[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarung-Seminar. Schön, dass ihr heute da seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de oder wenn ihr später dieses Video anschaut.
[1:01] Wir wollen heute einen neuen Bibel, den nächsten Vers anschauen. Heute soll es um Vers 11 gehen, in Offenbarung 20. Und das wird recht interessant werden. Wir werden gleich sehen, warum.
[1:09] Bevor wir anfangen, wollen wir gerne niederknien für ein Anfangsgebet. Dazu lade ich euch ganz herzlich ein.
[1:19] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für diesen schönen Tag, für den Sonnenschein, der uns daran erinnert, dass deine Gnade und deine Güte und deine Liebe unveränderlich jeden Tag in unser Leben scheinen möchte. Und wir danken dir für die Gelegenheit, jetzt gemeinsam dein Wort zu lesen. Und auch wenn es nur ein Vers sein wird, gibt es noch vieles, was wir entdecken können. Wir möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass wir dein Wort besser verstehen, aber dass wir vor allem dich auch besser verstehen und dass wir näher zu dir gezogen werden. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist. Du hast einen Segen verheißen für alle, die Offenbarung studieren. Und diesen Segen wollen wir heute Abend in Anspruch nehmen. Das bitten wir im Namen unseres Erlösers, Schöpfers und des Autors der Offenbarung. Jesus. Amen.
[2:07] Offenbarung 20 und dort Vers 11. Wer das aufgeschlagen hat, darf es gerne lesen. Offenbarung 20 und dort Vers 11. Schnappt euch ein Mikro und dann geht's los.
[2:30] Ich sah einen großen weißen Thron, der darauf saß. Vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel und es wurde kein Platz für sie gefunden.
[2:40] Ganz genau. Ich sah einen großen weißen Thron, der darauf saß. Jetzt habe ich eine erste Frage an euch. Der Johannes sieht jetzt diesen Thron. Er sieht jemanden, der drauf sitzt und er sagt, Himmel und Erde fliehen von diesem Thron. Wir werden dann in den nächsten Wochen sehen, was da alles noch passiert. Aber die erste und entscheidendste Frage ist erst einmal, was genau sieht er da und wann spielt das? Wann findet das statt, was er dort sieht? Könnt ihr mir mal helfen? Was ist das für ein Ereignis, um das es hier in diesem Vers geht? Wer eine Idee hat, einfach gerne sagen. Mikro nehmen. Was ist das für ein Ereignis?
[3:32] Du sagst nach den tausend Jahren. Warum nach den tausend Jahren? In den Vers 10 haben wir gelesen, dass der Satan in den Feuersee geworfen worden ist. Das Feuer war vom Himmel gefallen in Vers 9. Wenn wir jetzt mal Vers 7 anschauen, wird der Satan losgelassen. In Vers 8 werden die Völker verführt. In Vers 9 umzingeln sie die Stadt. Das Feuer fällt vom Himmel. In Vers 10 wird der Satan vernichtet. Warum sollte dann jetzt danach ein weißer Thron aufgestellt werden, nachdem der Satan vernichtet ist? Ist Vers 11 nach Vers 10? Nicht wirklich, oder? Oder würde jemand sagen, es ist direkt danach? Also wann ist es dann? Ist es zeitgleich mit Vers 10 oder Vers 9?
[4:29] Also in den Versen vorher konnten wir chronologisch vorgehen. Vers 7, 8, 9, 10 und jetzt stocken wir kurz. Weil das ist nicht nach Vers 10. Also müssen wir erst mal die Frage stellen, wo sind wir in der Zeit?
[4:48] Ich hätte jetzt gesagt, das sind die Heiligen jetzt oben, wo jetzt nochmal ein Thron durch das Weltgericht gezeigt wird. Und das ist in den tausend Jahren. Ach, du willst sagen in den tausend Jahren? Während den tausend Jahren. Während den tausend Jahren, aha, okay. Also du meinst wegen dem Gericht? Wegen dem Gericht, ja. Und weil du ja weißt, dass die Gläubigen während der tausend Jahre Gericht halten, oder? Woher wissen wir das, dass die Gericht halten? Woher wissen wir, können die anderen auch sagen, woher wissen wir, dass die Gläubigen während der tausend Jahre Gericht halten? In welchem Vers steht das?
[5:24] In Vers 4? Schaut mal Vers 4 genau an. Lest mal Vers 4. Steht in Vers 4, dass die Gläubigen Gericht halten werden?
[5:38] Okay, reicht schon. Also steht es da? Also sie halten Gericht, okay. Also könnte das Thron, Gericht irgendwas damit zu tun haben. Werdet ihr alle einverstanden, dass Vers 11 also quasi zeitgleich mit Vers 4 ist? Dass der weiße Thron quasi, also wir haben zwei Optionen, entweder nach den tausend Jahren oder während der tausend Jahre. Was würdet ihr sagen? Was würden die anderen sagen?
[6:04] Nach der Wiederkunft? Ja? Das muss irgendwie kurz bevor Jesus wiederkommt zum Weltgericht, weil hier steht dann auch, das Meer gab die Toten heraus und wenn man es weiterliest, dann... Ja, was passiert mit den Toten, die aus dem Meer herauskommen? Was passiert mit denen? Die wurden gerichtet nach dem, was in dem... Genau, sind das die Toten der Ersten oder der Zweiten Auferstehung? Der Zweiten. Der Zweiten Auferstehung, okay, ja.
