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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 4th (Special) Nr 1

In dieser ersten Folge der Serie „Esra & Nehemia“ wird die historische und prophetische Bedeutung der Bücher Esra und Nehemia beleuchtet. Christopher Kramp beginnt mit einer detaillierten Analyse von Esra 1, die sich auf den Erlass des Königs Kyros konzentriert. Er erklärt die komplexen historischen Hintergründe, die Datierung des ersten Regierungsjahres von Kyros und die Erfüllung biblischer Prophezeiungen durch seine Handlungen. Die Sendung zeigt auf, wie Gott auch ungläubige Herrscher als Werkzeuge für seinen Plan einsetzt und wie wichtig das Studium der Prophetie für das Verständnis der gegenwärtigen Zeit ist.

Die Beschreibung der Rückkehrer aus dem babylonischen Exil und der wiederhergestellten Tempelgeräte in Esra 2 wird ebenfalls thematisiert. Dabei wird die Parallele zwischen den materiellen Gefäßen und den Gläubigen gezogen, die Gott für seinen Dienst gebraucht. Die Sendung schließt mit einer Ermutigung, die prophetische Zeit zu erkennen, sich vom Geist Gottes leiten zu lassen und aktiv an Gottes Werk mitzuwirken.


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Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer neuen Serie der Cannstatt Study Hour.

[0:34] In den nächsten drei Monaten wollen wir uns mit zwei Büchern beschäftigen, die nicht so oft gründlich studiert werden, obwohl sie sehr interessant sind, insbesondere auch für die Auslegung prophetischer Bücher, vor allem des Buches Daniel, von großer Wichtigkeit sind und deswegen eigentlich auch im besonderen Fokus des Volkes Gottes stehen sollten.

[0:57] Die Rede ist von den beiden Büchern Esra und Nehemia, die ganz eng zusammengehören. Diese Cannstatt Study Hour Serie wird eine besondere sein. Wir werden uns, wie wir das schon manchmal gemacht haben, ganz intensiv Vers für Vers durch diese beiden Bücher hindurcharbeiten. Und das hat, und das ist vielleicht auch das Besondere in den nächsten drei Monaten zur Folge, dass wir uns ausnahmsweise nicht nach dem Studienheft, dem weltweiten Studienheft, richten werden, was die Themenauswahl betrifft. Dort wird das Thema dieser beiden Bücher thematisch aufbereitet, das heißt, man springt dort immer hin und her zwischen den beiden Büchern und schaut nach bestimmten Aspekten.

[1:39] Wir haben uns entschieden, als Ergänzung, nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu diesem Ansatz, ein chronologisches Studium beider Bücher nacheinander anzubieten, Vers für Vers, weil wir den Eindruck haben, dass es oft gar nicht so bekannt ist, wie diese Bücher eigentlich aufgebaut sind und wie die einzelnen Geschichten auch zeitlich zueinander gehören. Manche Dinge kann man erst erkennen, wenn man den Fluss dieser beiden Bücher richtig systematisch studiert hat.

[2:06] Wir wollen dazu auch alle relevanten historischen Daten und Fakten geben, sodass man diese beiden Bücher umso besser verstehen kann. Und wir ermuntern natürlich jeden, auch gleichzeitig das Studienheft mit seinen einzelnen Themen zu studieren, aber hier als Ergänzung und als Hintergrund, auch dann als eigene Studienserie, ein chronologisches Vers-für-Vers-Studium der beiden Bücher Esra und Nehemia.

[2:31] Wir wollen heute beginnen mit dem ersten Kapitel und einigen Versen aus dem zweiten des Buches Esra. Und bevor wir damit richtig einsteigen, möchten wir natürlich Gott bitten, dass er unseren Geist lenkt und unser Verständnis erleuchtet durch den Heiligen Geist, dass wir diese Bücher verstehen. Denn sie sind für unsere Zeit mindestens genauso wichtig wie damals in der Zeit von Esra und Nehemia nach dem babylonischen Exil. Auch wir stehen vor der Herausforderung, ein Werk, das zum Teil immer noch in Trümmern liegt, aufzunehmen und dann auch zu vollenden. Und wir werden sehr, sehr viele Parallelen in unsere Zeit sehen und für unseren persönlichen Glauben und für die Gemeinde sehr viel lernen können. Und so wollen wir Gott bitten, dass er unser Lehrer ist und dass wir sein Wort richtig verstehen können.

[3:22] Wir wollen gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir uns in den nächsten Wochen intensiv beschäftigen dürfen mit den Büchern Esra und Nehemia. Selten werden sie wirklich konsequent und konzentriert studiert. Und wir möchten diese Gelegenheit nutzen, uns wirklich hinein zu vertiefen in die Geschichte des Wiederaufbaus des Tempels und des Wiederaufbaus Jerusalems als eine Illustration, wie dein Werk wieder gebaut werden kann und wie deine Botschaft in die ganze Welt gehen kann, das Werk abgeschlossen werden kann. Lass uns lernen von Männern wie Serubbabel und Joschua und Esra und Nehemia. Lass uns lernen, wie dein Werk voranschreitet und lass uns aus der Geschichte lernen, damit wir für die Zukunft nichts zu befürchten haben. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist uns anrührst, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast. Und wir danken dir, dass du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[4:27] Wir wollen vorne beginnen in Esra 1 und dort Vers 1. Und im ersten Jahr des Kyros, des Königs von Persien, damit das Wort des Herrn erfüllt würde, das durch den Mund Jeremias ergangen war, da erweckte der Herr den Geist des Kyros, des Königs von Persien, sodass er durch sein ganzes Königreich auch schriftlich bekannt machen und sagen ließ.

