In dieser Folge des Offenbarungsseminars widmet sich Christopher Kramp Offenbarung 3, Vers 15, der Diagnose Jesu an die Gemeinde Laodizea: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist.“ Er erklärt biblisch, was „kalt“ (fehlende Liebe durch Sünde) und „heiß“ (evangelistischer Eifer durch den Heiligen Geist) bedeuten. Kramp warnt vor einem „Patchwork-Charakter“ und der Unbeständigkeit eines geteilten Herzens, das weder ganz Gott noch ganz der Welt dient.
Offenbarung 3:15
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Endzeit, Gemeinde, Offenbarung, Prophetie, Zeichen der ZeitPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf www.julmedia.de. Wir wollen heute weiter studieren in der Offenbarung, in der für uns so überaus wichtigen Botschaft an die Gemeinde Laodizea. Wir haben die letzten vier Folgen uns mit Offenbarung 3 Vers 14 beschäftigt und uns angeschaut, wie Jesus sich dort selbst vorstellt und warum dieser Brief an den Engel der Gemeinde Laodizea gerichtet worden ist. Heute wollen wir einen Vers weitergehen und uns mit Vers 15 beschäftigen. Bevor wir das tun, möchten wir nach guter Gewohnheit Gott einladen, unser Denken mit seinem Heiligen Geist zu erfüllen, dass wir die Offenbarung verstehen, so wie er sie gemeint hat. Und wenn es dir möglich ist, lieber Freund, liebe Freundin, dann lade ich dich ein, dass wir auch gemeinsam dazu niederknien.
[1:52] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben. Danke, dass du in deinem Wort zu uns sprichst und dass die Offenbarung uns so viel Freude macht, dass wir so viel schöne Dinge dort entdecken können. Wir möchten dich bitten, dass der Vers, den wir lesen, die Worte, die wir studieren, unser Herz erreichen, unser Herz verändern und uns ganz nah zu dir bringen. Und dass wir von deinem Heiligen Geist erfüllt das tun und die Entscheidung treffen, die du dir wünschst und die zum Besten für uns sind. Dafür danken wir dir, Herr, dass du uns nicht einfach nur Aufträge erteilst, sondern dass du das Beste für uns möchtest, dass du uns segnen möchtest, dass du uns lieb hast, dass du das für uns vorbereitet hast, was alles übersteigt, was wir uns selbst vorstellen können. Herr, segne jetzt unser Studium, sei du unser Lehrer. Du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum bitte ich dich und danke dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:57] Amen. Offenbarung Kapitel 3 Vers 15. Wir haben gesehen, dass in Vers 14 Jesus sich vorstellt als der Amen, derjenige, der jeder Verheißung sozusagen sein Siegel aufdrückt, der treue und wahrhaftige Zeuge, der im Himmel nicht lügen wird, wenn es um unseren Fall geht, und der Ursprung der Schöpfung Gottes. Er, der Schöpfer und damit auch der Herr aller geschaffenen Wesen ist und auch uns ein neues Herz schenken kann, indem er als König, als Herrscher regieren möchte, weil es gibt keine bessere Regierung als die Regierung von Gott. Wir lesen in Vers 15: "Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst!"
[4:01] Die Formulierung "ich kenne deine Werke", die kennen wir schon. Wir kennen sie aus Offenbarung 2 und wir kennen sie aus Offenbarung 3. Jeder Gemeinde hat Jesus am Anfang gesagt: "Ich kenne deine Werke." Zum Beispiel in der Gemeinde Ephesus in Offenbarung 2 Vers 2: "Ich kenne deine Werke und deine Bemühung." Jedes Mal beginnt Jesus damit, dass er die Werke kennt, und das zeigt uns, das ist Jesus auch – und das haben wir mehrmals damals auch mit der Mirjam immer wieder studiert – dass es Gott auch um unsere Werke geht. Die Werke zeigen ja, ob wir echten Glauben haben oder ob wir aus uns selbst leben. Jesus schaut auf unsere Werke, er kennt sie genau, und die Werke offenbaren, wo das geistliche Problem ist, oder sie offenbaren unseren geistlichen Zustand, ob er gesund oder krank ist.
