, bis seine Brüder und seine Verwandten verstanden haben, dass sein Weg der richtige ist.
[22:56] Wir erinnern uns einmal, als Jesus gelehrt hat und die Menschen um ihn versammelt waren, kamen Leute und haben gesagt: „Da draußen sind deine Brüder und Schwestern und deine Mutter.“
[23:05] Und Jesus macht dann was Seltsames: Er schaut dann über die Menge und sagt: „Wer sind meine Brüder und Schwestern und meine Mutter? Das sind die, die den Willen Gottes hören und tun.“
[23:17] Also scheinbar gab es hier Missverständnisse, die nicht nur Missverständnisse blieben, sondern dann auch Gegensätze waren in dem Leben der Brüder zu dem, was Gottes Wort sagt.
[23:26] Und außerdem sagt Jesus in Johannes 7, Vers 5, dass niemand verachtet ist außer in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten.
[23:38] Jesus war der Schöpfer der Welt, aber hat nie nach weltlicher Größe gestrebt, und seine Brüder wussten nicht, was es bedeutet, wie Paulus es später ausdrückt in 2. Korinther 8, Vers 9, dass Christus, obwohl er reich war, obwohl er in der Gestalt Gottes war, um unseretwillen arm wurde, damit wir durch seine Armut reich werden würden.
[23:56] Jesu Brüder haben seine Mission genauso wenig verstanden wie die Freunde von Hiob seine Demütigung verstanden haben.
[24:07] Die Langmut, die Jesus dann an den Tag gelegt hat, weil er seine Brüder ja dennoch liebte, wurde oft als Feigheit bezeichnet.
[24:14] Und so kann man sehen: Selbst in der Kindheit, von all der Bitterkeit und von all den Versuchungen, die Menschen treffen, wurde Jesus auch von allem getroffen.
[24:24] Es gab nichts, das ihn berührte, was auch uns berührt.
[24:28] Manche Menschen haben sogar böse Blicke auf ihn geworfen wegen seiner Geburt.
[24:33] Wenn wir später in Johannes 7 und Johannes 8 lesen, dann kommt manchmal die Frage auf bei der Volksmenge: „Wir wissen nicht, wir wissen doch, woher er ist.“
[24:41] Und die Menschen haben damals nicht nur sagen wollen: „Wir wissen, wer seine Verwandten sind“, sondern sie haben gesagt: „Wir wissen, woher er kommt.“
[24:50] Aber weil es offensichtlich war, dass auch die Runde gemacht hat mit der Jungfrauengeburt Marias, haben viele da Zweifel geschürt.
[24:59] Und das hatte Jesus auch zu tragen, dass Menschen sich gewundert haben, wie kann man geboren werden, wenn die Eltern weder verheiratet sind noch es zu Intimität kam.
[25:08] Wenn Jesus einmal gefallen wäre, hätte er nie ein vollkommenes Beispiel für uns sein können, und Satan hätte triumphiert.
[25:15] Deshalb wollte Satan auch von Anfang an Jesu Leben so schwer wie möglich machen.
[25:21] Wenn Jesus der Feigheit angeklagt wurde, wenn er nicht in diese bösen Taten eingewilligt hat als Kind, hat er als Kind immer das Wort Gottes als Waffe und er hat entgegnet, wie es heißt in Hiob 28, Vers 28: „Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Einsicht.“
[25:42] Und so hat er ihnen deutlich gemacht, wenn es Scherze gab, die Kinder eben machen, dass das nicht klug ist, dass man davon weichen muss.
[25:51] Viele haben trotzdem seine Gegenwart genossen, und wenn sie ihn gefragt haben, warum er nicht mitmacht und sie ungeduldig wurden, hat er ihnen aus der Bibel geantwortet, hat er Psalm 119, Verse 9 bis 11 zitiert: „Wie wird ein junger Mann seinen Weg unsträflich gehen?“
[26:09] Das ist eine Frage, die sich jeder Mensch stellen muss: „Wie wird ein junger Mensch seinen Weg unsträflich gehen?“
[26:15] „Indem er ihn bewahrt nach deinem Wort, indem alles, was wir tun, ständig von der Frage begleitet sein wird: ‚Ist das der Weg, den Gott uns führt?‘“
[26:28] „Von ganzem Herzen such ich dich, lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Ich bewahre dein Wort in meinem Herzen, damit ich nicht gegen dich sündige.“
[26:38] Wenn es vielleicht auch junge Zuschauer gibt, egal ob Kinder oder Jugendliche, es ist der einzige Weg, wenn wir ein erfülltes Leben haben wollen, dass wir Gottes Wort im Herzen bewahren, es auswendig lernen und es täglich zu unserem Studium machen.
[26:52] Dass wir genauso wie Jesus einen unsträflichen Weg führen können, und so war es Jesus möglich, dadurch, dass er das Wort Gottes auswendig gelernt hat, in einem Augenblick zu unterscheiden zwischen Recht und Unrecht, die Sünde in das Licht von Gottes Geboten zu stellen.
[27:09] Wenn er gefragt wurde, warum bist du so anders wie wir, warum machst du nicht das, was wir machen, im Sinne von den bösen Dingen, hat er die ersten drei Verse von Psalm 119, Verse 1 bis 3 zitiert: „Wohl denen, deren Weg untadelig ist, die wandeln nach dem Gesetz des Herrn. Wohl denen, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen, die kein Unrecht tun, die auf seinem Weg gehen, auf seinen Wegen gehen.“
[27:37] Das hat den Unterschied gemacht im Leben Jesu.
[27:40] Jesus hat nicht die Gemeinschaft mit den Menschen gemieden, denn auch später wird von ihm gesagt, er trifft sich mit Sündern und Zöllnern.
[27:49] Jesus hat immer sich mit den Menschen abgegeben, aber da, wo die Wege der Menschen den Wegen Gottes widersprochen haben, ist er nicht diesen Schritt gegangen, und die Menschen haben das gesehen, haben gemerkt: „Warum trinkt er keinen Alkohol? Warum raucht er nicht? Er ist zwar bei uns, aber er ist so anders.“
[28:07] Und seine Waffe und seine Antwort war die Bibel.