[4:54] Zunächst einmal fällt auf, dass der Beginn des Buches Esra faktisch identisch ist mit dem Schluss des Buches, das wir in den meisten Bibeln, oder in den deutschen Bibeln auf jeden Fall, direkt davor gehabt haben, nämlich dem Buch 2. Chronik. Dort enden nämlich die letzten beiden Verse genauso wie die ersten beiden Verse von Esra Kapitel 1. Das ist kein Zufall und auch kein Versehen. Esra, der das Buch Esra geschrieben hat, war ein Gelehrter, wie wir noch lernen werden, und er kannte sich sehr gut aus in der altorientalischen Literatur. Und dort, in dieser altorientalischen Literatur, finden wir ganz oft diese Methode, dass Kallschrifttafeln, die zusammengehören, dadurch gekennzeichnet werden, dass die letzten Sätze oder der letzte Satz noch einmal auf der neuen Kallschrifttafel aufgenommen wird, wiederholt wird, sodass man dann, wenn man die verschiedenen Kallschrifttafeln findet oder sie dann in eine Reihenfolge zu bringen sucht, dass man sie richtig nebeneinander postiert, dass man weiß, welche Tafel auf welche gehört. Diese Methode, das Ende einer Seite sozusagen, einer Tafel, nochmal am Anfang der nächsten zu wiederholen, ist sehr gut belegt und war für die Bibliothek in der damaligen Zeit sehr wichtig. Und hier haben wir so einen Hinweis darauf, dass auch Esra mit dieser Methode bekannt war.

[6:23] Und wir wollen jetzt auf jeden Fall sicherstellen, dass jedermann versteht, dass Esra eigentlich die Fortführung von den Büchern Chronik ist, also 1. und 2. Chronik, wo die Geschichte Israels seit den Tagen Davids, insbesondere des Südreiches, dargestellt ist. Und wir werden da immer wieder auch noch drauf zu sprechen kommen.

[6:44] Es geht hier um Kyros. Der zweite Altpersisch eigentlich Kurusch, wovon sich Hebräisch Koresch ableitet und Griechisch Kyros und das Latein Kyrus, wie wir ihn auch nennen. Kyros der Große war der Eroberer. Er war ein Perser, der Oberer von Lydien und natürlich der Oberer des Neu-Babylonischen Weltreiches, einer der bedeutendsten Herrscher des Medo-Persischen Weltreiches. Und dieser Vers hier sagt, dass, was hier auch immer gleich gesagt wird, im ersten Jahr des Kyros vonstatten ging.

[7:15] Dieses erste Jahr ist schon ein Grund, genauer hinzuschauen. Denn wenn man die moderne Geschichte von Kyros anschaut, dann wird gesagt, Kyros war der persische König, der Babylon erobert hat. Und demzufolge ist dann sein erstes volles Jahr wohl in das Jahr 538 zu datieren, weil Babylon 539 fiel im Oktober und dann sind die ersten Monate noch das sogenannte Akzessionsjahr und dann im Frühjahr beginnt das erste Jahr von Kyros. Das scheint ganz einfach zu sein und wird oft sogar einfach bedenkenlos wiederholt.

[7:47] Es widerspricht aber einer Aussage von Ellen White in "Patriarchen und Propheten" und "Könige". Dort heißt es: "So hatte Daniel im ersten Jahr des Kyros gebetet, des medischen Monarchen, dessen General Kyros Babylon das Zepter der Weltherrschaft entrissen hatte. Die Regierung des Darius, also Darius der Meder, der in Daniel 6 erwähnt wird, wurde von Gott gesegnet. Er sandte den Engel Gabriel zu ihm, um ihm zu helfen und ihn zu stärken. Jetzt kommt es: Nach des Darius' Tode, kaum zwei Jahre nach dem Fall Babylons, folgte Kyros auf dem Thron, und der Anfang seiner Regierung bedeutete das Ende der 70 Jahre, seitdem die ersten Hebräer von Nebukadnezar aus ihrer jüdischen Heimat nach Babylon geführt worden waren."

[8:25] Ellen White sagt, dass Darius der Meder-König war, als Babylon fiel und Kyros Erstkönig wurde, nachdem Darius gestorben war, kaum zwei Jahre nach dem Fall Babylons. Und das bedeutet, wir sollten, wenn wir Ellen Whites Aussage als korrekt ansehen und auch ernst nehmen wollen, rekonstruieren, wann dieses erste Jahr dann wirklich von Kyros gewesen ist. Und das gibt uns die Gelegenheit, gleich auch die 70 Jahre, um die es geht, in Babylon genauer festzumachen.

