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In dieser Folge der Cannstatt Study Hour spricht Marc Kynast über die Lektion 5 des dritten Quartals 2019, „Was ihr den Geringsten getan habt“. Anhand der Propheten Amos, Micha, Hesekiel und Jesaja wird die Bedeutung von Gerechtigkeit, Nächstenliebe und dem Dienst an den Bedürftigen beleuchtet. Die Botschaft unterstreicht die Wichtigkeit, Gottes Willen zu tun und ein Segen für andere zu sein, anstatt sich auf eigene Bequemlichkeit zu verlassen.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour spricht Marc Kynast über die Lektion „Was ihr den Geringsten getan habt“. Anhand der Propheten Amos, Micha, Hesekiel und Jesaja wird beleuchtet, wie wichtig es ist, Gottes Wort zu halten, Liebe zu üben und demütig zu sein. Die Botschaft betont die Verantwortung jedes Einzelnen, dem Nächsten zu dienen und ein Licht in der Welt zu sein, anstatt sich auf sich selbst zu verlassen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q3: Was ihr den Geringsten getan habt

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Cannstatt Study Hour. Mein Name ist Marc Kynast und wir beschäftigen uns heute mit der Lektion 5 des dritten Quartals 2019. Und es geht darum, was ihr den Geringsten getan habt.

[0:38] Nun schauen wir mal gleich am Anfang in den Einleitungsvers, in den Merkvers in Micha 6, Vers 8. Hier steht: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, was der Herr von dir fordert: nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott."

[0:57] Nun, wenn ich höre, es ist dir gesagt, oh Mensch, dann höre ich, wie damals zu Hause mich jemanden mit meinem Vornamen anspricht. "Marc Kynast, ich warne dich. Wenn du dich mit Person XY abgibst, ja, das ist nicht der richtige Umgang für dich." Ich denke, ihr kennt das alle, und es ist hier eigentlich eine persönliche Anrede. Es ist dir gesagt, Mensch. Es heißt, um was es heute geht, ist wichtig für uns.

[1:29] Und weil es so wichtig ist, wollen wir am Anfang miteinander beten. Großer Gott, Herr und Vater, wir danken dir für die Möglichkeit, wieder mit dir uns zu beschäftigen, zu hören, was deine Propheten über die Jahrhunderte zu sagen hatten. Und wir bitten dich um offene Ohren, wir bitten dich um deinen Geist und wir bitten dich, dass du in unser Herz kommst und uns veränderst. Deinem Namen danken wir dir. Amen.

[1:55] Nun, der Merkvers. Der Merkvers sagt auch, was der Herr von dir fordert. Und es steht auch nichts als, ja, nämlich nichts als oder Gottes Wort halten, Liebe üben, demütig sein. Je nach Übersetzung. Nichts als, wie es ist zu verstehen. Gottes Wort halten bedarf es dann nichts anderes und der Rest ist mir frei. Oder ist es so, dass ich nichts als Gottes Wort erhalten sollte und der Rest, naja, der kommt dann von alleine.

[2:33] Es steht ja hier, was der Herr von dir fordert. Und fordert ist auf Hebräisch "Darash". Und es kann bedeuten, entweder etwas suchen oder etwas mit Sorgfalt nachgehen. Es heißt, Gott geht uns mit Sorgfalt nach und überprüft, ob wir uns an ihn halten. Er sucht uns förmlich, ob wir uns an ihn halten. Das heißt, wir müssen ihn als erste Priorität setzen und dann wird das Gute uns nachfolgen. Also, nichts als Gottes Wort erhalten heißt, einfach das als erste Priorität zu haben. Und das Gute wird uns nachfolgen. Gott lässt uns unseren Willen, wenn wir seinen Willen zu unserem Willen machen. Das ist ein Spruch von einem Wandbild von meinem Familienhaus, meiner Familienwohnung an so einer Wand. Und ich denke, das fasst es gut zusammen. Gott lässt uns unseren Willen, wenn wir seinen Willen zu unserem Willen machen.

[3:34] Nun, was ist der Wille Gottes und was ist er für sein Volk? Was war er für sein Volk in der damaligen Gesellschaft? Und was ist er für uns heute? Das wollen wir uns heute anschauen. Und so steigen wir ein in den Sonntag, der Ruf nach Gerechtigkeit.

[3:49] Nun, in Israel war es so, dass das Volk sehr unzufrieden war und sich nach einer Führerin gesehnt hat. Nun, sie verließen sich also nicht mehr allein auf die Führung Gottes, sondern sie wollten unbedingt jemanden, der an der Spitze steht und ihnen sagt, was zu tun ist. Es wurde aber gewarnt, dass wenn es ein Oberhaupt hat, dass es das Oberhaupt, das Volk nach seinem Willen führen wird. Und so kommt der Prophet Samuel ins Spiel. Und er sagt in 1. Samuel 8, Vers 7.

[4:45] Also Gott sagt: Okay, gib dem Volk seinen Willen. Jetzt Verse 10-18.

[5:18] Verse 10-19. Gott warnt hier vor Konsequenzen. Ihr wollt nicht mir nachfolgen? Ja gut, dann folgt einem Herrscher nach. Nun, aber wo Menschen regieren, da entstehen Fehler. Das kennen wir. Und wo Fehler gemacht werden, entsteht Ungerechtigkeit. Und wo Ungerechtigkeit herrscht, da herrscht Kriminalität. Sprich, Nächstenliebe nimmt ab. Und der Staat muss eingreifen.

[6:13] Nun, in einem Staat, in dem es viele Gesetze gibt, spiegelt das eigentlich die Gesetzlosigkeit wieder. Weil, wozu bräuchte ich sonst Gesetze? Und in einem Staat mit vielen sozialen Einrichtungen spiegelt es eigentlich die unsoziale Art der Gesellschaft wieder. Weil, wozu bräuchte ich sonst soziale Einrichtungen? Sprich, wo einer herrscht, werden Fehler gemacht und es hat Folgen. Auch auf unsere Gesellschaft.

