In dieser Predigt von Rabea Kramp geht es um Jesus Christus als den Einzigen, der alles richtig gemacht hat. Anhand von biblischen Prophezeiungen aus dem Alten Testament und deren Erfüllung im Neuen Testament wird die Einzigartigkeit Jesu als Messias und Sohn Gottes beleuchtet. Die Predigt zeigt auf, wie Jesu Leben, Tod und Auferstehung die Heilige Schrift erfüllt haben und wie seine transformative Kraft auch heute noch Leben verändern kann.
No Limit – 5. No regrets: Der Eine, der alles richtig machte
Rabea Kramp · No Limit (Jugend-Vortragsreihe) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Grundlehren der Bibel, Jesus, Prophetie, TheologieWeitere Aufnahmen
Serie: No Limit (Jugend-Vortragsreihe)
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Transkript
[0:00] Eine wunderschöne guten Abend auch von meiner Seite. Wir werden uns heute Gedanken machen über ein Thema, über das ich sehr, sehr gerne spreche. Fast eigentlich am Liebsten. Über den, der alles richtig machte. Ich weiß nicht, ob ihr euch vorstellen könntet, nie einen Fehler zu machen. Nie im Leben ein falsches Wort über die Lippen zu kriegen. Nie im Leben in ein Fettnäpfchen zu treten. Nie im Leben etwas Wichtiges zu vergessen oder jemandem wehzutun. Aber es gibt einen, der alles richtig machte und in dessen Leben wir heute ein bisschen eintauchen wollen. Aber bevor wir das tun, möchte ich gerne noch einmal mit euch bitten.
[1:06] Lieber Jesus, während wir über dich nachdenken, der du alles richtig gemacht hast, möchten wir dich bitten, dass du uns hilfst, das zu verstehen über dein Leben und über alles, was du getan hast. Ja, wirklich zu lernen und das nachzuahmen. Das wollen wir in deinem Namen bitten. Amen. Jesus findet man eigentlich heutzutage überall. Wenn wir in den Zeitschriftenladen gehen und wir sehen Zeitschriften, dann kommt es alle paar Monate oder alle paar Jahre mal vor, dass das Titelthema Jesus ist. Und viele Journalisten machen sich Gedanken: War Jesus jetzt ein Moralprediger? Oder war er einfach nur ein guter Mensch? War er ein ethischer Philosoph? War er einfach nur ein ganz normaler Mensch ohne besondere Fähigkeiten? Und wir finden viele Ansätze und viele Erklärungen. Aber wir wollen heute Abend in die Bibel schauen und sehen, was die Bibel über diesen Mann zu sagen hat, ob er wirklich der Sohn Gottes war.
[2:23] Wenn wir mal überlegen, welche Personen je über diese Erde gegangen sind, die so eine Nachhaltigkeit gehabt haben, dass man sie Jahrhunderte später noch gekannt hat. Wer würde uns dort einfallen? Und vielleicht jemanden von dieser Kategorie? Einstein. Außerdem, wer fällt euch ein? Pythagoras. Ja, die alten Griechen. Pascal. Gut, wer noch? Große Führer, Männer oder Frauen, die die Welt verändert haben. Wen würdet ihr sagen, von wem redet man noch heute? Luther, danke schön. Oder wie wäre es mit Martin Luther King? Ja, das waren, das waren doch Personen, die die Welt verändert haben. Aber niemand gegenüber dieser Welt, über den man noch 2000 Jahre später redet, niemand gegenüber dieser Welt, der nicht in Vergessenheit geraten ist, außer dem einen, der alles richtig machte. So wollen wir uns heute Abend mit Jesus Christus beschäftigen, mit seinem Tod, mit seiner Geburt, aber vor allem mit seinem Leben, in dem er alles richtig machte.
[4:01] Nach seiner Auferstehung trifft Jesus zwei Jünger, die Emmaus-Jünger. Und sie erkennen ihn nicht. Sie kommen mit ihm ins Gespräch und Jesus gibt sich nicht sofort zu erkennen. Und er spricht mit ihnen über die Prophezeiungen, die sich in den letzten Monaten und Jahren ereignet haben und erfüllt haben. Und es geht nur nicht, nicht nur uns heute so, dass wir manchmal die Bibel nicht zu verstehen scheinen. Es ging auch den Menschen damals so und sogar den Jüngern. Und er sprach zu ihnen: „Oh, ihr Toren, wie langsam ist euer Herz zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben.“ Also, wenn ihr denkt, ich verstehe die Bibel manchmal einfach nicht, seid getröstet. Die Jünger hatten es auch manchmal schwer. In Lukas 24 heißt es: „Und er hob an, also Jesus, von Mose und von allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog.“ Jesus hat Geduld mit uns, wenn wir was nicht verstehen. Und er möchte uns von der Pike auf erklären, warum sich etwas so verhält. Und genau das wollen wir heute Abend tun. Und Jesus hat sozusagen das kleine ABC des Bibelstudiums erfunden in diesem Vers. „Er hob an von Mose und von allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezog.“ Man kann das A von Anfang, das B für ganze Bibel und mit Christus im Zentrum das C bezeichnen oder auch: Alle Schrift, beginne von vorn, Christus im Zentrum. Wie auch immer ihr das lernen wollt, ihr könnt entweder die eine oder die andere Variante nehmen. Wir wollen uns ein paar Tatsachen anschauen, die beweisen, dass Jesus der Messias war und ist. Und es gibt viele Punkte, und wir wollen in das Alte Testament schauen, wo es vorhergesagt wurde, und die Erfüllung im Neuen Testament ansehen, ob es sich wirklich so präzise ereignet hat, wie die Christen glauben.
[6:16] Als erstes schauen wir uns an: die wundersame Geburt, die stattgefunden hat. Und dort lesen wir in Jesaja 7, Vers 14: „Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Siehe, die Jungfrau ist schwanger und wird Mutter eines Sohnes sein, den sie Immanuel nennen wird.“ Wir haben zwei Punkte gleich in diesem Vers. Es wird eine Jungfrauengeburt sein und wir haben den Namen des Kindes. Wenn wir aber nun in das Neue Testament schauen, dann heißt dieser Sohn nicht Immanuel, sondern er heißt Jesus. Jetzt passt das zusammen. Ist das jetzt ein Fehler in der Bibel? Jesus hat viele Namen in der Bibel. Er heißt Immanuel, er heißt Erlöser, Jesus Christus, Messias. Er hat noch viele, viele, viele Namen. Und Immanuel ist, so wie alle anderen Namen, die Jesus hat, ein Prinzip. Hinter jedem Namen, den Jesus trägt, steht ein Prinzip. Und Immanuel heißt „Gott mit uns“, und Jesus war genau diese Erfüllung: ein Gott mit den Menschen. Im Neuen Testament heißt es: „Die Geburt Jesu Christi aber war also: als seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, noch ehe sie zusammenkamen, erfand sie, dass sie empfangen hatte vom Heiligen Geist.“ Hier lesen wir: die Jungfrau, die noch nicht mit ihrem Mann zusammengekommen war, weil sie erst verlobt waren und noch nicht verheiratet, war es eine Jungfrauengeburt.
