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In diesem Vortrag wird die Bedeutung der Reformation und Luthers Sicht auf die Zukunft beleuchtet. Der Sprecher, Christopher Kramp, setzt sich mit biblischen Prophezeiungen auseinander, insbesondere mit dem Buch Daniel, und zeigt auf, wie diese Luthers Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu Christi prägten. Der Vortrag thematisiert die Zeichen der Zeit, die Warnungen vor falschen Propheten und die letztendliche Ankunft Jesu, die als Erlösung und nicht als Ende verstanden wird.


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Serie: Oh, komm noch diese Stunde

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Transkript

[0:00] Ja, einen wunderschönen guten Abend. Herzlich willkommen zum zweiten Teil unserer Miniserie "Oh, komm noch diese Stunde" als Nachfolgeprogramm zu unserer großen Vortragsreihe über Luther und die Bedeutung der Reformation. Ich habe das gestern schon gesagt, aber nicht alle waren dabei. Der Eric Flickinger ist schon längst wieder in Amerika, hat schon eine weitere Vortragsreihe hinter sich in Texas und man hat so das Gefühl, die Zeit geht halt einfach wieder weiter. Die Reformationsgedenken sind vorbei und trotzdem haben wir hier gesagt, wir wollen uns dem Thema der Reformation weiter verschreiben, denn Reformation soll ja weitergehen. Wir haben gestern gesehen, dass es einen Aspekt gibt an der Reformation, der in all den Symposien und all den Artikeln und den Fernsehdokumentationen selten besprochen worden ist. Überall hörte man von Luther und seinem Ringen um den inneren Frieden, von Luther und seinem Kampf für die Gewissensfreiheit, von Luther und der Auseinandersetzung mit der Kirche, aber wenig bis gar nichts wurde gesagt über Luthers Sicht der Zukunft. Luther hat nämlich nicht nur den Jesus geliebt, der am Kreuz für ihn starb, nicht nur den Jesus geschätzt, der im Himmel für ihn eintrat, sondern er hat auch den Jesus erwartet, der verheißen hat, dass er wiederkommen wird. So sehr, dass wenn Luther von der Zukunft sprach, er immer von der Zukunft Jesus sprach und er konnte es kaum erwarten, weswegen er einmal ausrief: "Oh, komm noch diese Stunde!" Gestern haben wir uns mit dieser großartigen Prophetie beschäftigt, die wir in dem Buch Daniel finden. Wir haben gestern Abend gelernt, dass Luther das Buch Daniel besonders schätzte. Als er die Bibel, das Alte Testament übersetzte, hat er das Buch Daniel schnell extra rausgegeben, weil er dachte, die Dinge könnten so schnell eintreffen, man muss die Menschen noch warnen. Und als er das Buch Daniel übersetzte und herausgab, schrieb er: "Es bildet einen großen Trost in diesen letzten Tagen." Und wir haben gestern gesehen, wie dieses Standbild in Daniel 2, was der neobabylonische Großkönig Nebukadnezar geträumt hatte, einen kurzen Abriss bildet, den Gott ihm in einer Vision gegeben hatte, von der gesamten Weltgeschichte. Heute wollen wir genau an der Stelle weitermachen: Luther und die Wiederkunft, quasi Teil 2 dieser großartigen Prophezeiung. Doch bevor wir damit beginnen, möchte ich uns einladen, alle gemeinsam zu einem Anfangsgebet, zu dem wir gerne auch sitzen bleiben können.

[3:07] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für diesen Tag. Wir danken dir für die Gelegenheit, jetzt etwas aus deinem Wort zu hören, zu lernen und vor allem dann auch in unsere Herzen aufzunehmen. Bitte gib, dass wir uns gut konzentrieren können, aber vor allem, dass wir diese Begeisterung auch mitnehmen können, die Luther hatte, wenn er über das Ende nachdachte, dass in Wirklichkeit kein Ende war, sondern eine Wende sein würde. Diese Begeisterung für die Zukunft mit Jesus. Bitte sprich du heute zu uns im Herzen, lass es einen echten Trost sein, so wie Luther schrieb, und lass uns diese gleiche Hoffnung haben, die auch Luther beflügelte. All das bitten wir im Namen unseres Erlösers, Jesus Christus. Amen.

[4:01] Martin Luther, wie gerade gesagt, schaute in die Zukunft. Ja, er war ein Experte für die Bibel, er war ein Experte für Kirchengeschichte, aber Luther hat sich sehr wohl Gedanken gemacht, was kommt auf uns zu. Und Luther fand die Antworten in der Prophetie, wie ich gerade angedeutet habe, in dem Buch Daniel hat er Trost und Hoffnung und Stärke gefunden. In dem Buch Daniel gibt es eine ganze Reihe von Visionen. Wir haben gestern Abend nur die erste angeschaut. Wer sich da mehr für interessiert, wird viel Material finden. Wir können da auch gerne weiterhelfen, dieses Buch Daniel noch weiter zu studieren. Aber gestern haben wir in dieser Daniel 2 Vision so einen Grundriss gesehen der Weltgeschichte. Dieses Standbild aus verschiedenen Metallen: Gold, Silber, Bronze, Eisen und Ton. Weiß jemand noch, wofür das goldene Haupt stand? Das goldene Haupt stand für Babylon, ganz genau, das von den Chaldäern wieder aufgerichtet worden war. Auf Babylonien folgte dann das Silber, und das Silber stand für die Meder und die Perser, die in dieser einmaligen Aktion Babylon besiegten, indem sie den Euphrat umgeleitet haben, haben wir gestern gesehen. Und auf die Meder und Perser kamen dann die Griechen, angeführt von dem berühmten und berüchtigten Alexander dem Großen, der ein Weltreich errichtete, aber dann selbst scheiterte, nicht an fremden Feinden, sondern an sich selbst. Auf die Griechen folgten irgendwann die Römer, dargestellt durch das Eisen, und dann sollte das Eisen zersplittern in viele Einzelteile. Es würde ein zerteiltes Reich sein. Wir haben gestern gelernt, als die Hunnen kamen, wurden die Germanen ins römische Reich getrieben und es entstanden die europäischen Staaten, die seit Jahrhunderten versuchen zueinander zu finden und sie schaffen es nicht. Wir haben das an verschiedenen geschichtlichen Beispielen, an Karl dem Großen und an Napoleon und Hitler bis in unsere heutigen Tage gesehen. Die Prophetie von Daniel 2 steht. So wie Luther vor 500 Jahren in Worms vor Karl V. stand und mit seinen Worten die Weltgeschichte veränderte, so stand Daniel vor 2600 Jahren vor dem Großkönig Nebukadnezar und seine Worte sind noch immer von größter Relevanz.

[6:30] Doch Luther wusste, dass es bei der Prophetie nicht einfach nur um Neugierde und die Befriedigung von Sensationen geht. Wir haben gestern gelesen: "Denn die Prophezeiungen Daniels sind geschrieben, nicht nur, dass Menschen die zukünftigen Ereignisse und Trübsale kennen und ihre Neugierde befriedigen, sondern damit die Gerechten ermutigt und froh gemacht werden und gestärkt werden im Glauben und in Hoffnung und Geduld. Denn hier sehen und hören sie, dass sie von Sünden, Tod, dem Teufel und allem Bösen befreit werden und in den Himmel gebracht werden zu Christus, zu seinem gesegneten ewigen Königreich." Für Luther war zwar die Prophetie mit ihren Details der Geschichte sehr interessant, aber nicht das eigentliche Hauptziel. All das waren nur Wegmarkierungen zu dem großen Finale, dem, worauf Luther sich freute. Hier schreibt er: "Jemand, der sie (das sind die Prophezeiungen) mit Gewinn lesen will, darf sich nicht allein nur auf die Geschichten und Ereignisse konzentrieren und dann nicht weitergehen." Gestern haben wir uns viel auf die Geschichten konzentriert. Wir haben gesehen, wie jedes einzelne Teil, denn Daniel 2, sich in der Weltgeschichte präzise erfüllt hat. Aber wir wollen Luthers Rat ernst nehmen. Wir wollen dort nicht stehen bleiben, sondern heute zu dem Punkt kommen, zu dem letzten Teil der Prophetie, der für Luther das eigentliche Herzstück bildete. "Sondern er muss sein Herz trösten mit der verheißenen und gewissen Wiederkunft unseres Erlösers Jesus Christus, was die gesegnete und freudige Erlösung aus diesem Tal des Elends und der Erbärmlichkeit bedeutet."