[6:44] Nun, eine dieser Folgen oder viele dieser Folgen hat einer erfahren und das war Martin Luther. Und wir lesen von ihm.

[7:11] Jesus war auch allein nach ihm. Jesaja war allein in Jerusalem. Hesekiel allein zu Babylon. Dazu hat er noch nie den obersten Priester oder andere hohe Stände zu Propheten gemacht, sondern gemeiniglich niedrige, verachtete Personen auferweckt. Auch zuletzt den Hirten Amos. Also haben die lieben Heiligen alle Zeit wieder die obersten Könige, Fürsten, Priester, Gelehrten gepredigt und schelten müssen. Den Hals daran wagen und lassen. Ich sage nicht, also von sich selber, dass ich ein Prophet sei. Ich sage aber, dass ihnen so viel mehr zu fürchten ist, ich sei einer. So viel mehr sie mich verachten und sich dann selbst verachten, so bin ich jedoch gewiss für mich selbst, dass das Wort Gottes bei mir und nicht bei ihnen ist. Heißt, Luther sagt, wenn ich schon die Gesellschaft kritisiere und ich Gegenwind bekomme, dann ist es ja klar, dass ich Gottes Wort sage und dass sie dann nicht mich verachten, sondern Gottes Wort.

[8:11] Nun, die Worte, die gesprochen wurden über die Zeitalter der Propheten und auch von Sprachrohren Gottes, das wollen wir uns mal anschauen in die damalige Gesellschaft und auch heute.

[8:25] Kommen wir zum Montag. Amos war nämlich einer dieser Propheten und erlebte 760 vor Christus. Nun, er war ein Schäfer und er war ein Maulbeerfeigenbaumfarmer. Die Bibel sagt auch, er war ein Maulbeerfeigenritzer. Nun, was ist eine Maulbeere und warum ritze ich die? Eine Maulbeere ist wie eine Art Feige und diese Feige, wenn ich sie ritze in Einzelarbeit, dann wird sie reifer und im Geschmack besser. So schreibt es hier so ein Autor, Theo Frast.

[9:03] Nun, Amos wurde berufen und sein Job war nicht unwichtig, denn er lehrt uns etwas. Zur Zeit König Davids gab es diese Bäume und sogar David hat einen königlichen Verwalter angestellt, damit diese Bäume verwaltet werden. Und auch der Zöllner Zachäus, der dem Volk Unrecht getan hatte, kletterte damals auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen. Sprich, der Maulbeerfeigenbaum war wichtig.

[9:39] Nun, in Bezug auf Amos, zur Zeit Amos wurde aus diesem Holz des Maulbeerfeigenbaums hauptsächlich Särge hergestellt. Nun, wozu sind Särge gut? Särge sind dazu gut, um Menschen zu beerdigen und um Völker, die dahin sterben, ebenso zu beerdigen. Und Amos verließ praktisch seinen Platz, um zu predigen.

[10:08] Er lebte damals in Nordisrael und Südjuda, also lebte er so dazwischen. Und in Nordisrael, das ist unabhängig geworden, da regierte Jerobeam II. Und Jerobeam II. war ein erfolgsreicher Kriegsführer und er hat Religion gehasst. Er ist den Göttern nachgelaufen und er vernachlässigte die Armen. Und er baute zwei Tempel, den einen in Bethel und den anderen in Dan. Und er wollte damit den Salomonischen Tempel, den Tempel zur Ehre Gottes, konkurrieren und stellte zusätzlich in jedem dieser Tempel ein goldenes Kalb. Natürlich zur Götzenanbietung.

[10:51] Und Amos tritt nun da so ein und sagt: Das macht ihr falsch. Ihr predigt den Götzendienst und ihr lebt den Götzendienst und ihr kehrt euch gegen die Armen. Nun, aber er fängt so an, dass er erstmal die anderen Völker verurteilt und zwar Moab, Ammon, Edom, Gaza, Juda, Tyrus und Damaskus. Und die Israeliten, die freut es so, die anderen machen es ja alle schlecht, wir sind gut. Aber was er da eigentlich macht, ist, er tut literarisch Israel umzingeln. Weil diese ganzen Stämme, diese ganzen anderen Völker lebten um Israel drumherum. Und so kommt er dann am Schluss auf Israel und sagt zu Israel: Schaut mal, ihr macht es noch viel schlimmer als die anderen.

[11:35] Seine Anschuldigungen sind dreimal länger, so wie wir in dem Buch lesen, und sie sind viel bedeutender als die anderen davor. Und was er sagt, ist im Endeffekt in Kapitel 2, Vers 7. Wir lesen kurz Amos 2, Vers 7.

[11:51] "Ja, ihr tretet den Kopf der Armen in den Kot und hindert den Weg der Elenden. Es geht Sohn und Vater zur Dirne, dass sie meinen heiligen Namen entheiligen." Also wir haben hier Prostitution und wir haben hier Unterdrückung der Armen. Und er sagt: Im Endeffekt begeht ihr die schlimmen Taten.

[12:20] Nun, im Kontrast dazu sagt Amos: Eigentlich solltet ihr ein Segen sein. Ja, ihr sollt ein Segen sein und er geht auf 1. Mose 12, 2 und 3 ein. Können wir kurz lesen, 1. Mose 12, 2 und 3.

[12:42] Ist viel zu besprechen, wir gehen rasch durch heute. 1. Mose 12, 2 und 3. "Und ich will dich zum großen Volk machen und ich will dich segnen und dir einen großen Namen machen und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen und verfluchen, die dich verfluchen. In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden."

