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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge des Offenbarungsseminars vertieft Mirjam Giebfried Offenbarung 3:9b und die Bedeutung des Niederfallens der „Synagoge des Satans“. Sie beleuchtet alttestamentliche Parallelen in Psalm 72 und Jesaja 49, um die Geste der Huldigung zu erklären. Ein zentrales Thema ist Gottes ewige und unveränderliche Liebe, wie sie in Jeremia 31:3 und Jesaja 43:4 beschrieben wird, und wie diese Liebe die Menschen zu Ihm zieht, selbst wenn dies bedeutet, dass einige verloren gehen. Die Sprecherin ermutigt dazu, über bekannte Bibelverse neu nachzudenken.


Weitere Aufnahmen

Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:47] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar. Schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt oder euch das Video später anschaut. Wir haben das letzte Mal Offenbarung 3 Vers 9 begonnen und heute wollen wir diesen Vers gemeinsam abschließen. Da wartet noch einiges auf uns, der Vers hat es wieder mal in sich. Und weil wir ihn in seiner ganzen Schönheit heute entdecken wollen, lasst uns gemeinsam um den Heiligen Geist bitten, dass er uns die Augen öffnet. Lasst uns gemeinsam beten.

[1:28] Unser Vater im Himmel, danke, dass wir jetzt wieder Offenbarung nah haben dürfen. Herr, wir haben schon das letzte Mal mit Offenbarung 3 Vers 9 begonnen und auch heute laden wir Dich ein, dass Du durch Deinen Geist in unserer Mitte bist und in unseren Herzen wohnst. Herr, halte alles Störende fern, bitte Vater. Lass schlechte Gedanken oder alles, was uns davon abhalten könnte, unter Deinem Einfluss zu stehen, lass sie wegbleiben. Herr, danke, dass Du uns schon so oft durch das Studium Deines Wortes geleitet hast und auch jetzt bitte ich Dich, dass wir Deinen Segen aufs Neue erfahren können. Im Namen Jesus.

[2:18] Amen. Wir wollen uns kurz ins Gedächtnis rufen, was wir das letzte Mal gemacht haben. Wir hatten Offenbarung 3 Vers 9 angeschaut und ich lese ihn ganz zu Beginn noch einmal vor: Offenbarung 3 Vers 9: „Siehe, ich gebe das solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen. Siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.“ Und wir hatten uns näher mit der Synagoge des Satans beschäftigt. Wir hatten gesehen, hier handelt es sich um Menschen, die wirklich im großen Kampf auf Satans Seite stehen, aber nicht einfach nur, weil Gott halt sagt, na ja, es muss zwei Seiten geben, sondern das sind Menschen, die sich allmählich Schritt für Schritt, so wie wir das in der Geschichte von Judas gesehen hatten, von Gott entfernt haben. Und Gott möge uns davor bewahren, dass wir, ja, dass wir auch zu solchen Menschen gehören könnten.

[3:34] Wir hatten dann geendet mit einem Zitat von Ellen White am Schluss, wo wir eine Szene hatten: die 144.000 auf dem Berg Zion. Und sie hat dann geschrieben: „Diese 144.000 waren alle versiegelt und vollkommen vereinigt.“ Und dann sagt sie: „Auf ihren Stirnen stand geschrieben: Gott, das neue Jerusalem und herrlicher Stern mit dem neuen Namen Jesu. Über unseren glücklichen, heiligen Zustand wurden die Bösen wütend und stürzten sich mit Gewalt auf uns, um uns ins Gefängnis zu werfen. Wenn wir im Namen des Herrn die Hand ausstreckten und sie hilflos zu Boden fielen, da erkannte die Synagoge des Satans, dass Gott uns geliebt hatte, die wir einander die Füße waschen und die Brüder mit einem heiligen Gruß konnten. Und sie beteten zu unseren Füßen an.“ Und da wollen wir heute weitermachen bei diesem Satz: „Und siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.“

[4:49] Also, wir haben jetzt gesehen, zeitlich können wir das bei Jesu Wiederkunft einordnen. Jetzt, was hat es mit dem Niederfallen und sich niederbeugen auf sich? Lass uns da mal gemeinsam zu Psalm 72 Vers 9 gehen.

[5:30] Im Psalm 72 Vers 9 heißt es: „Vor ihm werden sich die Wüstenvölker beugen und seine Feinde werden Staub lecken.“ Die Frage, die sich hier auftut, ist ganz natürlich: Wer ist „ihm“? „Vor ihm werden sich die Wüstenvölker beugen.“ In Vers 7 heißt es: „In seinen Tagen wird der Gerechte blühen und Fülle von Frieden wird sein, bis der Mond nicht mehr ist.“ In Vers 1 verrät uns Salomo schon gleich zu Beginn: Es geht um einen König. Es geht hier um einen König oder auch einen Königssohn, der in Gerechtigkeit herrscht. Er ist nicht so wie die gottlosen Könige, die sich die Macht an sich reißen und einfach nur, ja, auch Ruhm schäffeln wollen, sondern einen gerechten König, der von Gott eingesetzt ist.