[8:09] Wir haben gestern gesehen, unsere Welt ist ein Tal des Elends und ein Tal der Erbärmlichkeit, und jeder, der daran zweifelt, muss nur ein paar Minuten die Nachrichten schauen und weiß auch aus seinem eigenen Leben, in dieser Welt werden wir nicht ewig froh. Luther wusste, es gibt eine gute Nachricht. Und für Luther war diese gute Nachricht eines besseren Endes, einer besseren Zukunft, nicht einfach nur so ein Strohhalm, an den er sich klammerte, so nach dem Motto: "Naja, an irgendwas muss man ja glauben." Für Luther war der Glaube an das Ende basierend auf dem Wort der biblischen Prophetie. Immer wieder haben Menschen mit dem Weltende spekuliert, aber nicht immer auf der Grundlage des Wortes Gottes. Es ist noch gar nicht so lange her, da haben Menschen geglaubt, die Welt geht im Dezember 2012 unter. Da wurde viel Werbung für gemacht, da sind Leute verrückt geworden, manche haben viel Geld gemacht in Hollywood damit, und das Ganze basierte, Achtung, festhalten, auf diesem Stein. Ich hatte das Vorrecht, vor einiger Zeit in Mexiko zu sein, in Villa Hermosa. Ich wusste das gar nicht, dass in genau der Stadt das Museum ist, wo heute dieser Maya-Stein ausgestellt ist und die gesamte Prophezeiung auf 2012, Achtung, basiert auf diesen vier Zeichen. Jetzt, man muss keine Maya-Logie studiert haben, um zu sehen: Hey, da fehlt sogar die Hälfte. Was passiert ist, da hat irgendein Forscher in Guatemala gegraben, diesen Stein rausgefunden, hat gemerkt, da fehlt die Hälfte, hat sich überlegt, was könnte das denn bedeuten, hat so ein bisschen spekuliert, war dumm genug, seine Spekulationen gleich zu veröffentlichen. Er hat später festgestellt, dass es gar keine Prophezeiung war, gar kein 2012 in dem Text vorkommt – ich meine, es ist auch relativ schwer zu sagen – und dass es überhaupt nichts mit der Zukunft zu tun hatte. Da war es aber schon zu spät. Die ganze New Age Kultur und Hollywood hatten das schon aufgegriffen und hatten damit großen Reibach gemacht. Das Weltende an der Stelle war auf äußerst wackeligen Füßen.

[10:23] Viele Menschen machen sich Gedanken, ja, wie könnte denn diese Welt zu Ende gehen? Wird sie vielleicht, ist das Schicksal in den Händen irgendeines verrückt gewordenen Diktators, der auf den roten Knopf dann drückt? Ich meine, heutzutage ist das ja fast wieder etwas wahrscheinlicher geworden, wo einige unberechenbare Personen tatsächlich den Finger auf dem roten Knopf haben. Ist das das Ende der Welt? Andere Leute denken vielleicht, naja, vielleicht wird es irgendwie zu einer Naturkatastrophe kommen, die das Leben auf diesem Planeten auslöscht. Und bis heute hält sich die Vorstellung bei manchen in einigen Kreisen, dass wir vielleicht Besuch bekommen von den grünen Männchen, die uns vielleicht sogar auch noch feindlich gesinnt sind. All das basiert auf Spekulation, es basiert auf Mutmaßungen, auf zum Teil vielleicht krankhaften Fantasien. Aber es gibt eine Nachricht vom Ende der Welt, und die basiert nicht auf "könnte eventuell passieren", basiert nicht auf vier Schriftzeichen, die man gar nicht lesen kann, sondern auf dem sicheren Wort der biblischen Prophetie, von dem wir gestern gesehen haben, dass der größte Teil davon sich bereits erfüllt hat. Daniel hatte diese Dinge vorhergesagt und bis auf das letzte Element haben sie sich 2600 Jahre erfüllt. Das einzige, was noch fehlt, ist dieser Stein. Der Großkönig Nebukadnezar sah, oder Nebuchadnezzar, wie wir ihn heute besser kennen, sah, dass dieser Stein ohne Zutun von Menschenhänden auf dieses Standbild einschlug und das gesamte Standbild zerschmetterte, so als ob die gesamte menschliche Weltgeschichte, wie wir sie kennen, durch die Jahrhunderte und Jahrtausende zu einem plötzlichen Ende kommen würde. So hatte er das Daniel dann erklärt und ausgelegt.

[12:29] "Du sagst zu: Bis sich ein Stein losriss, ohne Zutun von Menschenhänden, und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte." Und dieser Stein ist nicht irgendein anderer König, nicht ein politisches Weltrecht, nicht irgendeine Kirche, sondern dieser Stein ist Christus selbst. Das Neue Testament sagt: "Der Fels aber war Christus." Der Höhepunkt von Daniel 2 ist die Wiederkunft Jesu, und für Luther war das gute Nachricht. Er schreibt hier in einem kleinen Traktat 1536: "Eine tröstliche Predigt von der Zukunft Christi und den vorhergehenden Zeichen des Jüngsten Tags." Nun, wenn Menschen heute über das Ende der Welt reden, die Apokalypse, der Zusammenbruch der totalen menschlichen Ordnung, dann ist das meistens eher wenig tröstlich, oder? Leute, wenn sie sich mit dem Thema beschäftigen, kriegen Paranoia, kriegen Panik. Einige fangen an, Dinge zu horten und zu bunkern. Vor einigen Jahren traf ich eine kleine Gruppe von Männern und von Menschen, die zu mir gesagt hat: "Christopher, wenn das Ende kommt, kannst du zu uns kommen. Wir haben Getreide für mehrere Jahre gehortet." Da habe ich gesagt: "Das ist ganz lieb und ganz nett, aber mein Gott kann mich ernähren. Der hat die Israeliten durch die Wüste geführt, 40 Jahre lang, und das wird schon klappen." Viele Menschen kriegen Angst und Panik beim Thema Ende der Welt und wollen vielleicht gar nicht erst davon etwas hören, weil sie keine Angst kriegen wollen.

[14:09] Als Jesus über das Thema der Wiederkunft sprach, war sein erster Satz: "Euer Herz erschrecke nicht." Jesus wollte eben nicht Angst machen, er wollte keine Panik verbreiten, er wollte nicht, dass die Leute Hamsterkäufe machen und sich einbetonieren in einem Bunker. Er wollte, dass sie keine Angst haben. "Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin." Der Hauptzweck des Weltendes, der Hauptzweck der Wiederkunft Jesu, oder wie Luther sagen würde, der Hauptzweck der Zukunft Jesu, ist nicht diese Welt zu wenden, nicht die Bösen zu bestrafen, nicht irgendwie die gottlosen Regierungen zu vernichten. Der Hauptzweck ist ein sehr simpler: Jesus möchte da sein, wo ich bin, oder besser gesagt, er möchte mich bei sich haben. Ich habe das gestern erzählt. Ich war eine Woche lang in Bielefeld, bin manchmal für ein, zwei Wochen unterwegs und ich skype jeden Abend mit meiner Frau. Und es ist schön, ich kann ihre Stimme hören, wir können uns austauschen, wir können uns berichten, was gewesen ist, die Höhen und Tiefen des Tages. Aber auf Dauer ist eine Beziehung auf Distanz nicht das Absolute, oder? Auf Dauer freue ich mich immer auf den Tag, wenn wir uns wieder sehen, wenn wir uns in die Arme schließen können, wenn wir uns von Angesicht zu Angesicht haben. Jesus freut sich, wenn wir zu ihm beten. Er freut sich, wenn wir seine Botschaften lesen. Das ist keine SMS, keine Textnachricht, aber es ist eine Botschaft von ihm und wir können mit ihm kommunizieren. Er ist uns durch seinen Geist gegenwärtig, aber er sehnt sich danach, dass eines Tages er uns umarmen kann, dass wir mit ihm gemeinsam sind.

[16:18] So schreibt Martin Luther darüber: "Wollen wir denn nun ernstlich von Sünden, Tod und Hölle loswerden, so müssen wir diese Zukunft aufs Höchste begehren und liebhaben. Christus spricht: 'Es sei ein Erlösen seine Zukunft.'" Also, das war noch vor der neuen deutschen Rechtschreibung, aber die Hauptbotschaft ist klar: Wenn wir das erleben wollen, müssen wir es freudig erwarten, liebhaben, begehren, nicht in Angst und Schrecken geraten, sondern die Wiederkunft ist eine Erlösung.

[16:54] Nun, seit wann sprechen Menschen von der Wiederkunft Jesu? Ist das etwas, was Jesus in die Welt gesetzt hat, als er auf Erden war und sagte: "Übrigens, habe neue Nachrichten für euch, es wird eine Wiederkunft geben" oder war das etwas, was schon vorher thematisiert worden ist? Nun, die Bibel sagt uns, dass seit dem Anfang der Menschheitsgeschichte Menschen wussten, dass Jesus nicht, also dass der Messias nicht nur einmal kommen würde, sondern dass er auch wiederkommen würde. Schon Henoch, der siebte nach Adam, einer der frühen Patriarchen vor der Sintflut, hatte geweißsagt, also prophezeit, indem er sprach: "Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen heiligen Zehntausenden, um Gericht zu halten und so weiter." Das heißt, vom Anfang der Menschheitsgeschichte haben Menschen nicht nur das erste Kommen des Erlösers erwartet, sondern dass dieser Erlöser auch ein zweites Mal kommen würde, nicht als kleines Baby, um am Kreuz zu sterben irgendwann, sondern mit zehntausenden heiligen Engeln, um Gericht zu halten. Diese Botschaft ist also im Grunde genommen so alt wie die Menschheit.

