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In dieser Predigt wird die Geschichte von Mose im Kontext von Gottes wiederholten Rufen beleuchtet. Es wird gezeigt, wie Gott bereits vor unserer Geburt einen Plan für uns hat und wie er uns durch verschiedene Lebensumstände formt. Die Ausführungen beleuchten die Bedeutung von Gottes Ruf, die Überwindung von Hindernissen und die Bereitschaft, Gottes Plan für unser Leben anzunehmen, auch wenn es bedeutet, die eigene Identität und den eigenen Weg neu zu definieren.


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Serie: Wenn Gott zweimal ruft

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Transkript

[0:27] Wenn Gott zweimal ruft, haben wir bisher zweimal betrachtet. Wir haben am Freitag gesprochen über Abraham, Abraham. Und wir haben am Samstagabend gesprochen über Jakob, Jakob. Wir haben bei Abraham, Abraham gesehen, dass Gott etwas für uns getan hat, was kein Mensch tun kann. Wir haben gesehen, was Jesus für ein gewaltiges Opfer für uns gebracht hat. Und dass dieser Ausspruch Abraham, Abraham die beste Nachricht an Abraham aller Zeiten war, als er nämlich gemerkt hat, ich muss meinen Sohn nicht opfern, sondern Gott wird ein Lamm zur Opferung bringen, nämlich Jesus Christus. Und wir haben uns vorgenommen, uns mit ganzem Herzen Gott zu übergeben und dieses Geschenk anzunehmen.

[1:18] Wir haben beim Thema Jakob, Jakob gesehen, dass, wenn wir Gottes Ruf annehmen, wir manchmal auch Veränderungen vornehmen müssen. Wir müssen hinaus aus unseren Gedankenmustern, aus unseren eingefahrenen Wegen des Denkens, so wie auch Jakob aus seiner Depression und aus seiner, ja, aus seinen schlechten Gedanken heraus musste, um die ganze Gnade des Evangeliums annehmen zu können. Sie erinnern sich, als wir gesprochen haben über Josef lebt noch, nicht wahr? Er füge hinzu. Wir hörten damit auf, dass Jakob Israel mit seinen 70 Verwandten sozusagen nach Ägypten gegangen ist und ungefähr dort wollen wir heute die Geschichte den roten Faden aufnehmen und ein wenig weiterspinnen in unserer Geschichte durch die Bibel, wenn Gott zweimal ruft. In Erstemose, damit wollen wir beginnen, Erstemose 50 und dort ab Vers 24.

[2:18] Erstemose 50 und dort ab Vers 24, da geht es jetzt um den Sohn von Jakob, den berühmten Josef, der dann auch irgendwann sehr alt geworden war in Ägypten und sterben sollte. Und das sind jetzt die letzten drei Verse des ersten Buches Mose, sozusagen der Urbibel, wenn man so möchte. Vers 24 und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich sterbe, aber Gott wird euch gewiss heimsuchen und euch aus diesem Land hinaufführen in das Land, das er Abram, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Und Josef nahm einen Eid von den Söhnen Israels und sprach: Gewisslich wird Gott euch heimsuchen und ihr sollt dann meine Gebeine von hier hinaufbringen. Und Josef starb 110 Jahre alt und man balsamiert ihn ein und legt ihn in einen Sarg in Ägypten. Die letzten Worte von Josef waren gewesen: Irgendwann kommt die Zeit, da werdet ihr von Gott hinausgeführt werden aus Ägypten zurück in das gelobte Land Kanaan. Und Josef war sich so sicher, weil das schon seinem Urgroßvater, dem Abram, gesagt worden war, nämlich in 1. Mose 15.

[3:35] In 1. Mose 15 und dort Vers 13, da hatte Gott dem Abram damals schon in Kanaan das Verheißen und Versprochen. In 1. Mose 15 und dort Vers 13, da sprach er zu Abram: Du sollst mit Gewissheit wissen, dass dein Same ein Fremdling sein wird in einem Land, das ihm nicht gehört und man wird sie dort zu Knechten machen und demütigen 400 Jahre lang. Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich richten und danach sollen sie mit großer Habe ausziehen. Sie werden aus dem Land Ägypten wieder ausziehen. Und diese 400 Jahre waren in großem Umfang schon abgelaufen. Und als das zweite Buch Mose beginnt, sind von diesen 400 Jahren nur noch 80 Jahre übrig. Das heißt, von diesen 400 Jahren von Abram sind jetzt 320 Jahre abgelaufen und so langsam kommt die entscheidende Zeit. Gott möchte sein Volk aus Ägypten hinausführen.

[4:40] Nun, einige Dinge haben sich geändert im Land Ägypten. Wir können mal in 2. Mose 1 gemeinsam lesen. 2. Mose 1 und dort in Vers 8. Das ist jetzt ungefähr so 45, 46 Jahre nachdem Josef gestorben ist. 2. Mose 1 Vers 8. Da kam ein neuer König auf über Ägypten, der nichts von Josef wusste. Im Vers vorher wird uns gesagt, dass die Kinder Israels fruchtbar waren. Sie regten und mährten sich und wurden so zahlreich, dass das Land von ihnen voll wurde. Das heißt, die Verheißungen Gottes, die wir aus den ersten beiden Vorträgen kannten, an Abram und an Jakob, sie erfüllten sich immer mehr. Aber gleichzeitig änderten sich die Umstände. Es kam ein König auf über Ägypten, der nichts von Josef wusste.

[5:35] Manchmal in unserem Leben ändern sich die Umstände. Es läuft so gut, so wunderbar, dass man meinen könnte, der Frieden des Himmels ist in unserem Leben Realität geworden, oder? Manchmal geht alles so glatt, dass man sich einfach nur freuen könnte und plötzlich ändern sich die Umstände nicht bei einem selbst, sondern von außen. Das ist das, was das Volk Israel erlebte. Es lief alles wunderbar. Sie nahmen zu, sie wurden immer größer und plötzlich änderten sich die Umstände von außen, ohne dass sie was dafür konnten. Sowas gibt es immer wieder. Menschen im ersten Weltkrieg, die mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet worden waren für das Deutsche Reich, sind nur wenige Jahrzehnte später in Konzentrationslagern verbrannt worden. Umstände von außen können sich ändern und so oft passiert es in unserem Leben, dass Dinge sich in unserem Leben so ändern, dass wir plötzlich in Krisen und Katastrophen geraten und in Unterdrückung.

[6:44] Es heißt im Vers 11: Darum setzte man Sklaventreiber über sie, um sie durch Lasten zu bedrücken. Und sie bauten dem Pharao die Vorratsstädte Pithom und Ramses. Vers 14: Und sie machten ihnen das Leben bitter mit harter Zwangsarbeit an Lehm und Ziegeln und mit allerlei Feldarbeit, lauter Arbeiten, zu denen man sie mit Gewalt zwang. Wer von Ihnen, wer von uns hat schon mal erlebt, dass durch äußere Umstände unser Leben bitter geworden ist? Bitterkeit im Leben ist etwas, was wir alle mehr oder weniger nachempfinden können. Vor allem ist die Bitterkeit besonders bitter, wenn wir gar nichts dafür können, oder? Jetzt, wenn ich mir selbst ein Bein stelle und auf die Nase falle, kann ich zumindest sagen, naja, ich war schuld. Aber wenn äußere Umstände, die ich nicht beeinflussen kann und den Pharao von Ägypten konnte man nicht beeinflussen, es war keine Demokratie, der kam einfach und der änderte den Kurs und plötzlich war man der Feind. Es treten manchmal in unserem Leben, in unserer Gemeinde, wo wir auch sind, treten Umstände ein, die wir nicht beeinflussen können, wo wir plötzlich in eine Krise geraten und das Leben uns bitter wird.

[8:01] Aber nicht nur das. Der Pharao hatte einfach nur Angst um seine Macht, aber es gab jemanden hinter dem Pharao, der eine größere Angst hatte. Lesen wir gemeinsam in 1. Mose 3, Vers 15. In 1. Mose 3, Vers 15, da wurde dem Satan selbst Folgendes gesagt: Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihm die Ferse stechen. Von Anfang an der Weltgeschichte wusste der Satan, irgendwann kommt dieser verheißene Same und wird mir auf den Kopf treten. Wir haben bei Abraham gesehen, wir haben beim Jakob gesehen, vor allem bei Abraham haben wir es gesehen, dass dieser Same, der verheißen war, ein Symbol war für Jesus. Wir haben das gesehen an dem Kind, auf das Abraham sich so lange gefreut hat und das er so lange ersehnt hat und das immer nicht kommen wollte, mit allen Mitteln, die er auch versucht hat, bis Gott ihm durch Gnade gezeigt hat, wie das Evangelium funktioniert. Und Satan hat das alles mitverfolgt. Er sah, wie Gott Generation für Generation diese Heilslinie weitergeführt hat und jetzt immer mehr das Volk vermehrte und vergrößerte und er bekam es immer mehr mit Angst zu tun. Und er wusste, im Samen Abrahams, in den Nachfahren Abrahams wird irgendwann einmal die ganze Welt gesegnet werden. Und er wollte es verhindern.

