[0:34] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Christ Study Hour, der Spezialserie über das Markusevangelium. Gemeinsam wollen wir dieses kürzeste aller vier Evangelien Woche für Woche, Abschnitt für Abschnitt gemeinsam lesen, studieren und sehen, wie die vielen verschiedenen Geschichten heute in unser Leben hineinsprechen, wie sie uns Wegweisung geben, wie sie uns zeigen, was Gottes Botschaft für unseren persönlichen Glaubensalltag heute ist.
[1:09] Wir wollen heute in diesem dritten Thema uns mit Markus Kapitel 3 beschäftigen und auch schon die ersten 20 Verse von Markus 4 anschauen. Wir bereiten uns vor auf das Bibelgespräch am 20. Juli, auch wenn, wie gesagt, wir nicht exakt mit den Textabschnitten des Lektionsheftes konform sind, weil wir uns vorgenommen haben, als Hintergrundstudium und als Vertiefung das gesamte Markusevangelium zu betrachten. Und wir wollen heute, wie gesagt, Markus 3, Vers 1 bis Markus 4, Vers 20 gemeinsam studieren.
[1:51] Bevor wir das tun, möchten wir Gott einladen, dass er unser Denken mit seinem Heiligen Geist erfüllt, dass wir die Wahrheit verstehen, wie sie in Jesus zu finden ist. Und ich lade dich ein, lieber Freund, liebe Freundin, dass wir mit einem Gebet starten.
[2:13] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Danke sagen, dass du uns dein Wort gegeben hast und dass du immer wieder für uns da bist und zu uns sprichst. Herr, hilf uns, dass unsere Gedanken sich jetzt wirklich ganz auf dich konzentrieren, dass wir uns nicht ablenken lassen und dass wir im Glauben an dein Wort gehen, wissen, dass das, was du gesagt hast, direkt in unser Leben hineinspricht, dass dein Wort Kraft hat und dass dein Wort uns verändert. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns vor Irrtum bewahrst, dass du unser Lehrer bist und dass du die Verheißung auch heute in unserem Leben wahr machst, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Jetzt bitten wir dich, jetzt bitte ich dich im Namen Jesu. Amen.
[3:19] Wir wollen beginnen in Markus Kapitel 3 und dort ab Vers 1. Diese Geschichte, die hier in Markus Kapitel 3, Vers 1 bis 12 berichtet wird, über den Mann mit der verdorrten Hand, ist hier deutlich ausführlicher berichtet als in Matthäus Kapitel 12, wo nur acht Verse – Verzeihung, fünf Verse sind das – von Vers 9 bis 13 dazu verwendet werden.
[3:52] Vers 1: „Und er ging wiederum in die Synagoge, und es war dort ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand.“ Wir haben Jesus schon in der Synagoge kennengelernt in Markus 1, Vers 21, als er dort am Sabbat einen Dämonen besessenen Mann geheilt hat. Der Mann hat eine verdorrte Hand. Im Griechischen heißt es, sie ist sozusagen vertrocknet. Es war ein Sabbat, wie der nächste Vers uns deutlich macht.
[4:19] In Vers 2 heißt es: „Und sie lauerten ihm auf, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen könnten.“ Dadurch gibt es auch eine interessante thematische Parallele zu der Geschichte, die wir zuvor angeschaut haben in Markus 2, letztes Mal schon ab Vers 23, über die Frage nach dem Sabbat, als Jesus gesagt hat, dass er als der Menschensohn auch Herr über den Sabbat ist, weil der Sabbat für den Menschen gemacht worden ist.
[4:55] Dieses Detail hier in Vers 2, dass sie ihm auflauerten, dass sie schon antizipiert haben, dass er am Sabbat hier heilen könnte, ist neu bei Markus im Vergleich zu Matthäus. Sie suchen nach einem Fehler. Sie lauern sorgfältig auf, ob er heilen wird. Im Griechischen ist das im Futur geschrieben, so dass der Leser sich so richtig in die Szene hineinversetzen kann. Dieses Verklagen ist eigentlich die Eigenschaft des Satans in Offenbarung 12, und dort in Vers 10 heißt es: „Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus, denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht.“ Diese Menschen haben die Charaktereigenschaft Satans und zieren sich mit einer vermeintlichen besonderen Ehrerbietung dem Sabbat gegenüber.
[6:14] Interessant ist, dass Jesus ja mehrmals wegen der Sabbatfrage in Schwierigkeiten mit den Pharisäern gekommen ist. Wir denken zum Beispiel an Johannes 5, die Geschichte, die sich in Jerusalem zugetragen hatte, die bei Markus, Matthäus und Lukas nicht vorkommt, als Jesus den Mann am Teich Bethesda geheilt hat und dann deswegen vor den Sanhedrin gestellt worden ist und angeklagt worden ist wegen dieser Sabbatheilung.
[6:41] Vers 3: „Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: ‚Steh auf und tritt in die Mitte!‘“ Auch das ist gegenüber Matthäus neu. Jesus lässt sich also von den ausspionierenden Blicken nicht einschüchtern. Er hätte ja sagen können: „Naja, wenn ich jetzt hier jemanden heile, dann wird das wahrscheinlich wieder Schwierigkeiten bedeuten, deswegen lasse ich das jetzt einfach.“ Aber Jesus hat das Weh eines leidenden Menschen für wichtiger eingeschätzt als die Einschätzung der Pharisäer, die ohnehin nur seinen Untergang gewünscht haben. Auch wir sollten uns nicht einschüchtern lassen von Menschen, die uns nicht wohlgesinnt sind, sondern immer unsere Pflicht tun, andere Menschen zu segnen und zu helfen und anderen Menschen zu dienen, auch wenn das hier und dort zum Konflikt führen kann.
[7:39] Vers 4: „Und er spricht zu ihnen: ‚Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun? Das Leben retten oder töten?‘“ Sie aber schwiegen. Im Parallelbericht in Matthäus 12 wird uns gesagt, dass Jesus auch die Frage stellte: „Wer von euch hat ein Schaf, und das fällt in die Grube, und wer würde es dann nicht herausziehen am Sabbat? Ist nicht der Mensch noch viel mehr wert als ein Tier?“ Dort in Matthäus wird auch dieser Gedanke in Vers 4 formuliert, allerdings nicht als Frage dann, sondern als Schlussfolgerung, die Jesus offensichtlich dann am Ende dieses Gesprächs ganz deutlich noch mal herausgestellt hat.
[8:21] Wir haben gesehen in Markus 2: Der Mensch, der Sabbat ist für den Menschen gemacht. Und diese Geschichte hier illustriert noch einmal diesen Punkt. Interessanterweise planen die Pharisäer, während sie scheinbar für den Sabbat eintreten, den Mord an Jesus. Und die Frage, die Jesus stellt, ist also keine Selbstverteidigungsfrage, sondern sie ist eine ganz pointierte Frage, die direkt in das Herz seiner Ankläger zielt: „Darf man am Sabbat Gutes tun oder Böses tun? Darf man Leben retten oder töten?“ Jesus möchte das Leben retten, und sie wollen ihn anklagen, weil er das Leben rettet, während sie gleichzeitig planen, Leben zu töten.