[5:02] Und deswegen spricht Jesus jetzt hier auch über die Werke. Er gibt jetzt eine Diagnose für die Gemeinde Laodizea, von der wir gelernt haben, sie ist ein Typus, sie ist eine Prophezeiung für uns in der letzten Zeit, während des Gerichtes. Er sagt in Vers 15: "Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist."
[5:35] Wir werden im Gericht nach unseren Werken beurteilt, denn in Prediger Kapitel 12 und dort ab Vers 13 – Prediger 12 und dort ab Vers 13 – lesen wir folgendes: Prediger 12 und dort ab Vers 13: "Lasst uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse." Wir, die wir in der Zeit des Gerichtes leben – und das haben wir letztes Mal am Ende noch angedeutet – die wir die Botschaft predigen: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen", müssen uns selbst im Klaren sein, dass alle unsere Werke, seien sie gut oder böse, vor Gott ins Gericht kommen.
[6:46] Offenbarung 22 Vers 12. Wir hoffen und warten auf die Wiederkunft, wir wollen unser Leben nach der Wiederkunft ausrichten. Jesus sagt in Offenbarung 22 Vers 12: "Und siehe, ich komme bald und mein Lohn ist mit mir, um einem jeden zu vergelten, wie sein Werk sein wird." Und Jesus sagt der Gemeinde, die auf die Wiederkunft wartet: "Ich kenne deine Werke." Und jeder, der die Laodizea-Botschaft einmal gelesen hat, weiß, diese Werke zeigen einen dramatischen geistlichen Zustand. Laodizea ist nicht vorbereitet auf das Gericht. Sie verkündigt das Gericht, sie glaubt, in der Zeit des Gerichtes zu leben, aber Laodizea ist nicht vorbereitet auf das Gericht. Denn wenn Laodizea jetzt gerichtet werden würde in dem Zustand, wie Laodizea ist, was wäre denn das Resultat? Wenn im Gericht die Werke angeschaut werden und die Werke so sind, wie Jesus sie in Laodizea diagnostiziert, Laodizea ist auf dem Weg ins Verderben.
[7:52] Und deswegen ruft Jesus sie auf, einzuhalten, aufzuwachen. Er ruft mich und dich. Jesus will nicht eine siegreiche Gruppe noch ein bisschen besser machen. Er will denjenigen, die das Gericht verkündigen, deutlich machen, dass ihr eigener geistlicher Zustand so ist, dass sie nicht durch das Gericht hindurchkommen könnten. "Ich kenne deine Werke." Und weil er gesagt hat, dass er der treue und wahrhaftige Zeuge ist, wissen wir, dass er nicht lügen wird. Er wird im Gericht nicht behaupten, dass wir die Werke haben, die Gott für uns vorbereitet hat, wenn wir sie nicht haben.
[8:40] Eins ist sicher: Es geht nicht darum, dass wir uns einfach mehr anstrengen müssen, um ein bisschen besser zu sein. Epheser 2 Vers 10 sagt er ganz deutlich, welche Werke im Gericht allein Bestand haben. In Epheser 2 und dort Vers 10 heißt es: "Denn wir sind seine Schöpfung – Jesus ist der Ursprung der Schöpfung Gottes – erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen." Wir haben gesehen, Jesus stellt sich vor, noch bevor er über die Werke spricht, und sagt: "Ich bin der Ursprung der Schöpfung Gottes, ich bin derjenige, der dich neu schaffen kann, sodass du dann in den Werken wandelst, die Gott schon zuvor bereitet hat." Aber indem er jetzt sagt: "Ich kenne deine Werke", und jeder, der die Laodizea-Botschaft wenigstens einmal gelesen hat, weiß, das sind nicht die Werke Gottes, die dort beschrieben sind. Was Laodizea lebt, sind nicht die Dinge, die Gott schon vorbereitet hat, sondern sie leben etwas ganz anderes. Und Jesus sagt: "Ich kenne deine Werke. Es sind nicht die Werke, die Gott für dich vorbereitet hat." Das heißt, Laodizea lebt nicht als neue Schöpfung.
