In dieser Predigt, gehalten von Christopher Kramp, wird die Geburt von Johannes dem Täufer aus dem Lukas-Evangelium beleuchtet. Es wird erklärt, warum Maria drei Monate bei Elisabeth blieb und wie die Geburt von Johannes als Erfüllung eines Gebets und als Wunder Gottes gedeutet wird. Die Bedeutung des Namens „Johannes“ und die Herausforderungen, die sich aus Gottes spezifischen Anweisungen ergeben, werden ebenso thematisiert wie die Reaktion der Nachbarn und Verwandten. Die Predigt betont die Wichtigkeit des Glaubens an Gottes Wort, auch wenn es nur schriftlich vorliegt, und vergleicht die Situation mit biblischen Beispielen wie der von Sarah und David.
Der Ersehnte: 10. Er soll Johannes heißen (Lk 1,56-66)
Christopher Kramp · Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus ·Themen: Altes Testament, Bibel, Bibelstudium, Jesus, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Der Ersehnte – Ein chronologisches Studium über das Leben und Wirken von Jesus Christus
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Transkript
[0:30] und herzlich willkommen hier live aus Stuttgart-Wangen. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Schön, dass ihr gekommen seid aus nah und fern und dass wir gemeinsam heute das Wort Gottes studieren können. Das Wetter ist schön und wir hoffen, dass die Sonne der Gerechtigkeit in unsere Herzen strahlt, wenn wir weitergehen durch das Lukas-Evangelium. Und bevor wir beginnen, wir haben ja die Angewohnheit immer niederzuknien zum Gebet, möchte ich dazu jetzt einladen.
[0:55] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für all das, was du tust, für all die reichen Segnungen, die du uns gibst und schenkst. Und wir möchten dich bitten, dass wir auch heute Abend aus deinem Wort Kraft empfangen, so wie du verheißen hast, für unser Leben, für unseren Alltag. Wir möchten dich bitten, dass wir die Dinge, die wir lesen, gut verstehen, dass sie uns persönlich ansprechen und dass wir näher zu dir gezogen werden, dass wir dich in deinem Charakter und deinem Wesen besser verstehen. Sei du jetzt bei uns, halte alle störende fern und sei du unser Lehrer. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:33] Lukas Kapitel 1, wir sind immer noch mittendrin in diesem doch recht langen Kapitel. Wir haben letzte Woche, weiß jemand, was wir letzte Woche studiert haben, kann sich immer noch erinnern? Wir haben letzte Woche studiert, das Lied der Maria, den Lobpreis der Maria. Und an der Stelle wollen wir heute weitermachen und gucken, was danach passiert ist. Wir schlagen Lukas Kapitel 1 auf und wir beginnen unser Studium in Vers 56, bis Vers 55 ging dieses Lied. Und in Vers 56 von Lukas 1 lesen wir. Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate und kehrte wieder in ihr Haus zurück. Kann mir jemand von euch sagen, warum sie noch ungefähr drei Monate blieb und dann aber gegangen ist? Das ist ein Punkt, ja. Also wahrscheinlich war das auch für sie dann wichtig, dann irgendwann zu Hause zu sein, ja? Hat jemand noch eine Idee, warum sie ausgerechnet nach drei Monaten dann geht? Also wann ist sie denn dort angekommen? Das stimmt. Also hatten wir schon mal eine Zahl, eine Zeitangabe in diesem Kapitel gehabt? Sie war im sechsten Monat schwanger und im sechsten Monat kommt die Maria zu ihr und wenn man jetzt noch mal so ungefähr drei Monate dazu addiert, kommt man wohin? Ungefähr zur Geburt des Johannes, ja? Das heißt, wir wissen nicht ganz genau, ob sie kurz vor der Geburt oder kurz nach der Geburt gegangen ist, aber als dann klar war, der Johannes wird geboren oder er wurde geboren, dann hat sie sich von dann an begeben, weil dann natürlich jetzt die Elisabeth auch andere Sorgen hatte und ihre Zeit für den kleinen Johannes aufwenden musste.
[3:39] Wir lesen mal Vers 57 weiter. Das heißt es, für Elisabeth aber erfüllte sich die Zeit, da haben wir es, ja? Neun Monate summ, da sie gebären sollte und sie gebar einen Sohn. Und dieser Vers ist auf den ersten Moment natürlich ganz selbstverständlich, ja? Wir haben schon gelesen, sie soll ein Kind bekommen, jetzt bekommt sie das Kind, aber ich möchte doch eure Aufmerksamkeit auf etwas lenken hier. Schauen wir hier noch einmal zurück zu Lukas 1, Vers 13. Lukas 1, Vers 13, das war die Prophezeiung, die sie bekommen hatte, ja? Das heißt es, aber der Engel sprach zu ihm, fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört worden und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Johannes geben. Nun, warum ist diese Geburt von Johannes, dem Täufer, wirklich eine Gebetserhöhung gewesen und durchaus auch ein Wunder? Abgesehen von der Tatsache, wir werden sagen, was für eine einfache Frage, natürlich, sie war unfruchtbar, aber wir wissen schon, sie war ja dann schwanger geworden. Das heißt, ihre Unfruchtbarkeit war schon überwunden worden. Gibt es trotzdem noch, abgesehen von der Unfruchtbarkeit, irgendetwas, was doch wirklich also erstaunlich ist? Ja, das stimmt. Ja, es war der Engel Gabriel, der das gesagt hatte, ganz genau.
[5:29] Übrigens, es gab damals keinen Ultraschall. Sie hat nur das Kind im Bauch gespürt. Also, bis zum Tage der Geburt war nicht ganz klar, ob die Verheißung sich wirklich ganz erfüllt. Also, ich meine, wir lesen das und wissen, das war Johannes der Täufer im Bauch, aber für sie war das ja immer noch unklar, in gewisser Weise. Und übrigens, wenn man mit, wir wissen das Alter nicht genau, aber mit 70 oder 80 oder so, oder auch wenn es 60 gewesen ist, ein Kind bekommt, ja, wenn man schwanger wird, wie sicher ist man sich dann, dass alles gut gehen wird? Eigentlich nicht, oder? Wir lesen die Geschichte und gehen immer selbstverständlich davon aus, dass natürlich es immer gut geht in der Bibel, aber zu biblischen Zeiten wird es auch Fehlgeburten geben. Zu biblischen Zeiten gab es auch Komplikationen. Also, das eine ist, dass sie jetzt schwanger geworden war, aber so eine Schwangerschaft dauert, ja, und da kann viel passieren. Und ich glaube, es ist eine interessante Tatsache, dass Gott sie nicht nur schwanger gemacht hat, sondern tatsächlich ihr auch das Kind ganz geschenkt hat. Das sind zwei verschiedene Wunder, die man es auch auseinanderhalten sollte.