[28:10] Dabei Jesus hat nicht um sein Recht gekämpft, er hat die Anfeindung geduldig getragen, und wenn er gefragt wurde, warum er sich diesen Anschuldigungen, die zu Unrecht vorgebracht wurden, nicht gebeugt hat, so hat er ihnen Sprüche Kapitel 3, Verse 1 bis 4 zitiert: „Mein Sohn, vergiss meine Lehre nicht, und dein Herz bewahre meine Gebote! Denn sie werden dir Verlängerung der Tage und Jahre des Lebens und viel Frieden bringen. Gnade und Wahrheit werden dich nicht verlassen. Binde sie um deinen Hals, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens, so wirst du Gunst und Wohlgefallen erlangen in den Augen Gottes und der Menschen.“
[28:56] Es gibt nichts in der Kindheit Jesu, das nicht auch heutige Kinder und Jugendliche betroffen hätte.
[29:00] Ich möchte hier gerne einen Brief einmal vorlesen, den Ellen White an einen 18-Jährigen geschrieben hat, und das fand ich sehr ermutigend.
[29:10] Sie schreibt hier: „Jesus stand einmal in deinem Alter, in deinen Umständen, deinen Herausforderungen, genau in diesem Abschnitt deines Lebens. Dies hatte Jesus. Er ist bekannt mit deinen Versuchungen. Sein Verstand, wie deiner, konnte verwirrt sein. Wenn du Not hattest, so hatte er sie auch. Du hast keine Schwierigkeiten, die nicht auch auf ihm lagen, kein Leid, das auch sein Herz nicht erfahren hätte. Seine Gefühle konnten genauso leicht verletzt werden durch Vernachlässigung und Gleichgültigkeit von sogenannten bekennenden Freunden wie deine. Ist dein Weg dornig? Christi Weg war es in zehnfacher Weise. Bist du gestresst? So war er es.“
[29:56] Wie sehr ist Christus uns doch ein geeignetes Vorbild!
[29:59] Es ist sehr ermutigend zu sehen, wie sich hier einem 18-Jährigen schreibt, dass Jesus in genau diesem Abschnitt des Lebens auch einmal stand.
[30:08] Und ihr Lieben Jugendlichen, wenn es auch manchmal so aussehen mag, dass Gott kein Verständnis hat oder man denkt, er versteht mich nicht: Jesus war einmal genauso alt wie ihr.
[30:17] Jesus war vielleicht nicht konfrontiert mit Smartphones, was es damals nicht gab, aber er war genauso damit konfrontiert mit den Versuchungen von falschen Freunden, mit den Versuchungen des: „Was werde ich einmal tun?“, mit den Versuchungen und Ängsten, die ein junger Mensch haben kann, mit den Verletzungen, die man erfahren hat, mit all diesen Dingen.
[30:35] Und sie sagt hier: „Er ist uns so ein geeignetes Vorbild, weil sein Weg sogar noch dorniger war als der unsere.“
[30:43] Von Zeit zu Zeit haben ihn seine Eltern auch im Tempel gefunden, wie er dort studiert und gebetet hat, und sein Handeln war ihnen manchmal ein Geheimnis.
[30:53] Er ist nie in unnötige Auseinandersetzungen gegangen und hat dann oft Freude daran gefunden, wenn er alleine in der Natur war und zu seinem himmlischen Vater beten konnte.
[31:03] Besonders die frühen Morgenstunden waren auch in seiner Kindheit schon die Zeit fürs Gebet, und als er später ein erwachsener Mensch war, ein erwachsener Wanderprediger, und er seinen Dienst vollzogen hat, war genau diese Zeit, die er aus seiner Kindheit übernommen hatte, das, was ihm so viel Kraft gegeben hat für seinen Dienst.
[31:22] Denn morgens hat er seinen Vater gesucht und hat sich von ihm zeigen lassen durch Nachdenken und durch das Bibelstudium, was seine Aufgabe ist für diesen Tag.
[31:31] Und als er dort in diesem Bergdorf Nazareth war, hat er in den frühen Morgenstunden oft auf die Felsen und Berge außen rum geschaut, hat die Sonne, den Mond und die Sterne am Himmel ihre Aufgabe erfüllen sehen und hat dann mit Gesang das kommende Morgenlicht empfangen und hat sich so das, was er selbst erschaffen hat, wieder vor Augen geführt.
[31:53] Und von da aus konnte er dann gestärkt an die Pflichten des Alltags gehen.
[31:57] Das ist auch eine sehr wichtige Lehre für uns, dass, wenn wir diese frühen Morgenstunden zu unserer Gebetszeit machen und wirklich sagen: „Herr, mach mir heute in meine Hand bekannt, was dein Wille ist für mich“, dass wir dann genauso wie Jesus an die Pflichten des Alltags gehen können.
[32:12] Aber das werden wir nicht tun können, wenn wir kurz vor knapp aufstehen und dann in Eile zwischen zwei Brötchen und im Toilettengang dann versuchen, noch irgendwie einen Andachtszettel zu lesen und völlig hektisch und gestresst schon ins Auto zu steigen.
[32:27] Es geht nur, wenn wir uns diese Zeit bewusst nehmen.
[32:30] Maria hatte auch eine sehr wichtige Rolle in Jesu Kindheit.
[32:35] Sie hat oft den offenen Geist, den er hatte, versucht zu fördern durch Gebet und Lied, indem die Lehren, die er selbst Israel einmal gegeben hatte, in den Verstand zu bringen.
[32:46] Sein erster Lehrer war Maria, aber trotzdem hat er von ihrem Schoß das gehört, was er einmal selbst seinem Volk offenbart hat, und die Leute haben sich oft gewundert: „Woher weiß er das alles? Er hat doch nie in unseren Schulen studiert und wurde da nie unterrichtet.“
[33:01] Aber Gott war sein Lehrer, und Maria hatte einen entscheidenden Punkt in diesem Plan zu erfüllen, und so konnte er Gottes Werk besser verstehen und wurde in seinem heiligen Charakter, seine Mission unterwiesen.