[6:40] Es gibt aber noch andere Stellen im Alten Testament und da können wir gemeinsam zu Jesaja 49 gehen, wo wir auch diese Geste haben. Was wir jetzt, glaube ich, schon ganz gut in Psalm 72 gesehen haben, ist, das ist hier eine Geste der Huldigung oder der Unterwürfigkeit, der Achtung, dieses sich Niederbeugen. Wenn wir jetzt zu Jesaja 49 gehen, dann haben wir einen Vers, der bei mir in der Bibel zumindest als Parallelvers angegeben worden ist. Also, es muss wohl zu Offenbarung 3 Vers 9 hier einige Parallelen geben. Halten wir bis dahin fest, wir haben hier Huldigung, schreibe ich jetzt einfach mal.

[7:45] Es geht nicht darum, dass jemand etwas auf dem Boden fallen gelassen hat und dann der andere aufspringt und es aufhebt, sondern wenn hier sich jemand beugt, und in dem Fall sind es die Vertreter der Synagoge Satans, dann deswegen, weil sie einen, man kann schon sagen, hierarchischen Unterschied zu Gottes Gemeinde sehen.

[8:13] Also, gehen wir zu Jesaja 49, dort Vers 23: „Und Könige sollen deine Wärter sein und ihre Fürstinnen deine Ammen. Sie werden vor dir niederfallen, das Angesicht zur Erde gewandt, und werden den Staub deiner Füße lecken. Und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin, die auf mich harren werden nicht zu Schanden werden.“ Ein Vers, wo wir auch wieder dieses Niederfallen haben. Und es geht hier nicht um Anbetung, das ist auch nicht mit, das habe ich nicht mit Huldigung gemeint, ist ein bisschen altes Wort. Hier werden keine Menschen angebetet. Aber was passiert in Jesaja 49 Vers 23? Hier kommen, wie es heißt, Könige und Fürstinnen. Sie werden vor dir niederfallen, das Angesicht zur Erde gewandt und werden den Staub deiner Füße lecken. Und du sollst erkennen, dass ich der HERR bin. Worum geht es denn hier in Jesaja 49? Wir hatten jetzt Jesaja 49 Vers 23. Und da sehen wir, dass es nicht einfach nur irgendwelche Menschen sind, die kommen, sondern es sind wirklich, ja, respektwürdige Menschen. Also, wir hatten Könige und Fürstinnen, das kann man sich jetzt noch dazu denken.

[10:14] Kontext: Bei mir heißt es ganz am Anfang von Kapitel 49 in der Überschrift: „Der Messias offenbart sich als der Knecht des Herrn.“ Dann heißt es später noch: „Der HERR redet zu seinem Knecht.“ Aber eigentlich, das heißt es dann kurz vor Vers 14 in der Überschrift, die man ja dann noch dazu gefügt hat: „Der Herr verheißt sein Erbarmen und seine Rettung.“ Es geht eigentlich hier darum, dass Israel wiederhergestellt wird. In Vers 25 sagt Gott auch: „Die Gefangenen des Starken sollen ihm genommen werden und die Beute des Tyrannen soll entfliehen, denn nun werde ich mit dem kämpfen, der gegen dich kämpft, und ich werde deine Kinder erretten.“ Das ist so eine schöne Verheißung für ein Volk Israel, das von anderen Völkern bedrängt wird, dass Gott sagt: „Und jetzt schreite ich ein und dann werde ich die Kinder Israels wieder zurückholen.“

[11:21] Geht es hier vielleicht, so am Rande, geht es hier um das buchstäbliche Volk Israel?

[11:37] Wir hatten jetzt Jesaja 49 gelesen, haben gesehen, es gibt eine Parallele zu Offenbarung 3 Vers 9 und vielleicht können wir da die Frage besser klären: Geht es in Offenbarung 3 Vers 9 um das buchstäbliche Israel? Wir hatten das auch jetzt beim ersehnten, ja, vor Kurzem, was also dafür spricht, dass Israel schon im Alten Testament eigentlich eher geistlich gemeint war, also als Gottes Volk. Und jetzt in Offenbarung 3 Vers 9, ich glaube, da sind wir uns alle einig, können wir nicht sagen, dass es sich an das buchstäbliche Volk Israel wendet, schon allein aus zwei Gründen nicht. Denn wenn wir die Zeitepoche anschauen, dann sind wir ja da bei, ja, dem frühen 19. Jahrhundert. Und damals war es nicht gerade das Judentum, das hier seinen Auftrieb hatte. Und wenn man es jetzt so ganz geografisch nimmt, dann lag auch die Gemeinde Philadelphia nicht in Israel. Es geht hier um Gottes Volk, dass er wiederherstellen will und das in dem gleichen Zug auch erhöht wird.