[6:41] Übrigens, es gibt einen ganz, ganz tollen Bibelvers, den ich vor kurzem gefunden habe, der das Ganze auf eine geistliche Ebene bringt. Schaut mal mit mir in Jesaja 66 und dort Vers 9. Jesaja 66 und dort Vers 9. Die Bibel sagt, sollte ich bis, also das Gott, der hier spricht, sollte ich bis zum Durchbruch bringen und doch nicht gebären lassen, spricht der Herr. Sollte ich, der ich gebären lasse, die Geburt verhindern, spricht dein Gott. Also, das ist hier so ein bisschen auch symbolische Sprache. Hier geht es eigentlich um Jerusalem. Was ist wohl der Kerngedanke, der in diesem Vers ausgedrückt werden soll? Das stimmt, aber das ist nicht der Kerngedanke von dem Vers hier. Ja, Gott fängt etwas an und er führt es auch zu Ende. Und es ist natürlich auch schon mal so gegangen, also mir ging das schon so, dass ich das Gefühl habe, naja, Gott hat was angefangen, aber wird es auch zu Ende gehen, ja? Man weiß ganz genau, Gott hat hier etwas in Bewegung gebracht, aber man fragt sich dann doch, wie wird es ausgehen, ja? Wird Gott das auch bis ans Ende führen? Wisst ihr, wer das in seinen Briefen öfter mal erwähnt, diesen Gedanken, dass Gott, der etwas anfängt, auch vollendet? Wer erwähnt das in der Bibel öfter mal? Nicht der Petrus, Paulus. Paulus ist es gewesen, ja, der sagt, ich bin überzeugt, dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch vollenden wird. Der Gott, der die Elisabeth nicht nur schwanger gemacht hat, sondern auch bis zur Geburt bei ihr gewesen ist und natürlich darüber hinaus, der das Kind nicht nur erzeugen lassen, sondern der auch die Geburt überwacht hat, derselbe Gott kann in meinem Leben etwas anfangen und er kann es bis zum Ende durchziehen. Er ist der Anfang und das Ende, das Alpha und Omega, Omega. Und das ist, glaube ich, etwas, was sehr, sehr wichtig ist. Wenn ihr mal wieder in so einer Situation seid, stellt euch vor, Gott lässt so eine Geburt zu und dann sagt er, wenn das Kind schon fast bis zum Geburtskanal gekommen ist, soll ich dann etwa die Geburt unterbrechen? Nein, wenn ich angefangen habe, dann wird es auch zu Ende durchgeführt werden. Ich werde dafür sorgen, dass es bis ans Ende sich erfüllt.
[9:14] Nun, gehen wir zurück zu Lukas und schauen mal Lukas 1 an. Übrigens, es heißt ja, ich bin mal gespannt, ob ihr das auch entdeckt habt, es heißt in Vers 57, da erfüllte sich die Zeit. Gibt es irgendwo im Lukas-Evangelium noch eine Stelle, wo sowas ähnliches steht, dass sich die Zeit erfüllt? Bei Jesus Christus, oder? Also ein Kapitel weiter in der berühmten Anführungsstriche oben, Weihnachtsgeschichte, Anführungsstriche oben, da haben wir in Vers 6, in Lukas 2, Vers 6, wo es dann heißt, um sich erfassen zu lassen mit Maria, Quatsch, Vers 6 hier, es geschah aber, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte. Also nach wie vor, wir haben das ja schon beobachtet, die Ankündigung von Johannes dem Täufer ist ziemlich identisch mit der Ankündigung von Jesus und auch die Umstände der Geburt und dann auch das Leben der beiden hat sehr, sehr viele Parallelen und gerade Lukas stellt das beide immer nebeneinander. Johannes als der Vorläufer, der immer zuerst da ist, aber mit seinen Erfahrungen schon, seinen pränatalen Erfahrungen, immer schon auf Jesus hinweist.
[10:29] Nun gehen wir weiter zu Lukas 1, Vers 58. Lukas 1, Vers 58, und da heißt es, und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr seine Barmherzigkeit an ihr großgemacht habe und sie freuten sich mit ihr. Jetzt, das kann man sich gut vorstellen, das war ein großes Fest gewesen, die Nachbarn haben alle begeistert. Schlagt mal mit mir auf, ein ganz schöner Bibelfers in Psalm 113. Auch da steckt wieder so eine geistliche Komponente natürlich drin. Psalm 113 und dort Vers 9. Seid ihr da? Das heißt es, der die unfruchtbare Frau des Hauses wohnen lässt als eine fröhliche Mutter von Söhnen. Halleluja. Was heißt Halleluja? Preis den Herren, gelobt sei der Herr. Ja, gelobt sei der Herr. Und das ist dieser Ausdruck, den diese Verwandten, diese Nachbarn auch gehabt haben. Ja, preis den Herren. Gott sei gelobt für das, der die unfruchtbare Frau des Hauses wohnen lässt als eine fröhliche Mutter von Söhnen. Kennt ihr noch eine Geschichte in der Bibel, wo eine Mutter, die gerade ein Kind bekommen hat, explizit sagt, dass alle jetzt lachen und sich freuen und ihr zu lachen werden. Die Sarah, sie hat sogar ihr Kind so genannt. Wie nannte sie ihr Kind? Isaac. Wisst ihr, was Isaac übersetzt heißt? Lachen, Gelächter. Genau, weil alle sich so gefreut haben und gelacht haben. Weil das einfach so wunderbar, so unglaublich. Können wir nachlesen in 1. Mose und dort Vers 21, Kapitel 21. 1. Mose 21 und dort Vers 6. Da sagt sie so schön und auch das wieder so eine Parallele zur Geschichte von Elisabeth. 1. Mose 21, Vers 6. Und Sarah sprach, Gott hat mir ein Lachen bereitet. Wer es hören wird, der wird mir zulachen. Gott macht Freude, aber die Freude, die Gott macht, ist so, dass auch andere an der Freude teilhaben können. Ihr kennt das ja, geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteilte Freude ist doppelte Freude. Und wenn Gott Freude macht, dann möchte er nicht nur, dass wir alleine Freude haben, sondern er möchte, dass die Freude auf andere überspringt.