[7:50] Schauen wir uns seinen Geburtsort an. Dort heißt es in Micha 5, Vers 2: „Du bist zwar klein, um unter den Hauptorten Judas zu sein, aber aus dir soll mir hervorgehen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Ursprung von Anfang von Ewigkeit her gewesen ist.“ Weihnachten nähert sich ja jetzt. Ich habe heute schon den Lebkuchen gekauft und gegessen und ich freue mich immer schon, wenn es die gibt. Und wir gehen Weihnachten in die Kirche oder in die Gemeinde und hören überall die Weihnachtsgeschichte. Und oft nehmen wir diese wundersamen Tatsachen, die eigentlich wirklich Wunder sind, als Gegebenheiten hin. Dass es einen Stern gab und dass die Hirten die Engel am Himmel gesehen haben und all diese wundersamen Dinge. Und nehmen sie als schöne Geschichte, die man vielleicht den Kindern erzählt, wenn man am 24. abends zu Hause sitzt. Aber glauben wir das wirklich, dass alles sich so ereignet hat? In Lukas 2 heißt es: „Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen, und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil für sie kein Raum war in der Herberge.“ Das heißt, das Neue Testament bestätigt uns hier den Ort des Geschehens und dass es eine Krippe war und dass der Erlöser der Welt in sehr arme Verhältnisse in Bethlehem hineingeboren wurde.
[9:34] Die biblische Prophetie erklärt sehr deutlich in vielen Einzelheiten die Lebensereignisse von Jesus. Und wir können, wenn wir diese Texte vergleichen mit dem Alten und Neuen Testament – das ist genau das, was wir heute machen, immer vergleichen: Neues und Altes Testament – sehen wir, wie wunderbar es sich erfüllt hat. Ich habe am Anfang gesagt, dass es eines meiner Lieblingsthemen ist. Ja, warum ist das so? Als ich anfing, Bibelunterricht zu nehmen, da war ich 17 und ich war in der evangelischen Kirche groß geworden und ich hatte viel von Jesus gehört und nichts verstanden. Aber ich dachte, ich hätte verstanden. Und ich habe dann von meinem Bibellehrer, der war mein Mann, dann hat er mir gesagt: „Komm, wir lassen es über Jesus studieren.“ Ich habe gesagt: „Oh nee, nicht Jesus, danke, brauche ich nicht. Lieber etwas Spannendes aus der Bibel.“ Und dann habe ich gesagt: „Ich möchte Prophetie studieren, ja, nicht über Jesus.“ Und wann immer man Prophetie studiert, kommt man, ratet, immer zu Jesus. Weil, so wie wir am Anfang gesehen haben, das ABC der Bibel, man kann Prophetie nicht wirklich richtig studieren, wenn man nicht Christus im Zentrum hat. Und so kam ich über einen Umweg dann doch zu Jesus.
[11:11] Vor etwa 2000 Jahren studierten Gelehrte fern im Orient auch die Heiligen Schriften. Und sie lasen von einem großen König, der kommen würde, dessen Ankunft angekündigt ist mit Ort, mit Zeit und mit Ereignissen seiner Ankunft. Und diese Weisen, die quasi Heiden waren und keine Juden, die haben diesen Ereignissen aus den Schriften geglaubt, mehr als das Volk der Juden zu der Zeit. Und sie machten sich auf eine lange Reise. Und sie kamen an in Bethlehem, wo Jesus gerade geboren war. Und sie knieten nieder vor diesem kleinen König. Und anders als das Volk der Juden glaubten sie, dass dies der Sohn Gottes war. Es ist eine erstaunliche Tatsache für uns, dass manchmal Menschen von außerhalb viel einfacher das glauben können, was das eigene Volk nicht glaubt.
[12:15] In Philipper 2 heißt es: „Welcher, da er sich in Gottes Gestalt befand, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern der sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde.“ Als Jesus auf die Erde kam, kam Gott in menschlicher Gestalt zu uns. Und wenn wir einmal darüber nachdenken, was er alles aufgegeben haben muss, um hierher zu kommen, auf diese eigentlich kaputte Welt. Und wir können uns wahrscheinlich gar nicht wirklich richtig vorstellen, wie der Himmel ist, wie herrlich und hell und ja toll das da sein muss. Aber wenn wir ein bisschen darüber nachdenken, haben wir einen kleinen Eindruck davon, was Jesus aufgegeben hat. Und er wurde uns ähnlich. Das heißt, er hat unsere gefallene Natur angenommen. Er hat genau so einen Körper bekommen, wie du und ich auch haben.
[13:12] Er kam in menschlicher Gestalt und erlebte ein relativ unscheinbares Leben. Er lernte das Handwerk seines Vaters, wurde Zimmermann und wartete bis zu der prophezeiten Zeit, in der sein Dienst beginnen sollte und verhielt sich ganz unscheinbar bis dahin. Wenn wir nun das Leben von Jesus in den vier Evangelien betrachten, dann wird uns ganz schnell klar, dass er ein Mensch war, der sich ganz stark von der Umwelt abgehoben hat. Der Titel heißt: „Einer, der alles richtig machte.“ Und ich weiß nicht, wie wir mit jemandem umgehen würden in der Gesellschaft, der scheinbar alles richtig macht. Oft sind die, die alles richtig machen, gerade die Außenseiter. Und Jesus war so vollkommen, so rein und so liebevoll mit der Menschheit und mit den Geschöpfen und war aber selbst immer sündenlos und machte nie Fehler.
[14:33] Wir wollen uns ein paar Minuten mit seinem Verrat beschäftigen, weil auch da finden wir Prophezeiungen und Erfüllungen. Und wir wollen das ein bisschen als Beispiel nehmen und das ein bisschen näher untersuchen als die anderen Punkte. Im Psalm 41 heißt es: „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat die Ferse wieder mich erhoben.“ Der ist, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Nun, wir wissen, der, der ihn verraten hat, war Judas. Und wenn wir die Geschichten vom Abendmahl studieren, dann werden wir sehen, dass er den Bissen eingetunkt und Judas gegeben hat. Und genau diese Prophezeiung: „Der, mit dem ich das Brot essen werde, der wird mich verraten“, das hat sich erfüllt.
