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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ vertieft Christopher Kramp die ernüchternde Diagnose Jesu an die Gemeinde Laodizea aus Offenbarung 3:17. Er beleuchtet die biblische Bedeutung der Worte „elend“ und „erbärmlich“ anhand von Stellen in Römer, Jesaja, Jakobus und 1. Korinther. Der Sprecher betont, dass Laodizea ihr wahres geistliches Elend erkennen muss, um die Kraft des Evangeliums zu erfahren und wiederhergestellt zu werden.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:49] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir sind mittendrin in der so wichtigen, ernsten, aber auch sehr segensreichen Botschaft, die Jesus der Gemeinde Laodizea durch Johannes hat übermitteln lassen und die direkt auch zu uns in dieser letzten Zeit spricht – zu uns als Endzeitgemeinde Jesu. Wir sind mittendrin in Vers 17 und in der tatsächlich sehr ernüchternden Diagnose, die Jesus gibt. Wir haben gesehen, dass er, bevor er zur Diagnose kam, zunächst sich selbst vorgestellt hat. Wir haben das ausführlich uns angeschaut und gesehen, dass es für jedes Problem, das er diagnostiziert, in ihm die Lösung gibt und dass er, auch wenn da nichts mehr ist, alles neu schaffen kann. Wir müssen also bei keinem dieser ernüchternden, diagnostischen Begriffe, die er hier verwendet in Vers 17, verzweifeln, sondern wir müssen mit dem Zustand erkennen, dass er so ist, und mit diesem Zustand zu Jesus kommen. Wir dürfen nicht weiter sagen, wie es in Vers 17 steht: „Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts.“ Stattdessen müssen wir erkennen, dass wir, wie es hier steht, elend und erbärmlich sind, arm, blind und entblößt. Heute wollen wir an dieser Stelle weiterstudieren. Wir haben das letzte Mal uns ausführlich darüber Gedanken gemacht, was das bedeutet. Denn das Wort „elend“ in dieser Form als Adjektiv „taliperos“ kommt nur noch einmal in der Bibel vor, in Römer 7.

[2:45] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du durch dein Wort direkt in unser Leben hineinsprichst und dass dein Wort die Kraft hat, uns nicht nur zu belehren, sondern auch zu überführen, uns zurechtzuweisen und uns zu erziehen in der Gerechtigkeit, uns wiederherzustellen, aufzubauen, zu ermutigen. Herr, wir brauchen deine Gegenwart jetzt. Wir möchten alles andere beiseitelegen, alle anderen Gedanken, alle anderen Sorgen, und möchten diese Zeit dir widmen. Sprich du, sei du jetzt unser Lehrer. Dank dafür. Amen.

[3:36] Offenbarung Kapitel 3, Vers 17. Wörtlich haben wir gelernt, sagt Laodizea: „Denn du sprichst: Reich bin ich und reich bin ich geworden und nichts habe ich nötig, nichts mangelt mir.“ Aber Jesus sagt: „Und du erkennst nicht, du erkennst nicht“ – haben wir gelernt, besonders betont: „Du erkennst nicht, dass du elend bist.“ Wir haben das letzte Mal uns ausführlich darüber Gedanken gemacht, was das bedeutet. Denn das Wort „elend“ in dieser Form als Adjektiv „taliperos“ kommt nur noch einmal in der Bibel vor, in Römer 7 und dort Vers 24. Beschreibt Paulus den Zustand eines Menschen, der intellektuell verstanden hat: Gottes Wort ist richtig, und der Gottes Wort aus eigener Kraft umsetzen möchte und immer und immer wieder scheitert, weil die sündige Natur letztlich sein Leben noch bestimmt, weil der alte Mensch noch nicht tot ist. Und er sagt hier in Vers 24: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen? Erlösen von diesem Todesleib?“ Und dann kommt die Lösung: Die Erlösung in Jesus Christus. Gibt es keine Verdammnis? Denn Jesus hat das Problem des alten Menschen gelöst, indem er sich mit ihm identifiziert hat, mit der Sünde identifiziert hat am Kreuz und sie dort verurteilt hat, sodass wir durch den Heiligen Geist – nicht durch eigene Kraft, sondern durch den Heiligen Geist – so verändert werden können, dass der Geist in uns dann mit Hilfe des Geistes die Taten des Fleisches töten können, dass der alte Mann tot ist, so dass wir einem neuen Ehemann gehören können, nämlich Christus. Das ist die große, der große Rahmen von Römer 7 und Römer 8. Wir haben das das letzte Mal sehr ausführlich studiert und ich lade euch ein, das dann noch mal in der letzten Aufnahme, falls ihr es nicht gesehen habt, euch anzuschauen und nachzustudieren, vor allem in der Bibel.

