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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ beleuchtet Christopher Kramp Offenbarung 4:11 und den zentralen Grund für die Anbetung Gottes: Seine Schöpferkraft. Er erklärt, wie die himmlische Anbetung als Vorbild für unsere irdische Verehrung dient und wie sowohl Gott der Vater als auch Jesus Christus an der Schöpfung des gesamten Universums beteiligt waren. Die Botschaft unterstreicht die Bedeutung des Sabbats als Tag der Erinnerung an Gottes Schöpferwerk und der Hingabe unserer gesamten Kraft und Ehre an ihn.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:02] [musik]

[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.yulmedia.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid und eingeschaltet habt zu einer weiteren Folge heute mit dem letzten Vers aus Offenbarung 4. Das ist natürlich noch nicht der letzte Vers des ganzen Abschnittes, weil Offenbarung 4 und 5 ja eine große Einheit bilden. Aber dazu dann auch die nächsten Wochen noch mehr.

[1:12] Heute wollen wir einen ganz zentralen Vers nicht nur der Offenbarung, sondern der gesamten Bibel beantworten. Einer der Verse, die auf besonders klare Weise zeigen, warum wir Gott anbeten. Und bei diesem Stichwort gibt es eigentlich gar nicht viel mehr zu sagen, als die Einladung auszusprechen. Wollen wir nicht, wo es möglich ist, uns auf die Knie begeben und bevor wir das Wort Gottes lesen, unseren Herrn und König anbeten?

[1:54] Lieber Vater im Himmel, wir lesen in Offenbarung 4, Vers 11 – wir wollen es ja auch gleich studieren –, dass du würdig bist, die Ehre und die Macht zu nehmen, weil du alle Dinge geschaffen hast. Du hast mich geschaffen, uns geschaffen, jeden einzelnen von uns. Du kennst uns besser als wir uns selbst. Du hast uns nicht nur gemacht, du erhältst uns und du hast einen Plan für unser Leben, Herr. Deswegen kommen wir jetzt auch zu dir, dass wenn wir über diesen Vers, diese Worte nachdenken, dass du uns beeindruckst mit den Gedanken, die du denkst über uns, über unser Leben und was du dir wünschst für uns, Herr. Wir möchten dich besser kennenlernen. Wir möchten in unserem Glauben gestärkt werden. Wir möchten lernen, dich so anzubeten, wie es dir gebührt. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und sei du unser Lehrer. Im Namen Jesu. Amen.

[3:12] Wir lesen Offenbarung Kapitel 4 und dort Vers 11. Das sind die Worte der 24 Ältesten. Wir haben ja in den vergangenen Monaten gesehen, wie Johannes von Jesus eingeladen in der Vision teilnehmen darf am himmlischen Gottesdienst vor dem Thron Gottes. Er sieht diesen Thron, der das Zentrum dieses ganzen Gottesdienstes ist. Er sieht Gott Vater auf dem Thron. Er sieht den Regenbogen um den Thron. Und er sieht die 24 Ältesten auf Thronen um den Thron sitzen. Blitze, Donner, Stimmen, die vom Thron ausgehen. Den Heiligen Geist dargestellt durch sieben Feuerfackeln vor dem Thron. Die vier lebendigen Wesen ganz ausführlich beschrieben. Das haben wir in mehreren Folgen uns betrachtet, angeschaut, die immer wieder unaufhörlich rufen: Heilig, heilig, heilig. So, Vers 8: Heilig, heilig, heilig ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt.

[4:22] Und jetzt lesen wir ab Vers 9. Und jedes Mal, nicht nur ab und zu, jedes Mal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen, dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Also Gott der Vater. Vers 10: So fallen die 24 Ältesten nieder vor dem, der auf dem Thron sitzt und beten den an, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit und sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder. Wir haben gesehen, dass Menschen und Engel und Vertreter ungefallener Welten, sie alle in der wahren Anbetung anerkennen, dass ihre Kronen von Gott kommen, dass sie nicht aus sich selbst heraus Könige und Fürsten sind, sondern dass alles, was sie haben, ein Geschenk Gottes ist und dass es eigentlich Gott gehört. Sie werfen ihre Kronen vor dem Thron nieder und sprechen – und jetzt kommen die Worte in Vers 11, die sie sprechen. Das sind die Worte der Anbetung, die im himmlischen Gottesdienst gebetet werden.