[15:23] Auch der Preis, selbst der Preis für den Verrat wurde in der Bibel vorhergesagt. So heißt es in Sacharja 11: „Sie wogen mir meinen Lohn ab: 30 Silberlinge.“ Ich weiß nicht, wer von euch weiß, wie viel 30 Silberlinge sind, ob jetzt Judas das Geschäft seines Lebens gemacht hat oder ob er seinen Herrn eigentlich für ein Appel und ein Ei verkauft hat. Es war eher ein Appel und ein Ei. Bei Matthäus 26 heißt es: „Da ging einer der Zwölf namens Judas Iskariot hin zu den Hohen Priestern und sprach: Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch verrate? Und sie wogen ihm 30 Silberlinge dar.“ Sacharja sagte 30 Silberlinge, Matthäus bestätigt 30 Silberlinge.
[16:20] Wie ist es mit Jesu Misshandlungen? Viele Christen wissen, Jesus wurde gekreuzigt, aber nicht alle wissen, was alles vor der Kreuzigung stattgefunden hat, dass Jesus gegeißelt wurde und bespuckt wurde und viele, viele schlimme Dinge ertragen hat. Eine stundenlange Prozedur, wo er einfach nur körperlich misshandelt und ihm Schmerzen zugefügt wurden. Er wurde von seinen Geschöpfen, die er selber gemacht hat, gedemütigt und verletzt. Und das zeigt ein bisschen, wie groß der Zorn Satans – über den wir gestern Abend gelernt haben, wer das ist – wie groß dieser Zorn auf diesen Jesus war, weil er eine Stellung hatte, die Luzifer nie haben würde. In Jesaja 50 heißt es: „Mein Rücken bot ich denen dar, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel.“ Dieser Text zeigt ein bisschen, wie furchtbar diese Szenerie gewesen sein muss, als sie ihn bespuckt haben und beschimpft haben. In Matthäus 26 lesen wir: „Da spuckten sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, andere gaben ihm Backenstreiche.“
[17:48] Ein weiterer Beweis sind die Hände und Füße, die durchstochen wurden durch die Nägel am Kreuz. Und im Psalm 22, der übrigens ein sehr wichtiger Psalm ist, wenn es um die Vorhersagen von Jesu Tod geht, dort heißt es: „Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.“ Und in Johannes 20 finden wir die Erfüllung von diesem Vers. Dort steht: „Es sei denn, dass ich in seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meine Finger in das Mal der Nägel lege.“ Wir haben schon wieder einen Jünger, der ein bisschen schwer versteht oder der ein bisschen zweifelt, so wie die Emmaus-Jünger auch nicht alles verstanden haben und noch mal eine extra Bibelstunde brauchten von Jesus. So hat auch der Thomas gezweifelt und hat einen Beweis gefordert, dass Jesus wirklich auferstanden ist und er es wirklich ist, der hier den Jüngern erschienen ist.
[19:07] Jesus ließ sich auch zu den Übertretern zählen, und das ist vielleicht ein Punkt, den wir nicht so auf dem Schirm haben, aber der ist auch vorausgesagt in der Bibel und zwar in Jesaja 53, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übertreter zählen ließ. Jetzt, was denkt ihr, wie hat sich das erfüllt? Ja, das kann man mit Barabbas. Okay, dass lieber Barabbas freigegeben wurde als Jesus. Nämlich durch die Kreuzigung. Wie genau? Ja, danke. Er wurde mit der schlimmsten Strafe zu Tode gequält, mit der nur die schlimmsten Übertreter oder Übeltäter bestraft wurden, nämlich der Kreuzigung. Und ein weiterer Punkt ist auch, dass Jesus zwischen zwei Räubern gekreuzigt wurde, nicht wahr? Und er hing in der Mitte und wurde unter die Über-Übeltäter gezählt. In Markus 15 heißt es: „Und die Überschrift, welche seine Schuld anzeigte, lautete also: Der König der Juden. Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, einen zu seiner Linken, einen zu seiner Rechten.“
[20:33] Auch warfen sie das Los über sein Gewand. Und wir schauen schon wieder in Psalm 22, wo es heißt: „Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.“ Und wenn wir in das Neue Testament schauen, dann sehen wir bei Johannes, wie er das bestätigt. Johannes war einer der wenigen Jünger, die auch am Kreuz waren. Viele Jünger haben das nicht ausgehalten, weil sie einfach nicht damit klarkamen, dass der Erlöser der Welt, von dem sie dachten, er wird sie jetzt erlösen von den Römern, dass er ans Kreuz genagelt wurde. Aber Johannes ist am Kreuz geblieben mit der Mutter Jesu und vielen anderen Frauen. Und Johannes, ein Augenzeuge, sagt: „Als nun die Kriegsknechte Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten, wie viele Teile? Vier Teile, für jeden Kriegsknecht einen Teil, dazu den Leibrock. Der Leibrock aber war ohne Naht, von oben bis unten in einem Stück gewoben.“ Da sprachen sie zueinander: „Lasst uns den nicht zertrennen, sondern darum losen, wem er gehören soll.“ Auf dass die Schrift erfüllt wurde, die da spricht: „Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen.“ Solches taten die Kriegsknechte. Wir sehen, es hat sich exakt erfüllt.
[22:09] Wenn wir Jesu letzte Worte am Kreuz betrachten, stellen wir genau das Gleiche fest. Wer weiß es auswendig, was Jesus als letztes gesagt hat, als er umhüllt war von Finsternis? Nicht alle auf einmal. Ja, er hat gesagt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Schon wieder Psalm 22, und die Erfüllung finden wir in Matthäus 27 wortwörtlich: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
[22:50] Jetzt haben wir so eine ganze Liste von Beweisen gemacht, die zeigen: Altes Testament sagt voraus, Neues Testament erfüllt sich. Und viele von diesen Dingen konnte Jesus gar nicht beeinflussen. Er konnte nicht beeinflussen, wo er geboren wird. Er konnte nicht die Umstände seiner Geburt beeinflussen, dass er in einer kleinen Futterkrippe geboren wird und dort hineingelegt wird. Dass die Weisen aus dem Morgenland kämen. Er konnte nicht beeinflussen, dass einer seiner Jünger verraten wird. Und auch die Ereignisse um seinen Tod, die hingen an so vielen Personen, die er nicht beeinflussen konnte. Aber die spannendste Prophezeiung von allen, die schauen wir uns jetzt an. Das andere war jetzt sozusagen die Vorspeise. Jetzt kommt das Hauptgericht.