[6:02] Wir wollen heute aber ein wenig weitergehen, denn obwohl dieses Wort „elend“ als Adjektiv in exakt der Form nur hier in Römer 7, Vers 24 und in Offenbarung 3, Vers 17 vorkommt, gibt es noch andere Formen des Wortes im Neuen Testament, die vom selben Wort herkommen und die meistens im Studium von Laodizea vielleicht dann auch übersehen werden oder nicht so dazugezogen werden. Wir sehen also hier, und das ist vielleicht das Entscheidende, was wir vom letzten Mal mitnehmen können: Laodizea glaubt, erlöst zu sein, glaubt, den Glauben zu haben, der notwendig für die Erlösung ist, und erkennt nicht, dass es im Grunde genommen im Alten und lebt den alten Menschen immer noch, sozusagen der alte Mensch immer noch nicht tot ist und die Erfahrung des Christentums eine rein intellektuelle ist, ohne die Kraft des Evangeliums im Leben zu erleben. Das Schlimme an Laodizea ist, dass es das für den Normalzustand hält und gar nicht weiß, dass das Evangelium eine Kraft hat, eine Kraft, die Sünde zu vergeben, zu besiegen, zu überwinden. Wir wollen aber nach Römer 7 uns andere Stellen anschauen, in denen ebenfalls Formen des Wortes „taliperos“ vorkommen. Und wir bleiben da zunächst einmal in Römer, im Römerbrief, und gehen zu Römer 3, Vers 16. Es gibt nämlich auch das Substantiv „taliporia“. Das ist das Elend. Also wir haben „elend“ als Adjektiv und da haben wir Römer 7, Vers 24. Wir haben aber auch das Elend und da haben wir jetzt Römer 3, Vers 16. Dort heißt es: „Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn.“ Hier geht es im Kontext von Römer 3 um die Gottlosen. Interessant ist, dass das wie einige andere Verse davor, danach, Zitate aus dem Alten Testament sind. Und wenn man sich das Zitat anschaut, wo das hier herkommt, das Original, dann wird man zurückverwiesen auf Jesaja 59 und dort Vers 7. Dort heißt es: „Ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, um unschuldiges Blut zu vergießen. Sie hegen schlimme Absichten. Verwüstung und Zerstörung bezeichnen ihre Bahn.“ Das ist also dieser letzte Abschnitt, der jetzt hier in Vers 16 zum Tragen kommt: „Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn.“ Das heißt, das Wort, das hier mit „Elend“ im Griechischen verwendet worden ist, ist eine Übersetzung von Jesaja 59, Vers 7: „Zerstörung“. Und ähm, hier geht es also darum, dass Gottlose Zerstörung anrichten. Also geht es nicht darum um die Zerstörung, die Gottlosen erleben, sondern ihre Bahn ist – also man könnte also sagen, die Bahn der Gottlosen, ihr Weg, ist gesät – er ist gekennzeichnet von lauter Zerstörung, weil ein Gottloser so gottlos handelt, deswegen zerstört er überall Leben und Eigentum. Und wo ein Gottloser entlanggeht, dessen Spur hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Das ist quasi die Idee, eine Spur der Zerstörung. Wenn also Laodizea im Zustand des Elends ist, dann deswegen, weil Gottlose ihr Leben zerstören. Das wäre die Schlussfolgerung: Gottlose planen und handeln, bewirken dadurch Wüstung und Zerstörung. Wenn man sozusagen Laodizea sieht am Wegrand sozusagen, dann würde man sagen: „Hier ist ein Gottloser vorbeigegangen, denn schau mal, wie zerstört und verwüstet Laodizea ist.“ Der Gottlose, der Laodizea verwüstet und zerstört, ist natürlich niemand anderes als der Satan selbst, der Gottes Gemeinde kaputt machen will. Und wann immer Gottes Gemeinde in der Geschichte abgewichen ist vom guten Weg, abgewichen ist vom Erlöser und eigenen Wegen nachgegangen ist, dann musste man nicht lange warten, bis der Satan die Gelegenheit ergriff, um Gottes Volk zu verwüsten, um durch Krieg und durch Katastrophen und durch Unheil Gottes Volk zu zerschmettern. Immer dann, wenn Gottes Volk vom Weg abgewichen ist, folgte irgendwann Zerstörung. Wir denken an das Exil in Babylon zum Beispiel. Wir denken an die vielen schlimmen Situationen zur Zeit der Richter. Das Alte Testament ist übersät von Beispielen von kleineren und größeren Katastrophen, die immer dazu geführt haben, dass das Volk Gottes irgendwie zerstört gewesen ist.