[13:00] Nun, Israel ist dieser Berufung nicht nachgekommen. Und so steht in 5. Amos, also Amos 5, 24: "Es soll aber das Recht offenbar werden wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein Strom." Recht in diesem Text heißt "Mischpat". Und Mischpat ist übersetzt die Taten zur Korrektur von Ungerechtigkeit. Und Gerechtigkeit, hier steht "Zedakwa". Das ist die korrekte Bezeichnung für die Gleichheit trotz sozialer Unterschiede. Also das heißt Beziehungen in Gleichheit.

[13:41] Die Reaktion Israels und Jerobeams des II. war: Wir ignorieren Amos. Was willst du von uns?

[13:49] Nun, die Folge ist, der Tag des Herrn, Vergeltung kommt. Und wie sollte das aussehen? Naja, das Volk sollte erobert werden, ihre Städte dem Erdboden gleich gemacht und das ganze Volk ins Exil geführt. Und ist es passiert? Ja, wir wissen, dass Amos ein Prophet war und dass es auch eingetreten ist. 40 Jahre später kamen die Assyrer und wanderten ein und zerstörten Nordisrael.

[14:13] Ich habe hier einen längeren Abschnitt, den ich euch vorlesen möchte, wie das passiert ist. Und dass wir uns mal vorstellen können, wie sich das Volk verhalten hat. Und dass wir auch daraus lernen, wie wir uns nicht verhalten sollten.

[14:26] "Der Weinkonsum der Israeliten war eine der Ursachen, die schließlich zu ihrer Gefangenschaft führten. Durch den Propheten Amos sagte der Herr zu ihnen: Ihr Müßiggänger auf dem Berg Zion, ihr meint, das Unheil sei noch fern. Aber ihr tut alles, um ein Ende mit Schrecken herbeizuführen. Ihr regelt euch auf euren elfenbeinverzierten Polsterbetten und esst das zarte Fleisch von Lämmern und Mastkälbern. Ihr grölt zur Harfe und bildet euch ein, ihr könntet Lieder machen wie David. Ihr trinkt den Wein kübelweise und verwendet die kostbarsten Parfüms. Aber, dass euer Land im Untergang treibt, lässt euch kalt. Deshalb sagt der Herr der ganzen Welt: Ihr müsst als erste in die Verbannung gehen und eure Gelage nehmen ein jähes Ende." Amos 6, 1-7.

[15:12] "Von Generation zu Generation hatte der Herr seine widerspenstigen Kinder gegenüber nach sich geübt. Sogar jetzt, angesichts trotziger Rebellion, verlangte ihn danach, sich ihnen als williger Retter zu offenbaren."

[15:31] "Was soll ich dir tun, Ephraim? rief er aus. Was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht." Hosea 6, 4.

[15:41] Die Missstände, die sich im Land ausgebreitet hatten, waren unheilbar geworden. Und über Israel wurde das furchtbare Urteil gefällt. "Ephraim hat sich zu den Götzen gestellt, so lass es hinfahren. Die Zeit der Heimsuchung ist gekommen, die Zeit der Vergeltung. Dessen wird Israel inne werden."

[15:57] Die Stämme Israels sollten nun die Früchte des Abfalls ernten, der mit der Aufrichtung der fremden Altäre in Bethel und Dan Gestalt angenommen hatten. Das haben wir ja gerade eben noch besprochen, die Altäre in Bethel und Dan.

[16:11] Gottes Botschaft an sie lautete: "Dein Kalb Samaria verwerfe ich, also diese goldenen Kälber. Mein Zorn ist gegen sie entbrannt. Wie lange soll das noch andauern? Sie können doch nicht ungestraft bleiben, die Kinder Israels. Ein Goldschmied hat das Kalb gemacht und es kann doch kein Gott sein. Darum soll das Kalb Samarias zerpulvert werden." Hosea 8, 5, 6.

[16:30] "Die Einwohner von Samaria sorgen sich um das Kalb zu Bethel. Sein Volk trauert darum und seine Götzenpfaffen zittern um seine Herrlichkeit. Denn sie wird von ihnen weggeführt. Ja, das Kalb wird nach Assyrien gebracht zum Geschenk für den König Jahre. Siehe, die Augen Gottes des Herrn sehen auf das sündige Königreich, dass ich es vom Erdboden vertilge, wiewohl ich das Haus Jakob nicht ganz vertilgen will, spricht der Herr. Denn siehe, ich will befehlen und das Haus Israel unter allen Heiden schütteln lassen, gleich wie man einem Sieb schüttelt und kein Stein zur Erde fällt. Alle Sünder in meinem Volk sollen durchs Schwert sterben, die da sagen: Es wird das Unglück noch so nahe sein, noch uns begegnen."

[17:16] "Nun, die elfenbeingeschmückten Häuser sollen zugrunde gehen und viele Häuser vernichtet werden, spricht der Herr." Amos 3, 15.

[17:23] Und ist es so gekommen? Eine Zeit lang wurden diese vorausgesagten Gerichte noch ausgesetzt. Und während der langen Herrschaft Jerobeams II. errangen die Heere Israels sogar beachtliche Siege. Aber die scheinbare Blütezeit bewirkte keinen Wandel in den Herzen der Unbußfertigen. Und schließlich wurde entschieden: Jerobeam wird durchs Schwert sterben und Israel wird aus seinem Lande gefangen, weggeführt werden. Die Kühnheit dieser Aussage hinterließ keinen Eindruck bei König und Volk. So weit fortgeschritten war ihre Unbußfertigkeit.

[18:03] Amasja, ein Führer unter den götzendienerischen Priestern in Bethel, erregten die klaren Worte, die der Prophet gegen die Nation und ihren König ausgesprochen hatte, so sehr, dass er zu Amos sagte.

[18:28] Die klare Antwort des Propheten lautete: "Darum spricht der Herr: Israel soll aus seinem Lande vertrieben werden."

