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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ beleuchtet Christopher Kramp das dritte Angebot Jesu an die Gemeinde Laodizea aus Offenbarung 3, Vers 18: die Augensalbe. Er erklärt, dass diese geistliche Augensalbe uns befähigt, unseren wahren Zustand zu erkennen und zwischen göttlicher Führung und Fanatismus zu unterscheiden. Anhand biblischer Beispiele und Zitate von Ellen White wird verdeutlicht, wie das Nachdenken über Jesu Opfer und das Studium von Gottes Wort unser geistliches Augenlicht schärfen und uns zu einem opferbereiten Dienst motivieren.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar! Schön, dass ihr wieder dabei seid hier auf www.joelmedia.de. Wir sind in der Laodizea-Botschaft und wir wollen heute zum letzten Mal uns Offenbarung 3, Vers 18 anschauen, das dritte Angebot von Jesus, das den dritten Gegenstand sozusagen, den er an unseren Türen, an unseren Herzen uns zum kostenlosen Kauf anbietet: die Augensalbe. Bevor wir über die Augensalbe und ihre Wirkung in unserem Leben geistlich sprechen wollen, möchten wir Gott bitten, dass er unsere Augen salbt, dass wir sein Wort verstehen, wie er es gemeint hat, dass wir ihn verstehen, dass wir unseren eigenen Zustand erkennen und dass wir wirklich von dieser Botschaft persönlich profitieren und sie annehmen und ausleben wollen. Wollen wir dazu gemeinsam niederknien, wo es möglich ist?

[1:54] Lieber Vater im Himmel, danke, dass die Laodizea-Botschaft eine solche Kraft hat, eine solche Tiefe und eine solche Schönheit, und dass sie uns so viel vermittelt und mitgibt. Und Herr, wir sind dir von Herzen dankbar für alles, was du uns schon in den vergangenen Wochen und Monaten in diesen Versen gezeigt hast. Und heute möchten wir dich bitten, dass du wieder unser Lehrer bist. Wir sind abhängig von dir. Ohne dich werden wir nichts richtig verstehen, aber mit dir können wir es so verstehen, wie du es gemeint hast und wie es unser Leben wirklich verändert. Und darum bitte ich dich: Salbe du unsere Augen, damit wir sehen, wie du es dir wünschst. Das bitten wir im Namen Jesu.

[3:00] Wir lesen, wie Jesus uns diesen Rat gibt, von dem wir schon ausführlich gesprochen haben: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird, und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst.“ Jesus wünscht sich und er rät uns, diese drei Dinge zu kaufen. Wir brauchen sie, um erlöst zu werden, denn wir glauben vielleicht – oder wir glauben das nicht vielleicht, wir glauben, das ist die Diagnose aus Vers 17 – dass es uns geistlich gut geht. Aber Jesus in seiner Liebe offenbart der Gemeinde die unbequeme Wahrheit, dass wir eigentlich tief in der Sünde stecken und uns genau das fehlt, was Erlösung möglich macht, nämlich das Gold, das im Feuer geläutert ist – Bild für den wahren rettenden Glauben, der durch Liebe geläutert wirksam wird. Das ist der wahre Reichtum, wenn man echten Glauben hat. Und dann haben wir das letzte Mal über dieses wunderbare Bild der weißen Kleider gesprochen und gesehen, dass Jesu Gerechtigkeit, sein weißes Kleid, das weißer ist als ein je ein Mensch es herstellen könnte, dass dieses weiße Kleid uns geschenkt wird, aber nicht nur damit wir es theoretisch im Schrank haben, sondern damit wir es tragen. Wir können unsere Kleider weiß machen im Blut des Lammes. Durch den Glauben erhalten wir seine Gerechtigkeit. Das Gold und die weißen Kleider hängen unmittelbar, untrennlich miteinander zusammen. Und wenn das weiße Kleid unser Leben bedeckt, dann ist das Problem der Sünde gelöst, denn es bekleidet uns, es bedeckt die Schande der Nacktheit. Wir haben gesehen, dass dieses Kleid von uns bewahrt werden muss. Wir brauchen die Gerechtigkeit Jesu nicht einmal, sondern immer. Wir werden nicht „einmal gerettet, immer gerettet“, sondern wir werden gerettet, indem wir jeden Tag uns erneut und immer wieder abhängig machen von seiner Gerechtigkeit und niemals auf unsere Gerechtigkeit vertrauen, die nur ein beflecktes Kleid ist.