[11:52] Die wichtigste gute Nachricht an dieser Stelle ist: Egal wie zerstört das Volk Gottes auch sein mag, Gott gesprochen hat, dass wenn es sich zu ihm bekehrt, es wiederhergestellt werden kann. Eine der besondersten und der wichtigsten und besonderen, aus meiner Sicht am besonders großartigsten Passagen für dieses ganze Thema ist der 5. Mose 28, wo wir Gehorsam und also Segen und Fluch haben für Gehorsam und Ungehorsam. Dort wird in 14 Versen beschrieben, welchen Segen Gott denen gibt, die ihm gehorchen, und da in vielen Versen, wie der Fluch das Leben kaputt machen wird, wenn man Gott ungehorsam ist, und das Ende dann in vollständiger Zerstörung. Je weiter man von Gott sich entfernt, je öfter man dem Geist Gottes widersteht, je mehr man gegen Gott rebelliert, desto größer wird dann die Katastrophe. Das wird immer schlimmer und schlimmer, bis irgendwann das Land verwüstet ist und die Stadt zerstört werden wird und schlimme Gräueltaten geschehen werden. Dann endet das Kapitel. Und in Kapitel 29 da wird dann noch beschrieben, wie dann das ganze Land in Vers 21 und 22 steht es: „Und dann werden das zukünftige Geschlecht eurer Kinder, das nach euch aufkommen wird, und die Fremden, die aus fernen Ländern kommen, fragen, wenn sie die Plagen dieses Landes und die Krankheiten sehen, die der Herr ihm auferlegt hat, und wie er dieses ganze Land mit Schwefel und Salz verbrannt hat, dass es nicht besät werden kann und nichts hervorbringt, dass kein Kraut darauf wächst, gleich wie Sodom und Gomorra, Adama und Zeboim umgekehrt worden sind, die der Herr in seinem Zorn und Grimm umgekehrt hat.“ Wenn also das Land völlig zerstört ist, völlig kaputt, dann wird die Erklärung gegeben: „Weil sie Gottes Wort untreu geworden sind, weil sie den Bund gebrochen haben, weil sie den Götzen gedient haben. Dann brannte der Zorn des Herrn und das Land des herausgerissen.“ Sie sind herausgerissen aus dem Land. Vers 27: „Und der Herr hat sie aus ihrem Land herausgerissen im Zorn und im Grimm und in großem Unwillen und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es heute der Fall ist.“ Wir erinnern uns daran, dass dieses Herausreißen in der Bibel auch beschrieben wird als ein Ausspucken. Das Land spuckt die Bewohner aus. Das Bild wird dann in Laodizea aufgegriffen. Jesus sagt: „Wenn ihr nicht umkehrt, dann werde ich euch ausspucken aus meinem Mund.“ Wenn also das Volk Gottes zerstört ist, gibt es noch Hoffnung. Kapitel 30, Vers 1: „Es wird aber geschehen, wenn alle diese Worte über dich kommen werden, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Heidenvölkern, wohin dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und wenn du umkehrst zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst in allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, so wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen und wird dich wiedersammeln aus allen Völkern, wohin dich der HERR, dein Gott, zerstreut hat. Und wenn du auch bis an das Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der Herr, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen.“ Und dann steht in Vers 5: „Und der Herr, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, dass deine Väter besessen haben, und du wirst es in Besitz nehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren, mehr als deine Väter.“ Und wenn das Land noch so zerstört sein mag, Gott sagt: „Ich kann es wiederherstellen, ich kann das wieder zurückbringen, ich kann das Land mehr segnen als jemals zuvor.“ Lieber Freund, liebe Freundin, und wenn Gottes Gemeinde so zerstört aussieht, dass keine Hoffnung auf Wiederherstellung besteht aus menschlicher Sicht, ist es für Gott kein Kriterium. Gott kann aus dem Nichts wieder etwas schaffen. Gott kann tote Gebeine wieder lebendig machen. Das Volk war in Babylon und sie hatten den Eindruck, sie sind tote, trockene Gebeine. Sie können nie wieder etwas für den Herrn tun. Und dann sieht Hesekiel in der Vision, wie diese trockenen Totengebeine letztendlich wieder zu einer lebendigen Armee für den Herrn werden. Egal wie zerstört Laodizea sein mag, Gott kann es wiederherstellen und will es wiederherstellen.