[13:05] Jetzt habe ich hier noch ein Zitat von White mitgebracht, wo sie sagt: „Wenn Christus in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit seines Vaters kommen wird mit allen himmlischen Engeln, die ihn umgeben und mit triumphalen Stimmen auf seinem Weg begleiten werden, Klänge der bezauberndsten Musik auf das Ohr fallen, dann werden alle interessiert sein. Es wird keinen gleichgültigen Zuschauer geben.“ Dann sagt sie weiter: „Die Könige, die Mächtigen – das hatten wir in Jesaja 9 gesehen – die Hochmütigen und die Stolzen, die Niedrigen aber auch, beugen sich gemeinsam unter dem Druck des Wehes, der Verzweiflung, des unaussprechlichen Elends. Herzzerreißende Gebete werden ihren Lippen abgerungen: Erbarmen, Erbarmen, bewahre uns vor dem Zorn eines beleidigten Gottes.“ Eine Stimme antwortet mit schrecklicher Deutlichkeit, Strenge und Majestät: „Denn ich habe gerufen und ihr habt euch geweigert. Ich habe meine Hand ausgestreckt und niemand hat darauf geachtet. Aber ihr habt alle meine Ratschläge missachtet und wolltet meine Zurechtweisung nicht hören. Ich werde über euer Unglück lachen und spötteln, wenn eure Angst kommt.“ Das sehen wir ganz gut, wie Gott auch hier die Synagoge des Satans beschreibt, dass es Menschen sind, die er gerufen hat, die aber nicht darauf geantwortet haben. Dann schreibt White weiter: „Da weinen Könige und Adlige, mächtige, Arme und Geizige gleichermaßen, und zwar bitterlich. Diejenigen, die in den Tagen ihres Wohlstands Christus und die Demütigen, die in seine Fußstapfen traten, verachteten, die ihre Würde nicht demütigen wollten, um sich vor Christus zu beugen, die sein verachtetes Kreuz hassten, liegen jetzt im Morast der Erde nieder. Ihre Größe hat sie mit einem Mal verlassen und sie zögern nicht, sich zu Füßen der Heiligen zur Erde zu beugen.“ Also, das ist genau, was hier auf unser Offenbarung 3 Vers 9 passt.

[15:33] Dann sagt sie noch an anderer Stelle, weil scheinbar jemand der Auffassung war, dass dieses Vor-den-Füßen-Anbeten... Ein Moment, wie sagt sie hier? „Du meinst, dass diejenigen, die vor den Füßen des Heiligen anbeten, letztendlich gerettet werden?“ Sie meint, da war jemand der Auffassung, dass hier in Offenbarung 3 Vers 9 trotzdem noch Menschen gemeint sind, die sich einmal umkehren werden. „Hier muss ich dir widersprechen“, sagt sie zu dieser Person, „denn Gott hat mir gezeigt, dass es sich bei dieser Gruppe um bekennende Adventisten handelte, die abgefallen waren und den Sohn Gottes von Neuem gekreuzigt und ihn zu offener Schande gemacht haben.“

[16:25] Du willst etwas sagen? Ja, direkt dazu. Das ist ganz interessant, das kommt ganz aus dem Anfang ihres Wirkens. Und Adventisten meint hier Ersttagsadventisten, also diese große Gruppe an Adventisten aus der Millerbewegung. Und da ist der Punkt, dass viele von denen, die dann am Ende sich abgewandt haben vom Glauben. Und genau das ist sozusagen der Punkt, weil das vielleicht für viele dann nicht so ganz klar, was eigentlich damit gemeint ist. Also, viele von diesen Ersttagsadventisten, die sie hier dann auch tatsächlich auch unter diesem Bild beschreibt, weil sie halt dann vom Glauben abgeirrt sind, sozusagen. Mhm. Ja.

[17:03] Sie schreibt dann noch: „Und in der Stunde der Versuchung, die noch kommen wird, um den wahren Charakter eines jeden zu offenbaren, werden sie wissen, dass sie für immer verloren sind und von Qualen überwältigt werden sie sich zu den Füßen der Heiligen beugen.“ Also, dieses Erkennen bei Jesu Wiederkunft dann auch, dass, ja, dass man nicht zu Gott gehört, das wird sehr viel Erniedrigung zur Folge haben.

[17:43] Jetzt wollen wir aber nicht so sehr dabei stehen bleiben, denn in Offenbarung 3 Vers 9 geht es noch weiter. Und weil der Schluss so schön ist, will ich da ein besonderes Augenmerk drauflegen. Das heißt hier, wenn wir in Offenbarung 3 Vers 9 weiterlesen: „Und ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen.“ Das hatten wir jetzt schon. Und „erkennen, dass ich dich geliebt habe.“ Ganz einfache und ganz fundamentale Frage: Woher wissen wir, dass Gott uns liebt? Ja, er hat's gesagt. Okay, er hat gesagt: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Lass uns gleich zu diesem Vers gehen. Wo finden wir den? Jeremia 31 Vers 3. Ein ganz, ganz wichtiger Vers hier.

[18:56] Drunter. Und du darfst auch lesen: „Von ferne her ist mir der HERR erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Danke schön. Was sagt uns dieser Vers?