[18:36] Nun, die Aussagen gegen die abgefallenen Stämme erfüllten sich auch buchstäblich. Die Zerstörung des Königreichs erfolgte jedoch dann schrittweise. Noch im Gericht sandte der Herr auf Gnade und als Pul, der König von Assyrien ins Land kam, wurde Menahem, der damalige König Israels, zunächst nicht gefangen genommen, sondern durfte weiterhin als Vasall des Assyrischen Reiches auf dem Thron verbleiben. Und Menahem gab Pul tausend Zentner Silber, damit er es mit ihm hielte und sein Königreich befestigte. Und Menahem legte eine Steuer auf die Reichsten in Israel, 50 Silberstücke auf jeden Mann, um es dem König von Assyrien zu geben.

[19:15] Hier hat Menahem Prävention betrieben. Er hat eigentlich eine Steuer auf die Reichen gelegt. Und das ist eigentlich was Gutes, weil die Armen wurden ja eh unterdrückt. Aber das hat er nur gemacht, damit er weiterhin an der Macht bleiben kann.

[19:29] Nun, als die Assyrer die zehn Stämme gedemütigt hatten, kehrten sie für eine Zeit lang in ihr eigenes Land zurück. Menahem war weit davon entfernt, das Böse zu bereuen, das den Verfall in seinem Königreich bewirkt hatte, beging weiterhin die Sünden Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel sündigen machte. Auch Pekahia und Pekach, seine Nachfolger, also die von Menahem, taten was dem Herrn missfiel.

[19:55] Zu der Zeit Pekachs, der 20 Jahre regierte, kam Tiglatpileser, der König von Assyrien, nach Israel und führte eine große Zahl Gefangener aus den in Galiläa und östlich des Jordans lebenden Stämmen mit hinweg. Das ist jetzt das Exil, wo sie weggeführt werden. Die Rubeniter, Gaditer und den halben Stamm Manasse, lesen wir in 1. Chronik 5, 26. Sie und andere Einwohner von Gilead und Galiläa, das ganze Land Naphtali auch, wurden in weit von Palästina entfernte Länder unter die Heiden zerstreut. Von diesem furchtbaren Schlag erholte sich das Nordreich nie mehr. Der schwache Überrest war nur noch die äußere Form der Selbstständigkeit, doch ohne wirkliche Macht zu besitzen. Nur ein weiterer Herrscher, Hosea, sollte auf Pekach folgen.

[20:38] Nun, wir wissen, dass Gott dann noch den König Hiskia ins Land eingeführt hat und der hat Reformen gebracht und hat den Götzendienst abgeschafft. Und Gott hat nochmal so seine Gnade gezeigt, aber es war auch nicht von langer Dauer.

[20:56] Nun, Gott hat in jeder Situation hier einen Propheten berufen. Und er sendet auch in unterschiedlichsten Situationen von uns Menschen Propheten, Menschen, die uns auf den richtigen Weg lenken. Und Amos ist hier einer, der wirklich probiert hat, nochmal dieses Volk umzudrehen. Weg von den Bäumen, wofür man eigentlich sehr geschnitzt, hin zu einem Volk, das nicht unbedingt in den Sarg sollte.

[21:24] Gut, schauen wir mal auf Dienstag. Die Wirkungszeit des Propheten Micha, und hier geht es um Micha. Er war zur Zeit der assyrischen Expansionspolitik im antiken Nahen Osten. Nun, Michas Dienst begann zur Zeit des Königs Jotham, das war so 750 bis 731 vor Christus. Und er vertraute auf den Herrn und er wehrte sich auch gegen die Assyrer. Aber dieser König, er schaffte nicht den Götzendienst ab.

[22:00] Und Micha war aus Südjuda, also jetzt nicht das Nordreich, sondern das Südreich. Und zusammen das Reich war halt Israel, aber es war halt eben getrennt. Und beide Länder haben sich eigentlich gegen Gott gewandt. Und Nordisrael war ja mit der Tempelstadt Samaria und Südjuda mit der Tempelstadt zu Jerusalem. Und beide Tempelstädte haben sich nicht mehr nach Gott gesehnt oder umgekehrt.

[22:32] Und so warnte Micha vor den Assyrern. Und sie sollten ja nicht nur Nordisrael überfallen, sondern auch dann Südjuda zerstören. Und danach sagt er sogar, dass Babylon kommen wird und größere Zerstörung anrichtet. Und der Tempel soll auch in Jerusalem zerstört werden und das Volk in die Unterdrückung geraten.

[22:51] Nun, Micha, wie Amos, war genauso mit Gottes Kraft erfüllt, um zu warnen. Das lesen wir in Micha 3, Vers 8. Und das Buch ist gefüllt eigentlich mit Warnungen. Und natürlich Warnungen ans Volk. Aber auch Segnungen, wenn das Volk darauf hört.

[23:09] Nun, wir lesen mal so grob den Aufbau dieses Buches, weil es ja doch umfänglich um jeden Propheten einzeln geht und mit was er sich so an das Volk gewendet hat. Und jetzt mal so einen groben Aufbau.

[23:27] In Kapitel 1 bis 2 zeigt sich Gott als Richter über Israel. Mit Feuer und Erdbeben. Und er sagt: Ihr habt mehr als 500 Jahre rebelliert. Und Micha nennt wie Amos dann die umliegenden Städte. Das kennen wir bereits. Hier ist es Gad, Zaphir, Adulam, Lachisch. Und er schuldigt die Führer an, dass sie die Reichen auch unterdrücken und durch Gier und Diebstahl sich bereichern. Und ein Beispiel dafür ist zum Beispiel zu der Zeit der Nabots Weingarten. Nabot war eher ein ärmlicher oder normaler Bürger und hat halt einen schönen Weingarten. Und der König schaut auf diesen Weingarten und denkt sich: Ach, der ist direkt in Richtung meines Balkons und ich will diesen Weingarten haben. Und schlussendlich, Nabot verweigert ihm diesen Garten und der König holt sich ihm trotzdem. Und deswegen sagt der Prophet: Ihr seid korrupt. Ihr nehmt das Geld und ihr nehmt das Geld auch an von Fremden, um einfach, ja, sich zu bereichern. Und noch viel schlimmer, ihr nehmt das Geld, ihr gebt das Geld den Propheten, falschen Propheten, damit die euch das sagen, was ihr hören wollt.