[5:54] Drei Dinge bietet uns Jesus an. Wir brauchen sie alle drei: das im Feuer geläuterte Gold,

[6:15] die Augensalbe. Das Gold haben wir gesehen, ist der Glaube. Das weiße Kleid: Jesu Gerechtigkeit. Was ist die Augensalbe? Eins ist sicher: Die Augensalbe dient dem Schauen, damit wir wieder sehen können. Wir haben gesehen in Offenbarung 3, Vers 17, dass der Zustand von Laodizea dargestellt wird durch zwei allgemeine Ausdrücke, nämlich „elend und erbärmlich“, und dann drei konkrete Situationen oder drei konkrete Details dieses Zustands benannt werden, nämlich „arm, blind und entblößt“. Das Gold löst die Armut, denn der Glaube macht geistlich reich. Die weißen Kleider lösen das Problem der Nacktheit, die Gerechtigkeit bedeckt unsere Sünde. Die Augensalbe löst das Problem der geistlichen Blindheit. Und vielleicht lohnt es sich an dieser Stelle, kurz noch einmal innezuhalten und sich daran zu erinnern, was wir gelernt haben über diese geistliche Blindheit in 2. Petrus Kapitel 1, Vers 9. Denn wir müssen verstehen, was das Problem ist, um zu verstehen, was die Lösung dann ist. Wir haben das ja ausführlich in der Folge „Offenbarung 3, Vers 17e“ behandelt. Deswegen hier nur eine ganz kurze Erinnerung für uns alle. In 2. Petrus 1 und dort Vers 9 heißt es: „Wem dagegen diese Dinge fehlen“ – diese Dinge, das sind die Dinge, die ab Vers 5 genannt werden: „So setzt, Verzeihung, so setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Ausharren, in dem standhaften Ausharren aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe. Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus. Wem dagegen diese Dinge fehlen, der ist blind und kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen.“ Also, Augensalbe muss offensichtlich dazu führen, dass wir diese Dinge wieder haben: Tugend, Erkenntnis, Selbstbeherrschung, standhaftes Ausharren, Gottesfurcht, Bruderliebe, Liebe.

[9:21] Gottes Volk ist blind und taub, das haben wir gesehen in Jesaja 42 damals. Und wir haben gesehen, dass nur Jesus die Blinden heilen kann. Wir haben immer wieder in der Bibel Beispiele, wie Jesus blinde Menschen geheilt hat. Und hier in Offenbarung Kapitel 3 bietet Jesus den Blinden Heilung an. Interessant ist, wenn man sich Offenbarung 3, Vers 18 anschaut, dass in der Schlachter-Übersetzung Folgendes steht: „Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird.“ Und dann heißt es: „Und salbe deine Augen mit Augensalbe.“ Also, da werden zwei Dinge angeboten, dann ist eine ein Aufruf. Aber das ist möglicherweise nicht die beste Lesart. Einige ältere Manuskripte haben, da wird der Satz so ausgedrückt: „Und auch Salbe, um deine Augen zu salben, damit du siehst.“ Also, am Ende kommt genau das Gleiche heraus, aber der Punkt ist, dass dann tatsächlich alle drei Dinge sozusagen als Aufzählung angeboten werden. Jesus sagt: „Ich rate dir zu kaufen, nämlich Gold und weiße Kleider und Augensalbe, um deine Augen zu salben, damit du siehst.“ Genauso ein Angebot von Jesus wie die anderen beiden Dinge.

