[0:00] Herzlich willkommen zur Serie Cannstatt Study Hours. Wir haben dieses Quartal die Lektion mit dem Titel: Wie legen wir die Bibel aus? Und ich muss wirklich sagen, ich bin ganz begeistert von dieser Lektion, von diesem Quartal. Es ist so wichtig, die richtigen Prinzipien der Bibelauslegung zu studieren, das nicht nur zu wissen, sondern auch anzuwenden. Denn ich bin mir überzeugt, wenn wir das alle tun würden, was hier drin steht, dann würden wir alle, auf jeden Fall alle Adventisten, zur Einigkeit finden. Da, wo wir momentan Spaltungen oder Schwierigkeiten oder verschiedene Meinungen haben, wie wir weiter auseinander gehen, wenn wir das berücksichtigen, was hier drin steht, dann würden wir wirklich zur Einigkeit finden. Und das ist mein Gebet, dass diese Lektion in diesem Quartal uns dazu führt, dass wir Gottes Wort besser verstehen, besser studieren können und die richtigen Prinzipien anwenden können und dadurch auch zur Einigkeit finden.
[1:10] Unser heutiges Thema lautet: Bibel und Prophetie, Lektion Nummer 11. Und ich darf euch bitten, dass wir zu Anfang zusammen beten. Himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir dein Wort, die Bibel, haben dürfen, dass du in deinem Wort zu uns sprichst. Und wir brauchen aber auch die richtige Art und Weise, wie wir mit der Bibel umgehen, wie wir sie für unser Leben anwenden können, wie wir sie auslegen können und auch gerade die Prophetie. Herr, du hast in der Prophetie so viele Dinge vorausgesagt. Und auch für unsere heutige Zeit hilft, dass wir das richtig erkennen können, dass du uns daran führst, mit deinem Heiligen Geist das zu verstehen, was du uns sagen möchtest. In Jesu Namen. Amen.
[1:53] Ja, wie legen wir die Bibel aus? Bibel und Prophetie. Der Merkvers in dieser Woche lautet Daniel 8, Vers 14: "Und er antwortete mir: Bis 2300 Abende und Morgen vergangen sind, dann wird das Heiligtum wieder sein Recht erhalten." Natürlich ist das hier ein prophetischer Text, den wir auch im Laufe dieser Lektion jetzt anschauen werden. Und es ist eigentlich eines der wichtigsten Texte, die wir finden für die Endzeit, hier beschrieben in dem Buch Daniel.
[2:23] Ich habe fünf Themen, fünf Bereiche. Diese Woche war sehr, sehr umfangreich. Und ich muss mal vorausschicken jetzt, es ist so viel Stoff gewesen, auch schon in der Lektion so viel Stoff. Und ich habe zu jedem auch noch eigene Ausarbeitungen, dass ich jetzt fünf Stunden hier reden könnte. Aber ich werde jetzt sehr, sehr kompakt alles zusammenfassen und auch sehr schnell durchgehen. Wenn es euch zu schnell ist, tut einfach das Video stoppen und nochmal wiederholen und nochmal anschauen. Und wenn ihr mehr Informationen darüber haben wollt, über die einzelnen Punkte, die ich ansprechen werde, könnt ihr gerne im Internet auch weitere Videos von mir anschauen, vor allen Dingen die Serie "Prophetie neu entdecken" auf YouTube unter dem Kanal von der Wendt-Gemeinde Leonberg findet ihr das oder auch auf dem Bargum-Seminar. Da findet ihr sehr viele weitere ausführliche Darstellungen von diesen Themen. Ich werde jetzt einfach zack, zack, zack hintereinander die Dinge nennen.
[3:15] Fünf Themen, fünf Bereiche haben wir heute. Erstens: Prinzipien der Prophetieauslegung. Zweitens: Das Tag-Jahr-Prinzip. Drittens: Das kleine Horn. Viertens: Das Untersuchungsgericht. Und fünftens: Typologie als Prophetie.
[3:30] Zum Ersten: Prinzipien der Prophetieauslegung. Ich habe einmal zehn Prinzipien ausgearbeitet, wie wir Prophetie richtig studieren können. Oder auch andersrum gesagt, wenn jemand uns eine Prophetieauslegung vorschlägt, vorbringt, dass wir erkennen können, ob diese Auslegung richtig ist oder ob sie falsch ist. Denn manchmal ist es schwierig, wenn da irgendjemand kommt mit irgendwelchen neuen Auslegungen, zu unterscheiden: Ist das jetzt falsch? Ist da was Richtiges dran? Und geht das jetzt in die falsche Richtung und so weiter. Diese zehn Prinzipien sind einfach wichtig, um selbst was in der Hand zu haben, um solche Dinge erkennen zu können.
[4:09] Also zehn Prinzipien der Prophetieauslegung. Erstens: Die historische Schule. In der Religion wird sie auch die historistische Schule genannt, aber es ist das Gleiche, was damit gemeint ist. Es ist ganz wichtig, dass man die richtige Auslegungsschule benutzt. Was ist das? Was meint das? Damals im Mittelalter, besser gesagt in der Reformationszeit, haben die Reformatoren, auch Martin Luther, die Prophetie so ausgelegt, die Bibel, und das kleine Horn und auch das Tier aus dem Meer, auch Markus 13, der Antichrist, und haben gesagt, das ist genau das, was das Papsttum heute darstellt. Sie haben also darin das Papsttum erkannt und es auch entsprechend verkündigt. Und die Katholiken hatten ein Problem, sie hatten nämlich jetzt keine Auslegung, denn vorher brauchten sie keine Auslegung, weil niemand danach gefragt hat. Aber jetzt war die Bibel in den Händen der Menschen und sie haben das nachgelesen und es gab eine Auslegung, die genau passte auf die Prophetie, auf die katholische Kirche. Und nach dieser historischen Auslegungsmethode, das ist einfach die ganze Prophetie, die Weltgeschichte aufzeigt, verhersagt und sich daran erfüllt.
[5:10] Und jetzt haben die Jesuiten in der Gegenreformation zwei neue Schulen erfunden, zwei neue Auslegungsmethoden, muss man auch sagen. Das erste ist der Präterismus oder die präteristische Schule von dem Jesuiten Luis de Alcazar, einem spanischen Jesuiten. Und er hat gesagt, es gibt keine echten Voraussagen. Das heißt, die Prophetie ist nach dem Ereignis geschrieben. Und wenn jetzt Daniel so tut, als ob er im 5. oder 6. Jahrhundert vor Christus leben würde, dann stimmt das gar nicht, der hat in Wahrheit im 2. Jahrhundert vor Christus gelebt und hat erst im Nachhinein die Dinge vorausgesagt, die er dann geschrieben hat als Voraussage, aber es war eigentlich eine Beschreibung der Geschichte. Und deswegen sagen sie auch: Ende die Prophetie, die Voraussagen Daniels enden alle irgendwo beim Antichrist, die Befahrung ist im 4. und 168 vor Christus, um die Zeit herum, und da geht es nicht weiter. Das heißt, und auch im 9. Zement, natürlich, Johannes lebte zwischen 90 und 100 nach Christus, wo er die Offenbarung geschrieben hat, und deswegen sagen sie, es gibt auch keine prophetische Auslegung, die weiter als 100 nach Christus geht, weil das in der Zeit des Johannes schon alles geschehen sein muss. Also in anderen Worten, die gesamte Prophetie von Daniel und Offenbarung bezieht sich alles auf die Vergangenheit und nicht auf die Zukunft.
[6:28] Das hat übrigens dann nachher auch, als dann die historisch-kritische Methode aufgekommen ist, da natürlich sehr viel mehr Nahrung bekommen, diese Auslegung, weil die historisch-kritische Methode auch davon ausgeht, dass eigentlich die Bibel nichts Übernatürliches enthalten kann. Und alles, was übernatürlich darin ist, muss man irgendwie anders wegdeuten, erklären, oder irgendwie nur vergeistigen. Und deshalb haben sie natürlich diese Methode sehr geschätzt, weil auch der Alcazar gesagt hat, es gibt keine echte Voraussage. Niemand weiß voraus, was kommen wird, also kann auch die Bibel nicht voraussagen, was kommen wird. Das heißt, der Präterismus tut alles in die Vergangenheit schieben und geht nicht davon aus, dass Gott die Zukunft voraussagen kann. Es gibt keine echte Prophetie.
[7:15] Eine zweite Schule, die dann entstanden ist, ist der Futurismus, die futuristische Schule, von dem Jesuiten Francisco Ribera, auch er ein spanischer Jesuit. Und er hat gesagt, die Prophezeiungen erfüllen sich erst kurz vor Jesu Wiederkunft. Das heißt, er sagt, wir haben in der Zeit des Propheten gar nichts, und wir haben auch in der Geschichte nichts, sondern alles geschieht erst kurz bevor Jesus wiederkommt, alles in der Endzeit. Deswegen Futurismus, Futur, Zukunft, alles geschieht jetzt zukünftig. Und beide Auslegungen haben die Gegenwart, nämlich ihre eigene Kirche, die da erscheinen könnte in der Auslegung, ausgeklammert. Der Präterismus geht in die Vergangenheit, der Futurismus in die Zukunft, und damit sind sie selbst aus dem Schneider.
[8:00] Interessant ist, dass heute sämtliche Kirchen, bis auf eine einzige Kirche, das ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, sämtliche anderen Kirchen haben eine Kombination zwischen diesen beiden Schulen übernommen und lehren sie heute offiziell. Also Präterismus und Futurismus, die Kombination zwischen diesen beiden, vieles legen sie nur für damals aus und dann einiges nur in die Endzeit. Aber das ist sehr problematisch. Ich denke, diese beiden Schulen sind beides Dinge, die der Bibel selbst nicht entsprechen.