[9:58] Was ist das Problem von Laodizea? Er sagt: "Du bist weder kalt noch heiß." Und an dieser Stelle ist man schnell dabei, den archäologischen Befund zu betrachten, und das werden wir auch gleich noch tun. Aber ich möchte erstmal zeigen, dass es wichtig ist, aus der Bibel alleine heraus, auch wenn wir niemals in Anatolien gewesen wären und nie wüssten, wie in Laodizea jetzt die archäologischen Befunde sind, kann man aus der Bibel heraus erklären, was das heißt, dass Laodizea weder kalt noch heiß ist.
[10:37] Das Wort "kalt" kommt nicht so oft in der Bibel vor. In Matthäus 10 Vers 42 meint es einfach den Becher kühlen Wassers, der einem gereicht wird. Aber es gibt eine Stelle, in der das Wort "kalt" auch in einem geistlichen, übertragenen Sinne verwendet wird, und zwar in Matthäus 24 und dort Vers 12. Matthäus 24 Vers 12, dort heißt es: "Und weil die Gesetzlosigkeit" – könnte auch sagen nach 1. Johannes 3 Vers 4 die Sünde, denn Sünde ist die Gesetzlosigkeit, ist die Definition, die einzige Definition der Bibel, die wir haben, 1. Johannes 3 Vers 4 – "und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe in vielen erkalten." Das Kalt bedeutet wenig oder keine Liebe aufgrund von Sünde. Keine Liebe aufgrund von Sünde, die Gesetzlosigkeit, die immer mehr überhandnimmt, erstickt die Liebe. Sie, die Liebe, wird erkalten. So, Liebe ist ja etwas – wir werden gleich noch dazu kommen – etwas Warmes, Heißes. Die Liebe fehlt bei einem Menschen, der kalt ist, aufgrund der überhandnehmenden Sünde. Und Sünde, die Überhand nimmt, die immer mehr wird, das macht einen Menschen geistlich kalt.
[12:16] Was macht einen Menschen oder was zeichnet einen geistlich heißen Menschen aus? Das griechische Wort *sestos* kommt von *zeo*, und das finden wir in Apostelgeschichte 18 Vers 25. Dasselbe Wort hier in Vers 25. Apostelgeschichte 18, Apollos wird hier beschrieben: "Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist." Genau das hier: heiß war, heiß im Geist, feurig im Geist. Er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes. Es ist ein evangelistischer Eifer. Jemand, der heiß ist, kennt die Botschaft und will sie weitergeben. Er hat einen Eifer, er war feurig im Geist. Der Heilige Geist macht ihn sozusagen heiß.
[13:17] Erinnern wir uns daran, dass Laodizea ja was ist? Laodizea ist nach Offenbarung 1 und 2 und 3 ein Leuchter. Laodizea, mit einer theologischen und geistlichen Diagnose, Laodizea ist ein Leuchter. Alle sieben Gemeinden sind ja Lampen auf diesem, sind ja diese sieben Leuchter. Und ein Leuchter, das macht die Bibel ganz deutlich, hat eine Aufgabe: Ein Leuchter soll Licht geben. Laodizea, wenn es denn heiß wäre, würde diesen evangelistischen, diesen missionarischen Eifer haben, den Apollos gehabt hat. Und selbst wenn man dann wie Apollos noch nicht alle Dinge bis ins letzte theologisch verstanden hat, wenn man noch Dinge dazulernen muss, wie Apollos auch Dinge noch dazulernen musste durch Aquila und Priszilla, wenn jemand wirklich geistlich heiß ist, wenn er feurig ist, dann ist er auch belehrbar. Dann ist er nicht fanatisch, sondern er lässt sich auch noch tiefer die Wahrheit zeigen. Aber was ihn auszeichnet, ist diese Bereitschaft, allen zu erzählen von dem, was man schon weiß.
