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In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp die Lebensgeschichte Jakobs und zieht Parallelen zu biblischen und persönlichen Erfahrungen. Er zeigt auf, wie Jakobs Fehler und seine Reise von Betrug und Verzweiflung zu einem tiefen Ringen mit Gott führten, das schließlich zur Namensänderung in Israel führte. Die Geschichte Jakobs wird als Lehrstück für Glauben, Vergebung und die Suche nach Gottes Segen dargestellt, wobei auch die Bedeutung von Träumen und göttlichen Verheißungen hervorgehoben wird.


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Serie: Wenn Gott zweimal ruft

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, schön, dass auch Sie live zuschauen. Zuschauen über das Internet, wer von Ihnen war gestern Abend da? Einige. Ich sehe zwar Ihre Hände nicht vom Internet, aber wir wissen, dass eine ganze Reihe von Menschen gestern zugeschaut haben. Wir waren ziemlich nah am neuen Rekord, und das hat uns sehr gefreut. Und nur eine kleine Notiz nebenbei: Falls Sie vor dem Rechner sitzen, dass Sie dort heute wieder mich und uns sehen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Wir haben gestern den Rechner mit guter Verbindung ausgeschaltet, ihn heute früh eingeschaltet, und es hat nichts funktioniert. Und das haben wir schon öfter erlebt, und wir sind ganz sicher, dass es kein Zufall ist, dass Sie heute auch wieder zuschauen können. Beten Sie auch weiterhin für die Technik. Es ist immer ein kleiner Kampf. Es scheint, es gibt jemanden, der das nicht möchte, dass das Wort Gottes so in die ganze Welt getragen wird. Aber wir sind ganz zuversichtlich, dass Gott auch heute noch lebendig ist und dass er nicht nur das Wasser teilen kann und Ägypter vernichten kann, sondern dass er auch heute noch Internetleitungen zum Laufen bringt und technische Probleme lösen kann. Und dafür sind wir ihm dankbar, oder?

[1:47] Gestern haben wir gesprochen über Abraham. Abraham. Und heute machen wir einen kleinen Sprung, einige Jahrzehnte vorwärts in der Geschichte der Bibel zu einem Hirten, der irgendwo in Palästina in seinem Zelt saß, um die 100 Jahre alt, und seinem Sohn Geschichten erzählte. Sein Leben war nicht besonders freudvoll gewesen. Es war, um ehrlich zu sein, sogar ziemlich tragisch an vielen Punkten. Er hatte mehr Tiefs als Hochs erlebt, sozusagen. Mehr Tiefs als Hochs. Und dieser Hirte erzählte seinem Sohn Josef Geschichten aus seinem Leben. Josef war sein liebster Sohn. Wir können das nachlesen in 1. Mose 37. Der Name dieses Hirten war Jakob, obwohl Jakob nicht mehr sein aktueller Name war. Sein aktueller Name war jetzt Israel. Und das war eine der Geschichten, die er seinem Sohn Josef erzählt hat, wie er von Jakob zu Israel wurde.

[3:21] In 1. Mose 37, ab Vers 1, da lesen wir: Jakob aber wohnte in dem Land, in dem sein Vater ein Fremdling war, im Land Kanaan. Wir können uns noch erinnern an Abraham, der Auszug aus Ur in Chaldäa, um im Land Kanaan ein Fremdling zu sein. Und wir hatten gesehen, dass das ein Gleichnis war für das Evangelium. Und genau diese gleiche Erfahrung hat auch Jakob gemacht. Es heißt hier in Vers 2: Dies ist die Geschichte Jakobs. Josef, einer seiner Söhne, war 17 Jahre alt, als er mit seinen Brüdern das Vieh hütete. Und er war als Knabe bei den Söhnen Bilhas und Silpas, den Frauen seines Vaters. Und Josef brachte vor seinem Vater, was man ihm Schlimmes nachsagte. Israel aber hatte Josef lieber als alle seine Söhne, weil er ihn in seinem Alter bekommen hatte, und er hatte ihm einen bunten Leibrock machen lassen. Als seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und wollten ihn nicht mehr mit dem Friedensgruß grüßen. Wisst ihr, was der Friedensgruß ist? Schalom! Sie wollten ihn nicht mehr mit dem Friedensgruß grüßen.

[4:33] Können Sie sich vorstellen, wie es dem Jakob zumute war, als sein Lieblingssohn, der kleine Josef, von seinen älteren Brüdern immer wieder mit der Bratpfanne überbraten bekam, wenn sie ihn schlecht behandelt haben? Und ich kann mir vorstellen, wie der Josef zu ihm ins Zelt kam und gesagt hat: "Du, Papa, sie waren schon wieder gemein zu mir, sie haben mich schon wieder geärgert." Und der alte Jakob sagte: "Komm her, Josef, weißt du was? Ich weiß, wie es dir geht. Ich hatte auch Probleme mit meinem Bruder. Ich hatte so große Probleme mit meinem Bruder. Ich habe mich nicht nur auf Erden mit meinem Bruder gestritten, sondern schon im Mutterleib. Wir haben schon im Mutterleib miteinander gekämpft." So sehr, dass meine Mutter, die Rebekka, Angst um uns hatte. Wir haben uns schon im Mutterleib mit Fäusten geschlagen. Aber meine Mutter, die Rebekka, die hatte von Gott gesagt bekommen, dass ich einmal der Verheißene sein werde, also die Verheißung weitertragen werde.

[5:43] Und Jakob erzählt seinem Sohn Josef einiges aus seinem Leben. Wir wollen mal einige Geschichten kurz uns nochmal Revue passieren lassen, die er diesem Josef wahrscheinlich dort im Zelt irgendwo in Palästina erzählt hat. Vielleicht hat er ihm eine Geschichte erzählt davon, wie er geboren wurde. Denn als er geboren wurde, hielt er an etwas fest, nämlich an der Ferse seines Bruders. Jetzt, wenn Sie laufen und jemand hält Sie an der Ferse fest, wie fühlen Sie sich? Sind Sie mal eine Treppe hochgelaufen und jemand hat Ihnen von hinten in die Beine gefasst? Das ist unangenehm, oder? Der Fersenhalter, das ist so dieses von hinten rum, nicht wahr? Gemein, da, wo wir so verwundbar sind an der Ferse, nicht wahr? Der Fersenhalter. Und deswegen hieß er Jakob, der Fersenhalter.

[6:31] Und er machte seinem Namen alle Ehre, als er einige Zeit später – auch das ist eine Geschichte, die wahrscheinlich seinem Sohn Josef erzählt hat – nicht nur seinem Bruder die Ferse gehalten hat, sondern seinen Bruder regelrecht betrogen hatte. Und da gibt es eigentlich sogar zwei Geschichten, die man erzählen kann. Die erste war, als sein Bruder Esau – so war sein Name, weil er so beharrlich war – vom Feld kam und hungrig war. Und obwohl er der Erstgeborene war und damit all den Segen und all die Vorrechte für sich einen Anspruch hätte nehmen können, da kam dieser Jakob, damals noch in jungen Jahren, auf eine kluge Idee, eine gute Idee in seinen Augen. Vielleicht kann ich ihm all diese geistlichen und religiösen Vorrechte und auch das Erstgeburtsrecht – wissen Sie, was das Erstgeburtsrecht war? Es bedeutete, dass man das Doppelte vom Erbe bekommt. Das lohnt sich, oder? Das Doppelte vom Erbe, und zwar sowohl materiell als auch geistlich im Sinne, dass der Erstgeborene die Heilslinie auf den kommenden Messias weitertragen sollte. Und er hatte sich überlegt, vielleicht kann ich ihm das einfach abluchsen. Und der Esau war nicht besonders scharf auf dieses Erstgeburtsrecht, weil er mit der Religion es nicht so sehr am Hut hatte. Und die Bibel berichtet, dass der Esau doch tatsächlich sein Erstgeburtsrecht für eine Linsensuppe eingetauscht hat.

[7:58] Mögen Sie Linsen? Würden Sie Ihr Erbe für eine Linsensuppe eintauschen? Würden Sie Ihr ewiges Leben für Essen eintauschen? Sagen Sie nicht so schnell nein. Eva hat auch das ewige Leben aufs Spiel gesetzt für eine Frucht. Wie oft kommt es vor in unserem Leben, dass wir die größten Vorrechte schnell in den Wind schlagen, nur weil wir ganz kurzfristig etwas essen wollen, etwas haben wollen, von dem wir glauben, dass wir es unbedingt brauchen. Jakob jedenfalls bekommt auf diese Art und Weise das Erstgeburtsrecht zugesprochen. Er hatte sich erkauft. Betrogen hat er seinen Bruder. Eigentlich eine gute Sache, das Erstgeburtsrecht zu haben, aber durch seine eigene Kraft, seine eigenen Methoden.

[8:49] Kurze Zeit später ist da noch etwas passiert. Auch das hat er wahrscheinlich seinem Sohn Josef erzählt. Nämlich, wie er mit leicht zitternden Händen vermutlich, bekleidet mit Ziegenhaar, vor seinem blinden Vater stand und allen Ernstes behauptet hat, dass er Esau sei. Sie können sich in die Situation hineinversetzen. Sie stehen vor einem hilflosen Menschen, der blind ist, und Sie spielen ihm vor, Sie seien jemand anders. Aus welchem Grund? Die Bibel sagt wiederum, dass das der gleiche Grund war. Er wollte wiederum den Segen haben. Die Bibel hat ja vorhergesagt, dass er den Segen bekommen würde.