[11:04] Wenn wir uns die Frage stellen, was diese Augensalbe ist, dann müssen wir uns vielleicht die Frage zunächst einmal stellen: Gibt es irgendwo in der Bibel, wo ein Blinder mit einer Augensalbe gesalbt worden ist? Nur diese Augensalbe, das Wort, das hier verwendet wird, das Kollyrion, ist nur hier in Offenbarung 3, Vers 18 überhaupt bezeugt. Ursprünglich war es ein medizinisches Zäpfchen, das aber meistens aufgelöst wurde und als Salbe oder als Tropfen verwendet wurde, besonders als Augensalbe. Man kann heute noch archäologisch so Reibeschalen finden, in denen diese Augensalben hergestellt worden sind. Es gab sehr viele verschiedene Arten dieser Augensalbe, und die Ärzte haben, die römischen Ärzte haben zum Teil Stempel benutzt, wo ihr Name draufstand und der Name der Augensalbe und eventuell sogar die Dosis und die Anwendung. Es war eine ganz, ganz florierende wirtschaftliche Sache, diese Augen- oder zumal auch medizinische Sache, diese Augensalben.

[12:16] In der Bibel finden wir auch eine Geschichte, in der ein Mensch, der blind ist, mit Augensalbe bestrichen wird. Allerdings ist das eine komplett andere Augensalbe in Johannes Kapitel 9 und dort Vers 6 und 7. Dort finden wir jene berühmte Geschichte, die wir auch schon im Zusammenhang mit dem Erzählseminar uns angeschaut haben, von dem Mann, der von Geburt an blind gewesen ist, was die Jünger zu der Frage bewegte, wer denn jetzt daran schuld sei: die Eltern oder er selbst. Und Jesus dann ihnen deutlich machen möchte, dass an ihm die Werke Gottes offenbar werden. Und dann passiert Folgendes in Vers 6: „Als er dies gesagt hatte“ – er hatte vorher davon gesprochen, dass er das Licht der Welt ist – „Vers 6: Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah, das heißt übersetzt: der Gesandte. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.“ Was für eine Augensalbe! Nein, das war kein hochmedizinisches Produkt, wie man es irgendwo in einer römischen Apotheke, wenn es so etwas schon gegeben hätte, hätte kaufen können. Die Augensalbe, die Jesus hier produziert, ist so ganz anders, als man das normalerweise gewohnt gewesen wäre von einem praktizierenden Arzt. Aber es ist diese Augensalbe, die etwas vermag, was eine römische Augensalbe niemals hätte tun können. Man konnte mit solchen Augensalben Menschen, die so ein bisschen Augenleiden hatten, das Sehen etwas verbessern, in etwas helfen. Aber hier wird jemand, der noch nie gesehen hat, plötzlich...

[14:34] ...eine stärkere Augensalbe, als sie alle Kollyrion der Antike gewesen sind. Jesus' Speichel auf der Erde – etwas, wo wir wahrscheinlich zurückschrecken würden, wenn uns jemand so etwas anbietet, um es auf unsere Augen zu streichen. Und auch damals war das sehr merkwürdig, ja, mehr vielleicht noch, denn das Ausspucken war eher ein Ausdruck der Schande, etwas Unangenehmes. Speichel war mit Schande und Erniedrigung verbunden.

[15:25] Wenn wir über Jesus nachdenken, dass er das Licht der Welt ist und warum er das Licht der Welt ist, wenn wir erkennen, dass unsere Erlösung seine Schande bedeutet hat, dass unser Reichtum seine Armut bedeutet hat, wenn wir darüber nachdenken, dass unsere Erhöhung seine Erniedrigung bedeutet hat, dann beginnen wir wieder klar zu sehen.