[6:34] Also ich würde mich jetzt auf Vers 12 beziehen, weil da heißt es dann, dass sie vor Gott stehen. Und wenn die vor Gott stehen, dann würde ich schon eher sagen, dass es sich dann auf 1844 eher bezieht, oder?
[6:47] Jetzt ist es interessant. Jetzt merkt ihr schon, ich meine, man würde denken, auf Mark 20 ist es so einfach, aber wenn man genau hinschaut, wird es richtig interessant. Aber wer steht denn da vor Gott? Die Heiligen, die mit Jesus hochgegangen sind. In Vers 12, was du gerade gelesen hast. Die Toten. Die Toten, ja, die Toten stehen vor Gott. Das ist schon eine interessante Formulierung. Die werden wir nächste Woche dann mal genauer anschauen. Was heißt das? Wie können Tote vor Gott stehen? Also, das ist auch ein schwieriger Vers, oder? Das ist einer, der nicht ganz klar ist.
[7:18] Also, wie kriegen wir denn das jetzt raus? Wir können ja nicht einfach Rätsel raten. Wir können nicht einfach sagen, okay, es könnte nach den 1000 Jahren sein, während der 1000 Jahre, 1844. Also, wann spielt dieser Vers? Der muss ja irgendwo erstmal einen Platz haben im Strom der Zeit.
[7:36] Er hat ein bisschen sprachliche Ähnlichkeit zu Daniel 7. Da gibt es sprachliche Ähnlichkeiten. Genau, Daniel 7. Welcher Vers ist das in Daniel 7, wo es so ein bisschen ähnlich ist? Daniel 7 gibt es ja die Stelle mit den vier Weltreichen. Dargestellt durch die vier Tiere. Den Löwen, den Bären, den Leopard, das schreckliche Tier. Dann kommt das kleine Horn. Und dann heißt das Endvers 9. Und ich sah, wie Drohne aufgestellt wurden. Da wird es beschrieben, wer auf dem Thron sitzt. Und der Feuerstrom, der ausgeht. Und dann heißt es später, und die Bücher wurden geöffnet und das Gericht setzte sich. Also, um das herauszufinden, ist auf jeden Fall die Idee mit den sprachlichen Parallelen ganz interessant. Aber ist das hier 1844? Ich habe den Eindruck, dass hier 1844 beschrieben wird. So mitten in Offenbarung 20. Na, das Problem bildet ja hier, dass die Erde flieht und die Himmel fliehen und kein Platz mehr gefunden wurde.
[8:31] Ah, okay. Also, wir haben als Elemente in Offenbarung 20, Vers 11. Wir haben diesen Thron. Diesen großen weißen Thron. Jemand, der auf dem Thron sitzt. Da sitzt einer drauf. Übrigens, ihr kennt ja diese kleine Beobachtung. Johannes sieht oft Dinge und dann sieht er den, der darauf sitzt. Haben wir schon oft gesagt, nicht wahr? Er sieht ein weißes Pferd und einer, der darauf sitzt. Oder er sieht einen Thron auf Offenbarung 4 und einer, der darauf sitzt. Oder er dreht sich um und sieht einen siebenarmigen Leuchter. Oder sieben Leuchter und dann sieht der eine dazwischen gehen. Wir haben den Thron, jemand sitzt darauf. Eine Person. Und wir haben diese Idee, dass Himmel und Erde fliehen.
[9:27] Wo finden wir einen Bibelfers, wo diese beiden Ideen, dass ein Thron sichtbar ist, auf dem jemand sitzt und dass dieses Erscheinen des Thrones Himmel und Erde in Bewegung bringt. Hier steht ja nicht, dass Himmel und Erde aufhören zu existieren. Hier steht nur, dass Himmel und Erde fliehen. Wenn jemand flieht, was macht er? Wenn jemand flieht, dann bewegt er sich weg von seinem Ort. Wenn ein Hund auf mich zuläuft, dann fliehe ich und dann bewege ich mich weg von dem Ort, an dem ich bin. Das heißt nicht, dass ich aufhöre zu existieren. Ich bin nur nicht mehr an dem Ort, wo ich gewesen bin. Also gibt es eine Stelle in der Bibel, wo der Thron Gottes sichtbar wird, mit Gott auf dem Thron und man sieht, wie irgendwas bei Himmel und Erde in Bewegung gerät.
[10:24] Wenn ich schon so frage, muss die Antwort natürlich Ja sein. Fällt euch eine Stelle ein, wo beschrieben wird, dass Himmel und Erde in Bewegung geraten? Wo geraten Himmel und Erde in Bewegung? Bei welchem Ereignis?
[10:44] Bei der Wiederkunft. Welcher Bibelvers oder welche Bibelstelle spricht von der Wiederkunft so, dass dort Himmel und Erde in Bewegung sein werden? Also nicht alle Bibelstellen sagen das.