[8:32] Es gibt die dritte Schule, die wir als die richtige ansehen, die historische Schule. Die sagt, die Geschichte ist die Erfüllung der Prophetie. Das heißt, dass in der Geschichte die Prophetie beginnt in der Zeit des Propheten selbst und geht dann lückenlos durch bis in die Endzeit. Deswegen beginnen auch die Weltreiche, die dann Daniel genannt werden, meistens mit Babylon oder später auch mit Medo-Persien, weil Daniel damals lebte zur Zeit Babylons oder auch bei späteren Versionen zur Zeit Medo-Persiens lebte. Und sie beginnen zur Zeit Daniels bei Babylon und gehen dann durch bis Jesu Wiederkunft, bis in die Endzeit. Uns beim Johannes ist das anders. Die Visionen des Johannes beginnen dann meistens in der Zeit der Römer. Wir haben das römische Reich und dann das Mittelalter, Papsttum und so weiter, was dann alles danach kommen wird bis zur Jesu Wiederkunft. Wir glauben, dass die historische Schule die einzig richtig wahre Schule ist. Der einzig richtige, wahre Ansatz, um die Prophetie so zu verstehen, wie Gott es gemeint hat.
[9:40] Woran können wir das festmachen? Das könnte ich 100 Beispiele nennen, aber ich möchte nur ein einziges nennen: Daniel 2. Daniel 2 ist am einfachsten und am deutlichsten. Hier kann man nämlich sehen, dass der Prophet selbst sagt in der Erklärung der Vision: "Du bist das goldene Haupt." Das heißt, er sagt zum König, dass das Reich Babylon das erste Reich ist, was kommt. Und dann sagt er, die nächsten Reiche sind dann die folgenden Weltreiche. Wir wissen um Medo-Persien, Griechenland, Rom und so weiter. Und es geht durch bis zum Stein. Und der Stein ist Gottes Reich, Jesu Wiederkunft, was am Ende sein wird. Also sehen wir eine lückenlose Aufeinanderfolge von diesen Reichen. Und da ist nichts dazwischen, sondern es geht eins zum anderen über, von der Zeit Babylons bis Jesu Wiederkunft. Und das ist die historische Schule, die die Bibel selbst in sich zeigt und auch diesen Ansatz uns mitgibt auf dem Weg. Und diese Schule haben auch alle Christen der ganzen Jahrhunderte, auch die Waldenser und die Täuferbewegung und die Reformatoren, alle haben die historische Schule gebraucht, bis die Jesuiten, wie gesagt, diese beiden anderen Schulen erfunden haben und heute fast die gesamte Christenheit diese anderen beiden Schulen favorisiert und nach denen lehrt.
[10:57] Also ein wichtiger Punkt ist, wenn wir Prophetie studieren, dass wir die historische Schule, die historische Auslegungsmethode verwenden.
[11:05] Zweitens: Geistlich global anstatt wörtlich lokal. Unsere Pioniere haben sehr stark das wörtlich Lokale favorisiert. Aber nicht alles, was die Pioniere da gesagt haben, war auch immer ganz so richtig und gut. Die Wahrheit ist nämlich fortschreitend. Gott hat verloren gegangene und auch neue Wahrheiten Schritt für Schritt wieder ins Licht gebracht. Nicht alles auf einmal, sondern von der Reformation angefangen und Schritt für Schritt immer wieder neue Wahrheiten gezeigt. Wir müssen auch heute noch bereit sein, unsere traditionellen Überzeugungen zu hinterfragen. Auch heute noch geht es weiter in dem neuen Licht, was Gott weitergibt.
[11:44] Wenn wir bei den Pionieren stehen bleiben, sind wir wie die Lutheraner, die bei Luther stehen geblieben sind. Denn Luther hat nicht alles Licht gehabt. Luther hat einmal gesagt: "Wenn jemand nach mir kommt, der was aus der Bibel erklärt und lehrt, was ich nicht gesagt habe, aber aus der Bibel als das richtig erkannt wird, dann folgt ihm und nicht mir." Leider haben seine Nachfolger das nicht beherzigt. Die Lutheraner sind bei dem stehen geblieben, was Luther gesagt hat. Ob das die Frage vom Sabbat war oder ob die Frage von der Erwachsenentaufe oder andere Dinge, die eigentlich Luther noch nicht erkannt hatte. Und auch wir sollen nicht, wir sind nicht dazu berufen, das, was die Pioniere gesagt haben, zu verteidigen. Nein. Sondern es geht darum, dass wir die Bibel verteidigen, dass wir die Bibel lehren, dass wir in der Bibel forschen und das hochhalten, was die Bibel sagt und nicht, was die Pioniere gesagt haben. Natürlich bauen wir auf dem auf, was die Pioniere gesagt haben. Die haben auch vieles richtiges und Gutes gemacht, aber es gibt auch eine fortschreitende Erkenntnis.
[12:40] Die Zunahme der Erkenntnis hörte nicht im Jahre 1800, 1900 auf. Es gibt manche sogenannte historische Adventisten, die sagen, wir müssen zurück zu den Pionieren und alles, was sie gesagt haben, war richtig und gut und alles, was danach gekommen ist, war automatisch falsch. Das stimmt nicht. Gott hat auch danach neues Licht gegeben. Natürlich gab es danach auch einiges, was in Richtung liberale Theologie ging und auch nicht keine guten Auswirkungen hatte. Aber andererseits gab es auch weiter fortschreitende Erkenntnisse Gottes für unsere Zeit.
[13:06] Daniel 12, Vers 4 steht nach der Starte der Übersetzung: "Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis auf die Zeit des Endes. Viele werden darin forschen, und die Erkenntnis wird zunehmen." Das Wort, was hier steht, "wird zunehmen", bedeutet im Hebräischen, dass es ein Prozess der Zunahme ist. Also es wird nicht mehr einem Schlag neue Erkenntnisse sein, sondern es wird ein Prozess sein, wo es Schritt für Schritt weiter zunehmen wird.
[13:32] Ellen White sagt dazu, "Gedanken" in dem Buch "Der große Kampf" 140: "Das Licht, das wir über die dritte Engelsbotschaft erhalten haben, ist das wahre Licht. Das Mahlzeichen des Tieres ist genau das, was es der Verkündigung zufolge sein sollte. Diesbezüglich ist nicht alles verstanden worden, und das wird bis zur Öffnung der Schriftrolle auch nicht verstanden werden." Interessant. Sie sagt, was wir darüber glauben über das Mahlzeichen des Tieres ist richtig, aber es ist bei weitem nicht das, was alles noch kommen wird. Das Verständnis über das Mahlzeichen des Tieres wird in der Endzeit noch wesentlich mehr zunehmen. Und deswegen sind wir gefordert, das auch zu studieren, dass wir nicht nur bei dem stehen bleiben, was Ellen White gesagt hat, sondern es gibt noch mehr, was Gott offenbaren wird in der letzten Zeit.
[14:14] Noch ein Zitat, "Review and Herald", Juli 1892: "Wir müssen vieles lernen und sehr vieles vergessen. Gott und allein der Himmel sind unfehlbar. Wer da glaubt, er brauche nie eine geschätzte Auffassung aufzugeben oder nie seine Meinung zu ändern, der wird enttäuscht werden." Ja, ist interessant. Wir sollen konservativ sein. Konservativ sein heißt, dass wir eine Lehre der Bibel festhalten. Und die Grundlehren müssen wir auch festhalten, ob das die Frage der Richtigkeit durch den Glauben ist oder der Sabbat oder die Heilig-Ort-Lehre oder die Wiederkunft Jesu. Und das sind Säulen unseres Glaubens, die wir festhalten müssen. Aber es gibt auch manche Dinge, manche Auffassungen, die wir auch wieder vergessen sollen.
[14:52] Ellen White sagt, wir müssen Neues lernen. Wir werden bis zur Wiederkunft Jesu Neues lernen, aber auch wieder vieles vergessen. Das heißt, es gibt auch manche Dinge, die unsere Pioniere falsch geglaubt haben. Und da müssen wir auch gucken, wo gibt es nach der Bibel bessere Erkenntnis, die Gott uns heute schenkt.
[15:12] Ja, der Ansatz der Pioniere war sehr stark beeinflusst durch die Literalisten. Manchmal kursiert so die Meinung unter den Adventisten, dass William Miller nur die Bibel und die Konkordanz zur Hand genommen hat und dann haben sie studiert und dann hat er das gefunden, was er alles gefunden hat. Aber das stimmt nicht. Er hat sehr viele Auslegungen der Prophetie von den Literalisten übernommen. Und auch die Prinzipien der Auslegungen von den Literalisten übernommen. Und die Literalisten haben gesagt: "So weit wie möglich alles buchstäblich nehmen. Und wenn wir zwingende Gründe haben, dann nehmen wir halt die Prophetie, gerade Daniel und Offenbarung, nicht buchstäblich." Und dieser Ansatz ist problematisch. Und zwar Pioniere mit diesem literalistischen Ansatz waren William Miller natürlich, dann Uriah Smith und auch Ludwig Conradi. Und die Bücher, die sie geschrieben haben, Uriah Smith, das Buch "Daniel und Offenbarung", auf Deutsch gibt es das auch, und Conradi, "Der Seher von Patmos" oder auch das Buch über Daniel, waren solche dicken Bücher. Und da haben sie wirklich gute Sachen drin geschrieben. Vieles war literalistisch, wörtliche Auslegung.
[16:11] Aber Pioniere mit einem mehr geistlich-globalen Ansatz war Ellen White. Zum Beispiel die Sache von Harmagedon. Harmagedon glaubten die Pioniere, die den literalistischen Ansatz haben, dass es buchstäblich im Tal Megiddo sein wird und dass der Euphrat austrocknen wird, sechste Plage, Euphrat wird austrocknen, wörtlich gemeint. Und dann kommen die Völker aus dem Osten und werden uns im Westen hier überschwemmen. Und dann wird eine Schlacht stattfinden dort im Tal Megiddo in Israel. Und dort wird dann entweder sie gegeneinander kämpfen oder sie miteinander gegen Gott kämpfen. Aber Ellen White sagt: "Nein, der Kampf von Harmagedon ist ein Kampf zwischen Gut und Böse, der weltweit sein wird, wo auf der einen Seite Gottes Kinder sein werden, auf der guten Seite, und auf der anderen Seite die vereinten Mächte des Bösen, die versuchen Gottes Kinder auszurotten." Und das ist der letzte Kampf von Harmagedon zwischen Gut und Böse, ein geistig-global, nicht wörtlich-lokal. Und deswegen interessant, Ellen White hat sehr häufig andere Ansätze gehabt als Uriah Smith. Und damals gab es auch sehr viele Spannungen manchmal zwischen ihr und ihrem Mann, der auch diesen geistig-globalen Ansatz mehr gebraucht hat, und Uriah Smith. Und sie hat aber niemals gegen ihn gekämpft. Sondern sie hat gesagt: "Lese die Bücher, die sind gut", aber sie hat einfach unpolemisch ihre Auslegungen neben die von Uriah Smith gestellt und hatte manchmal eben eine andere Auslegung gebracht als Uriah Smith selbst.