[19:17] Genau, zum einen sagt er uns, dass Gottes Liebe ewig ist. Ja, sie ist immer dieselbe. Sie ist unveränderlich. Und weil das so ist, tut er etwas. Weil er uns liebt, zieht er uns zu sich, ja, und zwar nicht, weil wir es verdient haben, sondern aus Gnade. Mhm. Bleiben wir mal bei dem ersten stehen. Ich mache mal ein A draus. Das heißt ja eigentlich, ähm, mit ewiger Liebe. Wir haben auch manchmal diese Phrase, dass Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit ist. Das heißt, wenn wir das uns auf einem Zeitstrahl anschauen, sagen wir, ich bin hier geboren, ja, oder ja, und im Moment geht das Leben so weiter. Wenn Jesus nicht vorher wiederkommt, dann ist das Leben hier zu Ende. Wann hat Gottes Liebe, wann war Gottes Liebe da und wie lange reicht sie? Sie war schon immer da. Sie war schon immer da, eigentlich noch, noch bevor unsere Zeitrechnung anfängt, ja. Davor, weil die Liebe ist, also solange es Gott gibt, gab es die Liebe. Und wie lange reicht sie? Bis in alle Ewigkeit, bis in die Ewigkeit. Das klingt sehr, das klingt jetzt sehr banal, aber wenn Gottes Liebe von Ewigkeit zu Ewigkeit reicht, über meine Lebensspanne hinaus, dann heißt es, Gott hat mich schon geliebt, bevor ich da war, und Gott wird mich auch lieben, nachdem ich nicht mehr da bin. Das, also, das ist ganz wichtig, weil manchmal haben wir so diesen Eindruck, Gottes Liebe ist mal da und Gottes Liebe ist mal nicht da. Oder manche fragen sich: „Hat mein Leben überhaupt einen Sinn? Bin ich überhaupt gewollt?“ Ja, weil Gottes Liebe uns gegenüber Liebe ist ja nicht irgendwas, was einfach nur im Raum steht, sondern braucht irgendwie einen Bezugspunkt. Und Gottes Liebe zu uns war schon da, bevor es uns überhaupt gegeben hat. Gottes Liebe wird aber auch dann noch für uns da sein, wenn wir, wenn unser Leben zu Ende ist. Das heißt auch, was das ganze Zukünftige noch angeht, was das Gericht und alles, selbst dann ist Gottes Liebe noch da, ja. Das zeigt, wie absolut unnötig und unsinnig der Gedanke ist, mit Werken Gott beeindrucken zu können. Mhm. Weil man versucht, sich etwas zu kaufen, was schon da ist. Ja, es ist schon da. Ja. Und das deswegen, das kann man nur glauben, man kann es nicht noch vergrößern. Deswegen ist eigentlich Werksgerechtigkeit führt immer dazu, dass man einen Mangel an der Liebe Gottes verspürt. Ja, das ist der Umkehrschluss. Und man spürt nur diesen Mangel, aber eigentlich ist er ganz unbegründet, weil Gottes Liebe da ist, ob ich sie spüre oder nicht.

[22:42] Jetzt gehen wir mal noch zu dem zweiten Punkt, was wir hier in Jeremia 31 haben. Darum hast du schon ganz richtig gesagt, es führt zu etwas: „Habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade.“ Was bewirkt Gottes Liebe in unserem Leben? Gott will mit uns verbunden sein. Wir können nicht allein auf ihn zugehen, siehe Adam. Deswegen zieht er uns aus lauter, und zwar aus lauter Gnade. Das heißt, das gesamte Ziehen ist allein seine Gnade. Ist nicht unser Schieben und er muss bisschen mitziehen, sondern das ist seine Gnade. Weil er uns liebt, zieht er uns, obwohl wir es nicht verdient haben, zu sich. Mhm, mhm. Wir können näher bei Gott sein.

[23:33] Wir können näher bei Gott sein dadurch, dass er uns liebt. Wenn man sich auch darüber mal so Gedanken macht, weil manchmal haben wir den Eindruck, na ja, die Sünde trennt uns doch von Gott. Wir sind ja, seit wir Menschen Sünder sind, sind wir ja weiter weg von Gott. Und vielleicht sollte ich erstmal meine Sünde loswerden, um ein paar Schritte auf Gott zu machen. Aber dem ist nicht der Fall, sondern Gott sagt: „Meine Liebe ist es, die dich schon zieht. Und umso mehr du diese Liebe auch in deinem Leben zulässt, umso stärker kann sie dich zu mir ziehen.“ Okay, gehen wir weiter. Gibt's weitere Verse, die uns sagen, dass Gott uns liebt? Ja, Jesaja 43 Vers 4 sagt er: „Weil ich dich lieb habe.“

[24:43] Dahin. Was bewirkt hier Gottes Liebe? Also, der Vers sagt ja: „Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen, ja, und wert geachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben.“ Also, da geht's auch darum, dass der Mensch einen hohen Wert hat. Kostbar ist. Gott liebt ihn und das macht ihn auch sehr, sehr wertvoll. Mhm.

[25:10] Okay, wir haben hier einmal Gottes Liebe und auch den Wert des Menschen.

[25:26] Ja, und ich muss sagen, das ist ein Vers, den schreibt man gerne auf Spruchkarten drauf, den zitiert man so gerne, aber der Vers hat, der ist gar nicht so ohne, weil der Satz heißt ja: „Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen und wert geachtet und ich dich lieb habe, so gebe ich Menschen für dich hin und Völker für dein Leben.“ Was machen wir damit?

[25:59] Ja, also die Idee ist ja die, dass Gott zu dem Volk Israel spricht, spricht zu Israel, um zu sagen: „Um dich zu retten, bin ich bereit, andere aufzugeben.“ Mhm. Und das sozusagen jetzt im Kontext, dass Gott das buchstäbliche ethnische Volk Israel aus Babylon wieder herausholen wird, ja. Und das Ganze ist aber natürlich ein Typus auf die Erlösung. Und die Erlösung gilt aber nicht Israel. Die Erlösung gilt allen Menschen. Deswegen ist er bereit, jemand anders zu geben, um die Menschen zu retten. Und bei Johannes 3 Vers 16, also, das ist sozusagen, wo es dann hinführt. Okay, da kommen wir gleich auch noch drauf. Aber es hat noch diese andere Komponente: Wenn wir jetzt das geistliche Israel nur betrachten, dann ist tatsächlich so, dass Gott viele Menschen gibt für wenige Menschen. Das ist, wie der Erlösungsplan dann letztendlich stattfindet. Denn ich habe mal länger über diesen Vers nachgedacht und mir ist so gekommen: „Ja, Gott wusste ja, wie sich unsere Menschheitsgeschichte zutragen wird. Und er war bereit in all den Jahrhunderten, die bisher schon waren und auch noch in der Zeit, die noch kommen wird, war immer bereit, dass Menschen verloren gehen.“ Hätte ja auch einfach sagen können: „Ich lösche die Menschheit aus, ich mache eine neue Menschheit.“ Aber er hat gesagt: „Nein, ich nehme das Risiko in Kauf, dass Menschen verloren gehen, dass ich andere Menschen erlösen kann.“ Also, ganz einfach illustriert an einer der Geschichte von Noah zum Beispiel. Gott hat die Sintflut geschickt und es sind Menschen dabei verloren gegangen. Aber Gott hat gesagt: „Es ist, also ich lasse es trotzdem zu, weil ich will, dass Menschen erlöst werden.“ Gott hat die Menschheitsgeschichte weiterlaufen lassen, dass du und ich und du geboren werden, dass wir erlöst werden können. Also, kein leichter Vers, aber es zeigt uns, wie groß Gottes Liebe ist.