[11:02] Ja? In Lukas auch. Ja, da spricht es von dem Meer, nicht, dass es aufgewühlt sein wird. Aber spricht es auch von dem Himmel? Dass der Himmel flieht? Matthäus 24, ja auch. Es gibt eine Stelle, die ganz, ja? Mir fällt nur der Vers ein, wo der Himmel entweicht wie eine Buchrolle. Ja, der Himmel entweicht wie eine Buchrolle. Wo steht das? Auch in Offenbarung. Genau, das ist Offenbarung Kapitel 6. Offenbarung Kapitel 6, eine der ganz großen Stellen der Wiederkunft. Offenbarung 6.
[11:34] Genau, jetzt lesen wir mal. Offenbarung 6. Und zwar heißt es dort ab Vers 14, und der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird. Also könnt ihr sehen, der flieht, ja? Okay, und weiter. Und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt. Ja, das ist alles in Bewegung. Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Herrführer, die Mächtigen und alle Knechten und alle Feinden verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen. Jetzt Achtung, gut mitdenken. Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt. Da ist ein Thron sichtbar, sogar für die Ungläubigen. Da sitzt jemand drauf und Himmel und Erde entfliehen. Das heißt also, Vers 11 beschreibt, ohne dass wir uns Gedanken machen über den Kontext.
[12:23] Vers 11 beschreibt was für ein Ereignis. Die Wiederkunft. Das ist die Wiederkunft. Und jetzt müssen wir uns natürlich fragen, warum ist das die Wiederkunft? Wenn wir doch in Offenbarung 20 schon weiter waren. Also gehen wir mal zu Offenbarung 20 zurück und versuchen das ein bisschen... Übrigens, ihr wisst, in Matthäus 25 wird auch gesagt, wenn Jesus wiederkommen wird, wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen und richten. Aber schauen wir mal ein bisschen Offenbarung 20 an.
[12:57] Wir lesen jetzt nicht alle Verse, aber vielleicht können wir uns ein bisschen die Struktur anschauen. Die ersten drei Verse, wie würdet ihr die beschreiben? Was beschreiben die ersten drei Verse? Wo fangen wir an, wenn man jetzt ein Zeitstrahl machen würde? Würdet ihr auch alle zustimmen? Vers 1 beginnt beim Beginn der 1000 Jahre. Und was für ein Ereignis ist am Beginn der 1000 Jahre? Welches Ereignis löst das alles aus, direkt in den Versen vorher? Die Wiederkunft. Das ist eigentlich keine Kapiteltrennung. Die Wiederkunft Jesu führt zu den 1000 Jahren. Das heißt, wir haben hier Vers 1. Und dann wird das beschrieben, was in den 1000 Jahren passiert, auf der Erde mit dem Satan. Und das Ganze endet dann in Vers 3 womit? Womit endet das? Mit dem Ende der 1000 Jahre. Könnt ihr das sehen? Vers 1 bis 3 beschreibt von Anfang, von der Wiederkunft bis zum Ende der 1000 Jahre. Mit welchem Ereignis endet das hier? Mit der Freilassung. Auf gut Deutsch endet es mit der zweiten Auferstehung. Satan wird freigelassen, in dem die Toten auferstehen, die Ungläubigen.
[14:13] Jetzt kommt Vers 4. Was macht Vers 4? Ist Vers 4 nach Vers 3? Nein. Sondern beschreibt jetzt dieselbe Zeitperiode. Wann geht denn Vers 4 los? Am Beginn der 1000 Jahre. Das heißt, wir springen. Also das ist jetzt ganz wichtig zu verstehen, weil man darf nicht den Fehler machen, dass man Offenbarung immer nur chronologisch Vers zu Vers liest. Das ist es nicht. Also wir gehen von Vers 1, 2, 3 bis zum Ende der 1000 Jahre. Und dann springt er. Warum springt er jetzt zurück? Warum kann er nicht alles auf einmal erzählen? Ah, er hat also eine andere Kameraeinstellung sozusagen. Er zeigt quasi, was passiert auf der Erde. Von Vers 1 bis 3. Jetzt sagt er, okay, jetzt erzähl ich dir, was im Himmel passiert. Vers 4. Fängt also in Vers 4 wieder von vorne an quasi.
[14:58] Wie nennt man dieses Prinzip? Dass man nochmal dasselbe aus einer anderen Perspektive erzählt? Kennt ihr das irgendwo andersher aus anderen biblischen Büchern, dass man nochmal dasselbe macht, nur mit anderen? Daniel, ja, Daniel 2, Daniel 7, Daniel 8. Genau, parallel, aber es werden neue Details dazugegeben. Vers 4. Und da werden ebenfalls die 1000 Jahre beschrieben. Gibt es hier auch wieder das Ende der 1000 Jahre? Vers 7. Also Vers 1 bis 3 und Vers 4 bis 7 sind quasi parallel, könnt ihr sehen. Aber diesmal geht die Linie noch ein bisschen weiter. Weil jetzt wird beschrieben, was nach der zweiten Auferstehung passiert. Es geht noch ein bisschen weiter. Nämlich jetzt kommt Vers 8. Nämlich die werden jetzt alle verführt. Sie sammeln sich zum Krieg. Und dann kommt Vers 9. Also dann kommt das Feuer vom Himmel. Ja. Und das Ende dann in Vers 10 womit? Was ist das letzte Ereignis in Vers 10? Die Vernichtung Satans, das ist das Ende des großen Kampfes.
