Christopher Kramp setzt das Offenbarungsseminar fort und beginnt mit Offenbarung 3:14a, der Botschaft an die Gemeinde Laodizea. Er erläutert, warum die sieben Gemeinden in der Offenbarung als Zeitepochen der Kirchengeschichte zu verstehen sind und betont die besondere Relevanz der Laodizea-Botschaft für die heutige Zeit. Der Sprecher beleuchtet den historischen Hintergrund der Stadt Laodizea und verbindet Paulus‘ Kampf um die Gemeinde mit dem „Geheimnis Gottes: Christus in euch“, das in der siebten Posaune vollendet wird.
Offenbarung 3:14a
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Endzeit, Gemeinde, Mission, Offenbarung, Zeichen der ZeitPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:49] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Die Zeit des Wartens hat ein Ende. Es geht weiter in etwas vielleicht ungewohnter Umgebung. Wir sind ja nicht mehr in der Gemeinde Stuttgart-Wangen, jetzt hier sozusagen in Studioatmosphäre. Aber was bleibt, ist, dass wir die Offenbarung Vers für Vers, Abschnitt für Abschnitt, Phrase für Phrase studieren wollen, um zu verstehen in der Tiefe, was das Evangelium – denn das ist es ja, ein Evangelium in prophetischen Bildern – von Jesus uns hier sagen möchte.
[1:30] Wir wollen die Offenbarung Jesu Christi weiter studieren und wir beginnen mit einem ganz neuen und extrem wichtigen Abschnitt. Wir haben in den vergangenen Monaten uns intensiv mit den sieben Gemeinden beschäftigt, den sieben Sendschreiben an die Gemeinden, und sind bis zur sechsten Gemeinde in Offenbarung 3, der Gemeinde Philadelphia, gekommen. Und was wir heute beginnen wollen und in den nächsten Wochen dann Stück für Stück uns ganz detailliert und auch mit frischen Augen anschauen wollen, ist die Botschaft von Jesus an die Gemeinde Laodizea. Von allen Botschaften in Offenbarung 2 und 3 ist es mit Sicherheit die, die am meisten Aufmerksamkeit verdient, weil es die Zeit betrifft, in der wir, du und ich, jetzt gerade leben. Und deswegen wollen wir für diese Laodizea-Botschaft auch besonders viel, ja, Aufmerksamkeit, ihr besonders viel Aufmerksamkeit widmen und sie wirklich biblisch aus allen Perspektiven studieren und verstehen.
[2:48] Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid und jetzt auch Woche für Woche mit uns gemeinsam hier die Offenbarung studieren werdet. Wir möchten auch ankündigen, das ist etwas, was es viele Jahre bei Jul Media nicht so richtig gegeben hat, wieder geben soll, nämlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die wir hier dann in kleinen Videos beantworten werden als Bibelantworten. Wenn ihr also Fragen habt, könnt ihr sie gerne uns stellen. Fragen zur Offenbarung oder auch allgemein zur Bibel, zur biblischen Lehre, zu Fragen der Geschichte, die mit der Bibel und der Prophetie zusammenhängen, was immer ihr gerne wissen möchtet, sofern wir es beantworten können. Schreibt uns diese Fragen unter [email protected] und wir werden nach und nach diese Fragen in kurzen Videos hier auch beantworten, was die Gelegenheit dann gibt, das auch weiterzuteilen, denn wahrscheinlich haben noch viele andere Menschen dieselbe Frage wie du, lieber Freund, liebe Freundin.
[3:54] Wir wollen heute beginnen, uns mit Offenbarung 3 Vers 14, dem ersten Vers der Laodizea-Botschaft, zu beschäftigen. Da gibt es eine ganze Menge zu entdecken. Wir werden das aufteilen auf mehrere Einheiten, Studieneinheiten. Wollen heute mit dem Anfang beginnen und bevor wir anfangen, möchten wir natürlich Gott einladen, dass er unser Studium segnet. Und wenn es dir möglich ist, lieber Freund, liebe Freundin, dann lade ich dich auch ein, wo du bist, jetzt vor dem Rechner, dass wir gemeinsam dazu niederknien. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt wieder dein Wort studieren dürfen, die Offenbarung studieren können. Möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass dein Wort seine Kraft entfaltet und dass wir verstehen, was es uns persönlich zu sagen hat. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[4:51] Offenbarung 3 Vers 14. Schlagt mit mir gemeinsam die Bibeln auf. Es lohnt sich, das selbst auch mitzuverfolgen. Offenbarung 3 Vers 14. Es heißt hier: „Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der Amen, der Treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes.“ Es geht um die Gemeinde in Laodizea.
[5:18] Und zunächst wollen wir uns vielleicht ganz kurz noch mal vergegenwärtigen, warum wir glauben, dass diese siebte Gemeinde die letzte Gemeinde ist. Das ist nicht so selbstverständlich. Es gibt heutzutage mittlerweile einige Ausleger, die glauben, dass diese sieben Gemeinden überhaupt gar nicht eine historische Erfüllung durch die Kirchengeschichte haben, sondern einfach sich nur auf die Ortsgemeinden zur Zeit von Johannes beziehen. Deswegen eine kurze Wiederholung, ein, zwei Minuten, um das Revue passieren zu lassen, was biblisch vom Text her dafür spricht, dass diese Gemeinden tatsächlich auch Zeitepochen darstellen, die sich nacheinander so abgespielt haben.