[9:33] Als Esau davon erfahren hat, was meint ihr, wie hat Esau reagiert? Esau wollte ihn umbringen. Und Jakob erzählt seinem Josef, der immer wieder Probleme hat mit seinen Brüdern, die ihn schlecht behandeln, die ihn nicht mit dem Schalomgruß grüßen wollen. Er erzählt ihm diese Geschichten und sagt ihm: "Pass auf, manchmal sind wir so begeistert für Gott, und wir sind so willig, die Erstgeburtsrechte zu bekommen, dass wir manchmal zu Mitteln greifen, die nicht wirklich gut sind." Ich kenne das aus meiner eigenen Erfahrung.

[10:21] Haben Sie schon mal die Erfahrung gemacht, dass Sie eigentlich etwas Gutes wollten? Dass Sie jemandem etwas, von dem Sie glauben, dass es gut für Sie ist und dass es auch richtig ist, aber Sie haben es auf einem Weg bekommen, der eigentlich jemand anders verletzt hat? Jakob hat diese Erfahrung gemacht. Jakob hat betrogen, und Jakob war von seinem Bruder gehasst. Er wollte ihn umbringen.

[10:56] Und wir schlagen die Bibel mal gemeinsam auf in 1. Mose 27. Ich kann mir vorstellen, was Josef gesagt hat: "Vater, Vater, was hast du dann gemacht? Hat der Esau dich wirklich geschlagen? Hat er dich geschlagen?" Und Jakob hat ihm dann erzählt, dass er im letzten Moment geflohen ist. Geflohen von zu Hause. Sie müssen dazu wissen, dass Jakob, er war sozusagen wie ein Nesthäkchen. Er war immer zu Hause, immer bei den Schafen, bei der Mama, am Zelt, hat die Schafe gehütet, hat das Zelt ausgebessert. Und der Esau war so ein Wildfang, der ist hinaus in die Welt und hat Tiere gefangen und hat Abenteuer erlebt und hat Kämpfe gekämpft. Und jetzt musste dieser behütete Jakob hinaus in die Welt, weil er durch seine eigenen Fehler – obwohl er ja nur das Gute wollte, er wollte den Segen, er wollte das Erbe – durch seine eigenen Fehler sich in eine missliche Lage gebracht hat.

[11:49] Wir lesen zusammen in 1. Mose 28, Verzeihung, in 1. Mose 28 und dort in Vers 10. Dort heißt es in Vers 10: Jakob aber zog von wo aus? Von Beerscheba. Merken Sie sich diesen Ort, Beerscheba, okay? Haben Sie gemerkt, Beerscheba? Beerscheba, okay. Wir werden jetzt lange nichts von Beerscheba hören, aber irgendwann mal wieder. Jakob zog von Beerscheba aus und wanderte nach Haran. Jetzt, wenn er von Beerscheba auszog, weil er dort verfolgt wurde von Esau, das heißt, wo hat er dann seinen Vater betrogen und seinen Bruder? In Beerscheba. Und er zog davon weg. Musste sich von seiner geliebten Mutter trennen, von seinem Vater, von seinem Bruder, den er vielleicht nicht so sehr geliebt hat.

[12:48] Manchmal kommt es vor, dass wir uns im Leben von allem trennen müssen, aber nicht so wie Abraham, den Gott ruft, sondern weil wir selbst den Fehler gemacht haben. Sehen Sie, Abraham wurde von Gott gerufen. Was war nochmal der Ruf? Hinaus aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus. Aber Abraham ging nicht alleine. Er hatte seine Frau dabei, er hatte seine Knechte, weil die Bibel sagt, über 300 Knechte, hatte Rinder, Schafe, Herden und irgendwann auch Söhne. Dem Abraham ging es nicht schlecht. Und obwohl wir gesehen haben, dass es immer Schwierigkeiten gab, es gab Hungersnöte, es gab Krieg, es gab dieses und jenes. Die Kanaaniter waren im Land. Trotzdem war er nie alleine, oder? Wenn wir Gott folgen, wenn wir auf Gottes Ruf hören, dann erleben wir zwar Schwierigkeiten, wir erleben Probleme, aber wir sind niemals alleine und verzweifelt. Wir erleben nur neue Herausforderungen, die uns stärken. Aber Jakob ging ganz alleine. Verlassen.

[13:58] Vers 11 sagt uns in 1. Mose 28, Vers 11: Und er kam an einen Ort, wo er über Nacht blieb. Denn die Sonne war untergegangen. Und er nahm von den Steinen jenes Ortes und legte sie unter sein Haupt und legte sich an dem Ort schlafen. Ich weiß nicht, welche Kissenstärke Sie bevorzugen. Manche sagen, ganz weiche Steine. Manche brauchen es ein bisschen härter, nicht wahr? Für den Nacken. Da sind wir auf dem Boden geschlafen, aber auf einem Stein. Das ist der Ausdruck von: Ich habe wirklich nichts mehr. Nicht mal noch ein Handtuch, das ich mir drunterlegen kann. Das war bestimmt keine besonders schöne Nacht, die er erlebt hat, oder?

[14:50] Manchmal sind wir in unserem Leben ziemlich weit unten. Und ich glaube, als Jakob diese Geschichte dem Josef erzählt und sagt: "Weißt du, ich war von allen verlassen. Ich war ganz draußen. Ich wusste nicht, wohin. Ich wusste nicht, woher." Und in dieser tiefsten Situation ist mir etwas passiert. Wir lesen mal das gemeinsam, was er dem Josef wahrscheinlich erzählt hat, in Vers 12: Und er hatte einen Traum. Und siehe, eine Leiter war auf die Erde gestellt, die reichte mit der Spitze bis an den Himmel. Und siehe, auf ihr stiegen die Engel Gottes auf und nieder. Und er beschreibt dann weiter, wie Gott zu ihm spricht und sagt: "Ich will dich wieder zurückbringen, und ich will deinen Samen mehren, ich will einen Bund mit dir machen." Und dieses Bild hat sich wohl sein ganzes Leben lang nicht mehr aus seinem Gedächtnis verbannt, wie eine Leiter vom Himmel ganz hinunter zur Erde reicht. Und das ist eine Lektion. Auch wenn wir heute nicht so ausführlich darüber sprechen, die wir nicht ansprechen wollen, ohne daraus die richtige Lektion zu lernen. Egal, wie tief wir gefallen sind, egal, wie weit wir uns entfernt haben, egal, wie verlassen wir sind, die Himmelsleiter reicht immer genau hinunter zu uns. Die Himmelsleiter geht nicht nur bis zum höchsten Berg, bis zum Mount Everest, und da muss ich immer sein und ich muss erst hochklettern, um an die Himmelsleiter zu kommen. Nein, selbst wenn ich verlassen bin in der Finsternis, die Himmelsleiter geht immer hinunter bis zu mir. Ich muss nicht mal springen, um hinaufzuklettern. Sie geht immer bis ganz unten. Jesus erreicht jeden von uns, wenn wir wollen. Und Jakob hat das nie vergessen.

[16:28] Und so geht er zu seinem Verwandten, Laban. Sie können das nachlesen in 1. Mose 29. Er verliebt sich in eine Frau mit Namen Rahel, was übersetzt heißt: das Mutterschaf. Ich finde es ein schöner Name, oder? Für einen Hirten ist doch ein schöner Name für die Frau, oder? Für einen Hirten: Mutterschaf. Nur, wie es so oft im Leben kommt, wenn man immer wieder betrügt, so wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder hinaus. Wird er betrogen. Der Vater, der Rahel, gibt ihm eine andere Frau zur Frau. Ich habe es heute nicht ganz herausgefunden, wie er es möglich war, dass er es nicht gemerkt hat, aber die Bibel sagt, er hat es nicht gemerkt. Nach der Hochzeitsnacht hat er gemerkt, es war nicht Rahel, sondern Lea. Können Sie sich vorstellen, Sie heiraten jemanden, Sie haben – und übrigens, sagt die Bibel, er hat sieben Jahre auf diese Frau hingearbeitet. Das war noch ein anderes Verhältnis als heute, nicht wahr? Sieben Jahre lang hat er auf diese Frau hingearbeitet, sozusagen, um endlich den Brautpreis bezahlen zu können, und er heiratet sie, und was bekommt er? Lea, von der die Bibel sagt, sie hatte matte Augen, sie war nicht so schön.

[17:41] Und jetzt sagt die Bibel etwas Interessantes. Er kommt in eine ganz, ganz interessante Situation jetzt. Wir können das gemeinsam lesen in 1. Mose 29, Vers 26. Laban antwortet ganz lakonisch: 1. Mose 29, Vers 26: "Es ist nicht Sitte in unserem Ort, dass man die Jüngere vor der Älteren weggeben. Vollende die Hochzeitswoche mit dieser, so wollen wir dir auch jene geben für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre lang leisten sollst." Es scheint so zu sein, dass die Ehe erst gültig gewesen ist, wenn die Hochzeitswoche sieben Tage lang vollendet worden ist. Denn Jakob hätte ein ziemlich gutes Argument daran gehabt zu sagen: "Die wollte ich nicht. Ich habe auch nie sie geheiratet, oder?" Ich glaube ganz fest, dass wenn Jakob gesagt hätte: "Ich habe Lea nicht gewollt, ich bin betrogen worden", dann hätte er sie nicht heiraten müssen, oder? Aber Laban sagt: "Pass auf, wenn du die Rahel haben willst, musst du die Lea auch nehmen."

