In dieser Folge der „Offenbarung Vers für Vers“-Serie beleuchtet Christopher Kramp Offenbarung 3, Vers 19b: „Sei nun eifrig und tue Buße.“ Er erklärt, wie Gottes liebevoller Tadel und seine Erziehung zu einem echten, biblischen Eifer führen, der uns motiviert, unser Leben von allem zu reinigen, was die Beziehung zu Gott stört. Anhand von Beispielen wie Jesus im Tempel und Pinhas wird der Unterschied zwischen wahrem und falschem Eifer aufgezeigt und betont, dass dieser Eifer ein beständiges Geschenk des Heiligen Geistes ist.
Offenbarung 3:19b
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Endzeit, Gemeinde, Große Kampf, Offenbarung, Prophetie, Zeichen der ZeitPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt und dass wir gemeinsam weiterstudieren können in diesem wunderbaren Buch der Offenbarung, in dieser zutiefst eindringenden Botschaft von Jesus an die Gemeinde in Laodizea. Wir haben schon einiges über diese Gemeinde, über uns und über Gottes Perspektive und über sein Angebot an uns erfahren und gelernt. Und wir wollen heute in Offenbarung 3, Vers 19 weiterstudieren. Bevor wir damit beginnen, lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ein, wenn es dir möglich ist, mit mir gemeinsam niederzuknien für ein Anfangsgebet.
[1:36] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass deine Gnade und deine Güte größer ist als alles andere, was wir uns vorstellen können. Danke, Herr, dass du uns vergeben hast, dass du uns gereinigt hast, dass du uns zu dir ziehst, dass dein Wort der wahre Trost ist, den wir haben. Wenn wir jetzt die Offenbarung lesen, die Worte, die du dort hinein hast schreiben lassen, direkt für uns und an uns, dann möchten wir dich bitten, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern ausführt, wozu du es gesandt hast. Dass wir Freude empfinden, dass wir unsere Beziehung zu dir wachsen lassen, dass wir dich besser kennenlernen, dass wir verstehen, wie nah du uns bist und wie nah du uns sein möchtest. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist. Zu deinen Füßen wollen wir sitzen und dein Wort verstehen, dich verstehen und mit dir zusammen leben. Das bitten wir alles im Namen Jesu, der für uns einsteht. Amen.
[2:54] Offenbarung Kapitel 3, Vers 19. Wir haben das letzte Mal gesehen, dass Jesus uns den Grund gibt, warum er uns tadelt als Gemeinde Laodizea, warum er uns von der Sünde überführt, warum er unsere falschen Ansichten, die wir über uns haben, widerlegt. Er sagt in Vers 19: "Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich."
[3:23] Wir haben gesehen, weil Jesus uns liebt, deswegen möchte er nicht, dass wir ein falsches Bild von uns haben. Deswegen möchte er, dass wir unsere Sünden erkennen, dass wir die ganze Sündhaftigkeit meines Herzens, unseres Herzens erkennen, damit wir uns vollständig an seine Gnade klammern, ganz sein Gold, das er uns anbietet, in Anspruch nehmen, diesen Glauben für uns in Anspruch nehmen, dass wir unsere Augen tatsächlich mit Augensalbe salben lassen. Wir haben gesehen, weil er uns liebt, züchtigt er uns. Und das griechische Wort heißt: Er erzieht uns. Es gibt Dinge zu lernen. Erziehung ist nicht immer angenehm, weder für den, der erziehen muss, noch für den, der erzogen wird. Und doch ist es absolut notwendig. Gott möchte dich und mich erziehen, weil er uns lieb hat.
[4:27] Und weil das so ist, weil Jesus uns liebt und uns in den Zustand bringen möchte, der am besten für uns ist, heißt es jetzt hier in Vers 19: "So sei nun eifrig und tue Buße." Die Folge ist also, wenn wir uns sozusagen diesen Vers 19 genauer anschauen, da ist also eine Grundlage, das ist Jesu Liebe. Das ist, was die Motivation ist für Jesus, uns zu tadeln und zu erziehen. Und es folgt jetzt, weil Jesus uns tadelt und uns erzieht, dass wir eine Reaktion zeigen auf das, was Jesus aus Liebe tut. Reagieren wir, und zwar mit unserer...