[9:23] Nun, wie verhindert man, dass ein Nachkomme auf die Welt kommt, der einmal die ganze Welt retten wird? Wie könnte man das verhindern? Manchmal muss man zu radikalen Methoden greifen. Ganz genau. In 2. Mose 1, Vers 22 heißt es, da gebot der Pharao seinem ganzen Volk und sprach: Werft alle Söhne, die ihnen geboren werden, in den, in welchen Fluss? In den Nil. Nun, das ist eine besondere Ironie, denn der Nil war der Lebensfluss der Ägypter. Der Nil war das Symbol für die Fruchtbarkeit der Ägypter. Und genau dorthin sollten alle Kinder der Israeliten, alle männlichen Kinder geworfen werden, alle Söhne. Denn hast du keine Söhne, gibt es auch keine Nachfahren, nicht wahr? Kann die Heilslinie nicht weitergeführt werden. Übrigens ist das noch mal passiert in der Geschichte der Welt, dass an einem bestimmten Ort alle männlichen Kinder umgebracht wurden. In Bethlehem, in Bethlehem. Zu der Zeit, als es dann wirklich ernst werden sollte mit dem Erlösungsplan. Es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Und schon damals hatte Satan diese Idee, vielleicht gelingt es mir einfach, die gesamte Generation auszulöschen. Denn wenn alle Kinder tot sind, dann kann es keine Nachkommen von Abram geben. Dann kann es die nicht geben. Und damit wäre der Erlösungsplan zu Ende und zunichte.

[11:03] Lesen wir Kapitel 2 Vers 1. Und ein Mann aus dem Haus Levi ging hin und nahm eine Tochter Levis zur Frau. Und die Frau wurde schwanger und gebar einen Sohn. Und als sie sah, dass er schön war, verbarg sie ihn drei Monate lang. Mitten in dieser Zeit, als Kinder, als Säuglinge in einen reißenden Fluss geworfen wurden. Können wir uns das vorstellen, was das bedeutet? Dass zu, nicht nur hier und dort ein oder zwei, ich meine, wir sind schon schockiert, wenn wir so ein kleines Kind irgendwo sehen, das ausgesetzt worden ist. Das kommt immer wieder vor, wenn kleine Kinder ausgesetzt werden. Aber hier sprechen wir nicht von zehn oder zwanzig Kindern, sondern von hunderten, von tausenden, von zehntausenden Kindern. Wie wird es wohl dieser Frau ergangen sein, mitten in dieser Zeit schwanger zu werden? Ich meine, normalerweise ist ja eine Schwangerschaft eine schöne Nachricht, oder? Wenn man weiß, man ist schwanger. Aber in einer Zeit, wo man weiß, wenn es ein Sohn wird. Ich meine, worauf wird sich vielleicht die Frau mehr gefreut haben? Auf einen Sohn oder auf eine Tochter? Die Bibel sagt es nicht genau. Aber es wurde ein Sohn und sie sah, dass er schön war. Und sie wusste, ich muss diesen Sohn bewahren.

[12:38] Ich möchte mit uns gemeinsam eine Verheißung anschauen, die, wie ich finde, eine der interessantesten Verheißungen der Bibel ist. In Jeremia 1 Vers 5. Denn das Thema über Mose beginnt eigentlich, bevor Mose überhaupt geboren wurde. In Jeremia 1 Vers 5 dort steht: Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen. Und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkommst, habe ich dich geheiligt. Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt. Was die Bibel sagt, ist, bevor sie und bevor ich, bevor du und bevor ich geboren wurde, hat Gott bereits einen Plan im Kopf gehabt. Lange bevor der Mose geboren wurde, wusste Gott, das ist das Kind. Das ist der Mann.

[13:34] Meine Frage heute ist: Lange bevor ihre Mutter und ihr Vater sich kennengelernt haben und zum ersten oder dann zum entscheidenden Mal sich vereinigt hatten, lange bevor diese Samenzelle die Eizelle traf. Welchen Plan hatte Gott von dir? Welche Idee hatte Gott von dir? Welchen Plan hat Gott für uns schon gehabt, bevor wir geboren werden? Manchmal denken wir, wir kommen so auf die Welt und wissen nicht, wer Gott ist. Und irgendwann lernen wir Gott kennen und dann kommen wir zu Gott und sagen: Gott, ich würde auch gerne was für dich tun. Und dann überlegt Gott und sagt: Ja, Moment mal, warte mal, ich hätte hier noch die Aufgabe, mach mal die. Aber das ist nicht Gottes Weg. Das ist nicht Gottes Arbeit. Als du geboren wurdest, hatte Gott bereits einen fertigen Plan. Person XY ist am besten dafür geeignet. Ich habe folgende Aufgabe für sie und für ihn.

[14:37] Und als Mose geboren wurde, hat Gott bereits einen Plan für ihn. Nun, Mose weiß davon nicht viel. Das Einzige, was er weiß, ist, dass er Milch braucht. Aber Gott hat diesen Plan schon. Gehen wir zurück zur zweiten Mose 2 und schauen wir, was dieser treuen Mutter einfällt, um ihren Sohn zu retten.

[15:00] Vers 3. Als sie ihn aber nicht länger verbergen konnte, nahm sie ein, was, ein Kästchen aus Schilfrohr und bestrich es mit Asphalt und Pech und legte das Kind herein und sie legte es in das Schilf am Ufer des Nils. Hier haben wir einen kleinen Kasten, der mit Pech verstrichen wird, der ins Wasser gelegt wird. In einer Zeit, in der fast alle um ihn herum sterben, überlebt er, weil er in diesem Kasten ist. Kennt ihr irgendeine andere Geschichte, die so ähnlich ist? Noah überlebte auch inmitten von viel Wasser und inmitten der Zeit, wo tausende, wenn nicht Millionen Menschen im Wasser umkamen, weil er in einem Kasten war, der mit Pech verstrichen war. So sagt uns die Bibel in 1. Mose 6. Und interessanterweise ist das Wort, das hier für Kästchen verwendet wird, das gleiche Wort, was nur noch in der Bibel für die Arche Noah verwendet wird. Von Anfang an ist das Leben des Mose ein besonderes Leben, ein besonderes Leben.

[16:11] Vers 4. Aber seine Schwester stellte sich in einige Entfernungen auf, um zu erfahren, wie es ihm gehen würde. Und jetzt kommt diese Tochter des Pharao. Die Bibel sagt es nicht explizit. Und wir haben auch keinen genauen Hinweis, welcher Pharao jetzt genau mit welcher biblischen Geschichte übereinstimmt. Denn die Bibel sagt immer nur Pharao, Pharao, Pharao. Man liest von Josef und der König heißt Pharao. Man liest von Jakob und der König heißt Pharao. Man liest von Mose, der König heißt Pharao. Die Bibel gibt nicht die Namen der Pharaonen an. Und so gibt es unterschiedliche Theorien, welcher Pharao jetzt der Pharao von welcher Geschichte ist. Aber dessen ungeachtet sind sich Geschichtswissenschaftler relativ einig, dass diese Tochter des Pharao eine kinderlose Tochter war. Eine kinderlose Tochter.

[17:05] Nun, das ist deswegen so interessant, weil die Bibel sagt, dass sie später das Kind, das sie findet, adoptiert. Das hätte sie wahrscheinlich nicht getan, wenn sie selbst schon viele Kinder gehabt hätte und Thronfolger. Eine kinderlose Frau in Ägypten. Versuchen wir uns ganz kurz hineinzuversetzen in das Denken einer Ägypterin und an ihre ägyptische Religion. Wo würde wahrscheinlich eine ägyptische Frau hingehen, die kinderlos ist? Ganz kurz, bevor wir das beantworten. Wo geht eine gläubige Frau hin, wenn sie kinderlos ist? Sie betet, nicht wahr? Das ist das, was Sarai und was Rebekka gemacht haben, nicht wahr? Sie haben gebetet. Aber wo geht eine ägyptische Frau hin, wenn sie kinderlos ist und Kinder bekommen möchte? Warum? Weil der Nil ist der Fluss des Lebens und der Fruchtbarkeit. Und es scheint mir fast so zu sein, als ob Gott ein bisschen Humor hat, nicht wahr? Sie geht hinein und wartet in diesen Nil und hofft durch die Begegnung mit dem Nil und dadurch, dass der Nil sie badet, dass sie dadurch fruchtbar wird. Und während sie meint, fruchtbar zu werden im Nil, was sieht sie dort? Kriegt sie direkt ein Kind. Und das ist sehr schön, wie Gott den Menschen dort abholt, wo er ist, nicht wahr?