[17:38] Deswegen, denke ich, ist der Ansatz, den wir durch Ellen White haben, dass es, soweit es geht, auch ein geistig-globaler Ansatz ist, der natürlich auch Symbolik beinhaltet, ist, denke ich, sehr wertvoll.
[17:54] Gut, der nächste Punkt: Kein Springen zwischen wörtlich und symbolisch. Ja, also das heißt, wenn in einer Vision etwas symbolisch ausgedrückt wird, dann ist in den meisten Fällen alles symbolisch. Es gibt einige Ausnahmen, aber wenn man eine Ausnahme macht, muss man die auch gut begründen können. Aber normalerweise ist entweder alles symbolisch oder in einer Vision alles wörtlich. Und da sollte man vermeiden, ständig hin und her zu springen und sich das Beste nur rauszusuchen, wie man gerade denkt, wie es sein könnte. Das passt nicht, das geht nicht.
[18:26] Ein Beispiel: Offenbarung 7. Da haben wir den Engel, wo die vier Engel die vier Winde halten, und dann kommt der Engel, der die Gläubigen versiegelt und die 144.000 versiegelt werden, 12.000 aus jedem Stamm Israels, 12.000. Und zwar wird das oftmals so ausgelegt, dass man den Engel sagt, der da kommt, der ist erstmal wörtlich. Die vier Ecken der Erde sind natürlich symbolisch, weil die Erde keine Ecken hat. Drittens, die vier Winde sind auch symbolisch, weil natürlich das keine echten Winde sind, das sind Kriege, das sind Auseinandersetzungen und Gerichte Gottes über diese Welt. Viertens, der andere Engel, der dann kommt, ist auch wieder wörtlich gemeint, der dann kommt, die Gläubigen zu versiegeln. Der Siegel Gottes an der Stirn ist dann wieder symbolisch, weil natürlich die Gläubigen nicht ein sichtbares Zeichen an der Stirn bekommen, also ist es symbolisch. Die Stirn ist auch symbolisch gemeint natürlich, weil es das Denken meint. Die 144.000 werden dann wieder wörtlich ausgelegt und die 12 mal 12.000 aus jeweils verschiedenen Stämmen Israels, Judas und anderen ist dann wieder symbolisch, weil natürlich die letzten 144.000 nicht die Juden und die Israel, die wörtlichen Israel sind, sondern es ist das geistliche Israel, also ist es wieder symbolisch. Und das kann nicht sein. Dieses ständige Springen zwischen symbolisch und wörtlich, das geht nicht. Wenn wir die 12 mal 12.000 aus den Stämmen Israels symbolisch nehmen, dann muss auch die Summe, das Produkt dieser Zahlen, 12 mal 12.000, 144.000, natürlich auch symbolisch sein. Von daher, glaube ich, bin ich überzeugt, dass in Offenbarung 7 dieser gesamte Abschnitt, den wir hier haben, alles symbolisch zu verstehen ist.
[20:00] Gut, das war der dritte Punkt. Die ersten drei Punkte ging es um die Frage des Ansatzes, dass man die historische Schule hat, dass man geistig-global anstelle von wörtlich-lokal mehr auslegt, dass man nicht ständig zwischen wörtlich und symbolischer Auslegung springt.
[20:16] Jetzt kommt ein nächster Bereich. Es muss praktisch sein, wie man das praktisch auslegt.
[20:22] Erstens: Die Symbole biblisch gedeutet. Der Grundsatz lautet: Die Bibel legt sich selbst aus. Das heißt, wir sollen nicht unsere eigene Meinung in die Bibel hineinlegen, nicht unsere eigenen Gedanken und auch nicht gucken, wo finde ich jetzt irgendwo hier ein Symbol, was passen könnte, eine Erklärung dafür, sondern was sagt die Bibel dazu? Ein Bibeltext. Ein Bibeltext erklärt das Symbol. Und wenn ich mit meinen Geschwistern die Offenbarung studiere und ich frage, was bedeutet zum Beispiel eine Frau oder ein Tier, und da sagt jemand, was das bedeutet, dann frage ich: "Wo steht das?" Und wenn ihr mir keinen Bibeltext nennen könnt, wo das steht, dann glaube ich das nicht. Es gibt manchmal so schöne, einleuchtende und wunderbare Erklärungen, aber es gibt keinen Bibeltext dafür. Und deswegen, wenn ihr euch jemandem ein Symbol erklärt und er hat keinen Bibeltext dafür, dann glaubt es nicht, es wird falsch sein. Es muss einen Bibeltext haben, der ein Symbol erklärt. Vorsicht bei menschlichen Vermutungen, auch wenn sie noch so schön passen, auch wenn sie noch so wunderbar sind und auch noch so gut uns gefallen. Es muss ein Bibeltext her, der zeigt, das Symbol hat die und die Bedeutung.
[21:33] Zweitens: Es sollte logisch und einfach sein. Und man sollte nicht spekulieren. Das heißt, Gott hat die Prophetie so gegeben, dass eigentlich jeder, auch wenn er nicht Geschichte studiert hat, das in den groben Zügen erkennen kann. Man muss nicht jede Kleinigkeit, jede Einzelheit ganz genau erkennen, aber dass man erkennen kann, worum geht es hier. Deswegen ist es manchmal schwierig, auf eine Auslegung zu kommen, aber es ist umso wichtiger, dass, wenn man eine Auslegung hat, dass sie dann leicht nachvollziehbar ist und klar ist und deutlich ist und logisch ist. Und dass man nicht anfängt zu spekulieren, dass man nicht seine Gedanken hineinlegt, dass man nicht sagt: "Okay, jetzt haben wir die Corona-Krise, wo finden wir die Corona-Krise in der Bibel?" Und dann finden alle möglichen Leute alle möglichen Texte, die gar nicht so gemeint waren.
[22:25] Ich weiß noch genau, in den 70er, 80er Jahren, habe ich viel Prophetie verkündigt und habe mit Schwestern mich immer wieder gefragt: "Ja, wo finden wir denn Russland, die Weltunion in der Prophetie?" Tut mir leid, nirgendwo, kommt nicht vor. Da sagten sie: "Das muss doch sein, die halbe Welt ist doch kommunistisch und Russland hat die halbe Welt hier unter Kontrolle." Ja, tut mir leid, spielt in der Endzeit keine Rolle, kommt nicht vor. Also wir dürfen nicht schauen, wo finde ich hier irgendwas oder die China oder irgendetwas und das irgendwo in den Text hineinlegen. Nein, wir müssen vom Text ausgehen und den Text erklären und nicht spekulieren.
[22:58] Drittens: Apokalyptik. In den Büchern Daniel und Offenbarung haben wir nur eine Erfüllung. Es gibt Gleichnisse, Jesu und auch Jesu Endzeitrede, Matthäus 24 oder Markus 13, Lukas 21, die haben oder können mehrere Erfüllungen haben. Ist auch im Text selbst so angesetzt, dass die Jünger fragen: "Wann wird denn das Ende der Welt sein und wann wird Jerusalem zerstört werden?" Und Jesus hat die beiden Dinge zusammengebracht. Und so haben wir also zwei Erfüllungen für diese Kapitel. Und auch die Gleichnisse, zum Beispiel die Gleichnisse von den zehn Jungfrauen kann auch mehrere Erfüllungen haben, weil Gleichnisse natürlich jetzt keine prophetische direkte Auslegung fordern, sondern das ist ein Gleichnis, was sich in verschiedenen Situationen immer wieder erfüllen kann. Aber bei Daniel und Offenbarung, da haben wir nur eine Erfüllung. Und wenn sich etwas erfüllt hat, dann hat sich das erfüllt.
[23:51] Ein Beispiel: Daniel 2, das Haupt von dem Standbild ist Babylon. Da kann man nicht sagen, naja, das ist nebenbei vielleicht auch noch etwas anderes, das könnte auch noch hier und da noch etwas sein, vielleicht Karl der Große oder irgendwas. Nein, da steht, es ist Babylon, dann ist es Babylon und nichts anderes. Das heißt, es gibt für jede prophetische Aussage nur eine Erfüllung.
[24:16] Es gab einen evangelistischen Gelehrten namens Desmond Ford, und der hat gelehrt, und das war eine seiner größten problematischsten Aussagen, die er gemacht hat und damit auch die evangelistische Welt erstmal ganz schön durcheinander gebracht hat. Er hat gesagt, es gibt ein sogenanntes "apostel-matisches Prinzip". Und das bedeutet, es gibt zwei Auslegungen, zwei Erfüllungen. Er hat zum Beispiel gesagt, das kleine Horn in Daniel 7 und Daniel 8 ist sowohl Antiochus Epiphanes der Vierte, damals 168 vor Christus, als auch der Papst im Mittelalter. Das ist beides. Aber das ist natürlich problematisch. Viele waren begeistert davon. Ja, wunderbar, endlich haben wir eine Lösung, dass wir alles ineinander vereinen können. Wir haben kein Gegeneinander mehr, sondern wir haben alles zusammen. Nein, es funktioniert nicht.