[16:09] Und jetzt macht er was in Vers 11? Er springt wieder zurück und zwar auf denselben Anfangspunkt. Dritte Linie. Springt wieder zurück. Also ihr seht, diese Vers sind nicht einfach chronologisch. Sie sind auch nicht einfach wahllos aneinandergereiht. Sondern er springt ein drittes Mal. Warum? Also ich meine, auch wenn wir nicht mehr wissen, was er hier sagt. Aber was wird wohl sein Anliegen jetzt sein? Wenn er nochmal zurück springt. Er will noch einen anderen Aspekt betonen. Etwas in den Fokus rücken, was vorher hier noch nicht so genau erklärt worden ist. Das ist so wie in Daniel 8 noch Elemente erklärt werden, die in Daniel 2 und Daniel 7 nicht erklärt worden sind. Er springt nochmal zurück.
[16:54] Vers 11. Und wir gucken uns dann in den nächsten Wochen an, was in Vers 12 und 13 passiert. Aber das ist erstmal sehr wichtig zu betonen. Das heißt Vers 1, Vers 4 und Vers 11 sind quasi so der gleiche Anfangspunkt. Und das hilft uns dann besser auch Vers 12 zu verstehen. Und dann auch besser Vers 13 zu verstehen. Dann werdet ihr sehen, das lässt sich alles sehr schön miteinander in Verbindung bringen.
[17:18] Nun ist es aber so, übrigens. Wollt ihr vielleicht noch vorlesen. Es gibt tatsächlich auch Ellen White Zitate, die tatsächlich belegen, dass dieses Zitat hier oder dieser Vers auf die Wiederkunft anzuwenden ist. Da sagt sie nämlich zum Beispiel hier, die Stunde des Gerichtes ist beinahe da. Lange verzögert durch die Güte und Gnade Gottes. Aber die Posaune Gottes wird erschallen zur Ernüchterung der Unvorbereiteten, die lebendig sind. Und wird die fahlen Nationen der Toten erwecken. Der große weiße Thron wird erscheinen und alle gerechten Toten werden hervorkommen zur Unsterblichkeit. Das ist eindeutig Wiederkunft. Und da spricht sie von diesem großen weißen Thron. Das heißt, auch Ellen White hat das so gesehen, dass der große weiße Thron hier bei der Wiederkunft erscheint.
[18:22] Aber, falls einige von euch jetzt verwirrt sind, kommt dieser große weiße Thron bei Ellen White auch nochmal woanders vor. Habt ihr das vielleicht mal gelesen? Der große weiße Thron. Also wenn ihr öfter Evangelisationen hört oder öfter mal Bibelstunden gegeben habt, mit Bibelstundenmaterial, dann wärt ihr vielleicht darauf gekommen, dass dieser große weiße Thron, Vers 11, auch sehr oft verwendet wird, um etwas nach den tausend Jahren zu beschreiben. Und Ellen White im großen Kampf verwendet auch diese Szene vom großen weißen Thron, um zu beschreiben, was dann passiert, wenn alle Menschen gleichzeitig da sind. Manche nennen das auch dann das Gericht am großen weißen Thron. Es ist aber wichtig zu wissen, dass wenn sie das macht, sie die Sprache von Vers 11 verwendet, weil dieser große weiße Thron natürlich immer noch hier dann immer noch da ist. Ja, der hört ja nicht auf zu existieren. Das heißt tatsächlich wird der große weiße Thron auch nach den tausend Jahren eine große Rolle spielen. Tatsache ist, dass Jesus dort auf dem großen weißen Thron zu sehen sein wird. Ja, und alle Ungläubigen werden ihn sehen und alle Gläubigen werden ihn sehen. Das ändert aber nichts daran, dass obwohl dieser große weiße Thron tatsächlich am Ende diese große Bedeutung haben wird, dass in Vers 11 trotzdem hier eigentlich die Wiederkunft gemeint ist, weil dann auch die Verse weiter dann mehr Sinn machen.
[19:48] Das passiert ganz oft, dass Ellenweit manchmal auch Sprache aus einem Vers verwendet für ein anderes Ereignis. Ich gebe euch mal ein Beispiel. Sie spricht zum Beispiel über die Zerstörung von Jerusalem und verwendet dann Worte aus Offenbarung 18, um die Zerstörung von Jerusalem zu beschreiben. Aber spricht Offenbarung 18 von der Zerstörung von Jerusalem? Wovon spricht Offenbarung 18? Vom Fall Babylons, vom Fall von Endzeit Babylon. Aber da stehen so Sätze wie, ich stehe jetzt in Offenbarung 18, da gibt es so Sätze wie zum Beispiel, denn sie spricht in ihrem Herzen, ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen. Und wenn dann Ellenweit vom Fall Jerusalem spricht, sagt sie auch, Jerusalem hat gesagt, ich sitze wie eine Königin und werde kein Leid sehen und so weiter. Sie zitiert das dann. Das heißt, nur die Tatsache, dass Ellenweit mal einen Vers zitiert oder Worte aus einem Bibelfers verwendet, bedeutet nicht, dass sie immer sagt, dass das dann die korrekte Auslegung davon ist. Versteht ihr, was ich meine? Das ist ein ganz, ganz wichtiges Prinzip, das wir bedenken sollten.