[13:12] Als Elisabeth merkte, dass sie schwanger ist, was hat sie getan? Sie hat sich verborgen. Sie hat eine Zeit lang zurückgezogen, aber als sie dann geboren hat, dann hat sie das nicht länger verborgen. Sie wollte die Segnung, die Gott an ihr getan hat, nicht länger verbergen. Und es ist auch eine Lektion, die wir alle lernen können, egal, ob wir Männer oder Frauen sind, ob wir jemals Kinder kriegen werden, Kinder bekommen haben oder auch nicht. Wir können wissen, dass wenn Gott uns segnet, wenn Gott Wunder an uns tut, dann gibt es andere Menschen, die dadurch ermutigt und erfreut werden. Das sollten wir dann auch mit ihnen teilen.
[13:47] Jetzt gehen wir zu Lukas 1 zurück. Die Geschichte entfaltet sich nämlich noch etwas kompliziert. Nicht nur alles eitel Sonnenschein jetzt hier. Also, wir müssen uns die Szene vorstellen, alle sind total begeistert. Ich meine, es kommt nicht oft vor, dass eine Frau in dem Alter noch ein Kind bekommt, das auch noch gesund ist, alle wohlauf, riesige Stimmung, alle fröhlich. Und dann heißt es hier in Vers 59, dass acht Tage später sich Folgendes zuträgt. Vers 59, und es geschah am achten Tag, dass sie kamen, um das Kind zu beschneiden, und sie nannten es nach dem Namen seines Vaters Zacharias. Nun, warum sind die auf die Idee gekommen, das Kind am achten Tag zu beschneiden? Das war eine Vorschrift. Und wo kam die Vorschrift her? Also, die Vorschrift, die finden wir auch tatsächlich in 3. Mose, wird das explizit gesagt. Aber es geht zurück, hast du richtig gesagt, Maria, auf Abraham. Weiß jemand, in welchem Kapitel die Beschneidung bei Abraham eingeführt wird? Welches Kapitel ist das? Dieser Bund der Beschneidung. Das ist ja auch wieder etwas, was wir dann später bei Jesus im nächsten Kapitel finden werden, die Beschneidung am achten Tag. In welchem Kapitel finden wir den Bund der Beschneidung? Gott hat ja mehrmals einen Bund mit Gott gemacht. 1. Mose 21 ist schon zu spät. In 1. Mose 21 ist schon der Sohn geboren, der dann eigentlich schon beschnitten werden sollte. 15 ist zu früh. In 15 macht zwar Gott auch einen Bund mit Abraham, aber damals noch Abraham und damals ohne Beschneidung, sondern da ist dieses Tier geteilt worden. Es ist in 1. Mose 17, ganz genau. Und 1. Mose 17 lesen wir Vers 12. Da sagt Gott, dass er diesen Bund mit Abraham aufrichtet. Er soll jetzt nicht mehr Abraham, sondern Abraham heißen. Und es heißt in Vers 12, jedes männliche von euren Nachkommen soll bei euch beschnitten werden, wenn es acht Tage alt ist, sei es im Haus geboren oder um Geld erkauft von irgendwelchen Fremden, die nicht von deinem Samen sind.
[16:02] Hier würde ich gern einen interessanten Nebenpunkt machen. Wann muss das Kind beschnitten werden? Am achten Tag oder nach acht Tagen, wenn es acht Tage alt ist? Also du sagst, wenn es acht Tage alt ist, das wäre dann an welchem Tag? Am neunten Tag. Und du sagst am? Genau. Also wir sehen, der Johannes wurde am achten Tag beschnitten. Und wenn jetzt zu Jesus geht, in Lukas 2, selber Autor, selbes Buch, fast dasselbe Kapitel. Kapitel hat er eh nicht selbst geschrieben. Da heißt es in Kapitel 2, Vers 21, sogar noch verwirrender für uns westeuropäisch-griechisch denkende Menschen, Lukas 2, Vers 21 und als acht Tage vollendet waren. Also hier habt ihr so ein typisches Beispiel für die sogenannte hebräische inklusive Zeitrechnung. Das ist auch der Schlüssel für diese ewige Debatte um die drei Tage und drei Nächte. War jetzt Jesus drei Tage im Grab? Er war doch nur am Freitag so ein bisschen und dann den Sabbat und dann Sonntag nur so ein bisschen. Und da heißt es doch nach drei Tagen und drei Nächten. Wie geht denn das? Und an anderer Stelle steht, am dritten Tag. Und so wird das immer. Und der europäisch denkende Mensch, der kriegt das nicht zusammen, weil für uns ist am dritten Tag was anderes als nach drei Tagen, aber für den Juden nicht. Also wenn ich zum Beispiel, das ist der erste Tag und da habe ich so ein bisschen vom Tag, da habe ich den zweiten Tag, den habe ich vollständig und dann habe ich den dritten Tag so ein bisschen. Dann sind das im jüdischen Denken, das sind ganz drei Tage, vollständige drei Tage, obwohl es vielleicht nach unserer Rechnung weitaus weniger als 72 Stunden sind. Und da gibt es viele, viele Beispiele. Ihr könnt zum Beispiel finden, so ein Beispiel, wo es heißt, wo der König zum Volk sagt, der König Rehabiam sagt zum Volk, kommt in drei Tagen wieder. Und dann heißt es drei Fälle weiter unten und am dritten Tag kam sie, wie er gesagt hatte. Ja und das sind, da gibt es also hunderte von, na hunderte nicht, aber viele Beispiele. Einfach nur, dass ihr das seht, dass es auch ins neue Testament sich überträgt. Ja, Lukas, der das sogar jetzt hier übernimmt aus dem alttestamentlichen Denken heraus.