[18:20] Vers 5, da kam die Tochter des Pharao herab, um im Nil zu baden und ihre Jungfrauen gingen an das Ufer des Nils. Und als sie das Kästchen mitten im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen. Vers 6, und als sie es öffnete, sah sie das Kind und sie, es war ein weinendes Knäblein. Da barmte sie sich über es und sprach: Es ist eines der hebräischen Kinder. Vers 7, da sprach seine Schwester zu der Tochter des Pharao: Soll ich hingehen und eine hebräische Amme rufen, damit sie das Kindlein stillt? Und die Bibel sagt dann, dass der kleine Mose, also hieß er noch nicht, das kleine Kind, das dann später Mose werden sollte, für einen längeren Zeitraum noch einmal zu seiner echten Mutter kommen konnte. Für einen längeren Zeitraum, für wahrscheinlich mehrere Jahre, konnte dieses Kind von seiner leibhaftigen Mutter aufgezogen werden. Und wir werden sehen, dass das einen entscheidenden Einfluss auf sein Leben gehabt hat, eine geistliche Grundlage.

[19:12] Wir alle, wenn wir, so wie wir es am Freitag und am Samstagabend gesehen haben, wenn wir uns für Jesus entscheiden und für sein Evangelium, was sind wir dann? Die Bibel sagt in Johannes 3, in Johannes 3, Vers 5. Johannes 3, Vers 5. Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.

[19:59] Die Bibel sagt, dass jeder Mensch, der sich Jesus anvertraut, der sein Leben Jesus übergibt, der nochmal von Neuem geboren wird, der wird aus Wasser geboren. So wie Mose durch eine besondere Rettungsaktion, für die er nichts konnte, sein Leben gerettet wurde, so wird auch durch eine besondere Rettungsaktion, für die wir nichts können, nämlich dadurch, dass Jesus Christus am Kreuz für uns gestorben ist, werden wir nochmal von Neuem geboren, wenn wir das annehmen. Aber die Bibel lehrt uns, dass selbst dann, wenn wir die Krise überleben, wenn wir sozusagen dieses neue Leben bekommen, dass wir dann immer noch eine geistliche Grundlage brauchen, so wie der Mose gelehrt werden musste, so müssen auch wir, wenn wir neu geboren werden, wenn wir ein neues Kind geworden sind, im Glauben müssen wir gelehrt werden. Wir brauchen eine Zeit, wo wir gefestigt werden im Glauben.

[21:01] Und dann war der Zeitpunkt gekommen, in 2. Mose 2 und dort Vers 10. Und als das Kind groß geworden war, als es was geworden war? Groß geworden war, da brachten sie es der Tochter des Pharao und es wurde ihr Sohn. Und sie gab ihm den Namen Mose. Jetzt interessant ist, was der Name Mose bedeutet. Das Wort Mose kann sich sowohl aus dem Ägyptischen, als auch von dem Hebräischen ableiten. Wenn es sich von dem Ägyptischen ableitet, bedeutet es Sohn, also Sohn der Tochter des Pharao. Wenn es aber von dem Hebräischen Moshe kommt, dann meint es der Herausgezogene, der aus dem Wasser gezogene oder auch der Ausziehende. Also nicht nur der Herausgezogene, sondern auch der Ausziehende. Interessant, oder? Also Mose, ägyptisch betrachtet, heißt der Sohn, der Tochter des Pharao. Aber hebräisch betrachtet, bedeutet dieser Name der Herausgezogene und der Ausziehende.

[22:16] Und Mose kommt nun an den ägyptischen Hof. Was meinen wir? War das eine spannende Sache, am ägyptischen Hof zu sein? Ägypten war neben Babylon das absolute Zentrum der Welt damals. Die intelligentesten, die klügsten und die besten Köpfe der ganzen Welt waren, wenn sie nicht gerade in Chaldäa gewesen sind, waren sie auf jeden Fall in Ägypten. Eine bessere Ausbildung als in Ägypten konnte man nicht bekommen. Nun lesen wir gemeinsam in Apostelgeschichte 7. Apostelgeschichte 7. Apostelgeschichte 7, Vers 22. Apostelgeschichte 7, Vers 22. Und achten wir auf das, was da steht. Und Mose wurde in wie viel Weisheit? In aller Weisheit der Ägypter unterrichtet. Mose war nicht nur ein Experte für Geschichte. Mose war nicht nur ein Experte für Astronomie oder für Mathematik. Er war ein Experte in aller Weisheit. Nun, man könnte argumentieren, dass die Ägypter vielleicht noch nicht so viel Wissen gehabt haben, wie wir heute haben. Das mag stimmen. Aber trotzdem, er war nicht einfach nur ein Spezialist auf einem Gebiet. Er war ein Universalgelehrter.

[24:05] Aber es heißt weiter, in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet und war mächtig in was? In Worten und Werken. Er war ein großer Mann. Er war ein großer Rhetoriker, ein großer Redner. Wenn Mose am Rednerpult stand, dann konnte man großartige Reden erwarten. Er konnte wunderbar frei reden. Er konnte sich gewählt ausdrücken, poetisch ausdrücken und übrigens auch die Mose-Bücher zeugen davon von seiner großen literarischen Begabung. Aber nicht nur das, er war gewaltig in Werken. Als Sohn der Tochter des Pharao war er mit Sicherheit auch ein großer militärischer Führer. Wir können uns Mose vorstellen, wie er als General nach Äthiopien gegangen ist und dort große Siege für die glorreiche, stolze ägyptische Armee errungen hat und sie dann am ägyptischen Hofpalast mit ruhmreichen Worten beschrieben hat. Ein Staatsmann, ein Weltmann, ausgebildet an der Eliteuniversität der Welt.

[25:07] Aber da ist noch etwas an Mose, was erstaunt. In Hebräer 11 und dort Vers 24. Erinnern wir uns noch einmal, was heißt das Wort Mose? Das Wort Mose heißt, ägyptisch heißt es Sohn, aber hebräisch heißt es der Herausgezogene und der Ausziehende. Hebräer 11 Vers 24 sagt: Durch Glauben, was steht dort? Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen. Was hat er sich geweigert? Was hat er abgelehnt? Wenn er sagt, er weigerte sich, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen, was hat er abgelehnt? Die ägyptische Deutung seines Namens. Sein Name konnte man ägyptisch und hebräisch deuten, aber als er selbst entscheiden konnte, weigerte er sich, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen, sondern er wollte der hebräische Mose sein, der Herausgezogene, der Ausziehende.

[26:23] Jeder von uns lebt in der Welt, oder? Und jeder von uns hat eine Identität. Die Frage ist, entscheidest du dich, dass dein Name und deine Identität von Gott bestimmt werden, oder entscheidest du dich, dass deine Identität und dein Name von der Welt bestimmt werden? Entscheidest du dich für deine ägyptische Namensdeutung oder für deine hebräische Namensdeutung? Denn Gott hat einen Plan für dich, oder? Gott hatte einen Plan für Mose, aber die Tochter des Pharao hat auch einen Plan für ihn, oder? Die Tochter des Pharao hat einen Plan, nämlich er soll intelligent sein, er soll reich sein, er soll schön sein, er soll ein toller Militärführer werden und irgendwann vielleicht mal Pharao, wenn es die Gelegenheit gibt. Aber Gott hat auch einen Plan und er hatte nichts mit dem Pharao zu tun.

[27:17] Und so gibt es verschiedene Pläne in unserem Leben und wir müssen uns entscheiden, welche Deutung wir zulassen wollen. Willst du die ägyptische Deutung oder die hebräische Deutung in deinem Leben haben? Willst du Gottes Plan oder den Plan deiner Mitmenschen? Das ist die Frage.

[27:37] Vers 25, Hebräer 11, Vers 25. Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu erleiden, anstatt den vergänglichen Genuss der Sünde zu haben. Das ist ein erstaunlicher Satz. Denn Sünde ist doch schön, oder? Hier steht, dass Sünde zum Genießen ist. Aber Mose entschied sich gegen den Genuss der Sünde und für die Bedrängnis. Jetzt, wenn wir die Wahl haben zwischen Genuss und Bedrängnis. Zwischen, oh ist das schön und oh je, Hilfe. Wir brauchen Hilfe. Und zwischen, oh ich fühle mich so richtig wohl dabei und wer wird uns nur hier heraushelfen? Wofür entscheiden wir uns normalerweise? Auf dem breiten Weg, oder? Aber Mose entschied sich freiwillig gegen den Genuss und für die Bedrängnis.