[25:03] Warum nicht? Weil dann wir sagen würden, wir würden den Präterismus und den historischen Ansatz gleichzeitig lehren. Denn das kleine Horn auf Antiochus den Vierten Epiphanes auszulegen, ist ganz klar ein präteristischer Ansatz. Und das kleine Horn des Papstes im Mittelalter auszulegen, ist ganz klar der historische Ansatz. Und das geht nicht. Wir können nicht beide Ansätze gleichzeitig lehren und auslegen. Das geht nicht. Der präteristische Ansatz ist ganz klar ein falscher Ansatz. Den kann man sogar nachweisen und aufzeigen, dass der verkehrt ist.
[25:40] Es gibt hier ein Buch, das kann ich euch nicht empfehlen, sondern ich kann sagen, der John Pauline in dem Buch "Die Offenbarung verstehen – Leitlinie für die Auslegung", der hat in dem Buch geschrieben, dass wir alle drei Ansätze nebeneinander gesetzt haben müssen. Er hat so einen vierten Ansatz gebracht: den Präterismus, den Futurismus, die historische Auslegung und noch eine Vergeistigung der gesamten Offenbarung. Er sagte, wir brauchen alle vier Ansätze, brauchte er. Und alle vier sind nebeneinander, gleichberechtigt. Und deswegen hat eine Prophetie vielleicht sogar nicht nur zwei, sondern drei, vier, fünf oder sechs verschiedene Bedeutungen und Auslegungen. Aber meine Lieben, das funktioniert nicht, das geht nicht.
[26:15] Wenn wir die historische Schule haben und nur die historische Schule als richtig anerkannt haben, dann haben wir auch nur eine Auslegung und nicht die doppelte oder dreifache oder vierfache. Deswegen, es kann durchaus sein, dass manchmal in verschiedenen Zeiten die Gläubigen das noch nicht erkannt haben, was das bedeutet. Und dann haben sie natürlich eine Auslegung, die vielleicht, ja, wo sie glauben, ist das. Aber wenn dann die Zeit kommt, wo die echte Erfüllung kommt, dann merken sie, okay, das war jetzt die echte Erfüllung. Das andere war ein Ansatz, den die früheren Gläubigen gebracht haben, um überhaupt etwas sagen zu können. Aber es war nicht das, was wirklich damit gemeint war.
[26:53] Gut, deswegen nur eine Erfüllung, ein ganz wichtiges Prinzip.
[26:58] Dann viertens: Die Auslegung muss in die Struktur des Buches hineinpassen. Und zwar, Daniel und Offenbarung haben eine gewisse Struktur. Chiasmus und Parallelismus und verschiedene andere Strukturen und Wiederholungen und Zwischengesichte und Bildbeschreibungen am Anfang usw. Also das ist sehr spannend, das zu studieren. Und die Struktur des Buches hilft uns, und auch die Struktur eines Kapitels hilft uns, die richtige Deutung zu finden. Und nicht nur die richtige Deutung, sondern auch die richtigen Schwerpunkte in der Auslegung zu finden. Die machen Schwerpunkte sichtbar.
[27:33] Zum Beispiel in dem Chiasmus sieht man immer, dass das, was in der Mitte steht, was auf dem Höhepunkt ist, das ist das Wichtigste, das Hauptthema. Die anderen Themen sind auch wichtig, aber das ist das Hauptthema. Und zum Beispiel im Buch Daniel ist der Mittelpunkt aller Kapitel: Kapitel sieben. Kapitel sieben ist das, worum sich alles andere dreht. Wenn wir Kapitel sieben uns anschauen, da haben wir auch hier einen Chiasmus. Wir haben am Anfang die vier Tiere, da haben wir das Gericht im Himmel, da haben wir wieder die vier Tiere. Das heißt, im Mittelpunkt steht das Gericht im Himmel. Und das ist der Mittelpunkt des gesamten Buches Daniel, das Untersuchungsgericht, das Vor-Wiederkunftsgericht im Himmel, was Gott halten wird gegen das kleine Horn und für sein Volk, für die Gläubigen. Also sehen wir, wie Schwerpunkte durch die Struktur eines Buches sichtbar gemacht werden können und wir dadurch Erkenntnisse bekommen und auch in der Auslegung natürlich dann auch hier es leichter haben.
[28:22] Aber die Struktur darf nicht zur Fessel werden. Es gibt manchmal neues Licht, was Gott zeigt und dann kann es sein, dass eine Struktur, die wir uns geschaffen haben für bestimmte Dinge, auf einmal nicht mehr passt. Zum Beispiel manche sagen die Struktur: Ja, wir haben in Kapitel 1 bis 11 haben wir alles die ganze Geschichte, die ganze Kirchengeschichte und ab Kapitel 12 oder Kapitel 13 haben wir dann die Endzeit und nur noch die endzeitlichen eschatologischen Dinge und mit den sieben Plagen und nachher und die tausend Jahre und so weiter. Das wäre eine Struktur, die vielleicht sehr interessant ist, aber es kann sein, wenn wir eine neue Auslegung finden, dass wir auf einmal auch Strukturen hinterfragen müssen. Also auch Strukturen sind nicht immer hundertprozentig gesetzt, weil manchmal auch unser Verständnis von gewissen Texten eine Struktur mit hervorbringt oder auch bedingt. Deshalb müssen wir auch Strukturen hinterfragen und da auch neue Strukturen finden können.
[29:17] Zum Beispiel kann es durchaus sein, dass es ein Verschachtelungsprinzip geben könnte in der Offenbarung. Zum Beispiel in den sieben, wir haben die sieben Siegel und im siebten Siegel haben wir dann die sieben Posaunen und im siebten Posaunen haben wir die sieben Plagen. Jeweils eine Verschachtelung, dass das siebte sich wieder weiter öffnet für die nächsten. Es wäre auch eine Möglichkeit, eine neue Struktur zu finden mit einer neuen Auslegungsmöglichkeit, die auch daraus folgt. Deswegen Struktur ist wichtig, Strukturen sollten wir auch studieren, um in der Auslegung hier sicherer zu werden und deutlicher zu werden.
[29:44] Gut, denn die letzten drei Punkte geht über Einstimmungen. Alle Auslegungen, die wir haben, müssen übereinstimmen mit den biblischen Lehren. Das heißt, wenn jemand eine Prophetieauslegung hervorbringt und dann sagt: "Naja, das zeigt uns, dass wir den Sabbat nicht mehr halten müssen", dann kann das nicht sein. Dann muss die falsch sein, weil die biblischen Lehren ganz klar zeigen, der Sabbat ist Gottes Ruhetag. Das heißt also, oder wenn jemand die Prophetie auslegt, Offenbarung und Daniel, und sagt, Heilig-Ort-Dienst gilt nicht mehr, dann ist es auch verkehrt, weil der Heilig-Ort-Dienst natürlich vom Alten Testament uns einen Übersichtsplan gibt, über den ganzen Erlösungsplan der ganzen Weltgeschichte. Deswegen, es muss mit den biblischen Lehren übereinstimmen. Es darf denen nicht widersprechen.
[30:24] Ellen White sagt dazu, "Special Testament Series B", Nummer 2, Seite 54 bis 59: "Satan trachtet danach, die Annahme einzuführen, dass eine große Reformation unter Siebenten-Tags-Adventisten stattfinden soll, und dass diese Reformation darin bestünde, die Lehren aufzugeben, die als Säulen unseres Glaubens dastehen. In der Vorsicherung Gottes muss den eindringenden Irrtümern die Stirn geboten werden. Die Glaubenssäulen, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind, sollen bewahrt werden. Und sie werden bewahrt werden, wie Gott es durch sein Wort und das Zeugnis des Heiligen Geistes angezeigt hat. Er ruft uns auf, die fundamentalen Grundsätze, die auf unbestreitbarer Autorität aufgebaut sind, mit dem Griff des Glaubens festzuhalten."
[31:07] Und hier kommt das Wort "konservativ" her. Wenn ein Adventist ein konservativer Adventist ist, dann ist er es nicht, weil er der ewig Gestrige ist, sondern weil er die Glaubensgrundsätze, die die Bibel uns zeigt, festhält, festhalten, konservieren. Konservieren heißt festhalten. Wir müssen also in der Theologie, müssen wir konservativ sein, das festzuhalten, was Gott uns zeigt. Aber in der Prophetieauslegung, in der Mission und anderen Dingen dürfen wir sehr stark natürlich auch progressiv sein und dass Gott uns auch weiterführt. Deswegen Übereinstimmung mit den Glaubenssäulen, die wir haben, mit den Prinzipien der Lehren der Bibel.
[31:45] Zweitens: Übereinstimmungen mit anderen prophetischen Ketten. Wenn man nur eine einzige Auslegung auf einen einzigen Text beruht und darauf begründet, dann können wir ganz schnell irgendwo falsch liegen und irgendwo in die falsche Richtung gehen. Sondern wir haben viele prophetische Ketten, die parallel laufen und dadurch haben wir ein Netz. Wir haben nicht nur die Auslegung von oben nach unten, die zeitliche, sondern wir haben dann auch eine Querverbindung. Das heißt, dass wir sehen können, wie in verschiedenen Kapiteln hier verschiedene Dinge, die gleichen Dinge genannt werden, nur anders beschrieben werden.