[15:59] Der Mann sollte sich im Teich Siloah waschen, das heißt wörtlich: der Gesandte. Er sollte sich von dem Messias waschen lassen, sozusagen symbolisch. Wir haben schon gesehen, dass das Blut des Lammes unsere Kleider weiß macht. Auch eine Augensalbe...

[16:31] ...wenn wir Jesus sehen, wie er wirklich ist, dann erkennen wir nämlich unseren Stolz. Wir erkennen, dass Jesus so demütig war, dass dagegen unser Leben seltsam aussieht. Wir erkennen seine Liebe und seine Gnade und merken, wie unbarmherzig wir oft sind, wenn wir über seine Erniedrigung und das, was er für uns zur Erlösung getan hat, nachdenken. Dann fangen wir an, wieder klarer zu sehen, richtig zu sehen, uns und andere zu beurteilen. Die Jünger waren ja auch verblendet von politischen Ideen, die ihnen einredeten, Jesus würde ein großer König sein, der die Feinde vertreibt und die Römer aus dem Land jagt, damit das Volk Israel mal wieder so eine richtige tolle politische, herrschaftliche Periode hat. Jesus musste ihnen diese Blindheit wegnehmen. Es war die Enttäuschung am Kreuz, die ihnen letztlich die Augen öffnete. Als sie verstanden hatten, was am Kreuz geschah, konnten sie klar sehen, wer sie sind. Sie konnten klar sehen, warum sie Jesus brauchten. Dann konnte auch Petrus klar sehen, dass er selbst zu schwach ist, um Gott beeindrucken zu können, was ihm vorher nie so richtig klar gewesen war. Dann konnten sie sehen, was ihre Aufgabe ist. Dann konnten sie sehen, warum sie den Heiligen Geist so dringend brauchten, warum es gut war, dass Jesus in den Himmel aufgefahren ist. Dann konnten sie sehen, wohin das Evangelium gehen sollte. Das Nachdenken über Jesu Tod für sie, Jesu Erniedrigung, Jesu Schmach hat ihnen die Augen geöffnet.

[18:44] Es gibt ein paar interessante Aussagen aus der Feder von Ellen White über diese Augensalbe. Wir wollen uns einige davon ein bisschen näher betrachten.

[19:00] Sie sagt: „Deswegen ist es notwendig, dass wir äußerst sorgsam sind und demütig vor Gott wandeln, damit wir geistliche Augensalbe haben, damit wir unterscheiden können zwischen dem Wirken des Heiligen Geistes von Gott und dem Wirken jenes Geistes, der nur wilde Unordnung und Fanatismus bringt.“ Wenn wir Jesus betrachten, wie er wirklich ist, wenn wir seine Augensalbe annehmen, dann werden wir unterscheiden zwischen dem, was wirklich vom Heiligen Geist ist und was Fanatismus ist. Kann es sein, dass es deswegen auch so viel Fanatismus in der Gemeinde Laodizea gibt, weil die Augensalbe fehlt, weil das wahre Wirken des Heiligen Geistes, die stille Stimme, die sanfte Stimme, das sanfte Säuseln des Geistes nicht gehört wird?

[20:03] An anderer Stelle sagt sie: „Wir müssen alle auffordern, ihre geistlichen Gläser, Brillengläser aufzusetzen, und dass ihre Augen gesalbt werden, eingerieben werden, damit sie klar sehen und die wahren Säulen unseres Glaubens erkennen.“

[20:32] Wenn uns die Augensalbe fehlt, dann wissen wir gar nicht mehr genau, was jetzt wichtig ist in unserem Glauben und was unwichtig ist. Dann werden Nebensächlichkeiten plötzlich ganz wichtig, während die eigentlichen wichtigen Dinge aus dem Blickfeld verschwinden. Und auch das ist ein Kennzeichen unserer Zeit. Wie sehr haben wir momentan damit zu kämpfen, dass Nebensächlichkeiten, Dinge, die gar nicht Teil unserer Botschaft sind, übermäßig aufgeblasen werden links und rechts, und die eigentlichen Hauptsäulen des Adventglaubens irgendwie an den Rand gedrängt werden. Wenn das geschieht, ist das ein klarer Hinweis darauf, dass die Augensalbe fehlt. Nur die Augensalbe kann uns zeigen, was wirklich die echten Fundamente, die echten Säulen des Adventglaubens sind. Und nur wenn wir das sehen, können wir diese Botschaft auch wirklich mit Überzeugung weitergeben.