[16:23] Das Wort „elend“ kommt aber noch einmal vor als Substantiv im Neuen Testament, und zwar in Jakobus in Jakobus 5 und dort Vers 1. Letztlich ganz elend, ähnlicher Gedanke. „Wohl an nun, ihr Reichen.“ Interessanterweise: „Wohl an nun, ihr Reichen, weint und heult über das Elend, das über euch kommt. Euer Reichtum ist verfault und eure Kleider sind zu Mottenfraß geworden. Euer Gold und Silber ist verrostet, und der Rost wird gegen euch Zeugnis ablegen und euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen.“ Und dann wird beschrieben, wie diese Menschen sich bereichert haben auf Kosten von anderen. Angesichts der Tatsache, dass Laodizea sagt: „Reich bin ich und reich bin ich geworden und mir mangelt es an nichts. Nichts brauche ich.“ Ist das sehr interessant, was hier über die Reichen in der Endzeit gesagt wird, auch wenn hier insbesondere auch die materiell Reichen genannt werden, und zwar die, die sich durch Unterdrückung und durch Ungerechtigkeit selbst bereichert haben. Er sagt: „Heult über das Elend, das über euch kommt.“ Interessant ist jetzt nun, dass es nicht nur das Adjektiv „elend“ gibt und das Substantiv „Elend“, das hier vor allem auch mit Zerstörung, also ein Elend, das dann über einen kommt, gebraucht wird.