[6:03] Zunächst einmal müssen wir natürlich daran erinnern, dass in Offenbarung 1 Vers 11 steht, ähm die Sprache: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte.“ Also Jesus sagt hier: „Und was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamon und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.“ Was oft übersehen wird, ist, dass das gesamte Buch der Offenbarung an die sieben Gemeinden geschrieben ist. Und diese Sendschreiben sind sozusagen dann noch mal extra besondere Nachrichten jeder einzelnen Gemeinde. Aber das gesamte Buch ist an die sieben Gemeinden geschrieben. Wenn die sieben Gemeinden nur die Ortsgemeinden zur Zeit von Johannes sind, dann ist auch das gesamte Buch der Offenbarung nur an Gemeinden im ersten Jahrhundert, an sieben Gemeinden im ersten Jahrhundert geschrieben. Und das glauben wir nicht. Also das macht überhaupt gar keinen Sinn, denn die Offenbarung ist ganz offensichtlich ein Buch, das bis an das Ende der Zeit, das bis zur Wiederkunft darüber hinausreicht und das natürlich auch in seinen Prophezeiungen die gesamte Kirchengeschichte abdeckt. Das wird in vielen anderen, also das wird in den Siegeln, in den Posaunen, Offenbarung 12, 13, 14, ganz deutlich auch in der Kombination dann mit dem Buch Daniel. Von daher müssen wir also feststellen, wenn dieses Buch Offenbarung an die sieben Gemeinden geschrieben ist und das Buch Offenbarung aber die gesamte Zeit der christlichen Epoche beschreibt, dann ist natürlich auch die Schlussfolgerung absolut logisch, dass auch diese sieben Gemeinden letztlich ein Symbol sind für die Gemeinden der gesamten christlichen Zeitepoche.
[7:39] Zudem finden wir in den Texten zu den Gemeinden klare Hinweise auf eine solche Abfolge. In Offenbarung 2 und dort in Vers 2 heißt es: „Ich kenne deine Werke.“ Ist die erste Gemeinde, die Gemeinde Ephesus. „Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren und dass du die Bösen nicht ertragen kannst und du hast die geprüft, die behaupten, die seien Apostel und sind es nicht und hast sie als Lügner erkannt.“ Also wir haben hier, wenn man sich das anschaut, in 2 Vers 2, dann haben wir die falschen Apostel, das sind Lügner. Und dann in der nächsten Gemeinde, in Smyrna, haben wir in Vers 9: „Ich kenne deine Werke und Drangsal und deine Armut, du bist aber reich und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.“ Dann haben wir hier also in der zweiten Gemeinde in 2 Vers 9 eine, also, falsche Juden und eine Synagoge Satans. Ja, und dann in der dritten Gemeinde haben wir in Vers 13 die Formulierung: „Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst, da wo der Thron des Satans ist.“ Da wir also jetzt hier in 2 Vers 13 den Thron Satans. Und dann haben wir in der vierten Gemeinde in Thyatira, da haben wir ähm den absoluten Tiefpunkt sozusagen. Da heißt es nämlich in Vers 24: „Euch aber sage ich und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen.“ Haben wir also hier in 2, 24 die Tiefen Satans. Und wir sehen sozusagen einen ganz kontinuierlichen Abfall. Falsch, der Satan ist schon ein Lügner, ja, falsche Apostel, ja, sehr nah noch an, also die Verführung sehr nah am Original. Und dann ist es schon ein bisschen offensichtlicher, eine Synagoge Satans, das ist eine Kirche Satans. Dann haben wir die weltliche Macht, die dazu kommt, der Thron Satans. Und schließlich haben wir die Tiefen Satans. Das ist eine ganz deutliche Entwicklung, die auch von Paulus beschrieben wird in der Apostelgeschichte, im zweiten Thessalonicherbrief, wo er sagt, dass zuerst der Abfall kommen muss und dann die Wiederkunft. Und so finden wir interessanterweise, als der Abfall am tiefsten Punkt ist, zum ersten Mal auch die Botschaft der Wiederkunft in Vers 25. Da haben wir nämlich in 2, 25 bis: „Ich komme.“ Da sagt Jesus: „Ich komme.“ Die Botschaft der Wiederkunft. Und dann in der fünften Gemeinde in Sardes, da sagt er dann in Vers 3: „So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast und bewahre es und tue Buße. Wenn du nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich über dich komme.“ Da sagt er also hier in 3 Vers 3, er kommt wie ein Dieb, also überraschend. Das ist also nicht erst in Ewigkeiten. Und dann in der vorletzten Gemeinde in Philadelphia heißt es in Vers 11: „Siehe, ich komme bald.“ Hier 3, 11 sagt er: „Ich komme bald.“ Wir sehen also: Ich komme, ich komme wie ein Dieb, ich komme bald. Und dann in der letzten Gemeinde, das werden wir noch ausführlich uns anschauen, sagt er in Vers 20: „Siehe, ich stehe vor der Tür.“ 3 Vers 20. Die Wiederkunft rückt näher. So haben wir also hier in den sieben Sendschreiben zwei wesentliche Entwicklungen. Wir haben den Abfall innerhalb der Christenheit bis zu einem Tiefpunkt, bis in das finstere Mittelalter hinein. Und dann ab 1798 die Botschaft der Wiederkunft, die dann jetzt immer näher rückt bis zu einem Punkt, wo – das werden wir heute schon andeuten – alle Zeitprophezeiungen der Bibel vollendet sind und jetzt wir sozusagen an einem Punkt sind, wo Jesus schon vor der Tür steht. Aber dazu gleich mehr.
[12:28] Beginnen wir also, uns mit diesem Text genauer zu beschäftigen. Es heißt ja: „Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe.“ Jemand könnte denken, dass also diese Botschaft sich nur an die Engel, auf die Engel bezieht und nicht auch auf die ganze Gemeinde. Aber wir haben in Vers 11 gelesen, wie er gesagt hat: „Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asien sind, nach Ephesus, nach Smyrna, nach Pergamon, nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea.“ Die Engel der Gemeinden, das werden wir uns auch noch anschauen, natürlich auch Boten, die in besonderer Weise auch Verantwortung tragen diesen Gemeinden. Aber die Botschaft ist auch eine Botschaft an die gesamte Gemeinde.