[21:29] Und ein besonderes Zitat, das uns an das erinnert, das wir gerade in Johannes 9 gelesen haben. Sie spricht jemanden an und sagt: „Dir fehlte geistliches Augenlicht, und du brauchtest die himmlische Salbung, dass du siehst, dass das Werk Gottes in einem Opfer gegründet worden ist und dass es nur durch ein Opfer vorwärts getragen werden kann.“ Wenn wir sehen, was Jesus für uns getan hat, wenn wir diese geistliche Augensalbe haben, symbolisch dargestellt durch Jesus, der auf die Erde spuckt, der Mensch wird, der Staub wird, und der in diesem Zustand als Mensch sich noch bespucken lässt und sich demütigen lässt für uns, dann werden wir wissen: Wenn das Werk Gottes durch solch ein Opfer gegründet worden ist, dann können wir nicht erwarten, dass wir ohne Opfer dieses Werk voranbringen. Dann muss uns bewusst sein, dass wenn wir das Evangelium annehmen, wenn wir den Glauben haben und die Gerechtigkeit Jesu in unserem Leben, dann muss uns bewusst sein, dass wir unserem Erlöser Jesus auch nachfolgen werden. Wir werden nicht über ihm sein, der Knecht ist nicht über seinem Meister.

[23:14] Ein weiteres Zitat: „Gott fordert von seiner Gemeinde, dass sie aus ihrer Lethargie aufwacht und dass sie sieht, welche Art von Dienst er von ihr erwartet in dieser Zeit der Gefahr. Die Lämmer der Herde müssen versorgt werden.“ Sie meint damit die Kinder und die Jugendlichen, die Teenager der Gemeinde. „Der Herr des Himmels schaut herab, um zu sehen, wer dieses Werk tut, dass er für die Jugendlichen und Kinder getan haben möchte. Die Augen unserer Geschwister und unserer Brüder und Schwestern müssen mit der himmlischen Augensalbe gesalbt werden, dass sie erkennen, was jetzt in dieser Zeit notwendig ist.“ Wer die Augensalbe erhält, der sieht auch, was getan werden muss. Denn nur wenn wir die Augensalbe haben, dann sehen wir das auch wirklich. Denn wenn wir sie nicht haben, dann sind wir gar nicht bereit, Opfer zu bringen, und es würde uns gar nicht in den Sinn kommen, dass das unsere Aufgabe ist. Aber wenn wir sehen, was Jesus für uns getan hat, dann sehen wir plötzlich, was auch durch seine Kraft wir für andere tun können. Und dann erkennen wir, was wir tun sollen. Die Augensalbe führt dazu, dass wir, wenn wir Glauben haben und seine Gerechtigkeit, jetzt auch für andere wirken.

[24:32] In einer Situation schreibt sie an Verantwortliche einer Schule, die dort in ihrer Schule irgendwelche Belustigungen als Programm durchgeführt haben und damit die Kinder in Gefahr gebracht haben, in Versuchung gebracht haben. Und sie sagt: „Hätten ihre Augen mit der himmlischen Augensalbe gesalbt worden wären, hätten sie realisiert, dass sie solche Darstellungen nicht hätten erlauben sollen, die an jenem Nachmittag stattfanden, weil sie damit Gott entehrt haben.“ Wer die Augensalbe hat, erkennt plötzlich auch, was angemessen ist für einen Christen und was nicht, wie man sich verhalten sollte, welche Art von Unterhaltung Gott gefallen kann und welche unangemessen ist und welche man auch aus seinem Leben ausscheiden sollte. Die Augensalbe, die uns zeigt, was Gott gefällt in unserer Freizeit und was nicht.