[18:31] Was vielleicht noch interessanter ist und viel wichtiger, als die Frage jetzt genau wann ist, also noch nebenbei, wisst ihr, warum Gott das angeordnet hat, dass die Kinder schon am achten Tag beschütten werden sollten? Hat mit der Schmerzempfindung zu tun und es hat noch mit einem anderen medizinischen Grund zu tun, und zwar mit der Blutgerinnung. Die Blutgerinnung ist am achten Tag des menschlichen Lebens. Ich kann euch nicht genau die Details erklären, weil ich keine Mediziner bin, aber man hat herausgefunden, dass für solche eine Operation der achte Tag nach der Geburt der beste ist. Da gibt es dann so solche Kurven, wie das mit der Blutgerinnung ist und man hat herausgefunden, der achte Tag ist tatsächlich der, wo am wenigsten Komplikationen dabei auftreten. Und habt ihr wieder ein Beispiel dafür, wie biblische Texte der medizinischen Forschung Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende voraus gewesen sind.
[19:21] Aber noch viel wichtiger ist die Frage, warum hat Gott überhaupt diese ganze Sache mit der Beschneidung angeordnet? Er hat den Bund geschlossen, ja das stimmt schon, aber den Bund, also das mit der Beschneidung ist ja schon auch eine interessante Sache, weil die, die beschnitten wurden, waren ja dadurch, dass sie am achten Tag beschnitten wurden, ja nicht mehr, es war ja nicht unbedingt ein Glaubensbekenntnis, das sie selbst abgelegt haben. Weil die Väter sollten ihre Kinder beschneiden, aber es waren ja nicht unbedingt die Kinder, die jetzt durch diesen Schritt gesagt haben, wir wollen zu Gott gehören. Das kann man mit acht Tagen noch nicht. Also worin bestand diese Bedeutung, dass Gott ausgerechnet diese Beschneidung, ich meine, es wäre doch alles möglich, man hätte sich eine bestimmte Haarfrisur nehmen können, man hätte alles mögliche an Zeichen haben können. Warum ausgerechnet die Beschneidung? Habt ihr euch darüber mal Gedanken gemacht? Warum Verheißung, was für eine Verheißung? Ja, also du hast richtig gesagt, es geht auch um das Herz, die Beschneidung der Vorhaut war ein Symbol dafür, dass das Herz beschnitten werden muss. Also das eine ist etwas schmerzhaft, das andere ist eigentlich noch viel schmerzhafter. Ein Bund mit den Nachkommen, ja das stimmt, aber das will er auch heute noch tun, oder? Und trotzdem gibt es keine Beschneidung mehr. Also worin bestand die Auserwählung, was war das Besondere? Schaut, die Sache ist relativ simpel. Beschnitten wurden die Männer an ihrem Geschlechtsteil, oder? Und das ist dazu da, vor allem auch um Kinder zu zeugen. Und das ganze jüdische Volk war ja dazu erwählt, die Botschaft von dem kommenden Messias der Welt zu bringen, der in ihrer Mitte gezeugt werden sollte. Der Messias sollte aus dem Stamm Juda kommen, er sollte aus dem Haus David kommen, er sollte aus dieser Familie Abrams herauskommen, das war die Verheißung. Und das war ein äußeres Zeichen dafür, dass einer von ihnen, oder also in diesen Stamm hinein, in dieses Volk hinein, sollte der Ersehnte geboren werden, den alle Völker herbeigesehnt haben. Deswegen sagt die Bibel, in deinem Samen sollen alle Völker gesegnet werden. Der Same Abrams, das war der Paulus, das war Christus. Das heißt, die Beschneidung jedes einzelnen Kindes war eigentlich eine kleine Prophezeiung. Da kommt einmal der Messias. Und jetzt versteht ihr auch, warum die Beschneidung aufgehört hat. Denn als der Messias dann kam und gestorben ist, schreibt zwar Gott immer noch das Gesetz in unser Herzen, aber die Beschneidung braucht sich mehr, weil wir nicht mehr auf den kommenden warten müssen. Ja, das ist also ein ganz wesentlicher Aspekt.
[22:33] Nun, schauen wir mal, was weiter passiert in Lukas 1 und dort Vers 59, haben wir gelesen. Die Familie kommt zusammen und sagt, das Kind soll wie heißen? Zacharias. Und plötzlich wird das ganz interessant. Diese wunderbare Situation, alle sind begeistert, alle freuen sich, alle loben Gott. Und plötzlich kommt ein Konflikt hier. Seht ihr den Konflikt? Auf der einen Seite haben wir die Elisabeth, die weiß, wie das Kind heißen soll. Auf der anderen Seite haben wir die gesamte Verwandtschaft, die gesamte Freundeskreis. Und wir haben die Tradition, die auf deren Seite ist, wie wir gleich sehen werden. Vers 60, seine Mutter aber erwiderte und sprach, nein, sondern er soll Johannes heißen.
[23:23] Die Elisabeth gehört zu einem der wirklich beeindruckendsten Frauen überhaupt in der ganzen Bibel. Jetzt, woher wusste sie, klingt wie eine komische Frage, ist aber nicht komisch. Woher wusste sie, dass das Kind Johannes heißen sollte? Seid ein bisschen genauer. Der Engel hat es dir gesagt? War sie dabei, als der Engel gesprochen hat? Also, woher wusste sie es? Aber hat ihr Mann ihr das gesagt? Er hat es aufgeschrieben. Verpasst diesen Punkt nicht. Das Einzige, was Elisabeth hatte, war ein schriftliches Zeugnis von einem anderen Menschen, der Gottes Wort gehört hatte. Als sie sich gegen die ganze Tradition und ihre Familie stellt, nicht, weil sie den Engel selbst gesehen hatte. Dann würden wir sagen, na klar, sie hat den Engel selbst gesehen. Nicht, weil sie die Worte selbst gehört hat. Sie hat nicht mal mit jemandem gesprochen oder das Zeugnis von jemandem gehört, der es selbst gesehen hat. Alles, was sie hatte, war das geschriebene Zeugnis eines anderen Menschen. Und damit hatte Elisabeth die gleiche Voraussetzung, die auch wir haben. Denn was wir heute haben, im Kampf gegen vielleicht unsere Familie, gegen den Gruppendruck, im Kampf gegen die Tradition, sind die schriftlichen Aufzeichnungen von Menschen, die Gottes Wort gehört haben. Also, manchmal haben wir so diese Einstellung, naja, die Leute in der Bibel, die haben alle direkt zu Gott gesprochen und mit Gott gesprochen und deswegen haben die in andere Situationen gehabt als wir. Das stimmt in einigen Fällen. Aber Elisabeth ist ein Beispiel für Menschen wie du und ich, die nur davon gelesen haben und es glauben und verteidigen, allein deswegen, weil es geschrieben steht. Ja, also Elisabeth hätte sagen können, es steht geschrieben. Es soll Johannes heißen. Und das zeigt uns, dass wir also wirklich die Bibel auf unser eigenes Leben übertragen können. Für sie war die schriftliche, überlieferte Wahrheit wichtiger als die Tradition der Familie.