[9:09] Lasst uns darauf achten, dass wir nicht unter einem scheinbaren Vorwand, weil wir angeblich zum Beispiel für den Sabbat uns einsetzen, in Wirklichkeit Gottes Gebot schlimm übertreten, indem wir den Untergang anderer Menschen planen.
[9:28] Vers 5: „Und indem er sie rings umher mit Zorn ansah, betrübt wegen der Verstocktheit ihres Herzens, sprach er zu dem Menschen: ‚Strecke deine Hand aus!‘ Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wieder gesund wie die andere.“ Auch hier die erste Hälfte dieses Verses ist neu gegenüber Matthäus. Gerade in dieser Geschichte sehr interessant, dass Matthäus und Markus sehr verschiedene Details berichten, die, wenn man sie alle zusammennimmt, dann die Geschichte noch sehr viel genauer und detaillierter nachvollziehbar wird.
[10:06] Jesus ist zornig, und dieser Zorn wird erklärt: Er ist betrübt, weil ihre Herzen so verstockt sind. Und dieses griechische Wort kann man eigentlich auch übersetzen: Er hat mit ihnen getrauert. Er hat sozusagen gewisserweise auch Mitleid mit ihnen, weil sie nicht bereit sind – also nicht im Sinne, dass er das gut findet, was sie tun, sondern er leidet, weil sie sich gegen ihn entscheiden.
[10:48] Betrübt. In 1. Mose Kapitel 6, Vers 6 finden wir, dass Gott betrübt gewesen ist wegen den Menschen, denen das Leben anderer Menschen ziemlich egal gewesen ist. Die Pharisäer haben sich auf die Seite Satans gestellt in ihrem Kampf gegen Jesus und Gottes Liebe. Sie sind in der ähnlichen Situation wie die erste Generation der Wüstenwanderung, die sich aktiv gegen Gottes Wirken stellen. Sie sind verstockt in ihrem Herzen. Das ist ja etwas, was auch von der ersten Wüstengeneration gesagt ist, eine Verhärtung. Das Wort wird eigentlich verwendet für eine besonders harte Stelle nach einem geheilten Knochenbruch. Ihre Herzen sind sehr hart.
[11:39] Der Mann, der geheilt werden soll, muss im Glauben gehorchen. Er soll seine Hand ausstrecken. Wenn er das nicht getan hätte, dann wäre die Heilung so nicht vonstatten gegangen. Jesus spricht: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckt sie aus. Und indem er sie ausstreckt, indem er auf das Wort Gottes, das Wort Jesu vertraut, wird sie wieder gesund.
[12:03] Manchmal – und so geht es auch mir – wollen wir erst ein Zeichen haben, dass Gott für uns ist. Aber Gott bittet uns, ihm zu vertrauen. Und indem wir ihm vertrauen, macht er mich und dich, lieber Freund, liebe Freundin, genauso gesund an unserem Herzen, in unserem Denken, in unseren Emotionen, wie diesen Mann gesund gemacht hat. Vielleicht sind wir geistlich vertrocknet, vielleicht sind unsere Herzen vertrocknet, unsere Emotionen vertrocknet, und Gott bittet uns: „Strecke deine Hand aus!“ Lasst uns mit dem, was in unserem Herzen vertrocknet ist, zu Jesus kommen. Lasst es uns im Glauben ihm geben, wenn er sagt: „Gib es mir!“, und er wird uns wieder herstellen. Das hat er in meinem Leben getan, das wird er in deinem Leben auch tun. Bestimmt hast du das auch schon selbst erlebt.
[12:54] Vers 6: „Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten sogleich mit den Herodianern Rat gegen ihn, wie sie ihn umbringen könnten.“ Das ist wie Matthäus 12, Vers 4. Aber Markus ergänzt noch, dass die Pharisäer hier mit den Herodianern zusammentun. Das sind die Anhänger von Herodes Antipas, dem Tetrarch von Galiläa. Also, eine politische Partei, die religiösen Führer und die politische Partei tun sich hier zusammen gegen Jesus. Auch das eine interessante Beobachtung, auch im Hinblick auf unsere Zeit und die Endzeit, die direkt vor uns steht, wo auch die abgefallene Christenheit sich mit der Politik zusammentun wird gegen Jesus und sein Volk.
[13:48] Vers 7: „Aber Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück, und eine große Menge aus Galiläa folgte ihm nach, auch aus Judäa und von Jerusalem und von Idumäa und von jenseits des Jordan, das heißt in Peräa im Ostjordanland, und die aus der Gegend von Tyrus und Sidon, also sogar aus Phönikien, kamen in großen Scharen zu ihm, weil sie gehört hatten, wie viel er tat.“ Auch das ist parallel zu Matthäus 12, aber es gibt hier wieder neue Details bei Markus. Der Rückzugsort ist der See Genezareth. Außerdem wird die Herkunft der Leute präzise angegeben. Jesus ist jetzt mittlerweile mitten im Zentrum seines Dienstes in Galiläa im Jahre 29, auch im Ausland weithin bekannt.
[14:36] Die nächsten Verse, Vers 9 bis 11, die gibt es nur hier bei Markus und nicht bei Matthäus. „Und er befahl seinen Jüngern, ihm ein kleines Schiff bereitzuhalten, um der Volksmenge willen, damit sie ihn nicht bedrängten.“ Und diese Information dürfte, wie viele im Evangelium von Markus, auf den Fischer Petrus zurückgehen, mit dem ja Markus, wie wir das schon öfter betont haben, zusammengearbeitet hat.
[15:01] Vers 10: „Denn er heilte viele, sodass alle, die eine Plage hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn anzurühren.“ Dieser Gedanke findet sich auch in Matthäus 12, Vers 15. Er heilt alle. Sie drängen ihn, sie fallen, sie umarmen ihn förmlich. Jesus ist nicht müde geworden, Gutes zu tun. Galater 6, Vers 9 ruft uns auf, dass wir im Gutes tun nicht müde werden. Und hier sehen wir, dass Jesus des Helfens nicht überdrüssig geworden ist. Es gab ein gewaltiges Interesse an Jesus.
[15:37] Und in Vers 11 lesen wir: „Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, fielen sie vor ihm nieder, schrien und sprachen: ‚Du bist der Sohn Gottes!‘ Und er gebot ihnen streng, dass sie ihn nicht offenbar machen sollten.“ Hier finden wir erneut einen Vers, der sehr gut zum Generalthema des Markusevangeliums passt, nämlich dass Jesus als der Sohn Gottes identifiziert wird, hier erneut auch durch die Dämonen selbst, wie schon in Markus 1, Vers 24. Interessant ist, dass Jesus alle diese Dämonen ausgetrieben hat. Satans Helfer können in der Gegenwart Jesu nicht bestehen. Wenn Satans Helfer, wenn seine Engel uns in Not bringen wollen, wenn sie Schatten über unser Leben werfen wollen, wenn sie uns mit Zweifeln bombardieren, dann können sie nicht in der Gegenwart von Jesus bestehen. Wenn wir versuchen, aus eigener Kraft sie zu besiegen, dann werden wir immer scheitern. Aber in der Gegenwart Jesu muss jeder Dämon weichen. Lasst uns die Gegenwart Jesu suchen und nicht verlassen. Und wenn wir sie doch verlassen haben sollten, dann sie so schnell wie möglich wieder aufsuchen.