[5:40] Die Reaktion eines Menschen, der versteht, dass Jesus ihn aus Liebe getadelt hat und aus Liebe erzieht, die Reaktion eines Menschen ist dann, wenn er so reagiert, wie Gott es sich wünscht: Eifer und Buße. Und vielleicht ist das ein ungewöhnlicher Gedanke, weil wir vielleicht nicht unbedingt direkt an Eifer gedacht hätten, wenn wir uns überlegt hätten, was ist die Reaktion eines Menschen auf Tadel und Erziehung? Normalerweise ist ja vielleicht unsere menschliche Reaktion auf Tadel erstmal, sich zurückzuziehen oder sich schlecht zu fühlen oder sich verteidigen zu wollen. Aber die Reaktion eines Menschen, der Gott liebt, der ist Eifer auf Tadel und Erziehung.
[6:28] Wir wollen uns anschauen, was ist dieser Eifer. Jesus selbst hat uns das ideale Vorbild, den Maßstab sozusagen für echten biblischen, geistlichen Eifer gegeben in Johannes Kapitel 2 und dort Vers 17. Dort heißt es: "Seine Jünger dachten aber daran, dass geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt." Nun halten wir ganz deutlich fest: Jesus hat hier keinen Eifer, weil er von Gott getadelt worden wäre. Ihm mussten nicht seine Sünden offenbart werden. Aber trotzdem zeigt Jesus einen Eifer, an dem wir uns orientieren dürfen, orientieren sollen, um zu verstehen, was dieser Eifer denn eigentlich ist.
[7:24] Die Jünger dachten an dieses Wort von dem Eifer, als sie Jesus beobachteten, als dieser in Jerusalem den Tempel reinigte. Das heißt in Vers 14: "Und er fand im Tempel die Verkäufer von Rindern und Schafen und Tauben und die Wechsler, die da saßen. Und er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle zum Tempel hinaus." Dort steht nicht, dass er sie geschlagen hätte, was manchmal fälschlicherweise da hineingelesen wird, sondern er hat dieses Symbol, seine Autorität gezeigt, aber nicht zur Verletzung der Menschen eingesetzt. "Er trieb sie alle zum Tempel hinaus, samt den Schafen und Rindern. Und den Wechslern verschüttete er das Geld und stieß die Tische um. Und zu den Taubenverkäufern sprach er: Schafft das weg von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus!" Und als die Jünger das sehen, wie er redet und wie er handelt, denken sie an dieses Bibelwort: "Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt." Jesus zeigt echten biblischen Eifer. Er möchte, dass das Heiligtum nicht verunreinigt ist. Er eifert für echte Anbetung. Er eifert für ein reines Heiligtum.
[8:50] Heiligtum. Denn das Heiligtum ist der Ort, wo Gott den Menschen in besonderer Weise begegnet. Gott will mitten unter ihnen sein. Das war die Idee in 2. Mose 25, als das Heiligtum zum ersten Mal gebaut werden sollte. Und Jesus sah, dass diese Wechsler und diese Verkäufer mit ihrem Treiben, ihrem Markttreiben, diese Möglichkeit, Gott zu begegnen, schwer gestört und behindert haben. Alles das, was eine echte Begegnung mit Gott verhindert und stört und schwierig macht, all das wird von Jesus kompromisslos entfernt. Er sagt nicht einfach: "Seid ein bisschen leiser, damit wir auch noch nebenbei anbeten können." Alles, was dort nicht hingehört in den Tempel, wird entfernt. Der Eifer für das Heiligtum zeigt sich daran, dass all das, was ins Heiligtum nicht gehört, entfernt wird.
[9:51] Und das ist deswegen interessant, weil, obwohl wir auf dieser Erde keinen irdischen Tempel mehr haben, zu dem wir kommen könnten und anbeten würden, haben wir doch auch auf dieser Erde – also das irdische Heiligtum hat ja nicht nur sein Pendant zum himmlischen Heiligtum, wo Jesus jetzt für uns einsteht – es gibt auch eine Parallele, eine Anwendung auf unserer Erde. Denn in 1. Korinther 6 und dort Vers 19 heißt es – lesen wir Vers 18: "Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist außerhalb des Leibes. Wer Unzucht verübt, sündigt in seinem eigenen Leib. Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt und dass ihr nicht euch selbst gehört?" Unser Leib, wir selbst sind ein Tempel des Heiligen Geistes.