[28:32] Jetzt, was hat es mit der Bedrängnis auf sich? Schlagen wir mal ganz kurz auf. In 2. Korinther 4, Vers 16. In 2. Korinther 4 und dort Vers 16. 2. Korinther 4, Vers 17, vielmehr. 2. Korinther 4, Vers 17. Dort steht: Denn unsere Bedrängnis, die was ist? Schnell, vorübergehend und leicht. Jetzt, ich gebe zu, manchmal sieht es nicht so aus, oder? Manchmal sieht unsere Bedrängnis aus, als wäre sie furchtbar und schwer. Aber wenn wir sie in die richtige Perspektive setzen, wie es jetzt der Paulus hier macht, ist unsere Bedrängnis vorübergehend und leicht. Das heißt hier: Denn unsere Bedrängnis, die schnell, vorübergehend und leicht ist, verschafft uns eine ewige und was? Über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit. Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich. Was aber unsichtbar ist, das ist ewig.

[29:42] Was der Paulus sagen will, ist, es gibt entweder die Möglichkeit, auf das Wenige, was wir hier haben, den Genuss der Sünde zu schauen oder aber auf die ewige Herrlichkeit, die kein Ende hat, die ein wenig Bedrängnis hier auf Erden mit sich bringt. Auf deutsch gesagt, entweder ein wenig Genuss hier auf Erden und auf ewig keine Herrlichkeit oder ein wenig Bedrängnis hier und auf ewig eine über alle Maßen große Herrlichkeit. Jetzt, jeder normal denkende Mensch, wenn er das so sieht, entscheidet sich wofür. Das heißt, Mose sah die Dinge in der richtigen Perspektive. Die Frage ist, sehen wir in unserem Leben die Dinge immer in der richtigen Perspektive? Wenn wir vor der Sünde stehen und sie so lockend ist, nicht wahr, und blinkt und sagt: Nimm mich, nur dies eine Mal, du wirst dich so gut fühlen. Würde es sich nicht, würde es uns nicht so viel helfen, wenn wir während die Sünde uns anblinkt, wir uns daran erinnern, was für eine ewige und über alle Maßen herrliche große Herrlichkeit auf uns wartet.

[31:05] Der Mose hat so gedacht und so konnte er an der Elite-Universität Ägyptens, als berühmtester Heerführer Ägyptens sozusagen, mit guten Chancen Pharao zu werden, sagen: Nein. Frage: Wenn du die Gelegenheit hättest, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden oder Bundeskanzler, in der heutigen Zeit möchten wir nicht mehr Bundeskanzler sein, oder? Aber wenn du eine unglaublich gute, hochbezahlte, hoch angesehene Stellung angeboten bekommen würdest, würdest du dich freiwillig dazu entscheiden, sie nicht anzunehmen? Ja, meistens wird uns ja nicht die Kanzlerstelle angeboten, aber vielleicht einfach nur die nächste Stufe auf unserem Arbeitsplatz, die uns mehr Geld bringt, oder? Und vielleicht uns dazu zwingt, ein paar Kompromisse einzugehen mit dem Wort Gottes. Was auch immer es ist, diese Entscheidung ist eine Entscheidung, die wir immer wieder zu fällen haben, oder? Genuss der Sünde oder ewige Herrlichkeit?

[32:16] Schauen wir gemeinsam in Apostelgeschichte 7, Vers 23. Und ich finde es interessant, wie die Bibel das sagt, denn Mose, der offensichtlich sehr gut unterrichtet worden war von seiner Mutter, der sogar alleine mitten in Ägypten feststand zu seinem Glauben, er hat relativ lange gebraucht, darüber nachzudenken, welche Aufgabe er spielen könnte bei der Befreiung seines Volkes. Warum? In Apostelgeschichte 7, Vers 23 steht: Als er aber wie alt geworden war. Als er aber 40 Jahre alt geworden war, stieg der Gedanke in ihm auf, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels zu sehen. Interessant, oder? Er ist 40 Jahre alt, war also mindestens bestimmt fast 30 Jahre jetzt schon in Ägypten im Hof und so nach 30 Jahren ungefähr kommt ihm der Gedanke, ich sollte mal nach meinen Brüdern sehen. Aber immerhin, denn mit seiner Vormachtstellung, mit seinem Einfluss, mächtigen Worten und Werken und mit seiner Treue zu Gott, ist er doch die ideale Person, um das Volk aus Ägypten herauszuführen, oder? Perfekt.

[33:30] Und so kommt der Gedanke in ihm hervor und manchmal ist es auch so, dass wir sehen, wie sehr uns Gott gesegnet hat, oder? Gibt es da jemanden, der sagen kann, Gott hat mich gesegnet? Also mich hat Gott gesegnet. Und manchmal sehen wir, es gibt dort Menschen, die könnten meine Hilfe gebrauchen, oder? Und manchmal sind wir zwar sehr langsam, es dauert eine lange ganze Zeit, bis das in unser Gehirn so richtig aufsteigt, aber manchmal kommen wir zu dem Punkt und sagen: Ja, ich könnte etwas Gutes tun für meinen Nachbarn. Ich könnte etwas weitergeben von dem, wie Gott mich gesegnet hat. Ja, ich könnte tatsächlich etwas Buchstäbliches für meine Brüder und Schwestern tun. Und so kommt der Mose auf eine Idee, ja, ich tue etwas für mein Volk.

[34:06] 2. Mose 2. Und dort Vers 11. 2. Mose 2, Vers 11. Es geschah aber zu der Zeit, als Mose erwachsen geworden war, da ging er hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten. Manchmal, da schauen wir aus unserer kleinen Welt hinaus in das, was es da noch draußen gibt und sehen plötzlich, wie beladen die Menschen sind, oder? Meistens kriegen wir es gar nicht mit. Wir sind so beschäftigt, Verzeihung, mit unseren Problemen, mit unseren eigenen Sorgen, die wir für besonders groß achten. Aber manchmal in unserem Leben stellen wir fest: Hey, Moment mal, dem da hinten, dem geht es noch viel schlechter als mir. Dann realisieren wir die Lasten und die Sorgen der Menschen. Er sah ihre Lasten und er sah, dass ein Ägypter einen Hebräer schlug, einen seiner Brüder. Stell dir vor, du bist der älteste Bruder, der älteste Bruder und einer deiner kleinen Brüder wird auf dem Schulhof verprügelt und gemobbt. Was wäre deine Reaktion, wenn ein eigener kleiner Bruder von irgend so einem Flegel, der gerechte Zorn steigt auf, oder?

[35:35] Mose denkt sich: Ich kann Äthiopien in die Luft, ich kann Äthiopien in die Flucht schlagen. Ich kann Armeen besiegen. Dieser eine Ägypter sollte für mich kein Problem sein. Schauen wir, was passiert in Vers 12 und lesen wir genau, was dort steht. Da schaute er sich nach allen Seiten um. Das ist eine interessante Beobachtung, oder? Er schaute sich nach allen Seiten um. Er hat etwas vor, aber bevor er es tut, schaut er nach Norden und Süden und Osten. Er schaut überall hin. Was verrät das? Ein schlechtes Gewissen. Er schaut sich nach allen Seiten um, weil er möchte nicht gesehen werden. Er möchte ein Retter sein, aber nicht dazu stehen. Denn er weiß vermutlich irgendwo tief in seinem Herzen, das ist ja eigentlich gar nicht der Weg, den Gott so verheißen hat, oder?

[36:42] Aber lesen wir mal weiter, was passiert. Da schaut er sich nach allen Seiten um und als er sah, dass kein Mensch anwesend war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand. Am zweiten Tag ging er hinaus und siehe, zwei hebräische Männer stritten miteinander und er sprach zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten? Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten und Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch töten, wie du den Ägypter getötet hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wahrlich, die Sache ist bekannt geworden.

[37:14] Jetzt diese kleine Geschichte ist eine der interessantesten in der ganzen Geschichte überhaupt. Warum? Halten wir fest, was passiert. Wir haben hier einen Ägypter, einen Ägypter, der den Hebräer schlägt, der Unrecht verübt. Ganz klares Unrecht. Und wir haben den Mose, der das Unrecht wahrnimmt und das Unrecht sofort beseitigt. Ein Ägypter, der Unrecht verübt, ein Opfer, dass das Unrecht erleidet, ein Hebräer und den Mose, der das Unrecht sieht, wahrnimmt und sofort beseitigt. Und zwar mit Gewalt. Was bewirkt das für das Verhältnis zwischen dem Mose und den Hebräern? Frieden oder nicht?