[25:28] Jetzt schaut mal, was dort steht in Vers 61. Der Konflikt ist durchaus intensiv. Und sie sagten zu ihr, es ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der diesen Namen trägt. Übrigens, warum war sie eigentlich so pedantisch mit dem Namen Johannes? Ist Zacharias nicht auch ein schöner Name? Also, was hat sie eigentlich gegen den Namen Zacharias? Ist doch schön, oder? Was heißt Zacharias nochmal? Weiß das jemand noch? Haben wir gelernt, oder? Was heißt der Name Zacharias? Übersetzt. Müsst ihr in euren Aufzeichnungen blättern, ja. Der heißt, der Herr gedenkt oder erinnert sich. Ja, klingt doch schön, oder? Ist doch ein schöner Name für ein Kind. Und was heißt Johannes oder Johanan? Es heißt übersetzt, Gott ist gnädig. Also, es macht doch jetzt keinen großen Unterschied, ob das Kind der Herr gedenkt oder Gott ist gnädig heißt, oder? Der ist gnädig. Ist doch beides schön, ist doch beides biblisch. Sind doch beides biblische Namen. Und warum konnte sie nicht einfach ein bisschen jetzt auf die Verwandtschaft zugehen und sagen, okay, ist jetzt nicht vielleicht das Idealste. Gott hat zwar was anderes gesagt, aber eure Variante passt ja auch. Ist ja nichts Falsches dran. Das hätten wir vielleicht gesprochen, oder? Um uns den Ärger zu ersparen und sagen, naja, also Baal können wir das Kind nicht nennen, aber Zacharias ist eigentlich auch schön. Ist interessant, nicht, ja? Dass Elisabeth wusste, dass es nicht einfach nur darum geht, irgendeinen schönen Namen zu wählen, sondern genau den Namen, den Gott möchte. Wenn Gott etwas sagt, dann ist er meistens ziemlich spezifisch. Es ist nicht schwer zu verstehen und eigentlich auch nicht schwer umzusetzen. Und was Gott wirklich nicht möchte, ist, dass wir dann sagen, naja, ich verstehe das Prinzip dahinter und ich mache jetzt meine eigene Regel. Hauptsache, es ist überhaupt ein schöner Name. Das geschieht so oft, ja? Gott sagt etwas sehr Eindeutiges, sehr Explizites und dann sagen wir, naja, wir müssen das Prinzip dahinter erkennen und dann machen wir unser eigenes Ding. Und Elisabeth hat das nicht getan. Sie hat dem Gruppendruck, der Tradition, der Verwandtschaft, all dem Widerstand und gesagt, nein, es steht geschrieben Johannes.
[27:49] Und jetzt passt man auf, Vers 62, da heißt es, sie winkten aber seinem Vater. Warum haben sie ihm gewunken? Weil er gerade aus dem Haus gehen wollte? Nein, das war Zeichensprache eigentlich, ja? Dieses Winken ist Zeichensprache, so wie er auch aus dem Tempel kam und mit Zeichen gedeutet hat, dass er nicht mehr reden konnte. Habt ihr das, ich habe da, als ich das studiert habe, ist mir das zum ersten Mal richtig aufgefallen. Ist euch beim Lesen aufgefallen, dass der Zacharias acht Tage nach der Geburt immer noch stumm ist? Moment mal, also gehen wir mal zurück zu Lukas 1. Da steht doch in Lukas 1, Vers 20, da hat auch der Engel Gabriel zu ihm gesagt und siehe, du wirst stumm sein und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird. Was sollte geschehen? Richtig, oberflächlich betrachtet würden wir vielleicht sagen, das Kind musste geboren werden und wenn das Kind geboren wird, kann er wieder reden. Und das Kind wird geboren und ein Tag vergeht, zwei Tage, drei Tage, vier Tage, fünf, sechs, sieben, acht Tage vergehen und er kann immer noch nicht reden. Also stellt euch vor, das war sicherlich eine harte Prüfung für ihn. Das Kind war geboren worden und glaubt ihr, er wollte nicht schon am ersten Tag Gott loben und danken? Er konnte nicht. Er konnte acht Tage lang sein Kind nur anschauen, er konnte seinem Kind nicht sagen, hallo, schön, dass du da bist. Er musste warten bis zur Beschneidung. Und dann heißt es in Vers 63 und er forderte ein Täfelchen, solche Täfelchen waren ja recht geläufig so in der damaligen Zeit, so Sachen aufzuschreiben, haben wir im Alten Testament auch und schrieb die Worte, Johannes ist sein Name und sie verwunderten sich alle und dann heißt es in Vers 64, was ist das nächste Wort? So gleich oder hatte man eine andere Besetzung? Sofort, ja, nicht eine Sekunde länger bleibt er stumm. Das heißt, Gott, wie er richtig gesagt hat, es ging Gott nicht nur darum, dass das Kind geboren wird, sondern dass es genau so heißt, wie Gott gesagt hätte. Mit anderen Worten, stellt euch vor, die beiden hätten sich entschieden, naja, die Verwandtschaft hat eigentlich recht, Sarah ist auch ein schöner Name, wir wollen keinen Streit, wir wollen ja, dass sie dann öfter mal auch das Kind besuchen und ihm Geld schenken. Nennen wir es Sarah, um des Liebensfriedens willen. Vielleicht wäre er sein Leben lang stumm geblieben.