[13:11] Die Gemeinde Laodizea. Was wissen wir über die Gemeinde Laodizea eigentlich? Wen das interessiert, griechisch eigentlich Laodikeia, das ist eigentlich die richtige Aussprache. Bei uns hat sich Laodizea eingebürgert, aber wer möchte, kann natürlich auch gerne Laodikeia sagen. War eine Stadt in Klein-Asien, gelegen am sogenannten Fluss Lykos in der Provinz Asia. Alle diese sieben Gemeinden in Offenbarung sind ja in dieser westlichen Provinz in Kleinasien gewesen. Die Stadt war gegründet worden von einem der griechischen Diadochen, also einem der Nachfolger von Alexander dem Großen oder einer der nächsten dann in der Generation. Antiochos der II., der nannte diese Stadt Laodikeia, weil seine Frau Laodike hieß. Und dieser Name ist in der griechischen Mythologie sehr weit verbreitet, gibt es viele weibliche Wesen, die Laodike heißen. Und so hieß auch sie Laodike. Das Wort interessanterweise setzt sich zusammen aus zwei Worten: aus Laos, das heißt Volk, und aus Dike. Dike ist das Recht, die Gerechtigkeit, das Rechtsverfahren, das Gerichtsverfahren, der Prozess. Kann auch die Strafe bedeuten, die sozusagen aufgrund eines ordentlichen Gerichtsverfahrens dann festgelegt wird. Also ein breites Spektrum, was aber sich um das Thema Recht, Gerechtigkeit, Gericht dreht. Und Volksgerechtigkeit, Volksgericht, das ist natürlich super interessant für die letzte Gemeinde, die in einer Zeit lebt, die wir sehen werden, wo auch das Gericht eine Rolle spielt.
[14:54] Interessant ist auch, wir werden jetzt heute nur kurz drüber sprechen über die historischen Hintergründe der Stadt, weil manche Dinge wir dann auch anhand der Verse erklären werden, wo es dann im Einzelnen noch wichtig ist. Aber interessant ist, äh, dass die Stadt nur wenige Jahrzehnte zuvor im Jahre 60 nach Christus durch ein Erdbeben zerstört worden ist und so reich gewesen ist, dass im Gegensatz zu anderen Städten, die auch durch Erdbeben zerstört worden sind und dann durch kaiserliche Finanzmittel wieder aufgebaut worden sind, diese Stadt keine Hilfe vom Kaiser benötigt hat, sondern aus eigenen Mitteln einfach wieder die Stadt aufbauen konnte. Ein Hinweis auf den enormen Reichtum dieser Stadt. Und das ist deswegen so wichtig, weil das ja ein zentrales Thema in der Laodizea-Botschaft ist, wenn es dann später heißt in Vers 17: „Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts.“ Da werden wir noch ausführlich drauf zu sprechen kommen. Aber schon hier der Hinweis: Diese Stadt hatte also wenige Jahrzehnte, äh, bevor Johannes die Offenbarung schreibt, so ein Erlebnis gehabt und hatte nach weltlichen Maßstäben mit großem Reichtum sich selbst geholfen.
[16:07] Das ist aber nur der historische Hintergrund. Ein wenig interessanter noch für uns ist, was die Bibel selbst über die Gemeinde Laodizea sagt. Das wird manchmal vielleicht ein bisschen übersehen oder nicht vielleicht nicht so ausführlich ausgewertet, wenn es darum geht, die Botschaft an Laodizea zu studieren. In Kolosser 4 Vers 16 lernen wir, dass es offensichtlich einen Brief von Paulus an die Gemeinde in Laodikeia gegeben hat. Er sagt hier in Kolosser 4 Vers 16 in seinem Brief an die Kolosser: „Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde der Laodizea gelesen wird und dass ihr auch den aus Laodizea lest.“ Mit anderen Worten, es gibt einen Brief an Laodizea, den die Gemeinde in Kolossä hätte lesen sollte. Andersrum können wir hier auch ganz deutlich feststellen, dass der Brief an die Kolosser auch an die Gemeinde Laodizea gerichtet war. Wir können also sehen, dass auch wenn wir den Brief an Laodizea nicht mehr haben im Neuen Testament, können wir doch etwas erahnen von dem geistlichen Zustand der Gemeinde, wenn wir uns bewusst machen, dass dieser Brief an die Kolosser auch an die Gemeinde in Laodizea gedacht war und dass die Gemeinde Laodikeia davon profitieren sollte.
[17:33] In Kolosser Kapitel 2 finden wir mehr darüber. In Kolosser Kapitel 2 und dort Vers 1 heißt es: „Ich will aber, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht im Fleisch gesehen haben.“ Paulus sagt, dass er einen Kampf hat, einen Kampf um die Gemeinde in Laodikeia, Laodizea, genauso wie einen Kampf hat um die Kolosser. Und hier lohnt es sich jetzt wirklich, sich einmal genauer den Kontext dieses Verses anzuschauen, denn der erklärt, was der Kampf des Paulus war, wie er um diese Gemeinde gekämpft hat und warum er gekämpft hat und was sein Ziel war für diese Gemeinde. Denn wenn wir verstehen, was Paulus unter der Inspiration des Heiligen Geistes, geführt vom Geiste Jesu, wir verstehen, was Jesus durch Paulus erreichen wollte hier in den ungefähr 60 nach Christus, dann erahnen wir vielleicht auch etwas von oder erahnen wir einiges von dem, was Jesus ein paar Jahrzehnte später durch Johannes derselben Gemeinde sagen wollte. Und das, glaube ich, ist sehr interessant. Was ist also der Kontext? Wir gehen ein paar Verse zurück, denn natürlich hat Paulus hier nicht in Kapitel 2 Vers 1 ein neues Kapitel begonnen, der hat einfach weitergeschrieben. Das ist nur für uns zur Orientierung später eingefügt worden. Wir beginnen am besten in Vers 27 von Kapitel 1. Kapitel 1 Vers 27 gibt uns ein ganz interessantes, ein ganz interessanten Gedanken. Hier steht Kolosser 1 Vers 27: „Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Es geht in Kolosser 1 Vers 27 um das Geheimnis Gottes. Und er sagt, dieses Geheimnis Gottes wird hier definiert als Christus in euch. Nicht nur ein Glaube, dass Jesus existiert hat als historische Person, nicht nur ein theologischer Glaube, dass Jesus der Erlöser der Welt ist und Sünden getragen hat, sondern ein persönlicher Glaube, der bewirkt, dass Jesus in uns ist, durch den Heiligen Geist mit uns verbunden ist, sein Wesen, sein Charakter, sein Wort in uns lebt. Die Hoffnung der Herrlichkeit nennt er das. Das Geheimnis Gottes, sagt er, ist Christus in euch. Das ist das Geheimnis Gottes.