[38:05] Kein Frieden. Jetzt das ist die Antwort auf die meist gestellte Frage auf der ganzen Welt. Die meist gestellte Frage auf der Welt ist: Wenn Gott so liebevoll ist, warum lässt er das Böse zu? Schon mal die Frage gehört? Warum lässt er das Böse zu? Diese Geschichte gibt uns die Antwort. Was wäre passiert, wenn Gott gesehen hätte: Ah, der Satan, der schlägt die, der fängt an, die Leute zu schlagen, der fängt an, die Leute in Trubel zu bringen. Ich werde ihn einfach nehmen und ummurksen und beiseite und keiner hat es gesehen und dann sind wir wieder frei im Universum. Was wäre passiert? Die Engel hätten ihm gesagt: Willst du uns auch umbringen?

[38:51] Die Geschichte von Mose offenbart, warum Gott den Satan nicht gleich umgebracht hat. In unserer menschlichen Logik würden wir sagen, wäre es nicht viel besser gewesen, den Satan gleich umzubringen, dann wäre alles wunderbar gewesen. Einfach im Geheimen, keiner sieht sofort, als der Satan angefangen hat zu sündigen, einfach sofort aus der Existenz, was auch immer, hinaus zu befördern und dann wäre das Universum sicher gewesen. Aber die Geschichte von Mose beweist, das ist nicht der Weg Gottes. Das ist nicht der Weg Gottes.

[39:25] Wer hat dich zur Umarsten und Richter eingesetzt? Vers 15 und es kam von dem Pharao und er trachtete danach, Mose umzubringen. Mose flieht. Er hat etwas Gutes versucht, es nicht erreicht und stattdessen alles verloren. Auf einmal ist nicht nur sein Haus weg, sondern auch sein Doktortitel, seine Berufsstelle, seine Ehre, sein Vermögen, alles ist weg. Schon mal erlebt, du wolltest etwas Gutes tun und hast das Gute nicht erreicht und stattdessen nur Negatives geerntet? Du wolltest einem Menschen das Evangelium weitergeben, stattdessen wurdest du ausgelacht und angegriffen und was auch immer. Mose verliert alles auf einen Schlag und er wird ein Hirte.

[40:29] Wenn wir die Geschichte weiterlesen im zweiten Kapitel, fliegt er nach Midian zu einem Mann namens Jethro, heiratet dort eine seiner Töchter und er wird Hirte. Jetzt, ich weiß nicht, ob uns bewusst ist, was das bedeutet, dass er Hirte wurde. Diesen haben wir gemeinsam, Erste Mose. Erste Mose 46, Vers 34. Erste Mose 46, Vers 34. Wir lesen da: Hirte ist doch wunderbar. Ich meine, ich wäre auch gerne Hirte gewesen, oder? Er wurde ein Hirte und er kam aus Ägypten. Jetzt, Erste Mose 46, Vers 34 sagt, ganz am Ende: So sollt ihr sagen: Deine Knechte sind Viehzüchter gewesen von ihrer Jugend an bis jetzt, wir und unsere Väter, dann werdet ihr im Lande Gosen wohnen, weil alle Schafhirten den Ägyptern ein was sind? Ein Gräuel. Ein Schafhirte war nicht einfach eine normale Bezeichnung, eine Berufsbezeichnung wie es heute ist. Ein Schafhirte war im Denken der Ägypter, in dem er 40 Jahre lang unterrichtet worden ist, die absolute unterste Stufe. Ein Totalabsturz von oben nach ganz unten. Ein Gräuel.

[41:52] Stell dir vor, du bist Chef bei der Deutschen Bank und musst am nächsten Tag Dönerläden putzen. Stell dir vor, dein Leben war fantastisch bis dahin und plötzlich bist du in der untersten Sozialschicht, die überhaupt nur möglich ist. Ganz unten. Ein Hirte. Denn 40 Jahre lang ist in seinem Hirn eingeimpft worden: Hirten sind ein Gräuel. Über die lacht man, über die schimpft man, über die macht man Witze. Er entschied sich für die Bedrängnis, obwohl er hätte Pharao sein können. Ein Hirte.

[42:43] Und jetzt wollen wir gemeinsam 2. Mose 3 lesen. Wir wissen, Gott hatte einen Plan und Gottes Plan für Mose war es nicht, Pharao zu werden. Gottes Plan für Mose war es nicht, ein großer Feldherr zu werden oder der bekannteste Poet von ganz Mesopotamien. Das war nicht Gottes Plan. Gott hatte einen viel größeren Plan. Aber für den Plan Gottes war der beste Abschluss an der Elite-Universität nicht ausreichend. War die beste Ausbildung bei der Elite-Einheit der ägyptischen Armee, die weltführend war, nicht ausreichend. War die beste Rhetorik und die beste Sprachenkenntnis nicht ausreichend.

[43:45] Es ist nicht ausreichend für das Werk Gottes. Um das Werk Gottes zu tun, reicht es nicht, für 40 Jahre lang die ägyptischen Armeen von Sieg zu Sieg zu führen. Um das Werk Gottes ausführen zu können, muss man 40 Jahre lang Schafe von Pfütze zu Pfütze treiben. Manchmal glauben wir, wenn ich nur das und das im Leben erreicht habe, dann könnte ich etwas für Gott tun, oder? Wenn ich ein ausgebildeter Redner wäre, dann könnte ich für Gott sprechen. Wenn ich viel Geld hätte, dann könnte ich für Gottes Werk etwas geben. Wenn ich nur das und das und jenes wäre, dann könnte ich einen Unterschied machen im Leben. Aber Gott sagt, genau all diese vielen großen Dinge sind nicht ausreichend. Sie sind nicht ausreichend. Stattdessen musst du all das, was du gelernt hast, erst mal wieder verlernen. Denn es ist einfacher, eine ägyptische Armee nach Äthiopien zu bringen, als Schafe durch die Wüste. Und nur nebenbei gesagt, Mose wird ja dann nochmal für 40 Jahre das Volk Israel durch die Wüste führen. Und das Volk Israel war mehr wie eine Armee oder mehr wie Schafe? Das Volk Israel war mehr wie die Schafe, nicht wahr? Denn die Armee hat gehört, nicht wahr? Wenn man einer Armee sagt, geh da lang, dann gehen die da lang. Wenn Gott gesagt hat, Israel geht dort lang, was haben wir gesagt? Nein, wir wollen nicht zurück nach Ägypten. Lass uns hier gehen, wir steinigen den Führer, wir machen dies und jenes, Hilfe. Schlimmer noch als die Schafe.

[45:11] Und Gott wusste das. Wir lesen in 2. Mose 3, Vers 1. Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian. Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Die Bibel sagt, er trieb die Schafe durch die Wüste. Und zwar wohin? An den Berg Horeb. 40 Jahre lang hat er geübt, die Schafe durch die Wüste an den Berg Horeb zu führen. Warum? Weil Gott einen Plan für ihn hatte. Einen Plan. Das war ihm noch nicht klar. Aber Gott hatte einen Plan. Manchmal fragen wir uns, warum muss ich diese lächerlichen kleinen Pflichten des Alltags tun? Ich würde gerne so viel mehr tun. Ich habe so viel mehr Potenzial. Hatte der Mose mehr Potenzial als zum Schafhütten, ja oder nein? Aber all das Potenzial war nicht ausreichend. Denn die Ausbildung Gottes geht nicht über die besten Abschlüsse und die meisten Punkte, sondern über die beste Demut und die Bereitschaft, für Gott zu wirken und das zu tun, was Gott mir zeigt.

[46:24] Übrigens, der Name Jethro hat auch einen anderen Namen. Sein Name war auch Reguel und das heißt der Freund Gottes. Und übrigens gibt es viele, viele Menschen in der Bibel, die Schafhüter waren. Kennt ihr einige, die Schafhüter waren? David zum Beispiel. Kennt ihr noch jemanden? Noch jemanden? Ich gebe noch einen Schaft mit mir in Amos. In Amos 7. Ja, genau. Jakob, haben wir doch gerade das studiert, oder? Amos 7 Vers 14 und 15. Amos, einer der Propheten. Dort heißt es in Amos 7 Vers 14 und 15: Amos aber antwortete und sprach zu Amasia: Ich war kein Prophet und kein Prophetensohn, sondern ein Viehhirt war ich und züchtete Maulbeerfeigen. Amos sagt ganz deutlich: Ich habe keine Theologie studiert. Keine Ahnung, ich war kein Prophetensohn. Ich habe niemals eine Prophetenschule besucht. Ich habe einfach Maulbeerfeigen gezüchtet, habe Schafe und Rinder durch die Prärie getrieben. Aber das hat Gott gereicht und viele von den Prophetensöhnen wurden keine Propheten. Gott hat einen Plan für uns. Gott hat einen Plan.