[5:51] Vers 11: „Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“

[6:12] Würdig bist du, oh Herr. Hier wird nicht nur gesagt, dass Gott würdig ist. Er wird nicht nur angebetet, sondern wir finden den Grund, warum Gott angebetet wird. Denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen, weil Gott Schöpfer ist. Deswegen wird er im Himmel angebetet. Und wir haben schon gesehen, dass die Anbetung im Himmel das Modell ist, sozusagen der Blueprint, die Vorlage, an der sich die irdische Anbetung Gottes orientieren soll. Je näher wir in unserer irdischen Anbetung dem himmlischen Gottesdienst kommen, desto mehr werden wir Gott tatsächlich verstehen und erkennen.

[7:14] Nicht nur im Himmel wird Gott angebetet, weil er der Schöpfer ist. Wir selbst haben die Aufgabe, alle gläubigen Menschen dieser Welt aufzufordern, Menschen, die vielleicht auch Gott noch gar nicht kennen, einzuladen in Offenbarung 14, Vers 6 und 7 folgendes zu predigen. Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen. Er hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen und zwar jeder Nation und jedem Volkstamm und jeder Sprache und jedem Volk, der sprach mit lauter Stimme: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen und jetzt kommt's – und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.“ Wir haben schon gesehen, dass diese Idee „und gebt ihm die Ehre“ eine direkte Parallele zur Offenbarung Kapitel 4 ist. Denn die vier lebendigen Wesen geben ja, wenn sie rufen „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt“, sie geben ja damit Gott die Ehre, die Herrlichkeit, die Ehre und den Dank, wie Offenbarung 4, Vers 9 sagt. Und jedes Mal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen – das Wort Herrlichkeit hier ist dasselbe Wort wie Ehre in Offenbarung 14, Vers 7. So wie die vier lebendigen Wesen Gott die Ehre geben, ihm die Herrlichkeit geben, sollen wir auf der Erde ihm die Ehre geben. So wie die 24 Ältesten Gott anbeten, weil er der Schöpfer ist, so sollen auch wir ein eigenes Vorbild vormachen, dass wir Gott anbeten, ihn, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat. Offenbarung 4 ist ein absolutes Fundament, um die Botschaft aus Offenbarung 14, das ewige Evangelium der dreifachen Engelsbotschaft zu verstehen. Die dreifache Engelsbotschaft Offenbarung 14, Vers 6 und 7, hier der erste Engel, bezieht sich direkt auf Offenbarung Kapitel 4.

[9:32] Doch gehen wir ein wenig noch in die Details in Offenbarung 4 und dort Vers 11 heißt es: „Würdig bist du, oh Herr!“ Und hier ist bemerkenswert, dass Gott der Vater – denn wir haben ja ausführlich schon in den anderen Folgen über Kapitel 4 herausgearbeitet, dass hier in Kapitel 4 auf dem Thron der Vater sitzt. Wir finden das in der Offenbarung immer wieder die Formulierung „der auf dem Thron sitzt und das Lamm“. Nur um noch mal ein paar Beispiele zu geben. Offenbarung 6, Vers 16: „Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes.“ Oder Offenbarung 7 und dort Vers 10: „Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei uns Gott, der auf dem Thron sitzt und bei dem Lamm.“ Der, der auf dem Thron sitzt, das ist Gott der Vater. Herr, griechisch Kyrios, ist allerdings ein Titel, ein Begriff, der im Neuen Testament oft, meistens möchte man fast sagen, für Jesus gebraucht wird. Bemerkenswert ist, dass hier Gott der Vater auch mit Herr angesprochen wird. Manchmal wird behauptet, dass die Tatsache, dass Jesus Herr genannt wird, irgendwie ihn zu einer anderen Kategorie macht, sozusagen als Gott der Vater. Insbesondere dann, wenn argumentiert wird, Jesus sei nicht ganz genauso Gott wie Gott der Vater, er sei halt der Herr. Aber hier sehen wir ganz deutlich, dass dieser Begriff Herr mit vollem Recht für Gott den Vater selbst verwendet wird. Wenn also Jesus Herr genannt wird als anbetungswürdig, dann wird ein Begriff verwendet, der auch für den Vater verwendet wird.