[17:58] Nun, wir haben gestern gelernt, wie viel Prophezeiungen im Alten Testament auf das erste Kommen Jesu sich beziehen. Kann sich jemand noch an die Zahl ungefähr erinnern? Ungefähr 300. Ganz genau, 300 Prophezeiungen im Alten Testament auf alle möglichen Details, sein Geburtsort und Geburtsumstände und die Zeit und dies und jenes, alles präzise vorhergesagt. Nun, gibt es für die Wiederkunft, das zweite Kommen Jesu, jetzt weniger, gleich viel oder mehr Prophezeiungen? Mehr? Wie viel mehr? 400? 500? 1000? Was würden wir schätzen? Es sind 2.400. Das heißt, auf jeden alttestamentlichen Prophezeiungsvers, der sagt, Jesus kommt, um uns von den Sünden zu erlösen, gibt es acht Verse in der Bibel, die vom Ende der Welt und von der Wiederkunft und von dem Gericht sprechen. Also nicht, dass jemand auf die Idee käme, zu sagen, na ja, dann ist das erste Kommen Jesu unwichtig. Nein, nein, nein, es ist das Zentrum von allem. Luther hat das gewusst, aber ist dann nicht die Wiederkunft Jesu mindestens genauso wichtig? Wie kann es dann sein, dass christliche Kirchen, wenn überhaupt, heute noch von dem Kreuz reden, nur von dem Kreuz und von dem ersten Kommen Jesu, oder in wie viel Kirchen hört man heute noch beständig von der Wiederkunft Jesu Christi? Wenn 300 Prophezeiungen im Alten Testament vom ersten Kommen sprechen und 2.400 vom zweiten, dann sollte man doch meinen, dass das ein Hauptthema der Christenheit ist, oder? Für Luther war es ein Hauptthema. Übrigens, jemand hat ausgerechnet, dass rein statistisch jeder 25. Vers der Bibel von der Wiederkunft oder den Ereignissen davor oder danach spricht. Das heißt, man kann die Bibel lesen und rein statistisch stößt man bei jedem 25. Vers auf das Thema. Man kann es eigentlich nicht ignorieren.

[20:00] Nun, das Erste und Wichtigste, das jeder sich fragt bei dem Thema, ist natürlich: Wann wird er denn kommen? So ging es schon den Jüngern, die Jesus fragten: "Sage uns, wann wird dies geschehen und wir wollen es nicht verpassen. Wir wollen sicher sein, dass wir dabei sind." Klingt ganz interessant. "Sage uns, was wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein? Woran können wir erkennen, dass es jetzt so weit ist?" Wäre doch schön, wenn man so ein paar Zeichen hat, wo man weiß, jetzt kommt der Zug, dass er nicht abfährt, ohne dass man sich da hineinbegeben kann. Jesus hat sie angeschaut und er hatte eine Liste mit Zeichen parat. Aber bevor er über die Zeichen sprach, sagte er: "Habt Acht." Jetzt, was heißt "Habt Acht"? Aufpassen, Achtung, rote Flagge, Gefahr. "Habt Acht, dass euch niemand verführt." Wenn Jesus über das Thema der Wiederkunft sprach, hat er zum einen gesagt: "Habt keine Angst", aber er sagte auch: "Stellt sicher, dass ihr nicht verführt seid über die Art und Weise und über die Tatsache der Wiederkunft." Es muss also möglich sein, dass Menschen falsche Ideen über die Wiederkunft haben, denn "viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen." Es reicht also nicht zu sagen, naja, ich mag Jesus, er hat versprochen, irgendwann kommt er, wird schon irgendwie passieren. Ich mache jetzt mal mein Ding und dann werde ich ja sehen, wenn er kommt. Jesus sagte: "Habt Acht, dass ihr nicht verführt werdet."

[21:45] Nun, ich sammle über die Jahre so ein paar Kandidaten, die sich für Jesus Christus ausgegeben haben, so quasi so ein kleines kurioses Kabinett. Hier mal ein paar Beispiele. Hier haben wir den Gründer der Moon-Sekte, Herrn Moon, der meinte, er wäre der Sohn Gottes. Oder hier Dr. José Luis de Jesus, hat sich sogar so genannt. Der hat es uns einfach gemacht, denn er sagte, ich bin gleichzeitig Jesus Christus und der Antichrist. Kein Scherz. Und er hat die Zahl 666 zu seiner Markenzahl erklärt. Und ich weiß nicht, warum Menschen ihm das abgenommen haben, aber es gab Menschen, die das geglaubt haben. Dann besonders interessant ist der hier. Sein Name ist Vissarion. Er lebt in der russischen Taiga in Sibirien, dort, wo kein Mensch sonst leben würde. Also wirklich, da sagen sich nicht Fuchs und Hase, wahrscheinlich eher so, weiß ich, sibirischer Tiger und Kamtschatka. Gute Nacht, ja. Ein Gebiet, das von Insekten infiziert ist. Kein Mensch würde da freiwillig leben, aber Vissarion lebt dort mit langem, wallendem Haar, mit weißen Gewändern und eine ganze Reihe von Nachfolgern ist ihm dort hinterher gefolgt. Und die leben da alle mit ihm. Und wenn er des Morgens aufsteht, oben auf dem Berg anfängt zu meditieren, dann sitzen sie alle unten am Berghang und empfangen von seiner Energie. Etwas mehr, wie soll ich sagen, effizienter hat das dieser Mann hier gestaltet. Sein Name ist Apollo Quiboloy und er nennt sich der erwählte Sohn Gottes, schon seit 41 Jahren. Er lebt auf den Philippinen und hat herausgefunden, dass wenn er sich Sohn Gottes nennt, sollte er auch so leben. Er sollte im Garten Eden leben und hat sich auf den Philippinen ein riesiges Anwesen bauen lassen, das von all seinen treuen, armen philippinischen Anhängern finanziert wird. Und er lebt dort buchstäblich wie Gott. In Frankreich hätte ich beinahe gesagt. Naja, etwas sympathischer ist der hier. Dieser junge Mann aus Australien behauptet ebenfalls, dass er Jesus Christus ist und bei ihm ist das Besondere, dass er sogar noch Maria Magdalena dabei hat. Und es, man würde es nicht glauben, aber es gibt für jeden dieser Leute Menschen, die sagen: "Ja, tatsächlich, das ist Jesus." Aber zugegebenermaßen, nicht viele lassen sich davon verführen, oder? Einige Verrückte gibt es immer.

[24:07] Es scheint so zu sein, dass Jesu Warnung noch weiter geht. In 2. Thessalonicher 2 haben wir schon mit Eric gelesen: "Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt." Wir haben gelernt, dass Luther in seinem Studium des Evangeliums gemerkt hat, dass die Kirche seiner Zeit, die römische Kirche, das Evangelium verdunkelt hatte und gegen das Evangelium gekämpft hatte. Jesus hatte gesagt, es werden falsche Christusse kommen. Jesus hatte gar nicht gesagt, es werden falsche Jesusse kommen, sondern falsche Christusse. Jetzt, was heißt Christus? Christus heißt, übersetzt, der Gesalbte. Christus ist nicht der Nachname von Jesus. Ich heiße Christopher Kramp, aber Jesus hieß nicht Jesus Christus, weil es sein Nachname war. Christus war ein Titel. Er war der Gesalbte. Jetzt, im Alten Testament, vielleicht weiß das jemand, wer wurde im Alten Testament gesalbt? Könige, Priester und Propheten. Wenn also Jesus sagt, es werden falsche Christusse kommen, könnte es sein, dass dann Menschen kommen und sagen: "Wir sind Priester und Könige und wie Propheten ist unser Wort unfehlbar." Genau das erfüllte sich in der Geschichte und war sehr viel mehr, als diese Chaoten, die wir gerade gesehen haben, die Quelle für Verführung vieler Menschen.

[25:53] Jesus gab dann einige Zeichen. "Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Habt acht, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen." Ich habe schon einige Predigten über Matthäus 24 gehört und meistens gehen die so: Da ist Krieg im Nahen Osten, Jesus kommt. Krieg in Israel, Jesus kommt. Krieg in Afghanistan, Jesus kommt. Aber Jesus sagt genau das Gegenteil. Er sagt nicht: "Weil da Krieg ist, müssen wir Panik kriegen und denken, Jesus kommt." Er sagt: "Es ist noch nicht das Ende. Es ist eine Wegmarkierung auf dem Weg." Und Kriege hat es immer gegeben. Aber schauen wir mal, was Jesus hier sagt, nicht nur über die Kriege, sondern über all die anderen Zeichen. "Ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere, und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen. Dies alles ist der Anfang der Wehen." Und jetzt, ich stehe so schlecht. Wer von uns hat schon mal ein Kind bekommen? Ich muss meine Hand wieder runternehmen. Hat auch einige. Alle anderen, glaube ich, wissen auch, was Wehen sind, aber nur am grünen Tisch, nicht wahr? Nur so aus der Theorie. Was sind Wehen? Oder was ist das Besondere an Wehen? Sie werden stärker und immer schneller. Sie fangen an und werden immer schneller und immer intensiver.

[27:34] Jetzt, Jesus sagt nicht, kurz vor dem Ende wird es mal einen Krieg geben. Er sagt, es wird immer Kriege geben, aber die Kriege werden häufiger und intensiver werden. Ich habe das mal an einem Beispiel versucht zu illustrieren und zwar an dem Beispiel der Erdbeben. Jetzt, ich habe mir hier aus einer amerikanischen wissenschaftlichen Datenbank alle Erdbeben rausgesucht, die man gemessen hat. Jetzt, ich weiß, vor vielen hundert Jahren hat man nicht jedes Erdbeben gemessen, das in Alaska gewesen ist, Neuseeland und so weiter. Das bedenken wir jetzt mal mit. Wir wollen mal sehen, ob es so eine generelle Tendenz gibt. Im ersten Jahrhundert – und aufgezählt sind hier nur die schweren, die wirklich schweren Erdbeben, 7,0 auf der Richterskala und dann auch noch die 8,0. Das sind dann also die wirklich die schwersten Erdbeben. Also im ersten Jahrhundert gab es eins. Wenn wir ein bisschen weiterspringen, im 15. Jahrhundert gab es zwölf schwere und zwei schwerste Erdbeben. Wie gesagt, da kann es sicherlich noch ein paar Erdbeben in Alaska gegeben haben oder und so weiter. Zur Zeit von Luther, im 16. Jahrhundert, gab es dann schon 28 und zwölf besonders schwer. Dann im 17. Jahrhundert waren es 60 und jedes dritte davon besonders dramatisch, wo besonders viele Menschen gestorben sind. Im 18. Jahrhundert ähnliche Daten und dann im 19. Jahrhundert 210, davon 60 schwer, und im letzten Jahrhundert 941. Also, da muss ich jetzt kein Mathematiker sein, selbst wenn man ein paar Erdbeben noch in Neuseeland dazurechnet, sieht man so eine generelle Tendenz. Es ist also eine generelle Linie zu sehen, dass es mehr wird. Und ich denke, egal welchen Bereich wir anschauen, ob wir die Seuchen, die Epidemien, die Kriege anschauen, wir können zusehen, dass es an Intensität zunimmt. Als zur Zeit von Jesus Krieg war, da sind ein paar Römer auf ein paar Germanen getroffen, die haben sich im Wald oder irgendwo geschlagen, dann gab es viele Tote und das war gut. Wenn heute Krieg ist, werden ganze Nationen zerstört mit den Waffen, die es heute gibt.