[18:43] Nun, die Bibel verbietet, zwei Frauen gleichzeitig zu haben. Und Jakob weiß das. Aber er denkt sich, naja, ich liebe die Rahel so sehr, und Gott wird bestimmt keine andere Möglichkeit haben, mir die Rahel zu geben, als dass ich jetzt diesen Kompromiss eingehe. Ich nehme einfach die Lea mit, die wird schon keinen Ärger machen, und dann habe ich meine Rahel auch. Er bekommt die Lea, er bekommt die Rahel, und er bekommt einen Rucksack voller Ärger. Mancher Mann ist schon mit einer Frau überfordert, nicht wahr? Es soll auch andersrum sein, nicht wahr? Aber zwei Schwestern als Ehefrauen, die sich beide nicht mögen, ist die Garantie für ein chaotisches Heim. Nicht nur das, weil die eine Kinder bekommt und die andere nicht, und unglücklicherweise auch noch die Lea Kinder bekommt und die Rahel nicht, fängt die Rahel an, ihm auch noch eine dritte Frau anzudrehen, nämlich ihre Magd. Ganz genau. Woraufhin sich dann die Lea denkt: "Naja, was die kann, kann ich auch." Dreht ihm auch noch eine Magd an, und schon hat er wie viele Frauen? Vier. Und eine nach der anderen kriegt Kinder. Und es gibt Streit und Zoff und Ärger.

[20:10] Wie oft ist es, dass in unserem Leben durch kleine Kompromisse, die wir tun, wir so viel Ärger und Streit haben? Und der Josef, der das hört, der denkt sich: "Könnte es sein, dass die Uneinigkeit zwischen uns Brüdern letztendlich auch ein Produkt daher ist, dass schon die Mütter alle so uneinig waren, dass es alle hätte vermieden werden können, hätte Jakob keine Kompromisse gemacht?" So oft ist es, dass wir zu Gott sagen: "Gott, warum ist meine Ehe so kaputt? Warum rennen meine Kinder weg von mir? Warum rennen meine Kinder irgendwohin, wo sie nichts von Gott wissen wollen? Warum ist mein Opa so stur und will nicht annehmen, was ich ihm sage?" Und wir hadern mit Gott und sagen: "Gott, kannst du nicht einwirken in ihr Leben?" Und Gott sagt: "Ja, das kann ich schon. Aber siehst du nicht, dass das alles eine Konsequenz ist von den Kompromissen, die du gemacht hast?" Könnte es sein, dass so manches, was in unseren Familien, in unseren Ehen, in unserem Freundeskreis schief läuft, damit zusammenhängt, dass wir Kompromisse eingegangen sind und sich jetzt einfach die Konsequenzen zeigen. Selbst wenn wir uns bekehren, selbst wenn wir zu Gott kommen, das ist noch lange nicht die Garantie, dass auch alle anderen zu Gott kommen.

[21:37] Nun, Jakob erzählt dem Josef, wie trotz allem die Familie gewachsen ist, gewachsen ist, gewachsen ist, und er irgendwann von Laban quasi hinausgetrieben wird und er von Laban flieht und Laban ihm sogar noch hinterherjagt und sie einen Bund machen und schließlich er zurückkehrt nach Kanaan. Aber da war ja noch was mit seinem Bruder. Wie hieß nochmal sein Bruder? Esau. Und der hat ihn gehasst, er wollte ihn umbringen.

[22:08] Nun, die Bibel macht deutlich, dass Laban ihn aus seinem Land vertrieben hat, den Jakob, und dass Jakob nicht mehr zurück konnte nach Haran, aber auch nicht mehr – oder aber jetzt auf dem Weg nach Kanaan das Problem hatte, dass er nicht zurück konnte nach zu Laban, wie gesagt, aber auch jetzt, wenn er nach Kanaan geht, dem Esau begegnet. Er konnte nicht vorwärts und nicht rückwärts. Und manchmal in unserem Leben ist es genauso, dass wir nicht vorwärts und nicht rückwärts können. Und er hat eine zweite Erfahrung mit Gott gemacht, die es wert ist, darüber nachzudenken, und zwar in 1. Mose 32.

[22:45] In 1. Mose 32, in seiner äußersten Verzweiflung merkt er, wie ein Mensch anfängt, mit ihm zu reden. Es heißt hier in 1. Mose 32, ab Vers 25: "Jakob aber blieb allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, so dass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm." Denken Sie mal kurz darüber nach. Da kämpft jemand die ganze Nacht mit jemandem. Jakob kämpft mit einem Mann. Ich weiß nicht, welcher Kampfstil das gewesen ist, ob griechisch, römisch, Freistil, was auch immer. Stellen Sie sich vor, Sie kämpfen mit jemandem die ganze Nacht, und Sie sind immer kurz davor, ihn zu besiegen, aber Sie können ihn nicht wirklich besiegen, aber Sie kämpfen mit allem, was Sie haben. Und nach zig Stunden berührt Sie die Person, und plötzlich ist Ihr Hüftgelenk ausgerenkt. Welche Frage haben Sie? Wie geht das? Wenn er diese Kraft hat, mich durch eine einfache Berührung Schachmatt zu setzen, warum hat er mich davor nicht diskriminiert? Warum lässt er mich die ganze Zeit kämpfen und kämpfen und kämpfen? Und plötzlich realisiert er, mit wem er dort kämpft. Er kämpft, und der andere versucht, ihn die ganze Zeit in die Arme zu schließen.

[24:23] Es heißt in Vers 27: "Der Mann sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Jakob sprach: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Nun, wir haben ja gesehen, der Jakob war sehr interessiert an dem Segen. Er wollte das Erbe haben, er wollte das Erstgeburtsrecht haben, er wollte der geistliche Erbe sein. Und er hat alle möglichen Mittel eingesetzt, um sie zu bekommen. Er hat Betrug eingesetzt, er hat Linsen gekocht, was alles er konnte, nur um das zu bekommen. Aber was hat er in seinem Leben bisher erlebt gehabt? Segen, Enttäuschung, Enttäuschung und Enttäuschung. Oft ist es in unserem Leben, dass wir uns nach dem Segen sehnen, nach dem Erbe sehnen, nach der Verheißung sehen, aber weil wir es eben in unsere eigene Hand nehmen und gern Kompromisse eingehen, weil wir nicht glauben, dass Gott einen anderen Weg hat, ernten wir nur Enttäuschung und Enttäuschung und Enttäuschung und Sorgen und Nöte. Und Gott möchte das aber nicht. Gott hat einen anderen Plan. Und er kämpft mit ihm, er kämpft mit Jakob. Und so kämpft Gott manchmal mit uns. Manchmal ringen wir mit Gott und merken gar nicht, dass der Segen so nah ist. Und wir ringen und ringen und ringen und ringen. Und manchmal muss Gott uns auch das Hüftgelenk ausrenken. Manchmal muss es ein bisschen schmerzen, bis wir endlich merken: Gott hat so viel Macht. Warum frage ich nicht einfach ihn nach dem Segen?

[25:53] Und er fragte ihn nach dem Segen. Und in Vers 28 heißt es: "Da fragte ihn: Was ist dein Name? Er antwortete: Jakob. Da sprach er: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern was? Sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen." Und ich kann mir vorstellen, wie Josef da stand im Zelt: "Was, Papa, du hast mit Gott gekämpft? Du hast mit Gott gekämpft?" "Ja, mein Sohn, ich habe mit Gott gekämpft." "Du hast mit Gott gekämpft, mit dem wirklichen Gott im Himmel." "Ja, und wie gesagt, ich habe gewonnen." "Ich habe gewonnen." Aber nicht, weil ich ihn K.O. geschlagen hätte oder weil ich ihn über die Schulter geworfen hätte, sondern ich habe gewonnen, weil ich nach dem Segen gefragt habe. Denn wenn ich nach dem – als ich nach dem Segen gefragt habe und ihn gebeten habe: "Bitte segne mich", konnte er nicht nein sagen. Er konnte nicht nein sagen.

[27:00] Und das ist das Geheimnis, wie man mit Gott kämpft. Man kämpft mit Gott nicht, indem man ihn schlägt, sondern indem man nach dem Segen fragt, den er verheißen hat. Denn der Segen war ja schon lange verheißen. Schon bevor er geboren war, war dem Jakob der Segen verheißen. Er hätte nur einmal danach fragen müssen. Er hätte nur einmal sagen müssen: "Gott, du hast es versprochen, du hast es gesagt, und deswegen möchte ich es gern haben." Stattdessen hat er immer seine eigene Suppe gekocht, nicht wahr? Könnte es sein, dass das Glück und der Frieden, nach dem wir uns alle sehnen, so viel einfacher zu bekommen wäre, wenn wir einfach direkt Gott fragen würden, statt unser eigenes Glück immer selbst versuchen zu machen?

[27:51] Die Bibel sagt dann, dass Jakob sich aussöhnt mit seinem Bruder und er jetzt als Israel nach Kanaan kommt. Und wieder so eine Stelle, wo man meinen könnte, nun ja, jetzt ist das Happy End erreicht, nicht wahr? Jakob wird zu Israel, denn Israel heißt der Kämpfer Gottes, der Kämpfer Gottes. Und er ist jetzt in Kanaan und er ist wieder bei seinem Vater Isaak. Übrigens, leider hat er seine Mutter, die er so sehr geliebt hat, nie wieder gesehen. Aber er ist jetzt in Kanaan und man könnte meinen, alles ist wunderbar. Aber nichts ist wunderbar. Denn obwohl er selbst den Frieden mit Gott gefunden hat, machen seine Kinder ihm große Sorgen. Kann jemand mitempfinden, wenn man selbst den Frieden mit Gott gefunden hat, aber die Nächsten, die einem nahestehen, vielleicht die Brüder, die Schwestern, die Kinder, die Eltern scheinbar den Schuss nicht hören und einfach weitermachen mit dem, was vorher war?

[29:07] Seine Kinder bringen es fertig, Heiden zu täuschen. Sie kommen in eine Stadt und sagen: "Wenn ihr euch beschneiden lasst, dann geben wir euch unsere Schwester zur Frau." Und dann lassen sie sich die Heiden beschneiden, liegen in Schmerzen dort, weil es eine schmerzhafte Prozedur ist. Und am dritten Tag, als sie am schwächsten sind, kommen zwei der Söhne Jakobs und schlachten die ganze Stadt ab. Furchtbarer Betrug. Frage: Woher hatten sie wohl die Idee mit dem Betrügen? Manchmal tun die Kinder das Gleiche wie die Eltern, nur halt eben noch ein bisschen schlimmer. Und es kann sein, dass wir uns bekehrt haben. Es kann sein, dass wir den Weg zu Gott gefunden haben, dass Gott uns alles vergibt. Aber das Beispiel, das wir gesetzt haben für andere, sich bei anderen auswirkt.