[11:23] Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen, wörtlich auch zu nehmen, den Ruhm und die Ehre und die Macht. Schauen wir noch einmal in Offenbarung 4 und dort in Vers 9. Dort haben wir drei Begriffe, die dort genannt werden. Wir haben dort die Herrlichkeit. Das ist das, wo gesagt wird, dass es die vier lebendigen Wesen Gott geben. Sie geben, es heißt hier in Vers 9: „Und jedes Mal, wenn die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank geben.“ Herrlichkeit, das ist wie damals schon erwähnt, das griechische Doxa, und Ehre, das ist das griechische Time. Und dann haben wir Dank, die Eucharistia, ja, in anderem Zusammenhang auch kirchlich bekannt, aber das ist, was eigentlich das Wort bedeutet. Eucharistia ist der Dank. Und jetzt sprechen die 24 Ältesten in ihrem Gebet in Vers 11 und sie verwenden ganz ähnliche Begriffe. Es heißt hier: „Würdig bist du zu empfangen den“ – und jetzt steht wörtlich – „den Ruhm.“ Und das kommt dem Deutschen halt nicht ganz so klar rüber, aber es ist eigentlich auch im Griechischen Doxa, ist derselbe Begriff. Also so wie die lebendigen Wesen Doxa geben, so heißt jetzt: „Würdig bist du zu nehmen Doxa.“ Du bist würdig. Im Grunde genommen kann man sagen, dass die 24 Ältesten sozusagen auch die Anbetung der lebendigen Wesen kommentieren, denn die lebendigen Wesen geben Doxa, Herrlichkeit, und die 24 Ältesten sagen: „Du bist würdig, dass du diese Doxa, diese Herrlichkeit, diesen Ruhm nimmst.“ Genauso auch mit der Ehre. Es heißt hier: „Würdig bist du zu empfangen den Ruhm und die Ehre.“ Und auch hier steht griechisch Time. Hier sehen wir ganz deutlich, dass Vers 11 auf Vers 9 Bezug nimmt. Und denn es heißt ja: „Jedes Mal, wenn sie rufen, jedes Mal, wenn die vier lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen, dann fallen die 24 Ältesten nieder und dann legen sie ihre Krone, werfen ihre Krone nieder und dann sagen sie: Du bist würdig, das zu nehmen. Du bist würdig, Doxa und Time zu nehmen und zu bekommen. Du bist würdig, so von den vier lebendigen Wesen angebetet zu werden, denn du hast alle Dinge geschaffen.“ Vers 11 begründet die Anbetung in Vers 9.

[14:16] Und dann ist noch ein interessantes Wort hier: Die Macht, Dynamis. Alle Kraft, Macht gehört Gott. Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht. Wir wollen Gott unseren Dank geben. Wir wollen ihm aber auch unsere ganze Kraft geben. Alles, was uns ausmacht, alles, was wir tun können und was wir sagen können, was wir denken können, alles, was wir bewirken können, das wollen wir in den Dienst Gottes stellen. Aus Dankbarkeit. Wollen wir ihm unsere Kraft geben, unsere Dynamis?