[25:28] Sie spricht davon, von denen, die Verantwortung tragen, welche Bücher veröffentlicht und gedruckt werden sollen in unseren Verlagen. Heißt es: „Wenn die Männer, die in dem Buchkomitee sind, mit Christus Berührung haben, wenn ihre Augen gesalbt sind mit der Augensalbe, die Jesus empfiehlt, sie von ihm zu kaufen, dann und nur dann können sie wirklich richtige Urteile darüber abgeben, was angemessen für die Publikation ist.“ Wenn in unseren Verlagen Dinge gedruckt werden, in unseren Zeitschriften Dinge stehen, die nicht wirklich echte geistliche Nahrung sind, dann liegt das an einem Mangel an Augensalbe. Die Augensalbe zeigt uns, was getan werden muss. Sie zeigt uns, was Gott wohlgefällig ist. Sie zeigt uns den Unterschied zwischen dem, was geistlich ist und dem, was weltlich ist, dem, was geistlich ist und dem, was fanatisch ist.

[26:23] Sie sagt an einer Stelle: „Wir brauchen oh so sehr klares Unterscheidungsvermögen, klares geistliches Augenlicht. Unsere Augen, die müssen mit der himmlischen Augensalbe gesalbt werden, damit wir alle Dinge klar sehen.“

[26:47] Wir brauchen Klarheit in unserem Glaubensleben. Die großen und feierlichen Wahrheiten für diese Zeit sollen durch unsere Zeitschriften verkündigt werden. Und in diese Zeitungen sollen wir alle geistliche Kraft hineinbringen, die wir haben und so gut wir es können. Das gilt, denke ich, auch für Medien, Videos, was immer wir heute tun, um das Evangelium weiterzutragen.

[27:15] Sie spricht hier: „Das Auge ist das sensible Gewissen, das innere Licht des Denkens. Die geistliche Gesundheit der gesamten Seele, des gesamten Wesens hängt davon ab, wie wir die Dinge betrachten.“ Und dann sagt sie: „Die Augensalbe, das Wort Gottes, macht unser Gewissen klug, wenn das Wort Gottes angewendet wird, denn es überzeugt von der Sünde. Die Augensalbe ist Gottes Wort.“

[28:03] Das uns hilft zu erkennen, wie Gott denkt über bestimmte Dinge. Und durch das Wort Gottes spricht der Heilige Geist. Es ist nicht die Buchstaben, sondern der Geist, der die Worte, der die Gedanken inspiriert hat. Besser gesagt, das ist der Geist, der durch die Bibel zu uns spricht und der uns deutlich macht: „Christopher, das solltest du dir nicht anschauen oder das nicht anhören oder damit nicht deine Zeit füllen, oder das wäre angemessen für eine Predigt, aber das ist eigentlich nicht wertvoll.“ Es ist das Wort Gottes, das uns Klarheit schenkt, das uns zeigt: „Du solltest dieser Person helfen, auch wenn es ein Opfer bedeutet.“ Weil es dieses Wort ist, in dem der Heilige Geist uns zeigt, welche Opfer Jesus für uns getan hat. Der Staub wurde zu Brei gemacht, und er hat sich bespucken lassen. Diese Augensalbe hilft uns, geistlich zu sehen.

[29:10] Interessanterweise sagt sie, dass die Menschen in Laodizea damit gerühmt haben, dass sie eine tiefe Erkenntnis der Bibelwahrheit hatten, eine tiefe Einsicht in die Schrift. Sie waren nicht komplett blind, sonst hätte die Augensalbe nichts tun können, um ihre Sicht wiederherzustellen und sie befähigen können, die wahren Eigenschaften Christi zu erkennen. Laodizea weiß ja einiges, es hat ja einiges gesehen, aber es sieht nicht richtig.