[28:15] Jetzt hattest du noch etwas gesagt, und wir schauen uns heute vielleicht Verse an, die man meint, gut zu kennen, über die man aber mehr nachdenken sollte. Was war dein nächster Vers? Johannes 3 Vers 16. Johannes 3 Vers 16. Dann gehen wir dahin. Johannes 3 Vers 16. Ich lese mal: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Wie sehr...

[28:54] geht, sondern ewiges Leben hat. Wie sehr hat Gott die Welt geliebt? So.

[29:03] Erklär mir mal, was "so" bedeutet, worauf sich das bezieht. Gerne. Das "so" bezieht sich auf Vers 14. Das heißt ja: "Denn so wie Mose die Schlange erhöht hat, so wird der Menschensohn erhöht werden, und damit jeder, der glaubt, nicht verloren geht." Und dann sagt er: "Denn so hat Gott die Welt geliebt." Das heißt, die Geschichte von der Schlange in der Wüste ist sozusagen das Beispiel, der Typ, das Gleichnis, in dem man sehen kann, dass auf diese Art und Weise Menschen gerettet werden. Und so hat Gott die Welt geliebt, dass auf diese Art und Weise uns retten wird. Mhm, mhm.

[29:38] Was ich an diesem Vers immer noch bemerkenswert finde, ist, man versteht das ja vereinfacht so, dass Gott uns geliebt hat und deswegen hat er Jesus gegeben. Und das ist so auch richtig so. Aber hier steht nicht: "Denn so hat Gott die Menschen geliebt." Hier steht auch nicht: "Denn so hat Gott dich geliebt." Hier steht: "Denn so hat Gott die Welt geliebt." Und ich finde es deswegen bemerkenswert, weil wir so oft darüber sprechen, dass, also wenn wir jetzt im Gemeindekontext über die Welt sprechen, dann sind das oft Menschen, die Gott gar nicht kennen. Dann sind das Menschen, die vielleicht auch gar nicht auf Gottes Wegen gehen. Ähm, aber hier heißt es: Gott hat die Welt geliebt. Und das zeigt nicht, dass Gott die Sünde liebt, die in der Welt ist, überhaupt nicht. Gott hasst die Sünde, das hatten wir auch schon ausführlicher. Ähm, aber trotzdem sagt Gott: "Für die Welt ähm werde ich meinen Sohn geben." Ich habe das einmal in der Bibelstunde so erklärt, dass ich gesagt habe, es gibt manchmal so Karten, wo drauf steht: "Die Welt ist schön, weil du mit drauf bist." Schon mal so einen Spruch gehört oder so in die Art? Gott hat gesagt: "Die Welt ist mir wertvoll, weil du da bist." Ähm, und deswegen hat Gott seinen Sohn gegeben. Darüber dürfen wir uns auch noch mehr Gedanken machen.

[31:19] Jetzt gibt es einen Vers, den wir sofort im Zusammenhang mit Johannes 3 Vers 16 bringen müssen, weil nur so kann man ihn sich gut merken. 1. Johannes 3 Vers 16. 1. Johannes 3 Vers 16 beantwortet uns direkt oder gibt uns eine direkte Antwort, so muss ich es formulieren, auf die Frage: "Wie können wir wissen, dass Gott uns liebt?"

[31:52] "Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat. Auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben." Danke schön. Woran können wir also Gottes Liebe richtig erkennen? Am Kreuz von Golgatha. Das ist, was ja 1. Johannes 3:16a sagt. Mhm, genau. Genau das haben wir in beiden Versen. Wenn wir uns mehr Gedanken über Jesu Tod, was da in Golgatha passiert ist, machen, dann können wir auch Gottes Liebe besser erkennen. Weil das eine ist, wenn immer gepredigt wird: "Gott liebt dich, Jesus liebt dich, egal wie du bist, egal wie du sein wirst, Gott liebt dich." Das ist das eine. Aber wenn wir wirklich Golgatha besser verstehen würden, würden wir auch Gottes Liebe besser verstehen können.

[32:48] Ja, dazu passt ja auch Römer 5 Vers 8, hast du vielleicht noch: "Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Mhm. Ähm, und dann kommt ja noch mal Vers 10: "Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren..." Also, Gott beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Jesus für mich gestorben ist, als ich noch sein Feind war. Das ist die Feindesliebe. Ja, und wenn Gott Feinde liebt, dann liebt er alle. Wer seine Feinde liebt, der sagt zu seinen Freunden: "Ich kann euch jetzt gerade nicht lieben." Ja, ja. Oh ja, danke, das passt ja auch sehr gut.