[15:09] Sie werfen ihre Kronen nieder. Könnte es sein, dass dies mit den Kronen zusammenhängt, dass die vier lebendigen Wesen Gott anbeten und sagen, dass sie ihm Herrlichkeit und Ehre und Dank geben? Dank dafür, dass er sie geschaffen hat. Dank dafür, dass er sie liebt. Dank dafür, dass er sie am Leben hält und immer nur das Beste für sie will, dass er mehr an sie denkt als an sich selbst. Aus Dankbarkeit beten sie ihn an. Die 24 Ältesten, die als Könige, als Mitkönige um den Thron sitzen, sie sagen: „Du bist würdig, diese Herrlichkeit zu nehmen. Du bist würdig, diese Ehre zu nehmen.“ Und dann würde man erwarten, dass sie sagen: „Du bist würdig, diesen Dank zu nehmen.“ Aber sie haben ja ihre eigenen Kronen hier vor den Thron geworfen, wie es in Vers 10 heißt. Sie werfen ihre Kronen vor den Thron nieder und sprechen. Und damit wird deutlich: Diese Dankbarkeit zeigt sich konkret, nicht nur eine Floskel, sondern sie zeigt sich konkret, dass sie bereit sind, ihre eigene Macht, die sie haben, als Mitkönige am Thron Gottes, als Mitkönige an der Schaltzentrale des Universums, im Zentrum der Schöpfung. Sie sind bereit, diese Kronen Gott zurückzugeben. Sie sind bereit, all das, was sie an Macht besitzen, ihm zu geben, ihm zur Verfügung zu stellen, in seinen Dienst zu stellen, weil sie dankbar sind, dass er sie geschaffen hat.

[16:48] Und wenn die 24 Ältesten im himmlischen Heiligtum, im himmlischen Gottesdienst bereit sind als Mitkönige am Thron Gottes, ihre Kronen, ihre Macht, ihre Herrschaft in den Dienst Gottes zu stellen, alle ihre Dynamis, ihre Kraft, sollten wir da nicht auch aus Dankbarkeit bereit sein, unsere Kraft, all das, was wir können und haben und sind, in seinen Dienst zu stellen, weil er uns gemacht hat?

[17:33] Halten wir fest, hier in Kapitel 4 geht es ja noch nicht einmal um die Erlösung. Das kommt ja noch in Kapitel 5. Es wird ja noch erweitert, wenn in Kapitel 5 dann – das werden wir die nächsten Wochen und Monate sehen – die Erlösung noch ganz in Betracht gezogen wird, die durch Jesus Christus erfolgt ist und dass die ganze Anbetung sich noch erweitert und der Grund noch erweitert, warum wir Gott anbeten. Aber selbst für die ungefallenen Welten hier im Himmel gibt es allen Grund, ihre gesamte Kraft, ihre Position, ihre Stärke, Macht, ihre Dynamis Gott zu geben. Du bist würdig, allen Ruhm, alle Ehre, alle Macht zu empfangen.

[18:17] Vers 11: „Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn...“ Denn hier wird eine Begründung gegeben. Wenn im Himmel Gott gelobt wird, ist das nicht Routine. Ah ja, jetzt ist wieder Zeit so nach dem Motto. Nein, nein, nein. Wenn im Himmel Gott gelobt wird, dann wird das immer mit einem Ziel, mit einem Gedanken, mit einem Grund, besser gesagt, vor Augen getan. Wir sollten Gott nicht einfach nur loben, weil es dran ist. Wir sollten Gott loben, weil wir einen Grund haben, ihn zu loben. Konkrete Gründe vor Augen und uns diese bewusst machen: Herr, ich danke dir, weil du das getan hast, weil du das getan hast, weil du mich so behandelt hast, weil du das schon alles für mich getan hast. Ich danke dir konkret dafür.

[19:17] Der Grund für die Anbetung ist Gottes Schöpferkraft. „Denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“ Interessanterweise ist die Schöpfung, die hier gemeint ist, wirklich ganz allumfassend, wenn es heißt, denn du hast alle Dinge geschaffen, dann steht dort wörtlich im Griechischen ta panta, das Ganze, und das meint im Griechischen, der damaligen Zeit, das Universum. Das meint nicht nur unsere kleine Welt und den Mond und die Sonne und ein paar Planeten drumherum. Es meint das ganze Universum, während wir in unserer Anbetung auf der Erde Gott dafür danken, für die Blumen und für den Sonnenschein und für die Tiere, die er gemacht hat und für das Meeresrauschen, was alles wunderbar ist, wird im himmlischen Gottesdienst Gott dafür gepriesen, dass er das gesamte Universum gemacht hat mit all den Welten, die dazu gehören.