[14:39] Diejenigen, die das Evangelium durch den Heiligen Geist getrieben, vom Heiligen Geist weitergeben. Der Heilige Geist selbst wird auch dargestellt in Offenbarung 4 – das haben wir damals im Zusammenhang mit den Leuchtern ja durchaus auch studiert – in Offenbarung 4 und dort Vers 5: "Und von dem Thron gingen Blitze und Donner und Stimmen aus, und sieben Feuerfackeln brennen vor dem Thron, welche die sieben Geister Gottes sind." Der Heilige Geist wird dargestellt als sieben Feuerfackeln. Die Gemeinde wird dargestellt als ein Leuchter, sieben Leuchter. Wenn die Gemeinde vom Heiligen Geist erfüllt ist, dann leuchtet sie, dann wird es warm, dann wird es heiß.
[15:27] Das Feuer ist in der Bibel ein Symbol für die Liebe Gottes. Hoheslied Kapitel 8 und dort Vers 6. Hoheslied Kapitel 8 und dort Vers 6. Dort heißt es: "Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Arm! Denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn."
[16:05] Göttliche Liebe ist heiß. Wenn da keine Liebe mehr da ist, weil die Sünde überhandgenommen hat, dann ist es kalt. Heiß und kalt sind also Beschreibungen für das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein echter göttlicher Liebe. Und durch wen kommt die göttliche Liebe in unser Herz? Römer 5 Vers 5 sagt: "Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist." Der Heilige Geist, haben wir gesagt, wird dargestellt als sieben Feuerfackeln. Die Gemeinden sind sieben Leuchter, um zu zeigen: Wenn die Gemeinde mit dem Heiligen Geist verbunden ist, dann wird sie davon erzählen aus Liebe, von dem, was Jesus für sie getan hat. Als der Heilige Geist auf die Gemeinde zu Pfingsten in Jerusalem kam, auf die 120, die gebetet haben, ihre Sünden bekannt haben, zusammengerückt sind und Jesus als ihren Erlöser angenommen haben, als der Heilige Geist auf sie kam, dann gab es da Feuerzungen, da waren sie heiß. Und was war das Resultat? Sie haben davon erzählt, sie haben missionarisch, evangelistisch das Evangelium in die Welt getragen. Da war die Gemeinde heiß.
[17:21] Es ist der Heilige Geist, der die Liebe bringt, die zu evangelistischem Eifer führt. Es ist das Ablehnen des Heiligen Geistes, das dazu führt, dass die Sünde überhandnimmt. Denn der Heilige Geist überführt uns von Sünde und führt uns wieder zur Gerechtigkeit. Der Heilige Geist führt uns zu dem, der die Sünde wegnehmen kann. Hier gibt es also zwei Bewegungen: Entweder darf der Heilige Geist mich mit der Liebe Gottes füllen, was sich in einem Eifer für die Botschaft zeigt, ein Eifer für Jesus, oder der Heilige Geist wird abgelehnt, dann nimmt die Sünde immer mehr zu und tötet die Liebe. Das bedeutet also kalt oder heiß.
[18:00] Und wie ist es mit Laodizea? Laodizea ist weder kalt noch heiß. Laodizea ist nicht weltlich, die Sünde ist nicht so überhandgenommen, nicht so offensichtlich. Da ist eine gewisse Form an Liebe, da eine Liebe, die vor allem theoretischer Natur ist, ein Bekenntnis zu Jesus, aber ohne das wirkliche Wirken des innewohnenden Heiligen Geistes, ohne die echte göttliche Liebe, die uns dazu treibt, andere Menschen mit Jesus bekannt machen zu wollen.