[24:41] In Kapitel 3 bis 4 geht es dann noch mehr darauf ein, dass sie die Bevölkerung ausbeuten und ihren Landbesitz nehmen. Wir können hier mal kurz Kapitel 3, 9 bis 12 lesen. Micha, Kapitel 3, 9 bis 12.

[25:19] Trotz der Warnungsbotschaften Michas haben wir immer wieder die Gnade Gottes. Und zwar einmal sagt er, Gott wird als Hirte sie neu sammeln und sie zu neuer Stärke bringen. Das sind Kapitel 2, 12 bis 13. Und er sagt, dass der Tempel wieder neu aufgebaut wird und dass das Volk wieder in sein Tempel gehen wird, um Gott zu dienen. Kapitel 4, 1 bis 7.

[26:06] Weiter zum groben Aufbau. Kapitel 4 bis 5 spricht über die Wiederherstellung. Und die Assyrer führen sie in die babylonische Gefangenschaft und Gott führt sie zurück in ihr Land. Und dann wird über das neue Jerusalem gesprochen und ein neuer König soll aus der Linie David kommen.

[26:25] Nun Kapitel 6 bis 7 geht darauf ein, was Israel eigentlich tun sollte. Es ist dir gesagt, oh Mensch, unser Merkvers. Und Kapitel 7 bis 8 ist so die Darstellung des Volkes Israel symbolisch als eine Person, die von Gott praktisch verlassen ist. So war ja auch der Fall. Und sie hält aber nach Gottes Gnade Ausschau, fragt nach Vergebung. Und die Frage ist einfach, warum ist es so dargestellt? Warum ist dieses Volk, diese Person, das dann auf einmal doch wieder Gott sucht?

[27:02] Und wir finden in diesem Buch eben einen Hinweis auf Gottes Charakter. Kapitel 7 Vers 18. "Wo ist denn solch ein Gott wie du bist, der die Sünde vergibt und lässt die Missetat den Übrigen seines Erbes, der seinen Zorn nicht ewiglich behält, denn er ist barmherzig."

[27:26] Dem Volk wurde also auch immer wieder, immer wieder Barmherzigkeit gegeben, wenn es sich zu ihm wendet. Das Volk sollte für jeden ein Segen sein.

[27:42] Nun, wir können das eigentlich in zwei große Säulen aufteilen, dieses Buch Micha oder die Schlussfolgerung dieses Buches. Entweder wir halten uns daran, Gott treu zu sein und bringen Hoffnung in das Leben anderer Menschen, indem wir den Geringsten auch dienen und Gott stärkt uns mit seinen Verheißungen und mit seiner Liebe. Das ist die eine Säule. Weil Gott einfach auch größer ist als das Böse. Oder wir verlassen uns auf uns selber, suchen unser Eigenes und wir ziehen dadurch das Gericht auf uns.

[28:27] Und zwischen diesen zwei Fronten sind wir auch davor, uns auf uns selber zu verlassen, zu sagen: Ja, kann ich schon, und mir geht es doch gut. Oder zu sagen: Nein, ich möchte mich an Gott halten und ich möchte anderen Leuten auch die Botschaft der Hoffnung bringen. Und ich habe einen sehr schönen Abschnitt.

[28:57] "Ihr sollt unter den Menschen bleiben, damit die Würze der göttlichen Liebe sei wie das Salz, um die Welt vor dem Verderben zu bewahren. Herzen, die den Heiligen Geist an sich wirken lassen, sind Kanäle, durch die Gottessegnungen fließen. Würden die, welche Gott dienen, von der Erde entfernt werden und würde sich Gottes Geist von den Menschen zurückziehen, dann fiele die Welt infolge der Herrschaft Satans."

[29:24] "Obgleich es die Gottlosen nicht wissen, haben sie die Segnungen des Lebens dem Dasein der von ihnen verachteten und unterdrückten Gotteskinder zu verdanken."

[29:36] Müssen wir mal darüber nachdenken. Obgleich es die Gottlosen nicht wissen, haben sie die Segnungen dieses Lebens dem Dasein der von ihnen verachteten und unterdrückten Gotteskinder zu verdanken. Sie haben keinen Einfluss zum Guten in der Welt. Sie sind dadurch, dass sie das Wesen Gottes verdrehen, schlimmer als Ungläubige.

[30:01] Nun, Menschen leben aus der Gnade Gottes, weil wir sie in ihr Leben bringen. Wenn du und ich Dienst an unserem Nächsten tun, aus Liebe und aus Dankbarkeit heraus, spenden wir Lebenskraft in die Leben hinein der Menschen, die ungläubig sind. Und genau das war auch die Aufgabe des Volkes Israel, die dann in die babylonische Gefangenschaft gekommen sind.

[30:29] Und das bringt uns zu Hesekiel am Mittwoch. Und Hesekiel war ein Priester, der 598 vor Christus lebte und der König Nebukadnezar II. Der hat dann auch das Standbild gehabt. Und einer der nach Babylon verschleppten Israeliten war er und sitzt da so im Exil fest und fragt sich, wie komme ich eigentlich hierher und was ist eigentlich geschehen? Und Gott macht ihm klar, warum das eigentlich so weit gekommen ist. Das heißt, er hat diesen ganzen Abfall vorher nicht erlebt und findet sich nun im Exil wieder. Und das ist ein Merkmal für die Propheten, dass sie die Rahmenbedingungen von Gott klar bekommen und ihm zeigen, was eigentlich das große Gesamtbild ist. Und wir haben hier die Ursache und Wirkung erklärt. Israel hatte dem Götzendienst gefolgt. Haben wir ja schon besprochen. Und haben das göttliche Gericht über sich gebracht. Kapitel 12-24 ist das in Hesekiel.