[20:22] Jesaja 40 und dort Vers 26. Jesaja 40 und dort Vers 26: „Hebt eure Augen auf zur Höhe und seht, wer hat diese erschaffen? Gemeint sind all die Sterne. Er, der ihr Heer abgezählt herausführt, er ruft sie alle mit Namen. So groß ist seine Macht und so stark ist er, dass nicht eines vermisst wird.“ Gott hat das ganze Universum geschaffen. Er erhält es auch. Und warum ist es wichtig, dass wir in unserem persönlichen Glaubensleben im Alltag uns bewusst machen, dass Gott die Welt geschaffen hat, dass er das Universum gemacht hat, dass alles, was existiert, durch ihn gemacht worden ist? Jeremia 32 und dort Vers 17. Als Jeremia in schwerster Not, in der Belagerung durch die Babylonier in Jerusalem den Auftrag erhält, ein Feld zu kaufen außerhalb von Jerusalem in einer Gegend, die schon in babylonischer Besetzung ist, als Zeichen der Hoffnung, dass Gott sie wieder aus der Gefangenschaft zurückführen wird. Da wird sein Glaube gefordert. Und wir lesen, wie er betet in Vers 16 und 17: „Nachdem ich nun den Kaufbrief Baruch, dem Sohn Nerijas, übergeben hatte, betete ich zum Herrn und sprach: Ach, Herr, Herr, siehe, du hast den Himmel und die Erde gemacht mit deiner großen Kraft und mit deinem ausgestreckten Arm. Dir ist nichts unmöglich.“ Jeremia kämpft nämlich gerade mit diesem Gedanken, wie soll das möglich sein? Und er drückt das dann auch aus. Und Gott antwortet dann in Vers 26 und 27: „Da ging das Wort des Herrn an Jeremia folgendermaßen: Siehe, ich, der Herr, bin der Gott alles Fleisches, sollte mir irgendetwas unmöglich sein?“ Wenn wir daran denken, dass Gott die Welt gemacht hat, dass er Himmel und Erde geschaffen hat mit seiner großen Kraft, mit seinem ausgestreckten Arm, dann hilft es uns in den unmöglichen Situationen des Lebens zu wissen, für Gott ist nichts unmöglich.

[22:44] Zu wissen, dass Gott die Welt geschaffen hat, ist nicht nur eine Erklärung für 1. Mose 1 und 2. Es ist eine Erinnerung an die Kraft Gottes, die auch in unserem Leben wirksam werden soll und darf und kann.

[23:05] Und weil Gott das ganze Universum geschaffen hat, weil er der Schöpfer von allem ist, muss auch die Anbetung dementsprechend sein. In Apostelgeschichte 17 und dort Vers 24 macht Paulus gegenüber den Philosophen und Wissbegierigen dort auf dem Areopag in Athen genau diesen Punkt. Er sagt in Apostelgeschichte 17, Vers 24: „Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind. Er lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt.“ In der falschen Anbetung, sei es bei den Babyloniern oder Ägyptern oder Griechen oder Römern oder wo auch immer auf dieser Welt, war immer die Idee, dass die Götter etwas benötigen, dass die Menschen mit ihren Opfern die Götter ernähren, dass sie ihnen vielleicht eine besondere Gabe geben und wenn die Menschen nicht opfern, dann verhungern die Götter oder so weiter. Paulus spricht ja mit Menschen, die zwar die Bibel nicht kennen, aber die denken können. Er sagt, wenn es einen Gott gibt, der die ganze Welt gemacht hat, wie soll man dann logischerweise glauben, dass man ihm etwas geben könnte, was er benötigt? Anbetung besteht also nicht darin, Gott irgendwie einen Gefallen zu tun. Wenn man weiß, dass Gott alles gemacht hat, dann verändert das auch die Perspektive auf das Gebet. Denn dann ist die Anbetung nicht, dass wir etwas Gott bringen und sagen, hier, das brauchtest du noch. Sondern dann bedeutet es, dass wir eingestehen, dass alles, was wir sind und haben, ihm gehören: Ruhm, Ehre, Macht, alles gehört ihm. Das ist die wahre Anbetung.