[17:58] Es gibt auch ein Verb, das heißt „elend sein“ oder sich elend fühlen. Und dieses Verb findet sich interessanterweise in Jakobus Kapitel 4, Vers 9, also ganz in der Nähe hier, selbe Seite bei mir in der Schlachter. Jakobus 4, Vers 9: „Fühlt euer Elend!“ Das ist genau das hier, das Elend fühlen, eine Aufforderung: „Fühlt euer Elend!“ Man möchte fast ausrufen: Ja, das ist genau das, was Jesus der Gemeinde Laodizea sagt. Er sagt: „Du erkennst ja nicht, dass du elend bist!“ Und er wünscht sich, dass Laodizea erkennt, wie elend es ist. Er sagt: „Fühlt euer Elend, trauert und heult! Euer Lachen verwandle sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit.“ Das bedeutet nicht, dass Gott nicht möchte, dass wir glücklich sind, sondern diese falsche Sicherheit, dieses oberflächliche Lachen, weil man denkt, alles ist in Ordnung, obwohl nichts in Ordnung ist, das muss sich verwandeln. Vers 10 sagt: „Demütigt euch vor dem Herrn, so wird er euch erhöhen.“ Was ist also der Zustand derer, denen jetzt Gott durch Jakobus sagen lässt: „Fühlt euer Elend!“ Schaut mal in Vers 7 und 8: „So unterwerft euch nun Gott.“ Das ist das Gleiche wie Vers 10: „Demütigt euch vor dem Herrn.“ Nicht wahr? „So unterwerft euch nun Gott, widersteht dem Teufel, so flieht er von euch, und naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“ Erinnern wir uns daran: Das Hauptanliegen von Jesus in der Laodizea-Botschaft ist, den Abstand zwischen Jesus und seiner Gemeinde zu beseitigen, damit Jesus wieder im Herzen ist. Wir müssen uns zu Jesus nahen, so wird er sich zu uns nahen. „Reinigt die Herzen, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid.“ Gibt es eine bessere Charakterisierung von Laodizea als die, dass es geteilten Herzens ist? Nicht kalt, nicht heiß, ein bisschen Welt, ein bisschen Christentum, ein bisschen Sünde, ein bisschen Glaube, was sich letztendlich so neutralisiert, dass es lauwarm ist. Ein intellektuelles Bekenntnis zu Jesus ohne die Kraft des Evangeliums, ein immer wieder ständig in der Sünde leben, obwohl man eigentlich sagt, Jesus hat mich von der Sünde befreit, aber im Alltag zeigt sich das nicht. „Reinigt die Hände, ihr Sünder, heiligt eure Herzen.“ Und dann sagt er: „Fühlt euer Elend! Merkt doch, wie es euch eigentlich geht.“ Jakobus 4, Vers 9 ist eigentlich die Aufforderung, die auch wir als Gemeinde Laodizea uns zu Herzen nehmen sollen. Lasst uns unsere Augen aufmachen und sehen, wie elend ein Leben ist, in dem Jesus nur die zweite, dritte oder vierte Rolle spielt. Wie elend ein Leben ist, in dem man zwar theologische Wahrheiten anderen weitergibt, aber die Kraft des Evangeliums selbst nicht erlebt, weil man vielleicht gar nicht glaubt, dass es möglich ist, Sünde zu überwinden.

[21:38] Laodizea muss sehen, muss fühlen, dass das, was sie bisher als Glaubensleben beschrieben haben, gar nicht das Leben des Glaubens ist, den Gott sich für sie wünscht, dass Gott sich für sie wünscht, dass sie bisher gar nicht den Glauben an Jesus haben, der in Johannes 3, Vers 16 beschrieben ist. Wenn wir dieses Elend fühlen, unsere Hände reinigen, wie es in Jakobus 4, Vers 8 steht, was bedeutet, dass wir aufhören, das Böse zu tun, zu Jesus kommen, der alle Sünde, und sei sie blutrot, rot wie Scharlach, weiß wie Schnee machen kann, dass unsere Herzen heiligen, dass Jesus wieder in unserem Herzen wohnen kann, dass wir uns Jesus nahen, damit er uns damit er sich uns nahen kann. Das ist, was die Gemeinde Laodizea braucht.