[47:56] Schauen wir gemeinsam in Matthäus 4 Vers 19 und wir wollen etwas sehr Praktisches lernen. Etwas sehr, sehr Praktisches und ich glaube, das kann jeder von uns anwenden, denn jeder von uns hatte irgendwas gelernt im Leben, oder? Irgendeinen Beruf, irgendeine Berufung, irgendetwas. Matthäus 4 Vers 18 und 19. Als Jesus aber am See von Galiläa entlang ging, sah er zwei Brüder, Simon genannt Petrus und dessen Bruder Andreas. Die warfen das Netz in den See, denn sie waren was? Fischer. Jetzt was macht Jesus aus ihnen? Und er spricht zu ihnen: Folgt mir nach, ich will euch zu Menschenfischern machen. Mose war ein Hirte, der dann später die Schafe des Volkes Israel durch die Wüste führen sollte.

[48:45] Bist du eine Krankenschwester? Dann hat Gott einen Plan für dich. Er möchte, dass du die sündenkranken Menschen heilst. Bist du ein Rechtsanwalt? Gott hat einen Plan für dich. Er möchte, dass du den Menschen die Botschaft des Gerichts weitergibst. Bist du ein Musiker? Gott hat einen Plan für dich. Er möchte, dass du die Harmonie zwischen den Menschen wiederherstellst. Gott nimmt, welche Berufung du sie auch hast und transformiert sie in seinen Plan. Denn man kann eine Krankenschwester sein, man kann eine Krankenschwester sein. Man kann ein Musiker sein, man kann ein Musiker sein, man kann ein Rechtsanwalt sein, man kann ein Rechtsanwalt sein, man kann ein Lehrer sein und man kann ein Lehrer sein. Man kann ein Lehrer sein und die ägyptische Deutung des Namens Lehrer haben oder den Menschen alles Mögliche beibringen. Oder man kann ein Lehrer sein und das Ganze hebräisch betrachten und sagen: Ja, ich möchte die Menschen den Weg Gottes lehren. Egal, was auch immer du für eine Identität hast, Gottes Plan ist so, dass er das nehmen möchte und transformieren möchte, sodass du für ihn wirken kannst. Schafe hüten.

[49:59] Kommen wir zu 2. Mose 2, äh 2. Mose 3 und dort Vers 2. 2. Mose 3 und dort Vers 2. Es treibt die Schafe mitten durch die Wüste an den Berg Horeb und dort sieht er etwas. Schauen wir in Vers 2. Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er hinsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer und der Dornbusch wurde doch nicht verzehrt.

[50:37] Er war 40 Jahre lang durch die Wüste marschiert mit seinen Schafen und in der Wüste brennt es öfter mal, oder? So heiß ein brennender Dornbusch ist keine Seltenheit, aber in diesem brennenden Dornbusch ist etwas Interessantes, denn er brennt und brennt und brennt und brennt und brennt und verbrennt nichts. Jetzt interessanterweise, Gott ruft ihn nicht, Gott spricht zu ihm nicht, der steht einfach da. Der Bursch. Jetzt wofür steht dieser brennende Dornbusch? Schauen wir mal gemeinsam, stellen wir uns die Frage, warum offenbart sich Gott in einem Feuer? In einem Feuer.

[51:25] Schauen wir gemeinsam in Hohelied 8, Vers 6. Oh, ich liebe diesen Vers, ich liebe ihn. Übrigens, Gott offenbart sich als der Engel des Herrn, und das hebräische Wort für Engel meint ein Bote. Gott kommt mit einer Botschaft, das heißt dieser brennende Dornbusch hat eine Botschaft. Wir wollen verstehen, was ist die Botschaft des brennenden Dornbuschs? Warum ein brennender Dornbusch? Hohelied 8, Vers 6, dort steht: Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Armen, denn die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer unbezwinglich wie das Totenreich, ihre Glut ist was? Ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn. Hier geht es um die Liebe und die Liebe wird verglichen mit dem Feuer. Das heißt, als Gott sich in einem brennenden Dornbusch offenbart, offenbart er sich also mit der Liebe.

[52:39] Jetzt was ist die Botschaft für Mose? Mose soll etwas verstehen, was er bis hierhin nicht verstanden hat. Er sieht die Liebe Gottes. Was sagt die Bibel über Gott und die Liebe? 1. Johannes 4, Vers 8 sagt: Gott ist die Liebe. Das heißt, der brennende Dornbusch ist eine Offenbarung des Wesens Gottes. Die Bibel sagt auch in Nebrier 12, Vers 29: Denn unser Gott ist ein, ist ein was? Ein verzehrendes Feuer. Moment mal, dieser Dornbusch, der brennt und brennt und brennt und wird nicht verzehrt. Jetzt wenn wir sagen, die Liebe, die dort offenbart wird, ist ein Charakter von Gott. Wie können wir denn sagen, dass Gott ein verzehrendes Feuer ist? Was nun? Ist er ein verzehrendes Feuer oder ein Feuer, das eben nicht verzehrt? Geil, einfach, oder?

[53:27] Jetzt schauen wir mal, was das Feuer verzehrt, okay? Schauen wir mal, was das Feuer verzehrt. In 3. Mose, 3. Mose 9. Oh, wir müssen uns beeilen. 3. Mose 9, Vers 23 und 24. Und Mose und Aaron gingen in die Stiftshütte hinein, und als sie wieder herauskamen, segnete sie das Volk. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn dem ganzen Volk. Und es ging was aus? Feuer von dem Herrn und verzehrte das Brandopfer. Jetzt, bevor das Brandopfer auf den Altar gelegt wurde, was wurde vorher getan? Da wurde die Sünde aufübertragen. Das heißt, das Feuer verzehrt die Sünde. Gott offenbart sich als Engel, als Bote in einem brennenden Dornbusch, der nicht verzehrt. Und möchte dem Mose etwas mitteilen. Mose, ich habe einen Auftrag an dich. Du weißt selbst, wie es deinem Volk geht, und du hast es schon einmal probiert. Aber als du es versucht hast, was war das Problem? Du hast gesündigt. Du wolltest das Beste, du wolltest mit bester Motivation, mit guter Motivation das Volk hinausführen. Aber weil du gesündigt hast, weil du jemanden umgebracht hast, ging es nicht. Mose, ich habe einen ganz anderen Plan. Mein Plan ist der brennende Dornbusch, die Liebe Gottes, die sich völlig offenbart, ohne Sünde.

[55:23] Schlagen wir auf, Matthäus 3, Vers 11. Wir haben ja gesehen, wenn wir als Menschen neu geboren werden, werden wir durch das Wasser geboren, oder? In Matthäus 3, Vers 11. Matthäus 3, Vers 11. Dort steht: Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen. Der wird euch mit heiligem Geist und Feuer taufen. Mose war bereits gerettet worden durchs Wasser hindurch, nicht wahr? In seinem kleinen Kästchen. Aber eine Lektion hat er noch nicht gelernt, die Lektion des Feuers. Vielleicht bist du ein Mensch, der schon Jesus angenommen hat als sein Erlöser und du versuchst mit bester Motivation etwas Gutes zu tun für Jesus. Aber die Lektion, die wir lernen müssen, ist, dass es nicht in unserer eigenen Macht ist, nicht mit unseren eigenen Methoden und schon gar nicht mit der Sünde. Wir müssen auch mit Feuer getauft werden. Das verzehrende Feuer, von dem die Bibel sagt, der Heilige Geist, der ausgegossen wird in unsere Herzen, um die Sünde in unserem Herzen zu verzehren.

[56:48] Schauen wir einmal ganz kurz in Jesaja 33. Oh, das ist ein schöner Vers. In Jesaja 33 Vers 14. In Jesaja 33 Vers 14 dort steht eine Frage. Die Sünder in Zion sind erschrocken. Zittern hat die Heuchel ergriffen. Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben? Das ist eine Frage. Wenn der Mensch versteht, wie Gott ist, das verzehrende Feuer, da fragen sich die Sünder mit Zittern: Wer kann bei dem Feuer bleiben, wenn wir nicht alle verzehrt? Und dann kommt die Antwort: Wer beim Feuer, beim verzehrenden Feuer bleiben kann, ohne verzehrt zu werden. Dort steht Vers 15: Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet, wer es verschmäht, durch Bedrückung Gewinn zu machen, wer sich mit seinen Händen wehrt, ein Bestechungsgeschenk anzunehmen, wer seine Ohren verstopft, um nicht von Blutvergießen zu hören, wer seine Augen verschließt, um Böses nicht anzusehen. Mose trifft diese Bezeichnung auf dich zu. Hast du deine Ohren verstopft, um Blutvergießen mit anzusehen oder hast du nicht selbst Blut vergossen?

[58:05] Die Lektion vom brennenden Dornbusch ist, die Liebe Gottes offenbart sich in einem Wesen, in einem Charakter, der unvereinbar ist mit Sünde. Unvereinbar. Aber kann ich dann den Auftrag Gottes annehmen? Kann ich den jemals ausführen? Ich meine, wir Menschen sind doch nur Staub, oder? Was sollen wir staubige Menschen?