[29:57] Und ich glaube, als Jakob seinem Sohn Josef die Geschichten erzählt, sieht Josef das immer mehr, oder? Er sieht immer mehr, warum dieser Streit in der Familie ist, immer noch. Warum diese verschiedenen Frauen im Haushalt nicht miteinander zurechtkommen. Warum die Söhne sich streiten, warum sie blutrünstig sind, gewalttätig. Nicht nur das. In Kapitel 35 lesen wir, wie einer der Söhne Jakobs eine seiner Frauen nimmt. Können Sie sich kaum vorstellen, oder? Wenn der Sohn – gut, es war nicht seine eigene Mutter natürlich – aber mit der Frau seines Vaters schläft und damit seinen Vater furchtbar entehrt. Jakob hat es nicht leicht gehabt. Aber was das Schlimmste für ihn war: Nach einiger Zeit stirbt auch noch seine geliebte Rahel. Seine Kinder sind größtenteils eine Katastrophe. Manche töten, manche brechen die Ehe, Betrüger sind sie. Und dann stirbt auch noch seine liebe Frau. Alles, was er jetzt noch hat, ist dieser eine Sohn Josef. Es ist nämlich der erste Sohn, den Rahel ihm geboren hatte, nachdem sie lange, lange, lange darauf gewartet hatten. Und Josef hat einen interessanten Namen, den wollen wir uns gemeinsam merken, okay? Josef heißt: Erfüge hinzu. Wie heißt Josef? Erfüge hinzu.

[31:23] Gehen wir nun wieder zu 1. Mose 37 und schauen uns an, was Jakob erlebt. Wir haben bereits die ersten vier Verse gelesen, und Josef mit diesen Geschichten im Hintergrund versteht natürlich viel besser, warum es hier einen Konflikt immer wieder in der Familie gibt, oder? Und es heißt jetzt hier in Vers 5: "Josef aber hatte einen Traum und er verkündete seinen Brüdern, da hassten sie ihn noch mehr." Denn in dem Traum erzählt er ihnen, wir können das lesen in Vers 6: "Er sprach nämlich zu ihnen: Hört doch, was für einen Traum ich gehabt habe. Siehe, wir banden Garben auf dem Feld, und siehe, da richtete sich meine Garbe auf und blieb stehen. Und siehe, eure Garben stellten sich ringsum her und warfen sich vor meiner Garbe nieder." Da sprachen seine Brüder zu ihm: "Willst du etwa unser König werden? Willst du über uns herrschen?" Darum hassten sie ihn noch mehr, wegen seiner Träume und wegen seiner Reden. Er aber hatte noch einen anderen Traum, den erzählte er seinen Brüdern und sprach: "Seht, ich habe wieder geträumt, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne beugten sich vor mir nieder."

[32:41] Als er aber das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, tadelte ihn sein Vater und sprach zu ihm: "Was ist das für ein Traum, den du geträumt hast? Sollen etwa ich und deine Mutter und deine Brüder kommen und uns vor dir bis zur Erde niederbeugen?" Jakob hört, wie sein Sohn, sein 17-jähriger Sohn einen Traum hat, und in diesem Traum wird angedeutet, dass sowohl er als auch seine Frau, als auch alle restlichen Kinder sich vor Josef niederbeugen. Eine Prophezeiung. Und als Jakob das hört, wie reagiert er? Was sagt er? Er tadelt seinen Sohn. Er kann das nicht nachvollziehen. Er tadelt seinen Sohn für diese Prophezeiung und sagt: "Das soll nicht so passieren." Aber dann steht etwas Interessantes in Vers 11: "Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn. Sein Vater bewahrte das Wort im Gedächtnis." Das heißt, irgendwie hat es ihn nicht losgelassen. Irgendwie hat er gemerkt, da ist etwas, was mehr ist. Das ist nicht einfach nur eine Kinderfantasie. Das ist nur ein Hirngespinst, nicht nur ein wilder Traum. Scheinbar hat Gott wirklich zu ihm gesprochen. Aber die Botschaft wollte er nicht so richtig annehmen. Er wollte sie nicht so richtig annehmen. Aber er hat schon gemerkt, irgendetwas ist da. Da muss ich darüber nachdenken. Halten wir das fest im Hinterkopf. Wir werden darauf zurückkommen.

[34:22] Weiter in Vers 12: "Als aber seine Brüder nach Sichem gegangen waren, um die Schafe ihres Vaters zu weiden, da sprach Israel, Vers 13, zu Josef: Weiden nicht deine Brüder die Herde in Sichem? Komm, ich will dich zu ihnen senden." Er aber sprach: "Was? Hier bin ich." Habt ihr den Ausdruck gehört? "Hier bin ich." Wo haben wir den gehört? Bei Abram. "Hier bin ich." Übrigens, der Ort Sichem war der Ort, wo die Kinder Jakobs diese Heiden ermordet hatten. Das war genau diese Stadt gewesen. Das heißt, als sie den Plan hatten, nach Sichem zurückzugehen, hat sich Jakob wahrscheinlich gedacht: "Oh je, vielleicht richten die wieder was an. Vielleicht machen die schon wieder so eine Katastrophe. Ich muss den Josef hinsenden und schauen, was dort passiert."

[35:14] Vers 14: "Da sprach er zu ihm: Geh doch und sieh, ob es gut steht." Man kann auch wörtlich übersetzen: "Sieh nach dem Frieden deiner Brüder." Was heißt Frieden nochmal? Nach dem Schalom. Aber was war mit den Brüdern? Sie wollten ihn nicht mehr mit dem Friedensgruß grüßen. Er soll nach dem Frieden seiner Brüder suchen, obwohl seine Brüder ihm gegenüber keinen Frieden mehr haben. Seht ihr das Bild in unserem Kopf? Die Brüder haben schon immer gesagt: "Wir grüßen dich nicht mehr mit Schalom. Wir sind deine Feinde." Und jetzt sagt Jakob zu ihm: "Geh und siehe nach dem Frieden deiner Brüder."

[35:55] So sandte er ihn aus dem Tal Hebron, und er wanderte nach Sichem. Jakob bleibt alleine zu Hause. Alle, die die Bibel studieren, ab diesem Zeitpunkt, wenn man die Geschichte in der Bibel liest, heftet man sich an die Fersen von Josef und rennt mit Josef durch die Bibel. Wir wollen heute bei Jakob bleiben, denn Jakob bleibt zu Hause. Jakob geht nicht mit. Jakob bleibt zu Hause und hofft, dass sein Sohn sehr bald zurückkommt und berichtet, was seine anderen Söhne dort treiben. Und so wartet er einen Tag, zwei Tage. Wie viel sagt die Bibel? Das ist jetzt reine Spekulation von mir. Vielleicht drei Tage, vier Tage. Ich weiß es nicht. Und kurze Zeit später kommt ein Bote. Nicht der Josef.

[36:52] Schauen wir mal gemeinsam, was der Bote sagt. In 1. Mose 37, Vers 32: "Und sie schickten den bunten Leibrock ihrem Vater und ließen ihm sagen: Das haben wir gefunden. Sieh doch, ob es der Leibrock deines Sohnes ist." Da kommt ein Bote mit dem Leibrock. Aber der Leibrock sollte eigentlich an wem sein? An Josef. Aber der Leibrock ist ohne Josef. Stattdessen ist Blut daran. Jakob hatte sich so sehr darauf gefreut, dass dieser Leibrock in Kürze wieder am Horizont zu sehen ist, mit seinem Sohn, der ihn trägt. Stattdessen bekommt er den Leibrock mit Blut daran.

[37:39] Lesen wir weiter, was passiert. Vers 33: "Und er erkannte ihn und sprach: Es ist der Leibrock meines Sohnes. Ein wildes Tier hat ihn gefressen. Josef ist gewiss zerrissen worden." Jakob war ein bekehrter Mensch. Jakob war ein Mensch, der mittlerweile mit Gott lebte, aber trotzdem kam eine Katastrophe nach der anderen Katastrophe in sein Leben. Seine Frau war gestorben. Seine Söhne haben seinen Namen stinken gemacht, sagt die Bibel an einer Stelle. Sie sagt, dass sein Name stinkend war bei allen Nachbarn. Schon mal erlebt, dass die Kinder so viel Trouble machen, dass man sich nicht mehr vor die Tür traut? Dass man sich so sehr schämen muss wegen seiner eigenen Kinder? So ging es dem Jakob als Fremdling. Er war ja ein Ausländer, nicht wahr, dort. Und jetzt der einzige Sohn, sein liebster Sohn, an dem er so sehr gehangen hat, zerrissen von einem Tier. Zerrissen von einem Tier.

[38:36] Vers 34: "Und Jakob zerriss seine Kleider und legte Sacktuch um seine Lenden und trug lange Zeit Leid um seinen Sohn. Da machten sich alle seine Söhne auf und Töchter, um ihn zu trösten. Er aber wollte sich nicht trösten lassen, sondern sprach: Ich höre nicht auf zu trauern, bis ich zu meinem Sohn hinabfahre ins Totenreich. So beweint ihn sein Vater." Schon mal erlebt, dass eine Krise so hart in unser Leben kommt, dass wir sagen: "Ich höre nicht auf, ich lasse mich nicht trösten." Wenn jeder von uns kann ein bisschen was tragen, oder? Der eine mehr, der andere weniger. Aber irgendwann kommt der Punkt, wo wir sagen: "Ich will mich nicht mehr trösten lassen. Es ist zu viel. Ich kann das nicht mehr ertragen. Ich kann ertragen, dass das passiert. Ich kann ertragen, dass das passiert. Ich habe auch das getragen. Aber jetzt ist einfach gut. Ich habe keine Freude mehr im Leben. Ich möchte lieber sterben. Es ist einfach zu viel."