[31:30] Und dann sagt Hesekiel wieder: Schaut mal, die Nationen um euch herum, Philister, Moab, Ammon, Edom, die werden euch heimsuchen. Und Babylon auch. Die wird Babylon heimsuchen. Also die ganzen Völker wieder drumherum. Das heißt, alle haben Gott verworfen und alle haben nicht mehr darauf gehört, was gut ist. Und uns kommt das ja auch schon bekannt vor. Wir haben das zum dritten Mal, dass auch die Völker drumherum erwähnt werden.

[32:06] Und in diesem von Sünde und Abfall umgebenden Babylon spricht Gott in ein Volk hinein und sagt: Ich möchte euch trotz eurer Situation ein neues Herz geben. Das heißt, Gott ist wieder gnädig und will wieder, dass sie jetzt hier wenigstens Licht sind. Und das bringt uns zu Hesekiel 36, 24-27. Hesekiel 36, 24-27.

[32:40] "Denn ich will euch aus den Heiden holen und euch aus allen Landen versammeln und wieder in euer Land führen. Und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet von all eurer Ungerechtigkeit, Unreinigkeit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz geben, einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischendes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und auch danach tun."

[33:16] Nun, wir sehen, dass Gott immer wieder das Gute im Menschen sucht. Und wir sollen einfach ihm auch Dank geben, dass es so ist und er uns immer wieder eine Chance gibt.

[33:28] Nun, wir sollten uns, glaube ich, über unseren Zustand bewusst sein. Wo stehe ich? Wer bin ich? Wie verhalte ich mich? Bin ich wirklich auch das, was ich sage? Bin ich das, was ich lehre?

[33:40] Und ich habe hier wieder zwei Zitate. Ich lese euch heute gerne was vor. Und zwar:

[33:49] "Wir und auch die Israeliten damals durften keine Zeit verlieren. Wir wissen nicht, wann unsere Bewährungsfrist zu Ende ist. Höchstens eine kurze Lebenszeit steht uns zur Verfügung. Wir wissen nicht, wann uns die Pfeile des Todes treffen und wie aus dieser Welt und ihren Bestrebungen herausgerufen werden. Vor uns liegt aber die Ewigkeit. Bald wird der Schleier gelüftet. Nur noch kurze Zeit. Dann wird über alle jetzt Lebenden das Urteil gesprochen. Wer böse ist, sei fernerhin böse. Wer fromm ist, sei weiterhin fromm. Und wer heilig ist, sei auch weiterhin heilig."

[35:22] "Wenn wir am Anfang des Christenlebens stehen, bei jedem weiteren Schritt dem Himmel zu, muss er wiederholt werden. Alle unsere guten Werke hängen von einer Macht außerhalb von uns ab. Deshalb müssen unsere Herzen unablässig nach Gott verlangen, ihm unsere Sünden bekennen und uns vor ihm demütigen."

[35:40] "Gefahren umgeben uns. Nur wenn wir uns unserer Schwachheit bewusst sind und im Glauben die Hand nach unserem machtvollen Erlöser ausstrecken, alle unsere guten Werke hängen von einer Macht außerhalb von uns ab."

[35:52] Ich glaube, das ist ziemlich wichtig zu wissen. Wenn ich jemand anderem etwas Gutes tun will, dann kann ich das eigentlich gar nicht aus mir selbst heraus. Ich muss mir klar machen, dass ich von Gott abhängig bin. Ezekiel hat im Endeffekt nichts anderes gesagt. Verlasst euch auf den Herrn. Er wird euch ein neues Herz schenken.

[36:13] Nun kommen wir zu unserem letzten Propheten. Die Lektion ist vollgepackt mit den Propheten und dem ganzen Leben dieser Propheten. Ich denke, wenn wir im Lektionsgespräch am Sabbat zusammenfassen, um was es sich eigentlich im Kernpunkt handelt, und zwar um unser Herz, um unsere Einstellung. Wie war die Einstellung im Volk? Wie ist unsere Einstellung eigentlich? Dann können wir ziemlich schnell herausfiltern, worum es Gott eigentlich auch geht, wenn wir anderen helfen sollen.

[36:46] Soviel zur Lektionsleitung. Jesaja.

[36:52] Nun, Jesaja lebte in Jerusalem und in dieser letzten selbstständigen Führungsperiode zur Zeit des Nordreiches. Also kurz vor dem Fall, kurz vor Babylon. Ein kleiner Schritt zurück. Um 722 vor Christus. Er kannte wie Amos, Micha, Hesekiel gegen die Rebellion. Und sagte, die Rebellion wird einen Preis haben. Und er prophezeite, dass Babylon und die Assyrer über Jerusalem kommen und sie unterdrücken.

[37:22] Und Jesaja drückte aber im Vergleich zu den Propheten, die wir betrachtet haben, die Hoffnung stark aus. Und er prophezeite den König David, also den König aus der Linie Davids, in 2. Samuel 7. Und seine Prophezeiungen deckten die Zukunft für das Volk Israel während der babylonischen Gefangenschaft klar aus.

[37:50] Nun, er lebte damals aber nicht mehr. Während der babylonischen Gefangenschaft gab es Jesaja gar nicht mehr. Und viele Kritiker wollen das gar nicht akzeptieren. Und sagen, da gab es unterschiedliche Jesajas, unterschiedliche Schreiber. Aber Jesaja hat ganz klar von Cyrus gesprochen. Das kann man Jesaja 44, 28 nachlesen. Und er hat auch davon gesprochen, dass die babylonische Gefangenschaft wie die babylonische Gefangenschaft sein wird. Und er hat es alles beschrieben, obwohl es 150 Jahre vor seinem Tod stattfand. Nach seinem Tod stattfand.