[17:17] Dass Jesus den Dämonen verbietet, ihn als den Sohn Gottes bekannt zu machen, das haben wir schon in Markus 1, Vers 25 und auch in Vers 34 gesehen. Das ist ein Motiv, das wir hier im Markusevangelium immer wieder finden. Jesus wollte noch nicht, dass die Menschen ihn als den Messias – oder anders gesagt: weil die Menschen eine so falsche Vorstellung vom Messias und seiner Aufgabe hatten, wusste Jesus, dass es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gut war, wenn sie ihn als den Messias mit ihren falschen Vorstellungen in Verbindung brachten. Und er hoffte, ihnen erst die Natur des Reiches Gottes so erklären zu können, bevor sie dann bereit waren, ihn als den Messias auch wirklich anzunehmen.
[18:04] Wir kommen jetzt in Markus 3, Vers 13 bis 19 zur Ordination der zwölf Apostel. Die findet sich bei Matthäus so nicht. Matthäus hat zwar auch eine Liste der zwölf Apostel, allerdings erst im Zusammenhang mit der späteren Missionsreise dieser zwölf in Matthäus 10, ab Vers 1, die dann auch in Markus 6, Vers 7 bis 13 berichtet wird. Und das ist also hier eine Neuerung bei Markus, die wir dann auch bei Lukas finden, Lukas 6, Vers 12 bis 16. Und wie immer dürfen wir auch hier unter anderem vor allem Petrus als Quelle vermuten.
[18:48] Vers 13: „Und er stieg auf den Berg und rief zu sich, welche er wollte, und sie kamen zu ihm.“ Jesus hatte also ganz offensichtlich eine größere Anzahl an Jüngern, und aus dieser größeren Anzahl an Jüngern hat er zwölf bestimmt, die jetzt seine offiziellen Gesandten, seine Apostel, sein sollten. Und dann lesen wir ab Vers 14: „Und er bestimmte zwölf, die bei ihm sein sollten und die er aussandte, um zu verkündigen.“ Im Englischen heißt es: „He ordained.“ Und er hat hier also nicht einfach nur Menschen in die Nachfolge gerufen, das hat er ja schon vorher getan. Er hatte diese Jünger zum Teil ja auch schon in Vollzeitdienst gerufen, das haben wir in Markus 1 gesehen. Aber jetzt werden sie ordiniert als leitende Persönlichkeiten in der gerade erst entstehenden Gemeinde von Jesus. Entsprechend hat auch Ellen White hier von einer Ordination der zwölf männlichen Apostel gesprochen.
[19:59] Interessanterweise wissen wir auch aus dem Buch „Der Sieg der Liebe“, dass einer der zwölf, Judas Iskariot, eigentlich nicht auf der Liste von Jesus stand, die er vorgesehen hatte, von denen, die er vorgesehen hatte. Und das ist das Bemühen oder das Drängen der anderen Jünger gewesen ist, die der Meinung waren, dass dieser besonders begabte Judas Iskariot doch auch einer von den zwölf Aposteln sein sollte, was Jesus dazu bewogen hat, dann, um auch seinen anderen elf Jüngern eine entsprechende Lektion zu erteilen und auch um Judas dann diese Chance zu geben, ihn mit in diese Liste aufgenommen hat.
[20:48] Wenn wir uns Vers 14 anschauen und auch Vers 15, wo es heißt: „Und die Vollmacht haben sollten, die Krankheiten zu heilen und die Dämonen auszutreiben“, dann sehen wir, worum es ging. Es ging darum, erstens, bei Jesus zu sein und zweitens von Jesus ausgesandt – Apostel – ausgesandt werden. Ein echter Apostel, der ausgesandt ist, muss vorher bei Jesus gewesen sein. Und so heißt es dann später auch in Apostelgeschichte 2, dass die Menschen gemerkt haben, dass diese Leute mit Jesus zusammen gewesen sind. Merken die Menschen in unserem Leben, dass wir mit Jesus zusammen gewesen sind?
[21:34] Sie bekommen auch Vollmacht, Wunder zu tun und Werke, genau die Werke und Wunder, die Jesus auch getan hat. Zusammenfassend kann man also sagen: Sie sollen bei Jesus sein und tun, was Jesus tut. Denn Jesus hatte gepredigt, Jesus hatte Wunder getan, Jesus hatte Dämonen ausgetrieben. Sie sollten bei ihm sein und ihn imitieren. Ellen White sagte einmal diese passenden Worte: „Die wahre Religion ist die Imitation von Jesus.“
[22:06] Und dann finden wir in Vers 16 bis 19 die Liste der zwölf Apostel: Simon Petrus. Petrus heißt wörtlich „das Felsstück“. Simon ist der, das kommt vom Schema von Hören. In allen Listen des Neuen Testamentes der zwölf Apostel ist er immer der erste. Wir wissen, dass er seinen neuen Namen Petrus durch die Begegnung mit Jesus in Johannes 1, Vers 42 erhielt. Und wir wissen, dass er ein Fischer gewesen ist. Lukas bringt dann die Zwölf in zwei Paaren, aber Markus durchbricht dieses Prinzip am Anfang, damit Johannes und Jakobus direkt neben Petrus stehen, weil die drei halt eine besondere Gruppe gebildet haben. Deswegen kommt nach Simon, der den Beinamen Petrus hatte, in Vers 17: „Und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, denen er den Beinamen Boanerges gab, das heißt Donnersöhne.“
[23:08] Jakobus war natürlich auf Hebräisch Jakob. Auch er ein Fischer, wie wir aus Markus 1 kennengelernt haben, und derjenige, der später der erste Märtyrer unter den Aposteln gewesen ist. Johannes, das war sein Name, war Johanan, eigentlich vom Herrn begnadigt, vom Herrn begünstigt. Da steckt die Gnade Hanan, und ist derselbe Name wie Hananja, einer der Freunde von Daniel. Er war einer der allerersten Jünger Jesu, das wird aus Johannes 1 ersichtlich. Auch er war Fischer, wie Markus 1 uns deutlich macht. Und er ist dann nach der Offenbarung auf, wie wir in Offenbarung sehen können, der letzte lebende Apostel, oder als das, das wissen wir, ist der letzte lebende Apostel gewesen. Und er hat dann natürlich nicht nur das Evangelium geschrieben, sondern auch drei Briefe und die so interessante...
[24:02] Johannes war besonders... Die beiden Jakobus und Johannes waren sehr ambitioniert, sie waren Wortführer und spielten dann auch eine wichtige Rolle in der frühen Gemeinde.
[24:12] Als nächstes haben wir in Vers 18: Andreas. Das heißt wörtlich „männlich“. Er war der Bruder von Simon Petrus und auch einer der ersten Jünger Jesu nach Johannes 1. Er ist dadurch ausgezeichnet, dass er in der Bibel, in den Evangelien, immer Einzelpersonen zu Jesus bringt (Johannes 12, Vers 21 und 22 ein gutes Beispiel). Während andere, wie Petrus, dann bekannt sind für ihre großen und vollmächtigen Predigten, ist Andreas derjenige, der immer Einzelpersonen zu Jesus bringt. Es gibt in der Gemeinde Menschen, die wie Petrus sind, die können vorne stehen und predigen. Es gibt andere, die Gott braucht, die sind wie Andreas, die bringen einzelne Menschen zu Jesus. Es war übrigens Andreas, der Petrus zu Jesus gebracht hat. Ohne Andreas hätte vielleicht Petrus so den Weg zu Jesus nicht gefunden. Manchmal sind es diejenigen, die zwar nicht selbst predigen können, aber die einzelnen Menschen zu Jesus bringen, die dadurch Menschen zu Jesus bringen, die dann wieder Prediger werden und viele andere erreichen. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen.