[39:37] Frage: Was hatte Josef geträumt? Was war der Inhalt des Traumes, für den Jakob den Josef getadelt hat? Können wir uns erinnern? Dass sie alle beugen vor Josef. Hat Gott diese Situation zugelassen, ohne ihm wenigstens einen kleinen Hoffnungsschimmer zu lassen? Gott hatte vorher erlaubt, dass Josef Träume hat, die sozusagen gezeigt haben, es wird mal eine Situation kommen, wo ihr euch alle vor Josef beugt. Hätte Jakob sich in dieser Situation daran erinnert, hätte er gewusst: Es ist noch nicht eingetreten. Entweder ist Josef gar nicht tot, oder wenn er tot ist, was kann Gott dann machen? Wieder auferwecken, so wie es mein Großvater Abraham auch gedacht hat. Manchmal ist es so, dass uns die Trauer so sehr überwältigt, die Konflikte und die Krisen in unserem Leben uns so sehr überwältigen, dass wir nicht mehr daran denken, was Gott uns schon als Verheißung gegeben hat und einfach unser Gehirn blockiert. Schon mal erlebt, dass wir nur noch die Trauer sehen, nur noch das Schlechte und das Wort Gottes nicht mehr hindurchkommt zu uns?

[41:13] Man könnte ja fast meinen, jetzt hat er genug gelitten, oder? Jetzt hat er wirklich genug erlebt. Schauen wir in Kapitel 38, Vers 1: "Es geschah nach jener Zeit, dass Juda, auch von seinen Brüdern, wegzog und sich zu einem Mann aus Adullam wandte, der Hira hieß. Vers 2: Und Juda sah dort die Tochter eines Kanaaniters, der Schua hieß, und er nahm sie zur Frau und ging zu ihr ein." Ein weiterer Sohn, sein vierter Sohn Juda, verlässt die Familie vollkommen, bricht mit allem und heiratet eine Kanaaniterin, genau das, was Gott verboten hatte. Er rennt weg in die Welt sozusagen. Der eine Sohn scheinbar tot, der andere Sohn weg, die Lieblingsfrau tot, die anderen Frauen streiten sich, die anderen Söhne kannst du alle in die Tonne kloppen. Das war die Situation des Jakob. Das war die Situation des Jakob. Genug gelitten? Genug Krisen auf dem Buckel?

[42:12] 1. Mose 42, Vers 1: "Und Jakob sah, dass es in Ägypten Korn gab. Da sprach Jakob zu seinen Söhnen: Was seht ihr einander an? Siehe, ich höre, dass es in Ägypten Korn gibt. Zieht hinab und kauft uns dort Getreide, damit wir leben und nicht sterben." Was war passiert? Hungersnot. Also, halten wir fest: Der eine Sohn tot, der andere Sohn verloren in der Welt. Der nächste Sohn schläft mit einer Ehefrau. Die anderen Söhne töten Menschen massenhaft. Die anderen machen andere schlechte Sachen. Eine Hungersnot. Ich meine, wir reden von einem bekehrten Menschen. Kein Mensch, der irgendwie in der Sünde lebt und den Gott irgendwie durch Gerichte aufwecken will, sondern von einem Menschen, der eigentlich seinen Frieden mit Gott gefunden hat, der sein Leben Gott übergeben hat, der von Jakob, dem Fersenhalter, zu Israel geworden war, dem Kämpfer Gottes. Und trotzdem kam eine Katastrophe auf die andere. Eine Katastrophe auf die andere.

[43:45] Vers 4: "Benjamin aber, den Bruder Josef, sandte Jakob nicht mit den Brüdern, denn er sprach: Es kann ihm ein Unfall begegnen." Ganz, ganz, ganz, ganz, ganz, ganz kleinen Hoffnungsschimmer hat er noch. Benjamin, der allerjüngste. Benjamin war der Sohn, den seine Lieblingsfrau Rahel geboren hatte, als sie starb, auf dem Weg nach Ephratah, sagt die Bibel. Sie war in Geburtswehen, brachte dieses Kind noch zur Welt, und dann starb sie. Seine geliebte Frau. Sie nannte ihn Ben-Oni, den Sohn meiner Trauer. Er nannte ihn dann Benjamin, den Sohn meiner Rechten. Die letzte Erinnerung an seine geliebte Frau. Die letzte Erinnerung noch an die gute alte Zeit, sozusagen. Wenn alles zusammenkommt, wenigstens noch Benjamin, ein bisschen Erinnerung, ein bisschen Nostalgie, nicht wahr? Lass mir wenigstens noch die Nostalgie, wenn ich auch schon meinen Lieblingssohn Josef verloren habe. Lass mir wenigstens noch ein bisschen Freude am Leben.

[44:40] Kapitel 42, Vers 29: 1. Mose 42, Vers 29: "Als sie aber zu ihrem Vater Jakob jetzt wieder zurückkommen, nachdem sie nach Ägypten gegangen sind, um Korn zu kaufen, erzählten sie ihm alles, was ihnen begegnet war und sprachen: Der Mann, der Herr des Landes ist, redete hart mit uns und behandelte uns als Kundschafter des Landes." Auch das noch. Können wir uns für einen Moment in die Lage von Jakob hineinversetzen? Er versucht, sein Leben irgendwie in die Gänge zu kriegen, und jede Botschaft, die wir von Jakob lesen in dieser Zeit, jede Botschaft, jede Nachricht, jeder Text scheint gegen ihn zu sein. Immer nur gegen ihn, immer nur gegen ihn. Jetzt wird er sogar noch als politischer Feind behandelt. Seine Söhne werden als politische Feinde behandelt. Und das meint er wohl, was mit Kundschaftern dann passiert ist. Damals ganz schnell: Wer ein Spion ist, ein Feind, der muss aus dem Weg geräumt werden, oder? "Der Mann, der für das Korn zuständig ist, redete hart mit uns. Es ist nicht einfach, an Korn heranzukommen."

[45:52] Vers 31: "Wir sagten: Wir sind aufrichtig und sind keine Kundschafter. Wir sind zwölf Brüder, Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr, der Jüngste, aber ist gegenwärtig bei unserem Vater im Land Kanaan." Da sprach der Mann, der Herr des Landes, zu uns: "Daran will ich erkennen, ob ihr aufrichtig seid. Lasst einen eurer Brüder bei mir zurück und geht und nehmt mit." Als Jakob das hört: "Moment, das habt ihr doch wirklich gemacht?" "Doch, wir mussten es machen." Und er zählt durch: "Moment, ihr seid zehn gewesen. Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun. Wo ist der Zehnte? Wo ist Simeon?" "Ja, wir mussten Simeon zurücklassen." "Ihr habt Simeon zurückgelassen?" "Ja, und die Bedingung ist, wir kriegen Simeon nur zurück, wenn wir bei der nächsten Reise Benjamin mitnehmen."

[46:47] Vers 35: "Und es geschah, als sie ihre Säcke ausleerten, siehe, da hatte jeder seinen Beutel mit Geld in seinem Sack. Als sie und ihr Vater ihre Beutel mit Geld sahen, erschraken sie." Wenn das rauskommt, dass wir hier noch gekauft haben und nicht mal ordentlich bezahlt haben. Wenn wir schon als Kundschafter da gelten und jetzt noch rauskommt, wir haben dieses irgendwie, vielleicht sogar ohne richtig zu bezahlen, zu bekommen. Können wir noch mal zurück nach Ägypten? Oder werden sie uns gleich den Kopf kürzer machen? Aber es gibt etwas Interessantes daran. Wenn man Korn zurückbekommt, wenn man Korn kauft und das Geld ist oben im Kornsack, was hat man dann bekommen? Ein Geschenk. Ein Geschenk. Ganz umsonst. Und wie reagiert Jakob auf dieses Geschenk ganz umsonst? Er erschrickt. Warten wir es im Hinterkopf. Er erschrickt für ein Geschenk ganz umsonst.

[48:02] Vers 36: "Und ihr Vater Jakob sprach zu ihnen: Ihr habt mich meiner Kinder beraubt. Josef ist nicht mehr, Simeon ist nicht mehr, und Benjamin wollt ihr mir nehmen. Dies alles ist über mich gekommen." Manche Übersetzungen sagen: "Alles steht gegen mich." Das ganze Leben steht gegen mich. Ich habe mit Gott gekämpft, ich habe mit Gott gerungen, aber mit den Umständen meines Lebens komme ich nicht klar. Ich kann mir fast vorstellen, wie er gedacht hat: "Es ist einfacher, mit Gott zu kämpfen, als mit den alltäglichen Schwierigkeiten im Leben, oder?" Es ist so einfach, manchmal hier zu stehen und zu sagen: "Ja, ich möchte mit Jesus leben", und man ist froh und dankbar dafür. Aber wenn die Schwierigkeiten im Leben kommen, dann kann man es nicht ertragen. Man kann die vielen Konflikte nicht ertragen. Er legt die Schuld auf seine Söhne.