[8:56] Diese 70 Jahre beginnen im Jahre 605 vor Christus. Das war, als Nebukadnezar nach der Schlacht bei Karkemisch, als er die Reste der Assyrer vernichtete und auch die Ägypter vernichtend schlug, dann in das Gebiet des heutigen Israels und des damaligen Israels gekommen war und nach Daniel 1, Vers 1 einige Gefangene mitnahm. Das muss zwischen Anfang April und Anfang Oktober 605 gewesen sein. Also wir können mal einfach den Sommer 605 annehmen. Ein früheres Datum für den Beginn der 70 Jahre ist ausgeschlossen durch Ellen White und auch durch die keilschriftlichen babylonischen Chroniken, in dem Fall die babylonische Chronik Nummer 5.

[9:40] Babylon hat dann noch zweimal Jerusalem belagert durch Nebukadnezar, 597 und 586 vor Christus. Wir haben alle Daten hier auch im Sendemanuskript, das wir euch dann zum Studium und Nacharbeiten auch empfehlen, mit den Bibeltexten, die das auch beschreiben. Wenn also 605 die 70 Jahre begannen, dann war im Sommer 539 das 66. Jahr abgelaufen. Im selben Jahr, im Oktober, fiel Babylon durch den General, das ist jetzt sehr wichtig, durch den General Kyros, und der damals noch nicht König war, sondern es gab einen König Darius, der Meder.

[10:18] Möglicherweise verbirgt sich hinter dem Kyaxares II., dessen Existenz ist allerdings umstritten. Es fehlen Originaldokumente. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, denn das Medische ist im Wesentlichen gar nicht erforscht, weil es gar keine medischen Originaldokumente richtig gibt. Die moderne Geschichtsschreibung, die man heute googeln kann und auf Wikipedia findet, die folgt Herodot, dem griechischen Geschichtsschreiber, der an vielen Stellen aber auch durchaus unzuverlässig ist. Xenophon, ein anderer, etwas später Geschichtsschreiber der Griechen, bietet eine andere Geschichte, die mit der Bibel und Ellen White kompatibel ist. Und auch Aischylos weiß von einem medischen König, der vor Kyros regierte und bestätigt damit Xenophon noch, bevor er überhaupt davon geschrieben hat.

[11:02] Das heißt also, wir gehen davon aus, dass es erst einen medischen König gab, Darius den Meder, und der erst dann knapp zwei Jahre, also fast zwei Jahre lang nach dem Fall von Babylon noch regierte, nach Aussage von Ellen White. Damit ist im Sommer 538 das 67. und im Sommer 537 das 68. Jahr abgelaufen. Dann muss irgendwann vor Oktober 537 vor Christus, wir gehen ja rückwärts in den Zahlen, weil wir uns auf Christus Leben zubewegen, Darius gestorben sein. Wann genau, wissen wir nun wirklich nicht. Aber es muss vor Oktober gewesen sein, weil im Oktober 537 wären genau zwei Jahre vorbei gewesen. Und dann wäre also Kyros, der bis dahin eigentlich General gewesen ist, der vereinten Armeen, tatsächlich König geworden.

[11:48] Und das hätte bedeutet, dass er jetzt erstmal ein Akzessionsjahr gehabt hat, denn zur damaligen Zeit wurden in Babylon und auch in Persien die Königsjahre immer nach dem vollen Jahr gerechnet, das immer erst im Frühjahr begann. Interessant ist, wenn wir ein Regierungsdatum, den Start der Regierung von Kyros mit 537 angeben, dann passt das sehr gut zu einer Aussage von Xenophon, der sagt, dass Kyros sieben Jahre lang regiert hat und er starb bekannterweise im Jahre 530.

[12:20] Im Frühjahr 536 ist dann das erste Jahr von Kyros begonnen. Dann ist der babylonische Neujahrsbeginn, so um den April herum. Zu der gleichen Zeit war in Israel der Neujahrsbeginn immer im Herbst, aber in Babylon im Frühjahr. Da werden wir später auch noch in Bezug auf Nehemia drauf kommen. Das bedeutet, dass im Sommer 536 dann das 69. Jahr abgelaufen war und dann der Großteil des ersten vollen Jahres von Kyros II. im 70. Jahr der Gefangenschaft gewesen ist. Dieses 70. Jahr endet dann im Sommer 535. Ebenfalls im Jahre 535 endet dann im Frühjahr das erste Regierungsjahr und innerhalb dieses ersten Regierungsjahres muss er diesen Befehl gegeben haben, also entweder im Jahre 536 oder Anfang 535. Wenn er das also gegen Ende seines ersten Jahres gegeben hat, Anfang 535, dann könnten tatsächlich, wenn man eine mehrmonatige Rückreise einberechnet, die ersten israelitischen Rückkehrer tatsächlich exakt 70 Jahre nach der ersten Wegführung von Daniel und seinen Freunden und einigen anderen, 70 Jahre später in Israel wieder eingetroffen sein im Jahre 535 im Sommer.

[13:39] Das also ein bisschen zum geschichtlichen Ablauf. Wir wissen, dass im ersten Jahr des Kyros Daniel noch in Babylon am Hof des Kyros gewesen ist. Wir wissen das aus Daniel 1 und dort Vers 21. Dort heißt es nämlich in Daniel 1 und dort Vers 21: "Und Daniel blieb bis zum ersten Jahr des Königs Kyros." Also hat Darius den Meder noch überlebt und ist bis zu diesem ersten vollen Jahr dann noch in Babylon gewesen.