[25:15] Dann als nächstes: Philippus. Wörtlich „der Pferdefreund“. Er ist in Johannes 1, Vers 43 bis 45 von Jesus auch ziemlich am Anfang gefunden worden und zur Nachfolge aufgerufen worden. Er wird als der erste in der zweiten Vierergruppe genannt. Die zwölf Apostel sind in drei Vierergruppen eingeteilt. Die erste Vierergruppe, das sind wie...
[25:39] Die erste Vierergruppe, das sind wie gesagt Simon, Jakobus, Johannes und Andreas. Das ist sozusagen der innerste Zirkel. Der etwas äußere Zirkel der nächsten vier wird durch diesen Philippus angeführt. Er ist ein aufrichtiger Sucher nach der Wahrheit, langsam im Glauben, immer wieder zweifelnd in verschiedenen Situationen. Das sieht man in den Evangelien. Er kennt oft die goldenen Gelegenheiten nicht, aber er war jemand, der in der Schule von Jesus gelernt hat. Es ist interessant, wie Gott verschiedene Persönlichkeiten mit verschiedenen Hintergründen, verschiedenen Charaktereigenschaften, Persönlichkeiten gebrauchen konnte, um in der Schule Jesu sie zu schleifen, zu unterrichten, zu formen, dass sie dann zu Pfingsten eine von Gottes Geist erfüllte Gemeinde bilden konnten.
[26:27] Der nächste ist Bartholomäus, der Sohn des Talmai, so heißt das wörtlich. Und es sieht ganz so aus, als ob er identisch ist mit dem Nathanael, den wir aus Johannes 1 kennen. Im Gegensatz zu Philippus hat er kindlichen Glauben und vertraut Jesus ganz, ganz kindlich. Dann kommt Matthäus, der manchmal Levi genannt wird, wie wir das schon kennengelernt haben. Matthäus, ein Geschenk des Herrn. Er ist es, der dann das große erste Evangelium schreibt, das Matthäus-Evangelium. Und als ehemaliger Zöllner, wie schon erwähnt an anderer Stelle, über gute Kenntnisse des Griechischen und des Aramäischen auch schriftlich verfügt. Dann haben wir Thomas aus dem Hebräischen Ta'om, wörtlich der Zwilling. Er gilt als besonders ängstlich und er ist der, der dann auch noch mal eine besondere Offenbarung Jesu braucht, bevor er glaubt, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.
[27:27] Dann haben wir Jakobus, den Sohn des Alphäus. Eventuell ist er ein Bruder von Levi Matthäus, weil auch der einen Alphäus zum Vater hat, aber das lässt sich natürlich jetzt mit dieser dünnen Beweislage nicht festmachen. Dann haben wir Simon den Zeloten, den Kananäer. Kananäer kommt hier nicht von Kanaan oder Kanaaniter, sondern von Kana, Hebräisch Qanna, eifrig, eifersüchtig. Also das sind die Zeloten, die Eiferer, jemand, der also eigentlich einen politischen, intensiven Hass auf die Römer gehabt hat und eigentlich versuchen wollte, insbesondere die Römer aus dem Land zu vertreiben. Und dann haben wir hier noch vor ihm erwähnt den Thaddäus, der an anderer Stelle auch, also bei Lukas als Judas, Sohn des Jakobus, erscheint und bei Matthäus als Lebbäus, Mann des Herzens. Thaddäus heißt großherzig oder mutig, vielleicht auch. Er wird in Johannes 14, Vers 22 erwähnt. Und dann am Ende der schon erwähnte Judas Iskariot, der ihn auch verriet. Das heißt wörtlich der Mann aus Kariot. Und über seine Geschichte haben wir schon kurz etwas gesagt.
[28:56] Was Johannes Markus jetzt völlig auslässt, ist die gesamte Bergpredigt, ja, an demselben Tag, nach der Ordination der zwölf Apostel am frühen Morgen dann im Laufe des Tages stattfand. Sie wird in Matthäus 5 bis 7, drei Kapiteln, ausführlich wiedergegeben und dann teilweise auch noch in Lukas 6, Vers 20 bis 49. Johannes Markus lässt sie vollständig aus und er lässt auch die darauf folgenden Geschichten aus, also die Geschichte vom Hauptmann von Kafarnaum, die ganze zweite Galiläa-Rundreise, die Auferweckung des Jünglings von Nain, um einige zu nennen, die alle in Matthäus berichtet sind und die bei Markus nicht auftauchen, sodass jetzt in Markus 3, Vers 20 wir sozusagen einen gewissen zeitlichen Sprung haben.
[29:46] Wo es jetzt hier weitergeht in Vers 20 bis 30, haben wir jetzt die Geschichte der Auseinandersetzung mit den Pharisäern über die Frage der Dämonenaustreibung. Und diese ist in etwa gleich lang wie in Matthäus 12, Vers 22 bis 32. Einige Details sind weggelassen, dafür haben wir, wie wir das schon von Johannes Markus kennen, einige andere neue Details.
[30:08] Vers 20: „Und sie traten in das Haus, und es kam nochmals eine Volksmenge zusammen, sodass sie nicht einmal Speise zu sich nehmen konnten.“ Auch das hier ein Detail, das wir nur bei Johannes Markus finden. Es dürfte sich erneut um das Haus von Petrus in Kafarnaum handeln. Jesus ist von seiner zweiten Rundreise durch Galiläa zurückgekehrt. Es gibt einen Andrang der Massen, das wird von Markus immer wieder berichtet. Er will ganz besonders diesen Punkt unterstreichen, dass sehr viele Menschen immer wieder etwas von Jesus wollten, dass man kaum in das Haus kam, weil es so voll war. Es gab nicht einmal Zeit zum Essen, sagt er. Vers 21: „Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, um ihn zu ergreifen, denn sie sagten: Er ist von Sinnen.“ Auch das findet sich nur bei Johannes Markus.
[31:02] „Welche um ihn waren“, das heißt wörtlich, das sind die von seiner Seite, die neben ihm waren. Das bezieht sich hier auf die, die durch Geburt und Ursprung zu ihm gehörten, sprich auf seine Verwandten. Das in ihren Augen ungewöhnliche Verhalten hat seine Familienangehörigen, seine Verwandten, sehr irritiert, und sie glauben, dass er den Verstand verloren hat. Und hier sind sozusagen jetzt zwei Geschichten, die so parallel laufen. Hier in Vers 21 wird uns gesagt, dass sich seine Verwandten auf den Weg machen, um ihn zu ergreifen, während sie dann später im Laufe dieses Kapitels gegen Ende dann noch wieder treffen. Während gleichzeitig, während sie auf dem Weg sind, sich jetzt ein Gespräch zwischen Jesus und den Pharisäern entfaltet. Das griechische sagt: Er ist außer sich. So glauben sie, er ist nicht mehr bei Sinnen, und sie müssen, so glauben sie, ihn rufen, vielleicht ihn auch wieder unter ihre Obhut nehmen.