[49:04] Nun, der erstgeborene Ruben hat einen interessanten Plan. Was der erstgeborene Ruben sagt: "Du, Vater, du kannst meine beiden Söhne töten, wenn ich ihn dann nicht wiederbringe." Toller Plan. Wir setzen uns in die Lage von Jakob. Jakob sagt: "Ihr habt mir schon drei Söhne genommen." Und Ruben sagt: "Du, kein Problem, wenn der Benjamin nicht zurückkommt, wenn dir was passiert, kannst du deine Enkel töten. Das ist dein Recht." Und Jakob hat gedacht: "Wie soll ich jemals meinen Söhnen beibringen, worum es beim Evangelium geht? Die haben es überhaupt nicht verstanden, überhaupt nicht begriffen. Das ist nur Blutrache, nicht wahr? Du hast mir was getan, ich tue das Doppelte." Das war die Realität. Es war ein christliches Elternhaus, nicht wahr? Der Vater war guter Christ, aber hinter der Fassade Mord und Totschlag. Schlimmer als zu den Heiden. Und manchmal ist das in unserem Leben auch so, dass hinter der christlichen Fassade unserer Familien manchmal nur mit Worten Mord und Totschlag ist. Und abstruse Ideen.

[50:24] Vers 38: "Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen, denn sein Bruder ist tot und er ist allein übrig geblieben. Sollte ihm ein Unfall begegnen auf dem Weg, den ihr geht, so würdet ihr meine grauen Haare vollkommen ins Totenreich hinunterbringen. Das ist das allerletzte, was ich habe. Ich habe so viel erlebt, dass jetzt der allerletzte Schritt: Benjamin kommt nicht mit. Wenn Benjamin was passiert, dann bin ich tot. Da gibt es auch keinen Weg zurück. Wenn in Benjamin etwas passiert, dann bin ich tot." Nur die Hungersnot hat nicht aufgehört. Und solange das Korn reicht, kann man mit dieser Einstellung leben, oder? Das heißt, als das Korn aufgehört hat zu reichen, als das Korn zu Ende war, hatte Jakob zwei Möglichkeiten: Entweder sterben durch Hunger oder sterben durch den eventuellen Verlust von Benjamin.

[51:15] Kapitel 43, Vers 1: "Aber die Hungersnot lastete auf dem Land. Und es geschah, als sie Korn aufgezehrt hatten, das sie aus Ägypten hergebracht hatten, da sprach ihr Vater zu ihnen: Geht und kauft uns wieder ein wenig Speise." Und jetzt achtet mit mir gemeinsam, wer jetzt zu ihm spricht. Das ist eine der unbekanntesten Geschichten der Bibel, die ist ganz, ganz tief hinter den Zeilen, zwischen den Zeilen. Man kann sie kaum erkennen, aber sie ist total schön. Wer spricht zu ihm? Juda. Was wissen wir von Juda? Wer war Juda? Juda war derjenige, der – der ganz weggezogen war, der eine kanaanitische Frau geheiratet hat. Die Bibel sagt sogar, dass er mit – unwissentlich – mit seiner eigenen Schwiegertochter Hurei getrieben hat und eine furchtbare Geschichte. Aber offensichtlich war Juda wieder zurückgekehrt. Er war zurückgekehrt.

[52:14] Jetzt achten wir, was er sagt: "Der Mann hat uns ehrlich bezeugt und gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn euer Bruder nicht bei euch ist. Wenn du nun unseren Bruder mit uns sendest, so wollen wir ihn abziehen und die Speise kaufen. Wenn du ihn aber nicht gehen lässt, so ziehen wir nicht hinab. Denn der Mann hat uns sonst gesagt: Ihr sollt mein Angesicht nicht sehen, wenn euer Bruder nicht bei euch ist." Da sprach Israel: "Warum habt ihr mir das zu Leide getan, dem Mann zu verraten, dass ihr noch einen Bruder habt? Ich meine, warum habt ihr das gemacht? Warum habt ihr noch mein letztes Geheimnis sozusagen? Warum? Warum?" Heute haben wir die Frage, die hier steht, diese Verzweiflung der menschlichen Seele. Warum? Warum ist mir das passiert? Warum warst du so dumm und hast das gesagt? Hättest du nicht besser aufpassen können? Warum hast du das nun gemacht? Warum? Warum?

[53:02] Vers 7: "Sie sprachen: Der Mann forschte genau nach uns und unserer Verwandtschaft und sprach: Lebt euer Vater noch? Habt ihr noch einen Bruder? Da gaben wir ihm Auskunft, wie es sich verhielt. Konnten wir denn wissen, dass er sagen würde: Bringt euren Bruder herab?" Und Juda sprach zu seinem Vater Israel: "Gib mir den Knaben mit. So wollen wir uns auf den Weg machen, damit wir leben und nicht sterben, wir und du und unsere Kinder. Ich will für ihn bürgen und von meiner Hand sollst du ihn fordern. Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe und ihn von deinem Angesicht stelle, so will ich die Schuld tragen vor dir mein ganzes Leben lang." Was war der Vorschlag von Juda gewesen, von Ruben gewesen? "Wenn ich ihn dir nicht wiederbringe, töte meine Söhne, die sollen die Schuld tragen." Was sagt Juda? "Ich will die Schuld auf mich nehmen." Und das macht den Unterschied. Denn jetzt gibt Jakob sein Okay.

[54:12] Vers 10 heißt es: "Wenn wir nicht gezögert hätten, so wären wir gewiss jetzt schon zweimal zurückgekehrt." Vers 11: "Da sprach der Vater Israel zu ihnen: Wenn es dann doch sein muss, dann macht es so. Nehmt in euren Säcken von den berühmtesten Erzeugnissen des Landes und bringt sie dem Mann als Geschenk ein wenig Balsam, ein wenig Honig, Tragant und Ladanum, Pistazien und Mandeln. Nehmt auch den doppelten Betrag Geld mit euch und erstattet das übrig erhaltene Geld, das oben in euren Säcken war, eigenhändig wieder, vielleicht was ein Versehen." Und jetzt achtet ganz genau auf die nächsten beiden Verse. "Und nehmt euren Bruder mit, macht euch auf und kehrt zu dem Mann zurück. Und jetzt ganz genau lesen: Und Gott, der Allmächtige, gebe euch was? Barmherzigkeit vor dem Mann." Wie war der Mann nochmal? Der Mann redet hart, ein harter, ein harter Richter, nicht wahr? Gott gebe euch Barmherzigkeit.

[55:05] Und worin besteht die Barmherzigkeit in der Vision von Jakob, in seinem Denken? Worin würde die Barmherzigkeit bestehen? Dass er euch euren anderen Bruder wieder mitgibt. Welchen Bruder? Den Simeon und Benjamin. Er sagt: "Wenn Gott gnädig ist, Gott gebe euch Gnade, dass ich den Simeon und den Benjamin wieder bekomme." Und dann sagt er: "Ich aber, wenn ich doch der Kinder beraubt sein soll, so sage ich: Ihrer beraubt." Jakob beschließt auch das Letzte, wo er noch sein Herz hängt, auf den Altar zu legen. Können wir uns an gestern erinnern? Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast. Und er hofft auf die Gnade Gottes. Er hofft, nachdem er so viele Schicksalsschläge erlitten hat, so viele Katastrophen in seinem Leben, hofft er, dass Gott diesmal wegen einmal gnädig ist und ihm seine beiden Söhne Simeon und Benjamin zurückgibt. Das wäre der Ausdruck der Gnade Gottes. Vielleicht kannst du es möglich machen, Gott, aber ich bin bereit, darauf zu verzichten. Wenn ich ihrer beraubt sein soll, so soll ich ihrer beraubt sein. Aber vielleicht, Gott, wenn es möglich ist, wenn du mir Gnade gibst, gibst du mir diese beiden Söhne, die ich noch zurückbekommen kann, gibst du mir sie zurück. Und die Söhne gehen davon.

[56:29] Da geht ein bisschen Zeit. Wir schlagen weiter zu 1. Mose 45. Nach einigen Wochen, vielleicht einigen Tagen, sieht er die Karawane zurück aus Ägypten kommen, reich beladen mit Korn. Und es heißt in 1. Mose 45, Vers 25: "So reisten sie von Ägypten hinauf und kamen in das Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob. Und sie berichteten ihm und sprachen: Josef lebt noch! Josef lebt noch!" Was war die Gnade, die er erbeten hat? Welche Gnade hat er erbeten? Gib mir die beiden Söhne zurück, Simeon und Benjamin. Was heißt Josef übersetzt? Erfüge hinzu. Erfüge hinzu. Josef lebt noch und ist Herrscher über das ganze Land Ägypten. Aber der nächste Satz ist sehr interessant. Was sagt der nächste Satz? "Aber sein Herz blieb kalt." Warum? Denn er glaubt ihn nicht. Die Gnade war zu viel, als dass es ein menschliches Herz glauben konnte. Es war zu viel. Das glaube ich nicht. Ihr wollt nicht feiern. Hört auf, mit mir Spaß zu machen. Seht ihr nicht, wie viel Leid ich gehabt habe? Hört auf damit. Ich glaube euch nicht. Josef lebt noch. Sein Herz blieb kalt, denn er glaubte ihnen nicht.

[58:12] Jetzt lesen wir weiter. Vers 27: "Da sagten sie ihm alle Worte, die – wer geredet hatte? Die Josef zu ihnen geredet hatte. Und als er die Wagen sah, die Josef gesandt hatte, um ihn abzuholen, da wurde der Geist des Vaters Jakob lebendig." Es waren zwei Dinge, die ihn letztendlich überzeugt haben, dass Josef wirklich lebt. Es waren nicht die Worte der Brüder, sondern die Worte des Josef und die sichtbaren Zeichen. Die Worte Josef, verbunden mit den sichtbaren Zeichen, machten ihm das tatsächlich real, die Situation. Josef lebt wirklich. Er füge hinzu.