[22:43] Schauen wir noch mal in Offenbarung 3, Vers 17: „Und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist.“ Schauen wir uns kurz an, was dieses Wort „erbärmlich“ bedeutet. 1. Korinther 15, Vers 19 hatte diese Form noch einmal, also wie sie auch in Offenbarung vorkommt. 1. Korinther 15 und dort Vers 19: „Wenn wir nur in diesem Leben, nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen.“ Hier steht dieses Wort „erbärmlich“, die erbärmlichsten. 1. Korinther 15, Vers 19. Wann sind wir erbärmlich? Wenn wir zwar auf Christus hoffen, aber keine echte Zuversicht auf das ewige Leben haben. Ein gläubiger Christ, der keine Hoffnung über den Tod hinaus hat. Der Grund hier natürlich ist, dass die Korinther, oder unter ihnen es einige gab, die gar nicht an die Auferstehung der Toten glaubten. Und Paulus sagt: „Also, wenn es keine Auferstehung von den Toten gibt, dann ist Christus nicht auferweckt worden, dann ist euer Glaube letztlich umsonst.“ Es heißt in Vers 17: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden.“ Hier war eine theologische, eine theologische Fehlannahme, ein theologischer Irrtum, der dazu führte: „Wenn das so wäre, dann würdet ihr immer noch in euren Sünden sein, dann würdet ihr zwar über Jesus reden und von Jesus singen, aber ihr wäret immer noch in euren Sünden. Und dann würdet ihr nur in diesem Leben auf Jesus hoffen, hättet keine Hoffnung auf das ewige Leben, und dann wäret ihr die elendesten, die erbärmlichsten Menschen.“ Kann es sein, dass Laodizea deswegen erbärmlich ist, weil es zwar auf Jesus hofft in diesem Leben, aber sich immer noch in seinen Sünden befindet? Ist das nicht ein erbarmungswürdiger Zustand, wenn man anderen erzählt, man hat die Lösung gefunden, aber das Problem ist noch gar nicht gelöst?

[25:05] Das Wort „erbärmlich“ kommt von dem Wort „Erbarmen“. Jemand, der erbärmlich ist, mit dem hat man Erbarmen. Jemand ist erbarmungswürdig. Ist, wenn man das sieht, dann denkt man: Das ist so elend, das ist, dem muss man helfen. In Lukas 10 finden wir diesen Gedanken von dem Erbarmen in Lukas 10, Vers 37. Da heißt es von dem Samariter, der auf dem Weg den halbtotgeschlagenen sieht, an dem Priester und Levit vorbeigezogen waren. Da heißt es in Lukas 10, Vers 33: „Verzeihung, ein Samariter aber kam, sah, kam auf seiner Reise in seine Nähe, und als er ihn sah, hatte er Erbarmen.“ Warum? Weil dieser Mann zerstört war. Ihm waren Gottlose begegnet und hatten eine Spur der Verwüstung hinterlassen, und sein Zustand war...

[26:19] erbärmlich. Aber Jesus, wenn er seine Gemeinde sieht, die erbärmlich und elend ist, er handelt nicht wie der Priester und der Levit, die sagen: „Das geht mir nicht an, das ist mir zu erbärmlich. Sollen die doch selbst sehen.“ Sondern Jesus handelt, wenn er erbärmliche, elende Menschen sieht. Er handelt so wie der Samariter. Er hat Erbarmen mit den Erbärmlichen. Er möchte seiner Gemeinde helfen. Er möchte, dass seine Gemeinde echte Hoffnung auf das ewige Leben hat, dass sie nicht nur von Jesus reden, sondern auch die Kraft Jesu erleben, dass Jesus nicht in der Distanz irgendwo als wahr anerkannt wird, sondern dass er wirklich in ihr Herz kommen kann. Jesus hat Erbarmen. Er möchte die Gemeinde Laodizea heilen. Die Frage ist, wie groß ist unser Wunsch, dass Jesus die Gemeinde Laodizea heilen kann? Oder sind wir froh, wenn wir mit dem Finger zeigen können, dass da Wunden sind und da Wunden sind und das schrecklich? Und da wollen wir, dass die Gemeinde geheilt wird? Helfen wir Jesus mit, seine Gemeinde zu heilen?

[27:29] Titus 3, Vers 4 und 5. Ja, Laodizea ist erbärmlich. Aber haben wir Erbarmen, so wie Jesus Erbarmen hat mit uns? Titus 3, Vers 4 und 5. Dort heißt es: „Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschienen.“ Also, warum liebt Gott dich und mich? Weil wir Gutes getan haben, weil wir uns qualifiziert haben? Nein, er liebt uns, weil wir Menschen sind. Unabhängig davon, ob du ein guter Mensch oder ein schlechter Mensch bist. Ohne Jesus bist du sowieso ein schlechter Mensch. Weil du ein Mensch bist, liebt dich Gott, denn Gott liebt Menschen. Er hat Menschenliebe. „Als aber die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Retters, erschienen, da hat er uns nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern aufgrund seiner Barmherzigkeit errettet durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes.“ Wie war der Zustand vor dieser Erlösung? Vers 3: „Denn auch wir waren einst unverständig, ungehorsam, gingen in die Irre, dienten mannigfachen Lüsten und Vergnügungen, lebten in Bosheit und Neid, verhasst und einander hassend.“ Ein erbärmlicher Zustand. Aber Gott hatte Erbarmen und hat diesen Zustand verändert. Wenn du Laodizea, die Botschaft an Laodizea liest, denk daran, dass Gott mit einer solchen Gemeinde Erbarmen hat. Er möchte sie heilen, er möchte sie retten.