[33:29] Das heißt, man kann gar nicht so böse sein, dass Gott einen nicht liebt, weil man auch als Feind von Gott geliebt wird. Mhm, das ist sehr gut. Also, das war jetzt Römer 5 Vers 8.

[33:53] Wenn das die große Menschheit ist, und dann gibt es hier eine kleinere Gruppe von Menschen, die wirklich mit Gott befreundet sind, die wirklich in ihn auch zurücklieben, dann kannst du als Mensch nur in einer von den beiden Gruppen fallen. Und das heißt eigentlich für unseren Vers in Offenbarung 3 Vers 9, dass Gott auch die Menschen aus der Synagoge des Satans liebt. Nur er kann es ihnen nicht so zeigen. Seine Liebe kann nicht so erkannt werden wie durch die Menschen, die ihm treu folgen. Mhm.

[34:39] Vielleicht dazu: Es gibt sozusagen zwei in der Bibel, zwei Arten oder zwei verschiedene Kategorien der Aussage "Gott liebt". Es gibt einmal diese Liebe, die wir jetzt besprochen haben, die für alle Menschen ist, die bereit ist, alles zu geben für alle Menschen. Aber dann gibt's sozusagen auch die Liebe, die sozusagen auf Wechselwirkung ist, also wo man jemanden liebt, weil man auch zurückgeliebt wird, sozusagen. So, und da gibt's dann Aussagen wie zum Beispiel, wo er sagt: "Jakob habe ich geliebt, Esau habe ich gehasst", weil Jakob eben zurückgeliebt hat. Genau die, ja, ja, genau, solche Stellen gibt's dann auch noch.

[35:18] Aber lass uns mal auch noch 1. Johannes – ich hatte eigentlich so viele Verse aus 1. Johannes, weil Johannes einfach sehr gerne über die Liebe Gottes spricht. Lass uns da mal noch 1. Johannes 5 Vers 3 angehen. Die Frage, die wir auch haben, ist ja, wie zeigt sich Gottes Liebe? Nicht nur durch das, was er tut. Lass mal lesen 1. Johannes 5 Vers 3: "Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer." Okay, da geht es jetzt um diese Liebe zurück.

[36:05] Ja, aber was bewirkt denn Gottes Liebe? Ja, aber wir können den Vers eigentlich auch durchaus mal vielleicht ein bisschen ungewöhnlich mal umdrehen gedanklich. Wenn unsere Liebe sich dadurch ausdrückt, dass wir Gottes Gebote halten, dann drückt sich auch Gottes Liebe daran aus, dass er seine Gebote hält. Ja, dass er treu zu seinen Verheißungen steht, dass das, was in 2. Mose 20 am Anfang steht, dass er uns aus Ägypten heraus, dass er das immer tut, immer dazu steht und zu all den Prinzipien, die sich in zehn Geboten zeigen. Er ist immer die Wahrheit, er ist immer die Treue. Ja, er denkt immer zuerst an uns, anstatt an sich selbst. Oh ja, auch 1. Johannes 2 Vers 3. Das ist es vielleicht noch deutlicher hier im Deutschen.

[36:55] 1. Johannes 2 Vers 3, 5 und 6. Lass uns mal das noch lesen: "Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind. Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist."

[37:23] Okay, das ist jetzt ein Text, wo noch mehr deutlich wird, wie Gott, Liebe und seine Gebote zu halten, also Gehorsam gegenüber seinen Geboten, zusammenhängen. Und hier muss man auch aufpassen, dass man nicht in dieses Fahrwasser hineinkommt zu sagen: "Na ja, wenn ich Gottes Gebote halte, dann bin ich besonders von ihm geliebt." Weil das sind wir schnell auf der Spur der Werksgerechtigkeit, dass wir Gott irgendwie beeindrucken wollen, dass er uns mehr liebt. Aber ähm, hier heißt es: "Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden." Das heißt, woran erkenne ich Gottes Liebe in meinem Leben?

[38:21] Dadurch, dass er in mir wirkt. Ja, sein Gehorsam. Genau, dass er in mir Gehorsam bewirkt, sodass es nicht mehr schwer ist. Deswegen hatten wir den 1. Johannes 5, sodass es gar nicht mehr für mich schwer ist, Gottes Gebote zu halten. Und wir machen uns manchmal das wenig bewusst, dass wenn wir zum Beispiel Sabbat feiern oder wenn Gott uns hilft, ehrlich zu sein, oder wenn Gott uns hilft, überhaupt unsere Nächsten zu lieben, unsere Eltern zu ehren vielleicht oder auch Respektspersonen, das sind alles Früchte von der Liebe Gottes. Und es kann sein, dass wir uns vielleicht manchmal so fragen: "Ja, wo ist denn Gottes Liebe in meinem Leben? Ich weiß, irgendwie ist sie da, aber ich kann es nicht so richtig fassen." Dann dürfen wir schauen, was Gott schon alles in unserem Leben bewirkt hat und wissen, dass es durch die Liebe Gottes gekommen ist. Und wir dürfen das auch nicht wegwerfen.