[59:04] Sie waren tief enttäuscht gewesen. Sie waren am tiefsten Punkt ihrer religiösen Erfahrung gewesen. Tränen überströmt gingen sie den Weg nach Emmaus. In Lukas 24 lesen wir, wie ein Fremder zu ihm spricht, zu diesem traurigen Menschen. In Lukas 24, Vers 18, Vers 17: "Und er sprach zu ihnen: Was habt ihr unterwegs miteinander besprochen und warum seid ihr so traurig?" Da antwortete der eine, dessen Name Kleopas war, und sprach zu ihm: "Bist du der einzige Fremdling in Jerusalem, der nicht erfahren hat, was dort geschehen ist in diesen Tagen?" Und er sprach zu ihnen: "Was?" Sie sprachen zu ihm: "Dass mit Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk, wie ihn unsere obersten Priester und führende Männer ausgeliefert haben, dass er zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde. Wir aber hofften, er sei der, welcher Israel erlösen sollte. Ja, bei alledem heute schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist."

[1:00:17] Jakob hatte all seine Hoffnungen in seinem späten Leben auf Josef gesetzt. Diese Jünger hatten all ihre Hoffnungen auf Jesus gesetzt. Als Jakob seinen Sohn zu seinen Brüdern schickt, mit welchem Ziel hat er ihn geschickt? Was war noch seine Aufgabe, als er nach Sichem gehen sollte, nach seinen Brüdern? Er sollte nach ihrem Frieden schauen. Als Jesus auf die Welt kam, mit welchem Ziel kam er? Friede auf Erden und den Menschen seines Wohlgefallens. Jesus, der Friedefürst, kam, um nach unserem Frieden zu sehen. Und was war die Reaktion der Brüder, als Jesus zu ihnen kam, als Josef zu ihnen kam? Sie wollten ihn nicht mit dem Friedensgruß grüßen. Wir sind deine Feinde. Josef berichtete all das, was die Brüder Böses taten. Er sagte immer die Wahrheit, oder? Die Bibel sagt, Jesus ist der treue und wahrhaftige Zeuge, der den Pharisäern ins Angesicht sagte: "Ihr Otternbrut." Und deswegen hassten sie ihn noch so mehr. Josef sagte alles, was sie berichtet haben. Er sagte die Wahrheit schonungslos, und deswegen hassten ihn seine Brüder. Aber Jakob liebte ihn und Jakob war begeistert von ihm. So wie einige Jünger begeistert waren von Jesus und sie in den Himmel hoben, so wie Jakob ihm ein Kleid machte, einen bunten Leibrock, wie ihn Könige trugen, so wollten die Jünger was, dass Jesus ihr König wird. Aber dann sind sie tief enttäuscht, so wie Jakob, als er das Kleid bekommt, das mit Blut befleckt ist. Sie sind tief enttäuscht, denn Jesus wird gekreuzigt.

[1:02:24] Was hat Jakob gedacht? Von wem ist das Tier? Es ist so super. Ich habe mich den ganzen Vortrag darauf gefreut. Von wem hat Jakob gedacht, ist Josef zerrissen worden? Von einem wilden Tier. Jetzt, für alle Insider: Was haben die Jünger geglaubt? Von wem ist Jesus getötet worden? Die hohen Priester haben ihn ausgeliefert. Wen haben sie ihm ausgeliefert? Den Römern. Für alle Insider: Wie wird Rom in der biblischen Prophetie beschrieben? In Daniel 7, Vers 8, wird Rom beschrieben als ein wildes und schreckliches Tier. Er hat geglaubt, dass Josef zerrissen worden ist von einem wilden Tier. So wie die Jünger geglaubt haben, die Römer haben ihn getötet, deswegen kann er nicht mehr König sein. Aber in Wirklichkeit ist Josef nicht zerrissen worden von einem Tier, sondern ist verraten worden von seinen Brüdern. Jesus ist nicht von den Römern getötet worden, sondern verraten worden von dir und von mir, wegen unserer Sünde. Josef ist verkauft worden für 20 Silberlinge, als ein Sklave. Jesus wurde verraten für 30 Silberlinge, der Preis im mosaischen Gesetz für einen Sklaven.

[1:04:17] Die Jünger sind verzweifelt und glauben: "Wir hofften, dass er uns erlösen würde. Wir hofften, er wäre der Erlöser." Und neben ihnen steht der Erlöser. Jakob sitzt in seinem Zelt und ist verzweifelt und ist noch verzweifelter, als das Korn umsonst kommt. Und er erschrickt darüber, ist verzweifelt und ist in seinen ganzen schlechten Gedanken gefangen. Aber als Jesus schon starb, was sagt Jesus über sich? "Ich bin das Brot der Welt." Und das Brot bekommt man umsonst. Schlagt mit mir auf in Jesaja 55.

[1:05:03] Jesaja 55. Jesaja 55, dort steht Vers 1 und 2: "Wohl an, ihr Durstigen, alle kommt her zum Wasser, und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch. Warum wiegt ihr Geld ab für das, was kein Brot ist, und euren Arbeitslohn für das, was nicht sättigt? Hört doch auf mich, so sollt ihr Gutes essen, und eure Seele soll sich laben an fetter Speise." Jesus, das Brot der Welt, gibt uns das Brot umsonst, das Brot des Lebens. Durch seinen Tod.

[1:05:52] Übrigens, hätte Jakob wissen können, dass das passiert? Wodurch? Durch die Prophezeiung. Aber als die Prophezeiung sagt, das und das wird passieren, was hat er gemacht? Er hat ihn getadelt. Schlagt mit mir auf in Matthäus 16.

[1:06:32] Matthäus 16, Vers 21: Übrigens, die Jünger zu Emmaus sagen ja, es war ein Prophet, nicht wahr? Er konnte die Zukunft vorhersagen. Vers 21: "Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsse, von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten, und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsse." Was macht Petrus? Vers 22: "Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an ihm zu wehren und sprach: Herr, schone dich selbst! Das fiel dem Pfarrer dir noch nicht." Petrus tadelt Jesus, obwohl Jesus durch die Prophezeiung vorbereiten möchte auf das, was kommt. Gott wollte durch Josef Jakob vorbereiten auf das, was kommen wird, aber stattdessen tadelt er ihn, weil das, was die Prophezeiung gesagt hat, nicht mit seinen persönlichen Ansichten übereinstimmt. Aber hätte er ihn nicht getadelt, hätte er das sofort angenommen, wäre er vorbereitet gewesen. So wie die Jünger vorbereitet gewesen wären.

[1:07:25] Übrigens, schauen wir ganz kurz nochmal zurück zu Lukas 24. Lukas 24. Was sagt Jesus zu ihm? In Lukas 24. Ach nein, in Vers 22. Lukas 24, Vers 22: "Denn die Bibel sagt ja, dass Josef, als jetzt die Nachricht kommt von den Brüdern, Josef lebt. Was sagt Jakob dann? Er blieb kalt." Als die Nachricht kommt von den Frauen am Grab, Jesus ist auferstanden, lesen wir vorher noch in Vers 11. Lukas 24, Vers 11: "Und ihre Worte kamen ihm vor wie ein Mähren, und sie glaubten ihm nicht." Als andere kommen und sagen: "Jesus ist auferstanden." Das ist jetzt zu viel des Guten. Das ist zu viel des Guten. Und so oft passiert das in unserem Leben. Und das ist übrigens ein wichtiges Prinzip. So viele Menschen lehnen Jesus ab, weil sie es nur von anderen gehört haben. So wie Jakob hören sie von anderen: "Jesus lebt." Und sie sagen: "Ja, natürlich. Jesus im Allerheiligsten. Jesus kommt wieder sehr bald. Schönes Märchen." Aber es gibt etwas, was selbst das kälteste Herz erwärmt. Und das sind – was hat nochmal den Jakob erwärmt? Es waren die Worte des Josef, verbunden mit sichtbaren Beweisen.

[1:09:00] Übrigens, als Josef dort in Ägypten war, wie hat er zu ihnen gesprochen als ein harter Mann? Schauen wir, wie Jesus reagiert in Lukas 24, Vers 25: "Und er sprach zu ihnen: Oh ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben? Musste nicht der Christus dies leiden und seiner Herrlichkeit eingehen?" Harte Worte, die sie direkt zum Evangelium führen. "Oh ihr Unverständigen." Und er legt ihnen jetzt die Worte aus, Vers 27: "Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legt ihnen allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht." Und das Wort Gottes, lesen wir weiter, Vers 29: "Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn, und er verschwand vor ihnen." Als Jesus ihnen seine eigenen Worte, das Wort Gottes predigt, verbunden mit dem Beweis, mit dem Brotbrechen, da werden ihnen die Augen geöffnet. Jesus lebt, viel mehr als wir zu hoffen gehabt haben, viel mehr als wir jemals uns zu hoffen erträumt hätten. Jesus lebt. Und was passiert mit ihrem Herzen, das vorher kalt war?

[1:10:38] Lesen wir den nächsten Vers, Vers 32: "Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz?"

[1:10:45] Hast du ein kaltes Herz heute? Dein Herz kann wieder brennen, wenn du Jesu Worte selbst hörst, selbst liest und siehst, was Jesus in deinem Leben bewirkt. Als Jakob die Wagen sah, die die Möglichkeit jetzt in Sicht stellten, dass er tatsächlich nach Ägypten gehen kann, um seinem geliebten Josef zu begegnen, war er überzeugt. Wenn du siehst, dass Gott Vorkehrungen trifft, dass du tatsächlich nach seinem Willen leben kannst und es in deinem Leben erlebst, spürbar, dann wird aus dem kältesten Herz ein brennendes Herz. Brannte nicht unser Herz?