[58:31] Die Botschaft vom brennenden Dornbusch ist eine wunderbare, denn was war mit dem Staub am brennenden Dornbusch? Was war mit dem Staub dort? Schaut mit mir in 2. Mose 3, in 2. Mose 3. Und dort Vers 5. Dort heißt es, 2. Mose 3, Vers 5: Da sprach er: Tritt dich näher ran, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig. Heiliger Staub. Denn da war kein roter Teppich, da war kein Marmor, da war kein Gold, da war einfach nur Staub. Und dieser Staub konnte heilig werden durch die Gegenwart Gottes. Jetzt, wir sind gemacht aus was? Staub. Jetzt, wenn der Staub dort in der Wüste, Midian, heilig wird, kann der Staub auch heilig werden. Aber definitiv. Aber die Lektion ist, nur am brennenden Dornbusch, nur in der Gegenwart Jesu, in der Gegenwart des verzehrenden Feuers, nur dann, wenn wir bereit sind, uns zu demütigen und die Sünde abzugeben an Jesus, statt an ihm festzuhalten.

[59:50] Und als Mose diesen brennenden Dornbusch sieht, hat er genau zwei Möglichkeiten. Was sind seine beiden Möglichkeiten? Hingehen oder weitergehen. Der brennende Dornbusch kommt nicht angehüpft und sagt: Hier, ich stelle mich in den Weg, du kommst nicht an mir vorbei. Der steht dort. So ist das Evangelium. Es zeigt sich uns. Jeder von uns kann es irgendwann in seinem Leben sehen, aber es stellt, es sperrt sich nicht in den Weg und sagt: Du kommst nicht weiter. Er steht dort und jeder von uns hat die Gelegenheit, hinzugehen und selbst zu schauen, was das ist oder weiterzugehen. Und die Bibel sagt, dass das Hingehen die entscheidende Bedingung für den Ruf Gottes ist.

[1:00:31] Denn die Bibel sagt in 2. Mose 3, Vers 3, da sprach Mose: Ich will doch hintreten und diese große Erscheinung ansehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt. Ich möchte wissen, wie das funktioniert. Ich möchte wissen, wie es möglich ist, in der Gegenwart Gottes zu sein. Denn ich möchte einmal im Himmel sein. Ich möchte wissen, wie das, ich möchte das Evangelium verstehen. Ich möchte einfach nur glauben, Jesus ist für mich gestorben. Ich möchte verstehen, wie ich mit meiner Sünde fertig werde.

[1:00:56] Vers 4, als aber der Herr sah, dass er hintrat, umzuschauen. Das heißt, als Gott gemerkt hat, der Mose hat wirklich Interesse. Als aber der Herr sah, dass er hintrat, umzuschauen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu und sprach: Mose, Mose, jetzt bist du bereit. Jetzt bist du bereit, denn jetzt hast du genau das, was du immer gebraucht hast, nämlich das Interesse, zu sehen, wie es wirklich ist, in der Nähe Gottes zu sein. Mose, Mose.

[1:01:32] Übrigens, wenn das Feuer, oh das ist schön, wenn das Feuer die Liebe Gottes ist, wo hat sich die Liebe Gottes für uns am deutlichsten offenbart? Die Bibel sagt in Römer 5, Vers 8: Denn Gott erweist seine Liebe, dass er für uns gestorben ist, als wir noch seine Feinde waren, als wir Feinde, Sünder waren. Dieses Feuer, das scheint vom Kreuz. Als Mose dort an das Feuer geht, das Feuer ist inmitten eines Dornenbusches und wer ist mittendrin? Jesus, Gott. Jesus inmitten von Dornen offenbart seine Liebe. Irgendwelche Parallelen? Inmitten von Dornen leuchtet die Liebe am deutlichsten auf. Als er im Kreuz dort hängt, mit der Dornenkrone auf dem Kopf, ist er der wahre brennende Dornbusch und jeder, der dorthin geht, empfängt den Ruf Mose, Mose oder Heinz, Heinz oder Maria, Maria, was auch immer dein Name ist.

[1:03:05] Wenn wir dorthin gehen, an den heiligen Ort und was sagt er dann? Zieh deine Schuhe aus. Jetzt kommen wir zum letzten Teil, zum letzten Aufschnitt. Das ist so wunderbar. Jetzt kommen wir zum göttlichen Schuhwechsel. Zum göttlichen Schuhwechsel. Zieh deine Schuhe aus. Wir werden gleich sehen, welche Schuhe er anziehen soll. Meint ihr, er sollte Schuhe anziehen? Wartet ab. Wir können es gleich lesen. Wir lesen erst in zweite Mose. In zweite Mose 3 Vers 7.

[1:03:47] Und der Herr sprach: Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten sehr wohl gesehen und ich habe ihr Geschrei gehört, die, welche sie antreiben. Ja, ich kenne ihre Schmerzen und ich bin herabgekommen, um sie zu retten, aus der Hand der Ägypter und sie aus diesem Land zu führen, in ein gutes und weites Land, in ein Land, in dem Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Perisiter, Hewiter und Jebusiter. Und nun siehe, das Geschrei der Kinder Israel ist vor mich gekommen und ich habe auch ihre Bedrängnis gesehen, wie die Ägypter sie bedrücken. Jesus kam herab und sah das Leid der Welt und offenbarte sich inmitten der Dornen, offenbarte sich mit seiner ganzen Liebe.

[1:04:32] Eine der wunderbarsten Verse, die ich gefunden habe in diesem Studium, befindet sich in Jesaja 63. Jesaja 63, Vers 9. Dort steht in Jesaja 63, Vers 9, da bezieht es sich genau auf diese Stelle, da heißt es: Bei all ihrer Bedrängnis war er auch bedrängt. Das heißt, Gott, als er all diese Bedrängnis sah, hat sich selbst bedrängt gefühlt. Wenn Gott deine Leiden sieht, leidet er selbst. Wenn Gott die Ungerechtigkeit sieht, fühlt er sich auch ungerecht behandelt, denn du bist ja sein Kind. Aber Gott handelt eben anders als Mose damals in Ägypten. So würden wir es gerne haben, dass Gott einfach als großer Bruder kommt und einfach unsere Feinde kurzum in den Wind schlägt. Das wünschen wir uns oft, aber Gott kann nicht so handeln. Gott muss handeln wie am brennenden Dornbusch, denn Gott möchte auch noch die Ägypter retten, wenn sie wollen.

[1:05:48] Jesaja 63, Vers 9 sagt: Bei all ihrer Bedrängnis war er auch bedrängt und der Engel seines Angesichts rettete sie in seiner Liebe und in seinem Erbarmen hat er sie erlöst. Er nahm sie auf und trug sie alle Tage der Vorzeit. Gott hat einen Plan mit Mose und sein Plan offenbart sich jetzt. Er möchte zeigen, was der einzige Weg aus der Knechtschaft ist, nämlich Jesus, Jesus allein. Aber dazu braucht Jesus jemanden.

[1:06:22] Gehen wir zurück zu 2. Mose 3, wir sind schon auf der Schlussgerade, in 2. Mose 3 und Vers 10. 2. Mose 3, Vers 10. Er offenbart sich noch einmal: Ich kenne die Lage meines Volkes, ich kenne die Lasten, ich kenne die Schwierigkeiten und so spricht Gott auch zu uns. Gott kennt die Schwierigkeiten unserer Zeit, er kennt die Not, er kennt die Wirtschaftskrise, er kennt die Finanzkrise, er kennt die sozialen Umstände. Er weiß, wie viele Kinder heute wieder traurig ins Bett gehen. Jesus weiß, wie viele Menschen heute wieder obdachlos unter irgendwelchen Brücken schlafen. Jesus weiß, wie viele Menschen heute krank sind. Jesus kennt das alles und Jesus weiß, wie viele Menschen heute an der Sünde leiden, bewusst oder unbewusst. Denn das ist das Hauptproblem, denn die Bibel sagt, wer die Sünde tut, ist der Sündeknecht. Das heißt, die Knechtschaft in Ägypten, das eigentliche Hauptproblem des Volkes Israel, ist ein Symbol für die Knechtschaft unserer Menschen in unserer Zeit, die geknechtet sind von dem Gewinn, die geknechtet sind von der Lust, die geknechtet sind von der Spielsucht, von was auch immer. Die geknechtet sind und nicht herauskommen, die aus dem Teufelskreis ihres Lebens nicht herauskommen und Gott offenbart sich in dem brennenden Dornbusch am Kreuz und sagt: Das ist die Lösung.