[32:03] Vers 22: „Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebul, und durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“ Interessanterweise berichtet Johannes Markus gar nicht den konkreten Anlass, der zu diesen Bemerkungen geführt hat, nämlich dass Jesus einen Besessenen geheilt hat und daraufhin das Volk sich die Frage stellt, ob Jesus nicht etwa der Sohn Davids sei. Das finden wir nämlich in Matthäus 12, Vers 22 und 23. Und daraufhin reagieren jetzt diese Pharisäer und diese Schriftgelehrten und sagen, er tut das nur, indem er die Dämonen durch den Obersten der Dämonen austreibt. Johannes Markus wird das sicherlich nicht einfach vergessen haben, sondern mir scheint, dass er, indem er das auslässt, es schafft, jetzt das Verhalten der Verwandten in Beziehung zu setzen mit den Kommentaren der Schriftgelehrten. Die Verwandten sagen: Jesus ist verrückt geworden. Die Schriftgelehrten sagen, er sei okkult belastet. Und das scheint die Botschaft zu sein, die Markus hier deutlich machen möchte, dass von verschiedenen Seiten Jesus ungerechtfertigterweise beschuldigt worden ist.
[33:17] Beelzebul, das geht zurück auf den Stadtgott von Ekron in 2. Könige 1, Vers 3, der dort bei den Philistern für Heilungen zuständig wohl gewesen ist. Das ist Baal-Sebub, das heißt wörtlich der Herr der Fliegen. Interessanterweise berichtet hier Johannes Markus gegenüber Matthäus nicht nur, dass Pharisäer das sagen, sondern Schriftgelehrte, die sogar aus Jerusalem herabgekommen sind.
[33:51] Die Antwort von Jesus in Gleichnissen finden wir in den nächsten Versen ab Vers 23. „Da rief er sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Und wenn ein Reich in sich selbst uneins ist, so kann ein solches Reich nicht bestehen. Und wenn ein Haus in sich selbst uneins ist, so kann ein solches Haus nicht bestehen. Und wenn der Satan gegen sich selbst auftritt und entzweit ist, so kann er nicht bestehen, sondern er nimmt ein Ende.“
[34:21] Und dann kommt Vers 27: „Niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, es sei denn, er bindet zuvor den Starken. Dann erst wird er sein Haus berauben.“ Den gleichen Gedanken haben wir in Matthäus 12, Vers 29 als rhetorische Frage formuliert. Die Idee ist ganz klar: Man kann einem Starken nur schaden, wenn man selbst noch stärker ist. Wenn also Jesus dem Reich des Satans Schaden zufügt, indem er Menschen von den Dämonen befreit, dann muss seine Macht größer sein als die des Teufels.
[34:58] Und das bringt uns zu einer interessanten Bibelstelle, die wir hier auf keinen Fall verpassen dürfen, in Jesaja 49, und dort Vers 24 und 25 lesen wir: „Kann wohl einem Starken die Beute genommen werden, und können rechtmäßig Gefangene entfliehen? Ja, so spricht der HERR: Auch die Gefangenen des Starken sollen ihm genommen werden, und die Beute des Tyrannen soll entfliehen. Denn nun werde ich mit dem kämpfen, der gegen dich kämpft, und ich werde deine Kinder erretten.“ Dieser Vers macht deutlich: Weil Gott kämpft, kann auch der Starke besiegt werden, der uns gefangen hält, auch wenn wir rechtmäßig gefangen genommen wurden, weil wir durch unsere eigene Sünde uns von Gott getrennt haben und uns in die Sklaverei der Sünde freiwillig begeben haben, kann Gott uns trotzdem herausretten, weil er stärker ist. Und wie wir an anderer Stelle ja vielfach lesen können, weil Jesus am Kreuz den Preis für alle Sünden bezahlt hat. An dieser Stelle lohnt es sich auch Jesaja 53 vor Augen sich noch einmal zu führen. Jesaja 53 und dort Vers 12: „Darum will ich ihm die vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.“ Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören, das sagt uns 1. Johannes 3, Vers 8.
[36:38] Wir lesen weiter Vers 28: „Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden sollen den Menschenkindern vergeben werden, auch die Lästerung, womit sie lästern. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, der hat in Ewigkeit keine Vergebung, sondern er wird einem ewigen Gericht verfallen sein.“ Das entspricht Matthäus 12, Vers 31. Dort wird dann in Vers 32 derselbe Gedanke noch einmal ähnlich formuliert, wiederholt. Johannes Markus hat hier noch die Zusatzformulierung, dass derjenige, der die Sünde gegen den Heiligen Geist begeht, einem ewigen Gericht verfallen sein wird. Die Sünde, die Lästerung des Heiligen Geistes, bedeutet, dass wenn der Heilige Geist uns die Erlösung durch Jesus anbietet, wir diese ablehnen. Wir wissen: Wenn die Sünde blutrot ist (Jesaja 1, Vers 18), kann sie werden weiß wie Schnee. Bei Gott ist viel Vergebung, das sagt Jesaja 55. Gott möchte, dass wir leben (Hesekiel 33, Vers 11). Es ist, wenn wir dieses Angebot ablehnen, dass er uns nicht vergeben kann. Wenn wir das Wirken des Heiligen Geistes für das Wirken Satans halten, dann können wir seine Erlösung, die Erlösung Jesu, nicht in Anspruch nehmen. Er kann uns da nicht vergeben, weil wir es ablehnen. Denn jede Sünde, die wir zu Jesus bringen, kann uns vergeben werden. 1. Johannes 1, Vers 9 sagt ganz deutlich: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“
[38:12] Ein Bild für die Sünde gegen den Heiligen Geist haben wir in der Apostelgeschichte 7, Vers 51, als die Menschen dann Stephanus steinigen, der vom Heiligen Geist erfüllt ist, weil sie nicht hören wollen, was er sagt. Das ewige Gericht ist dann unaufhebbar. Man ist dann verfallen. Es ist wörtlich im Griechischen: Man ist im Griff dieses ewigen Gerichtes. Man kann dem nicht entfliehen, weil man das einzige Hilfsmittel, das einzige Rettungsmittel, nämlich die Gnade Jesu, vermittelt durch den Heiligen Geist, abgelehnt hat. Vers 30: „Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.“ Das ist ein erklärender Zusatz von Johannes Markus, der sich bei Matthäus und Lukas nicht findet und der natürlich zurück auf Vers 22 verweist. Das Griechische kann so verstanden werden, dass sie das ständig immer wieder sagten, also nicht nur einmal so rausgerutscht ist, sondern so eine beständige Behauptung gewesen ist.