[10:57] Wenn wir vom Tadel der Liebe getroffen werden, wenn wir die Erziehung der Liebe annehmen, werden wir einen Eifer entwickeln, der darauf zielt, unseren Körper, unser Leben von allem zu reinigen, alles herauszureinigen, was dort nicht hingehört. 1. Korinther 6 macht deutlich: Unser Körper ist ein Tempel des Heiligen Geistes.
[11:41] Das heißt, wer versteht, dass Jesus aus Liebe tadelt und aus Liebe erzieht, wer die Botschaft von Laodizea annimmt, der wird alles aus seinem Leben entfernen wollen, was die Gemeinschaft mit Gott stört. Die richtige Reaktion auf die Laodizea-Botschaft ist nicht: "Oh nein, es ist so deprimierend, was machen wir nur?" Die richtige Reaktion auf die Botschaft von Laodizea ist: "Weil Gott so etwas für mich tut, mich so sehr lieb hat und mir zeigt, dass ich falsch liege mit meiner Selbsteinschätzung, deswegen möchte ich jetzt alles entfernen, was die Beziehung zu ihm stört."
[12:30] Ein solcher Eifer war nicht selbstverständlich, auch zur Zeit von Jesus nicht. Die Pharisäer und die Sadduzäer mit ihrer hohen Meinung von sich selbst sahen kein Problem mit den Wechslern und den Taubenverkäufern und dem ganzen Markttreiben im Tempel. Die Pharisäer hielten sich für die konservativsten Bibelausleger aller Zeiten, aber sahen nicht, wie ihr Handeln sie von Gott trennte.
[12:59] Dieser Eifer ist nicht einfach ein konservatives "ich bin besonders streng", sondern dieser Eifer, von dem die Bibel hier redet, ist ein Wunsch, dass nichts zwischen Gott und mich tritt in meinem...
[13:29] ...Geschäftigkeit. Was immer der Satan versucht, in unseren Tempel hineinzuplatzieren, um uns abzulenken von der Gegenwart Gottes – der Eifer, der die Reaktion auf die Botschaft von Laodizea ist, der Eifer wird das hinwegtun wollen.
[13:53] So ein Eifer ist nicht gewöhnlich. In Psalm 69 lernen wir, dass so ein Eifer auch vielleicht unangenehme Folgen für uns haben kann. Das Zitat, an das die Jünger denken mussten, das steht in Psalm 69, wo sie den Eindruck hatten und verstanden, dass Jesus genau diesen Eifer an den Tag legte. Psalm 69 und dort Vers 9 und 10. Dort heißt es hier in Psalm 69: "Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter, denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen." Der Eifer, den Jesus uns vorgelebt hat, wenn er sich in unserem Leben zeigt, das kann hier dazu führen – hier wird ganz deutlich gesagt: "Ich bin meinen Brüdern entfremdet worden." Die denken, ich bin verrückt, weil ich diesen Eifer für dein Haus habe. Wer die Botschaft von Laodizea wirklich ernst nimmt, der wird einen Eifer für Gott und sein Werk und einen Eifer für die Nähe zu Gott entwickeln, der vielen anderen, vielleicht auch Geschwistern, seltsam vorkommt.
[15:10] Eifer hat etwas mit Entschluss zu tun. In 4. Mose 25 lesen wir eine sehr eindrückliche Geschichte von jemandem, der so einen Eifer an den Tag gelegt hat, ein Eifer, um die Sünde zu entfernen. 4. Mose 25 und dort ab Vers 11. Das Volk hat sich gerade durch sexuelle Sünde zum Götzendienst abwenden lassen und kurz vor dem Einzug ins gelobte Land noch einmal einen schweren Abfall erlebt. Und dort lesen wir jetzt ab Vers 10: "Und der Herr redete zu Mose und sprach: Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat dadurch, dass er mit meinem Eifer unter ihnen eiferte – also hier ist jemand, der Gottes Eifer in seinem Leben gezeigt hat, der einen Eifer an den Tag gelegt hat, wie es dem Eifer Gottes entspricht, also dem Eifer, wie auch Jesus uns präsentiert hat auf dieser Erde – dass er mit meinem Eifer unter ihnen eiferte, meinen Grimm von den Kindern Israels abgewandt, sodass ich die Kinder Israels nicht vertilgt habe in meinem Eifer. Darum spricht zu ihm: Siehe, ich gewähre ihm meinen Bund des Friedens. Und es soll ihm und seinem Samen nach ihm der Bund eines ewigen Priestertums zufallen, dafür dass er für seinen Gott geeifert hat und so Sühnung erwirkt hat für die Kinder Israels."