[20:59] Also vom Aufbau des Kapitels und von biblischen Parallelen her sind wir bei der Wiederkunft. Und wir werden uns dann die Frage stellen, warum kommen wir zurück? Es geht offensichtlich jetzt um den Thron und mit dem Thron sind ein paar Sachen verbunden, die uns schon helfen, jetzt zu sehen, was in dieser dritten Beschreibung des Millenniums im Vordergrund stehen wird. Also wir hatten in der ersten Beschreibung, hatten wir eigentlich vor allem den Satan, den Dämonen. In der zweiten hatten wir jetzt die Gläubigen und das, was danach passiert. Und hier in der dritten geht es jetzt eigentlich um die Idee des Thrones.
[21:38] Wozu braucht man einen Thron? Oder was verbindet man in der Bibel mit einem Thron? Gericht und? Regierung. Also die erste Assoziation, die wir haben, würden wir Regierung, oder? Königtum. Kennt ihr irgendeine Stelle in der Bibel, die die Wiederkunft mit einem Königreich verbindet? Gibt es da eine Parallele? Wiederkunft, Königreich, Regierung? Es gibt ganz viele, nennen wir mal ein paar. Daniel 2 zum Beispiel, weil da kommt der Stein, Symbol für die Wiederkunft und der wird in Daniel 2 wie genannt? Wer ist der Stein in Daniel 2? Ja, das stimmt, aber das steht in Daniel 2 nicht. Denn in Daniel 2 steht nicht Jesus, sondern in Daniel 2 steht, was ist was? Es ist das? Das steht in Daniel 7, aber in Daniel 2 steht, Daniel 7 Vers 13 und 14, in Daniel 2 steht, der Stein steht wofür? Hey, das ist Daniel 2. Ja, aber was steht in Daniel 2? Was ist die Auslegung von Daniel? Manche Kapitel sind uns so gut bekannt, dass wir sie gar nicht kennen. Daniel 2, was ist die Auslegung von Stein? Vertraut nicht nur auf das, was ihr in den Predigten hört. Daniel 2, da steht, was ist die Auslegung? In Vers 44, aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeiten untergehen wird. Die erste primäre Bedeutung des Steins ist ein Königreich. Das ist das Königreich Gottes und das kommt natürlich durch die Tatsache, dass Jesus wiederkommt. Er bringt das Königreich Gottes dann mit sich. Oder, das beginnt dann sozusagen zunächst einmal im Himmel und dann auf der Erde. Das heißt, Daniel 2 hat ja auch eine weite Komponente, weil Daniel 2 ist ja nicht nur die Wiederkunft, sondern bis dahin, dass die ganze Erde erfüllt ist mit dem Königreich Gottes. Und das ist dann erst nach den tausend Jahren.
[23:33] Genau, noch andere Bibelstellen, wo der Thron mit dem Königreich verbunden wird? Nein, Quatsch, wo die Wiederkunft, was mit dem Reich Gottes zu tun hat, ja? Ja, genau, ganz genau, sehr gut. Schlecher am Kreuz sagt das. Dann, wenn Jesus wiederkommt, kommt er wie wieder? Als König, als König der Könige, als Herr der Herren. Und es wird gekrönt, nicht wahr, im Gericht und kommt dann als König wieder, sozusagen. Also, da haben wir eine ganz klare Verbindung. Und deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass bei der Wiederkunft ein Thron zu sehen ist. Den Thron wissen wir auch. Bei der Wiederkunft wird der Thron nicht auf die Erde gestellt, oder? Sondern Jesus kommt wieder, der Thron wird sichtbar und die Gläubigen werden zu ihm gebracht, weil der Satan noch tausend Jahre auf der Erde dann hat. Das haben wir alles studiert, nicht wahr? Der Kampf ist noch nicht vorbei, sondern Jesus holt nur die Seinen und dann der Endkampf ist erst hier. Und erst hier wird dann später der große weiße Thron noch auf die Erde gebracht.
[23:42] Aber jemand hat gesagt, der Thron hat auch was mit Gericht zu tun. Schaut mal mit mir in Psalm 9. Psalm 9 und dort Vers 8 und 9. Wer mag das mal lesen? Psalm 9, Vers 8 und 9.
[25:14] Aber der Herr thront auf ewig. Ja, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. Ja, er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit und den Völkern das Urteil sprechen, wie es recht ist.
[25:26] Okay. Also, wir haben eine ganz deutliche Verbindung beim Thron zum Königtum und zum Gericht.
[25:44] Übrigens, in Offenbarung 20, Vers 4, was wird über die Gläubigen gesagt? Was machen sie während der tausend Jahre? Sie richten. Und was wird noch gesagt? Sie richten nicht nur, sondern sie machen noch was anderes. Nicht nur richten sie, sondern es wird sogar ganz explizit gesagt, dass sie, im Vers 4, nicht nur richten sie, sondern sie auch, sie regieren. Ja genau, sie richten und regieren. Könnt ihr das sehen? Da gibt es immer diese beiden Seiten, wie zwei Seiten einer Münze. Der Thron ist Gericht und der Thron ist Königtum.