[1:07:44] Und wir sagen: Wow, aber Gott hat noch einen zweiten Satz. In Vers 10 steht: So geh nun hin. Ja, wir kommen gern zum brennenden Dornbusch, oder? Wir schauen gern, wie das funktioniert. Aber Gott sagt: So geh nun hin. Zieh deine Schuhe aus, ich ziehe dir Schuhe an. Wisst ihr, welche Schuhe ihm angezogen werden, dem Mose? Schlagt mit mir auf, in Epheser 6, in Epheser 6. Epheser 6, Epheser 6, Vers 15. Und die Füße gestiefelt mit was? Mit der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zum Zeugnis weiterzugeben. Mose, komm her, zieh deine Schuhe aus und ich werde dir schon Stiefel anziehen, nämlich die Stiefel der Bereitschaft, das Evangelium anderen weiterzugeben.

[1:09:09] Hast du deine Schuhe schon ausgezogen? Oder sagst du vielleicht sogar: Den Schuh ziehe ich mir nicht an. Ich soll gehen? Du meinst doch nicht mich, oder? Wir würden gern Gottes Stimme hören, oder? Aber wenn sie dann zu uns kommt und sagt: Du bist gemeint, du hast mich erkannt, du hast es verstanden, worum es geht, dich brauche ich. Dann sagen wir: Moment mal, ähm, seid ihr ganz sicher? Wenn ihr noch Ausreden braucht, schaut mal, was der Mose euch an Palette bietet. Der Mose bietet euch das Best of der Ausreden. Schaut mal in 2. Mose 3, Vers 11, die, die erste, die berühmteste. Mose aber sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen und dass ich die Kinder Israels aus Ägypten führen sollte? Ja, Mose, du warst beinahe der Pharao von Ägypten, ja. Wer bin ich?

[1:10:17] Aber er hat noch eins auf Lager. Vers 13. Siehe, wenn ich zu den Kindern Israels komme und zu ihnen sage: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt und sie mich fragen: Was ist sein Name? Was soll ich ihnen sagen? Gott, wenn sie mir eine Frage stellen, die ich nicht beantworten kann. Ich traue mich nicht. Ich traue mich nicht, eine Bibelstunde zu geben. Ich traue mich nicht, über den Glauben zu reden. Vielleicht stellen sie mir eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Was soll ich sagen? Bekannt? Kommst du bekannt vor? Was soll ich sagen? Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Schwierige Frage, ja. Mose hatte dasselbe Problem. Trotz 40 Jahre Eliteausbildung.

[1:10:46] Die haben noch eins. 4, Vers 1. 2. Mose 4, Vers 1. Und Mose antwortete und sprach: Aber siehe, sie werden mir nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Der Herr ist dir nicht erschienen. Sie glauben sowieso nicht. Die Menschen heute haben kein Interesse. Sie sind atheistisch, sie sind säkular, sie haben sowieso und sie werden sagen: Sind alles nur Märchen, bildest du dir alles nur ein. Bekannte Ausrede?

[1:11:09] Und einen haben wir noch. Vers 10. Mose aber sprach zum Herrn. Das ist mein persönlicher Favorit. Ach mein Herr, ich bin kein Mann, der was? Der reden kann. Halt mir fest, was hat er in Ägypten gemacht? Er war mächtig in Worten und Werken. Ein Mann, der nicht reden kann und der ägyptische Armeen bis an bis nach Äthiopien bringt. Ich kann nicht reden. Er sagt: Ich bin es von jeher nicht gewesen. Ich bin es auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Knecht geredet hast. Das ist interessant. Er sagt, selbst nachdem du zu mir sprichst, würde ich mir noch nicht besser. Ich habe immer noch keine Kraft, als ob er noch immer nicht versteht, dass Gottes Auftrag immer auch eine Befähigung ist. Ich bin ein Mann von schwerfälliger und schwerer Zunge. Sind das Ausreden, die dir bekannt vorkommen, mit denen gibt es eine Aussage hier, mit der du dich identifizieren kannst?

[1:12:04] Weil wisst ihr was, liebe Freunde und liebe Freundinnen? Wenn Gott uns zweimal ruft, ruft er uns dazu, das weiterzugeben, was wir selbst gesehen haben mit unseren eigenen Augen. Wenn du den brennenden Dornbusch in deinem Leben gesehen hast und das Wunder gesehen hast, was du dir nicht erklären kannst und es selbst erlebt hast an deinem eigenen Leib und Gott zu dir ruft, was auch immer der Name ist und setzt ihn zweimal ein, Mose, Mose, dann ruft er dich, zurückzugehen. Denn was ist die hebräische Bedeutung des Namens? Mose, der Herausgezogene, der Gerettete, aber nicht nur der Herausgezogene, sondern auch der Ausziehende. Du bist herausgezogen, um andere herauszuziehen.

[1:12:58] Das zweite Buch Mose heißt auch der Exodus und Exodus, der mit griechischer Hilfe heißt, übersetzt, der Weg hinaus. Gibt es einen Weg hinaus? Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und Gott sagt: Geh du hin. Du bist schon herausgezogen worden durch diesen Exodus, durch diesen Jesus, durch den Weg hinaus, zieh noch andere hinaus. Das ist dein Wunsch heute, mit dem, was du weißt, mit dem, was du kannst, den Plan, den Gott schon vor deiner Geburt gelegt hat. Egal, ob du ein Schneider bist oder ob du eine Telefonistin bist oder was auch immer du bist.

[1:13:51] deinen Beruf und deine Identität nicht ägyptisch, sondern hebräisch auszulegen und das, was du kannst, in den Dienst zu stellen, von Gott zu lernen und das weiterzugeben, was du gesehen hast.

[1:14:07] Den brennenden Dornbusch in deinem Leben, damit du andere Menschen ebenfalls an den Berg Gottes führst, wo er sich im Feuer offenbart und das Gesetz Gottes offenbart. Gibt es jemand, der sagt: "Ich möchte den Ruf Mose, Mose in meinem Leben annehmen, auch wenn ich nicht Mose heiße, aber ich möchte auch, weil ich weiß, dass Gott mich herausgezogen hat, ich möchte auch jemand sein, der andere mit hinauszieht." Gibt es jemanden, der diesen Wunsch hat? Neben mir? Amen.

[1:14:40] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns herausziehen möchtest und herausgezogen hast und dass du einen Plan für unser Leben gehabt hast, noch bevor sich unsere Eltern überhaupt getroffen haben. Jesus, manchmal haben wir diesen Plan nicht verstanden und haben Dinge getan, die das Ganze auf Jahre vielleicht zurückgeworfen haben, aber du gibst deinen Plan nicht auf. So wie du den Mose nicht aufgegeben hast und deinen Plan mit ihm, so gibst du auch uns nicht auf und du zeigst dich uns, den brennenden Dornbusch. Auch wenn wir heute keinen brennenden Dornbusch sehen, so sehen wir doch, was am Kreuz geschehen ist für uns, als du die Dornenkrone getragen hast für uns und deine reine Liebe offenbart hast.

[1:15:31] Jesus, du hast nicht gesündigt auf dieser Erde. Du hast die Erlösung der Welt bewerkstelligt, ohne dich auf deine eigene Kraft zu verlassen oder zu sündigen. Und das war das Problem vom Mose, der zwar gute Motive gehabt hat, aber sie nicht abhängig gemacht hat von dir am Anfang. Und so bitten wir dich, dass wir diese Lektion lernen, dass wir dir ganz nachfolgen und das, was wir sehen und selbst erlebt haben, anderen weitergeben. Und wir brauchen keine Angst zu haben, denn du bist in der Lage, sogar den Staub in der Wüste Midian heilig zu machen. Dann kannst du auch uns heilig machen. Wir wollen zu dir kommen, damit du das tun kannst. Und wir möchten den Auftrag annehmen, welchen auch immer du hast. Du machst aus Fischern Menschenfischer, aus Hirten machst du Führer des Volkes Gottes. Was auch immer unsere Aufgabe ist, was auch immer du mit unseren Talenten, die du uns gegeben hast, bewerkstelligen möchtest. Wir möchten es einfach in deine Hände legen.

[1:16:40] Und ich bitte, dass du uns zeigst, wo wir in unserem Arbeitsplatz, Beruf, Studium, vielleicht auch als Senioren, was auch immer wir tun können, dass du uns das zeigst. Jesus, wir sehen am Mose, dass niemand zu alt ist, denn er war 80, als du ihn zu diesem Werk gerufen hast. Ein Alter, wo wir glauben, dass man eigentlich kaum noch was tun kann. Er war 80 und du hast ihn dann zu deiner großen Lebensaufgabe gerufen. Und so gibt es kein zu spät in unserem Leben. Solange wir noch leben, kannst du uns für eine große Aufgabe berufen, was auch immer sie sein mag. Wir möchten dich bitten, dass du uns das zeigst, jedem Einzelnen von uns. Und wenn du uns zweimal rufst, dass wir dann nicht die Ausreden des Mose vorbringen, sondern das sagen, was Mose direkt am brennenden Dorn durchgesagt hat: "Hier bin ich." Amen.


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