[16:52] Was hat er getan? Als dort ein Mann aus den Kindern Israels in Vers 6 und vor den Augen Moses und derer, die vor der Stiftshütte weinten über den Abfall, diese Midianiterin in sein Zelt brachte, da hat der Pinhas, so lesen wir in Vers 7, das gesehen. Er ist aus der Mitte der Gemeinde aufgestanden, hat einen Speer in seine Hand genommen und hat die beiden durchbohrt. Eine krasse Geschichte! Pinhas war entschlossen, der Sünde die Stirn zu bieten. Er war entschlossen, Missstände zu beseitigen, so wie Jesus entschlossen war, Missstände zu beseitigen.
[17:40] Was bedeutet das im Zusammenhang der Laodizea-Botschaft? Es bedeutet, dass wir mit diesem Eifer den Entschluss fassen, Missstände zu beseitigen, und zwar jetzt – gut zuhören – in unserem Leben. Denn die Botschaft an Laodizea richtet sich ja an mich. Habe ich denselben Eifer wie Pinhas, die Sünden in meinem Leben, in meinem Denken, in meiner Seele so aufzuspießen, sozusagen für immer zu töten, so wie Jesus in seinem Tempel die Dinge wegtat, die dort nicht hingehörten?
[18:57] 1. Korinther Kapitel 9 und dort Vers 26 und 27. Er sagt: "So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse. Ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen." Mit anderen Worten: Wenn ich kämpfe, dann bin ich entschlossen, meinen Feind auch zu besiegen. Dann bin ich entschlossen zuzuschlagen, bin entschlossen sozusagen, um mit dem Bild von Pinhas zu sprechen, zuzustechen, und zwar auf die Sünde, die mein Leben so kaputt macht, zuzuschlagen auf die Probleme, die mich immer wieder von Gott ablenken wollen. Vers 27: "Sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde."
[19:46] Was nützt es uns, wenn wir anderen die Dreiengelsbotschaft predigen und selbst sie nicht leben? Was nützt es, wenn wir die Wahrheit kennen, aber in Sünde leben? Das ist ja genau das Problem von Laodizea. Und Jesus sagt: "Ich möchte, dass das nicht so bleibt. Ich möchte nicht, dass ihr eine Theorie glaubt und eine Theorie weiterlebt und weitergebt, sondern dass die Theorie euer Leben wirklich transformiert, dass die Botschaft, die Kraft – nicht die Theorie, ich muss sagen, die Kraft des Evangeliums – euer Leben transformiert. Denn das Evangelium ist ja keine Theorie, es ist eine Kraft Gottes, es ist die Kraft Gottes."
[20:30] Und weil Jesus uns tadelt und erzieht und uns das deutlich macht, dürfen wir, sollen wir jetzt mit Eifer all die Dinge aus dem Heiligtum unseres Herzens entfernen, von denen er zeigt, dass sie da nicht hingehören. Die Dinge, die sich gegen Gott auflehnen, dürfen wir sozusagen mit einem geistlichen Speer durchstoßen. Wir dürfen, wir sollen auf die Dinge, die uns von Gott trennen wollen, zuschlagen. Wir müssen eine Entscheidung fällen: Diese Dinge wollen wir Gott übergeben, diese Dinge sollen nicht weiter bei uns sein. Wenn wir versuchen, mit einem Bein weiter in der Welt zu leben und trotzdem irgendwie möglichst gute Christen zu sein, wird das nicht funktionieren. Wir brauchen Eifer, Eifer, die Sünde zu beseitigen. Nun, wir können das nicht allein, das ist ohne Frage. Aber wir haben ja schon gesehen, das ist eine Reaktion auf das, was Jesus in Liebe uns sagt. Und wir haben ja gesehen, dass wir das nicht alleine aus eigener Kraft tun müssen. Wir haben gesehen in Vers 18, dass Jesus deutlich sagt: "Ich schenke euch meinen Glauben und meine Gerechtigkeit, und ihr sollt eure Augen salben mit dem Wissen, was ich für euch getan habe." Dann mit diesem Glauben und mit Jesu Gerechtigkeit bekleidet und mit einer klaren geistlichen Sicht werden wir die Dinge identifizieren können, die nicht hingehören in unseren Tempel. Und dann brauchen wir den Eifer, die Bereitschaft, die Entschlossenheit, dass diese Dinge aus unserem Leben verschwinden.