[32:15] Ein Beispiel: Hier habe ich mal aufgeschrieben Daniel Kapitel 2, 7 und 8. Und diese drei sind parallel. Wir haben hier bei der ersten jeweils Gold, der Löwe, das ist Babylon. Silber, der Bär, Widder, Medo-Persien. Kupfer, Panther, Ziegenbock, Griechenland. Eisen, der Drache, kleines Horn ist Rom. Eisen und Ton, kleines Horn, kleines Horn ist das Papsttum. Dann das Gericht, Reinigung im himmlischen Heiligtum, Gericht im Himmel. Der Stein, Gottesreich, kleines Horn zerbricht, Jesu Wiederkunft. Das heißt also, durch diese Querverbindungen können wir auch noch eine Sicherheit haben, wenn irgendwo mal eins wegbricht, dann wird alles andere doch gehalten durch diese Querverbindungen, die deutlich zeigen, dass es hier um die gleichen Dinge geht. Übrigens hier ist auch interessant zu sehen, dass eigentlich, wenn wir das Eisen und Ton jetzt anschauen, das kleine Horn, Daniel 7, das kleine Horn, Daniel 8, das Papsttum, finden dann bei Eisen und Ton ihren Widerhall, wo nämlich das hier auch Eisen und Ton um die Kirche und Staat im Mittelalter geht, dass diese Auslegung genau mit den parallelen Kapiteln Daniel 7 und Daniel 8 übereinstimmt, wenn wir hier das Papsttum im Mittelalter betrachten. Denn das ist eigentlich der Höhepunkt, Daniel 7, Daniel 8, das kleine Horn, was hier gegen Gott kämpft. Und entsprechend wird es auch in Daniel 2 natürlich auch vorkommen im Eisen und Ton bei den Füßen. Deswegen ist ganz wichtig, dass man nicht nur eine prophetische Kette gut auslegt, sondern dass man auch Querverbindungen hat zu den anderen prophetischen Ketten und dadurch auch ein prophetisches Netz hier hervorbringt, was Sicherheit bietet und Klarheit bietet.
[33:50] Und das Letzte ist die Übereinstimmung mit Aussagen Ellen Whites. Wir glauben, dass Ellen White eine inspirierte Prophetin war und dass Gott ihr vieles gezeigt hat und gesagt hat. Und das, was sie geschrieben hat, auch Gottes Meinung ist. Und es ist interessant, dass Ellen White viele prophetische Aussagen gemacht hat. Sie hat deutliche Auslegungen gebracht. Zum Beispiel Daniel 2 hat sie gesagt: Eisen und Ton bedeutet Staat und Kirche. Offenbarung 10 hat sie ausgelegt: Das ist die Erfahrung von 1844. Offenbarung 11: Die Französische Revolution. Offenbarung 13: Das Papsttum und die USA. Offenbarung 16: Harmagedon, der Kampf zwischen Gut und Böse. Das sind also deutliche Auslegungen, die sie gebracht hat. Und dort, wo sie Auslegungen gebracht hat, dürfen wir sie auch so, wie sie sind, annehmen. Und ich glaube, dass wir da nicht mehr das komplett umstürzen müssen, sondern dort haben wir aber die Möglichkeit, etwas zu vertiefen. Vertiefen bedeutet, dass es sein kann, dass wir noch mehr Einzelheiten herausfinden, was diese Linie zu bedeuten hat und noch mehr Details herausarbeiten können. Das ist sicherlich noch möglich und wichtig auch.
[35:00] Zweitens: Bei einigen prophetischen Ketten hatte sie kein Licht. Sie schweigt oder sie macht nur Andeutungen. Und hier haben wir die Möglichkeit zu erforschen. Und da können wir auch manche Dinge auch wieder über Bord werfen, was Pioniere gesagt haben. Zum Beispiel die prophetische Kette der sieben Posaunen. Da hat sie selbst keine Auslegung gebracht. Aber sie hat Andeutungen gebracht, zwei Andeutungen, wo sie sagt, die sieben Posaunen werden noch zukünftig sein. Und sie bringt die Posaunen in Verbindung mit den sieben Plagen. Nicht direkt identisch, aber sie bringt beides in die Endzeit hinein und sagt, es ist noch Zukünftiges. Und hier haben wir die Möglichkeit zu erforschen. Interessant ist auch, dass sie in ihren Visionen oftmals Dinge gesehen hat, zukünftige Dinge gesehen hat. Und wenn wir jetzt neue Dinge erforschen für die Endzeit in der Auslegung von prophetischen Ketten, dann kann es sein, dass man das mit diesen Visionen, die sie gesehen hat, vielleicht irgendwo übereinstimmen könnte. Als wir angefangen haben, die sieben Posaunen endzeitlich mal auszulegen und zu studieren, übrigens hat das nichts mit Futurismus zu tun, sondern das ist auch eine historische Auslegung, die aber hier genau im Laufe der Zeit, der Zeitkette auch irgendwo ihren Platz hat. Da haben wir gesehen, dass viele von diesen Auslegungen, die wir dann gesehen haben und gebracht haben, das ist Visionen von Ellen White, Beschreibungen von zukünftigen Ereignissen, die genau mit dem übereinstimmen, was wir dort gefunden haben. Aber das ist ein anderes Thema, das wollen wir heute nicht betrachten.
[36:25] Deswegen, wo Ellen White deutliche Auslegungen macht, können wir es vertiefen. Wo sie nichts dazu sagt oder nur Andeutungen, dort können wir es neu erforschen und weiter erforschen und Gott bitten, dass er bei uns ist und das zeigt.
[36:39] Das ist meine Zusammenfassung dieser zehn Prinzipien, zehn Prinzipien der Prophetieauslegung. Einmal drei Prinzipien, die einen Ansatz zeigen, vier Prinzipien, wie wir praktisch das tun können, und drei Prinzipien, wo wir Übereinstimmungen haben mit biblischen Lehren, mit anderen prophetischen Ketten und mit Aussagen Ellen Whites.
[36:56] Im zweiten Petrus 1, Vers 19 bis 21 hat Gott gesagt: "Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet." Wir sollen auf das prophetische Wort achten, auf die richtige Art und Weise darauf achten und es ernst nehmen und studieren. "Als auf ein Licht, das erscheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen." Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist. Denn es ist noch nie eine Auslegung, eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von einem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet. Das heißt, weil Gott, der Heilige Geist, die Schreiber inspiriert hat, brauchen wir auch zum Erkenntnisverstehen dieser prophetischen Dinge den Heiligen Geist.
[37:50] Deswegen lassen wir uns dafür beten, dass Gott uns mehr Licht über die Prophetie schenkt. Ich bin überzeugt, dass die Grundlagen, die wir haben, die sind sehr gut. Die halten jeder Kritik und jeder Auseinandersetzung stand. Aber wir können darauf aufbauen und noch neues Licht für die Zukunft erkennen. Ich bin überzeugt, dass es einige prophetische Abschnitte gibt, die wir noch nicht verstanden haben. Und ich glaube, dass jetzt die Zeit ist, kurz bevor die Endzeit, die letzten Ereignisse geschehen, dass jetzt die Zeit ist, dass wir das studieren und dass wir es erkennen, dass der Heilige Geist uns die Erkenntnis jetzt geben möchte. Aber die kann er uns nur geben, die Erkenntnis, wenn wir uns auch hinsetzen und studieren. Einfach so in den Schoß fallen wird uns das nicht. Wir müssen uns hinsetzen und studieren.
[38:32] Ja, wie studiere ich Daniel und die Offenbarung, diese beiden Bücher? Ein paar kurze Prinzipien, wie man die studieren kann.
[38:40] Erstens: Lies das Kapitel drei bis fünfmal. Und zwar in verschiedenen Übersetzungen. Denn manchmal kennen wir schon die Formulierungen und wir denken uns nichts mehr dabei. Aber wenn wir eine andere Übersetzung hinzuziehen, auf einmal kommen neue Gedanken dazu, frische Gedanken, die es neu beleuchten und neue Assoziationen bringen. Drei bis fünfmal das Kapitel sorgfältig durchlesen.
[39:01] Dann zweitens: Die Gliederung des Kapitels aufschreiben. Drittens: Die Schlüsselbegriffe notieren. Schlüsselbegriffe heißt Begriffe, die sehr häufig wiederkommen oder auch Begriffe, die irgendwo in dem Mittelpunkt auf einmal stehen, wo sich andere Dinge herumdrehen, die wichtigsten Begriffe. Einfach aufschreiben.
[39:19] Viertens: Hauptgedanken des Textes aufschreiben. Was ist der Hauptgedanke? Was wollte der Autor sagen?
[39:25] Fünftens: Parallelstellen notieren. Über Konkordanz, über Parallelstellen in der Bibel selbst, über eigene Texte, die einem einfallen dazu.
[39:34] Sechstens: Welche Aussage ist mir persönlich am wichtigsten?
[39:38] Und siebentens: Welche Fragen habe ich dazu? Die Fragen aufschreiben. Das, was wir hier grün aufgeschrieben haben, da geht es um das Ganze, dass wir das Gesamte nicht aus dem Auge verlieren. Die Gliederung des gesamten Kapitels und auch die Hauptgedanken eines Textes. Und was wir hier rot haben, da geht es um die Einzelheiten. Nämlich die Schlüsselbegriffe notieren sind Einzelheiten und auch Parallelstellen notieren sind auch Einzelheiten. Manche verlieren sich so sehr in den Einzelheiten eines Kapitels, dass sie den Überblick über das Ganze verlieren. Das ist nicht gut. Manche haben nur ganz grobe Züge, aber haben keine Einzelheiten, keine Details. Das ist auch nicht gut. Wir brauchen beides. Wir brauchen den Überblick über das ganze Kapitel, aber auch, dass wir in die Tiefe gehen, in die Einzelheiten und dort auch das, was wichtig ist, aufschreiben.
[40:23] Das sind so die wichtigsten Prinzipien, sieben Fragen, sieben Punkte, wie wir Daniel und Offenbarung studieren können.
[40:30] Gut, das zweite Thema dieser Lektion: Das Tag-Jahr-Prinzip. Und zwar, wir hatten vorher gesagt, wenn eine Vision symbolisch ist, dann müssen wir auch alles symbolisch nehmen. Und wenn wir Symboliken dabei haben, dann müssen wir auch die Zeitangaben, die Zahlen symbolisch nehmen. Das heißt, dann ist nicht mehr ein Jahr, ein ganzes Jahr oder ein Tag, ein Tag, sondern dann haben wir eine Zeitsymbolik.
[40:57] Zweitens: Viele Weissagungen zeigen einen langen Zeitraum an. Zum Beispiel in Daniel 8 sagt der Engel zu Daniel, was in der letzten Zeit, in der Endzeit geschehen wird. Und wenn wir die 2300 Abende und Morgen, die 2300 Tage wirklich nehmen würden, dann würden wir damals mit diesen drei Jahren, über dreieinhalb Jahren, die da zusammenkommen, würden wir niemals in die Endzeit reinkommen. Sondern dieser lange Zeitraum, der hier angedeutet wird, bis zum Messias in Daniel 9 und bis zur Endzeit in Daniel 8, geht nur, wenn wir das Tag-Jahr-Prinzip anwenden, dieses Symbolische.