[39:22] Du hattest es vorhin gesagt, manchmal mangelt es uns an dem Bewusstsein, dass Gott uns liebt. Ich habe das mal schon vor Jahren so miterleben dürfen, da kam eine Person in die Gemeinde, das war eine junge Studentin, war damals auch noch so noch Kind, aber man hat an ihr so richtig gemerkt, wie Gott sie verändert hat. Und ich weiß nicht, ob ihr das auch schon erlebt, das war so ein anziehender Charakter, so jemand, bei dem man einfach gerne war, der auch Vorbild für einen war. Und in dem Moment, wo diese junge Studentin gesagt hat: "Gottes Liebe reicht mir nicht so wirklich", sie hatte noch andere Lebenspläne, die sie dann auch ja selbst in die Hand genommen hat, in dem Moment hat dieser Glanz, dieser glanzvolle Charakter sie verlassen. Ähm, und wir dürfen nicht diesen Fehler machen, dass wir uns von Gottes Liebe entfernen oder sie auch irgendwie geringachten, denn Gottes Liebe will in unserem Leben wirken.

[40:53] Gibt es noch einen Vers, den wir heute anführen können? Hosea. Hosea. Okay, Hosea, der stand nicht bei mir auf der Liste, aber gerne Hosea 14. Sehr schön. Moment, Hosea 14 und dort Vers 3 bis 5. Also, der ganze Abschnitt ist eigentlich unglaublich schön, aber Hosea 14 Vers 5: "Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, gerne will ich sie lieben, denn mein Zorn hat sich von ihnen abgewandt." Oh ja.

[41:30] 14 Vers 5. Was hier sehr schön ist, ist auch, dass also Gott sich nicht erst zwingen muss, uns zu lieben. Er sagt: "Gerne will ich sie lieben." Oh ja, das gerne. Und ich bin bereit, auch alles zu heilen, was dagegen steht.

[41:42] Genau, dazu passt noch ein anderer Vers, den ich hatte, in 5. Mose 7. In 5. Mose 7, da ist es auch so schön ausgedrückt, dass Gott sein Volk oder überhaupt Menschen lieben will. Man kann ihn gar nicht davon abhalten. 5. Mose 7 und dort Vers 7 und 8: "Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wart als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt, denn ihr seid das geringste unter allen Völkern, sondern weil der Herr euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte, darum hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten." Danke schön.

[42:33] Klar, es richtet sich hier so rein sprachlich an das Volk Israel, aber das ist ja genau das Argument, das Gott hier bringt: Nicht weil ihr irgendwie besonders wert seid, ihr seid nicht größer, ihr seid nicht, ihr habt es nicht gefordert, sondern ich habe euch einfach aus freien Stücken geliebt und ich will mit euch den Eid halten. Ich habe euch mit starker Hand herausgeführt. Das ist Gottes Initiative, uns Menschen zu lieben. Ja, und das zeigt eigentlich auch dieser Abschnitt, dass im Grunde, also der Abschnitt untergräbt eigentlich schon das Verständnis, dass Gott nur ein bestimmtes Volk lieben könnte, denn er sagt ja gerade: "Nicht weil ihr ein bestimmtes Volk seid, liebe ich euch", sondern aus zwei Gründen: Erstens, weil ich euch liebe, und zweitens, weil ich eine Verheißung an Abraham gegeben habe. Und Gottes Liebe gilt allen Menschen, und die Verheißung gilt auch allen Menschen, denn Abraham sollte ein Segen für alle Völker sein. Das heißt, wer das hier wirklich ernst genommen hat, verstanden: "Okay, eigentlich könnte jeder dazu." Mhm.

[43:30] Gott liebt jeden, und Gott hat auch, also jeder ist auch Teil dieses Bundes mit Abraham, wenn man so glaubt wie Abraham. Mhm. Und was schade ist, ist, dass Gott es den Israeliten zwar gesagt hat, aber sie es oft auch wieder vergessen haben oder dann doch nicht geglaubt haben. Weil hier heißt es ja dann: "Ich habe euch mit starker Hand herausgeführt und dich erlöst aus dem Haus der Knechtschaft, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten." Was hatte Gott denn, wenn wir das in unsere heutige Sprache übersetzen, was hat Gott denn damit bezweckt, als er Israel herausgeführt hat? Er wollte sie bei sich haben und also aus der Welt herausholen. Mhm. Genau, und er wollte doch eigentlich, dass es ihnen gut geht. Sie waren unterdrückt in Ägypten, denn die haben gelitten. Und Gott wollte sie bei sich haben, er wollte, dass ihnen gut geht. Es haben sie nur leider so oft nicht erkannt.

[44:31] Wenn Gott sagt: "Ich liebe dich", und das bewirkt, dass ich etwas Gutes mit dir vorhabe, dann kommen wir auch manchmal dahin zu sagen: "Wenn Gott mich doch liebt, warum fordert er von mir irgendetwas? Warum soll ich Entscheidungen in meinem Leben treffen, die wert sind?" Oder: "Wenn Gott mich doch liebt, warum geht es mir nicht gut?" Aber das sind keine Anzeichen für Gottes Liebe. Also, davon ist seine Liebe nicht abhängig, denn es geht darum, was ist sein großer Plan? Manches können wir nicht überschauen, und das trotzdem ändert es nichts an Gottes Liebe.