[38:30] Und eine Aussage sagte auch unser Herr, in Johannes 12, 38 bis 40. Und das machte die Kritik auch zunichte. Und zwar zitiert er vom 1. und dem 2. Jesaja, also die unterschiedlichen Schreiber angeblich. Und er sagt dabei, dass diese beiden Aussagen von nur einer Person kommen. Und zwar vom historischen Jesaja des Alten Testaments. Und Jesaja war so im Jahr von König Usija, ca. 3.000 Jahre alt. Im Jahr von König Usija, ca. 240 v. Chr. Nach den rabbinischen Überlieferungen wurde er dann von König Manasse, also 680 v. Chr. zersägt. Also er hat Usija und Manasse erlebt.

[39:20] Und in 1. Petrus 1, Vers 11 sagt es, als er von den Leiden, die auf Christus kommen sollten, von den Herrlichkeiten danach auch davon zeugte. Das heißt, Jesaja zeugte von den Herrlichkeiten Jesu und auch von den Leiden. Und das ist so eine Anspielung darauf, dass er eben auch einen schlimmen Tod sterben musste.

[39:47] Nun, der 1. Teil seiner Prophezeiungen in den Kapiteln 1 bis 35 betont das Leben der Juden angesichts der Bedrohung durch Assyrien. Und seine letzten Prophezeiungen, Kapitel 40 bis 66, stehen so im Schatten der Gefangenschaft und unter den Babyloniern. 612 v. Chr. wurde Assyrien von Babylon erobert.

[40:15] Und wir wollen mal kurz auf diese endzeitlichen Prophezeiungen in den letzten Kapiteln schauen. Und schauen mal, was uns das zu sagen hat.

[40:28] So, Jesaja, Kapitel 58. Wir lesen jetzt natürlich nicht das ganze Kapitel. Ich habe einen Vers rausgepickt. Jesaja, Kapitel 58, 6 bis 8. Das ist aber ein Fasten, das ich erwähne.

[40:46] "Lass los, welche du mit Unrecht gebunden hast. Lass ledig, welche du beschwerst. Gib frei, welche du drängst. Reiße weg allerlei Last. Brich dem Hungrigen dein Brot. Und die, so im Elend sind, führe ins Haus. So du einen Nackten siehst, so kleide ihn. Und entsieh dich nicht von deinem Fleisch. Alsdann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte. Und deine Besserung wird schnell wachsen. Und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen."

[41:19] Nun, Gott sagt praktisch seinem Volk durch Jesaja, wie es sich benehmen soll. Und ich denke, das ist auch eine ziemlich klare Botschaft an uns. Lass los, welche du mit Unrecht gebunden hast. Halte nicht fest an irgendwelchen Schulden, die jemand gegenüber dir hat, die er gar nicht eigentlich gegenüber dir hat, also Unrecht. Oder beschwere niemanden. Gib frei, welche du drängst. Und schau dir die an, die nackt sind. Und sei anderen Leuten ein Licht.

[41:52] Und ja, das ist auch nochmal so ein Aufruf in Kapitel 60, 1-3. Und zwar: "Mach dich auf, werde Licht. Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Die Heiden werden in deinem Lichte wandeln und die Könige im Glanz, der über dir aufgeht." Ganz klar, der Ruf danach, Licht für andere Völker zu sein.

[42:22] Und dann erfährt das Volk Israel auch diese Demut und Gnade Gottes und bekehrt sich. Und Gott wird dafür gedankt, für seine Gnade. Das ist dann so in Kapitel 63, nehmen wir dann in Vers 7.

[42:55] Sprich, sich zu bekehren und dann den Segen weiter zu geben, bringt den Segen eigentlich wieder zurück. Geben ist seliger als Nehmen. Und dadurch bedankt sich dann auch das Volk Gottes.

[43:14] Hier steht noch: Die Folgen, die Gott dienen, und die Folgen, die Gott verachten. Haben wir auch. Folgen, die Gott dienen und Folgen, die ihn verachten. Dazu lesen wir in Kapitel 65, 13.

[43:37] "Siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber sollt dürsten. Siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber sollt zu Schaden werden."

[43:43] Nun, wir sollen Gott natürlich nicht dienen, damit wir einen Bonus haben oder einen Vorteil haben. Das ist einfach die falsche Intention. Aber es ist einfach hier die Folge davon, dass wenn ich Gott diene, dass er mich dann auch segnet.

[44:01] Und dann haben wir noch Kapitel 66, letzte, Vers 14. "Ihr werdet sehen und euer Herz wird sich freuen und euer Gebein soll grünen wie Gras. Da wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden." Also die Familie Gottes praktisch, die Gott nachgefolgt sind, die freuen sich einfach daran, dass Gott gnädig war.

[44:28] Nun, ich habe noch ein paar Gedanken aufgeschrieben zum Schlussteil. Ich denke, es ist ziemlich klar geworden, was die Propheten ausgedrückt haben. Die Überschrift der Lektion ist ja, was ihr den Geringsten getan habt. Es geht also darum, das zu tun, was gebraucht wird.

[44:49] Und so ist es in der Gemeinde. Die Gemeinde ist ein Ort der Familie. Und ich denke, oftmals verwechseln wir die Gemeinde mit einem Restaurant. In dem Restaurant setze ich mich rein und mir wird gedient. Hingegen zu in der Gemeinde ist es eigentlich ein Ort der Familie. Und jeder, der in die Familie reinkommt oder je nachdem wer arbeitet, kommt nicht nach Hause, setzt sich auf die Couch und wartet darauf, dass ein Glas Wasser da steht und will bedient werden. Das ist ja nicht richtig am Ort. Man muss sich schon auch sein eigenes Glas Wasser holen.