[29:43] Und dann sagt Jesus: "Und ihr werdet gehasst sein von allen Heidenvölkern um meines Namens willen." Christenverfolgung hat es zu allen Zeiten gegeben. Wir denken vor allem an die Zeit des Römischen Reiches, wo Christen für ihren Glauben an die Bibel den Löwen zum Futter vorgeworfen worden sind oder bei lebendigem Leibe angefackelt worden sind. Und wir denken vermutlich, das sind alles finstere Zeiten, hat mit unserer aufgeklärten Zeit nichts mehr zu tun. Welches Jahrhundert von allen Jahrhunderten, die es seit Jesus gab, war das Jahrhundert mit den meisten Christenverfolgung? Könnte man denken, das erste? Stimmt aber nicht. Das zwanzigste. Nie zuvor sind weltweit so viele Christen verfolgt worden, wie im zwanzigsten Jahrhundert. Tendenz eher steigend. Ich weiß nicht, wer die überkonfessionelle Organisation Open Doors kennt, die das dokumentiert, wo in Ländern wie Arabien oder dem Iran oder ganz besonders schlimm Nordkorea Menschen gefoltert, getötet werden. Vor einiger Zeit ist Nordkorea aufgeflogen, dass eine Gruppe von Christen Bibeln besaß. Man wollte ein Exempel statuieren. Man hat das ähnlich gemacht wie in Rom. Man hat ein Fußballstadion voll gemacht von Leuten, damit alle sehen, was passiert, wenn jemand eine Bibel hat. Hat die Leute in der Mitte des Feldes aufgestellt, dann hat man die Kalaschnikows gezückt und dann hat man sie so lange durchlöchert, bis die Leiber ineinander gesackt sind. Christenverfolgung ist vielleicht für uns nicht so präsent, aber so stark wie nie zuvor.

[31:31] Und dann sagt Jesus: "Es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen." Nicht alles, was scharf nach scharf aussieht, ist doch wirklich scharf. Und "weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten." Und ich glaube, das ist ein Punkt, da könnte man allein schon sehr viel darüber reden. Ich bin noch nicht so alt, obwohl ich schon graue Haare habe. Aber schon ich habe den Eindruck, dass vor 20 Jahren die Menschen noch herzlicher waren als heute. Schon in meinem kurzen Leben habe ich den Eindruck, dass es mit der zwischenmenschlichen Wärme in der Gesellschaft eher bergab geht. Oder? Gibt es jemand, der auch das Gefühl hat? So tendenziell. Die Gesetzlosigkeit, je weniger das Gesetz Gottes geachtet wird. Man hat immer gedacht, naja, wenn man das Gesetz Gottes nicht mehr hat, dann wird man so viel mehr liebevoller und freiheitlicher. Nein, in Wirklichkeit nimmt die Liebe immer mehr ab. Denn die Liebe in der Bibel ist in Wirklichkeit die Erfüllung. Das Gesetz ist aber ein anderes Thema für eine andere Zeit.

[32:38] Luther hat über all diese Zeichen Folgendes gesagt: "Ich werde es niemandem erlauben, mich der Meinung zu berauben, dass der Tag des Herrn nicht mehr fern ist. Diese Überzeugung drängt sich mir auf durch die Zeichen und die Warnungen von Christus selbst." Schon zu seiner Zeit gab es Leute, die gesagt haben: "Ach, naja, diese Zeichen, was soll das schon bedeuten? Das hat schon immer gegeben. Jesus kann vielleicht in tausenden von Jahren wiederkommen." Und Luther sagte: "Nein, nein, nein, nein, nein, da ist etwas am Werden. Es wird immer intensiver." Und naja, bei den Wehen ist es auch so, man weiß ja nicht gleich am Anfang, wann es kommt, oder? Es geht los und man weiß, es wird jetzt irgendwann kommen. Wann genau, weiß man nicht. Nur man weiß, wenn die Wehen einsetzen, wird es nicht noch vier Monate dauern, oder? So viel ist sicher. Und ich weiß nicht, ob das stimmt, aber jemand hat mir mal gesagt, irgendwann gibt es so einen Punkt, wie sagt man auf Englisch, a point of no return, dann kommt es. Nun, ich bin kein Prophet, ich weiß nicht, wie viel mehr Erdbeben diese Welt noch vertragen kann und wie viel mehr Kriege. Ich habe den Eindruck, man sollte die Fähigkeit des Satan, alles noch schlimmer werden zu lassen, nicht unterschätzen. Aber eins ist sicher, diese Zeichen deuten an, etwas Gewaltiges kommt.

[33:51] Aber das letzte Zeichen ist das Wichtigste, denn das ist das Zeichen, dass die Wiederkunft letztlich triggert. In Matthäus 24 heißt es dann: "Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen." Man würde ja denken, dass in unserer modernen Zeit schon jeder davon gehört hat. Hat nicht jeder Facebook, hat nicht jeder Instagram, jeder wird doch das Evangelium schon gehört haben, oder? Weit gefehlt. Das Evangelium verbreitet sich zwar in uns, während wir sprechen, mit einer rasanten Geschwindigkeit, aber es gibt noch so manchen Flecken auf der Erde, wo das Evangelium noch nicht hingekommen ist. Und ich würde behaupten, manche dieser Flecken sind mitten unter uns. Manchmal reden Christen davon, dass Jesus wiederkommt, wenn die ganze Welt erreicht ist. Das stimmt. Vielleicht sollte man das etwas konkreter fassen: Wenn ganz Stuttgart erreicht ist, wenn überall die Botschaft, die Luther so begeistert hat, von der Liebe Gottes, von der Kraft des Evangeliums, von der baldigen Wiederkunft erreicht wird, dann wird das Ende kommen.

[35:04] Nun, wie wird dieses Ende aussehen? Jesus hat einiges darüber gesagt. Wir wollen uns einige markante Punkte kurz anschauen. Zunächst einmal sagt er: "Dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen." Wenn Jesus wiederkommt, wird es ein globales Ereignis sein. Nicht eines, das man verpasst, weil man gerade zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort ist. Jesus kommt nicht durch die Hintertür. Bei seinem ersten Kommen kam er tatsächlich als Baby in eine Krippe, und wer in China lebte, hat nichts davon mitbekommen. Nicht so bei seinem zweiten Kommen. Wenn er das zweite Mal kommt, werden es alle mitbekommen. Sein zweites Kommen ist global. In dieser Hinsicht lohnt es sich auch, Offenbarung 1, Vers 7 zu beachten: "Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen." Das heißt, wenn ich zu Hause sitze und mein Freund mich anruft und sagt: "Hey, Jesus ist gekommen, schau mal, im Fußballstadion in Lagos, Nigeria, da läuft er gerade ab und hin und her und heilt die Kranken und ich habe es mit meinen eigenen Augen nicht gesehen", dann ist das irgendjemand anders, aber nicht der Jesus der Bibel. Denn wenn Jesus kommt, werden alle mit ihren eigenen Augen dieses Ereignis wahrnehmen.

[36:27] Nun, wie kommt er denn wieder? In der Apostelgeschichte haben wir eine spannende Geschichte. Jedes Mal, wenn ich erzähle, finde ich es sehr erneut unglaublich. "Als er dies gesagt hatte, wurde er von ihren Augen emporgehoben. Da standen die Jünger mit Jesus, er hatte sie gerufen, hat ihnen noch mal letzte Instruktionen gegeben. Er hat gesagt: 'Wenn ihr jetzt nach Jerusalem geht, wenn ihr predigt, achtet darauf, macht das, sagt das, sagt das nicht.' Und während er so redet und ihnen Instruktionen gibt und sie fragen: 'Was sollen wir machen, wenn das passiert? Was sollen wir machen? Ja, gib uns doch mal Ratschläge.' Während er ihnen die Ratschläge gibt, plötzlich hebt er vom Erdboden ab. Und die Jünger, ich weiß nicht, wer schon mal mit jemandem gesprochen hat, der plötzlich vom Erdboden abhebt. Und während er in den Himmel steigt, sagt er noch: 'Ich bin bei euch alle Tage bis an das Weltenende.'" Und die Jünger, die haben gestaunt: "Was ist jetzt los?" Und dann, finde ich so herrlich, wie das dann heißt hier: "Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahin fuhr, sieh, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen. Und jetzt wird es richtig interessant. Die sprachen: 'Ihr Männer von Galilea, was steht ihr hier und seht zum Himmel?'" So, als ob das das Natürlichste auf der Welt wäre, dass, wenn man mit jemandem redet, der plötzlich in den Himmel fährt. Was macht er? Was guckt er in den Himmel? Ist das so besonders? "Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen." Im Grunde genommen fast ein bisschen so, als wenn man ein Flugzeug sieht, nicht wahr? Wenn man am Flughafen dem Liebsten oder der Liebsten hinterher winkt, nicht wahr? Das Flugzeug startet, das Flugzeug geht in die Luft, man sieht das Flugzeug, und man sieht es immer noch, und dann ist es klein und klein und klein, und dann ist es nur noch ein Punkt, und es ist weg. Und genau so kommt er wieder. Irgendwann wird man plötzlich diese kleine Wolke sehen, halb so groß wie eines Mannes Hand. Dann kommt sie näher und näher und näher und näher auf den Wolken des Himmels, und dann werden alle seine Auserwählten versammelt.