[33:14] Und das ist auch ein ganz, ganz, ganz wichtiger Aspekt, der auf die Mütter zutrifft.
[33:25] In vielen biblischen Geschichten sehen wir nur auf die Glaubenshelden, aber wir vergessen, dass es ohne eine Hanna keinen Samuel gegeben hätte, dass es ohne eine Jochebed keinen Mose gegeben hätte oder ohne eine Elisabeth nicht den Täufer Johannes, den Täufer.
[33:41] Die Mütter haben eine so entscheidende Rolle in der Erziehung ihrer Kinder, und auch wenn alle Mütter fehlbare Wesen sind, ist es doch, wie White es auch ausdrückt, die wichtigste Missionsarbeit im Heim für die Kinder zu wirken.
[33:56] Wenn ich an meine eigene Grundschulzeit zurückdenke und mich daran erinnere, dass meine Mutter immer für mich gebetet hat in dieser Zeit, dann kann ich sagen, dass die ganzen in Anführungszeichen „schlimmen Kinder“ immer in meiner Parallelklasse waren, in meiner Klasse waren sie nie.
[34:11] Und die, die vielleicht manche krummen Wege gegangen sind, die herausfordernde Charaktere hatten damals, haben immer dazu gedient, dass ich an ihnen wachsen konnte.
[34:23] Die Gebete einer Mutter sind so entscheidend, und man unterschätzt das oft, aber es wird eines Tages so sein, wenn wir auf der neuen Erde sein werden, dass all die Kinder ihre Kronen von den Köpfen nehmen werden, auf ihre Mütter zeigen werden und sagen werden, dass ihre Gebete mich zu dem gemacht haben, was ich heute in Gottes Reich sein darf.
[34:43] Deswegen unterschätzt niemals den Einfluss und die Wichtigkeit einer Mutter.
[34:51] Maria ist sicherlich auch oft in ein Wanken gekommen, wenn sie den Unterschied gesehen hat zwischen dem, was die Brüder sagen und tun, und zwischen dem, was Jesus sagt und tut, weil sein Leben oft ein Geheimnis war.
[35:02] Aber trotzdem hat sie gesehen, wie er sein Leben schon als Kind immer zum Wohl der anderen geopfert hat und wie sein Leben wie ein Sauerteig die Gesellschaft durchdrungen hat in allen Elementen, in allen Schichten.
[35:15] Und wenn er jemand leiden gesehen hat, hat er ein Wort der Ermutigung gesprochen.
[35:21] Wenn er Menschen gesehen hat, die gekämpft haben, hat er die Lehren der Natur, die er selbst erkannt hat, wiederholt und ihnen so aufgeholfen.
[35:30] Eine Sache, die ich auch sehr faszinierend fand in der Kindheit Jesu, die ich unbedingt selbst übernehmen möchte, auch schon angefangen habe zu praktizieren: Wenn wir Menschen sehen mit Talenten, die Schwierigkeiten haben – diese Menschen haben Schwierigkeiten, haben aber doch gute Talente, die Gott ihnen gegeben hat –, dann hat Jesus sich dieser Menschen angenommen.
[35:51] Hat ihnen gesagt, wenn sie diese Talente weiter ausbauen werden unter Gebet zu Gottes Ehre, dass sie damit reiche Schätze für die Ewigkeit sammeln werden, weil jeder Moment eine Auswirkung auf die Ewigkeit hat.
[36:06] Ich hatte das schon oft erlebt, wenn man Menschen sieht, die sich irgendwo abmühen, die traurig sind, die mit irgendetwas straucheln.
[36:14] Wenn man sie dann ermutigt und ihnen sagt: „Du hast so kostbare Talente, wenn du die unter Gebet weiterentwickelst und du dich darauf konzentrierst, Gottes Wohlgefallen zu suchen, wirst du reiche Schätze in der Ewigkeit sammeln“, und diese Menschen blühen auf einmal auf.
[36:31] Als wenn man ihnen das dann sagt, was in ihrem Leben gut ist, ohne die Menschen hochzuheben in ein falsches Licht, aber manchmal ist es wichtig, den Menschen zu zeigen, was sie Gutes tun, was sie Gutes haben in sich, besonders wenn sie deprimiert sind.
[36:44] Wenn man dann sieht, wie die Menschen aufblühen, versteht man besser, worin der Dienst Jesu eigentlich bestanden hat: in diesem Wort der Sympathie, diesem Wort der Ermutigung, das so oft fehlt in dieser kalten, sturen Welt.
[36:57] Und wenn er Menschen gesehen hat, die Hand in Hand mit Satan gekämpft haben, hat er sie ermutigt, weiterzukämpfen, hat ihnen gesagt, dass Engel Gottes an ihrer Seite sein werden, um ihnen den Sieg zu schenken.
[37:10] Und wie wichtig ist das für uns, wenn wir Menschen sehen, die mit Satan kämpfen, die in Süchten stofflich oder geistlich hängen, die da nicht rauskommen, oder Menschen, die vielleicht aggressiv sind, die andere anpöbeln?
[37:25] Wir wissen nicht, mit was diese Menschen, was diese Menschen kämpfen müssen.
[37:30] Es gibt irgendwann einen Punkt, wo man dem Einhalt gebieten muss, aber nicht als ersten Schritt, wenn man sieht, dass diese Menschen mit irgendwas kämpfen, dass sie loswerden wollen, aber es nicht schaffen.
[37:41] Ist es nicht ratsam, ihnen mit der Keule noch eine draufzuhauen, sondern ihnen zuzusichern: Wenn sie frei werden wollen, die Engel Gottes werden ihnen helfen, davon wegzukommen, und Christus selber wird sich ihrer annehmen.
[37:55] Das macht so einen Unterschied, wenn die Menschen merken, dass du nicht gegen sie bist, sondern für sie und Verständnis hast für ihren Kampf.