[24:58] Die Bibel sagt uns, dass nicht nur Gott der Vater an der Schöpfung beteiligt gewesen ist. In Johannes Kapitel 1 und dort ab Vers 1 lesen wir folgende Worte: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist – Verzeihung – und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.“ Absolut nichts in diesem Universum ist in die Existenz gekommen ohne die Mitwirkung von Jesus Christus, was übrigens ziemlich deutlich zeigt, dass er selbst nicht in die Existenz gekommen ist. Denn er ist Gott im höchsten Sinne.

[26:00] Jesus war an der Schöpfung beteiligt. Epheser Kapitel 3, Vers 9 zeigt uns das ganz deutlich. Epheser Kapitel 3 und dort Vers 9. Es heißt hier: „Und alle darüber zu erleuchten, welches die Gemeinschaft ist, die als Geheimnis von den Ewigkeiten her in Gott verborgen war, der alles erschaffen hat durch Jesus Christus.“ Gott, der Vater, hat alles geschaffen durch Jesus Christus. Mit anderen Worten, als Jesus Christus die Schöpfung z.B. dieser Welt konkret vorgenommen hat – er hat ja dann ganz offensichtlich auch alle anderen Welten geschaffen. Als er diese Welt, wie es in 1. Mose 1 und 2 beschrieben wird, als er diese Welt konkret geschaffen hat, tat er damit den Willen des Vaters, so wie er auf der Erde später als Mensch den Willen des Vaters tat und den Vater repräsentiert hat, so dass er sagen konnte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ in seinen Heilungen, in seinen Predigten, in der Vergebung, die er zugesprochen hat. So hat er auch in der Schöpfung dieser Welt das getan, was der Vater wollte. Wer Jesus bei der Schöpfung sieht, der hat den Vater gesehen. Gott hat alles geschaffen durch Jesus Christus. Interessanterweise lesen wir in Offenbarung 4, Vers 11, als die 24 Ältesten den Vater anbeten, sie sagen hier: „Würdig bist du, oh Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“ Gott der Vater hatte den Willen. Jesus hat es umgesetzt. In der Schöpfung sehen wir nicht nur die Schöpferhand Jesu, wir sehen den Schöpferwillen Gottes. Wir erkennen, wie Gott selbst auf dem Thron, der Vater, wie er denkt und wie er plant. Wir erkennen etwas von seinem Willen.

[28:10] Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 2. In Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 2. Wir lesen ab Vers 1. Dort heißt es: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn, also durch Jesus Christus. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem. Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen.“ Die Welten (Plural), weil Gott nicht nur diese eine Welt geschaffen hat. Aber der Punkt hier ist für unser Thema, dass Gott der Vater durch den Sohn geschaffen hat. Deswegen sagt Gott der Vater in diesem Kapitel – also Paulus fügt die Zitate ja hier, er stellt sie zusammen. In Vers 10 sagt er und also Gott der Vater redet zu dem Sohn: „Du, oh Herr, hast im Anfang die Erde gegründet und die Himmel sind das Werk deiner Hände.“ Das ist ganz offensichtlich ein Bezug auf 1. Mose 1, Vers 1: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.“ Jetzt sagt Gott der Vater zu Jesus: „Du, oh Herr, hast im Anfang die Erde gegründet und die Himmel sind das Werk deiner Hände.“ Jesus hat es tatsächlich getan. Gott, der Vater, hatte den Willen, Jesus hat den Willen des Vaters in der Schöpfung umgesetzt. Und Jesus wird von Gott, dem Vater, ebenfalls Gott genannt. Vers 8: „Aber von dem Sohn: Dein Thron, oh Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts.“ Und deswegen wird in der Bibel nicht nur Gott der Vater angebetet, sondern Vers 6 sagt uns Hebräer 1, Vers 6: „Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten.“ Diejenigen, die in Offenbarung 4 Gott dem Vater Herrlichkeit, Ehre und Dank darbringen – Doxa, Time und Eucharistia –, sie sollen auf Befehl Gottes des Vaters auch den Sohn anbeten, denn auch er ist Schöpfer.