[38:46] Nun, es gibt immer wieder ein paar sehr kluge Leute, die mich fragen: "Herr Christopher, wie soll denn das gehen? Unsere Erde ist rund, und wenn ich jetzt hier wohne, und er kommt von da, wie soll ich ihn sehen? Oder wenn ich hier wohne, und er kommt von da, oder macht Jesus dann die Erde flach plötzlich?" Nun, gute Frage. Es gibt eine interessante Antwort. Es heißt nämlich in Matthäus 25: "Wenn der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird, und Achtung, alle heiligen Engel mit ihm." Jesus kommt nicht allein. Und wenn die heiligen Engel in ihrer Herrlichkeit kommen, jetzt muss man sich vorstellen, was macht so ein Engel in seiner Herrlichkeit? Ich habe mal ein Beispiel. Als Jesus auferstand, als er aus dem Grab herauskam, da kam ein, Achtung, ein Engel in seiner Herrlichkeit, der kam vom Himmel herab, und er berührte den Erdboden. Und als er den Erdboden berührte, machte er ein großes Erdbeben. Und das Grab war bewacht von einer Reihe von römischen Soldaten. Das waren keine Verkehrspolizisten. Das waren keine Security-Leute, die dick aussahen und nicht wirklich was auf dem Kasten hatten. Das waren Elite-Soldaten. Und diese Elite-Soldaten, diese Römer, die fielen alle tot, wie tot um. "Sein Aussehen war wie der Blitz, und sein Gewand weiß wie der Schnee." Ein Engel hat diese mutigen römischen Soldaten, die keine Angst hatten, wenn in diesen germanischen Wäldern irgendwelche halb besoffenen, nackten Germanen auf sie zugerannt sind, die standgehalten haben, die waren wie unnächtig, als ein Engel kam. Jetzt, was würde passieren? Wie viele Engel gibt es eigentlich? Die Bibel sagt, sie spricht von 10.000 Engeln. Dann spricht sie von 10.000 mal 10.000. Was sind 10.000 mal 10.000? Ja? 100 Millionen, ganz genau. Wenn wir annehmen, das ist ja eigentlich nur jetzt quasi, um zu sagen, es sind viele. Wenn wir annehmen, dass jeder Mensch mindestens einen Schutzengel hat, dann müsste man ja schon von etlichen Milliarden sprechen. Jetzt, wenn Milliarden von Engeln in ihrer Herrlichkeit sich um den ganzen Globus verteilen, wird man das mitbekommen? Ich glaube schon.

[41:14] Und die Bibel sagt sogar, nicht nur kommt Jesus mit all seinen Engeln, sondern es heißt, er wird "in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen." Mit anderen Worten, da bleibt niemand im Himmel zurück und sagt: "Ja, hol mal die Menschen, ich mache schon mal das Essen bereit." Alle kommen mit, alle Engel, Jesus, der Vater selbst, alle wollen dabei sein. Wenn der Himmel dabei sein möchte, dann sollten wir uns darauf vorbereiten, oder?

[41:42] Aber jetzt sagt die Bibel noch etwas: "Denn der Herr selbst wird, wenn die Befehle ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt." Nicht nur ist die Wiederkunft global und mit allen Engeln uns sichtbar, sie ist auch hörbar. Ich weiß nicht, wer ein Blechblasinstrument spielt. Blechblasinstrumente haben eher die Angewohnheit, leise oder laut zu sein? Laut, sehr laut. So laut sogar, dass wenn man in einer Mietwohnung ist und Trompete spielen möchte oder Posaune, dann muss man bestimmte Zeiten einhalten oder mit Dämpfer spielen. Schon menschliche Lungen können Ungeheures aus einem Blechblasinstrument bringen. Wie viel mehr die Lunge Gottes. Wenn der mal los trompetet, Jesus kommt sichtbar und er kommt hörbar. Mir gefällt, wie Psalm 50, Vers 3 sagt: "Unser Gott kommt und schweigt nicht." Er kommt diesmal nicht durch die Hintertür.

[42:26] Doch das Gewaltigste kommt noch. In 1. Thessalonicher 4, Vers 16 heißt es: "Und die Toten in Christus werden auferstehen." Liebe Freunde, an dem Tag möchte ich auf einem Friedhof sein. Wenn wir durch den Friedhof gehen und plötzlich die Engel kommen und Menschen aus den Gräbern kommen, unverweslich, wie es hier heißt. Und dann heißt es hier: "Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, Achtung, zusammen mit ihnen entrückt werden, in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein alle Zeit." Den Teil liebe ich am allermeisten. Was hier steht, ist ganz einfach das: Ich werde noch eine gewisse Zeit, ich weiß nicht wie lange, auf diesem Erdboden gehen. Aber wenn Jesus wiederkommt, dann werde ich das tun, was Jesus damals tat vor 2000 Jahren, ich werde plötzlich abheben. Und dann fliegt man so, und dann sieht man nach unten, nach Stuttgart, ich weiß nicht, ob man noch so viel nach unten schaut, wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich eher nach oben. Das ist doch spannend, oder? Ich wünschte, da würde mehr drüber gepredigt werden. Und wir werden gemeinsam mit dem Auferstandenen Jesus treffen, in der Luft. Übrigens, was das bedeutet ist, wenn wir Jesus in der Luft treffen, wenn wir zu ihm emporgerückt werden, dann wird Jesus den Erdboden gar nicht berühren. Also, wenn da jemand durch die Welt geht und sagt: "Ich bin Jesus", und er sieht aus wie Jesus und er redet wie Jesus und tut Wunder wie Jesus und er hat einen Haken auf dem Erdboden, dann darf man wissen, falscher Christus ist nicht der richtige. Der wahre Jesus kommt auf den Wolken des Himmels, aber wir werden ihm entgegen gerückt werden. Nicht auf die falschen Christusse reinfallen, die irgendwelche Wunder tun und so salbungsvoll reden, auf den richtigen warten, weil dann wird man abheben zu ihm entgegen.

[44:24] Und dann sagt er hier: "Das aber sage ich, Brüder, das Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können, auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit." Gibt jemand, der gern ein Geheimnis mag? Geheimnisse? Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Das Tolle an den Geheimnissen der Bibel ist, dass sie immer erklärt werden, die bleiben nicht geheimnisvoll, aber dann erklärt es der Paulus doch immer. "Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden." Jetzt, die meisten Menschen werden sterben, aber es wird ja offensichtlich ein paar Menschen geben, die lebendig sind, wenn Jesus wiederkommt. Und die werden verwandelt werden. Und zwar, wie es hier heißt, plötzlich in einem Augenblick. Wie schnell ist ein Augenblick? Üben wir mal. Einmal Augen zu, Augen auf. Das ging relativ schnell, oder? Hier ist die interessante Nachricht: Wenn du morgen in den Spiegel schaust und sagst: "Meine Güte, ich glaube, ich sollte doch mal an eine Schönheitsoperation denken. Ich glaube, ich bin nicht mehr zufrieden mit meinem Körper." Hier ist die gute Nachricht: Spar dir das Geld, es kommt kostenlos, ohne Schmerzen, in einer Sekunde. Ist nicht die Wiederkunft eine gute Nachricht?

[45:45] "Plötzlich in einem Augenblick zur zweiten, letzten Posaune, denn die Posaune wird erschallen und die Toten werden auferweckt werden, unverweslich. Und das Sterbliche muss Unsterblichkeit anziehen." Und was ich total begeisternd finde, ist, wenn die Toten auferstehen, wissen Sie, was die sagen werden? Die werden rufen: "Also, da heißt es ja, der Tod ist verschlungen im Sieg. Tod, wo ist dein Stachel?" Die werden nicht sagen: "Oh, wir kommen aus einem langen, dunklen Tunnel, sind 2000 Jahre lang dem Licht gefolgt." Nein, das werden sie nicht sagen. Sie werden nicht sagen: "Wir waren schon im Himmel und warum kommen wir jetzt hier auf die Erde?" Nein, das werden sie auch nicht sagen. Wir haben heute nicht die Zeit, über den Zustand der Toten zu sprechen, aber die Bibel sagt, wenn die Toten auferstehen, sagen sie: "Das war schon alles." Weil die Toten, nach der Bibel, wenn sie sterben, die Augen zumachen, die Augen aufmachen, meinetwegen sind 4000 Jahre vergangen, die Einführung des Autos, des Buchdrucks und des Smartphones, alles haben sie verschlafen, macht nichts, sie sind plötzlich da und es hat nicht wehgetan, es war, als ob diese 4000 Jahre in einer Sekunde weg waren. Die werden rufen: "Tod, wo ist dein Stachel?" Wir lagen auf dem Totenbett, hatten Angst, was kommt jetzt? Was kommt jetzt? Was kommt jetzt? Wird es wehtun? Sie haben die Augen zugemacht, Augen aufgemacht. Ich meine, was für eine Sicht, nicht wahr? Milliarden von Engeln überall, die Toten. Man sitzt auf dem Friedhof vielleicht, man kommt nachher raus und sagt: "Tod, wo ist dein Stachel?" Es ist überhaupt nicht so schlimm, wie wir gedacht haben.