[20:21] Warum ist das so interessant? Das Geheimnis Gottes wird auch an anderer Stelle in der Offenbarung erwähnt, und zwar in Offenbarung Kapitel 10. Und da wird jetzt richtig interessant. Jetzt müsst ihr gut aufpassen und mitdenken. Ihr werdet staunen, was für tolle Sachen wir hier in der Bibel sehen können. Offenbarung 10 und dort Vers 7. Offenbarung 10 Vers 7 heißt es: „Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird.“ Es geht also um die siebte Posaune. „Soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie er es seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet hat.“ Hier sagt die Offenbarung, dass das Geheimnis Gottes vollendet werden soll. Es soll vollendet werden. Und es sagt auch hier, hier, das ist übrigens Jesus selbst, der hier spricht, ja, das ist Offenbarung 10, das Jesus als ein Engel, der vom Himmel herabkommt mit dem geöffneten Büchlein Daniel, ja. Ähm, das haben wir an anderer Stelle immer wieder mal auch studiert. Es ist Jesus, der hier spricht, und er schwört, dass in der siebten Posaune das Evangelium vollendet wird. Warum sage ich Evangelium? Weil in Vers 7 steht, er hatte seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet. Es geht also um das, ich nenne es mal, das prophetische Evangelium, und zwar das wahre Evangelium, das ewige Evangelium, das auf der Prophetie basiert. Denn das wahre Evangelium ist vom ersten Moment an, 1. Mose 3:15, immer prophezeit worden, immer verbunden mit der Prophetie. Und dieses prophetische Evangelium, wir denken an Daniel 9 und Daniel 8 und all die verschiedenen Prophezeiungen, die mit dem Evangelium zu tun haben. Dieses Evangelium ist offensichtlich Geheimnis Gottes: Christus in euch. Es geht also beim prophetischen Evangelium, beim ewigen Evangelium, nicht nur um Daten und Fakten und historische Zusammenhänge. Es geht darum, dass all das auf ein Ziel zusteuert, nämlich dass Christus in uns ist, Christus in mir, Christus in dir, lieber Freund, liebe Freundin.
[22:40] Was ist also die Vollendung in der siebten Posaune? Übrigens, wenn ihr das noch ausführlicher studieren wollt, diesen Aspekt, den ich jetzt hier noch ein bisschen versuche anzudeuten, dann könnt ihr in der Christ Study Hour vom zweiten Quartal 2024, also jetzt ganz in zeitlicher Nähe hierzu, ähm die Lektion Nummer 8 euch anschauen. Lektion Nummer 8 gehen wir über all die Dinge sehr ausführlich an und schauen uns Offenbarung 10 und wie das mit der siebten Posaune zusammenhängt und wie das alles dann eine Rolle spielt, auch hier, was wie hier Amos 3 im Hintergrund ist und so, da können wir heute nicht drauf eingehen, aber das könnt ihr da vertiefen. Aber wir gucken uns jetzt nur die Dinge an, die wichtig sind zu verstehen, um den Kolossertext zu verstehen, wo Paulus über den Kampf um die Gemeinde in Laodizea spricht, weil wir wollen verstehen, was ist das Anliegen Jesu durch Paulus an die Gemeinde in Laodizea, worum kämpft er? Das Ziel ist offensichtlich Christus in euch. Und es geht das prophetische Evangelium, das sagt uns die Offenbarung, vollendet wird in der siebten Posaune. Jetzt, was passiert in der siebten Posaune? In Offenbarung 11 Vers 19 im Zusammenhang der siebten Posaune lesen wir Vers 19: „Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.“ Wenn eine Tür sich öffnet und die Bundeslade sichtbar wird, dann kann...
[24:11] die Bundeslade sichtbar wird, dann kann das nur bedeuten, dass der Weg zum Allerheiligsten sich geöffnet hat. Und das ist für uns natürlich super interessant, denn Laodizea ist die Gemeinde am Ende, in der Zeit, als sich der Weg zum Allerheiligsten öffnet. Diese Vollendung hat mit Offenbarung 11, Vers 19 zu tun, mit dem Allerheiligsten. Und damit natürlich – wir wissen aus anderen prophetischen Schriftstellen –, dass dieser Gang Jesu vom Heiligen ins Allerheiligste, die Verlagerung des Dienstes vom täglichen Dienst in den jährlichen Dienst, also typologisch gesprochen, im Jahre 1844 stattfand.