[30:28] Kolosser Kapitel 1 und dort Vers 15 und 16: „Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist. Denn in ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist. Das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten. Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen.“ Man könnte sich die Frage stellen, wo findet er sich dann in Offenbarung 4 wieder? Aber die Antwort ist ganz einfach: Wartet bis Offenbarung 5, denn Offenbarung 5 gehört zu Offenbarung 4 und beides zusammen, erst wenn beide Kapitel zusammengesehen werden, sieht man die ganze Herrlichkeit dieser unfassbar tollen Szene. Und dann werden wir sehen, dass der Sohn eine ganz besondere Rolle hier noch in dieser Szene bekommt. Aber selbst wenn diese nicht da wäre, selbst wenn Jesus nicht Mensch geworden wäre und am Kreuz gestorben wäre, hätte er doch auch Anteil an dieser Herrlichkeit, dieser Ehre und diesem Dank, weil auch er Schöpfer ist. Er hat die lebendigen Wesen gemacht, die 24 Ältesten, die dort anbeten. Aber er hat es getan, oder anders gesagt, er hat es so getan, wie es der Vater sich selbst gewünscht hat. Die Schöpfung durch Jesus offenbart den Schöpfungswillen, den Plan des Vaters.

[32:11] Ein Gedanke bleibt uns noch, ein praktischer, der uns wieder auch zu unserer Anbetung führt. In 2. Mose 20 und dort Vers 11 finden wir interessanterweise auch Vers 11, aber das ist natürlich Zufall. Die Schreiber haben ja keine Verseinteilung vorgenommen oder Kapiteleinteilung, aber zu merken ist es vielleicht eine gute Eselsbrücke. In 2. Mose 20 finden wir auch einen Vers in Vers 11, so wie in Offenbarung 4, Vers 11, indem die Schöpfung Gottes die Begründung darstellt. In Offenbarung 4, Vers 11 ist das Argument, weil Gott der Schöpfer ist, wird er angebetet. Das ist die profunde Wahrheit von Offenbarung 4, Vers 11: „Denn du hast alle Dinge geschaffen. Durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“ 2. Mose 20, Vers 11 beginnt auch mit einem „denn“ und bringt auch die Schöpfung als Begründung. In Vers 11 heißt es hier in 2. Mose 20: „Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und geheiligt“, weil Gott Schöpfer ist. Deswegen gibt es den Sabbat.

[34:11] Wir beten Gott an, weil er der Schöpfer ist. Wir haben den Sabbat, weil Gott der Schöpfer ist. Und jetzt wird deutlich, der Sabbat ist dazu da, in besonderer Weise genau diese Anbetung, dass wir diese Anbetung erleben, dass wir diese Anbetung vollziehen, dass wir insbesondere am Tag der Anbetung, am Sabbat, Gott so anbeten, wie es in Offenbarung 4 uns gezeigt wird.

[34:57] Und wir wollen ja nicht vergessen, dass wir vor einiger Zeit gelernt haben, dass Johannes diesen Besuch Jesu in Offenbarung 1, Vers 10 an einem Sabbat erhält. Offenbarung 1, Vers 10: „Ich war im Geist am Tag des Herrn“ – nach Jesaja 58, Vers 12 und 13, der Sabbat ist – „und ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme wie von einer Posaune.“ Das ist genau dieselbe Stimme, die Offenbarung 4, Vers 1 ihn jetzt hereinlädt in den himmlischen Gottesdienst, heraufführt in der Vision. Vers 1: „Nach diesem schaute ich, und siehe. Eine Tür war geöffnet im Himmel und die erste Stimme, die ich gleich einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: Komm hier herauf und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Johannes saß auf Patmos alleine ohne Gemeinde, an einem Sabbat, weil Gott an diesem Tag diesen Tag gesegnet und geheiligt hat, um an die Schöpfung zu gedenken, um an den Schöpfer zu gedenken. Johannes saß auf Patmos alleine, um sich daran zu erinnern, dass Gott in sechs Tagen Himmel und Erde gemacht hat. Und an diesem Sabbat kommt Jesus herab vom Himmel zu ihm, um ihm Botschaften für die Gemeinde Gottes zu geben bis ans Ende der Zeit und ihn dann in einer Vision in den himmlischen Gottesdienst zu bringen, wo er nicht nur den Thron Gottes sieht und alles, was dort geschieht, sondern auch die Anbetung der himmlischen Wesen hört und dann verstehen darf, dass sie im Himmel Gott anbeten, weil er der Schöpfer ist.