[23:45] Wir schauen in Daniel 9 und jetzt müsst ihr die Lausche aufsperren und euch konzentrieren, sonst werdet ihr abhanden kommen. Wir lesen in Daniel 9, Vers 3: „Und ich wandte mein Angesicht zu Gott dem Herrn, um ihn zu suchen mit Gebet und Flehen, mit Fasten, im Sacktuch und in der Asche.“ Wir haben am ersten Abend, am Freitag, hat die Dina schon über diesen Daniel gesprochen, nämlich hat sie über Kapitel 2 gesprochen, genau. Jetzt befinden wir uns in Kapitel 9, und es sind viele, viele Jahre vergangen. Der Daniel, der in Kapitel 2 noch sehr, sehr jung war, ist in Kapitel 9 ein alter Mann, und er sitzt da immer noch in Babylon und prophezeit und hat Gesichter von Gott. Und er hatte ein Gesicht bekommen in Kapitel 8. Über dieses Kapitel haben wir noch nichts gehört, wird aber noch kommen. Und er versteht es nicht. Und er sagt: „Was ist das? Was bedeutet das?“ Und er betet zu Gott mit Fasten und Flehen und in Sacktuch und Asche, weil er so verzweifelt ist, was das bedeutet.
[24:59] Und die Frage, die wir uns stellen wollen, ist: Wie antwortet Gott auf das Gebet von Daniel? In Vers 20 von Kapitel 9 heißt es: „Während ich noch redete und betete und meine Sünde und die Sünde meines Volkes Israel bekannte und meine Bitte für den heiligen Berg meines Volkes Gottes vor dem Herrn, meinen Gott, brachte. Ja, während ich noch redete und betete, rührte mich der Mann Gabriel an, den ich anfangs im Gesicht gesehen hatte, als ich völlig erschöpft war um die Zeit des Abendopfers. Und er unterwies mich und redete mit mir und sprach: Daniel, jetzt bin ich ausgegangen, um dich Verständnis zu lehren. Als du anfingen zu beten, erging ein Wort, und ich bin gekommen, es dir zu verkündigen, denn du bist ein vielgeliebter Mann. So achte nun auf das Wort und verstehe das Gesicht.“ Da ist dieser Daniel in seinem stillen Kämmerlein, weint, fastet und weiß weder ein noch aus, weil er nicht weiß, wie die Geschichte ausgeht mit seinem Volk. Und Gottes Antwort auf sein Gebet ist, dass er ihm einen Engel schickt, nämlich den Engel Gabriel.
[26:14] Und wir haben gestern gelernt, dass es keinen Erzengel Gabriel gibt, richtig? Das heißt, Gabriel ist auch ein Engel, aber er hat trotzdem eine besondere Stellung. Wir sehen immer wieder in der Bibel, dass Gabriel ganz besondere Botschaften überbringt. Auch die Botschaft, dass Maria schwanger werden wird, wurde von Gabriel überbracht und viele, viele andere sehr wichtige Botschaften. Dafür hat Gott immer den Gabriel geschickt. So, wir wollen einsteigen in die bedeutendste Prophezeiung und wollen sehen, wie Gott für Daniel den Vorhang beiseite gezogen hat und ihm mehr gezeigt hat, was in Zukunft geschehen soll.
[26:57] In Daniel 9, Vers 24 heißt es: „Über dein Volk und deine heilige Stadt sind, wie viele Wochen? 70 Wochen bestimmt, um der Übertretung ein Ende zu machen und die Sünden abzutun und die Missetat zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen, um Gesicht und Weissagungen zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.“ Das Wichtigste in diesem Vers sind die 70 Wochen. Jens, kann ich mal die Hände sehen, wer Mathe mag? Okay, das sind nicht so viele. Ich brauche eure Gehirne, beide Hälften. Meine Stärke war das nie. Ich habe Nachhilfe gehabt in Mathe und das müssen wir heute rechnen. Das braucht ein bisschen Kopfrechnen. So, 70 Wochen sind wie viele Tage? Eine Woche hat sieben Tage, sind 490 Tage, genau. Das war noch einfach, okay.
[27:59] In Ezechiel 4, Vers 6 finden wir einen Vers, der sagt: „Je einen Tag will ich dir für ein Jahr auferlegen.“ Es gibt noch einen weiteren Vers in der Bibel, und dieser in 4. Mose, und die beiden Verse zeigen uns, dass Gott ein Prinzip kennt, das heißt, es steht ein Tag für ein Jahr oder auch Jahr-Tag-Prinzip. Und wann immer wir eine Prophezeiung haben, können wir dieses Prinzip anwenden. Die 490 Tage sind also 490 Jahre. Jetzt hieß es in dem Vers: „490 Jahre sind abgeschnitten für dein Volk.“ Ja, wovon abgeschnitten? Ja, wenn ich ein Stück Brot habe und ich schneide mir ein Stück ab, dann muss ich wissen, von was das abgeschnitten wurde. Und wir finden diese Prophezeiung in Daniel 8, wo es – das ist die längste Prophezeiung, die je in der Bibel gegeben wurde – über die 2300 Jahre. Und der Gabriel erklärt jetzt dem Daniel von dieser Prophezeiung, die ich dir gerade gegeben habe, vor einiger Zeit, von diesem langen Stück sind die 490 abgeschnitten.
[29:24] Da heißt es weiter im Vers 25: „So wisse und verstehe: Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen sieben Wochen und 62 Wochen. Straßen und Gräben werden wieder gebaut, und zwar in bedrängter Zeit.“ Die Frage ist ja nun, wenn wir noch mal das Bild anschauen, das offenbart schon ein bisschen, offenbart eigentlich schon, wo das abgeschnitten ist, nämlich am Anfang. Und dieser Vers zeigt uns, wo der Anfang dieser Prophezeiung steckt, nämlich zu dem Zeitpunkt, wo der Erlass gegeben wurde, dass Jerusalem wieder aufgebaut wird.