[26:24] Was also deutlich macht, schaut mal, wenn ihr das mal richtig durchdenkt, ist das richtig krass. Das bedeutet nämlich, es gibt gar kein Königreich ohne Gericht. Weil wenn Jesus König ist, ist er auch Richter. Die Gläubigen regieren, indem sie auch Gericht halten. Die Idee von einem, biblisch gesehen, von einem Königtum, ist immer auch die Idee von einem Gericht. Man kann also nicht, wie manche unserer evangelikalen Freunde, sagen, Jesus ist der König, ohne dass man von einem Gericht was hören will. Weil Königtum, Königreich und Gericht hängen untrennbar miteinander zusammen.
[27:09] Also es geht um Gericht. Kennt ihr noch andere Bibelstellen, wo ein Thron aufgestellt wird, damit es ein Gericht gibt? Wo ein Gericht stattfindet und dafür wird extra ein Thron aufgestellt. Haben wir vorhin schon erwähnt? Daniel 7, ja, und es wurden Throne aufgestellt. Nicht nur, dass sie da sitzen, um zu regieren, sondern um Gericht zu halten. Das heißt, es geht hier nicht nur um das Reich Gottes, das sich jetzt ankündigt oder das jetzt kommt, aber es geht auch um das Thema Gericht. Wir hatten zwar in Offenbarung 20 Vers 4 schon die Idee, das Gericht wurde übergeben, aber bisher ist in den 10 Versen noch nicht so viel über das Gericht gesprochen worden, oder? Da ist noch nicht viel gesagt worden, wie das geschieht, wann das geschieht, oder mit welchen Voraussetzungen, was da so die ganzen Dinge sind.
[28:01] Ich kann euch mal so viel verraten, das kommt jetzt. Ab Vers 11 fokussiert die Offenbarung das Gericht. Und zwar nicht das Gericht von 1844, das ist nämlich schon passé, sondern jetzt das Gericht während der 1000 Jahre und nach der 1000 Jahre. Das ist mehr vor die Ereignisse, jetzt kommt sozusagen der Hintergrund, das Gericht.
[28:24] Noch ein Text zum Gericht, Psalm 89, Vers 15. Psalm 89, und dort Vers 15. Wer mag den mal lesen?
[28:52] Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste, Gnade und Treue gehen vor deinem Angesicht her.
[28:58] Genau, warum sagt der Text, Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste deines Throns? Also was will der Text sagen? Er sagt, Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste deines Throns.
[29:27] Ah, genau, also es geht um das Gericht. Kein Gericht, also wenn Gottes Gericht an seinem Thron hängt, dann dürfen wir wissen, dass sein Gericht auf einem Fundament basiert. Grundfest ist ein Fundament, seine Basis. Und die Basis des Gerichtes Gottes ist Recht und Gerechtigkeit. Wie hat Gott das ausgedrückt? Im Heiligtum, dass das Recht und die Gerechtigkeit die Grundfeste seines Thrones ist. Wie hat er diese Idee illustriert? Also diese Idee, dass der Thron Gottes auf der Basis von Recht und Gerechtigkeit steht. Wie hat er das im Heiligtum illustriert? Naja, indem er die 10 Gebote in die Bundeslade getan hat, und auf dieser Bundeslade war seine Herrlichkeit dann aufgebaut. Genau, Jesus thronte im Allerheiligsten auf dem Thron der Bundeslade, aber die Grundfeste, das Fundament sozusagen, symbolisch, waren die 10 Gebote.
[30:38] Das war sein Thron, aber hat dieser Thron auch was mit Gericht zu tun gehabt? Das ist sehr interessant, weil da verknüpfen sich viele Aspekte adventistischer Theologie, biblischer Theologie. Hat dieser Thron im Allerheiligsten was mit Gericht zu tun gehabt? Gab es da einen Gerichtsaspekt von dem Allerheiligsten, von der Bundeslade? Und wenn ja, welcher? Was hat das mit dem Gericht zu tun gehabt? Dass der hohe Priester dagekommen ist mit dem Blut, wenn die Sünden begangen, beziehungsweise die Opfer gebracht haben, da musste der Priester rein und dann mit dem Blut am...
[31:16] Jeden Tag, oder? Nein, einmal im Jahr. Einmal im Jahr, und wie hieß der Tag? Der Versöhnungstag. Der große Versöhnungstag. Es gibt viele Theologen, die das in Zweifel ziehen, dass der große Versöhnungstag was mit Gericht zu tun hat, weil der wird jetzt nicht so oft im Alten Testament Gerichtstag genannt, sondern der große Versöhnungstag genannt. Und weil in Daniel 8, es heißt bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gereinigt werden, verbinden wir das mit dem großen Versöhnungstag, aber weil in Daniel 7 zeitgleich steht, dass Gericht stattfindet, sagen wir, A, großer Versöhnungstag, Gericht. Und so viel weiß man aus 3. Mose 16, dass an dem Tag diejenigen, die nicht Buße getan haben, die wurden dann aus dem Volk ausgerottet. Aber hier wird sehr deutlich, dass der Thron eine direkte Verbindung mit dem Gericht hatte. An dem Tag, wo der hohe Priester am Thron stand, war auch Gericht.