[14:14] Hier wird davon gesprochen, dass dieser Befehl des Kyros ein Wort des Jeremia erfüllt, denn Jeremia hatte geweissagt, dass 70 Jahre lang das Volk in Babylon sein würde. Wir finden das zum Beispiel in Jeremia 29 und dort Vers 10. Wir haben mehr Referenzen hier im Sendemanuskript für alle, die das noch mehr interessiert. In Jeremia 29 Vers 10 dort steht: "Fürwahr, so spricht der Herr: Wenn die 70 Jahre für Babylon gänzlich erfüllt sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort euch an diesen Ort zurückbringen, an euch erfüllen."

[14:50] Deswegen ist es so wichtig, über das erste Jahr des Kyros genau Bescheid zu wissen, weil wenn wir der modernen Geschichtsschreibung folgen, die 538 annimmt, dann sind die 70 Jahre nie wirklich 70 Jahre gewesen, sondern vielleicht 67 oder 66 oder 68. Aber uns wird deutlich hier gesagt, dass dieses erste Jahr des Kyros mit seinem Befehl diese Prophezeiung von Jeremia zur Vollendung brachte.

[15:12] Jeremia hatte auch vorhergesagt, dass Jerusalem wiederhergestellt werden soll, wie am Anfang in Jeremia 33 und dort Vers 7 bis 12 finden wir diese Aussage. Jeremia 33 Vers 7 bis 12: "Und ich werde das Geschick Judas und das Geschick Israels wenden und sie wieder bauen, wie am Anfang. Und ich werde sie reinigen von aller ihrer Ungerechtigkeit, mit der sie gegen mich gesündigt haben. Und ich werde ihnen alle ihre Missetaten vergeben, mit denen sie gegen mich gesündigt und an mir gefrevelt haben. Und Jerusalem soll mir zum Freudennamen, zum Lob und zum Schmuck dienen, bei allen Völkern der Erde, die von all dem Guten hören werden, was ich ihnen tue, und sie werden erschrecken und erzittern über all das Gute, über all den Frieden, den ich ihr verschaffen will. So spricht der Herr. An diesem Ort, von dem ihr sagt, dass er verlassen sei von Menschen und Vieh, nämlich in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems, die verwüstet sind, ohne Menschen und ohne Vieh, da soll man wiederum Jubel und Freudengeschrei vernehmen, die Stimme des Bräutigams und die Stimme der Braut, die Stimme derer, die sagen: Dank dem Herrn der Herrscher, denn der Herr ist gütig und seine Gnade wird ewiglich. Und die Stimme derer, die Dankopfer bringen ins Haus des Herrn, denn ich will das Geschick des Landes wenden, dass es wieder sei wie am Anfang. So spricht der Herr der Herrscher. An diesem Ort, der von Menschen und Vieh verlassen ist, und in allen ihren Städten, wird wieder Niederlassung von Hirten geben, die ihre Schafe lagern werden."

[16:38] Jeremia hatte gesagt, es werde genau 70 Jahre sein in Babylon und er hatte dann auch gesagt, dass nach den 70 Jahren eine Wiederherstellung kommen würde. Und hier sagt uns Esra im ersten Jahr: "Damit das Wort des Herrn erfüllt würde, das durch den Mund Jeremias ergangen war." Diese Prophezeiung von Jeremia auf ein Ende der 70 Jahre und eine Wiederherstellung Israels und Jerusalems, das erfüllt sich jetzt durch hier in diesem ersten Jahr.

[17:03] Was uns hier gezeigt wird, ist, dass Gott ausdrücklich in der Weltgeschichte wirkt. Kyros wird vom Geist oder wird vom Herrn erweckt. Der Geist des Herrn, der Geist des Kyros wird von Gott erweckt. Gott arbeitet an einem ungläubigen Herrscher, damit Prophetie sich erfüllt.

[17:26] Es ist ein Befehl von Kyros hier, der durch das gesamte Reich der Meder und Perser ergeht. Zu dem damaligen Zeitpunkt war Ägypten noch nicht Teil dieses Reiches, aber das gesamte persische und medische Kernland, also der heutige Iran und weit nach Osten ausgreifend, sowie ganz Mesopotamien, also Syrien und der heutige Irak, die Levante, also der ganze Bereich an der Mittelmeerküste und auch Kleinasien, das ehemalige Lydien, alles erobert durch Kyros.

[17:56] Interessant ist, dass diese Botschaft nicht nur durch Boten durch das ganze Reich gebracht wurde, sondern auch schriftlich fixiert wurde. Manch einer hat darin einen biblischen Hinweis auf den sogenannten Kyroszylinder sehen wollen, aber der Kyroszylinder im Britischen Museum ist nicht identisch mit diesem Edikt, handelt eigentlich von anderen Dingen, ist vermutlich auch etwas später entstanden, gegen Ende der Regierung von Kyros. Obwohl in beiden, sowohl in diesem biblischen Edikt als auch im Kyroszylinder, die religiöse Toleranz des Kyros sehr deutlich wird, spricht der Kyroszylinder dann doch eigentlich von Handlungen, die Kyros in Mesopotamien vorgenommen hat und nicht hier bezüglich Israels.