[30:23] Was also deutlich macht, Gott tut den wesentlichen Teil an der Erfüllung, er tut all das, was wir nicht tun können, aber da gibt es etwas in Bezug auf die Erfüllung der Prophetie, was wir tun können. Und das, was wir tun können, tut nicht Gott. Gott hat nicht einen Engel vom Himmel geschickt, der mit lauter Stimme verkündet hat, ihr lieben Verwandten und Freunde, hört dieses Wort, er soll Johannes heißen, sondern das, was der Zacharias selbst tun konnte, das musste er selbst tun. Gott hat die Schwangerschaft in die Wege geleitet, Gott hat dafür gesorgt, dass das Kind geboren wird, Gott hat seine Stimme gelöst, aber er musste zur Wahrheit stehen, damit die Prophezeiung sich entsprechend erfüllt. Und das ist eine sehr wichtige Lektion für uns, dass wir wissen, Gottes Prophezeiungen sind immer so, dass er das Wesentliche tut, das Entscheidende, aber wir müssen immer auch unseren Teil dazu beitragen. Da gibt es zum Beispiel die Prophezeiung, dass die ganze Welt erleuchtet wird mit der Herrlichkeit Gottes. Das ist offensichtlich, muss das Gottes Werk sein, oder? Niemand anders als Gott kann das bewirken. Und trotzdem haben wir unseren Teil daran zu tun. Wenn wir nicht unseren Teil tun, wird Gott nicht das tun, was wir tun können.
[31:31] Warum war das Gott so wichtig, dass der Name so ist, wie er ihn gegeben hat? Ist Gott einfach pedantisch, dass er immer genau will, dass jeder Haken und jede Höse im Heiligtum genau so ist, wie er will? Warum sagt Gott genau dieser Name und kein anderer? Und erst, wenn auch der Name stimmt, dann kannst du wieder reden. Es geht um Gehorsam, grundsätzliche Frage vom Gehorsam, aber Gott gibt ja nicht irgendwelche Gehorsamstests einfach nur ohne tiefen Hintergedanken. Ihr seht ja in der Bibel, immer wenn Gott unseren Gehorsam testet, dann hat das einen Grund, dann ist ja damit eine Lektion verbunden. Zum Beispiel, als er den Abraham bittet, seinen Sohn zu opfern, da hat es ja eine tiefe Lektion gehabt. Gott hat keine Freude, einfach nur Hürden aufzustellen, ohne dass wir dabei etwas lernen können. Warum war ihm das so wichtig, dass das Kind ausgerechnet Johannes heißt? Könnt ihr euch das vorstellen, was daran so wichtig sein könnte, dass das Kind ausgerechnet Johannes heißt? Warum ihm das so wichtig war?
[32:52] Ja, ganz genau. Denn die Hauptbotschaft dieser ganzen Geschichte ist ja, auf den Messias hinzuweisen oder? Und Gott wollte einen Gedanken den Menschen deutlich machen. Gott ist gnädig. Das Kommen des Messias sollte die Gnade Gottes in den Mittelpunkt stellen. Und natürlich hat Gott viele andere Eigenschaften. Er denkt an uns, er erbarmt sich und erinnert sich an uns und all die anderen Dinge, die auch die anderen Namen bedeuten. Aber dass Gott an uns denkt und dass wir gnädig sind, sind zwei verschiedene Dinge, oder? Oder an der Stelle war es Gott wichtig und wirklich so wichtig, dass er das mit dem Namen unterstreichen wollte. Ich bin gnädig. Weil das war das, was die Juden eigentlich so ein bisschen aus den Augen verloren hatten, oder? Sie kannten zwar noch die Gesetze, aber die Gnade Gottes, die war ihnen völlig unklar. Und deswegen kommt es Gott manchmal sehr auf die Details an. Und wir denken vielleicht, warum ist er so pedantisch? Ist er gar nicht. Weil nur durch die Details sein Charakter wirklich deutlich wird.
[33:50] Übrigens, kennt ihr einen Psalm, in dem es heißt, löse mir die Zunge, öffne mir den Mund, damit ich dich lobe? So ähnlich wie es hier passiert ist. Diese Idee, dass jemand sagt, ich konnte bisher nicht reden, aber wenn du mir die Zunge öffnest, wenn du mir den Mund öffnest, dann will ich dich loben und preisen und anderen von dir erzählen. Es gibt einen ganz bekannten Psalm, wo diese Idee drin vorkommt. Ich helfe euch Psalm 51. Schaut mal Psalm 51. Den Psalm kennt ihr, oder? Der berühmte Bußpsalm von David. Schaut mal, Psalm 51 und dort Vers 17. Psalm 51 und dort Vers 17. Dort singt der David, Herr, tue meine was? Meine Lippen auf, wozu damit? Mein Mund, dein Lob verkündige. Jetzt, warum sagt er das? Hat er nicht die ganzen Tage und Wochen vorher auch Gottes Lob frei und ohne Probleme verkündet? Was meint ihr? Hat er in den Wochen, bevor er den Psalm geschrieben hat, Gott freimütig gelobt und die Gnade Gottes verkündet? Genau, das hat er nicht getan und zwar aus dem einfachen Grund, weil er in Sünde gefallen war und die Sünde Gott nicht bekannte. Wisst ihr, wie David das beschreibt, die Situation, als er in der Sünde lebt und er weiß, es ist Sünde, aber er geht nicht zu Gott? Lasst mal ein Finger hier drin und geht mal mit mir zu Psalm 32, der eigentlich so ein bisschen das Gegenstück ist. Psalm 32, Abfass 1, Psalm 32, Abfass 1 und heißt es, wohl dem, dessen Übertretung vergeben, dessen Sünde zugedeckt ist. Wohl dem Menschen, dem der Herr keine Schuld anrechnet und dessen Geist keine Falschheit ist. Als ich es verschwieg, was hat er verschwiegen? Seine Sünde, da verfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag, denn deine Hand lag schwer auf mir, Tag und Nacht, sodass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürr wird. Das mal erlebt, ihr seid in einer Sache gefangen und ihr wisst, es ist falsch, aber aus irgendeinem Grund wollte sie gerade nicht aufgeben. Man kann nicht mehr mit freiemut Gott bekennen, oder? Man kann nicht mehr über Gott, Gott singen und loben und ihm danken. Irgendwie geht das nicht mehr und der David wusste das und er schreibt es im Nachhinein, sagt er, wenn ich zurückschaue, als ich daran festgehalten habe, da war das, als ob ich verdorrt bin. Und dann sagt er in Vers 5 so schön, da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg meine Schuld nicht. Und dann heißt es, ich sprach, ich will dem Herrn meine Übertretung bekennen, da vergabst du mir meine Sündenschuld. Und dann geht das weiter. Also David hatte diese Erfahrung gemacht und dann schreibt er im Psalm 51, öffne mir die Lippen, damit ich dein Heil verkündige.