[29:18] Wo finden wir also die Barmherzigkeit, die wir brauchen? Wo finden wir das Erbarmen, das unseren erbärmlichen, erbarmungswürdigen Zustand verändert? Hebräer Kapitel 4 und dort Vers 16. Hebräer 4, Vers 16. Paulus sagt: „So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade.“ Wer ist dort Hohepriester? Vers 14 und 15 sagen es uns: Jesus ist dort Hoherpriester, ein Hoherpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten. Wir haben nicht einen Hohenpriester, Verzeihung, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise wie wir, doch ohne Sünde. Deswegen sagt er: „Lasst uns mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen, Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe.“ Jesus im himmlischen Heiligtum seit 1844 im Allerheiligsten und hat Erbarmen mit Laodizea. Wenn Laodizea, jeder aus Laodizea, der zum Thron der Gnade kommt und sagt: „Herr, ich möchte mein Elend fühlen. Ich weiß, die Sünde hat mein Leben zerstört, die Sünde hat unsere Gemeinde zerstört, die Sünde hat unsere Familie zerstört. Und wir haben bisher vielleicht immer nur so getan, als ob wir Christen sind, damit andere die Fassade sehen. Aber wir möchten unser Elend fühlen. Wir möchten sehen, wie wir wirklich sind, weil du wie der Samariter dem halbtotgeschlagenen hilfst und seine Wunden verheilst, verbindest und heilst.“ Und solange wir, wir möchten heute erkennen, dass wir so oft vom Evangelium reden und trotzdem oft in unseren Sünden leben. Und das wollen wir nicht länger, weil dann sind wir die elendesten unter allen Menschen, die erbärmlichsten. Wir wollen, dass Jesus den Zustand Laodizeas heilt. Und wenn wir das in unserem eigenen Leben erleben, dann werden wir die Ersten sein, die Jesus dabei helfen, nicht indem wir neue Wunden schlagen, sondern indem wir zeigen, wie Jesus unsere Wunden geheilt hat und anderen helfen, dass auch sie erleben, wie Jesus ihre Wunden heilt, sodass Laodizea geheilt werden kann. Jesus liebt Laodizea und hat Erbarmen mit ihr. Wenn wir anerkennen, dass unser Zustand so ist, wie er ist, wird Jesus mich und dich heilen, unsere Gemeinde heilen und wir werden nach Hause gehen und werden vorher das Licht der Herrlichkeit Gottes der ganzen Welt verbreiten. Dann sind wir wieder der Leuchter Laodizea, der wir sein sollen. Ist dein Wunsch? Lass uns gemeinsam noch niederknien und

[32:08] beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu uns gesprochen hast. Danke, dass du uns gezeigt hast, dass wir dich brauchen und dass Jesus Erbarmen mit uns hat, dass er nicht einfach nur unseren Zustand diagnostiziert, sondern uns sagt, dass er uns helfen kann, dass er sich wünscht, für uns da sein zu können. Herr, ich möchte mich neu entscheiden dafür, dass Jesus mein Leben heilen darf, jeden einzelnen Aspekt. Und ich bin mir sicher, dass viele, die dieses Video sehen, auch diese Entscheidung fällen möchten, dass wir uns nicht verstecken hinter Fassaden, sondern das ganze Elend unseres Lebens, unserer Familien, unserer Gemeinden vor dich bringen, damit du es endlich vollständig heilen kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Dank dafür. Amen.


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