[18:41] Interessant ist, wie Kyros von diesen Worten, die Jeremia erfahren hat. Ellen White sagt uns in "Propheten und Könige": "Daniels Errettung aus der Löwengrube hatte Gott dazu benutzt, Kyros, den Großen, günstig zu beeindrucken. Die hervorragenden Fähigkeiten des Gottessmannes als Staatsmann von Weitblick führten dazu, dass der persische Regent ihm Hochachtung zollte und sein Urteilsvermögen schätzte. Und nun, gerade zu der Zeit, in der Gott nach eigenen Worten seinen Tempel in Jerusalem wieder aufbauen lassen wollte, veranlasste er Kyros als sein Werkzeug die Weissagung, die sich auf ihn bezogen und mit denen Daniel bestens vertraut war, klar zu erfassen und dem jüdischen Volk die Freiheit zu schenken. Der König erfuhr die Worte, die über hundert Jahre vor seiner Geburt vorhergesagt hatten, wie Babylon eingenommen werden sollte. Er las die Botschaft, die der Herrscher des Weltalls an ihn richtete."

[19:28] Da wird jetzt Jesaja zitiert, was wir gleich noch lesen werden. "Und er entdeckte", so heißt es weiter, "er sah die Aussage des ewigen Gottes vor sich und er entdeckte das von Gott eingegebene Zeugnis. Da wurde sein Herz tief bewegt und er beschloss, seine göttlich verordnete Sendung zu erfüllen. Er war bereit, die jüdischen Gefangenen freizulassen und ihnen zu helfen, den Tempel des Herrn wieder aufzuzüchten."

[19:52] Kyros liest Jesaja. Und wir bekommen den Eindruck, dass Daniel selbst das Instrument gewesen ist, das dem Kyros diese Prophezeiung nahegelegt hat. Und er veranlasst den Kyros jetzt hier etwas zu tun.

[20:12] Interessant ist auch, dass der Geschichtsschreiber Josephus etwas ganz Ähnliches sagt in seinem Buch über die Altertümer der Juden. Wir haben das englische Zitat hier im Sendemanuskript, kann man selbst nachlesen, dass auch Josephus sagt, dass Kyros sich durch die Prophezeiung des Jesaja angesprochen, persönlich angesprochen gefühlt hat und deswegen diesen Erlass hier gegeben hat.

[20:35] Was uns also zeigt, was für eine Macht die Prophetie selbst auf das Denken eines großen Generals, eines Weltreichführers haben kann und weswegen wir uns der Prophetie unter keinen Umständen schämen sollten.

[20:47] Nun, welche Prophezeiung ist das eigentlich hier gewesen? Das werden wir uns gleich anschauen. Vielleicht noch so viel. In Vers 2 heißt es jetzt hier in dem Erlass: "So spricht Kyros, der König von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben und er selbst hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem, das in Juda ist."

[21:16] Diese Formulierung, "der Herr, der Gott des Himmels", ist eine Formulierung, die wir auch in Daniel finden, in Daniel 2 zum Beispiel und dort in Vers 28. Und das zeigt eigentlich auch sehr schön hier die Parallele dieser Bücher zueinander. Daniel 2 und dort Vers 28, wo Daniel dem König Nebukadnezar sagt: "Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse offenbart." Oder in Vers 37: "Du, oh König, bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat." Ohne Frage hat sich Kyros hier vermutlich auch von Daniel in dieser Formulierung leiten lassen.

[22:02] Wir finden in der Bibel natürlich noch andere Stellen, in denen deutlich wird, dass Gott sich selbst als der Gott des Himmels bezeichnet. Jesaja 66, Vers 1, wo er sagt, dass der Himmel sein Thron ist, oder auch die Aussage von Salomo, 1. Könige 8, dass alle Himmel und alle Himmel Himmel den Gott nicht fassen können. Der phönizische König Hiram, der hat im 2. Könige 2 ebenfalls Gott als den Schöpfer von Himmel und Erde bezeichnet.

[22:30] Und hier haben wir jetzt diesen Ausdruck von Kyros in Vers 2, dass Gott ihm etwas befohlen habe. Worauf genau bezieht er sich? Wir wissen von Josephus und natürlich von Ellen White unter Inspiration, dass er sich auf Jesaja bezog, auf Jesaja ab Kapitel 44 und 45. Das ist eine recht bekannte Prophezeiung, die immer wieder auch gerade im Zusammenhang mit Daniel 2 zitiert wird.

[22:54] Wir wollen hier ganz kurz das noch einmal uns vergegenwärtigen. Jesaja 44 und dort ab Vers 26: "Der aber das Wort seines Knechtes bestätigt und den Ratschluss ausführt, den seine Boten verkündeten, der zu Jerusalem spricht: Werde wieder gebaut, werde wieder bewohnt und zu den Städten Judas: Werde wieder gebaut und ihre Trümmer richte ich wieder auf. Und zur Meerestiefe spricht: Versiege und deine Ströme werde ich trockenlegen. Der von Kyros spricht: Er ist mein Hirte und er wird all meinen Willen ausführen. Und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut und zum Tempel: Werde gegründet."