[25:04] Also halten wir fest: Paulus sagt, dass er einen großen Kampf hat um die Gemeinde Laodizea. Und sein Anliegen ist: Christus in euch, das Geheimnis Gottes. Und Johannes sagt in Offenbarung, dass genau dieses Geheimnis Gottes vollendet wird zu der Zeit, wo 1844 das Gericht beginnt. Es geht also nicht einfach nur um ein Datum, es geht nicht einfach nur um das Gericht. Es geht um die Vollendung des Geheimnisses Gottes, und das ist Christus in euch. Es geht also darum, dass das Evangelium im Leben der Gläubigen eine Realität wird. Und das ist genau die Botschaft an Laodizea in der Endzeit.
[25:47] Wir sehen also, das ist sehr lohnend, hier den Kolossertext ein bisschen zu durchdenken. Dieses Geheimnis Gottes spielt in der Endzeit, in der Zeit von Laodizea, kirchengeschichtlich gesehen, genau die entscheidende Rolle. Denn es ist genau die Zeit, in der das Geheimnis Gottes, das Paulus so als Anliegen hatte, wo es vollendet wird, indem Jesus in das Allerheiligste geht. Und dieser Gedanke "Christus in euch", seine Vollendung erreichen soll die Gemeinde dieser Zeit.
[26:18] Nun zurück zu Kolosser. Kolosser 1, Vers 27: "Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist." Er sagt, dieses Geheimnis ist herrlich, da ist eine unfassbare Herrlichkeit damit verbunden. Und auch das ist spannend, denn wir wissen, dass in Offenbarung 18 uns das gesagt wird, dass die letzte Gemeinde, wenn sie – und das jetzt, ich gebe schon einen Punkt ein bisschen voran sozusagen gedanklich – wenn sie die Laodizea-Botschaft angenommen hat. Es geht ja bei der Laodizea-Botschaft nicht darum, dass wir – wenn wir später dazu kommen – letztendlich die Laodizea-Botschaft eine Diagnose und eine Therapie. Und wir dürfen nicht nur bei der Diagnose stehen bleiben, wir müssen die Therapie anwenden, damit aus der Gemeinde das wird, was in Offenbarung 18,1 steht. Und da steht, wenn sie sozusagen das Geheimnis Gottes angenommen hat. Dort steht in Offenbarung 18, Vers 1: "Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit." Diese Herrlichkeit ist so groß, dass sie die ganze Erde erleuchtet. Paulus sagt: "Der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses." Warum erleuchtet dieser Engel hier mit seiner Herrlichkeit die ganze Erde? Weil das Geheimnis Gottes mit seinem Reichtum der Herrlichkeit vollendet wird. 1844 das Gericht, Jesus im Allerheiligsten, Christus in euch bedeutet, dass im Allerheiligsten, im Dienst des Allerheiligsten, das Evangelium nicht nur im theologischen Sinne des himmlischen Heiligtums – sondern, und das ist gar nicht getrennt voneinander, sondern es ist ein und dasselbe oder miteinander verwoben und verbunden – sondern in unserem Leben auch vollendet wird, was zu einem Reichtum der Herrlichkeit führen wird, der die Erde erleuchtet.
[28:23] Und hier dürfen wir eine Sache nicht vergessen. Meistens ist es so, wenn man die Laodizea-Botschaft studiert: Entweder man studiert sie überhaupt nur für sich ohne die anderen Gemeinden, oder aber man hat quasi, wie wir das gemacht haben, wir haben uns die ganzen Gemeinden angeschaut, und wenn man bei Laodizea angekommen ist, hat man vielleicht schon wieder fast den Anfang vergessen. Deswegen ist mir das viele Jahre gar nicht aufgegangen. Was ist eigentlich Laodizea in der biblischen Symbolsprache? Das wird ja hier nirgendswo mehr gesagt, weil es am Anfang schon gesagt worden ist. Laodizea ist ein Leuchter, denn alle sieben Gemeinden sind Leuchter. Jesus geht ja durch die sieben Leuchter, und das heißt in Offenbarung 1, Vers 20 ganz am Ende: "Und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden." Und man hat das vielleicht bei den ersten Gemeinden noch so auf dem Schirm, und dann studiert man so viel die Kirchengeschichte und die biblischen Parallelen, und dann verliert ein bisschen aus den Augen, weil es nicht jedes Mal wiederholt wird, dass es sich um einen Leuchter handelt. Und ein Leuchter soll leuchten. Und oft genug wird die Laodizea-Botschaft quasi aufs innergemeindliche, auf die innergemeindlichen Probleme, die Probleme der Gemeinde, die Dinge, die schieflaufen, die anders laufen müssen, beschränkt. Und der missionarische Aspekt wird selten, wenn überhaupt jemals betrachtet, wenn es um Laodizea geht. Man hat den Eindruck, dass es gerade nicht um Mission geht. Aber das ist falsch, denn Jesus betrachtet die Gemeinde Laodizea als einen Leuchter, der, wenn die Botschaft, die schon Paulus der Gemeinde Laodizea geben wollte, nämlich "Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit", wenn dieses Geheimnis vollendet wird, dann wird dort der Reichtum der Herrlichkeit sichtbar sein.
[30:10] Gott möchte – das ist ein großes Ziel mit der Laodizea-Botschaft – er möchte, dass der Leuchter wieder leuchtet, und zwar so hell, so herrlich, so strahlend wie nie zuvor. Und zwar nicht mit unserer eigenen Herrlichkeit, nicht mit unserem Licht, sondern mit Christus in euch. Und jetzt verstehen wir vielleicht sogar besser, was Jesaja 60 meint, wenn es heißt – in Jesaja 60 und dort die berühmten Verse, Jesaja 60, und dort Vers 1: "Mache dich auf, werde licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn – Christus in uns – die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir." "Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint in über dir." Das würde ich aufpassen. Christus in euch bewirkt, wenn diese Botschaft vollendet wird, dass die Herrlichkeit leuchtet in der ganzen Welt. Darum geht's bei der Laodizea-Botschaft, und das sollten wir vor Augen haben.