[39:06] Und jetzt kommt die Passage über die Verwandten von Jesus in Vers 31 und 35. Das entspricht im Wesentlichen Matthäus 12, Vers 46 bis 50. Was bei Johannes Markus ausgelassen worden ist, sind eine ganze Reihe von Reden, von kurzen Reden von Jesus über die bösen Menschen, über das Zeichen des Jona und auch über die Rückkehr des unreinen Geistes, die alle in Matthäus 12 erwähnt sind. Vers 31: „Da kamen seine Brüder und seine Mutter. Sie blieben aber draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen.“ Josef ist schon tot, aber Maria und die Brüder sind jetzt angekommen. Und die Namen der Brüder finden wir in Matthäus 13, Vers 55: Jakobus, Joses, Simon und Judas. Davon ist einer sicher der Jakobus, der später der Gemeindeleiter in Jerusalem gewesen ist, und möglicherweise, wahrscheinlich, Judas auch derjenige, der dann den Judasbrief geschrieben hat, so wie Jakobus den Jakobusbrief geschrieben hat. Zu diesem Zeitpunkt sind sie noch nicht überzeugte Nachfolger von Jesus. Und Johannes Markus bringt dieses Detail, dass sie Jesus haben rufen lassen. Lukas ergänzt dann in Lukas 8, Vers 19, dass sie wegen der großen Volksmenge nicht hindurchkommen konnten.
[40:28] Vers 32: „Und die Volksmenge saß um ihn her. Die sprachen aber zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder sind draußen und suchen dich.“ Interessant ist, dass in Matthäus es eine Einzelperson ist und dann auch die Antwort von Jesus an diese Einzelperson gegeben wird. Johannes Markus weiß, dass auch mehrere ihn darauf aufmerksam gemacht haben und entsprechend die Antwort von Jesus auch an mehrere erging, an die, die dort waren. Markus 3, Vers 33: „Und der antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ In 5. Mose 33, Vers 8 bis 11 wird von den Leviten gesagt, dass sie den Dienst für Gott, den Dienst für den Tempel, wichtiger genommen haben als ihre Familienbande. Jesus hatte die Aufgabe, das Wort Gottes zu predigen, und er konnte das nicht unterbrechen oder stoppen, nur weil seine Familie das wollte. Es gibt, wir wollen mit unserer Familie so harmonisch wie möglich leben und ihr ein Segen sein, aber wir können nicht die Familie über Gottes Auftrag und Gottes Wort stellen. Das hatte Jesus schon als Zwölfjähriger in Lukas 2, Vers 49 erkannt, auch wenn er in allen Dingen, wo es ihm nur möglich war, auch danach seinen Eltern untertan gewesen ist. Vers 34 und 35: „Und indem er rings umher die ansah, die um ihn saßen, sprach er: Siehe da, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“
[42:08] Jesus macht ganz deutlich, dass das engste Verhältnis, das wir zu ihm haben können, nicht durch Genetik entsteht oder durch Blutsverwandtschaft, sondern durch den Glauben an ihn, durch das Interesse an seinem Wort. In Psalm 22, Vers 23, da wird die Gemeinde Gottes beschrieben als die Brüder des Messias. Jesus ist für jeden Gläubigen, so sagt es Römer 8, Vers 29, der ältere Bruder. Jesus existiert seit Ewigkeit, und da wir seine Brüder und Schwestern sein dürfen, ist er per Definition für alle von uns der älteste Bruder. In Offenbarung 12 wird auch die Gemeinde symbolisch als die Mutter von Jesus bezeichnet, die ihn ja geboren hat. Auch das sehr interessant an dieser Stelle.
[43:08] Wir lesen weiter in Markus 4, Vers 1: „Und wiederum fing er an, am See zu lehren. Und es versammelte sich eine große Volksmenge bei ihm, sodass er in das Schiff stieg und sich auf dem See darin niedersetzte. Und das ganze Volk war am See auf dem Land.“ Das entspricht Matthäus 13, Vers 1 und 2. Und dort in Matthäus wird deutlich, dass das, was jetzt folgt, die sogenannte Seepredigt in Matthäus 13 und hier in Markus 4 noch am selben Tag gehalten worden ist. Also nach diesem langen, nach diesem Gespräch mit den Pharisäern, also der Heilung des Besessenen, die hier nicht berichtet wird, dann im Gespräch mit den Pharisäern und diesem Ankommen der Familie, noch im Anschluss ist Jesus an den See Genezareth gegangen und hat dort in Gleichnissen gepredigt. Er setzte sich nieder, das war damals die Position eines Lehrers. Und wie gesagt, schon öfters haben wir von der großen Volksmenge gesprochen. Und es heißt hier, dass er sich in das Schiff stieg und sich nieder setzte. Das heißt, es dürfte sich um das Schiff handeln, das ja auch sonst schon in Markus 3 erwähnt worden ist, dass dort offensichtlich immer bereitgehalten worden ist für ihn.
[44:24] Und dann beginnt diese Seepredigt in Gleichnissen. Es heißt in Vers 2: „Und er lehrte sie vieles in Gleichnissen und sagte zu ihnen in seiner Lehre.“ Wir haben im Sendemanuskript eine Reihe von alttestamentlichen Beispielen für Gleichnisse. Das war damals auch eine sehr beliebte Methode, auch unter Nichtjuden, in Gleichnissen zu lehren. Jesus hat jetzt hier in Galiläa, weil er gemerkt hat, dass viele Menschen seine klaren Predigten, die er vor allem auch am Anfang seines Dienstes – das kann man auch in den ersten Kapiteln des Johannesevangeliums sehen – gepredigt hat, oft nicht verstanden haben, hat versucht, jetzt seine Botschaft so einfach wie möglich runterzubrechen in einfachen Gleichnissen, die jedem Wahrheiten dann ganz einfach vermittelt haben.
[45:12] Das erste, was wir hier haben, ist das Gleichnis vom Sämann in Vers 3 bis 9. Das wird ganz ähnlich von Johannes Markus berichtet wie auch von Matthäus. Vers 3: „Hört zu! Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen.“ Vers 4: „Und es geschah, als er säte, dass etliches an den Weg fiel, und die Vögel des Himmels kamen und fraßen es auf.“ Da geht nicht wenig verloren. Etliches geht auf den Weg, und diese Saat ist umsonst gewesen. In Lukas 8, Vers 5 wird die Saat auch zertreten, weil auf dem Weg die Menschen gehen.
[46:01] Vers 5: „Andres aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte.“ Hier ist felsiger Boden, das sind nicht lockere Steine, sondern harte Felsen weiter im Untergrund. Darüber ist nur eine dünne Schicht Erde. Vers 6: „Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.“ Es war, der Erdboden war also anders als beim ersten Boden offen. Man konnte dort hinein, der Same konnte hineingelangen, aber er konnte keine Wurzel tragen.
[46:33] Wir erinnern uns da ein bisschen auch an Psalm 1, Vers 3 und 4. Da gibt es die Gläubigen, die wie Bäume am Wasser sind, und die Ungläubigen, die vom Wind weggetragen werden.
[46:44] Vers 7: „Und anderes fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es, und brachten keine Frucht.“ Das ist eine dritte Todesart für den Samen. Das erste wird gleich weggepickt, das zweite wird verdorrt durch die Sonne. Jetzt wird es erstickt. Bei Markus hat es diese Nuance auch von zusammengedrückt werden. Es konnte eine Wurzel bilden, es ist also noch ein bisschen weiter gekommen als im zweiten Boden der Same, aber er bringt keine Frucht. Die Pflanze bringt keine Frucht.