[19:02] Offensichtlich befindet sich Laodizea hier irgendwo dazwischen. Offensichtlich gibt es einen Kampf um Laodizea, in welche Richtung wird es sich bewegen? Wir haben diesen Kampf in Kolosser 2 gesehen. Paulus hatte einen Kampf. Sein Wunsch war, dass Christus in euch die Hoffnung der Herrlichkeit, die Herrlichkeit, die die Erde erleuchtet. Das ist ein Wunsch. Er wollte, dass die Gemeinde Laodizea heiß ist. Das ist der Wunsch von Jesus hier in der Offenbarung, der Wunsch, den Gott an dich und an mich hat.
[19:43] In 1. Könige 18 wird eine Frage gestellt, die man genauso mir und dir und uns heute stellen kann. In 1. Könige 18 Vers 21 – Entschuldigung, das muss 1. Könige 18 sein, natürlich, Fehler meinerseits – 1. Könige 18 Vers 21. Elia stellt sich vor das Volk Gottes und stellt die Frage in Vers 21: "Da trat Elia vor das ganze Volk und sprach: Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken? Ist der Herr Gott, so folgt ihm nach! Ist es aber Baal, so folgt ihm!" Und das Volk erwiderte ihm kein Wort.
[20:31] Laodizea hingt auf beiden Seiten. Sie wollen, Laodizea möchte mit Gott leben, aber gleichzeitig die Sünde nicht lassen. Die Sünde führt zu einem Kaltwerden, das Leben mit Gott zu einem Heißwerden. Aber Laodizea hingt hin und her, mit einem Bein in der Welt, mit einem Bein bei Gott. Und Elia stellt die Frage: "Wie lange wollt ihr noch beiden Seiten dienen? Wie lange wollt ihr auf beiden Seiten hinken?" Du, jemand, der das tut, ist kein echter Weltmensch, aber auch kein echter bekehrter Christ, irgendwo dazwischen. Und Jesus macht es ganz deutlich, dass dieses Stadium kein dauerhaftes Stadium sein kann. Man bewegt sich immer in eine von diesen beiden Polen. Man kann nicht dauerhaft in der Mitte sein. Man kann sich vielleicht gerade in der Mitte befinden, weil man vielleicht von der einen Seite zur anderen Seite sich vielleicht bewegt oder hin und her gerissen ist, aber man kann nicht dauerhaft auf beiden Seiten hinken.
[21:24] Denn Jesus sagt uns in Matthäus 6 und dort Vers 24: "Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." Wir können nicht gleichzeitig der Welt dienen und Gott.
[21:52] Ellen White sagt dazu folgendes, sehr interessantes Zitat. Hier sagt sie: "Der Weg mit Christus ist der einzig sichere." Er sagt: "Siehe, ich mache alle Dinge neu. Wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung." Christus gibt dem Menschen keine Ermutigung zu denken, dass er einen Patchwork-Charakter akzeptieren wird, der größtenteils aus dem Ich und ein bisschen aus Christus besteht. Also, wenn wir denken, dass wir so einen Patchwork-Charakter haben können, wo bestimmte Fetzen von uns sind und ein paar Fetzen auch von Jesus, wenn wir denken, dass das akzeptabel ist bei Jesus, müssen wir zur Kenntnis nehmen, wir müssen das in unser Herz aufnehmen, das ist nicht so.
[22:51] Das ist der Zustand der Laodizea-Gemeinde: ein Patchwork-Charakter. Das ist unser Zustand: ein bisschen was von unserem Ich, ein bisschen was von Jesus, miteinander so wie ein Patchwork, so als ein Flickenteppich zusammengeflickt. Aber dann sagt sie: "Zuerst scheint es so zu sein, dass es ein bisschen Ich, ein bisschen Christus, aber schon bald ist es nur noch Ich und nichts mehr von Christus." Das ist genau dieser Gedanke: Man kann sich für einen Moment in diesem Zwischenstadium scheinbar befinden, aber auf Dauer ist das nicht möglich. Auf Dauer wird es dann immer in die Welt tendieren, wenn wir uns nicht ganz auf Jesu Seite stellen, werden wir am Ende hier in der Kälte landen. Die Wurzel des Egoismus offenbart sich, sie wächst und bringt ihre Wurzeln immer tiefer und tiefer, bis die Zweige mit der fragwürdigen Frucht bedeckt sind.