[31:11] Und ich glaube, wenn wir das vor Augen haben, dann verstehen wir auch die Verse besser, und zwar so, dass die Gemeinde tatsächlich eine echte Erweckung erleben möchte. Lieber Freund, liebe Freunde, ich möchte das von ganzem Herzen sagen: Ich wünsche mir so sehr für mich und für uns alle, dass dieses Studium der Gemeinde Laodizea zu einer persönlichen Erweckung führt, zu einer Erweckung in unseren Familien und zu einer Erweckung in unseren Gemeinden. Gott spricht zu uns, wir dürfen hören und mit ihm zusammenarbeiten.
[31:46] Zurück zu Kolosser, Kolosser Kapitel 1, und dort Vers 28. Kolosser 1, Vers 28. Paulus sagt noch mehr. Er sagt jetzt im Bezug auf dieses Geheimnis Gottes über Jesus Christus, der sagt, der Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Vers 28: "Ihn, also Jesus, verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen." Diese Verkündigung, sagt der Paulus, richtet sich an alle Menschen, und das erinnert uns natürlich ein bisschen an Offenbarung 14, Vers 6 und 7, das ewige Evangelium, das an alle Völker geht, an alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen. Das ist genau diese Idee. Und dann sagt er hier, alle Menschen, drei Dinge: Er sagt: ermahnen. Das heißt, den Spiegel des Wortes Gottes vor ihr Leben stellen, ihnen zeigen, dass sie Sünder sind, ihnen zeigen, dass sie Hilfe brauchen, dass sie auf dem Weg ins Verderben sind, wenn sie sich nicht zu Gott bewegen und bekehren, besser gesagt. Und dann lehren in aller Weisheit. Das Evangelium besteht darin, dass wir den Menschen die Wahrheit über Gott, über sein Evangelium, sein Charakter, sein Gesetz, all das mitgeben. Und dann wieder das Ziel: ermahnen und lehren, um jeden Menschen vollkommen – aber nicht vollkommen in sich selbst, so um andere auszustechen, sondern vollkommen in Jesus Christus darzustellen.
[33:34] Also in Vers 28 – ja, Vers 28. In Vers 27 sagt er: "Christus in euch", und in Vers 28 sagt er: "Ihr in Christus, Christus in euch, ihr in Christus." Er will deutlich machen, das Ziel ist eine vollkommene Einheit mit Jesus. Das Ziel ist nicht eine eigenständige Vollkommenheit, mit der man jetzt Jesus beeindrucken könnte oder andere. Das Ziel ist eine Vollkommenheit in Jesus, mit Jesus, nichts mehr von sich selbst alleine, sondern das Selbst ist mit Jesus verbunden, mit Jesus gekreuzigt, wie Paulus es sagt: gestorben mit ihm, begraben mit ihm, auferweckt und mit ihm im Glauben in den Himmel versetzt, in die himmlischen Regionen. Ein Leben mit Jesus, das ist das Ziel. Darum geht's bei der Laodizea-Botschaft: jeden Menschen in Christus darzustellen.
[34:40] Und dann sehen wir in Vers 29. Er sagt dann ganz deutlich in Kolosser 1, Vers 29: "Dafür" – wenn wir so fragen, wofür? Vers 27 und 28. Vers 27: "Christus in euch." Dann sagt er in Vers 28: "Ihn verkündigen wir, Christus, damit jeder Mensch, der das glaubt, in Christus vollkommen ist." Dann sagt er jetzt Vers 29: "Dafür" – für dieses Ziel – "dafür arbeite und ringe ich auch gemäß seiner wirksamen Kraft, also Jesu Kraft, die auch in mir wirkt mit Macht." Paulus sagt, diesen Kampf, den ich kämpfe, ist nicht meine persönliche Bemühung, Anstrengung, so mein persönliches Ziel, das ich mir gesetzt habe, sondern Jesus wirkt in mir, und deswegen habe ich diesen Kampf. Und dann sagt er in Kapitel 2, Vers 1: "Ich will aber, dass ihr wisst, welch großen Kampf ich habe um euch, um die in Laodizea." Wenn wir die Frage stellen, was für einen großen Kampf, dann sehen wir, es ist genau dafür. Dafür ringt er, dafür kämpft er, dass das hier passiert. Und es ist nicht Paulus, der kämpft, es ist Jesus, der kämpft. Also wir können mit anderen Worten sagen: Jesus hat den unfassbar großen Wunsch, dass die Gemeinde Laodizea zur Zeit von Paulus im Geheimnis Gottes vollendet wird. Und dafür benutzt er den Paulus, der da nicht persönlich hinreisen konnte, aber der schreiben konnte, der beten konnte, der gerungen hat, damit diese Gemeinde das erlebt. Denn offensichtlich war das kein Selbstläufer, das ging nicht so von alleine, das hat sich nicht so ergeben, da gab es Widerstände.