[30:13] Jetzt ein bisschen zum historischen Hintergrund. Ich habe schon gesagt, dass Daniel immer noch in Babylon war. Das Volk Israel wurde ja verschleppt aus seinem eigenen Land, aus Kanaan, weil sie Gott ungehorsam waren, weil sie alles Mögliche an schlimmen Dingen, Götzendienst gemacht haben und Gott gesagt hat: „Ich kann es nicht länger mit ansehen. Ihr wollt die Götter der Babylonier anbeten, dann könnt ihr sie anbeten, aber bitte in Babylon.“ Und so hat Gott zugelassen, dass das Volk nach Babylon verschleppt wurde. Und nachdem die Zeit erfüllt war, dass das Volk – das ja nicht immer in Babylon bleiben sollte – nachdem Gott gesagt hat: „Okay, jetzt ist auch genug, jetzt könnt ihr auch wieder zurückgehen“, da gab es diesen Erlass eines Königs, der gesagt hat: „Ich möchte, dass mein Volk zurückgeht.“ Und der König von Babylon wird einen Erlass machen, dass Jerusalem wieder aufgebaut wird. Und hier haben wir diese Prophezeiung, dass bis dahin sieben und 62 Wochen vergehen werden.
[31:21] Wenn wir wissen wollen, wann dieser Erlass stattgefunden hat, dann müssen wir in das Buch Esra schauen, denn Esra hat zu dieser Zeit gelebt und er war richtig daran beteiligt, dass dieser Erlass umgesetzt wurde, Jerusalem aufzubauen. Dort lesen wir in Esra 4: „Dies ist die Abschrift des Briefes, den sie zum König Artasasta sandten.“ Jetzt, wer sendet da wem einen Brief? Da sind die Nachbarn von dem Volk Israel, die sich beschweren und sagen: „Die ganzen Juden, die sind wieder zurückgekehrt und bauen Jerusalem wieder auf.“ Und sie schreiben quasi einen Beschwerdebrief an den König und sie schreiben: „Deine Knechte, die Männer jenseits des Stromes und so weiter. Es sei dem König zur Kenntnis gebracht, dass die Juden, die von dir zu uns heraufgezogen waren und nach Jerusalem gekommen sind, die nun aufrührerische und böse Stadt wieder aufbauen wollen und dass sie die Mauer vollenden und die Grundfesten ausbessern wollen.“ Dieser Erlass wurde tatsächlich umgesetzt. Das Volk ist zurückgekehrt, leider nicht alle, aber einige sind zurückgekehrt und haben Jerusalem wieder aufgerichtet.
[32:34] Immer noch steht die Frage im Raum: Wann wurde dieser Erlass gegeben? In Esra 7 finden wir eine Antwort. Da heißt es: „Und etliche von den Kindern Israels zogen mit ihm nach Jerusalem hinauf, mit Esra, im siebten Jahr des Königs Artasasta.“ In welchem Jahr? Im siebten Jahr. Jetzt, wer von euch weiß auswendig, wann das siebte Jahr war? Wahrscheinlich niemand, oder? Aber wenn wir in die Geschichtskroniken schauen, dann finden wir, dass es das Jahr 457 vor Christus war. Und damit sind wir bei der Antwort auf unsere Frage, wann diese 490 Jahre beginnen.
[33:11] Jetzt haben wir in dem Vers 25 noch diese sieben und diese 62 Wochen. Die sind ein bisschen auseinandergenommen, aber wenn wir sie wieder zusammentun, haben wir wie viele Wochen? Und wie viele Wochen, also 69. Und wie viele Wochen hatten wir ursprünglich? 70. Jetzt bleibt uns also eine Woche übrig. Und wir wollen uns anschauen, was mit dieser Woche passiert ist. Diese letzte Woche ist in Bezug auf Jesus die allerbedeutendste.
[34:04] Bevor wir das anschauen, müssen wir noch mal ein bisschen rechnen. Nämlich, wie viele Tage haben 69 Wochen? 483. Genau. Wie rechnet man das am gescheitesten? 490 minus 7. Genau. Da ist eine Frau mit mathematischem Verständnis. Wir rechnen nämlich nicht 69 mal 7. Das dauert viel zu lang. 483 Tage sind mit dem Prinzip, was wir in Hesekiel studiert haben, wie viele Tage? 483 Tage. Jahre. Danke. Ihr passt auf. Das ist gut. Das ist sehr gut.
[35:04] Jetzt kommt die komplizierte Rechnung. Wenn wir 457 vor Christus – deswegen habe ich ein Minus dahingesetzt – plus 483 Jahre rechnen, die ja die 69 Wochen sind, wohin kommen wir? In welches Jahr? 26 war die Antwort. 27. Warum haben wir eine Differenz? Warum sagt jemand 26 und 27? Weil es das Jahr Null nicht gibt, richtig? Ja, das haben vor allem die Leute gewusst, die in dem Jahr Null gelebt haben, dass das nicht gab.
[35:40] Einmal noch im Zeitstrahl verdeutlicht: heißt das 457 vor Christus gab es den Befehl, Jerusalem aufzubauen, und die 69 Wochen waren vorbei im Jahre 27 nach Christus. Und da passierte etwas mit dem Messias. Und das wollen wir uns noch mal anschauen in Daniel, was der Daniel darüber gesagt hat. „Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten.“ Jetzt, was heißt „Gesalbter“? Was stellen wir uns darunter vor? Das heißt, dass jemand – ja, jemand hat gesagt: mit Öl, dass jemand gesalbt wurde. Salben bedeutet, bei dem alten Volk Israel wurde ein König gesalbt. Und wenn ein König gesalbt wurde, wurde er in sein Amt eingesetzt.
[36:38] Ich habe vorhin erzählt, dass Jesus ein sehr unscheinbares Leben geführt hat. Fast die meiste Zeit, er über die meiste Zeit seines Lebens war Zimmermann. Aber es kam der Zeitpunkt, an dem er in sein Amt eingesetzt wurde, das heißt gesalbt wurde. Und dies hat sich erfüllt bei seiner Taufe. In Markus 1 lesen wir: „Und es geschah in jenen Tagen, dass Jesus von Nazareth in Galiläa kam und sich von Johannes im Jordan taufen ließ.“ Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden, das heißt übersetzt den Gesalbten.“ Also, wir sehen hier wieder, wie vorhin, dass wir im Alten Testament eine Prophezeiung haben und im Neuen die Erfüllung mit dem Gesalbten.
[37:34] In Matthäus 3 heißt es: „Johannes aber wehrte ihm und sprach: Ich habe es nötig, ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir. Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Lass es jetzt so geschehen, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Da gab er ihm nach. Jetzt, „alle Gerechtigkeit zu erfüllen“, könnte man, da könnte man auch austauschen: „um die Prophezeiung zu erfüllen.“ Johannes zögert so ein bisschen und sagt: „Ich kann dich doch nicht taufen, du bist doch der Gesalbte, du bist doch der Messias.“ Und Jesus sagt: „Nein, es muss so sein, weil die Bibel es vorausgesagt hat.“
[38:12] In Markus 1 lesen wir: „Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg, sah er den Himmel zerrissen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabsteigen, und eine Stimme ertönte aus dem Himmel: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Das heißt, Gott redet hier vom Himmel und bestätigt nicht nur für Jesus, sondern auch für die umstehenden Menschen die Salbung und die Einsetzung seines Sohnes in dieses Amt, dass er der Bevollmächtigte ist, um auf der Erde jetzt Gottes Wirken zu tun, Gottes Werk zu tun.