[38:05] Wenn ihm Geheimnisse verraten wurden, hat er das nicht hinausposaunt, sondern was in sein Ohr gedrungen ist, ist auch dort geblieben.
[38:13] Jesus hat in einer Atmosphäre von himmlischer Reinheit gelebt und hat so von Kindesalter bis ins Erwachsenenalter dieses unbefleckte Gottvertrauen bewahrt.
[38:24] Man konnte in der Kindheit nicht sagen, dass er ein Wunderheiler war, dass er da Wunder vollbracht hat wie später in seinem Dienst, aber man konnte definitiv sagen – und das ist der Punkt, wo wir jetzt auch ins Spiel kommen –, dass diese heilende Kraft der Liebe, die Gott für einen Menschen hat, von ihm zu den anderen Menschen geflossen ist.
[38:43] Und das ist, wie gesagt, sehr wichtig für uns, dass auch wir in diesem persönlichen Dienst einsteigen, den Gott für uns vorgesehen hat, den Menschen diese Liebe, die Gott für sie hat, nahezubringen, damit wir für sie ein Vorbild sein können, damit sie durch uns Christus sehen und zu Gott gebracht werden.
[39:02] Und das ist der Grund, warum ihn später viele Menschen zumindest anfänglich so gerne gehört haben.
[39:09] Und trotzdem sagt uns die Bibel, dass er alleine gewandelt ist und dass von den Menschen keiner mit ihm war und er die Kelter allein getreten hat, denn von Anfang an hat er eine Verantwortung getragen, die kein Mensch sonst tragen könnte.
[39:24] Im Leben Jesu (im Englischen) auf Seite 92 heißt es: „Jesus wusste, dass alles verloren wäre, wenn es keine entschiedene Änderung in den Prinzipien und Zielen der menschlichen Rasse gäbe. Dies war die Last seiner Seele, und niemand konnte das Gewicht ermessen, das auf ihm lastete. Erfüllt von einer intensiven Absicht, führte er den Plan seines Lebens aus, dass er selbst das Licht der Menschen sein sollte.“
[39:53] Jesus wusste von Anfang an, dass, wenn die Menschen in ihren Prinzipien, in ihren Gewohnheiten keine Änderung vornehmen würden – und das ist ein harter Brocken für heute vielleicht, weil viele sagen: „So wie du bist, bist du gut“ –, ja, das moderne Bild vom Menschen: „So wie du bist, bist du gut, so bist du gewollt.“
[40:15] Sicherlich, Gott liebt uns so, wie wir sind, aber er möchte, dass wir uns verändern, denn Jeremia 17, Vers 9, sagt, dass das Herz des Menschen durch und durch böse ist.
[40:24] Jesus wusste, wenn das so bleibt, wäre alles verloren, und diese Last hat er sein ganzes Leben getragen und konnte sie nur tragen, weil der Vater ihm die Kraft dazu gegeben hatte.
[40:37] Das zwölfte Lebensjahr war im Judentum die Trennung zwischen Kindheit und Jugend, und jeder Jugendliche dann hat von da angefangen, das Passafest zu besuchen.
[40:52] Und Jesus ist dieser Tradition auch nachgegangen.
[40:54] Wir lesen hier in Lukas Kapitel 2, Vers 41, dass seine Eltern jährlich am Passafest nach Jerusalem reisten, und als er 12 Jahre alt war, gingen sie nach dem Brauch des Festes hinauf nach Jerusalem, und Jesus kam mit ihnen mit.
[41:12] Es gab damals drei große Feste, die besucht wurden von den Juden: das eine ist das Passafest, das Pfingstfest und das Laubhüttenfest.
[41:19] Das Passafest war aber das am meisten besuchte.
[41:22] Wenn dann die Juden aus dem ganzen Land nach Jerusalem kamen, hat die Reise teilweise mehrere Tage gedauert, und die Reisenden kamen dann meistens in Gruppen zusammen, zum einen wegen der Geselligkeit, zum anderen aber auch wegen dem Schutz auf der Reise vor Überfällen oder Unfällen.
[41:42] Frauen und alte Menschen sind meistens auf Eseln geritten, und die Männer und die jungen Kinder sind dann nebenher gelaufen. Das Passahfest wurde meistens zu der Zeit zwischen März, April gefeiert, wo die Natur im Aufblühen war, wo der Frühling war. Und wenn sie dann an den Stellen in Israel vorbeikamen, wo Gott in der Vergangenheit große Wunder für sein Volk getan hat, wurde das in den Geschichten wieder aufbelebt. Es wurde davon berichtet und erzählt, und der Jubel kam auf, die fröhlichen Gesänge, wenn sie dann eingestimmt haben, waren zu hören. Und es war eine fröhliche Zeit auf diesem Weg dann. Und wenn dann Jerusalem am Horizont erschienen ist, dann haben sie angefangen zu singen.
[42:23] Und so wird uns gesagt, dass sie Psalm 122 gesungen haben, Verse 2 und 7: „Nun stehen unsere Füße in deinen Toren, Jerusalem! Friede sei in deinen Mauern und sichere Ruhe in deinen Palästen.“ Jerusalem war das Zentrum, wo Gott sich am meisten verherrlicht hat. Und für uns ist das vielleicht nicht mehr so greifbar, weil wir das nur aus den Geschichten kennen. Aber wenn man damals das leibhaftig erlebt hat, war die Freude immer groß, zu der Stadt zu kommen, die Gott erwählt hat.
[43:00] Und trotzdem, wie es später dann auch sehr offensichtlich wurde im Leben Jesu, waren die Zeremonien, die vollbracht wurden bei diesen Festen, meistens nur noch Zeremonien. Es war kein Glaube mehr darin. Und Jesus hat gesehen, dass die meisten Menschen – nicht alle, aber die meisten – in den reinen Formalismus abgerutscht sind. Und heute sehen wir das leider auch, dass vieles nur noch reiner Formalismus ist.