[41:29] Und drittens: Wir haben spezielle Ausdrücke für verschiedene Zeitangaben. Zum Beispiel in Daniel 9 steht, dass Daniel drei Wochen fastete. Und da steht extra: "Er fastete drei Wochen von Tagen." Um zu sehen, das waren drei wörtliche Wochen. Also er hat nicht drei prophetische Wochen gefastet, dann wäre das ja 21 Jahre gewesen, wo er gefastet hat, und so lange kann kein Mensch fasten. Sondern er hat drei wörtliche Wochen gefastet. Da steht extra "Wochen von Tagen". Und im gleichen Kapitel, einige Verse weiter, steht nachher: "70 Wochen sind für dein Volk abgeschnitten oder verhängt." Und damit wird deutlich, das sind prophetische Wochen. Da war es "Wochen von Tagen" und hier sind das prophetische Wochen, weil das "von Tagen" nicht dabei steht. Also verschiedene Ausdrücke, die zeigen, wo wir auch prophetische Bedeutung haben und wo wir wörtliche Bedeutung haben.
[42:20] 4. Mose 14, 33 und 34, dort haben wir dieses Tag-Jahr-Prinzip. "Und eure Kinder sollen eine Hirtin sein in der Wüste 40 Jahre und eure Untreue tragen, bis eure Leiber aufgerieben sind in der Wüste. Nach der Zahl der 40 Tage, in denen ihr das Land erkundet habt, die für ein Jahr gelten, sollt ihr 40 Jahre eure Schuld tragen, auf dass ihr erinnert werdet, was es sei, wenn ich mich abwende." Das gleiche haben wir in Hesekiel 4, Vers 6, dieses Tag-Jahr-Prinzip. "Und wenn du dies verbracht hast, sollst du dich auf deine rechte Seite legen und sollst tragen die Schuld des Hauses Juda 40 Tage lang. Denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr." Also wir haben beiden jeweils, dass ein Tag ein Jahr gilt. So haben wir also einen prophetischen Tag, der dann für ein Jahr gilt.
[43:04] Natürlich haben wir in der Prophetie auch wörtliche Zeitangaben. Zum Beispiel die 1000 Jahre im Himmel, Offenbarung 20, ist in der Prophetie, in der Offenbarung, aber die sind meiner Ansicht wörtlich gemeint. Denn wenn wir 1000 Jahre symbolisch nehmen würden, dann hätten wir auf einmal 360.000 Jahre und das würde überhaupt nicht mehr passen. Sondern wir sind, denke ich, 1000 wörtliche Jahre im Himmel. Und so haben wir hier sowohl symbolische Zeitangaben in der Prophetie als auch wörtliche Zeitangaben.
[43:33] Drittens: Das kleine Horn. Das kleine Horn, in der Lektion wird hier das kleine Horn von Daniel 7 und dann Daniel 8, und Daniel 8, beides vermischt miteinander und zusammengebracht. Ich habe jetzt nur mal Daniel 7 hier gebracht. Ich möchte ganz kurz nur mal zeigen, was das kleine Horn bedeutet und wie wir das auslegen können. Ganz kurz die Punkte, Schritt für Schritt, um etwas in die Hand zu geben, weil das ganz wichtig ist, dass wir hier eine richtige Auslegung haben. Wenn wir das kleine Horn hier nicht so deuten, wie die historische Auslegung uns das vorgibt, dann kommen wir bei weiteren prophetischen Auslegungen wirklich in Schwierigkeiten.
[44:08] Daniel 7, Vers 8: "Als ich aber auf die Hörner achtgab, siehe, da brach ein anderes kleines Horn zwischen ihnen hervor, vor dem drei der vorigen Hörner ausgerissen wurden. Und siehe, das Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete." Und Verse 19 bis 25: "Danach hätte ich gerne Genaueres gewusst über das andere Horn, das hervorbrach, von dem drei ausfielen. Und es hatte Augen und ein Maul, das große Dinge redete, und es war größer als die Hörner, die neben ihm waren. Und ich sah, das Horn kämpfte gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie, bis der Thron des Hochbetagten kam und Recht schuf den Heiligen des Höchsten, und bis die Zeit kam, dass die Heiligen das Reich empfingen. Er sprach: Das vierte Tier wird das vierte Königreich auf Erden sein. Das wird ganz anders als die anderen Königreiche sein. Es wird alle diese Länder fressen, zertreten und zermalmen. Die zehn Hörner bedeuten zehn Könige, die aus diesem Königreich hervorgehen werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird ganz anders sein als die vorigen und wird drei Könige stürzen. Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten, wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern. Sie werden in seine Hand gegeben, werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit."
[45:16] Ich habe jetzt die neun Merkmale des kleinen Horns hier aufgeschrieben und auch gleich gezeigt, wie man die deuten kann. Erstens: Der Ort. Es kommt auf zwischen den zehn Hörnern, das heißt auf dem Gebiet des Römischen Reiches, zwischen den zehn Nachfolgestaaten Roms. Zweitens: Die Zeit. Es kommt nach dem vierten Tier, nach Rom also. Rom ging zu Ende 476 nach Christus, also muss dieses kleine Horn nach 476 nach Christus aufkommen. Die Art und Weise: Es ist anders als die zehn Hörner, es muss also religiös-politisch sein. Es gibt hier auch religiöse Elemente gegen Gottes Volk und gegen Gottes Wahrheit. Also die anderen Hörner waren politisch und das hier ist religiös-politisch. Viertens: Die Entstehung. Drei Hörner werden ausgerissen, das heißt drei der Nachfolgestaaten Roms werden vernichtet. Das Wachstum aus kleinen Anfängen wird erst groß, das heißt das kleine Horn muss größere Bedeutung als alle anderen in seiner Zeit haben. Sechstens: Verhalten gegenüber Gott. Nach Johannes 10, Vers 30-33 und Lukas 5, 20-25 heißt Gotteslästerung zwei Dinge: Einmal Gottes Stelle einzunehmen und zweitens, wenn man sich anmaßt, Sünden zu vergeben, die nur Gott allein vergeben kann. Das macht das kleine Horn also auch. Siebtens: Verhalten gegenüber den Heiligen. Es verfolgt die Heiligen und es tötet die Christen. Achtens: Verhalten gegenüber dem Gesetz. Es verändert Gottes Gesetz, die zehn Gebote werden verändert. Übrigens diese Zeitangabe, 3,5 Zeiten oder 1260 Tage, dann gleich Jahre, haben wir siebenmal in der Prophetie. Siebenmal bei Daniel und Offenbarung. Und Daniel 7, 25, Daniel 12, 7 und dann in Offenbarung 12, Vers 14 haben wir sie als 3,5 Zeiten beschrieben oder 3,5 Jahre. Das umgerechnet sind 42 Monate. Offenbarung 11, 2, Offenbarung 13, 5, 42 Monate. Und dann in Offenbarung 11, 3, Offenbarung 12, Vers 6 haben wir 1260 Tage. Das ist jeweils die gleiche Zeitspanne. 42 Monate, ein Monat mit 30 Tagen gerechnet, sind dann 42 mal 30, 1260. Und 3,5 Jahre haben genau 42 Monate. Und so haben wir hier also 1260 Tage gleich 1260 Jahre beschrieben.
[47:27] Gut, wenn wir all diese Merkmale uns anschauen, es gibt nur eine Macht in der Geschichte, auf die alle neun Merkmale zutreffen. Das ist das Papsttum, das Papsttum im Mittelalter. Und wenn wir darüber sprechen, dann geht es nicht darum, dass wir irgendwelche Christen schlecht machen, sondern es geht darum, dass wir das System aufzeigen. Und das System im Mittelalter war nun mal furchtbar und schrecklich und hat viel Verderben gebracht und viel Böses getan. Und das hat Gott vorausgesagt hier in Daniel 7 im kleinen Horn.
[47:57] Wie erfüllt sich das? Ganz kurz, alle neun Punkte durchgehen: Der Ort. In Rom, und dort war genau der Mittelpunkt des Römischen Reiches. Die Zeit. Es sollte aufkommen nach dem Römischen Reich, 476. Der Beginn der päpstlichen Macht war 538. Die Art und Weise. Die anderen Hörner waren politisch, das Papsttum ist religiös-politisch. Viertens: Die Entstehung. Drei Staaten wurden vernichtet, das waren die Vandalen, Heruler und Ostgoten, die vom Kaiser von Ostrom erobert wurden und an der Stelle das Papsttum dann als Herrscher eingesetzt wurde. Das Papsttum war aus kleinen Anfängen groß, das Papsttum war im Mittelalter vorherrschend und hat über die Könige und Kaiser Macht gehabt. Verhalten gegenüber Gott. Es lästert Gott, das heißt, dass es hier Gottes Stelle einnimmt und Sünden vergibt. Hier habe ich ein paar Zitate, die das deutlich machen. Papst Leo hat gesagt: "Wir nehmen auf Erden den Platz des allmächtigen Gottes ein." "Die Fleischwerdung Gottes finden dreimal statt: in der Krippe, am Messaltar und im Vatikan." Dann ein weiteres Zitat: "Du bist ein anderer Gott auf Erden", auf den Papst bezogen, und "Catholic National" 1895: "Der Papst ist nicht nur der Stellvertreter Jesu Christi, er ist selbst Jesus Christus, verborgen in der Hülle des Fleisches." Das sind alles Zitate, die zeigen, dass hier eine göttliche Autorität auf das Papsttum bezogen wird. Und natürlich bezieht sich das auch darauf, dass der Papst deswegen, wenn er "ex cathedra" spricht, unfehlbar gilt. Und natürlich glauben wir das nach der Bibel nicht.