[47:15] Die vier Böden illustrieren sozusagen vier Stadien. Der erste Boden, da kommt es gar nicht erst ins Herz. Beim zweiten kommt es zwar ins Herz, kann aber keine Wurzeln schlagen. Beim dritten kann es Wurzeln schlagen, wird aber von anderen Dingen, die dann von außen hinzukommen, wieder niedergedrückt. Und nur im vierten Boden kann es keimen, Wurzeln schlagen und dann auch Frucht bringen.
[47:41] und dann auch Frucht bringen und entsprechend geerntet werden. Jeremia 4, Vers 3 und 4 sagt uns, wir sollen nicht unter Dornen säen, sondern gründlich umgraben. Also bringt uns Vers 8 zu dem guten Boden und anderes Feld auf das gute Erdreich und brachte Frucht, die aufwuchs und zunahm, etliches dreißigfältig, etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig. Hier gibt es gute Frucht.
[48:05] Nun, die reichhaltige Ernte im vierten Boden überwiegt bei weitem den Verlust des Sämanns auf den anderen drei Böden. Hundertfältige Ernte ist ein direkter Beweis eines übernatürlichen Segens Gottes, nämlich 3. Mose 26, Vers 12 macht das ganz deutlich. In der Antike war es unter natürlichen Bedingungen in Mesopotamien zum Beispiel der Ertrag bis zum vierundzwanzigfachen möglich. Im Mittelalter dann hier in unseren Breiten nur noch bis zum Dreifachen. Also die Werte, die angegeben sind, sind ganz deutlich das übernatürliche Wirken Gottes.
[48:43] Die Frucht steht für die Gerechtigkeit, die im Volk, im Gläubigen sichtbar werden soll. Und er sprach zu ihnen, Vers 9: "Wer Ohren hat zu hören, der höre!" Offensichtlich geht es hier nicht um das physikalische Hören, sondern um das geistliche Zuhören. Auch wir müssen wirklich von Herzen zuhören, was der Geist Gottes uns sagen möchte, so wie es in den sieben Sendschreiben immer wieder gesagt wird: "Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!"
[49:16] Dann finden wir in Kapitel 4, Vers 10 bis 12 eine kurze Unterhaltung, die die Jünger mit Jesus nach der Seepredigt haben. Die wird aber hier gleich nach dem ersten Gleichnis eingefügt, weil es in der Unterhaltung insbesondere um die Deutung des ersten Gleichnisses geht. Und das finden wir genauso auch in Matthäus 13, wo allerdings dieses Gespräch ausführlicher berichtet wird.
[49:49] Vers 10: "Als er aber allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis." Also sowohl die zwölf Apostel als auch weitere Jünger kommen zu Jesus, als er allein war. Das ist das neue Detail hier bei Johannes Markus, das deutlich macht: Es handelt sich um ein Gespräch nach der Predigt.
[50:13] Für wen ist also die Auslegung, die jetzt dann ab Vers 13 kommen wird? Sie ist für diejenigen, die, nachdem sie die Predigt gehört haben, zu Jesus kommen und ihn fragen: "Was bedeutet das eigentlich?" Die Gleichnisse sind dem Verständnis der Menge angepasst, aber nur die, die dann bei Jesus bleiben und ihn fragen, erfahren auch die eigentliche tiefe Bedeutung dieser Gleichnisse. So ist es mit der Bibel: Alle Menschen können sie lesen, doch nur wer Gott glaubt und Jesus nachfolgt und ihn fragt, wird die tiefere Bedeutung der Worte erfassen können. Die Methode selbst ist sozusagen ein Gleichnis.
[50:51] Vers 11: "Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil." Weil die Jünger ständig bei Jesus sind, können sie das Geheimnis des Evangeliums verstehen. Es ist ja keine intellektuelle Schwierigkeit, das zu verstehen, sondern es ist eine geistliche Sache. Nur in der Gegenwart Jesu, nur in der Nachfolge Jesu können wir die Wahrheiten des Evangeliums richtig verstehen. Wir können die Bibel nur richtig verstehen, wenn wir echte Jünger Jesu sind, die ihn um die Auslegung persönlich bitten.
[51:27] Und die Frage ist, lieber Freund, liebe Freundin: Beten wir zu Jesus und sagen wir: "Herr, schenk du mir die Wahrheit, wie du sie gemeint hast"? Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass Jesus ein guter Lehrer ist, der beste Lehrer, den ich jemals gehabt habe. Und wann immer ich ihn gebeten habe, mich zu unterrichten und mir zu helfen, sein Wort zu verstehen, hat er mir so viele Schätze offenbart. Wir müssen zu Jesus kommen, und er kann uns lehren, er will uns lehren.
[52:01] Wir lesen weiter, Vers 12: "Damit sie sehenden Auges sehen und doch nicht erkennen und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünden vergeben werden." Das ist ein Zitat aus Jesaja Kapitel 6.
[52:17] Hier wird deutlich, dass sich in geistlichen Dingen die Tendenz mit der Zeit verstärkt. Wer jetzt kein Interesse an der Nachfolge Jesu hat, der wird sie später nicht automatisch bekommen, sondern er wird auch das verlieren, was er jetzt noch weiß. Wenn wir zufrieden sind mit dem, was wir haben, und nicht Gott bitten: "Erkläre uns dein Wort genauer!", dann werden wir das, was wir jetzt meinen zu haben, auch noch verlieren. Aber derjenige, der immer weiter forscht und Jesus immer näher kommt, der wird immer mehr verstehen können.
[52:43] Vers 13 bis 20 bringt uns jetzt noch die Auslegung dieses ersten Gleichnisses.
[52:54] Vers 13: "Und er spricht zu ihnen: Wenn ihr dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann alle Gleichnisse verstehen?" Auch das ist ein neuer Aspekt bei Johannes Markus, der sehr wertvoll ist, der nämlich offenbart, dass dieses Gleichnis vom Sämann der Schlüssel ist, es ist das Schlüsselgleichnis für alle anderen Gleichnisse. Wer dieses Gleichnis versteht, hat den Schlüssel in der Hand, um die anderen Gleichnisse interpretieren zu können.
[53:17] Vers 14: "Der Sämann sät das Wort." Das ist in Matthäus 13 nur implizit vorausgesetzt, hier wird es explizit gesagt. Lukas 8, Vers 11 macht das dann auch ganz deutlich, dass der Same das Wort Gottes ist. Jesus erklärt also mit diesem Gleichnis, warum dasselbe machtvolle Wort Gottes nicht überall dieselbe Wirkung erzielt.
[53:44] Die Frage ist also, welche Bedingung muss in meinem Leben vorherrschen, damit das mächtige, das vollmächtige Wort Gottes auch wirklich Frucht bringt? Wie kann es sein, dass Menschen sich mit der Bibel beschäftigen und am Ende nicht gerettet werden, dass in ihrem Leben nicht die Frucht entsteht, die Gott sich eigentlich wünscht und die das Wort auch hätte bringen können? Deswegen ist dieses Gleichnis ein grundlegendes Gleichnis für mich und für dich. Wir müssen verstehen, was dieses Gleichnis uns zu sagen hat.