[43:25] Als Jesus das erste Mal den Tempel gesehen hat, hat er die weiß gekleideten Priester und er sich dann auch vor Augen geführt hat, dieses Passahlamm, das da geschlachtet wurde, und er es gesehen hat und sich dann mit dem aufsteigenden Rauch mit den Anbetern gebeugt hat, so wird uns gesagt, dass ihm dort das erste Mal das Geheimnis oder die Bedeutung seiner Sendung sehr klar wurde. Und er verstanden hat, und Gott in ihm diesen Impuls erweckt hat, dass er derjenige ist, der diesen Ritus erfüllen würde. Und so sind neue Impulse in ihm erwacht, und er hat still dieses Geheimnis seiner Mission studiert.
[44:05] Später hat er sich dann im Tempel zu den Rabbinern gesetzt und hat von ihnen erfahren wollen, was die Schriften bedeuten. Er hat sich durstig an Gotteserkenntnis gezeigt, hat auch Fragen bezüglich der Prophetie gestellt. Aber er hat schnell gemerkt, dass die Rabbiner immer noch nur auf diese nationale Erhöhung Israels aus waren. Wenn Jesus dann auf den leidenden Messias gewiesen hat, wenn er ihnen Fragen gestellt über Jesaja 53, über Daniel, über Sacharja, überall, wo der Messias auch in leidender Form dargestellt wird, hat er gemerkt, dass seine – dass seine Antworten, die er bekommen hat von den Rabbinern, meistens sehr oberflächlich waren und sie nie verstanden hatten, worum es ging. Wenn er es aber erklärt hat, so sagt uns der Text dann, dass die Leute erstaunt waren über die Antworten, die er gab. Und wenn Jesus die Schrift wiederholt hat, gab er diesen Schriftworten auch eine Bedeutung, die die Rabbiner selber nicht kannten.
[45:05] Jetzt mag man sich die Frage stellen: Was wäre passiert, wenn damals in Jerusalem die Rabbiner auf das gehört hätten und das angenommen hätten? Sie wollten Jesus ja als Schüler formen und haben in ihrem Stolz auch keinen Tadel angenommen, weil sie wollten ja das Kind lehren, nicht vom Kind gelehrt werden. Aber Gott hat es so gemacht, und das ist ein großer Vorteil von Kindern: das ist dieses ja, in diesem unschuldigen Wesen, in dieser Bescheidenheit, die ein Kind an den Tag legt, eigentlich fast keine Angriffsfläche ist für das, was erwachsene Menschen tun wollen. Und so haben sie gemerkt, dass sein Prophetieverständnis ihres bei Weitem übertrifft, haben es aber leider nicht angenommen. Aber wenn sie es angenommen hätten, dann hätte das eine Reformation in Gang gebracht, die, als Jesus später dann aufgetreten ist als Prediger, ihn als Messias auch angenommen hätte. Die Menschen hätten die Bedeutung verstanden und nicht einfach diese glaubenslosen Zeremonien weitergeführt. Sie haben trotzdem gemerkt, dass ihre Vorstellung vom Messias unbiblisch war. Aber Gott hat versucht, durch dieses kleine, bescheidene Kind, ihre Herzen für die Wahrheit zu öffnen.
[46:22] In Lukas 2, Vers 43, heißt es dann: „Als die Tage des Festes vollendet waren und Maria und Josef wieder heimkehrten, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und Josef und seine Mutter wussten es nicht.“
[46:35] Währenddessen Jesus in Jerusalem bei den Priestern war und mit ihnen gesprochen hat, haben Maria und Josef ihn aus den Augen verloren. Man muss sich das so vorstellen: Das gesamte Land, das jetzt in Jerusalem war, hat wie so eine dichte Menschenwolke dann fungiert. Da waren viel Durcheinander, es war eine große Verwirrung in der Stadt. Und es mag wohl auch so sein, wie es dann weiter heißt, dass sie ihn dann später bei den Reisegefährten und Bekannten und Verwandten gesucht haben, dass diese Freude an der Geselligkeit dazu geführt hat, dass sie Jesus aus den Augen verloren haben. Und erst, als es dunkel war, haben sie gesehen, dass er weg war, weil sie seine helfenden Hände vermisst haben. Woran sie da gedacht haben, ist nicht klar. Aber man muss bedenken, dass nur zwölf Jahre zuvor dieser schreckliche Todesbefehl von Herodes erlassen wurde, wo jedes Kind, das jünger als zwei Jahre war, umgebracht werden sollte, weil Jesus ja der rechtmäßige König der Juden war. Und als er hier wieder auf einmal weg war, hatten sie vielleicht dunkle Gedanken an diese Zeit zurück und haben sich gefragt: Was würde nun sein?
[47:51] Später heißt es dann, dass sie zurückgekehrt sind nach Jerusalem, in Vers 45, und suchten ihn dort. Und Vers 46 sagt uns, wo sie ihn gefunden haben: „Es geschah nach drei Tagen, dass sie ihn im Tempel sitzen fanden, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie befragte.“ Jesus ist einfach dort geblieben, wo er vorher auch war. Und wenn gleich dann auch Maria und Josef ihn dann später gefragt haben, in Vers 48: „Kind, warum hast du uns das angetan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht!“ So sagt Jesus dann als Antwort darauf: „Weshalb habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?“
[48:38] Es ist eine ganz wichtige Lehre, die hier für uns drinsteckt. Es hat ein Tag gereicht, wo Maria und Josef Jesus aus den Augen verloren hatten und er nicht mehr bei ihnen war. Sie haben dieses große Privileg, dass der Himmel ihnen gegeben hatte, auf den Sohn Gottes, auf den Messias, aufzupassen, ihn zu führen, leider leichtfertig aus den Augen verloren. Und es hat sie drei Tage gekostet, bis sie ihn wiedergefunden hatten. Aber Jesus hat eine sehr sanfte Zurechtweisung ihnen entgegengebracht, um ihnen noch mal diese Heiligkeit, diese Aufgabe einzuprägen. Er hat ihnen das erste Mal gezeigt, dass er seine Beziehung zu Gott verstanden hat und hat Maria und Josef gezeigt – und auch uns damit übrigens –, dass wir sehr schnell die Gegenwart Jesu verlieren können. Es ist sehr gefährlich, wenn wir in Geselligkeit sind oder wenn wir es für gegeben nehmen, für selbstverständlich, dass wir mit großen Wahrheitsschätzen betraut sind, dass wir dann durch Leichtfertigkeit das verlieren und es uns drei Tage lang kosten wird, bis wir die Gegenwart Jesu wiederbekommen.