[22:09] Wir dürfen die Sünde nicht tolerieren und hoffen, dass sie von alleine geht. Und dieser Eifer darf kein emotionales Strohfeuer sein, das mal schnell aufflammt und dann wieder verschwindet. In Römer 12 und dort Vers 11 heißt es: "Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn." Und erinnern wir uns: Laodizea hatte das Problem, dass sie nicht heiß sind, sondern lau. Aber wenn wir brennend im Geist sind, so wie der Apollos, von dem wir damals studiert haben am Anfang der Laodizea-Botschaft, der heiß war für Gott, weil er vom Heiligen Geist erfüllt war, dann wird auch der Eifer nicht nachlassen, wenn der Heilige Geist unser Herz erfüllen darf. Dann wird er die Flamme des Eifers am Brennen halten. Sozusagen diesen Eifer brauchen wir beständig, denn Gott zeigt uns ja Schritt für Schritt, welche Dinge in unserem Leben nicht gut sind. Er erzieht uns nicht an einem Tag, sondern unser gesamtes Leben lang, damit unser Charakter sich entwickelt. Und diese Erziehung muss immer von... also alles das, wo Gott uns tadelt und erzieht, es braucht jedes Mal diese Reaktion des Eifers. Deswegen darf Eifer nicht so ein Strohfeuer sein, wo wir uns mal nach einer tollen Predigt aufraffen und sagen: "Ah, jetzt!", und dann nach drei Tagen wieder uns zum geistlichen Schlaf niederlegen. Dieser Eifer muss etwas sein, mit dem wir auf alles reagieren, was Jesus uns in Liebe zeigt. Und so ein Eifer kann ein Mensch nicht alleine machen. So ein Eifer ist ein Geschenk Gottes.
[23:57] Es gibt dabei zwei verschiedene Arten von Eifer. In Galater 4 und dort Vers 17 und 18 kontrastiert Paulus diese beiden Arten von Eifer. Galater 4, Vers 17: "Sie – das sind die Irrlehrer – eifern um euch, nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen." Man könnte auch übersetzen, die Idee ist: "Sie möchten euch abspalten", sozusagen ausschließend von der Gemeinschaft der restlichen Christen, "damit ihr um sie eifert." Es gibt also einen falschen Eifer, der drängt darauf, dass man sich abspaltet von der Gemeinde, eine eigene Gruppe gründet. Und dieser Eifer, der zeigt sich daran, dass dann die Leiter dieser Bewegung diesen Eifer für sich, also sie wollen Anerkennung haben. Wenn also Menschen besonders eifrig auftreten in der Gemeinde Gottes und immer die Sünden von anderen deutlich durch die Öffentlichkeit verbreiten und überall breitreten und dann auf Abspaltungen drängen und dabei vor allem eigene Anerkennung suchen, dann dürfen wir wissen: Das ist nicht der Eifer von Jesus. Das ist nicht der Eifer, den die Laodizea-Botschaft uns lehrt, den Jesus uns lehrt.
[25:19] Vers 18 zeigt uns dagegen den wahren Eifer: "Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar alle Zeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin." Wahrer Eifer kämpft für das Gute. Wahrer Eifer kämpft beständig und ist so, wie es hier beschrieben steht, wünscht sich, dass die Beziehung zu Gott tiefer, intensiver wird, dass all das entfernt wird, was die Beziehung zu Gott stört.