[38:56] In Daniel 9, 26 heißt es weiterhin: „Und er wird mit den vielen einen festen Bund schließen. Wie lange? Eine Woche.“ Bei uns fehlt ja noch eine Woche. Wir haben die 70 Wochen, wir sind jetzt mit 69 fertig, uns fehlt noch die letzte. „Und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen, und neben den Flügeln werden Gräuel der Verwüstung aufgestellt, und zwar bis die fest beschlossene Vernichtung sich über den Verwüster ergießt.“ Die letzte Woche sind wieder sieben Tage oder auch sieben Jahre, und die enden, wenn wir zählen: 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34. Ja, enden die, enden 34 nach Christus. Und dann haben wir unsere ganze 94 Jahre komplett. Da sagte Daniel, schrieb von einem Bund, und in Matthäus 26 lesen wir auch von diesem Bund, den Jesus gemacht hat. Da steht: „Denn das ist dann, das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“
[40:01] Also, worin bestand dieser Bund, den Jesus gemacht hat in der letzten Woche? Er bestand in dem Blut, das er gegeben hat für die Menschheit. Wenn wir noch mal zu diesem Vers 27 gehen, dann lesen wir, dass es dort die Mitte der Woche anspricht. Und in welchem Jahr landen wir, wenn wir quasi die Mitte der Woche anschauen? 27 und 34? 31. Und was passierte 31 nach Christus? Jesus wurde gekreuzigt. Und diese Prophezeiung, die der Prophet Daniel Jahrhunderte im Voraus in Babylon bekommen hatte, erfüllte sich exakt. Jesus wurde 27 nach Christus gesalbt, getauft, eingesetzt in den Dienst und 31 nach Christus, dreieinhalb Jahre, nachdem er den Dienst auf der Erde getan hatte, gekreuzigt.
[41:04] In Markus 15 heißt es: „Und der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten in zwei.“ Warum ist das passiert? Die Bibel berichtet uns im Alten Testament, dass es einen Heiligtumsdienst gab, dass es dort Opfer gab im Heiligtum, die auf den Messias hinweisen sollten. Und Jesus war sozusagen die Erfüllung dieser Prophezeiungen. Und weil das nicht mehr nötig war, diese Opfer darzubringen, weil das echte Opferlamm gestorben war, zerriss der Vorhang.
[41:51] Dieser Jesus, der diesen Plan sich ausgedacht hat, dass er die Menschheit zurückgewinnen möchte, der hat gesagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Gott hat seinen Sohn sehr geliebt. Glaubt ihr auch? Und er hat ihn aber trotzdem für die Menschen gegeben. Er hat ihn trotzdem in diese kaputte Welt geschickt, um ihn zu opfern, weil er dich und mich erlösen wollte. Jesus war in der Tat die Erfüllung all dieser Prophezeiungen im Alten Testament. Und er war Gott in menschlicher Gestalt.
[42:43] In Jesaja 53, eine der schönsten, aber auch schmerzhaftesten Prophezeiungen über das Kreuz, dort heißt es: „Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut. Wie einer, von dem man das Angesicht verbirgt. So verachtet war er und wir achteten seiner nicht. Aber er wurde durchbohrt um unsere Übertretung willen, zerschlagen wegen unserer Missetat. Die Strafe uns zum Frieden lag auf ihm, und durch seine Wunden sind wir heil geworden. Wir gingen in die Irre, alle in die Irre wie Schafe. Ein jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unsere aller Schuld auf ihn.“ Da er misshandelt ward, beugte er sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das vor seinem Scherer verstummt und den Mund nicht auftut.
[43:51] Ziemlich oft wird Jesus in der Bibel als geschlachtetes Lamm bezeichnet, und der Text, den wir gerade gelesen haben in Jesaja 53, ist nur ein Beispiel davon. Einen weiteren finden wir auch in Offenbarung 13, wo es heißt: „Und alle Bewohner der Erde werden es anbeten, deren Name nicht geschrieben steht im Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet ist von Grundlegung der Welt.“ Und als es, also das Lamm, das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten vor dem Lamm nieder. „Würdig ist das Lamm“, sagten sie, „das geschlachtet ist, zu empfangen die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lobpreisung.“ Selbst die Wesen im Himmel beten dieses geschlachtete Lamm an, weil sie wissen, dieses Lamm ist ihr Gott, der sich selbst entäußerte und sein Leben nicht geliebt hat, sondern es gegeben hat für dich und mich.
[45:06] Wir alle haben aufgrund der Sünde den Tod verdient, oder? Wir alle haben Strafe verdient, weil wir gesündigt haben. Und Jesus sagte: „Denn der Tod ist der Sünde Sold, aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben Jesus Christus, unserem Herrn.“ Gott sagt: „Ja, ihr habt den Tod verdient, aber ich habe dafür gesorgt, dass ihr nicht sterben müsst, sondern dass jemand anderes für euch sterben wird.“ Man kann das vergleichen mit einem Kaufvertrag. Ich weiß nicht, wer von euch schon mal einen Kaufvertrag gemacht hat, für ein Grundstück oder für ein Auto oder für irgendeine große Sache. Kaufverträge machen wir nicht für eine Milch, sondern für große Sachen. Und unsere Erlösung ist eine große Sache. Und Jesus hat diesen Kaufvertrag am Kreuz aufgesetzt und unterschrieben. Und es ist unsere Sache, ob wir in unserem Leben irgendwann während unseres Lebens diesen Kaufvertrag unterschreiben und den Vertrag besiegeln.
[46:12] Gestern haben wir schon was gehört über Adam und Eva, die im Paradies waren und dann gesündigt haben. Und diese Sünde hat die Trennung von Gott verursacht. Sie konnten nicht im Paradies bleiben. Gott musste sie rausschicken, weil, so wie wir in Römer gelesen haben, die Sünde gebiert den Tod. Und so waren auch Adam und Eva verdammt zu sterben. Und sie konnten nicht weiter im Paradies bleiben, denn dort stand der Baum des Lebens. Und wenn man vom Baum des Lebens isst, stirbt man nicht. Man hätte ewiges Leben als Sünder, und das konnte Gott nicht zulassen. Aber Gott wollte nicht, dass Adam und Eva das Paradies für immer verlassen mussten. Eigentlich war es Gottes Wille, dass sie bald wieder zurückkommen.