[37:10] Hatte denn Zacharias auch gesündigt? Ich meine, natürlich war die Sünde von David und Bathseba vielleicht schwerwiegender, aber dass der Priester Israels Gottes Wort wider besseren Wissens nicht glaubt, ist bei Gott keine Kleinigkeit. Unglaube ist vielleicht nicht so dramatisch wie andere Sünden, wie Mord und Ehebruch vielleicht, aber in Gottes Augen ist Unglaube etwas schwerwiegendes. Denn Zweifel und Unglaube ist ja letztendlich die Wurzel von aller anderen Sünde. Denn alle Sünde gingen los mit, sollte Gott gesagt haben. Das ist die Wurzel. Die Wurzel der Rebellion begann mit diesem Zweifel, mit dem Unglauben. Deswegen sagt die Bibel, dass alles, was wir tun müssen, ist glauben. Wacher Glaube führt immer zur Gerechtigkeit, wacher Glaube führt immer zu Christus. Aber Unglaube ist die eine Sache, die da nie hinführen kann. Und als der Zacharias diese Sache überwindet und seine Lektionen gelehrt hat, da öffnet Gott ihm den Mund und er lobt Gott. Ganz interessante Geschichte.
[38:34] Gehen wir zurück zu Lukas 1. Lukas 1 und dort ist noch interessant, was hier steht in Vers 64 und 65. Also wie wir gelesen haben, sofort wurde sein Mund geöffnet, seine Zunge wurde gelöst und er redete und lobte Gott, so wie bei David. Und dann heißt es Vers 65 und es kam Furcht über alle, ihre Nachbarn und dem ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen. Jetzt diese Formulierung, es kam Furcht über sie alle, das ist so eine typische Lukas Formulierung. Die kommt öfter noch mal vor. Kennt ihr noch so Stellen, wo es heißt, so aus dem Gedächtnis, es kam Furcht über alle? Im Neuen Testament. Im Alten Testament haben wir das so oft, dass die Leute sich Angst bekommen haben. Aber im Neuen Testament, wo es heißt, es kam Furcht über alle. Über die beiden. Okay, ja. Bei der Ausgießung des Heiligen Geistes, hier geht man mit mir zur Apostelgeschichte 2. Ich gebe nur ein paar Beispiele. Apostelgeschichte 2, Vers 43. Dort heißt es, es kam aber Furcht über alle Seelen und viele Wunder und Zeichen geschahen durch die Apostel. Warum haben die sich gefürchtet? Weil Gott so große Dinge getan hat. Oder Apostelgeschichte 5, Vers 11. Und es kam große Furcht über die ganze Gemeinde und über alle, die das hörten. Warum? Was ist die Geschichte in Apostelgeschichte 5? Außergewöhnliche Sache. Gott wirkt auf eine außergewöhnliche Art und Weise. Schauen wir mal in Apostelgeschichte 19. Vers 17. Das aber wurde allen bekannt, die in Ephesus wohnten, sowohl Juden als auch Griechen. Und Furcht fiel auf sie alle und der Name des Herrn wurde hoch gepriesen. Was ist da passiert? Eine interessante Stelle. Dass sowohl Furcht auf die Juden als auch die Griechen gefallen ist. Wisst ihr, was da vorher passiert ist? Ja, so ähnlich. Da kamen die sieben Söhne des Hohenpriesters Skevas und dachten, was die Apostel können hier von wegen Dämonen austreiben, das können wir schon lange. Und haben versucht, so mit ihren eigenen Methoden den Dämonen auszutreiben. Und da wisst ihr, was der sagt. Also Jesus Christus kenne ich, Paulus ist mir bekannt, wer seid ihr? Und dann ging es ihnen übel. Und dann heißt es, im Anschluss daran, Furcht überfiel alle, die Griechen und die Juden und der Name des Herrn wurde gepriesen. Das ist interessant. Also diese Formulierung, Furcht überfiel alle, das wird immer gebraucht, wenn so außergewöhnliche Dinge passieren, die nicht alltäglich sind, wo man merkt, also da kann man diesen außergewöhnlichen, man kann eine sehr deutliche geistliche Lektion davon ableiten.
[41:54] Ein Beispiel noch aus dem Leben von Jesus im Lukas Evangelium. Lukas, wie gesagt, das ist so eine typische Lukas Formulierung. Lukas 7 und dort Vers 16, Lukas 7, Vers 16. Lukas 7, Vers 16, dort heißt es, da wurden sie alle von Furcht ergriffen und priesen Gott und sprachen. Ein großer Prophet ist unter uns aufgestanden und Gott hat sein Volk heimgesucht. Jetzt, warum waren die hier von Furcht ergriffen? Totenauferstehung. Ja, seht ihr das? Das ist immer so ein Muster. Immer wenn so außergewöhnliche Dinge geschehen, die man mit natürlichen Dingen, mit natürlichen Methoden nicht erklären kann, dann heißt es bei Lukas, Furcht überfühlt die ganze Menge. Das heißt, die Furcht, die angesprochen ist, ist jetzt keine Angst so sehr. Es ist nicht so, dass sie gezittert haben. Sie waren ja mit Gott gelobt. Aber es war so, wow, wenn man so ganz plötzlich, ganz nah, ganz offensichtlich die Macht Gottes spürt, dann gibt es so eine Art heilige Scheu. Was auch die Propheten gehabt haben, als sie Gott gesehen haben oder Jesus gesehen haben, so eine heilige Scheu. Keine Angst, die jetzt zittert und sagt, ich fürchte mich in dem Sinne, sondern erst so etwas, wer bin ich, dass ich sowas erleben darf. Und so war das auch, als Johannes geboren wurde. Die Bibel sagt, dass Furcht die Menschen überfiel, wegen dieser ganzen Ereignisse. Man könnte Ehrfurcht, ja, vielleicht noch ein bisschen tiefer als das, was wir als Ehrfurcht, also unsere Ehrfurcht ist ja manchmal nur, dass ich sage, ich gehe in die Kirche und bin leise. Aber ich weiß schon, was du meinst. So eine richtig tiefe, genau, so richtig tiefe, so was man früher unter Ehrfurcht verstanden hat. Im Englischen gibt es dieses Wort, holy, oh, was ist das, so ein bisschen fast sprachlos. Das ist diese Furcht. Ja, ganz genau, das ist die richtige Beobachtung. Wenn Jesus wiederkommt, dann wird uns auch alle Furcht überfallen. Und zwar die eine, eine echte Furcht um ihr Leben und uns auch so eine, Wahnsinn. Dafür war, das wird etwas sein, das wir nicht kennen. Jedenfalls nicht aus der Erfahrung.