[23:57] Christus schaut mit mitfühlendem Zartgefühl auf alle, die einen Kombinationscharakter haben, ein bisschen davon, ein bisschen davon. Jesus schaut auf uns, er verdammt uns nicht, sondern er schaut mit mitfühlendem Zartgefühl, weil er weiß, wir betrügen uns selbst. Denn wenn wir denken, dass wir damit durch das Gericht kommen, Jesus wird nicht sagen: "Dieser Mensch ist mit der Gerechtigkeit Christi bekleidet", wenn in Wirklichkeit wir nur von der Gerechtigkeit Christi ein paar Flecken, ein paar so Flecken genommen haben und hier und da auf unser Kleid mit draufgenäht haben. Er wird nicht lügen. Die Frage ist: Sind wir mit dem Kleid Jesu bekleidet? Bin ich mit dem Kleid Jesu bekleidet?
[24:41] Er sagt: "Jene, die solch einen Charakter haben, so einen Kombinationscharakter, so einen Patchwork-Charakter, sie haben eine Verbindung mit Christus, die so schwach ist, so fragil, dass sie absolut wertlos ist. Denn sie kann dem Druck dieser Welt, dem Druck der Versuchung nicht standhalten." Wir haben nicht das, was Jesus uns schenken möchte. Wir werden sehen, in der Laodizea-Botschaft, Jesus möchte uns das alles schenken, er bietet es uns an. Aber wir müssen verstehen, dass wir es brauchen. Ich muss verstehen, dass mein bisheriges Leben, so wie es gelaufen ist, so nicht ausreicht. Wir brauchen eine Veränderung. Lieber Freund, liebe Freundin, du und ich und alle, die wir auf die Wiederkunft warten, wir brauchen eine Veränderung, sodass unser Charakter nicht mehr ein bisschen Ich, ein bisschen Christus, sondern ganz Christus ist.
[25:36] Jakobus 1 Vers 8. Wenn wir hin und her hinken, dann sind wir nicht beständig. Jakobus Kapitel 1 und dort Vers 8: "Ein Mann mit geteiltem Herzen ist unbeständig in allen seinen Wegen." Und ist das nicht das Problem, dass wir als Gemeinde Laodizea haben, dass wir unbeständig sind? Ist es nicht das Problem von Hosea Kapitel 6 Vers 4, dass Gottes Volk zwar Gott liebt, aber immer nur ab und zu, und dass die Liebe, die wir zu Gott haben, zwar an sich ernst gemeint ist, aber nicht beständig ist? Hosea 6 Vers 4: "Was soll ich mit dir tun, Ephraim? Was soll ich mit dir tun, Juda? Eure Liebe ist so flüchtig wie eine Morgenwolke, ja wie der Tau, der früh vergeht." Ja, wir lieben Gott.
[26:16] Der Tau der Frühe vergeht. Ja, wir lieben Gott immer mal wieder, aber dann kommt die Welt und reißt uns wieder dahin. Und dann wollen wir wieder zu Gott, und wir sehen einen Kombinationscharakter. Die Liebe ist da, aber sie ist flüchtig, nicht dauerhaft. Und deswegen nicht... Weil Gott sich wünscht, wenn es irgendetwas gibt, was Gott sich wünscht von uns, dann ist es das, dass wir ihn beständig und von ganzem Herzen lieben.
[26:38] Als Jesus gefragt wurde: "Was ist das höchste Gebot?", mit anderen Worten, "was ist das, was Gott am allerwichtigsten ist in unserem Leben?", hat er geantwortet, fünftes Mose. Also, er hat den Satz, die Sätze zitiert aus 5. Mose 6 ab Vers 4: "Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein! Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du auf dem Herzen tragen. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein. Und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses oder deine Tore schreiben."