[29:50] Sie sagt weiter in demselben Zitat: „Während wir in Sünde waren, hat er sein Leben für uns versprochen. Er liebt den Sünder, aber er hasst die Sünde.“ Und beides müssen wir erkennen.

[30:02] Beides müssen wir erkennen, und beides können wir nur erkennen durch die Augensalbe. Deswegen lässt er die Versuchten nicht alleine mit Augen, die fast blind sind für ihre eigenen Unvollkommenheiten. Der Mann, der die Augensalbe benutzt, ist befähigt, sich selbst zu sehen, wie er ist. Sein Elend, seine Erbärmlichkeit wird entdeckt. Er fühlt seine Unvollkommenheit, seine geistliche Armut und seine Not, seine Bedürftigkeit, geheilt zu werden. Die Augensalbe zeigt uns, warum wir den Glauben und die Gerechtigkeit Jesu jeden Tag brauchen. Die Augensalbe ist das wirksame Gegenmittel gegen entstehende Selbstgerechtigkeit. Denn die Augensalbe zeigt uns, wie Gott wirklich ist und wie wir alleine ohne ihn sind und warum wir ihn Tag für Tag brauchen. Die Augensalbe gibt uns die Fähigkeit wieder, geistlich zu sehen und seinen wahren Zustand zu erkennen. Gottes wahren Charakter zu erkennen, zu sehen, was getan werden muss.

[31:26] Anderes Zitat: „Bruder B muss seine Augen gesalbt haben, damit er klar die geistlichen Dinge erkennen kann und die Schlingen des Satans.“

[31:41] Anderes Zitat, sechstes Band der Zeugnisse: „Die Gemeinden müssen mit der himmlischen Augensalbe gesalbt werden, also ihre Augen müssen gesalbt werden, dass sie sehen können, welche Gelegenheiten es überall um sie herum gibt, um für Gott zu dienen.“

[31:59] Diese Augensalbe, die zeigt mir meinen Zustand, aber die zeigt auch Jesu Charakter und sie zeigt die Schlingen Satans. All das, was wir in unserer eigenen Selbstgerechtigkeit nicht richtig einschätzen, weil wir uns selbst höher achten, als wir sind, weil wir die Schlingen Satans für ungefährlich halten, weil wir Jesu Charakter nicht richtig verstehen. Die zeigt uns auch die Missionsgelegenheiten, die immer auch ein Opfer erfordern, Dinge, die wir gar nicht vorher wahrnehmen, weil wir es gar nicht auf dem Schirm haben, dass man anderen Menschen so helfen könnte, wie Jesus uns geholfen hat. Wenn wir in Gottes Wort Jesus sehen und sein Wesen und seine selbstaufopfernde Liebe, dann spricht der Heilige Geist zu uns und erklärt unser Denken auf, und wir erkennen, wie wir sind im Vergleich zu Jesus. Wir erkennen, wie Jesus wirklich ist, wir erkennen, wie Satan uns versucht mit verschiedenen Dingen, die wir für harmlos hielten, in Wirklichkeit zu versklaven, und wir erkennen, welche Gelegenheiten wir haben, die wunderbare Erlösung anderen weiterzugeben. Es ist die Augensalbe, die uns hilft, klar geistlich zu sehen.

[33:24] Sie sagt an anderer Stelle im neunten Band der Zeugnisse: „Gelegenheiten öffnen sich überall. Nutzt jede Öffnung der Vorsehung, überall wo die Vorsehung sozusagen eine Tür öffnet.“ Sie sagt: „Presst euch da hinein!“ Die Augen müssen gesalbt werden mit der himmlischen Augensalbe, um zu sehen und ein Gespür für die Gelegenheiten zu bekommen. Je klarer wir vom Heiligen Geist gesalbt sind, indem wir das Wort studieren, desto klarer erkennen wir im Alltag, was gut und was richtig ist und was wir vermeiden sollten und was zu tun ist. Wir erkennen immer besser unsere Pflicht, wie wir mit Gott zusammenarbeiten können, wo er wirkt. Ein Mensch, der ohne Gott lebt, der sieht gar nicht, was Gott alles tut. Die Jünger, als sie noch nicht die Augensalbe hatten, die haben gar nicht gemerkt, kaum richtig gemerkt, was Gott alles für sie getan hat durch Jesus. Vieles davon haben sie gar nicht verstanden. Aber als sie die Botschaft des Kreuzes verstanden haben, als sie vom Heiligen Geist erfüllt waren, haben sie plötzlich verstanden, was damals Jesus ihnen schon sagen wollte. Sie haben plötzlich klar gesehen.