[47:14] Jesus sagte schon zu seinen Erdenzeiten: "Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt."

[47:24] Nun, was passiert mit denen, die das Evangelium abgelehnt haben, bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her? Das heißt hier: "Wenn er Vergeltung üben wird an denen, die Gott nicht anerkennen und an denen, die dem Evangelium und des Herrn Jesus Christus nicht gehorsam sind." Ich habe mir früher immer die Frage gestellt, wie kann das sein? Wie kann Gott Menschen vernichten dafür, dass sie eine freie Wahl haben und sich gegen ihn entschieden haben? Ist das nicht ungerecht? Wir sagen, jeder Mensch hat eine freie Wahl, sich für Gott zu entscheiden, und jetzt gibt es Menschen, die sagen: "Ich will Gott nicht." Jetzt werden sie vernichtet? Nun, die Antwort für dieses ewige Verderben findet sich in der Offenbarung. Dort beschreibt der Johannes auch die Szene der Wiederkunft, auch sehr eindrücklich. "Der Himmel entwich wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird. Und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt." Also, wer noch ein Haus auf der Schwäbischen Alb hat, der möge sich das überlegen. "Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Herrführer und die Mächtigen und die Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns!"

[48:42] Da werden also die meisten Menschen, ganz egal, ob sie berühmt oder verachtet waren, ob sie reich oder arm waren, ob sie in der sozialen Gefüge ganz oben waren, zu den Obersten Tausenden gehörten oder in der Gosse lebten. Die meisten Menschen werden zu den Bergen rennen und zu den Felsen sagen: "Fallt auf uns!" Frage: Wenn jemand von einem Felsen erschlagen werden möchte, was wünscht er sich? Durch was? Er wünscht sich den Tod durch Steinigung. Das ist so ein kleines Fenster in manche schwierige Passage im Alten Testament. Hier gibt es Menschen, die wünschen sich lieber den Tod durch Steinigung. Ja, als was denn? "Verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes." In der Bibel steht das Lamm bis auf eine Ausnahme in Offenbarung 13 immer für wen? Für Jesus Christus. Und wenn Jesus kommt, werden Menschen wissen: Jesus hat mich eingeladen, er hat an meiner Herzenstür geklopft und ich wollte ihn nicht haben. Und jetzt sagen diese Menschen, die sich gegen Gott entschieden haben: "Wir möchten lieber sterben als bei Jesus sein."

[50:04] Ich weiß nicht, ob das jemand schon mal erlebt hat, wenn er sich für Gott interessierte, mit Gott gelebt hat, eigentlich versuchte, Gottes Gebote zu halten usw. und dann sich in eine Sünde verstrickt hat, an der Sünde festhalten wollte und das einfach nicht aufgeben wollte. Wie fühlt man sich, wenn man dann in der Gegenwart von Menschen ist, die immer von Gott reden, die immer Gott preisen? Da fühlt man sich fremd, oder? Da will man am besten gar nicht hin, da geht man lieber nicht mehr in die Kirche, nicht mehr in die Gemeinde. Das ist einem fast schon...

[50:41] Übrigens, ist jemand aufgefallen, wer da zornig ist? Der Zorn des Lammes. Wie sieht eigentlich ein zorniges Lamm aus? Menschen haben vor verschiedenen Tieren Angst, oder? Manche Frauen haben furchtbar Angst vor Spinnen. Ich habe panische Angst vor Hunden, aber ich habe noch niemanden gefunden, der Angst vor Lämmern hatte, oder? Hat jemand gesehen, der über ein Feld lief und sagte: "Hilfe, das Lamm ist hinter mir!" Weil Spinnen sind eklig, Hunde können beißen, aber Lämmer? Wie guckt ein zorniges Lamm? Die Idee ist sehr simpel. Jesus ist immer derselbe, auch wenn er kommt, hat er nicht aufgehört, die Liebe zu sein. Es ist derselbe, der für sie starb. Derselbe, der am Kreuz hing und gesagt hat: "Es ist vollbracht." Kommt dort. Aber die Sünde hat ihr Denken so verzerrt, dass sie lieber tot sind, als bei Jesus sind. Und übrigens, es gibt auch keine andere Quelle des Lebens als Gott. Gott gibt dem Menschen tatsächlich eine freie Wahl. Möchtest du leben oder nicht? Das ist die Wahl, die jeder Mensch hat. Gott kann uns gar nicht die Wahl geben: "Möchtest du mit mir leben oder ohne mich leben?" Denn wie soll man denn ohne ihn leben? Man kann ja auch nicht wählen zwischen: "Ich möchte Autofahren mit Benzin" und "Ich möchte Autofahren ohne Benzin." Man kann nur wählen zwischen: "Ich möchte Autofahren" oder "Ich möchte nicht Autofahren." Man kann nicht Autofahren ohne Benzin, man kann nicht leben ohne Gott. Und hier sind Menschen, die sagen: "Okay, wenn das Leben bedeutet, dass wir mit Gott sein möchten, möchten wir lieber nicht leben, als mit Gott zu sein." Und Gott ist so gnädig, dass er ihnen diesen Wunsch erfüllt.

[52:38] Aber das werden nicht alle Menschen sein. Auch wenn es eine große Masse sein wird, wird es eine andere Gruppe geben, die sagen wird: "An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rettet." Während die einen sagen: "Wir möchten lieber gesteinigt werden, wir möchten lieber sterben." Während andere sagen: "Schaut mal, das ist der Jesus, von dem wir gesprochen haben. Das ist der Jesus, von dem wir gelesen haben, von dem wir gesungen haben, von dem wir euch erzählt haben. Erinnert euch an den Flyer, den wir weitergegeben haben. Das ist der Jesus, auf den wir gehofft haben." Übrigens, wenn man sagen möchte: "Das ist der Jesus, auf den ich gehofft habe", dann muss man vorher auf ihn gehofft haben, oder? Dann kennt man ihn schon. Da wird niemand sein, der sagen wird: "Oh, Jesus, dich gibt es auch. Lass uns mal reden." Am Ende gibt es nur zwei Gruppen. Die einen, die lieber sterben wollen, als bei Gott zu sein. Die anderen, die sagen: "Wir kennen ihn schon. Ich habe seine Stimme gehört. Vielleicht nicht stetig, aber sein Geist hat zu mir gesprochen. Ich habe mit ihm gebetet, ich habe sein Wort studiert. Und ich weiß, das ist der Jesus, zu dem ich gebetet habe, als es mir schlecht ging. Das ist der Jesus, dem ich mein Herz ausgeschüttet habe, als ich geweint habe. Das ist der Jesus, der mich getröstet hat, der mich getragen hat, durch all das Elend dieser Welt. Das ist mein Jesus. Auf ihn habe ich gehofft und jetzt ist er da."

[54:00] "Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht." Viele Menschen glauben, dass wenn Jesus sagt, dass er wie ein Dieb in der Nacht kommt, dass das heißt, dass er doch irgendwie geheim kommt. Aber der Vers geht weiter: "Wenn Jesus kommt wie ein Dieb in der Nacht, dann werden die Himmel mit Krachen vergehen." Das wird man mitbekommen. Was Jesus meinte, ist, dass wir wachsam sein sollen. "Denn der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht. Die meisten Menschen werden sagen: Friede und Sicherheit. Und das Verderben wird sie plötzlich überfallen." Wenn Jesus sagt, dass er kommt wie ein Dieb in der Nacht, heißt das nicht, dass er geheim kommt, sondern plötzlich. Es wird am Ende doch überraschend sein für die meisten Menschen, aber nicht für diejenigen, die die Zeichen studiert haben.

[54:46] "Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte. Ihr alle seid Söhne des Lichts." Was bedeutet es, ein Sohn des Lichts zu sein? Jesus hat Licht in unser Herz gesprochen. So wie Gott am ersten Tag der Schöpfung sagte: "Es werde Licht, und es wurde Licht", so hat er es auch in unseren Herzen Licht werden lassen. Das hatte Luther erlebt. Luther hat in seinem Herzen dieses Licht des Evangeliums gespürt. Deswegen hat er sich auf den Tag der Wiederkunft vorbereitet und gefreut. Jesus ist das Licht der Welt. Und wenn er in unserem Leben ist, dann leuchtet das Licht in die Finsternis.

[55:27] Es heißt: "Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde." Was ist die Vorbereitung auf die Wiederkunft? Nicht Hamsterkäufe, nicht ein Bunker, sondern ein Leben mit diesem Jesus, der uns von aller Sünde reinigt. Nicht, weil wir so gut sind, nicht, weil wir uns so anstrengen, sondern durch sein Blut. Das ist das, was den Luther so begeisterte, als er hier las: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt." Das Kreuz und die Krone bei der Wiederkunft Jesu sind nicht zwei getrennte Themen. Das Kreuz auf Golgatha bereitet uns vor auf die Krone der Ewigkeit. Das erste Kommen Jesu führt direkt zur Wiederkunft, und jeder, der Jesus in seinem Herzen hat, wird wirklich gerne auf die Wiederkunft warten und sich darauf freuen. Luther ist ein gutes Beispiel.