[45:31] Das habe ich aber auch schon in der Gemeinde oder von anderen Leuten gehört. Was macht denn deine Gemeinde, um anderen Segen zu werden? Oder was macht denn deine Gemeinde, um den Armen zu helfen? Das können wir mal kurz lesen. Da steht:

[45:59] "Damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes zur Erbauung des Leibes Christi." Das heißt, die Aufgabe der Gemeinde ist es, Leute auszurüsten. Für was? Für den Dienst. Und wenn jemand fragt: Was macht denn eure Gemeinde dafür, dass es den Armen gut geht? Falsche Frage. Was machst denn du eigentlich, damit es den Armen besser geht? Ganz klar, die Gemeinde hat nicht die Aufgabe, herauszugehen und jetzt jedem zu dienen, sondern die Gemeinde hat die Aufgabe, die Menschen auszurüsten, damit sie dienen können.

[46:48] Das ist noch ein weiteres Beispiel. Wir haben da einfach ein falsches Denken. Wenn man zum Beispiel fragt: Wo kann ich mich denn zum Jüngerschaftskurs anmelden? In deinem Wohnzimmer kannst du dich zum Jüngerschaftskurs anmelden. Warum nicht das eigene Wohnzimmer nutzen, um dann den Nachbarn die Bibel zu erklären und näher zu bringen. Und wenn sich dann dein Nachbar zu Jesus bekehrt, dann ist dein Wohnzimmer der Jüngerschaftskurs.

[47:18] Veränderung und Dienst und Nächstenliebe, die fängt bei mir selber an. Wir dürfen nicht in eine Gemeinschaft kommen oder in unsere Gesellschaft kommen und sagen: Mir geht es doch gut, mein elfenbeinverziertes Bett, wie wir gelesen haben. Dienen kommt einfach, wenn ich mich aus vollem Herzen zu Jesus bekehre und dann aus Liebe heraus, und nicht aus Pflichtgefühl heraus, meinen Mitmenschen was Gutes tun will.

[47:51] So wie unser Leitvers es sagt: Es ist dir gesagt, oh Mensch, Gutes zu tun. Und dieser Ratschlag wurde von den Dienern des Herrn immer wieder wiederholt. Und er wurde wiederholt an die, die Gefahr liefen, einer Religion zu verfallen, und er erschöpfte die einheitsgemäß geübten Formen. Und dabei wurde die Barmherzigkeit vergessen. Das heißt, Form over Substance. Lieber die Form behalten, als Substanz zu haben und wirklich mit Herzen ranzugehen.

[48:30] Und als Christus während seines irdischen Dienstes einen Schriftgelehrten mit der Frage fragte: Herr Meister, was ist eigentlich das größte Gebot oder das größte Gebot im ganzen Gesetz? Da sagt Jesus, was hat er gesagt? "Du sollst den Herrn dienen, deinem Gott, und lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken. Damit kann man Gott dienen. Und das ist das größte und erste Gebot. Das zweite ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten."

[49:06] Man hört oft, wie sich selbst lieben. Du musst erst mal lernen, dich selber zu lieben. Aber ich glaube, eigentlich wissen wir alle, wie wir uns selber lieben. Wir kümmern uns um unser Essen, um unsere Frisur, um unseren Style, um unser Aussehen. Deswegen steht da: Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst. Und nicht: Lieb dich selber und dann lieb deinen Nächsten.

[49:34] Und wir denken auch oft, dass wir als Christen ein Alleinstellungsmerkmal haben. Und dass sich Gott besonders um uns kümmert. Aber das ist eigentlich falsch, weil Gott sagt zwar, er behütet uns wie seinen Augapfel, aber er segnet eigentlich auch jeden anderen Menschen. Und das sehe ich an meinen Arbeitskollegen, das sehe ich in meinem Umfeld, dass Gott jeden Menschen segnet, mit der Kraft des Lebens, mit der Freude, mit Kindern, mit Essen und auch mit derselben Sonne, unter der wir alle jeden Tag leben.

[50:07] Und dieser Trugschluss der Christenheit und der Juden damals, des Volkes Israel, auf den wir immer wieder hineinfallen, ist, dass wir uns doch auch gut gehen lassen können. Und dadurch, durch dieses Gut gehen lassen, werden wir offen für die Einflüsse unserer Gesellschaft, für die falschen Götter, für das falsche Fernsehprogramm, für den Wein, mit dem man sich betrinken kann, und schnellst zu Kompromissen geschlagen. Für die Bratwurst auf dem Betriebsfest, der Partyausflug mit Kollegen, Lästereien über Bekannte oder Arbeitskollegen. Und uns wird bewusst, dass wir eigentlich gar nicht so viel besser sind als die Menschen da draußen.

[50:56] Und Satan hat schon in jeder Epoche geschafft, die Aufrichtigkeit abzuschwächen und die Integrität gegenüber Gott zu verwässern. Aber unsere Aufgabe als Christen steht nach wie vor fest. Wir sollen Menschen in unserer Umgebung helfen, sollen gutes Vorbild sein. Und wenn die Lebenskraft, wie wir gelesen haben, nicht von uns und durch uns zu anderen Menschen hinfließt, von wem denn dann?

[51:29] Deswegen lasst uns nicht vergessen, wer die Quelle alles Guten ist und hingehen und anderen Menschen Gutes tun. Gott fragt: Wen soll ich senden? Und wir sollen sagen: Hier bin ich, sende mich. Willst du dich auch aussenden lassen, mutig zu sein, auch wenn du Anfeindungen bekommst wegen deinem Glauben? Ich hoffe es doch. Wollen wir anderen Menschen ein Segen sein? Ich bete dafür.

[52:02] Gott sei Segen euch dabei und schaltet wieder ein für die nächste Cannstatt Study Hour. Ich bin sicher, es lohnt sich. Gott mit euch.


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