[32:22] Und deswegen ist das sehr, sehr wichtig, wenn hier jetzt bei der Wiederkunft, die Wiederkunft wird ja mit vielen verschiedenen Aspekten beschrieben. Welche anderen Aspekte der Wiederkunft kennt ihr noch so aus eurem Gedächtnis? Wie wird die Wiederkunft noch so beschrieben? Also welche Bilder werden so verwendet für die Wiederkunft? Außer ein Thron.
[32:48] Die Hochzeit Islames. Die Hochzeit Islames, da ist der Aspekt, Jesus freut sich mit den Gläubigen vereint zu sein, oder? Endlich vereint zu sein. Welche anderen Aspekte, anderen Bilder, sprachlichen Etaphern kennt ihr über die Wiederkunft?
[33:05] Dass Jesus kommt wie ein Dieb in der Nacht. Wie ein Dieb in der Nacht, ja genau. Da geht es um die unerwartete Plötzlichkeit. Ja, die Leute sind unvorbereitet, die meisten. Okay, was noch?
[33:18] Dass der Morgenstern aufgeht. Ja, das geht auch persönlich nicht, weil der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen, ja genau. Aber ja, Jesus wird auch Morgenstern genannt. Wir haben zum Beispiel das Bild von der Ernte, oder? Könnt ihr euch daran erinnern? Das Bild von der Ernte, da ist die Idee sozusagen, dass das, was über einen langen Zeitraum gewachsen ist, das Gute und das Böse, sowohl in der Welt als auch in unserem persönlichen Leben, dass das jetzt zu einem Abschluss kommt, dass das jetzt gereift ist, dass die Wiederkunft auch einen langen Prozess zum Abschluss bringt. Das wird dadurch dargestellt.
[33:49] Oder wir haben die Wiederkunft dargestellt als eine Schlacht. Offenbarung 19 zum Beispiel, könnt ihr euch erinnern? Er kommt als König der Könige, als Herr der Herren, mit den Herrschern des Himmels. Der Grund dafür ist, die Wiederkunft ist eine Auseinandersetzung zwischen Jesus, der für sein Volk eintritt, und denen, die Gottes Volk verfolgen.
[34:10] Also ihr seht, die Wiederkunft hat sehr viele verschiedene Facetten. Es ist ein Abschluss einer Entwicklung, es ist ein plötzliches Eintreten, nicht wahr? Es sind viele verschiedene Dinge und deswegen wird in der Bibel die Wiederkunft mit verschiedenen Ideen ausgedrückt. Und je nachdem, welche Idee gerade ausgedrückt wird, sagt uns quasi, was ist gerade der Fokus dieser Stelle. Also wenn es in Offenbarung 14 um die Ernte geht, dann geht es vor allem darum, dass ich mir Gedanken machen muss, wie kann ich mich vorbereiten, was muss in meinem Leben wachsen, damit ich auf diese Ernte dann richtig vorbereitet bin. Wenn es dargestellt wird als eine Hochzeit, muss ich mir die Frage stellen, wie sehr liebe ich Jesus? Dann geht es um diesen Aspekt. Wenn es um die Schlacht geht, dann darf ich wissen, egal wer gegen mich ist, die Wiederkunft wird mich befreien. Wenn es um den Thron geht, geht es also offensichtlich um die Frage, wie stehe ich zum Gericht, zum Gesetz Gottes, zu seiner Herrschaft.
[35:08] Das ist ja ganz interessant, denn Königtum und Gericht ist nicht so weit auseinander entfernt, wie wir das heute denken. Weil bei uns sind die Richter und die Staatsmänner eher getrennt, oder? Das ist ja so eine Errungenschaft der Moderne, wo wir zugute halten, dass die Judikative von der Exekutive und der Legislative getrennt ist. Da gibt es die Leute, die Gesetze machen, dann gibt es die Leute, die die Gesetze ausführen und dann gibt es die unabhängigen Richter. Wie war das in der Antike? Wie war das, wenn man zum Beispiel in der Zeit von Salomo lebte und man hatte einen Rechtsstreit. Zu wem ist man gegangen? Zum König. Der König war der Richter. Der König hat entschieden. Ihr kennt die beschriebene Stelle mit den beiden Huren. Und deswegen ist es nicht so abwegig für die Bibel, diese beiden Ideen von dem Königtum und von dem Gericht beide mit dem Thron zu verbinden.
[36:11] Was heißt das praktisch für uns? Zuerst einmal heißt es, dass unabhängig davon, ob wir jetzt bei der Wiederkunft auferstehen werden oder erst nach den tausend Jahren, sind wir alle konfrontiert mit der Tatsache, dass es ein Gericht geben wird. Wir sind alle konfrontiert mit der Tatsache, dass wir vor dem Richter stehen werden. Und der Paulus sagt das sehr interessant. In Apostelgeschichte 17 und dort Vers 31. Wer mag das mal lesen?
[36:54] Das ist Paulus in Athen, wo er mit den Philosophen diskutiert. Apostelgeschichte 17, Vers 31.
[37:03] Weil er einen Tag festgesetzt hat, in dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn von den Toten, aus den Toten auferweckt hat.