[56:33] Die Offenbarung beschreibt: "Ich sah und siehe, eine weiße Wolke, und auf der Wolke saß einer, der glich einem Sohn des Menschen. Und dann heißt es hier: 'Sende deine Sichel und ernte, denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen.'" Ein anderes Bild der Offenbarung beschreibt, wie Jesus kommt symbolisch auf einem weißen Pferd, und sein Name ist der Treue und der Wahrhaftige. Auf seinem Haupt sind viele Kronen. Er kommt als König der Könige mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist. Wenn Jesus wiederkommt, ist er immer noch derselbe, der für dich und für mich am Kreuz von Golgatha starb. Er hat sich nicht verändert. Er war nicht dann der Liebevolle und kommt dann als zorniger Richter. Es ist derselbe Jesus mit demselben Charakter, der dann wiederkommt, um uns zu holen. Sein Name heißt das Wort Gottes und die Heere im Himmel folgten ihm nach. Aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, Symbol für das Wort Gottes, das eine Richter der Gedanken und Gesinnung des Herzens sind. Und wie hier schon gesagt, sein Name ist König der Könige und Herr der Herren.

[57:38] Dann werden wir bei ihm sein im Himmel für einen langen Zeitraum. Die Zeit würde es nicht erlauben, alles zu erzählen, was die Bibel dann beschreibt, was dann danach kommt und wie das Problem der Sünder endgültig gelöst wird. Heute Abend, für die letzten wenigen Minuten, ein kurzer Ausblick auf das allerletzte Ende, was dann nach der Wiederkunft ungefähr tausend Jahre später auf uns warten wird. Wir werden nicht für immer im Himmel sein, sondern die Bibel sagt: "Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde. Der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen. Auch das Meer ist nicht mehr." Jesus hat es schon in der Bergpredigt gesagt: "Glückselig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben." Heute bezahlen viele Menschen enormes Geld, um ein kleines Grundstück zu kaufen. Wenn du treu zu Jesus bist, bist du ohne Kaufpreis und ohne Grundsteuer ein Teil dieser Erde erben. Das hat Gott schon dem Abraham verheißen und daran hat sich nichts geändert. Wir werden das Land erben.

[58:49] Und Johannes sah auf Patmos in einer dieser letzten großen Visionen, wie Gott mit seiner Stadt Neu-Jerusalem auf diese Erde kommen würde. "Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das Neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. Und diese Stadt ist so unglaublich. Da heißt es hier: 'Und die Stadt bildete ein Viereck, und ihre Länge ist so groß wie auch ihre Breite.' An anderer Stelle heißt es, dass auch die Höhe dann genauso breit ist wie die Länge und die Breite. Und das heißt hier, dass es 12.000 Stadien lang war. Nun, 12.000 Stadien meint nicht 12.000 Fußballstadien, sondern ein Stadion war damals eine Längeneinheit von 185 Meter. Jetzt kommen die Mathematiker dran. 185 mal 12.000. Genau, fast. 2.220 Kilometer. Jetzt versuchen wir uns das mal bildlich vorzustellen. 2.220 Kilometer sind so viel von der Federseestraße 7 in Stuttgart-Wangen ungefähr bis nach, Achtung, Korinth. Korinth liegt wo? Griechenland, okay. Also, wenn man heute losgehen würde, zu Fuß, und naja, es ist nicht mehr gerade, man muss mal links und rechts abbiegen, aber so ungefähr, ungefähr 2.220 Kilometer gehen würde, das würde sicherlich einige Zeit dauern, kommt man irgendwann in Korinth raus, Griechenland. Also, ganz den Balkan, Osteuropa. Das heißt, wenn Neu-Jerusalem kommt und jemand hat ein Eckhaus, und von der Ecke will er mal in die eine Richtung schauen, dann geht die Stadt von hier bis nach Korinth in die Richtung. Und dann in die Richtung von Stuttgart bis nach Korinth. Korinth, und jetzt kommt es. Sie geht auch von hier, von Stuttgart, bis nach Korinth.

[1:00:49] In Neu-Jerusalem ist wirklich viel Platz. Viel, viel Platz. Und ich fürchte, so manches Haus wird leer bleiben. Ich fürchte, es wird zu viele Menschen geben, die Gott das einfach nicht glauben wollen, dass es so etwas gibt wie absolute Liebe, absolute Treue, absolute Vergebung, absolute Wiederherstellung, absolute Schönheit, absoluten Frieden. Aber Gott verspricht genau das. "Und der Baustoff ihrer Mauer war Jaspis, und die Stadt war aus reinem Gold wie reines Glas." Das sieht so ein bisschen klunkhaft aus. Jemand sagt: "Ich mag kein Gold, das sieht ja so." Nein, nein, das ist eigentlich schlecht gemalt. Hat jemand schon mal mit einem Flugzeug geflogen? Die Piloten, die in dem Flugzeug im Cockpit sitzen, schauen auf durchsichtiges Glas. Trotzdem können die gut fliegen, nicht wahr? Weil reines, durchsichtiges Glas, Glas kann so transparent gemacht werden, dass man durchschauen kann. Was habe ich gesagt? Ich wollte Gold sagen. Alles, was ich sagte, sollte Gold heißen. Gold kann so transparent gemacht werden, dass man durchschauen kann. Die Stadt in Neu-Jerusalem ist transparent. Gott hat nichts zu verbergen. Dieser leichte Goldschimmer wird dafür sorgen, wenn das Licht Gottes durch die Stadt sich bricht, dass alles hell leuchten wird. Aber es wird transparent und rein sein, mit allerlei Edelsteinen geschmückt. Und die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie. Und ihre Leuchte ist das Lamm, Jesus selbst. Und die Heidenvölker, die gerettet werden, werden in ihrem Licht wandeln. Und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen.

[1:02:48] Und jetzt, interessanterweise, heißt es, es wird dort keine Nacht mehr sein. Vielleicht werden wir noch schlafen. Ich weiß es nicht. Es gibt immer wieder Leute, die sagen: "Ich würde gerne noch schlafen." Meinetwegen kann man auch gerne mal eine Runde schlafen. Es gibt keine Finsternis, keine Angst. Nichts mehr. "Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde, sodass man an die frühere nicht mehr gedenkt. Und sie nicht mehr in den Sinn kommen werden." Und wir uns alle dort treffen werden, am gläsernen Meer durch die Stadt hindurchmarschieren und wir dann sagen: "Weißt du damals noch, 2017, 40, Straße 7? Oh, ich weiß nicht mehr. Ich kann mich nicht mehr erinnern. Das sind nur so dunkle Erinnerungen. Hier ist alles so hell und schön. Vergessen wir es am besten. Es wird einem nicht mehr in den Sinn kommen." Kein Klagelaut. Kein Wegeschrei. Niemand mehr, der sich verletzt hat und weint. Kein Kind, das mehr nach den Eltern schreit. Niemand mehr, der Trennungsschmerz erlebt. Niemand mehr, der durch Krankheiten niedergedrückt ist. Keine Klage. Kein Schmerz. Was für eine unglaubliche Hoffnung.

[1:04:01] Und dann heißt es, nicht nur haben wir alle eine Wohnung, die jetzt schon vorbereitet wird in Neu-Jerusalem, wir können uns noch alle architektonisch betätigen. "Sie werden Häuser bauen und sie auch bewohnen, Weinberge pflanzen und auch deren Früchte genießen." Das heißt, heutzutage bezahlt man einen Riesenkredit auf, um ein maßgefertigtes Haus, das aussieht wie alle anderen, zu kaufen, damit man dann nach vielen, vielen Jahrzehnten...

[1:04:27] für ein paar Jahre sagen kann, es ist meins. Dann wird man ohne Geld nach eigenem Gutdünken ein Haus bauen mit fünf, sechs, sieben Stockwerken in den aller skurrilsten Formen. Ich plane, mein Haus an einem Fluss zu bauen, damit ich mit meinem Delfin direkt ins Wohnzimmer fahren kann. Da können wir alles tun, was wir wollen. Der Himmel ist nicht nur auf der Wolke liegen und sich das Mann in den... Nein. Wir werden kreativ sein, wir werden enorm viel tun können. Und es wird geschehen: Ehe sie rufen, will ich antworten. Wir werden alle Zeit mit Jesus haben und wenn es dann vorkommt... Also, ich freue mich schon darauf, mit Daniel zu reden und vielleicht auch gerne mit Luther, nicht wahr, wenn der da dabei ist, und wir ihn fragen: Wie war das damals und was hast du eigentlich gedacht bei den 95 Thesen? Eher würde ich noch lieber den Daniel fragen, was er sich so gedacht hat, wie das alles kommen wird, was er aufgeschrieben hat, oder den Johannes. Ich würde alle gerne wen fragen? Jesus!