[34:37] Lieber Freund, liebe Freundin, wir müssen klar sehen.

[34:47] Letztes Zitat für heute, viertes Band der Zeugnisse: „Gott hat jedem Menschen sein Werk gegeben, und niemand anderes kann es für ihn tun.“ Du hast eine individuelle Aufgabe, die ich nicht übernehmen kann und umgekehrt. Und dann sagt sie: „Oh, dass jeder persönlich die Augensalbe für sich anwenden würde!“ Oh, dass du persönlich die Augensalbe anwenden würdest, dass du deine Charakterfehler sehen könntest und realisierst, wie Gott deine Liebe zur Welt betrachtet, die die Liebe zu Gott weckt.

[35:26] Wollen wir heute Gott bitten, dass er uns durch sein Wort mit dieser Augensalbe salbt? Auch wenn diese Augensalbe anders ist, als das, was wir uns vielleicht vorgestellt haben, dass wenn wir in seinem Wort vom Heiligen Geist beeindruckt werden, zu sehen, was Jesus für mich und für dich getan hat, wie sehr er gelitten hat. Dass wir dann sehen, dass wir ohne ihn nichts können, dass wir sehen, wie liebevoll er ist, dass wir sehen, wie Dinge, die wir für harmlos hielten, in Wirklichkeit Satans Schlingen sind, dass wir sehen, welche Gelegenheiten Gott uns gibt, für ihn zu wirken und mit ihm zusammenzuarbeiten. Wollen wir Gott bitten, dass er uns eine klare Sicht schenkt, eine klare geistliche Sicht für den Alltag, damit wir, wenn wir durch den Alltag gehen, sehen: „Ah, das ist Gottes Wirken!“ und „Oh, hier ist Gefahr!“ und „Deswegen brauche ich Jesus heute!“ Und dann werde ich jeden Tag diesen Glauben haben wollen und das Kleid der Gerechtigkeit tragen. Und wir Gott darum bitten.

[37:02] Lass uns gemeinsam niederknien. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen, dass du heute in besonderer Weise zu uns gesprochen hast. Und Herr, wir möchten dir bekennen, dass wir so oft blind gewesen sind, kurzsichtig, dass wir vergessen haben, was du getan hast, uns, dass wir zwar Erlösung erlebt haben, aber unsere Augen vom Kreuz weggewandt haben, den Fokus verloren haben, und plötzlich die Versuchung nicht mehr so schlimm erschien, wir uns selbst besser fühlten, als wir wirklich sind ohne dich, deinen Charakter aus den Augen verloren haben. Herr, salbe uns mit deiner geistlichen, himmlischen Augensalbe, dass wir erkennen, dieses Evangelium durch ein unfassbares Opfer begründet worden ist, und dass wir dich brauchen, dass wir unsere eigene Hilflosigkeit erkennen und deine unfassbare Größe, dass wir sehen, wo wir anderen helfen können, die auch erkennen, dass die Dinge, die ein Opfer von uns erfordern, Dinge sind, mit denen du mit uns zusammenarbeitest, bei denen du mit uns zusammenarbeitest. Und Herr, hilf uns, dass wir klar erkennen, wo der Satan uns von dir wegziehen will. Salbe uns mit deiner Augensalbe Tag für Tag. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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