[49:30] Zitate, die die Sündenvergebung hier ins Spiel bringen. Frage: "Vergibt der Priester tatsächlich Sünden oder erklärt er nur, dass sie vergeben sind?" Antwort: "Der Priester vergibt die Sünden wirklich aufgrund der Macht, die ihm Jesus Christus gegeben hat." Weiteres Zitat: "Gott selbst ist verpflichtet, sich dem Urteil seines Priesters unterzuordnen und dem Urteil wieder zu vergeben oder nicht zu vergeben, gemäß der Absolution, die sie erteilen oder verweigern. Das Urteil des Priesters geht voraus und Gott unterschreibt es." Also das ist schon Gotteslästerung. Wenn man sagt, der Priester, er entscheidet über Vergebung und Nichtvergebung. Wenn Gott einem Menschen vergeben wollte, aber der Priester sagt: "Nicht ego absolve", dann darf Gott ihm auch nicht vergeben. Und wenn Gott einem Menschen nicht vergeben wollte, aber der Priester vergibt ihm, dann muss Gott ihm auch vergeben. Das, denke ich, ist natürlich Gotteslästerung.
[50:21] Dann weiter: Verhalten gegenüber den Heiligen. Die Verfolgung. Im Mittelalter sind ungefähr 100 Millionen Märtyrer wegen ihres Glaubens umgekommen.
[50:30] Achtens: Verhalten gegenüber dem Gesetz. Das Papsttum hat zwei Gebote verändert. Das zweite Gebot, das Bilderverbot, gestrichen und das zehnte wieder geteilt, damit es wieder zehn sind. Und das vierte Gebot vom Sabbat auf den Sonntag verändert.
[50:45] Die Zeit der Herrschaft war von 538 bis 1798, genau 1260 Jahre. Was Gott gesagt hat, geht genau in Erfüllung. Es ist genau das, was wir hier wiederfinden. Deswegen unsere Auslegung, der historischen Auslegung auf das Papsttum gemünzt, hat unglaublich gute Gründe. Und das steht unglaublich fest. Das Problem ist natürlich, in der heutigen Zeit, in der Zeit der Ökumene, ist diese Auslegung nicht mehr gefragt. Wer diese historische Auslegung heute noch auf das Papsttum anwendet, der gilt nicht als ökumenefähig und wird in der christlichen, in der Christenheit eigentlich geächtet. Aber die Bibel spricht deutlich davon, dass es so ist.
[51:24] Punkt vier: Das Gericht im Himmel, vor der Wiederkunft, das Untersuchungsgericht. Sagen wir 8 bis 14: "Und er antwortete mir: Bis 2300 Abende und Morgen vergangen sind, dann wird das Heiligtum wieder gereinigt." "Das Heiligtum", sagt Luther, "die King James-Übersetzung sagt, gereinigt werden." Und damit haben wir den Bezug auf die Reinigung im Alten Testament, auf das irdische Heiligtum. Und das wurde beim Jom Kippur, beim Versöhnungstag, gereinigt. Und damit haben wir eine Parallele vom Versöhnungstag auf der Erde zum himmlischen Versöhnungstag. Und wenn da im Himmel das Heiligtum gereinigt wird, dann heißt das, dass die Sünden dort gestrichen werden.
[52:07] Und die 2300 Jahre haben in Daniel 8 keinen Anfangspunkt. Da steht nur das am Ende, was da geschieht, nämlich, dass das Heiligtum gereinigt wird, dass das Gericht im Himmel beginnt. Aber der Anfangspunkt steht dort nicht. Aber in Kapitel 8, Vers 7, 20 steht, dass Daniel das Gesicht von den 2300 Abenden und Morgen nicht verstanden hat. Jetzt erklärt er, damit er es versteht. Und dann sagt er: "70 Wochen sind verhängt, gleich abgeschnitten, über dein Volk, über deine Heilige Stadt usw." Das heißt, es sind jetzt von dieser langen Zeit, die Daniel vorher nicht verstanden hat, sind jetzt 70 Jahrwochen abgeschnitten. Und damit haben wir die 70 Jahrwochen, die auf den Messias hinweisen. Das ist ganz wichtig, das zu erkennen, die Kombination, die Verbindung zwischen Daniel 8 und Daniel 9, dass sie den gleichen Anfangspunkt haben, die 70 Jahrwochen und die 2300 Jahre.
[53:14] Und dann müssen wir nur noch an die 70 Jahrwochen jetzt gehen. Das wollen wir jetzt nicht alles lesen, sondern ich habe hier nur die Übersichtsgrafik. Es beginnt, wenn der Aufbau Jerusalems befohlen wird, 457 v. Chr. Dann haben wir 7 Wochen, 49 Jahre, dann nochmal 72 Wochen oder 434 Jahre weiter, bis dem Jahr 27 v. Chr., bis der Messias kommt, und dann nochmal eine Woche, bis die Gnadenzeit für die Juden abläuft. Und diese letzte Woche haben wir hier nochmal beschrieben: Im Herbst 27 v. Chr. war Jesu Taufe, wo der erste Messias aufgetreten ist, dann hat dreieinhalb Jahre Jesus selbst hier gewirkt und dreieinhalb Jahre das Evangelium den Menschen gebracht und verkündigt, denn nach dreieinhalb Jahren im Frühling 31 war sein Tod gewesen und dreieinhalb Jahre später haben die Jünger dann das Evangelium nur den Juden verkündigt und dann haben die Juden nicht nur Jesus, sondern auch die Botschaft über Jesus abgelehnt und im Herbst 34 v. Chr. war die Steinigung des Stephanus, wo dann die Gnadenzeit für die Juden endgültig abgelaufen ist. Ja, das war so ganz kurz die 70. Woche und es hat sich genau erfüllt, was Gott gesagt hat, ganz genau. Man könnte fast sagen, auf den Tag genau hat sich alles erfüllt, nach Gottes Voraussagen.
[54:23] Aber dass die 490 Jahre den gleichen Anfangspunkt haben wie die 2300 Jahre und wenn sie beide 457 v. Chr. beginnen, dann enden die 490 Jahre 34 v. Chr., wo die Gnadenzeit für die Juden zu Ende geht und die 2300 Jahre enden dann 1844, im Herbst 1844. So haben wir die erste Weissagung der 70 Jahrwochen auf Christus, unseren Erlöser, der für uns gestorben ist, und die 2300 Jahre haben wir den Hinweis auf Christus, dass das Gericht beginnt, die Endzeit beginnt und damit die letzten Ereignisse eingeleitet werden. Auch das ist eine sehr wichtige Grundlage für uns, das zu erkennen, dass das zusammenhängt und zusammenspielt und dass wir seit über 170 Jahren in der Zeit des Gerichts leben.
[55:08] Hier habe ich nochmal diese Übersicht, die wir eben schon mal gesehen haben. Was ich jetzt zeigen möchte, ist Folgendes. Wir haben Daniel 7, das Gericht, beschrieben. Es gibt direkt eine Beschreibung, wie das abläuft, wie der Uralte kommt und sich setzt und wie dann die Bücher aufgetan werden, wie der Menschensohn dazukommt und wie dann das Gericht gehalten wird. Das ist genau parallel, wie wir hier sehen, zu Daniel 8, die Reinigung im himmlischen Heiligtum. Von daher sehen wir, dass diese beiden Dinge genau das Gleiche bedeuten: Das Gericht im Himmel und die Reinigung des himmlischen Heiligtums, das ist nämlich das Vor-Wiederkunftsgericht, das Untersuchungsgericht, was jetzt im Himmel stattfindet. Wir haben hier nicht nur den Text, auf dem wir alles begründen, sondern wir haben hier die Parallelen, das Netzwerk, wo wir sehen können, dass sich eins zum anderen ergänzt und sich gegenseitig verstärkt.
[55:56] Der letzte Punkt ist die Typologie, die Typologie als Prophetie. Und zwar, wir haben sehr häufig eine Methode, dass Gott Dinge, die im Alten Testament geschehen sind, sogar manchmal auch nur in der Geschichte geschehen sind, die gar nicht mal in der Bibel drinstehen, aber dass Gott diese Dinge benutzt als Typologie, als Typus, gegenüber dem Antitypus, der sich am Ende in der Endzeit erfüllen wird. Und die meisten Typologien sind übrigens auf Jesus bezogen, auf sein Leben, auf seinen Tod, aber wir haben auch Typologien, die sind bezogen auf die Endzeit.
[56:26] Ich habe hier mal ein paar Typologien, die auch in den Lektionen wiederfinden. Der Auszug aus Ägypten ist eine Typologie für die Endzeit. Paulus sagt eindeutig im Korintherbrief, dass das, was Israel erlebt hat beim Auszug aus Ägypten und in der Wüste und auch beim Auszug in das Land Kanaan, ist eine Parallele zu dem, was wir in der letzten Zeit erleben werden. Auch wir sollen aus Ägypten, aus Babylon herausgehen und wir werden dann in das heißende Land, in das gelobte Land einziehen, in das himmlische Kanaan. Und in der Zwischenzeit erleben wir sehr viele Dinge, ähnliche Dinge, wie die auch das Volk Israel erlebt hat. Und das ist also eine deutliche Typologie.
[57:05] Dann haben wir Jona, der drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war. Und so sagt Jesus, wird er selbst auch drei Tage und drei Nächte in der Erde sein. Typologie. Mose hat die Schlange erhöht, eine Typologie auf Jesus, der erhöht wurde. Paulus hat den ersten Adam, den ersten wörtlichen, echten Adam mit dem zweiten Adam, Jesus Christus, verglichen, gegenübergestellt. Durch den ersten Adam kam die Sünde in die Welt, durch den zweiten Adam ist die Sünde aus der Welt wieder herausgekommen. Also haben wir eine Gegenüberstellung der Typologie, Typus, Antitypus.
[57:32] Auch Gottes Lamm, alle Opfer im Alten Testament waren eine Typologie auf den wahren Messias, der kommen wird, um für Gottes Volk zu sterben, um für alle Menschen zu sterben und die Schuld auf sich zu nehmen. Und so hat auch Johannes der Täufer gesagt: "Das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt." Typologie Gotteslam auf Jesus.