[23:30] Kyros muss erstaunt gewesen sein, zu sehen, dass hier ein Prophet über 100 Jahre vor seiner Geburt seinen Namen kannte und sogar wusste, wie er Babylon erobern würde. Wir haben schon gelesen von dem Vertrocknen der Ströme und es ist bekannt aus der Geschichte, dass Babylon durch Kyros so erobert worden ist, dass der Euphrat trockengelegt worden ist, indem man einen Damm durchstochen hat und man dann durch das Flussbett in die Stadt hineindringen konnte, unter anderem deswegen, weil die Tore nicht verschlossen waren, was jetzt in den nächsten Versen hier beschrieben wird.

[24:03] "So spricht der Herr zu Kyros, seinem Gesalbten", auch ein sehr interessanter Begriff eigentlich, Messias, "dessen rechte Hand ich ergriffen habe, um Völker vor ihm niederzuwerfen und die Länder der Könige zu entgürten, um Türen vor ihm zu öffnen und Tore, damit sie nicht geschlossen bleiben. Ich selbst will vor dir herziehen und das Hügelige eben machen, ich will eherne Türen zerbrechen und eiserne Riegel zerschlagen."

[24:26] Also hier wird deutlich, dass er diese Stadt erobern würde und die Tore nicht geschlossen sein würden. Gott selbst war mit ihm gewesen bei der Eroberung Babylons, denn es ging dabei nicht nur um das Niederwerfen einer Stadt, sondern Gott hatte große Pläne, sein Heilsplan sollte weitergehen und Kyros spielte eine Rolle darin, obwohl Kyros selbst gar nicht an Gott glaubte eigentlich. Aber Gott hat ihn benutzt und hier durch die Prophezeiung und durch die Vermittlung Daniels, der ein Greis gewesen sein muss und der jetzt den Kyros auf diese alten Prophezeiungen hinweist, er hat zu Kyros gesprochen und ihn dazu bewegt, diesen Erlass zu geben.

[25:09] Interessant ist, es gibt noch mehr Verse hier in diesem Kapitel 45 von Jesaja. In Vers 12 und 13 heißt es: "Ich habe die Erde gemacht und den Menschen darauf erschaffen, ich habe mit meinen Händen die Himmel ausgespannt und gebiete all ihrem Heer. Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit und will alle seine Wege ebnen. Er wird meine Stadt bauen und meine Weggeführten loslassen und zwar weder um Geld noch um Gaben, spricht der Herr." Man muss also den Kyros nicht erst bezahlen, sondern er wird das freiwillig tun, er wird das kostenlos machen, er wird die Israeliten wieder befreien, ohne dass sie ihn dafür bezahlen müssen.

[25:46] Was für ein schönes Bild für die Erlösung. Kyros, der Gesalbte, wird hier zum Bild für Jesus, der die Gefangenen ohne Gegenleistung freilässt und sie aus der Gefangenschaft befreit.

[26:03] Es geht um den Bau des Tempels. "Ihm ein Haus zu bauen", so haben wir gelesen in dem Edikt des Kyros. Er sagt sehr deutlich, dass Gott ihm befohlen habe, ihm ein Haus zu bauen in Jerusalem. Darum geht es und das ist natürlich ein erster Schritt in der gesamten Wiederherstellung von Jerusalem, wie wir dann im Laufe dieses Buches und auch dann von Nehemia noch sehen werden. Aber halten wir fest, dieses Edikt, dieses Dekret von Kyros behandelt hier explizit zunächst einmal den Tempel.

[26:41] Vers 3: "Wer irgend unter euch zu seinem Volk gehört, mit dem sei sein Gott, und er ziehe hinauf nach Jerusalem, das in Juda ist, und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels. Er ist Gott in Jerusalem."

[26:56] Diese Formulierung, "mit dem sei sein Gott", soll Zuversicht und Mut erzeugen. Wir finden das auch in Josua 1, Vers 9 oder auch 1. Chronik 28, Vers 20, ein bisschen vergleichbar auch mit der Idee in Matthäus 28, wo Jesus sagt, dass er mit uns ist bis ans Ende der Weltzeit, um uns Mut zu machen und Zuversicht zu geben, dass wir diesen Auftrag, den er uns gegeben hat, auch erfüllen können. Also Kyros macht den Israeliten Mut, dass sie jetzt diesen Erlass nutzen, um wirklich das Werk Gottes zu tun.

[27:29] Die Elberfelder übersetzt etwas genauer: "und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels; er ist der Gott, der in Jerusalem ist."

[27:39] Vers 4: "Und jeder, der noch übrig geblieben ist, an irgendeinem Ort, wo er sich als Fremdling aufhält, dem sollen die Leute seines Ortes helfen, mit Silber und Gold, mit Gütern und Vieh, sowie freiwilligen Gaben für das Haus Gottes in Jerusalem."