[27:16] Und du weißt wahrscheinlich, lieber Freund, liebe Freundin, dass dieser Vers letztlich die Versiegelung beschreibt. Und ist es nicht so, dass in Offenbarung 7 es dann Knechte Gottes gibt, die in seiner Gemeinde sind, aber noch nicht versiegelt sind, weil die Liebe von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzer Kraft in ihrem Herzen nicht beständig da ist? Und Gott die Winde der Endzeit sogar zurückhält, weil er weiß, Laodizea würde das nicht überstehen. Und er wartet, dass Laodizea erkennt, was es braucht: die Erfüllung mit dem Heiligen Geist, der die Liebe Gottes in unser Herz gießt, so dass wir Gott zurücklieben – er, der uns zuerst geliebt hat. Die Liebe besteht nicht darin, dass wir zuerst geliebt haben, sondern dass er uns zuerst geliebt hat, dass wir verstehen, was Christus für mich persönlich bedeutet, was er für mich möchte, und dass wir dann, erfüllt vom Heiligen Geist, eine solche Liebe zeigen, die allen Menschen davon erzählt, so wie die Jünger zu Pfingsten. Das wird dann der frühen und dann vor allem auch der späten Regen bedeuten.
[28:38] Gilt das auch für dich? Was für mich hier gilt und für uns hier gilt, gilt es nicht für uns alle, dass wir einen Patchwork-Charakter haben, dass wir ein bisschen was davon, vielleicht sogar noch mehr davon haben und hoffen, dass diese Kombination irgendwie ausreicht? Lieber Freund, liebe Freundin, wir müssen uns entscheiden. Wie lange möchte ich, wie lange möchtest du noch auf beiden Seiten hängen? Wie lange möchtest du noch darauf warten, das Geschenk des Heiligen Geistes in Fülle anzunehmen und dein Leben Jesus ganz zu übergeben, von ganzem Herzen, und anzufangen, ihn zu lieben, seine Liebe zu betrachten, bis du so sehr verändert bist, dass du ihn von ganzem Herzen, dass wir ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele lieben, dass wir das Beste für ihn möchten, dass wir das Beste für Gott möchten, dass wir in unserem Leben Gott die größte Freude machen wollen, weil er das Beste für mich möchte und mir die größte Freude machen möchte? Gott ist so gut zu mir. Ich wünschte, ich könnte, ich wäre besser zu Gott. Ist nicht auch dein Wunsch?
[30:02] Laodizea lag nah oder liegt immer noch nah an den Thermen von Hierapolis. Die Stadt lebte von den Kurgästen und den Pilgern, die kamen. Man dachte, dass das Wasser heilende Wirkung hat oder hatte heilende Wirkung, gesundes Wasser. Man hat es als heilig angesehen. Dadurch wurde Laodizea sehr reich mit dem Wasser, das dort kam. Es kam aber 8 km entfernt an. In Hierapolis ist es heiß. Auf dem Weg wurde es lauwarm. Dadurch wurde Laodizea reich. Es wurde reich wegen dem lauwarmen Wasser. Der Reichtum von Laodizea gründete sich auf der Lauheit. Der vermeintliche Reichtum der Gemeinde Laodizea gründet sich auf der Lauheit, und das muss sich ändern. Wir denken, dass wir es haben, aber wir haben es gar nicht. Wir denken, wir sind echte Christen. Wir denken, wir sind erfüllt vom Heiligen Geist, aber Jesus sagt: "Eure Werke zeigen, das ist Patchwork-Charakter, Kombinationscharakter." Wir brauchen ganz Jesus. Und ich in meinem Herzen möchte mir vornehmen, Jesus ganz zu folgen. Du auch?