[25:59] Titus Kapitel 2 und dort Vers 14. Wir lesen in Vers 13: "Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus." Die Hoffnung: Jesus kommt bald wieder, ist hier die Grundlage dessen, was wir uns jetzt anschauen wollen. Menschen, die auf die Wiederkunft Jesu warten, die werden ja erzogen in Vers 12. Oder das heißt in Vers 11 eigentlich, der ganze Abschnitt – es fällt gerade auf, dieser ganze Abschnitt ist eine Illustration von Offenbarung 3, Vers 19. "Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen." Das ist die Liebe Gottes, ja, das ist Titus 2, Vers 11. Diese Gnade, sie nimmt uns in Zucht, Pädagogik, sie nimmt uns in Zucht, damit wir Erziehung, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Welt. Das ist Vers 12, Titus 2, Vers 12. Die Gnade erzieht uns, sie zeigt uns, was falsch ist. Sie zeigt uns, wie wir leben sollen in dieser Welt, während wir auf die Wiederkunft Jesu warten. Können wir in dieser Welt schon gottesfürchtig leben? Und jetzt kommt Vers 14, also Vers 13: "Indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat." Hier haben wir es noch einmal, ja, der sich selbst für uns hingegeben hat, "um uns von aller..."
[27:46] hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen. Das ist seine Liebe am Kreuz von Golgatha, mir alle Sünden zu vergeben und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen. 2. Mose 19: Ihr sollt mein besonderes Eigentum sein, das eifrig ist – jetzt kommt der Eifer – das eifrig ist, gute Werke zu tun. Haben wir Titus 2, Vers 14. Titus 2, Vers 14 ist eine ausführliche Erklärung von Offenbarung 3, Vers 19. Jesu Liebe erzieht uns, und Jesu Liebe führt dazu, dass wir eifrig sind, und zwar gute Werke zu tun. Und das zeigt, dass es genau nicht darum geht, dass wir mit guten Werken versuchen, Jesus umzustimmen, sondern weil er uns liebt und weil er uns erzieht, sind wir eifrig, jetzt das Richtige zu tun.
[28:37] Wir bekommen einen Wunsch, eine Entschlossenheit: Ich möchte richtig leben. Ich möchte so leben, dass es gesund ist, dass es heilsam ist, dass andere durch mein Leben gesegnet werden und dass es nicht anderen eine Last ist. Ich möchte Dinge aus meinem Leben entfernen, die anderen wehtun. Ich möchte Dinge aus meinem Leben entfernen, die andere zum Stolperstein werden. Ich möchte Dinge aus meinem Leben entfernen, an denen sie sich stoßen können oder die mich selbst von Gott trennen. Ich möchte das entfernen, weil Jesus mich so liebt und mir meine Sünden vergeben hat. Deswegen möchte ich, dass diese Sünden nicht ständig wieder neu kommen. Ich möchte sie entfernen. Das ist der Eifer, den Gott sich wünscht: Der Eifer, Gutes zu tun und nicht mit dem Schlechten weiterzumachen.
[29:24] Ist es auch dein Wunsch, solch einen Eifer zu haben?
[29:31] Die guten Werke, um die es hier geht, sind ja nicht die Dinge, die wir jetzt aus uns selbst herauspressen, sondern in Epheser 2, Vers 10 wird ganz deutlich gesagt, was das für gute Werke sind, um die es hier geht. Epheser 2, und dort ab Vers 8: Denn aus Gnade, sagt der Paulus, denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen. Gott schafft die guten Werke, aber wir müssen auch in ihnen wandeln. Er drängt sie uns nicht auf. Sie sind da, aber durch den Eifer werden diese guten Werke unsere Werke, so wie bei Pinehas der Eifer Gottes sich in seinem Leben gezeigt hat, als er entschlossen und entschieden der Sünde die Stirn geboten hat. Das war der Eifer Gottes in seinem Leben, und Gott hat das honoriert.
[30:43] Das Leben von Jesus, die guten Werke, die er getan hat, waren die Werke, die ihm der Vater gezeigt hat, und er hat sich entschlossen, entschieden, also er hat sich mit entschlossener Entschiedenheit dafür entschieden, diese Werke zu tun. Lieber Freund, liebe Freundin, Gott verlangt nicht von uns, dass wir alleine gute Werke tun, um Gott zu beeindrucken. Er wünscht sich, dass wir verstehen, wie sehr er uns liebt, dass wir uns entscheiden dafür, ganz entschlossen die Werke zu tun, die er schon für uns vorbereitet hat und damit mit allem aus unserem Leben aufräumen, was das hindert und stört.
[31:22] Entschlossen die Werke tun, die Gott schon bereitet hat. Entschlossen Jesus zu folgen.