[27:55] Wörtlich ist dieses "helfen" eigentlich ein Unterstützen, ein Zu-An-Singen-Bringen, eigentlich wörtlich ein Tragen. Die Israeliten sollten getragen werden von ihren Nachbarn. Und das erinnert uns mit diesen freiwilligen Gaben auch an den ersten Tempel. Auch der wurde durch freiwillige Gaben gebaut. David und auch das ganze Volk hatten damals freiwillige Gaben gegeben. Und schon bei der Stiftshütte in 2. Mose 25, Vers 2, finden wir diese Idee, das Heiligtum basierte immer auf der Freiwilligkeit der Gaben.

[28:31] Vers 2: "Sprich zu den Kindern Israels, dass sie mir freiwillige Gaben bringen, und von jedem, der sein Herz dazu treibt, sollt ihr die freiwillige Gabe für mich annehmen." So sollte jetzt der Tempel wieder gebaut werden. Was für die Stiftshütte galt und für den Salomonischen Tempel, sollte auch für den neu gebauten Tempel gelten.

[28:49] Interessant ist, dass Esra 1 nur einen Teil dieses Erlasses beschreibt, während wir in Esra 6 dann in einem anderen Zusammenhang, den wir später studieren werden, noch weitere Details finden, die Kyros mit auf den Weg gegeben hatte.

[29:05] Wir lesen hier in Esra 6, ab Vers 3: "Im ersten Jahr des Königs Kyros befahl der König Kyros betreffs des Hauses Gottes in Jerusalem: Das Haus soll wieder aufgebaut werden, als eine Stätte, wo man Opfer darbringt. Sein Grund und jetzt Achtung, soll tragfähig sein, seine Höhe 60 Ellen und seine Breite auch 60 Ellen, drei Lagen Quadersteine und eine Lage neuer Balken, und die Kosten sollen vom Haus des Königs bestritten werden. Dazu soll man die goldenen und silbernen Geräte des Hauses Gottes, die Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht hat, zurückgeben, damit sie wieder in den Tempel in Jerusalem an ihren Ort gebracht werden, und du sollst sie im Haus Gottes niederlegen."

[29:47] Jetzt muss man gut aufpassen. Hier werden, also neben der Tatsache, dass hier eine Erdbebensicherung noch angegeben wird und befohlen wird, und die Herausgabe der Gegenstände, die wir gleich noch besprechen werden, hier werden Maße genannt, und diese Maße haben es in sich. Bei so etwas sollte man nicht einfach drüber lesen. 60 Ellen sind ungefähr 30 Meter. 30 Meter breit und 30 Meter hoch.

[30:09] Dazu muss man wissen, dass der Salomonische Tempel, der ja immer als der Größere uns im Gedächtnis ist, im Vergleich zu dem nachbabylonischen Tempel, dass der Salomonische Tempel zwar auch 60 Ellen lang war, also 30 Meter, aber nur 20 Ellen breit und nur 30 Ellen hoch. Das heißt, der Salomonische Tempel war 30 Meter lang, 10 Meter breit und 15 Meter hoch. Schon das gilt für die damalige Zeit, für die frühe Eisenzeit, als außergewöhnlich groß. Es gibt aus der Zeit noch zwei andere Tempel, die ausgegraben worden sind von Archäologen und dort sind die Tempel allenfalls so 17 bis 18 Meter lang. Und deswegen sagen heute kritische Theologen und Archäologen, dass dieser Salomonische Tempel niemals so groß gewesen sein kann, weil wir zwei andere Beispiele haben, die kleiner sind. Aber man hat natürlich keinen einzigen Stein vom Salomonischen Tempel ausgegraben und kann ihn auch nicht ausgraben, weil die Al-Aqsa-Moschee da draufsteht. Und deswegen ist das pure Spekulation, wenn man sagt, dass er nicht so groß gewesen sein kann. Ich glaube, die Bibel ist sehr deutlich und man kann ihr voll vertrauen. Der Salomonische Tempel war 30 Meter lang und 10 Meter breit und 15 Meter hoch.

[31:32] Aber Kyros sagt jetzt, dieser Tempel, der damals diese Maße hatte, soll jetzt wieder aufgebaut werden und zwar mit folgenden Maßen: Die Breite soll 30 Meter betragen und die Höhe soll 30 Meter betragen. Wenn wir vermuten können, dass die Länge sowieso bei 30 Metern bleiben sollte, dann wäre der Tempel, den Kyros hier anzudeuten scheint, ein Kyros gewesen. Und das ist interessant, weil wir natürlich an die Offenbarung denken, an das neue Jerusalem, wo auch die Länge und die Breite und die Höhe gleich sind. Und wir natürlich an das Allerheiligste denken, wo auch Länge, Breite und Höhe gleich sind. Aber was auch bedeutet, dass in dem Fall das Gesamtvolumen des neuen Tempels sechsmal so groß gewesen wäre wie der Salomonische Tempel.

[32:18] Wir wissen alle, dass dieser, oder wir werden das auch noch studieren, dass der Tempel niemals so groß gebaut worden ist, sondern kleiner gebaut worden ist, als der Salomonische Tempel gewesen ist. Aber was vielleicht selten bisher beachtet worden ist, dass Kyros hier befiehlt, den Tempel wieder aufzubauen und zwar größer, als er jemals gewesen ist.