[1:05:27] Also, wenn wir dann da sind, nicht wahr, und dann waren wir eine Frage an Jesus und wir kommen hin und wir sehen eine Schlange mit 10 Millionen Menschen, dann kann man sagen: Kein Problem, ich komme in 10.000 Jahren wieder. Wir haben ja dann keinen Zeitdruck mehr, weil den Zeitdruck gibt es nur, weil wir sterben müssen. Da gibt es keine Deadline mehr in unserem Kalender, weil es keinen Tod gibt, der eine Deadline erzeugen könnte. Aber was wird das für ein Leben sein? Ein Leben ohne Zeitdruck. Wenn man für alles Zeit hat, was man immer schon mal machen wollte. Allein deswegen möchte ich schon unbedingt. Ich habe so viele Sachen, von denen ich jetzt schon weiß, die ich machen wollte, die werde ich in diesem Leben nicht mehr schaffen. Ich möchte noch so viel wissen von Jesus. Wie wir sagten: Die Tiere dort sein werden, sie werden nicht Schaden oder Verderben anrichten auf meinem ganzen heiligen Berg. Sondern wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

[1:06:27] Wer hat schon mal einem anderen ein Geschenk gemacht? Ein Geschenk gemacht für jemanden, den man gerne hat. Es gibt ja verschiedene Geschenke, also Typen, die Geschenke machen. Manche, die können das gut für sich behalten. Und dann gibt es Leute, wie meine Frau, oder auch mein Opa. Wenn die was für mich haben, die würden das am liebsten gleich rausplatzen. Und die fangen dann an, Hinweise zu geben. Die halten noch das meiste zurück, aber sie geben Hinweise, weil sie es kaum erwarten können. Sie sagen allerdings nicht dann, was es ist, sondern geben nur Hinweise, dass man sich schon freuen kann. Alles, was wir in der Bibel lesen über die neue Erde, ist noch gar nicht das Eigentliche. Das sind alles nur Hinweise. Ich stelle mir vor, ich habe ein Geschenk für euch, aber ich verrate es euch noch nicht. Was kein Auge gesehen, was kein Ohr gehört, was keinem Menschen ins Herz gekommen ist, wo keiner nicht mal dran gedacht hat. Ich habe etwas Großartiges, aber damit ihr euch ein bisschen freut. Gott ist so wie meine Frau. Er gibt uns einfach Hinweise. Ihr werdet ewig leben, da wird es eine Stadt geben, da wird es Gold geben, Edelsteine, für die wir wahrscheinlich mit menschlichen Worten noch gar keine richtige Beschreibung finden könnten.

[1:07:49] Und dann steht hier ein Vers: „Denn uns bedrängt es, die schnell vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit.“ Paulus wusste, was er hier schrieb. Paulus war nicht oberflächlich. Paulus hat auch nicht an Realitätsschwund gelitten. Paulus wusste, dieses Leben kann wirklich hart sein. Paulus ist mehrmals geschlagen worden, Schiffbruch hat er erlebt, ist verfolgt worden, verleumdet worden, gepeitscht worden, gesteinigt worden. Paulus hatte durchaus, auch mit Jesus, schwere Zeiten. Aber als Paulus sagte: Wenn ich die Waage nehme, meine Klagen, meine Probleme, den Streit in der Gemeinde, die Auseinandersetzung mit meinen Freunden, dieses, jenes, die Anfeindungen, die bösen Briefe, wenn ich das alles auf die Waagschale werfe und auf der anderen Seite die ewige Herrlichkeit mit Jesus, dann macht es, dann ist das nichts im Vergleich zu der ewigen Herrlichkeit.

[1:09:09] Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich. Was aber unsichtbar ist, das ist ewig. Ich glaube, mit Martin Luther sollten wir als Christen öfter unseren Blick wenden von dieser Erde. Ja, wir leben auf dieser Erde und ja, wir haben Pflichten und Dinge zu tun, aber wir sollten öfter in unserem Denken auf das schauen, was kommt. Die ewige Herrlichkeit, die neue Erde, die Zukunft Jesu. Freust du dich auf diese Zukunft, die Jesus dir schenken möchte?

[1:09:51] Zum Schluss. Titus sagt: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen, nicht nur für die, die in der Kirche groß geworden sind, nicht nur für die, die auf dem richtigen Kontinent leben, nicht nur für die, die das richtige Alter erreicht haben. Heilbringend für alle Menschen.“ Das heißt, liebe Freund, liebe Freundin, für dich und für mich ist sie ausreichend da. Sie nimmt uns in Zucht, das heißt, sie erzieht uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gotteswürdig leben in der jetzigen Weltzeit. Jeder, der diese Hoffnung hat, einmal bei Jesus zu sein, einmal mit Engeln zusammen das Universum zu erkunden, einmal in den Himmel entrückt zu werden, einmal diesen Erdboden zu verlassen, jeder, der diese Hoffnung hat, wird jetzt schon in dieser Weltzeit, dunkel wie sie ist, schwierig wie sie ist, mit Jesus leben wollen. Besonnen, gerecht, gottesfürchtig. Es gibt keine bessere Motivation, um ein wirklich christliches Leben zu leben, als die Hoffnung, einmal mit unserem Erlöser zusammen zu sein, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten.

[1:11:05] Luther rief aus: „So komm noch diese Stunde!“ Er schaute nicht auf das Ende der Welt, er schaute nicht auf die Katastrophen, die dann sein werden, er schaute auf Jesus, der kommen würde, und er wusste: Bei Jesus wird es eine Ewigkeit des Glücks geben. Ich wünschte mir, dass mehr Christen diese Hoffnung von Martin Luther hätten. Nicht nur theologisch, theoretisch in ihrem Kopf, sondern praktisch in ihrem Leben, dass deutlich wird: Ja, ich wünsche mir wirklich, dass Jesus kommt, am besten er würde noch heute kommen.

[1:11:37] „Die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes, unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzeslosigkeit zu lösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.“ Jesus hat alles gegeben, um dir dieses Geschenk machen zu können. Wie viel willst du ihm geben, um es annehmen zu können? Jesus hat sich selbst hingegeben, um dir den Weg in die Zukunft zu ermöglichen, damit du leben kannst, ewiges Leben haben kannst, und alles, was es braucht, ist, dass wir diesem Jesus glauben. Nicht glauben, dass er gelebt hat, sondern ihm glauben, Tag für Tag, das, was er mir sagt, dass es wahr ist, dass er mit mir leben möchte, dass ich sein Eigentum bin und mich auf ihn verlassen kann, weil er mich durch die Höhen und Tiefen bringt und ich bei ihm sein kann.

[1:12:43] Lieber Freund, liebe Freundin, es ist Zeit für eine Entscheidung. Luther musste sich irgendwann entscheiden: Will ich diesem Jesus folgen, den ich in der Bibel kennengelernt habe, oder will ich einfach so weitermachen wie alle anderen? Luther entschied sich für Jesus, das hat sein Leben revolutioniert. Heute Abend können wir unsere Entscheidung für Jesus erneuern, vielleicht zum ersten Mal ganz festmachen. Aber wenn heute unter uns Menschen sind, wenn wir den Wunsch haben: Ich möchte dabei sein, ich möchte mich auf die Zukunft vorbereiten, nicht als eine Notwendigkeit, sondern aus Freude, endlich bei Jesus sein zu können. Wollen wir das nicht Jesus zeigen, indem wir aufstehen und sagen: Hier stehe ich, ich kann nicht anders, ich möchte bei Jesus sein.

[1:13:41] Wir wollen noch gemeinsam mit einem Gebet abschließen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen. Danke, dass du zu uns gesprochen hast und dass du uns heute den Blick geöffnet hast für Dinge, die so großartig sind, dass man sie mit dem menschlichen Gehirn, das immer nur an Sünde und Probleme und Schwierigkeiten gewöhnt ist, fast gar nicht fassen kann, dass es so etwas überhaupt geben kann. Aber wir haben gesehen, dass das genauso Teil der Prophetie ist, die sich bisher so unglaublich präzise erfüllt hat. Du wirst wiederkommen, genauso sicher wie auf Babylon, Medo-Persien, Medo-Persien, Griechenland, Griechenland, Rom und auf Rom geteilte Europa folgte, genauso sicher wirst du wiederkommen. Die Frage ist, ob wir bereit sein werden.

[1:14:39] Und heute Abend wollen wir hier stehen und dir sagen: Wir sind in uns selbst hilflos. Wir können uns nicht besser machen, wir können dich auch nicht beeindrucken mit irgendetwas, aber wir können uns an dich klammern, wir können dir glauben, wir können dir vertrauen, weil du verheißen hast, dass du uns vergibst, dass du uns reinigst, dass du uns heiligst, dass du uns rechtfertigst und dass du alles tust, was notwendig ist, wenn wir dich wirken lassen, wenn wir mit dir kooperieren, wenn wir bei dir bleiben, wenn wir dich von Herzen lieben, weil wir realisiert haben, dass du uns von Herzen geliebt hast. Du hast so Großes vorbereitet und wünschst dir, dass noch viel mehr Menschen dir das glauben. Und heute Abend wollen wir dir sagen: Wir glauben dir das und wir warten auf dich.

[1:15:29] Und obwohl wir wissen, dass in diesem Leben es noch viele Schwierigkeiten geben wird, dass wir auf dieser Erde noch nicht den Himmel haben, wissen wir doch, dass du uns erlösen wirst, du wirst kommen. Und wenn wir vorher sterben sollten, ist auch der Tod kein Drama, wenn wir in dir sterben, denn wir werden die Augen aufmachen, wir werden sie zumachen, wir werden sie aufmachen und nichts erlebt haben und dann bei dir sein. So bitten wir dich von ganzem Herzen, dass du Tag für Tag bei uns bist und dass du uns diese Begeisterung für deine Zukunft in das Herz gibst, die Martin Luther gehabt hat. Wir danken dir, dass du wiederkommen wirst, Herr Jesus. Und beten in deinem Namen. Amen.


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