[49:46] Bei der Vorstellung Jesu im Tempel hat Simeon über Jesus diese Worte ausgesprochen. Er sagte: „Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott der HERR wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird regieren über das Haus Jakobs in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.“ Maria hatte diese Worte immer im Herzen. Aber es war gerade ein kleiner Fehltritt, eine kleine Unaufmerksamkeit, die fatale Folgen hätten haben können. Sie hat diese Worte in ihrem Herzen begriffen und auch bewegt, aber nicht vollständig verstanden, worin Jesu Mission tatsächlich dann sich gezeigt hat. Und trotzdem sagt uns die Bibel von da an nichts mehr weiter über die Kindheit Jesu. Achtzehn Jahre von hier aus hatte er dann noch die Pflichten eines Sohnes, Bruders und auch Bürgers in Nazareth getan.
[50:45] Aber als er damals hier verstanden hatte, was ihm für eine große Aufgabe bevorsteht, hat Jesus mit denen sein wollen, die seine Sendung wenigstens ein bisschen verstehen könnten. Und da Maria mit dem Geheimnis auch vertraut war, wollte er mit diesen Leuten sein. Bedenken wir, dass viele Menschen damals in diesen Formalismus abgerutscht sind und nicht mehr verstanden haben, was das Passahfest eigentlich bedeuten sollte. Und als Jesus dann mit ihnen zurückgegangen ist, wie es hier heißt in Vers 51: „Er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth.“ Auf diesem Weg wollte er ihnen noch mal das nahebringen, wollte ihre Gedanken auf die Prophetien des leidenden Messias lenken. Denn Jesus hat nicht nur hier an seine Eltern gedacht, sondern auch später auf Golgatha, wo Maria wieder drei Tage von Jesus getrennt war, nachdem er gestorben war.
[51:42] Und auch für uns steckt hier eine wichtige Lehre drin, dass so wie die Menschen damals zwar in Freude das Fest feiern und zusammenkommen und Geselligkeit haben, aber trotzdem den tieferen Sinn nicht verstanden hatten. Denn die Menschen damals haben es versäumt, durch Nachdenken und Studium sich über diese Wahrheiten von Gott leiten zu lassen. Und ist es auch oft mit uns, dass wir in den Gottesdienst kommen, dass wir vielleicht sogar eine sehr erfrischende, ermutigende Botschaft hören, dass wir uns freuen über die Geselligkeit mit Menschen, das Zusammensein, aber weil wir es hinterher vernachlässigen, über diese Dinge zu beten und zu studieren, geht uns oftmals der große Segen, den Gott eigentlich noch ausschütten möchte, verloren.
[52:22] Als ich das verstanden hatte, ist mir auch klar geworden, warum wir oft so wenig Kraft haben in unserem eigenen Glaubensleben. Wir hören etwas, wir verstehen und wir sehen: „Aha, Jesus hatte so gehandelt, und wir sollten es auch tun!“ Aber weil wir selber es vernachlässigen, darüber zu studieren und zu beten, geht uns der größere Segen verloren. Und wir kommen Woche um Woche wieder in den Gottesdienst und gehen erfüllt nach Hause. Aber ein Tag später ist von diesem Segen scheinbar nichts mehr da, einfach nur, weil wir es vernachlässigt haben, über diese Dinge, die wir gehört und studiert haben, noch weiter zu forschen und noch weiter zu beten. Und oftmals ist es auch wie die Menschen damals in ihrer Geselligkeit, vielleicht üble Nachrede oder sinnlose Worte, die wir sprechen, die uns dann dazu führen, dass wir nicht beten und dass wir so die Gegenwart Jesu verlieren.
[53:20] Verstehen wir, dass Jesus nicht dort sein kann, wo seine Gegenwart nicht erwünscht ist? Das heißt auch hier nicht, weil er selber auch so gehandelt hat, dass wir uns nicht mit bestimmten Leuten abgeben sollen, wenn wir sie suchen als Missionare oder als Streiter Christi. Aber es bedeutet, dass, wenn wir mit weltlichen Gedanken erfüllt sind und nur noch Geselligkeit und Zusammensein und Essen im Kopf haben, aber nicht mehr die Bedeutung des Festes oder des Gottesdienstes, dass Jesus auch dort dann nicht sein wird und wir dann den großen Segen, den er eigentlich geben möchte, verlieren würden.
[53:56] Und so denken wir oft: „Ach, Gott ist so hart mit mir!“ Aber eigentlich ist das Problem bei uns, weil wir durch Scherzen und Lachen und üble Nachrede und Stolz in unserem Herzen himmlische Gäste vergrault haben, die zu unserem Segen kamen.
[54:12] Aber es ist trotzdem das Vorrecht aller Menschen, dass wir Jesus so bei uns behalten, wie Maria und Josef bis zu dem Zeitpunkt und auch danach.
[54:23] Wieder, Geschwister, es ist so wichtig, sich über diese Lehren, die in Jesu Leben finden, Gedanken zu machen. Ich weiß nicht, was für euch jetzt am herausragendsten war. Aber gerade diese Kleinigkeiten, den Menschen zuzuhören, Worte der Ermutigung zu geben – das ist das, wo das Dienen am nächsten anfängt. Und wenn wir das tun, wenn das in unser Fleisch und Blut übergeht, wird Gott uns weiterführen, und wir werden weiter im Dienst wachsen und Menschen zum Segen sein können.