[1:11:33] Wir sind zum Schluss angekommen und kommen jetzt noch zu 1. Mose, Kapitel 47, Verzeihung, Kapitel 46. Vorerst noch Kapitel 45, Vers 28. 1. Mose 45, Vers 28. Und Israel sprach: Für mich ist es genug, dass mein Sohn Josef noch lebt. Ist es für dich genug, dass Jesus noch lebt? Ist das eine Hoffnung, die größer ist als alle Katastrophen, die vorher gewesen sind? Jesus lebt und du kannst zu Jesus kommen, denn Jesus ist nicht mehr nur der König von Israel, sondern ist der König der ganzen Welt, so wie Josef der König von ganz Ägypten wurde. Und Josef verteilt das Korn an jeden, der es haben möchte. Umsonst, finde ich, ist es genug für dich, dass Jesus lebt. Ich will hingehen und ihn sehen, bevor ich sterbe. Möchtest du Jesus sehen, bevor du stirbst? Ich will hingehen und will ihn sehen, bevor ich sterbe.

[1:12:42] Kapitel 46, Vers 1. Und Israel brach auf mit allem, was er hatte, und als er nach Beerscheba kam, das war der Ort, wo er ganz am Anfang geflohen war. Dort, wo er seinen Vater betrogen hatte. Nach all den Jahren, er hatte sich schon längst bekehrt, aber jetzt erst kommt er zurück an den Ort Beerscheba. Da, wo alles angefangen hatte. Da, wo die Reise weg von Gott so richtig begonnen hatte. Erst Gott führt ihn ganz zurück an den Anfang. Jakob, wir fangen doch mal ganz von vorne an. Erst hast du ein Leben ohne mich gelebt in der Sünde. Dann hast du ein Leben zwar mit mir gelebt, aber so in deine eigenen Probleme vertieft und die ganzen negativen Schlagzeilen, dass ich nicht wirklich mit dir arbeiten konnte. Ja, es ist möglich, so wie Jakob, an Gott zu glauben, mit Gott zu leben, scheinbar, aber so verzweifelt zu sein, so entmutigt zu sein, so enttäuscht zu sein, dass man keine Freude mehr im Leben hat. Schon mal so einen Christen erlebt, der noch das Richtige tut, aber einfach bis hier oben die Nase gestrichen voll hat? Die Antwort davor ist: Josef lebt, Jesus lebt, und das ändert alles. Jakob kann doch mal ganz von vorne anfangen und deswegen bringt er dort seinem Gott ein Opfer dar.

[1:14:11] Vers zwei und Gott sprach zu Israel in einem Nachtgesicht: Jakob, Jakob, Jakob, Jakob. Und er sprach: Hier bin ich. Genau das Gleiche, was mit Abraham war. Als Abraham nach allem Hoch und Tief, nach allem Auf und Ab bereit war, selbst das Allerletzte zu geben, konnte Gott ihm alles zeigen, den ganzen Erlösungsplan. Als Jakob bereit war, diesen Benjamin ziehen zu lassen und gesagt hat: Ich verlasse mich ganz auf Gottes Gnade. Ich bin bereit, auf alles zu verzichten. Ich verlasse mich allein auf Gottes Gnade. Ich verlasse mich nicht nur auf meine eigene Kraft. Da konnte Gott ihm noch so viel mehr hinzufügen. Denn Josef heißt, er füge hinzu, mehr als wir jemals zu träumen gewagt hatten. Die Bibel sagt übrigens, dass Jakob später sagt: Ich hätte nicht mehr gewagt, dafür zu beten, dass Josef noch lebt. Aber es ist wahr. Jakob, Jakob, er sprach: Hier bin ich.

[1:15:29] Vers drei, da sprach er: Ich bin der starke Gott, der Gott eines Vaters. Fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen, denn dort will ich dich zu einem großen Volk machen. Ich will mit dir hinab nach Ägypten ziehen und ich führe dich gewiss auch wieder hinauf. Und Josef soll dir die Augen zudrücken. Die Verheißung war ja gewesen, schon an Abraham: Ich will deinen Samen mehren wie die Sterne am Himmel und am Sand am Meer. Und nach über 200 Jahren waren wie viel Samen entstanden? Ungefähr 70. Ungefähr 70. Und Gott sagt: Du musst eine Veränderung vornehmen in deinem Leben. Du musst nach Ägypten. Denn in Ägypten, das ist nur am Rande, andersrum, in Kanaan, wenn ihr jetzt weiter wachst, das Land ist voller Kanaaniter. Ihr würdet euch vermischen. Aber in Ägypten habt ihr einen Platz im Land Gosen, wo ihr separat leben könnt, denn die Ägypter hassen Hirten. Ihr werdet euch nicht mit ihnen vermischen und ihr müsst eine lokale Veränderung in eurem Leben vornehmen, um den Plan Gottes auszuführen.

[1:16:27] Gott ruft uns heute und sagt: Bist du bereit, all die Schwierigkeiten in deinem Leben zu vergessen und die volle Gnade Gottes anzunehmen? Und bist du bereit, ganz neue Schritte in deinem Leben zu gehen? Raus aus dem, was immer dein Leben, dein Denken, deine Denkmuster bestimmt haben. Manche von uns leben seit Jahren oder Jahrzehnten bestimmten Denkmustern. Das ist schlecht, das ist schlecht, hier geht es mir schlecht, ich bin so arm, ich bin so dumm, ich kann nicht, ich bin unbegabt, alles schlecht. Gott sagt, er füge hinzu. Gott hat Jesus auf diese Welt gesandt, damit wir nicht in solchen Denkmustern leben.

[1:17:14] Jakob, Jakob, ich will mit dir hinauf nach Ägypten ziehen. Wenn Gott sagt: Geh dorthin, verändere das, zieh vielleicht in eine andere Stadt oder ergreife einen anderen Beruf oder mache, auf was immer Gott dir zeigt, bist du bereit, aus deinem gewohnten Trott herauszukehren? Auch wenn du wie Jakob vielleicht seit Jahrzehnten ein guter Christ bist, der einfach nur mit seinem Leben hadert. Bist du bereit, aus deinem gewohnten Trott herauszugehen, wenn Gott dich ruft, weil du erlebt hast, dass er über alle Maßen segnet, wenn man sich nur ganz auf ihn verlässt?

[1:17:54] Jakob, Jakob, das ist die Herausforderung heute an dich und an alle, die ihr live zuschaut. Wer von euch möchte noch näher zu Jesus? Wer möchte sagen: Ich will hinziehen und Jesus sehen und notfalls auch eine Veränderung vornehmen in meinem Leben, was auch immer sie sein mag und vor allem aus meinen Denkmustern, die immer nur alles schlecht reden und schlecht machen, herauskommen und sehen, was Gott Großes für mich getan hat, der mir das Brot des Lebens umsonst gibt und mich überrascht, denn er füge hinzu. Soll Gott auch mehr zu dir hinzufügen, noch mehr Gnade, noch mehr Segen? Ist das dein Wunsch? Wenn das dein Wunsch ist, dann lass uns gemeinsam aufstehen.

[1:18:41] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr. Die Bibel ist ein so wunderbares Buch. Es gibt so viele spannende Geschichten zu entdecken und so viel mehr zwischen den Zeilen, als man beim ersten oberflächlichen Lesen sieht. Und Herr Jesus, du weißt, wie viele von uns in der letzten Zeit vielleicht so gelebt haben wie Jakob. Schon mit dem Wunsch, dir wohlgefällig zu sein, aber nur mit dem Fokus auf das Schlechte im Leben und auf die Katastrophen und auf die Schwierigkeiten, bis wir irgendwann den Mut verloren haben zu leben. Und wir haben gesehen, dass deine Gnade so viel größer ist. Dass da, wo Jakob sich als höchste Gnade gewünscht hat, dass Simeon und Benjamin zurückkommen, genau dann der Moment war, wo du gesagt hast: Josef lebt noch. Wir haben heute gesehen: Jesus lebt. Manch einer von uns wünscht sich einfach Gesundheit oder eine Arbeitsstelle oder einfach nur Frieden mit seinem Bruder, seiner Schwester. Aber du hast noch so viel mehr. Du hast nicht nur Simeon und Benjamin zurückgebracht, sondern du hast auch noch Josef wieder mit Jakob vereint. Und du kannst uns nicht nur all diese Dinge geben, von denen wir gerade gesprochen haben, sondern du kannst uns ewiges Leben geben. Etwas, was wir so oft einfach aus den Augen verlieren.

[1:20:16] Wir wollen diesen Ruf Jakob, Jakob ganz bewusst an uns heute wahrnehmen. Dass du mich rufst, dass du jeden Einzelnen von uns rufst und dass du uns zweimal rufst, um uns deutlich zu machen: Du kümmerst dich um uns. Du möchtest die Verheißungen wahrmachen. Du möchtest die Verheißungen, die schon unseren Vätern und Vorvätern und Ur-Ur-Ur-Ur-Vätern gegeben worden sind, du möchtest sie wahrmachen. Aber dazu müssen wir uns manchmal verändern. Dazu müssen wir manchmal Veränderungen in unserem Leben vornehmen, damit sie auch möglich werden. Und wir danken dir, dass wir im Beispiel von Jakob sehen können, dass er deinem Ruf gefolgt ist. Und du aus diesen 70 Nachkommen von Abraham erst zwei Millionen Israeliten gemacht hast und dann heute Millionen, wenn nicht Milliarden von Kindern Abrams durch alle Zeiten hindurch, die durch den Glauben gerecht werden. Du hast deine Verheißung wahrgemacht und all die Verheißungen, die noch ausstehen, wirst du auch wahrmachen. Und wir möchten dich bitten, dass wir den Ruf an uns hören und sehen, welche Veränderungen wir in unserem Leben vornehmen müssen, damit dieser Ruf auch Realität werden kann. Wir danken dir von ganzem Herzen für die Zeit, die wir hier miteinander verbringen durften und möchten dich bitten, dass wenn wir uns am Dienstag wieder versammeln zum Thema Mose, Mose, dass du dann wieder zu uns sprichst und uns zeigst, was dein Ruf in unserem Leben bewirken kann. Amen.


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