[57:53] Oder auch das Heiligtum. Das gesamte Heiligtum ist damit eine Typologie für den ganzen Erlösungsplan. Natürlich, wir opfern nicht mehr und wir haben auch nicht mehr das Heiligtum selbst, was wir wörtlich auf dieser Erde noch gebrauchen oder noch irgendwo beherzigen. Denn das ist vorbei. Mit Jesu Tod ist alles aufgehört. Aber das Heiligtum hat eine Bedeutung für den gesamten Erlösungsplan. Zum Beispiel die sieben Jahresfeste. Die zeigen ganz genau, genau in dieser Reihenfolge der Feste und auch ungenau, genau wann sie geschehen, wie der Erlösungsplan ablaufen wird. Von der Ausgießung des Heiligen Geistes und dem Beginn des Gerichts bis zur Wiederkunft Jesu. All die ganzen Feste sind hier damit vorhergeschattet. Oder auch andere Dinge.
[58:36] den Weg, wie wir zu Gott finden, wie wir mit Jesus Verbindung haben können, wie wir erlöst werden können, sind alles im Heiligtum vorausgeschattet. Deswegen, wir sollten das Heiligtum noch mehr studieren, um noch mehr Erkenntnisse zu bekommen, wie weise Gott den ganzen Erlösungsplan ausgedacht und ausgeführt hat.
[58:55] Typologien dürfen wir nur nicht überziehen. Das heißt, es gibt manche Einzelheiten, die man sich nicht übertragen lassen oder wo es Unterschiede gibt. Deswegen darf man nicht jede Einzelheit irgendwo einfach so übertragen. In der Lektion stand drin, dass nur dann Typologien übertragen werden dürfen, wenn das die Schreiber der Bibel selber machen. Aber ich bin überzeugt, es gibt auch Typologien, die wir auch ganz deutlich erkennen können, aber wo wir sehen können, da gab es Ereignisse in der Geschichte des Volkes Israel oder im Alten Testament, die sich ganz genau in der Endzeit wiederfinden. Natürlich, wir finden einiges. Jesus hat gesagt, vor der Sintflut war es schlimm und so wird es am Ende auch wieder sein. Da haben wir auch eine Typologie, aber wir finden noch weitere Typologien. Und ich denke, wir dürfen das sicherlich auch noch weitere Typologien finden, aber wir müssen vorsichtig sein und Auslegungen nicht überspannen.
[59:50] So haben wir also wichtige prophetische Prinzipien der Auslegung, wie wir Prophetie verstehen und auslegen können. Noch ein paar Buchempfehlungen dazu, was ich euch wirklich ans Herz legen möchte. Ich habe ein paar Bücher mitgebracht. Es gibt ein Buch von Frank und Michael Hasel, das nennt sich "Wie kann ich die Bibel, wie kann ich das verstehen?". Dieses Buch ist ganz besonders herausgekommen jetzt als Parallele zu dieser Sabbatschule-Lektion, zu der Weltfeld-Sabbatschule-Lektion, die wir jetzt haben. Da werden übrigens auch genau die gleichen Themen, die gleichen Kapitel, auch das sind 13 Kapitel, wie die 13 Wochen in der Sabbatschule auch hier beschrieben, aber noch mehr ausführlich das Ganze behandelt. Also sehr, sehr gut und spannend und ich muss sagen, wirklich sehr fundiert und auch wirklich gut zu gebrauchen, auch gut verständlich. Und das noch parallel zu dieser Lektion von diesen ganzen Wochen jetzt mitzulesen und das zu vertiefen.
[1:00:55] Ein weiteres Buch, was ich euch empfehlen kann, ist mehr ein Heftchen von Abus Padilla, das heißt "Plädoyer für Antioros IV. Epiphanes. 47,5 Thesen über das Buch Daniel" von Riccardo Abus Padilla. Hier zeigt er, dass diese Auslegung von dem Präterismus, dass das kleine Horn auf Antioros Epiphanes IV. anzuwenden sei, dass das überhaupt nicht haltbar ist. Und er hat 47,5 Gründe und Argumente gebraucht, um das zu widerlegen, diese falsche Auslegung, um damit zu zeigen, dass unsere historische Auslegung gut und richtig ist. Also sehr, sehr gut, meistens leider nur noch heute antiquarisch zu bekommen.
[1:01:35] Ein drittes Buch, was ich empfehlen kann, "Der Erste und der Letzte" von Eckhardt Müller. Da geht es um Studien zum Buch der Offenbarung. Das sind teilweise ein bisschen schwieriger geschrieben. Es geht teilweise auch um Strukturen der Offenbarung. Nicht alles ist immer hundertprozentig, aber es sind sehr, sehr gute und sehr hilfreiche Prinzipien, die hier genannt werden, von Eckhardt Müller. Und natürlich das Offenbarungsseminar von mir. Das ist ein Ordner, Offenbarungsseminar. Es gibt übrigens auch Videos dazu, 24 Videos und 24 PowerPoint-Präsentationen unter mp3 und auch der Ordner, wo die 24 Lektionen selbst drin sind, auch sehr gut und wichtig zum Studieren.
[1:02:17] Welches Buch ich nicht empfehlen kann, das ist dieses Buch, was ich eben schon mal erwähnt habe von Paulin, "Die Offenbarung verstehen". Die Prinzipien, die wir hier in den Lektionen studiert haben und auch die Dinge, wovor gewarnt worden ist, genau die Prinzipien finden wir hier wieder, die Ansätze, die er hier bringt, das sind teilweise Ansätze aus dem Präterismus und aus der historisch-kritischen Methode, das ist sehr problematisch. Es gibt auch ein paar Dinge, die da drin gut sind, keine Frage, aber ich würde euch empfehlen, die Finger davon zu lassen.
[1:02:50] Gut, noch ein Epilog am Schluss, an die letzte Folie, warum die Prophetie so wichtig ist. Durch die Studie in der Prophetie haben unsere Pioniere in den letzten 170 Jahren das studiert und wir haben durch die Prophetie fünf Säulen gefunden. Und die fünf Säulen sind wichtig, auch für die Endzeit wichtig. Erstens den Sabbat. Der Sabbat ist in der Prophetie so deutlich und er hat noch eine wesentlich stärkere Verkündigung, weil wir nicht nur sagen, der Sabbat ist Gottes Ruhetag, der Sabbat hat eine besondere Bedeutung, die noch viel stärker ist, als nur, dass es der richtige Tag ist. Also Prophetie und Sabbat gehören ganz eng zusammen.
[1:03:38] Zweitens Jesu Wiederkunft, dass Jesu Wiederkunft vor den tausend Jahren stattfindet und dass wir bei der Wiederkunft in den Himmel gehen werden und nicht tausend Jahre herrlich auf dieser Erde hier sein wird. Wiederkunft Jesu, Prophetie natürlich ganz eng verknüpft. Das Heiligtum, Heiligtum und Prophetie sind ganz eng. In den Offenbarungen finden wir immer wieder den Tempel geöffnet und das ist wichtig, die ganze Heiligtumslehre. Viertens der Zustand der Toten ist wichtig, weil das in der Endzeit auch nochmal eine Rolle spielt, der Spiritismus und die Dämonen, die hier, die unreinen Geister, die hier nochmal einiges verunstalten werden. Und fünftens der Geistererweissagung. Das ist auch der Geistererweissagung ein großes Rollenspiel, das Gott den Propheten geschickt hat, Ellen White, und auch nochmal in der Endzeit in der Geistererweissagung, das sind fünf Säulen, die für uns wichtig sind.
[1:04:26] Und durch die Prophetie haben wir diese Säulen erkannt und verkündigen wir sie heute. Wenn wir die Prophetie streichen würden, würden diese fünf Säulen Schritt für Schritt auch alle fallen, denn wir hätten sie keine Bedeutung für die Endzeit mehr. Und natürlich, alle diese fünf Säulen finden wir alle verknüpft und zusammenhängt in der dreifachen Engelsbotschaft. Das ist die Botschaft, die Gott uns aufgetragen hat, jetzt der Menschheit zu verkündigen. Diese fünf Säulen sind in dieser Botschaft alle enthalten. Und deswegen sollen wir diese Botschaft studieren und verkündigen und diese Säulen festhalten. Das geht nur, wenn wir die Prophetie, die Endzeitprophetie studieren, wenn wir sie in uns aufnehmen und wenn wir sie weitergeben. Gott wird uns helfen. Gott wird seinen Segen dazu geben. Er wird die Welt, die ganze Erde erleuchten von dem Glanz des Engels auf dem Magen 18 Vers 1, wenn wir diese drei Engelsbotschaften und den lauten Ruf den Menschen verkündigen werden. Dass wir dabei sind, selbst das zu verstehen, das anzunehmen und aber auch dem Menschen weiterzusagen.
[1:05:23] Wir wollen zusammen beten. Himmlischer Vater, wir danken dir von ganzem Herzen. Wir danken dir, dass wir die Prophetie, dein Wort, haben dürfen. Aber wir bitten dich auch, dass wir sie richtig verstehen. Herr, hilf, dass wir nicht unsere eigenen Gedanken da hineinlegen, dass wir nicht durch unseren Stolz, durch unsere falschen Auslegungsmethoden die Prophetie verdrehen oder verstümmeln, sondern hilf, dass wir das so erkennen können, wie du es gemeint hast. Es gibt auch noch einige Abschnitte in der Prophetie, die wir noch nicht ganz erkannt haben. Und da bitten wir dich, Herr, hilf uns, dass wir das besser verstehen. Gib dir uns mit deinem Heiligen Geist Erkenntnisse, neues Licht über diese Dinge. Dass wir eine Erweckung erleben und dass wir für die letzten Ereignisse, die vor uns liegen, zugerüstet sind und dass wir vorbereitet sind auf deine Wiederkunft, Herr Jesus. In Jesu Namen. Amen.
[1:06:15] Herzliche Einladung zu unserem nächsten Thema. Nächste Woche Lektion Nummer 12. Umgang mit schwierigen Passagen. Ein spannendes Thema. Gottes Segen und bis dann.