[54:50] Es gibt ein sehr, sehr berühmtes Zitat aus dem Geist der Weissagung, und das ist genau der Kontext hier, in dem das geschrieben wurde: das mangelnde Studium im Gottesdienst und das mangelnde Gebet, was dann zu dieser Lehre führt. Und in diesem Kontext steht eines der bekanntesten Zitate, die man von Ellen White kennt, auch hier im „Leben Jesu“ auf Seite 83: „Es wäre gut für uns, jeden Tag eine nachdenkliche Stunde mit der Betrachtung des Lebens Christi zu verbringen. Wir sollten es Punkt für Punkt angehen und der Vorstellungskraft jede Szene erfassen lassen, besonders die Schlussszenen. Wenn wir so über sein großes Opfer für uns nachdenken, wird unser Vertrauen in ihn beständiger, unsere Liebe wird lebendiger, und wir werden tiefer von seinem Geist durchdrungen. Wenn wir endlich gerettet werden wollen, müssen wir die Lektion der Reue und Demütigung am Fuß des Kreuzes lernen.“ Und wie ich bereits sagte, der Kontext dieses Zitates hier ist genau das Passahfest in Jesu Kindheit in Jerusalem, wo die Leute es versäumt haben, über diese Dinge nachzudenken, was das Passahlamm eigentlich bedeutet. Jesus hat das begriffen, und er wollte seinen irdischen Eltern dabei helfen, ihre Gedanken darauf hinzulenken, dass sie geistige Kraft empfangen können und so vorbereitet werden für den Dienst Jesu. Und es ist ziemlich erschreckend, weil Jesus als Kind ständig probiert hat und auch in seinem Dienst ständig die Menschen vorbereitet hat, die Jünger vorbereitet hat. Und wir haben es im letzten Vortrag auch schon gesehen: Der Stolz hat leider verhindert, das große Ganze zu erfassen. Und, Geschwister, auch für uns heute stellt sich jetzt die Frage: Werden wir das durch weiteres Gebet und weiteres Studium dem Herrn vorlegen und ihn bitten, dass er uns hilft, all diese Dinge, dieses praktische Dienen, dieses praktische Menschen retten wollen, in die Tat umzusetzen?
[57:14] Lass mich zum Ende hin noch die besondere Aufgabe der Kinder zeigen. Wenn es unser Wunsch ist, dass Gott uns wirklich in diesem Punkt führt, dass er uns zu praktischen Dienern macht, dann, wie Jesus auch später gesagt hat in seinem Dienst als Wanderprediger: Da müssen wir werden wie die Kinder, diesen gleichen selbstlosen und unvoreingenommenen Glauben an den Tag legen, um wie Kinder Menschen zu dienen. Die Bibel sagt im Psalm 8, Vers 3, dass aus dem Mund von Kindern und Säuglingen Gott ein Lob bereitet hat, um seiner Bedränger willen, um den Feind und den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen. So wie Jesus als Kind haben auch Kinder heute etwas: diese Unvoreingenommenheit, diese kindliche Bescheidenheit, die jede Waffe und jedes Argument der Feinde Gottes entwaffnen.
[58:09] Falls auch Kinder und Jugendliche zuschauen: Gott hat einen ganz, ganz besonderen, speziellen Plan mit euch. Und diese Einfachheit, behaltet die bei und lasst euch von Gott darin führen! Es ist nämlich erstaunlich, dass Gott mit den Kindern so viel vorhat, wenn er selbst Säuglinge, kleine Babys, die nicht mehr sprechen können, zu seinem Lob bestimmt hat, um die Feinde der Wahrheit zum Schweigen zu bringen. Es wird uns nämlich noch gesagt in einem Manuskript aus dem Jahr 1895: „Die Zeit ist nicht weit entfernt, wenn junge Frauen und Mädchen – Mädchen und Jungen, die Babys an Jahren sind, also die kleine Kinder sind – die dritte Engelsbotschaft aussprechen werden, weil Ältere die Botschaft von Christus an Johannes nicht ausgesprochen haben. Sie sind Gottes kleine Propheten im Alter von acht bis fünfzehn und zwanzig Jahren.“ Das ist so erstaunlich! Ja, ist natürlich, Gott braucht auch ältere Leute, keine Frage. Aber Gott hat eine besondere Aufgabe und ein besonderes Werk auch mit Kindern zu vollführen. Und ich bin gespannt, was Gott machen wird, wenn es heißt, dass er kleine Propheten hat, die acht, fünfzehn oder teilweise zwanzig Jahre alt sind. Gerade die Jungen werden eingesetzt von Gott, um die Wahrheit zu verteidigen.
[59:32] Kinder haben ein Wesen an sich, das Gott sehr gefällt: diese Einfachheit, wie Jesus es später sagt, mit der Kinder entgegentreten ist, dass die größten im Reich Gottes sind, weil sie dienen, weil sie sich erniedrigen und sich nicht erhöhen wollen. Ihr Lieben, ich habe im letzten Sabbat eine sehr schöne Erfahrung gemacht mit Kindern, und ich möchte euch gerne weitergeben, weil ich glaube, dass nicht nur Kinder das tun können.
[1:00:08] Die letzte Zeit gab es in meinem Leben einige Schwierigkeiten. Es wurden einige neue Weichen gestellt. Manche Sorgen haben sehr schwer gedrückt, und es ist immer so eine Gefahr da, wenn man von Sorgen gedrückt wird, dass man zu schwarz sieht, dass man sich ausgeschlossen sieht von dem herrlichen Licht, das Gott bereit ist zu geben. Und der Gottesdienst war sehr gesegnet, war sehr erbaulich. Und nach dem Gottesdienst sind drei kleine Kinder auf mich zugerannt gekommen, die ich zwar schon mal gesehen hatte, aber nicht weiter kannte, und die mir kleine Geschenke gemacht haben.