[36:20] Und ich glaube, es ist absolut legitim. Ich glaube, es gibt keinen anderen Schluss, dass derselbe Jesus, der in Paulus mit Macht gewirkt hat, um das zu erreichen, als er dann zu Johannes schreibt, natürlich dasselbe Ziel für die Gemeinde Laodizea hatte. Wenn also das das Ziel Jesu für die Ortsgemeinde Laodizea gewesen ist, dann ist es doch interessant, dass er genau diese Gemeinde als Typus ausgewählt hat für die Zeit der Kirchengeschichte, wo das Geheimnis Gottes, um das es hier in Kolosser geht, zu seiner Vollendung kommt: vollkommen in Christus Jesus. Die Parallele hätte nicht perfekter sein können. Gott hat sich was dabei überlegt. Jesus wusste ganz genau, warum er die Gemeinde Laodizea für die letzte Zeit nimmt. Wir werden das noch an etlichen Details sehen. Ich glaube, so interessant. Wir müssen mit frischen Augen auf die Laodizea-Botschaft schauen, und ich glaube, es gibt noch vieles, was Jesus uns zeigen möchte, was uns zeigt, wie sehr er um uns kämpft. Das heißt übrigens auch, wenn Jesus für die Gemeinde Laodizea so einen Kampf hatte, dann stellen wir ihn vielleicht nicht richtig dar, wenn wir manchmal so ein bisschen auch in Laodizea-Botschaften vielleicht ein bisschen so darstellen, jemand, der uns einfach nur auspucken möchte. Ja, das steht in Offenbarung. Wir werden das gleich heute nicht mehr, aber in den nächsten Wochen sehen, dass dort steht, er sei dabei, uns aus dem Mund auszuspucken. Aber was wir hier lernen können, ist, wie groß der Kampf ist, den Jesus selbst hat, wie sehr er ringt. Und Paulus ist ja sozusagen nur ein menschliches Abbild davon, dass wir bei ihm bleiben und in ihm vollkommen werden. Das ist ein Ziel: das Geheimnis Gottes, die Hoffnung der Herrlichkeit, Christus in uns, Christus in mir und Christus in dir.
[38:09] Vers 2. Und noch mehr wird deutlich über das Ziel, das der Paulus hat. Vers 2: "Damit" – sag ich – "ich kämpfe, Christus kämpft in mir, damit folgendes passiert: Damit ihre Herzen" – das sind die Herzen der Geschwister in Kolossä und der Geschwister in Laodizea – "damit ihre Herzen ermutigt werden." Also Ziel Nummer eins, oder es ist ein bisschen – das ist immer noch das gleiche, aber ein bisschen konkret ausformuliert: Herzen sollen ermutigt werden. Ganz ehrlich, lieber Freund, liebe Freundin, ich weiß nicht, wie viel Predigten du schon über Laodizea gehört hast, aber sind die ermutigend? Paulus sagt: "Ich predige, ich schreibe, ich bete, damit die Herzen der Laodizeaner, der Laodizea, ermutigt werden." Eins ist sicher: die Laodizea-Botschaft in der Offenbarung ist eine, wie es ein guter Freund, der Olaf, mal ausgedrückt hat, eine bittere Pille. Aber sie ist nicht dafür gegeben worden, uns zu entmutigen. Die Laodizea-Botschaft ist nicht gegeben worden, um uns zu entmutigen, sondern uns zu ermutigen. Wir sollten nach einer Predigt über Laodizea neuen Mut fassen, mit Jesus zu gehen, neuen Mut fassen, uns neu zuzuwenden, neu seine Verheißung in Anspruch nehmen, uns von alten Sünden abwenden, weil wir wissen, dass Jesus uns annehmen wird, wenn wir ihm glauben. Ermutigt werden.
[39:41] Aber nicht nur das. Er sagt, damit ihre Herzen ermutigt werden, und dann sagt er: "In Liebe zusammengeschlossen." Also die Herzen sollen ermutigt werden, die Herzen, immer noch die Herzen der Geschwister in Laodizea und in Kolossä, sollen in Liebe zusammengeschlossen werden.
[40:08] Nun, was heißt das? Was heißt denn das, wenn Herzen in Liebe zusammengeschlossen werden sollen? Das heißt doch Einheit, oder? Das heißt zusammenkommen, das heißt gegenseitige Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen, Demut, Liebe. Bin ich der einzige, oder habe ich auch den Eindruck, dass manchmal die Laodizea-Botschaft von manchen so gepredigt worden ist, dass sie keine Einheit hervorgebracht hat, sondern eine Zersplitterung? Nun, das Zeugnis Jesu wird – und das sagt die Bibel ganz, das Wort Gottes – ein zweischneidiges Schwert. Und uns ist deutlich gesagt, dass das Zeugnis Jesu in der Laodizea-Botschaft eine Spaltung hervorrufen wird. Das ist keine Frage. Die Frage ist: will ich als Verkündiger eine Spaltung hervorrufen? Ist das meine Intention, oder ist die Spaltung ein trauriges Resultat der Tatsache, dass Menschen eine Botschaft der Einheit in der Liebe durch das prophetische Evangelium abgelehnt haben? Ringe ich um die Einheit, auch wenn am Ende Leute sich abspalten werden, oder benutze ich die Botschaft mit dem Ziel, zu spalten? Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Paulus sagt: "Ich ringe, damit ihre Herzen in Liebe zusammengeschlossen sind." Und er sagt drittens: "Und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden." Also die Herzen sollen ermutigt werden, die Herzen sollen in Liebe zusammengeschlossen werden, und die Herzen, immer noch der Geschwister in Laodizea und in Kolossä, sollen – wie sagt er? Mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden. Mit anderen Worten: Auch das Verstehen des Evangeliums soll gefördert werden. Die Laodizea-Botschaft soll also fundamentale Wahrheiten des Evangeliums stärken, bestätigen und nicht in Frage stellen.
[42:17] Also jemand, der an den Grundwahrheiten der Bibel rüttelt, predigt nicht die Laodizea-Botschaft, sondern die Laodizea-Botschaft soll dazu führen, dass unsere Herzen ermutigt werden, dass wir in Liebe zusammengeschlossen werden. Und ja, wir wissen, es wird Menschen geben, die die Botschaft ablehnen. Wer sie ablehnt, wird nicht in Liebe zusammengeschlossen, wer sie ablehnt, wird nicht ermutigt werden, und wer sie ablehnt, wird auch nicht völlige Gewissheit bekommen. Aber wir sollen, soweit es an uns liegt, sie so predigen, dass Ermutigung geschieht, dass Liebe zwischen den Geschwistern gestärkt wird, und dass unsere Gewissheit in den Glaubenspunkten der Adventbotschaft, dass unsere Gewissheit gestärkt wird, dass wir bereichert werden in unserem biblischen Verständnis. Und die Frage, die ich mir stelle: Haben meine bisherigen Predigten und meine bisherigen Seminare über Laodizea dieses Ziel gehabt und das Ziel erreicht? Die Frage stelle ich mir, die Frage stelle ich uns allen, weil ich glaube, wir müssen die Laodizea-Botschaft so angehen, wie sie Jesus schon durch Paulus angegangen ist, ein paar Jahrzehnte bevor er dann durch Johannes zu Laodizea gesprochen hat.