[36:40] Der Kreis schließt sich sozusagen. Es war sicherlich der beeindruckendste Sabbat, den Johannes je erlebt hat.

[36:51] Freust du dich auf den nächsten Sabbat? Wollen wir den nächsten Sabbat, den übernächsten Sabbat, den überübernächsten Sabbat, wollen wir sie wieder zu Tagen der Anbetung machen, indem wir sagen: „Herr, dir gehört die Ehre und die Herrlichkeit, dir gehört aller Dank und auch alle unsere Macht und Kraft, alle unsere Kronen wollen wir niederlegen, weil du uns geschaffen hast, weil du uns am Leben hältst, weil du uns geschaffen hast und einen Plan für uns hast. Wir wollen dich anbeten, weil wir erkennen, dass alles, was wir sind und haben, allein von dir herrührt, allein von dir kommt und du sollst unsere Kronen haben, unsere Macht, alle Ehre und alle Herrlichkeit wollen wir nicht für uns selbst suchen. Wir wollen sie dir geben. Du sollst gepriesen sein.“ Wollen wir den Sabbat dazu nutzen, drüber nachzudenken, wie im Handeln Jesu in der Schöpfung, auf der Erde, im Kreuz, im himmlischen Heiligtum und in den Dingen, die noch zukünftig sind, wir den Willen des Vaters erkennen können? Wollen wir von Herzen Gott den Vater anbeten und ihm sagen, dass er tatsächlich würdig ist, auch unseren Ruhm und unsere Ehre und unsere Macht zu nehmen, weil sie sowieso nur von ihm kommt und ihm gehört? Und wenn wir alles in seinen Dienst stellen, wir dann die glücklichsten Menschen sind, wollen wir Gott anbeten mit unserem ganzen Herzen. Dann lass uns dazu hinknien.

[39:00] Lieber Vater im Himmel, hab Dank für diese tiefen Gedanken in deinem Wort. Dank, dass du uns heute durch deinen Heiligen Geist einen Eindruck gegeben und vermittelt hast, was wahre Anbetung ist. Und Herr, wenn wir drüber nachdenken, dass du uns gemacht hast, dass du uns erschaffen hast mit einem Ziel und einem Plan für unser Leben, dann wollen wir dir von Herzen dankbar sein. Wir möchten dich um Vergebung bitten, dass wir so oft die Ehre und die Herrlichkeit für uns selbst gesucht haben, dass wir so oft undankbar gewesen sind und dass wir viel zu oft aus eigener Kraft handeln wollten. Herr, wir wollen unsere Kraft und Macht dir geben. Wir wollen unsere Kronen vor dir niederwerfen. Alles, was wir sind und haben, sollen in deiner Gewalt sein, weil du hast bewiesen, dass du deine Macht und deine Kraft zu unserem Besten einsetzt. Du hast uns gemacht, du hast uns gut gemacht. Und trotz der Sünde sehen wir auch bis zum heutigen Tag die große, große, tiefe Kraft deiner Schöpfungskraft, die Weisheit, mit der du alle Dinge gemacht hast. Und Herr, wenn wir in den nächsten Wochen dann Offenbarung 5 weiterlesen und die tiefen Gedanken der Erlösung durchdenken, dann hilf uns auch dort zu verstehen, dass letztlich alle Erlösung Neuschöpfung ist. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns jeden Tag daran erinnerst, wer du bist, dass wir dich anbeten. Immer mehr so wie die Engel und ungefallenen Wesen im Himmel dich anbeten, dass wir insbesondere den Sabbat dazu nutzen und ihn als ein besonderes Geschenk sehen, mit dem Himmel in Verbindung zu treten, gemeinsam mit den lebendigen Wesen und den 24 Ältesten dich zu loben. Und Herr, hab Dank, dass wir heute erneut verstehen durften, dass im Handeln von Jesus, Vater, wir deinen Willen erkennen können. Danke, dass du dich uns offenbart hast durch Jesus. In seinem Namen beten wir. Amen.

[41:35] [musik]


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