[1:00:44] Das erste hier ist: Sie haben hier meinen Namen draufgeschrieben und ein ganz großes, fettes „Gott liebt dich!“ Und sie haben mir eine Strophe aus einem Lied zitiert, das eines meiner Lieblingslieder ist und genau den Zustand, in dem ich mich gesehen habe, ausgedrückt hat. Es heißt hier nämlich: „Quelle des Lebens und der Freudequell, du machst das Dunkle meiner Seele hell. Du hörst mein Beten, hilfst aus aller Not. Jesus, mein Heiland, mein Herr und Gott!“ Und das war so erstaunlich! Ich habe das gelesen, ich dachte mir: „Ist unfassbar!“ Ich selber habe auch gebetet: „Herr, bring mich aus dieser Dunkelheit raus!“ Und dann durch Kinder antwortet Gott so deutlich, wo er sagt, dass Gott genau dieses Beten und Flehen hört.
[1:01:36] Und dann hier ein zweites, ein zweiten Zettel, den ich bekommen habe: noch mal ganz groß stand drauf: „Gott liebt dich!“ Und oben aus Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte.“ Psalm 23 ist wahrscheinlich der bekannteste Psalm der ganzen Bibel. Aber es war in meinem Leben der erste Psalm, den ich auswendig gelernt habe, genau genommen sogar der erste Bibeltext, den ich auswendig gelernt habe. Und dieser Text begleitet mich von Kindheit an bis heute. Und Gott hat durch kleine Kinder wieder bestätigt, dass er mein Hirte ist.
[1:02:08] Und dann hier von dem dritten Kind noch mal: „Gott liebt dich!“ Und das ist so erbaulich gewesen, weil ich nicht damit gerechnet habe. Auf einmal standen da diese drei Kinder vor mir, haben mir diese selbstgemalten Bilder übergeben. Ich dachte mir: „Wow, Gott hat sich so verherrlicht durch kleine Kinder, hat durch kleine Kinder gezeigt, wie er in dem Fall mich liebt!“ Geschwister, ich glaube, dass es nicht nur kleine Kinder tun können.
[1:02:38] Wie viel mehr Freude würden wir auch in das Leben anderer bringen können, wenn wir diesen einfachen, persönlichen Dienst an unserem Nächsten vollbringen werden! Wenn wir jemand sehen, der vielleicht bedrückt ist oder wissen, dass er durch eine schwere Zeit geht, wie kostbar ist es, wenn wir eine kleine
[1:02:52] Kostbar ist es, wenn wir eine kleine persönliche Karte schreiben, nicht einfach nur „Alles Gute, dein Sohn“ so, sondern ehrliche Worte von Herzen, die uns mit diesen Menschen verbinden, oder sogar hingehen, ihn besuchen, einfach nur eine kleine Geste. Das wird Herzen erreichen und das wird Herzen öffnen, und dadurch wird Gottes Liebe der Welt gegeben.
[1:03:10] Lieben, das ist genau die Art und Weise, wie Jesus als Kind gewirkt und gehandelt hat und später auch als Erwachsener. Und das, was wir aus Jesu Kindheit lernen können, ist, dass das Fundament für einen erfolgreichen Dienst Gottes in der Kindheit gelegt wird. Und auch wenn wir jetzt vielleicht keine Kinder mehr sind in den meisten Fällen, so können wir doch heute anfangen, diesen Vorsatz zu fassen.
[1:03:36] Und ich möchte euch gerne einladen zum Gebet, dass, wenn es euer Wunsch ist, diese Dinge, die wir heute gehört haben, diesen praktischen Dienst, den Jesus getan hat, auch weiterzuführen oder überhaupt erst anzufangen, unseren Mitmenschen diese kleinen Gesten zu zeigen, unseren Mitmenschen zu zeigen, was Gott für sie vorbereitet hat, unseren Mitmenschen zu dienen.
[1:03:55] Dann möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam zum Gebet aufstehen und Gott diese Dinge vorlegen, dass er uns wie Kinder machen kann und auch aus unserem Mund ein Lob für ihn bereiten kann, dem die Feinde der Wahrheit nicht widerstehen können.
[1:04:10] Himmlischer Vater, wir möchten dir danken von Herzen, dass wir in der Kindheit Jesu so viele kostbare Lehren sehen können. Wir sehen, dass all das, was sich später an seinem Leben gezeigt hat, in seiner Kindheit angefangen hat, dass all das, was er in seiner Kindheit durchlebt hat, später diese reiche Frucht gezeigt hat. Herr, wir möchten dich bitten, dass du auch unsere harten Herzen brichst, dass du uns hilfst, zu werden wie die Kinder, und dass du uns zeigst, wo wir konkret anfangen können, unserer Nachbarschaft, unserer Familie, unserer Gemeinde zu dienen. Herr, mach uns zu Menschenfischern und bilde uns aus, dass wir dieser Welt die letzte Gnadenbotschaft bringen können. Wir danken von ganzem Herzen, dass du uns zu Kindern machen möchtest im Verhalten und dass wir Werkzeuge für dich sein dürfen. Das bitten wir und wir danken es dir in deinem Namen. Amen.
[1:05:07] Geschwister, die Kindheit Jesu hat so viele wichtige Lehren, und wir möchten uns im nächsten Vortrag anschauen, was das im Konkreten bedeutet. Diese einfachen Dinge, die Jesus in der Kindheit angefangen hat zu praktizieren, haben ihn später zum Licht der Welt gemacht, sodass er auch zu uns sagen konnte: „Auch ihr sollt das Licht der Welt sein.“ Jesus hat auch gesagt, dass wir das Salz der Erde sind, und was das Salz der Erde eigentlich bedeutet, das möchten wir uns im nächsten Vortrag anschauen. Und Jesus warnt auch davor, dass das Salz fade werden kann. Und wenn wir den Eindruck haben, dass auch wir fade geworden sind oder salzlos, dann möchte ich euch einladen, besonders auch zu beten in der Vorbereitung, dass Gott uns führt dabei, dass Gott uns zeigt, wie wir wieder salzig werden können, und dass wir dieser Bestimmung, Salz der Erde zu sein, treu und ehrlich sein können. Bis zum nächsten Mal, möge Gott euch behüten und segnen. Maranata.
[1:06:22] [Musik] Amen. [Applaus] [Musik] [Applaus]
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