[45:24] Vielleicht dazu eine kleine Erfahrung, die ich vor Kurzem auch gemacht habe. Ähm, ja, noch eine Sache davor: Den Pionieren ging es ja teilweise auch so. Die Pioniere – also, ich rede jetzt von denen, die wir als Philadelphia einordnen können, wo wir sagen können, das waren wirklich die, denen Gott seine Liebe auch gezeigt hat. Die hatten es auch nicht immer nur einfach. Die hatten zum einen Widerstand, aber auch wenn wir es sehen, wenn wir die Enttäuschungen anschauen, da könnte man meinen, das ist nicht gerade eine Manifestation der Liebe Gottes, dass er sie da so gefühlt im Stich lässt. Oder auch, wenn sie gemerkt haben, eigentlich war ich doch die ganze Zeit in dem und dem Punkt in die Irre gegangen. Aber trotzdem hat Gott sie geliebt, und vielleicht hat er es auch gerade deswegen zugelassen, um dann noch etwas Besseres ihnen zu geben.

[46:48] Jetzt zu meiner Erfahrung vor Kurzem: Ich war im Auto gesessen, und ich habe mich, also das war so zwischen der Arbeit und der Uni, und ich habe mich gefragt: "Was soll ich jetzt als Nächstes machen?" Manchmal hat man so einen Plan vom Tag, und manchmal nicht ganz so. Und dann habe ich gebetet: "Herr, wo soll ich jetzt als Nächstes hinfahren?" Und eigentlich war in meinem Kopf so: "Ich muss noch einkaufen gehen, vielleicht kann ich da oder da oder da." Aber ihr kennt es vielleicht, manchmal schießt einem so ein Gedanke durch den Kopf, und du weißt genau, genau das ist jetzt, was zu tun ist. Und alles, was ich wusste, war: "Fahr heim." Ich dachte so: "Nein, ich muss jetzt als Nächstes in die Uni fahren. Was soll das?" Aber der Gedanke war so klar gewesen, und ich erzähle das deswegen, weil ich genau in dieser Situation gesagt habe: "Herr, was soll das? Habe ich irgendwas Wichtiges zu Hause vergessen? Du weißt, ich muss da noch weiter. Was soll diese unnötige Fahrerei? Es ist nur Stress." Ähm, und dann irgendwie war ich noch so unschlüssig, was soll ich jetzt machen, und so ein bisschen in Richtung zu Hause gefahren, aber doch nicht so ganz. Und letztendlich ist an diesem Tag, habe ich dann kurz vorher die Nachricht bekommen: "Mein Unterricht ausgefallen." Ich musste gar nicht mehr zur Uni gehen. Ähm, dann habe ich mich gefragt: "Aber warum hat Gott mir das zeigen wollen?" Und die ganze Antwort war einfach: "Um mir Stress zu ersparen." Ja, also manchmal denken wir, das ist doch, Gott legt mir etwas auf, was nicht zu meinem Guten dient. Aber Gott meint es eigentlich nur gut mit uns, und auch darin zeigt sich seine Liebe.

[49:03] Okay, ich denke, wir können dann auch langsam zum Schluss kommen. Es gibt ähm, ja, das ist vielleicht Hausaufgabe für alle, die es noch vertiefen wollen: Es gibt so ein schönes Kapitel, das auch Gottes Liebe ausdrückt, und das finden wir in Hesekiel 16. Wenn ihr wollt, wenn ihr Zeit habt, dann lest euch mal Hesekiel 16 durch, und dort bis Vers 14.

[49:42] Ähm, was Gottes Liebe über das hinaus bewirkt, ist, und das ist vielleicht noch als letzter Punkt nicht zu vernachlässigen, wenn es um die Gemeinde Philadelphia geht, das steht in 2. Thessalonicher 2 Vers 16 und 17. 2. Thessalonicher 2 Verse 16 und 17. Genau: "Er selbst aber, unser Herr Jesus Christus und unser Gott und Vater, der uns geliebt hat und uns einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung gegeben hat durch Gnade, er tröste eure Herzen und stärke euch in jedem guten Wort und Werk." Danke schön.

[50:39] Ähm, was hat hier Gottes Liebe zur Folge? Das bewirkt, dass unsere Herzen getröstet werden, dass wir gestärkt werden, dass wir jedes gute Wort, jedes gute Werk dann auch tun können. Mhm. Und das ist nur ein Beispiel dafür, dass Gottes Liebe nicht einfach nur so ähm stückweise ist, sondern dass er sie uns gerne im Gesamtpaket gibt. Ja, er gibt uns auch gerne Stärkung, Trost, und alles andere, was wir brauchen, noch dazu. Beziehungsweise, vielleicht könnte man auch sagen, es ist in Gottes Liebe mit inbegriffen. Wir wollen Gott jetzt danke sagen, dass er uns liebt. Und wir wollen Gott danke sagen, dass er sein Volk durch seine Liebe auch erhöhen möchte, wie wir es am Anfang gesehen hatten.

[51:39] Lass uns gemeinsam noch beten. Lieber Vater im Himmel, wir haben heute viele Verse angeschaut, wo es heißt, dass du uns liebst, und ich bitte dich, dass du uns selbst davon überzeugen lässt. Denn Herr, wenn deine Liebe in unserem Leben wirksam wird, dann können auch andere es erkennen. Vater, bitte lass uns auch deine Liebe erwidern. Lass uns so leben, dass wir beständig näher zu dir gezogen werden können und dass dein Einfluss in unserem Leben noch größer werden kann. Danke, dass deine Liebe unerschöpflich ist, dass du uns auch dann lieben wirst in den Momenten, wo wir es vielleicht nicht so fühlen können. Aber lass es uns gerade in diesen Momenten glauben. Das bitte ich dich im Namen Jesu. Und Herr, ich danke dir, dass deine Liebe so unermesslich groß ist.


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