[47:08] Oft denken wir, wenn wir uns über das Gottesbild Gedanken machen, was wir eigentlich für einen Gott haben, dann denken wir: Gott ist strafend, Gott ist zornig, Gott möchte die Sünde bestrafen und die Sünder leiden. Aber Gott ist nicht so. Gott möchte, dass, wenn wir gesündigt haben, dass wir Vergebung bekommen und danach alles wieder gut ist. Und so wollte Gott auch, dass Adam und Eva irgendwann wieder in dieses Paradies zurückkehren können, deren Türen nun verschlossen waren. Und so machte er einen Plan der Erlösung.
[47:47] In 1. Mose 3, Vers 15 heißt es: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe, und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.“ Jetzt, dieses Zermalmen hat sich auch erfüllt am Kreuz. Da hat Jesus der Schlange den Kopf zertreten oder zermalmt, wie es hier heißt. Und dieser Vers ist sozusagen die erste Prophezeiung, die wir in der Bibel haben, überhaupt über den Erlösungsplan und über das Leben Jesu. Und wir sehen so schön am Kreuz, wie sich das erfüllt hat.
[48:36] Doch nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, hat sich eine ganze Menge für sie geändert. Vorher gab es keinen Tod. Als sie aus dem Paradies gehen mussten, mussten sie immer für eine Sünde ein blutiges Opfer da bringen. Warum? Warum hat Gott das angeordnet? Aus dem einfachen Grund, damit sie bis zum Kreuz hin nie vergessen, dass irgendwann ein Messias, ein Erlöser kommen wird, der ein blutiges Opfer bringen wird, um die Menschheit zu erlösen. Und wir wissen, wie schnell wir was vergessen, während eines Tages oder während eines Jahres. Aber wie schnell vergessen Generationen von Menschen? Wenn Eltern ihren Kindern Dinge nicht weiter sagen, dann weiß die übernächste Generation schon gar nicht mehr von den Dingen, von denen auch die Eltern wussten. Wenn ihr mal überlegt, ihr kennt eure Mutter, ihr kennt eure Oma vielleicht. Kennt ihr noch eure Uroma? Kennt ihr eure Uroma, Uroma? Wisst ihr, was für einen Beruf sie hatte oder wie sie so gelebt hat? Und wie ist es noch mit den Generationen davor? Innerhalb der Generationen gehen Dinge so schnell verloren. Und Gott wollte, dass das nicht passiert mit der Idee der Erlösung, dass die Menschen das immer wissen, dass da irgendwann der Erlöser kommen wird. Und Eva hat gedacht, sie wird den Erlöser gebären und ihr Sohn wird bestimmt das echte Opferlamm sein. Aber es hat noch eine ganze Weile länger gedauert.
[50:22] In Hebräer 9 heißt es: „Fast alle Dinge werden mit Blut gereinigt nach dem Gesetz, und ohne Blutvergießen gibt es keine Erlösung.“ Wie schon gesagt, Gott installierte dieses Heiligtum, das er durch Mose in der Wüste durch die Stiftshütte bauen ließ und das später Salomo in Jerusalem aufbaute, um dort den Opferdienst stattfinden zu lassen. Und in diesem Vorhof vom Heiligtum wurden die Lämmer geopfert, und der Sünder musste selber das Tier töten, um die Grausamkeit der Sünde zu erfahren.
[51:14] In Hebräer 10 heißt es: „Unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen.“ Wenn die Israeliten damals in das Heiligtum in der Wüste gegangen sind und dann das Lamm oder auch den Stier geschlachtet haben, um die Sünden vergeben zu bekommen, dann war das ja nur ein Bild. Es war ja nicht so, dass das Blut dann wirklich erlöst hat, sondern es war, wenn wir uns an den Kaufvertrag erinnern, war es quasi der Kauf auf Pump. Die Erfüllung kam erst am Kreuz, und Gott hat ganz schön viele Schulden gemacht, bis dann das Kreuz stattgefunden hatte im Jahr 31 nach Christus. Sonst hätte er oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Das heißt, Jesus hat einmal das Opfer gebracht, und damit war alles erledigt. Es ist nicht so, dass Jesus immer wieder stirbt und immer wieder stirbt, sondern er hat einmal das Opfer gebracht, und das reicht für alle Menschen zu allen Zeitaltern aus, um Vergebung zu bekommen. Jetzt aber ist er einmal in der Vollendung der Zeitalter geoffenbart worden zur Abschaffung der Sünde durch sein Opfer.
[52:24] Noch einmal zurück zu diesem Vers in Daniel: „Und in der Mitte der Woche wird er Schlacht- und Speisopfer aufhören lassen.“ Jetzt haben wir gesehen, was im Heiligtum passiert ist, und wir wollen einfach nur noch mal uns daran erinnern, dass dieses Zerreißen des Vorhanges diese Schlacht- und Speisopfer aufhören ließ und dass Jesu Tod auf einen Schlag den Alltag sozusagen geändert hat des Judentums. Es brauchte keinen Tempeldienst mehr und all diese Dinge. Und genauso wie auf einen Schlag sich alles geändert hat im Leben der Menschen damals, so kann sich auch auf einen Schlag in deinem Leben alles ändern, wenn du zulässt, dass Jesus für dich gestorben ist und dass du zulässt, dass er dir vergeben kann.
[53:20] Wir sind in gewisser Weise alle schwarze Schafe, und dieses Bild ist eins meiner absoluten Lieblingsbilder, weil Jesus mit uns eine Herde voller schwarzer Schafe hat. Wir sind nicht weiß, wir sind nicht rein, wir sind nicht liebenswürdig, wir sind nicht nett. Von Natur aus sind wir böse und neigen zum Bösen, aber Jesus hat die Macht, dich und mich zu verändern.