[54:10] 1. Petrus 1, Vers 23: "Wir sind alle wiedergeboren aus dem unvergänglichen Samen, dem lebendigen Wort Gottes." Wir müssen das Wort predigen, nicht Tradition, nicht eigene Meinung. Wir müssen biblische Themen predigen. In der Bildung muss Gottes Wort zentral sein. Jesus ist der Sämann. Er hat alles verlassen, die Sicherheit des Himmels, um den Samen des Wortes Gottes in diese Welt zu tragen.
[54:39] Und jetzt ab Vers 15 haben wir wesentliche Parallelen zu Matthäus. "Die aber am Weg sind, Verzeihung, die am Weg aber sind, die, bei denen das Wort gesät wird, und wenn sie es gehört haben, kommt zugleich der Satan und nimmt das Wort weg, das in ihre Herzen gesät worden ist." Satan möchte nicht, dass wir überhaupt nur über das Wort Gottes nachdenken. Es gibt Menschen, die sind nicht offen dafür, sind keine Furchen da, ist der Boden nicht umgegraben. Es prallt zwar auf ihr Gehirn sozusagen physikalisch, aber es wird gleich wieder vom Satan weggenommen, weil sie gar nicht darüber nachdenken. Satan möchte, dass wir nicht über das Wort Gottes nachdenken, weil wir sonst durch den Glauben an das Wort gerettet werden können.
[55:23] Vers 16 und 17: "Und gleicherweise, wo auf steinigen Boden gesät wurde, das sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, sogleich mit Freuden aufnehmen. Aber sie haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch. Später, wenn Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, nehmen sie sogleich Anstoß." Das sind Menschen, die offen sind für das Wort. Sie nehmen es mit Freude an. Der Boden ist offen, das Interesse für die Wahrheit ist da, aber wegen der Steine gibt es keine Wurzeln. Der Glaube hält den Anfechtungen nicht stand. Sobald es Probleme gibt, lassen sie den Glauben wieder sein. In Lukas 8,13 heißt es: Sie sind wetterwendisch, sie glauben nur eine Zeit lang.
[56:05] Vers 18 und 19: "Und die, bei denen unter die Dornen gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören, aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar." Hier kann das Wort Wurzel fassen, es kann aber keine Frucht bringen, weil andere Dinge von außen toleriert werden, die die Kraft des Evangeliums neutralisieren.
[56:39] Markus bringt diesen neuen Aspekt, wenn es hier heißt, dass diese Dinge eindringen. Sie kommen von außen nach der Bekehrung des Gläubigen, kommen sie auf ihn zu, und sie werden dann toleriert. Sie werden nicht ausgejätet, und sie werden toleriert, solange bis sie die Überhand gewinnen und die eigentlich schon gut voranschreitende Glaubenserfahrung letztlich wieder zunichtemachen.
[57:05] Ebenfalls neu gegenüber Matthäus ist hier die Betonung oder die Erwähnung der Begierden nach anderen Dingen. Lasst uns – und das möchte ich auch mir sagen – lasst uns, lass es nicht zu, dass die Sorgen und die Betrügereien des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen, die Gott uns nicht geben möchte, weil sie schädlich für uns sind, lass nicht zu, dass diese Dinge den in uns wachsenden Glauben wieder kaputt machen. Lasst uns mit Gottes Hilfe all das aus unserem Herzen ausjäten, was dort nicht hingehört.
[57:38] Und dann kommt Vers 20: "Und die, bei denen auf das gute Erdreich gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören und es aufnehmen und Frucht bringen, der eine dreißigfältig, der andere sechzigfältig, der dritte hundertfältig." Das sind die, die es aufnehmen. Matthäus sagt, die es verstehen, aber hier ist nicht das intellektuelle Verstehen gemeint, sondern das Aufnehmen in das eigene Leben.
[57:58] Schon Johannes der Täufer hatte gesagt, die Menschen sollen eine Frucht bringen, die der Buße würdig ist. Wer Gottes Wort nachsinnt Tag und Nacht, wer seine Freude daran hat, der wird seine Frucht bringen zu seiner Zeit, so sagt es Psalm 1, Vers 1 bis 3.
[58:14] Die Frucht, die hier gemeint ist, die wird in Galater beschrieben, Galater 5, Vers 22 und 23: "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung." Das ist, was in unserem Herzen entstehen soll, und es kann nur entstehen durch das Wort Gottes, wenn wir dafür offen sind, wenn wir die tiefen Felsen unseres Egoismus, unseres Stolzes entfernen lassen, und wenn wir auch es nicht zulassen, dass Sorgen, weltliche Begierden, Reichtum und solche Dinge es alles wieder überwuchern. Nur dann kann diese Frucht entstehen durch die Kraft, die im Wort Gottes sich befindet. Philipper 1, Vers 11 macht deutlich: Diese Früchte werden durch Jesus gewirkt. Es ist die Heiligung, die wir als Frucht tragen wollen.
[59:08] Lieber Freund, liebe Freundin, darf das Wort Gottes in deinem Herzen keimen, darf es Wurzeln schlagen und darf es sich ungehindert ausbreiten, durch keine Weltlichkeit, durch keine Sorgen dieser Weltzeit behindert? Dann wird es diese Frucht bringen, weil diese Frucht bereits im Samen angelegt ist. Wir können uns nicht heilig machen, aber wir können die Bedingung schaffen, dass das Wort Gottes in uns wirkt, indem wir offen sind, indem wir zulassen, dass unsere tiefen egoistischen Felsen entfernt werden, ein neues Herz bekommen, indem wir zulassen, dass Gott uns hilft, dass nichts, was nicht in unser Herz kommt, dort Fuß fassen kann, damit das Wort Gottes sich entfalten kann.
[1:00:01] Darf Gottes vollmächtiges Wort in deinem Herzen keimen, Wurzeln schlagen, sich ausbreiten, wachsen und Frucht bringen, sodass Jesus dich und mich ernten kann?
[1:00:16] Wollen wir noch gemeinsam mit einem Gebet abschließen, während wir diese Entscheidung fällen? Lieber Vater im Himmel, wir wissen aus der Bibel, dass die Wiederkunft Jesu eine Ernte sein wird. Wir werden das nächste Mal auch noch mehr erfahren über den Zeitpunkt dieser Ernte, aber heute haben wir gesehen, was geerntet werden soll und wie es möglich ist, dass es geerntet werden kann in unserem Leben.
[1:00:40] Herr, vergib uns, dass wir dein Wort oft nicht so geschätzt haben und nicht haben so wirken lassen, wie du es dir vorstellst. Ich möchte dich um Vergebung bitten, wo in meinem Leben dein Wort nicht so wirken konnte, wie du es geplant hast. Ich möchte dich bitten, dass du uns Kraft schenkst und Weisheit, dass wir uns öffnen für dein Wort, dass es wirken darf, dass es kein Egoismus in unserem Herzen und keine Sorgen von außen sein Wachstum behindern, sodass die Frucht deines Charakters in unserem Herzen sichtbar wird und in unserem Leben, unseren Taten, unseren Worten, in unserem Charakter. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:01:31] Nächste Woche werden wir weiter die weiteren Gleichnisse aus der Seepredigt in Markus 4 studieren und uns dann auch schon in das fünfte Kapitel von Markus begeben. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen, viel Freude im Studium seines Wortes. Gott sei mit euch. Amen.