[31:22] White sagt, der Treue Zeuge sagt: "Ich wünschte, dass du kalt oder heiß sein würdest." Und dann zitiert sie weiter aus dem nächsten Vers, den wir das nächste Mal anschauen. Dann sagt sie: "Satan ist willig, dass du ein Christ dem Namen nach bist, denn dann kannst du seinen Zwecken besser dienen. Du kannst eine Form haben ohne die wahre Gottesfrömmigkeit, und Satan kann dich benutzen, um andere in dieselbe selbstverführte, auf den selbstverführten Weg zu locken. Einige arme Seelen schauen auf dich anstatt auf den biblischen Standard. Sie werden nicht mehr erreichen als was du vorgibst. Sie sind so gut wie du."
[32:17] Unzufrieden und dadurch verführt Satan Menschen. Und dann sagt sie hier, Brief 44, 1903, Paragraph 31: "Halbherzige Christen sind schlimmer als Ungläubige, denn ihre verführerischen Worte und ihre Position, sich nicht immer so nicht direkt zu entscheiden, sondern so ein bisschen neutral zu bleiben, führt viele in die Irre. Der Ungläubige zeigt seine Farben, der zeigt, wo er steht. Der laue Christ verführt beide Parteien. Er ist weder ein guter Weltling, ein guter Weltmensch, noch ein guter Christ. Satan benutzt ihn, um ein Werk zu tun, das sonst niemand tun kann."
[33:08] Lieber Freund, liebe Freunde, lasst uns heute aufhören, noch diese Stunde, jetzt aufhören, halbherzige Christen zu sein. Lasst uns aufhören, auf beiden Seiten zu hängen. Lasst uns nicht einen weiteren Tag auf beiden Seiten hängen. Lasst uns heute hier, jetzt, während du dieses Video schaust – du kannst meinetwegen einen Stopp machen, bevor du das Ende gesehen hast – auf die Knie gehen und sagen: "Herr, ich möchte aufhören, ein halbherziger Christ zu sein. Ich möchte nicht länger in einem Patchwork-Charakter leben. Ich möchte dir mein Herz ganz geben. Ich kann es dir nicht mehr ganz geben. Nimm du es ganz! Halte du es rein, denn ich kann es selbst nicht reinhalten." Wollen wir beten, dass Jesus uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt, dass er uns von aller Sünde reinigt und uns mit der Liebe Gottes füllt, dass wir der Leuchter sein können, für den wir berufen sind?
[34:04] Laodizea, so wie es eigentlich sein soll: ein heißer, leuchtender Leuchter, der wie voller Eifer das Evangelium predigt, gerne dazulernt, aus Überzeugung und Liebe zu Jesus anderen Menschen von ihm erzählt. Wollen wir darum beten? Lasst uns dazuerkennen.
[34:30] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du zu mir und zu uns gesprochen hast. Und Herr, wir spüren, dass diese Botschaft uns in besonderer Weise trifft, dass sie uns in besonderer Weise angeht. Herr, wir brauchen dich, wir brauchen dich von ganzem Herzen.
[34:53] Bitte vergib uns, dass wir so oft unser eigenes Ich, dass ich so oft mein eigenes Ich in den Charakter hineingewoben habe, dass so oft in meinem Leben nur ein Patchwork-Charakter zu sehen war. Und Herr, wir möchten neu anfangen, indem wir das Kleid deiner Gerechtigkeit vollständig für alle Bereiche unseres Lebens in Anspruch nehmen wollen. Herr, es ist ein feierliches Versprechen, und das können wir selbst gar nicht halten. Das können wir nur dich bitten, denn du hast versprochen, es zu tun. Es ist dein größter Wunsch. So möchten wir dich bitten, dass du uns die Erweckung schenkst und die Reformation in unserem Charakter, die du dir wünschst. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist. Lass uns heiß sein in deiner Liebe und anderen Menschen mit Begeisterung davon erzählen, was du für uns getan hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[36:03] Damit verabschieden wir uns für heute. Nächste Woche geht es weiter in Offenbarung 3, dann Vers 16. Möge Gott dich segnen und in seinem Wort zu dir sprechen, damit er uns verändern kann, damit diese Botschaft uns vorbereitet, damit wir endlich nach Hause gehen können. Amen.
Lizenz
Copyright ©2024 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.