[53:57] Und es gab einmal ein junges Mädchen, die hieß Dori von Stone, und dieses Mädchen war sehr ungeliebt. Ihre Mutter hatte sie minderjährig geboren von einem Mann, den sie nicht mochte, und dieses Mädchen hat es von der Geburt an jeden Tag zu spüren bekommen, dass ihre Mutter sie eigentlich nicht wollte. Sie hat noch eine kleine Schwester bekommen, die zwei Jahre jünger war, und die Mutter hat die beiden behandelt wie Tag und Nacht. Während sie der Dori immer gesagt hat: „Du bist hässlich, du bist nicht gewollt, ich will dich nicht als Tochter“, hat sie die andere ganz, ganz lieb behandelt, hat ihr Geschenke mitgebracht. Dori hat nie ein Geschenk bekommen. Sie haben in einem alten, kalten Haus gelebt, was sehr dunkel und sehr ärmlich war, und sie haben ihren Papa gar nicht gekannt, und sie hatten kaum etwas zu essen, sie hatten kaum etwas zum Anziehen. Manchmal hatten sie nur kaputte Schuhe, die drei Nummern zu klein waren, und immer war es Dori, die für Bestrafungen herhalten musste. Sie musste Geld verdienen, damit sie überleben konnte, weil ihre Mutter ihr kein Essen gegeben hat.
[55:35] Eines Tages hat die Mutter beschlossen, dass sie sich nicht mehr um ihre Töchter kümmern kann, und sie hat die beiden in ein Kinderheim gegeben, und dort ging es ihnen nicht wesentlich besser. Dori war kein liebevolles Kind, weil sie hat keine Liebe erfahren, niemals von niemandem, und so hat sie die anderen Kinder im Kinderheim immer geboxt und hat ihnen böse Sachen gesagt und hat ihnen Sachen weggenommen, hat gelogen und hat sich sehr unbeliebt gemacht. Aber eines Tages änderte sich etwas. Es kam eine christliche Jugendgruppe in dieses Kinderheim und hat ein Programm gemacht, einen Nachmittag lang mit Liedern, mit Andachten und Gebet und hat erzählt von diesem Jesus, dem Erlöser, der für jedes Kind dort gestorben ist und es liebt. Und für Dori war das ganz was Neues. Was? Jemand, der mich liebt? Kann das sein? Das gibt es doch nicht. Aber seit diesem Tag an hat Dori der Gedanke nicht losgelassen, dass es dort einen Freund gibt, den Jesus, dem sie vertrauen kann, der ihr Liebe schenkt und der sie nicht alleine lässt.
[56:51] Und als sie 13 war, kam Dori und ihre Schwester in eine Pflegefamilie, und es wurde noch schlimmer als im Kinderheim. Dori wurde geschlagen, Dori wurde misshandelt, Dori musste Geld verdienen und das Geld wurde ihr sofort weggenommen. Und sie hat wieder nur Hass erfahren und Lieblosigkeit. Und weil sie es dort nicht mehr ausgehalten haben, sind sie geflohen. Dann kam sie zu einer Frau, die sie aufgenommen hat, weil sie ihre Mutter kannte, und sie haben bei dieser Frau im Haushalt geholfen. Aber bei dieser Frau haben sie genau das Gleiche erfahren. Sie haben nichts zu essen bekommen, nur die Reste, die gerade so vom Essen übrig waren. Sie wurde im Schrank eingesperrt, mehrere Tage lang, und hat viele, viele schlimme Dinge erleiden müssen. Aber immer hat sie der Gedanke getragen, dass es diesen Jesus gibt, der ihr Freund ist, der sie erlöst hat. Und dieser Gedanke hat sie davor bewahrt, Selbstmord zu begehen, hat sie davor bewahrt, ihr Leben aufzugeben.
[58:11] Und vielleicht gibt es auch jemanden heute Abend hier oder vor dem Livestream, der auch Lieblosigkeit erfahren hat, der nicht gewollt war, der einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Aber es gibt eine Hoffnung, es gibt einen Jesus, der all das geben kann, was du nicht bekommen hast. Und Doris Leben hat sich, weil sie auf Jesus vertraut hat, verwandelt. Und dieses Mädchen, das niemand geliebt hat, wurde zu einem Mädchen, das alle liebte. Sie hat geheiratet, sie hat Kinder bekommen, sie wurde Architektin oder Zeichnerin. Aber irgendeines Tages hat sie diesen Ruf verspürt, dass sie mehr für Gott machen möchte, dass sie nicht einfach da stehen bleiben möchte, dass sie jetzt Jesus kennt, sondern sie wollte etwas für ihn tun. Und so ist sie als Missionarin mit ihrem Mann nach Papua Neuguinea gegangen und hat dort viele, viele Jahre für die Ureinwohner gedient. Und sie kam dann später wieder zurück in die Vereinigten Staaten und hat viele wohltätige Dinge getan. Sie ist sehr bekannt geworden, und ihr Leben ist ein Zeugnis dafür, welche Kraft Jesus hat zu tun in deinem Leben.
[59:35] Auch wenn du die ganzen Beweise, die wir heute Abend gesehen haben – Altes Testament, Neues Testament, Prophezeiung, Erfüllung – wenn du all das nicht glaubst, dann kannst du aber nicht leugnen, dass eine verändernde Kraft stattfindet in einem Leben, das Jesus annimmt und in einem Menschen, der Jesus als sein Erlöser akzeptiert. Und ich weiß, dass viele heute Abend hier sitzen, die vor einem Jahr oder vor zwei Jahren oder drei Jahren noch ganz woanders waren, die noch Drogen in der Hand hatten, die noch auf ganz andere Dinge gegangen sind und die jetzt hier sind, die Jesus verändert hat. Und wir sehen immer wieder an uns selber und an anderen, dass dies passieren kann.
[1:00:22] Und wenn es dein Wunsch ist, dass Jesus aus dir ein schwarzes Schaf, ein weißes Schaf macht, dann möchte ich dich bitten, für ein Gebet aufzustehen.
[1:00:35] Lieber Jesus, du bist der eine, der alles richtig machte. Du hast alles richtig gemacht, damit wir, die wir eigentlich fast alles falsch machen, wieder zurückkommen können in das Paradies. Du gibst uns ein neues Leben. Du trittst für uns ein. Du hast alles bezahlt, was bezahlt werden muss, damit wir frei sein können von allem Bösen und von aller Sünde. Herr, wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen weit machst und öffnest, dass wir dich akzeptieren und dass wir das auch einfach nur glauben können, dass du das in uns machen kannst, von einem Moment auf den anderen. Herr, du liebst jeden Menschen so, dass wir es, ja, wir können es gar nicht fassen. Du hast so eine unendliche Liebe. Ich möchte dich bitten, dass du jedem heute Abend und jedem, der die Aufnahme hört oder jetzt live zuschaut, dass du jedem sagst in sein Herz: Ich liebe dich und ich möchte, dass du eines Tages wieder bei mir bist. Herr, bewahre uns und unsere Herzen, dass wir eines Tages bei dir sein dürfen. In deinem Namen. Amen.
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