[37:18] Ganz genau. Also hier wird ganz deutlich gesagt, wer ist der Richter? Jesus. Und jetzt versteht ihr auch, warum Jesus König sein muss, weil der König ist der Richter. Übrigens, wer richtet denn schon 1844? Wer spricht das Urteil im Untersuchungsgericht vor der Wiederkunft? Wer spricht das Urteil? Gott der Vater, Gott der Sohn oder Gott der Heilige Geist? Wer wird das Urteil fällen? Jesus sagt das explizit in Johannes 5. Er sagt, der Vater hat alles Gericht dem Sohn übergeben. Das ist auch einer der Gründe, warum die Krönung Jesu zum König der Könige im Zusammenhang mit dem Gericht stattfindet. Weil dadurch, dass er richtet, ist er dann auch König.
[38:11] Das ist ganz interessant. Wenn ich also möchte, dass Jesus als König in meinem Leben regiert, dann muss ich ihn auch als Richter anerkennen. Und das ist so interessant, weil für uns oft das irgendwie zwei verschiedene Ideen sind. Er ist mein König, aber Gericht will ich nicht. Aber Gericht bedeutet ja eben auch, dass er für mich eintritt. Für die wahre Mutter im Fall von Salomo, die ist ja bewusst zum König gegangen, die wollte ein Gerichtsurteil haben. Die wollte, dass sie gerichtet wird. Ihr kennt vielleicht diesen berühmten Satz von David, wo er sagt, Herr, richte mich. Und das ist genau diese Idee, weil Gericht bedeutet auch Befreiung, wenn ich in der richtigen Einstellung komme.
[38:54] Schauen wir uns noch einen Vers an, der das ganz praktisch verdeutlicht. In Römer, Kapitel 2. In Römer 2 und dort Vers 16. Wer mag das lesen? Römer 2, Vers 16.
[39:21] An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird, nach meinem Evangelium.
[39:27] Genau. Jesus ist der Richter. Und Paulus gibt uns jetzt etwas Interessantes. Er sagt, was ist die Grundlage des Gerichtes? Grundlage kann man nicht sagen, Grundlage ist das Gesetz Gottes. Aber er sagt, es ist in Harmonie mit meinem Evangelium. Das ist auch eine der Verse, die nicht oft zitiert werden im Römer Text. Paulus sagt, das ganze Evangelium, das ich schreibe, Römer 3, 4, 5, die ganzen Sachen mit Gerechtigkeit aus Glauben und Rechtfertigung usw. Beinhalten alle ein Gericht, nämlich dieses Gericht, wo Jesus als König richten wird. Jeder, der das wahre Evangelium glaubt, glaubt auch an ein Gericht. Deswegen sagt die Bibel auch, das ewige Evangelium heißt, fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.
[40:13] Ganz genau. Und die Frage, die sich für uns praktisch stellt, ist, bin ich bereit, vor den Richter zu treten? Und es hängt sehr viel davon ab, ob ich weiß, wer der Richter ist und wie meine Beziehung zum Richter ist. Denn wenn Jesus mein bester Freund ist, mein Anwalt und Erlöser, hat das Gericht seinen Schrecken verloren. Dann will ich sogar dahin, weil er mich nämlich freispricht und weil er mich von, wie das so schön in Sahaja beschrieben wird, wo der Satan anklagt und Jesus sagt, Herr, schelte dich. Ist das nicht ein Brandscheit, das aus dem Feuer gerettet ist? Wenn ich aber von Jesus distanziert bin oder Dinge zwischen mir und Jesus sind, dann ist die Idee eines Gerichtes irgendwie unangenehm. Und ich habe den Eindruck, dass die Tatsache, dass so viele Menschen so ungern über das Gericht reden oder da irgendwie das so ein bisschen negativ betrachten, eigentlich nur offenbart, dass irgendwas zwischen ihnen und Jesus steht. Die Tatsache, dass das Gerichtsthema so unpopulär ist, offenbart eigentlich ein Problem in der Beziehung zu Jesus.
[41:28] Und in diesem Sinne lädt uns dieser Vers vom großen weißen Thron ein, über unsere Beziehung zu Jesus nachzudenken und darüber nachzudenken, ob zwischen mir und ihm alles in Ordnung ist. Wenn nicht alles in Ordnung ist, was kann ich tun? Ich kann alles, was nicht in Ordnung ist, ihm einfach geben und er wird es in Ordnung machen. Und wenn alles in Ordnung ist, dann kann ich mit David sagen, Herr, richte mich. Und auch gemeinsam Gott bitten, dass er uns durch seinen Heiligen Geist erfüllt und uns segnet.
[42:02] Hast du ihn, der Kind? Dass du, Herr Jesus, für uns am Kreuz gestorben bist und dass du uns jeden Tag mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Herr, wir wissen, dass wir alleine ohne dich nicht im Gericht bestehen könnten, aber wir wissen, dass du derjenige bist, der nicht nur unser Anwalt, der Zeuge, sondern auch der Richter sein wirst. Deswegen bitten wir dich, Herr Jesus, dass du uns zeigst, wenn es irgendetwas zwischen uns und dir gibt, dass wir es durch das Blut, das du vergossen hast, hinwegnehmen können, dass du es reinwaschen kannst und dass wir ganz und gar dir gehören. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass die Botschaft vom Gericht eine gute Botschaft ist, eine frohe Botschaft, weil du uns rettest und befreist. Und so bitten wir dich, dass du uns segnest und dank mir dafür von ganzem Herzen. Amen.