[44:34] Gehen wir zurück zu Lukas 1, zum Abschluss Lukas 1 und dort Vers 65. Und das heißt hier, es kam Furcht über alle ihre Nachbarn und im ganzen Bergland von Judäa wurden alle diese Dinge besprochen. Das heißt, wiederum haben wir eine Geschichte, wie schon bei Zacharias im Tempel, die so außergewöhnlich ist, dass das nicht nur zum Stadtgespräch wird, sondern zum Nationengespräch sozusagen. Ja, landesweit wird darüber debattiert. Ihr habt also jetzt im Laufe dieses Lukas-Evangeliums immer wieder Geschichten, die so außergewöhnlich sind, dass die Menschen anfangen, was soll das zu sagen, was soll das bedeuten, wo wir das hinführen. Ja, die wissen ja, wir sind langsam in der Zeit, wo der Messias kommen müsste. Ja, das haben wir gesehen. Selbst die Pharisäer haben das geglaubt. Und das Bergland von Judäa, das haben wir letztes Mal damals gesehen, das ist so dieses Kernland, das Hebron, das Jerusalem, das sind all die wichtigen Städte Judas gewesen. Eigentlich so das Hauptland der Juden. Alle diese Dinge wurden besprochen. Wann hat Gott also das all so geführt? Er wollte die Aufmerksamkeit lenken auf den Ersehnten. Und als später Jesus gekommen war, dann war es nicht so, dass er plötzlich aufgetaucht ist. Es gab eine ganze Reihe von Zeichen der Zeit. Und wenn wir diese Anfangsgeschichten schauen, dann sollten wir das durchaus im Hinterkopf behalten, dass Gott hier ein Zeichen nach dem anderen gibt. Wenn jemand wirklich aufmerksam gewesen ist und nicht darüber geredet hat, sondern das richtig eingeordnet hat, hätte er sehen können, wohin das führt. Aber offensichtlich haben viele Menschen mit diesen Dingen gesprochen und dann wieder vergessen. Ja, es war neuste Unterhaltung, neuste Informationen. Stell dir vor, da drei Dörfer weiter ist so ein Kind geboren. Und drei Jahre später wieder vergessen. Und als Jesus dann kam mit seinem Erlösungswerk, waren die meisten unvorbereitet. Könnte es sein, dass wir so einen ähnlichen Fehler machen, dass wir so die Zeichen der Zeit sehen und sagen, oh, der Papst geht nach Amerika oder das oder jenes. Und dann ist es wieder, weil was anderes wieder wichtig ist. Wir sehen die Dinge, wir reden kurz drüber und dann verpulvert das wieder so. Statt dass wir die Dinge genau durchdenken, nicht nur wahrnehmen, sondern durchdenken und diese Linie, diese Kette an Ereignissen sehen und sagen, okay, hier passiert wirklich was, dass wir uns vorbereiten. Die Menschen haben die Zeichen wahrgenommen, aber sich nicht vorbereitet. Und das könnte auch uns passieren, dass wir genau zuordnen können, oh, das sind Zeichen der Zeit, aber trotzdem unvorbereitet sind, wenn Jesus kommt. Es reicht nicht aus, nur zu wissen, wo die Zeichen sind. Man muss sich diese Zeichen nutzen zur Vorbereitung.
[47:11] Es ist interessant sogar, dass es hier heißt in Vers 66. Und alle, die es hörten, nahmen es sich zu Herzen und sprachen, was wird wohl aus diesem Kind werden? Ich kann mir vorstellen, dass viele damals sogar geglaubt haben, dass das der Messias ist, oder? Könnt ihr euch nicht auch denken, dass viele zunächst mal davon ausgegangen sind? Die Hand des Herrn war mit ihm. Nächste Woche schauen wir uns dann das Loblied von Zacharias an. Das ist außergewöhnlich. Hausaufgabe ist es für euch, wie schon bei der Maria, mal die Verse zu lesen und mal zu schauen, in welchem Vers der Zacharias wieder so auf alttestamentliche Stellen zurückgreift, damit wir das besser verstehen können. Ihr werdet sehen, ähnlich wie das Lied von der Maria ist das so ein Lied voller wichtiger theologischer Aussagen, die für uns heute noch von großer Wichtigkeit sind. Werden wir dann das nächste Mal sehen. Ich habe bis Dienstag Zeit. Ich muss ja auch das vorbereiten bis Dienstag. Von daher, wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch, bin ich mir ganz sicher. Ihr könnt es wenigstens mal lesen bis Dienstag, dass ihr es schon mal gelesen habt, schon mal wisst, was drinsteht, dass wir dann nicht alles von vorne anfangen müssen. Ist das ein Angebot? Wunderbar. Ihr werdet sehen, es geht mir oft so nach bei solchen Kongressen, je mehr man Bibel studiert, desto mehr möchte man zu Hause immer noch weiter studieren. Ihr werdet sehen, ihr werdet aus dem Studieren gar nicht mehr rauskommen.
[48:33] Jetzt haben wir eine kurze Pause von wenigen Minuten und dann sehen wir uns gleich zum Offenbarungsseminar, aber vorher beten wir noch gemeinsam und dazu lade ich euch ein. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du bei uns gewesen bist und uns Lektionen aus deinem Wort vermittelt hast, aus Geschichten, die wir eigentlich vermeintlich gut kennen, aber die doch immer wieder neue Aspekte beinhalten, die auch für unsere Zeit so wichtig sind. Wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, diese Standhaftigkeit und Treue zu haben, die Elisabeth gehabt hat, die zu dem geschriebenen Wort Gottes stand, ganz egal, was die Familie, die Freunde und auch die Traditionen gesagt haben, wenn sie damit fast ganz alleine stand. Wir möchten dich bitten, dass du uns auch solchen Glauben, solchen Mut schenkst. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[49:27] Also, drei Minuten Pause, vier Minuten Pause und dann geht es mit dem Offenbarungsseminar weiter.
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