[43:25] Nun, sicher wissen wir nicht ganz genau, ob die Situation eins zu eins die gleiche war zur Zeit von Johannes wie zur Zeit von Paulus. Aber die Tatsache, nur diese beiden Textabschnitte haben, ist letztendlich für mich Grund genug zu sagen, wenn wir sie biblisch verstehen wollen, können wir uns nur auf diese Stelle stützen, und sie zeigt ganz deutlich, was das Anliegen ist. Wir haben gesehen, wie auch prophetisch in der Offenbarung diese Themen von Kolosser genau die Themen sind, die zur Zeit von Laodizea im Raum stehen. Von daher bin ich absolut überzeugt, dass dieser Abschnitt im Kolosser uns etwas über die Laodizea-Botschaft wirklich Interessantes und Wichtiges sagt.
[44:08] Das Ziel in Vers 2 weiter: "Damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters und des Christus." Also all das – und das damit schließt sich jetzt der Kreis zu Vers 27. All das hat ein letztliches Hauptziel: Die Erkenntnis des Geheimnisses Gottes. Und was ist dieses Geheimnis? Das haben wir gesehen in Vers 27, Kapitel 1: "Christus in euch." Und das zeigt uns, diese Erkenntnis ist nicht einfach eine intellektuelle Erkenntnis, sondern eine Erfahrung. Wir erinnern uns, Adam erkannte seine Frau, und sie war schwanger. Eine Erfahrung des Geheimnisses Gottes. All das, das ermutigt werden im Herzen, dass in den Herzen in Liebe zusammengeschlossen werden und in den Herzen völlige Gewissheit über den Glauben haben, das führt dazu, dass Christus in uns ist und wir vollkommen in Jesus Christus. Das war das Ziel. Paulus sagt, das war nicht selbstverständlich, das war ein großer Kampf, und so wird auch die wahre Laodizea-Botschaft ein Kampf sein. Es wird ein großer Kampf sein in unserem eigenen Herzen, unseren Familien und in unseren Gemeinden. Wird Widerstand geben, aber Jesus hat gewonnen, und es gibt keinen Weg dran vorbei. Wir müssen diese Botschaft selbst verstehen, lesen, annehmen, erleben, vorangehen und weitergeben wie Sauerteig in die Gemeinden, damit ja, in die Gemeinden hineinwirken, damit diese Botschaft alles, was wir tun, mit Licht und Herrlichkeit und Freude und Kraft und Stärke bereichert.
[46:05] Zum Schluss, in Kolosser 2, Vers 3 heißt es über ihn, über Jesus Christus: "In welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind." In Christus ist das Zentrum. Er ist das A und das O, er ist die Grundlage aller wahren Erziehung, aller wahren Bildung. Wahrheit ist immer so biblisch weit, dass sie auf Christus hinführt, von Christus herrührt. Christus ist die Wurzel und das Ziel aller Wahrheit. Er muss das A und das O der Laodizea-Botschaft sein. Lasst uns die Laodizea-Botschaft so studieren, dass nicht wir mit unserem Problem im Mittelpunkt stehen, sondern Christus mit seiner Lösung, und wir mit unserem Problem zum Christus kommen. Ich wünsche mir so sehr, dass wir die Laodizea-Botschaft neu lesen, und dass wir neu Gott bitten, dass er zu unseren Herzen spricht, dass wir aus dem Hamsterrad unserer Erfahrung rauskommen, und dass Gottes Kraft in seinem Wort uns packt, und dass diese Botschaft unser Herz verändert, vorbereitet, und wir zur Vollendung in Jesus kommen, im Geheimnis der Herrlichkeit, dem Geheimnis Gottes, der Hoffnung der Herrlichkeit, der die ganze Erde erleuchten wird. Ist es dein Wunsch, lieber Freund, liebe Freundin? Lasst uns gemeinsam weiter die Laodizea-Botschaft studieren. Wir werden nächste Woche weiterhin Vers 14 lesen. Du siehst, es gibt einiges noch zu entdecken, und wir werden sehen, wie sehr gerade dieser Vers...
[47:26] werden sehen, wie sehr gerade dieser Vers 14 schon über Jesus und seine Kraft und seine Gnade und seine Liebe, sein Evangelium spricht. Ich wünsche mir, dass wir Jesu Worte zu uns persönlich annehmen. Wünschst du dir das auch?
[47:41] Lass uns doch gemeinsam beten. Und wenn es hier möglich ist, lass uns dazu knien.
[47:48] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du zu uns gesprochen hast, dass dein Wort seine Kraft entfaltet. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du in unseren Herzen wohnst durch den Heiligen Geist. Herr, wir wünschen uns, dass dieses Geheimnis Gottes vollendet wird in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden, und dass die Welt erleuchtet wird mit der Herrlichkeit einer echten Beziehung zu dir, die so tief ist, dass alles, was wir tun und sagen und denken, durchdrungen ist von der Gemeinschaft mit dir. Das bitten wir im Namen Jesu. Hab Dank dafür. Amen.
[48:30] Nächste Woche werden wir uns weiter damit beschäftigen und Offenbarung 3 Vers 14 weiter studieren. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium des prophetischen Evangeliums. Gott mit euch. Amen.
Lizenz
Copyright ©2024 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.