[31:32] Woher kommt ein solcher Eifer? Wir haben schon gesehen, ein solcher Eifer ist immer nur eine Reaktion auf das Verständnis des Evangeliums. Der letzte Vers für heute steht in 2. Korinther Kapitel 7. Und dort lesen wir in Vers 10 und 11: Denn die Gott gewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss. Die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.
[32:17] Da gibt es eine Betrübnis, die gut ist. Es gibt eine Betrübnis, die schlecht ist. Die gute Betrübnis, die kommt von Gott, wenn wir von ihm getadelt werden aus Liebe und erzogen werden aus Liebe. Wir haben letztes Mal gesehen, auch eine Erziehung aus Liebe tut manchmal weh. Auch eine Erziehung aus Liebe macht einen traurig. Sie ist nicht angenehm. Paulus sagt, alle Erziehung ist für den Moment nicht angenehm, haben wir gelesen im Hebräerbrief. Aber sie bewirkt eine gute Frucht, eine Frucht der Heiligung.
[32:50] Wenn wir feststellen, ich bin eigentlich egoistisch, feststellen, ich bin eigentlich untreu, ich bin eigentlich unrein. Wenn das Licht hinter unsere Fassaden blicken darf und wir feststellen, wie wir sind, dann ist das unangenehm. Dann sind wir traurig über uns selbst.
[33:13] Und diese Betrübnis, die bewirkt etwas. Die ist nicht wie die Betrübnis der Welt. Die Betrübnis der Welt, da sieht man vielleicht auch, dass man irgendwann realisiert, dass alles gar nicht so ist, wie man gedacht hat, und man ist einfach in einer deprimierten Lage, und man sieht keinen Ausweg. Aber diese Betrübnis ist anders, denn sie zeigt ja direkt einen Weg. Man ist zwar enttäuscht über sich selbst, enttäuscht, dass man viel schlimmer ist, als man gedacht hat, aber die Liebe Jesu zeigt das ja nur, damit wir den richtigen Weg einschlagen, den er schon vorbereitet hat.
[33:41] Und die Folge dieser Gott gewollten Betrübnis steht in Vers 11: Denn siehe, wie viel ernstes Bemühen hat dies bei euch bewirkt, dass ihr in Gott gewollter Weise betrübt worden seid, dazu Verantwortung, Entrüstung, Verlangen, Eifer, Bestrafung. Ihr habt in jeder Hinsicht bewiesen, dass ihr in der Sache rein seid.
[34:09] Wer mit Eifer, mit dem göttlichen, biblischen Eifer Sünde aus dem Leben zu entfernen, Dinge zu überwinden, weil Gott es ja schenken möchte – wer mit einem solchen Eifer auf den Tadel und die Erziehung, die Jesus in Liebe uns gibt, reagiert, der beweist, dass das Evangelium sein Werk hat tun können in seinem Herzen.
[34:38] Der Eifer macht uns nicht gerecht, aber der Eifer beweist, dass die Gerechtigkeit Jesu unser Herz bekleidet.
[34:48] Möchtest du Jesus heute einladen, dass er dir diesen Eifer schenkt? Für ihn, für die Beziehung mit Gott, für sein Werk, für die guten Taten, die Gott tun möchte, für das Wirken Gottes. Ein Eifer, der bereit ist, entschlossen alles aus dem Leben entfernen zu lassen durch den Heiligen Geist, was die Beziehung zu Gott stört. Das ist meine Entscheidung heute. Deine auch?
[35:28] Lass uns noch gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu mir gesprochen hast und zu jedem von uns. Und danke, dass die Laodizea-Botschaft so praktisch in unser Leben hineinspricht. Herr, wir wünschen uns diesen Eifer nicht als ein Strohfeuer, sondern als eine Konstante unseres Lebens, die aus Dankbarkeit für deine Liebe, Erfahrung echter Vergebung, entschlossen sich gegen die Sünde stellt in unserem Leben, entschlossen der Verführung die Stirn bietet und sich ganz entschieden auf deiner Seite stellt und dich wirken lässt. Herr, diesen Eifer wünschen wir uns. Ich wünsche mir persönlich für mich, und ich danke dir, dass du uns ihn schenkst, dass du uns auf eine Weise betrübst, die gut für uns ist und diesen Eifer bewirkt. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Herr, wir haben dich lieb und möchten mit allem, was wir sind und haben, bei dir bleiben. Amen.
Lizenz
Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.