[32:38] Dieser heidnische König lässt sich nicht nur von Daniel inspirieren und von der Prophetie überzeugen, er gibt auch die Gelegenheit für ein Werk, das vom Volk Gottes in all den Jahrhunderten nie realisiert worden ist. Die Tür stand sperrangelweit offen für etwas ganz Gigantisches, für den größten Tempel, den es damals in der Form überhaupt gegeben hätte, in ganz Palästina und der Umgebung. Und es zeigt uns, wie sehr Gott bereit ist, Türen zu öffnen, wenn die prophetische Zeit reif dafür ist. Und wir sollten erwarten, dass wir auch in der Endzeit solche großen Türöffner noch begegnen, die Gewaltiges erlauben, wenn Menschen da sind, die die Zeichen der Zeit erkennen und vorwärts gehen.

[33:30] Nun, was war die Folge? Was war die Reaktion der Israeliten auf diesen Erlass? Vers 5: "Da machten sich die Familienoberhäupter von Juda und Benjamin auf und die Priester und Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte, um hinaufzuziehen und um das Haus des Herrn zu bauen, das in Jerusalem ist."

[33:51] Hier haben wir den ersten Zug von Israeliten, die nach Babylon gefangen genommen worden waren und ihren Nachkommen, zurück nach Jerusalem. Deutlich heißt es hier bei den Familienoberhäuptern, die Häupter der Väter. Und interessant ist die Formulierung, "dessen Geist Gott erweckte". Es ist dieselbe Formulierung, die wir in Vers 1 bei Kyros gesehen haben. Der Gott, der den Kyros erweckte, die Prophetie zu studieren und für die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen zu sorgen, ist derselbe Gott, der den Geist jetzt des Volkes erwecken möchte, um auf diese Gelegenheit auch richtig antworten zu können.

[34:34] Gott wirkt in der Weltgeschichte und er wirkt an seinem Volk. Viele lassen sich erwecken, aber natürlich nicht alle, wie wir noch sehen werden. Nur diejenigen, die das Wirken des Geistes Gottes in ihrem Leben zugelassen haben, werden die gegenwärtige prophetische Wahrheit erkennen. Es gibt einige, die genauso wie ihre Mit-Israeliten in Babylon lebten, die aber nicht vom Geist des Herrn erweckt waren, die sie nicht erwecken ließen und die infolgedessen in Babylon blieben.

[35:09] Trotzdem war dieser Erlass eine große Freude. Ellen White sagt: "Die Kunde von diesem Erlass erreichte die entlegensten Provinzen des Königreiches und überall herrschte große Freude unter den Kindern Israels in der Zerstörung. Viele hatten wie Daniel die Weissagung durchforscht und Gott gebeten, doch um Zions willen einzugreifen." Wir erinnern uns an Daniel, der in Kapitel 9 seines Buches ein langes Gebet betet und das in der Zeit von Darius dem Meder noch, also ein paar Jahre zuvor, und hofft, dass Gott jetzt endlich eingreift. Er hatte auch Jeremia studiert und als die 70 Jahre zu Ende kommen, hat Daniel seine Gelegenheit am Hof offensichtlich wahrgenommen und den neuen König Kyros damit vertraut gemacht mit dieser goldenen Gelegenheit der Jesaja-Prophezeiung. Aber viele andere Israeliten hatten im ganzen Reich verstreut ebenfalls die Prophetie studiert und gebetet und als die Zeit gekommen war, hat Gott eine Tür geöffnet.

[36:02] Lieber Freund, liebe Freundin, es lohnt sich Prophetie zu studieren und es lohnt sich zu beten, denn wenn die prophetische Zeit reif ist, öffnet Gott Türen und dann kommt es darauf an, dass wir uns vom Geist Gottes führen lassen und die Gelegenheit erkennen und vorwärts gehen.

[36:17] Vers 6: "Und alle ihre Nachbarn stärkten ihnen die Hände mit silbernen und goldenen Geräten, mit Gütern und Vieh und Kleinodien, außerdem, was sie alles freiwillig gaben." Wir erinnern uns an den Auszug aus Ägypten, wo die Israeliten ebenfalls Gold und Silber und viele Geschenke mitbrachten. Damals hatten sie es sogar von den Ägyptern gefordert, man kann das nachlesen in 2. Mose 12, Vers 35 und 36, auch als verdienten Lohn für die vielen Jahrzehnte, fast Jahrhunderte der Sklavenarbeit. Und hier sehen wir aber, dass offensichtlich viele Nachbarn sogar freiwillig gegeben haben und diesen Zug unterstützen wollten. Und Gott wird sie dafür besonders auch gesegnet haben, denn die Bibel sagt uns in 2. Korinther 9, Vers 7, dass Gott einen fröhlichen, einen freiwilligen Geber liebt.

[37:06] Vers 7: "Und der König Kyros gab die Geräte des Hauses des Herrn heraus, die Nebukadnezar aus Jerusalem weggenommen und in das Haus seines Gottes gebracht hatte." In verschiedenen Teilen von Königen und Daniel finden wir, dass jedes Mal, wenn Nebukadnezar vor Jerusalem stand, also sowohl 605 vor Christus, 597 vor Christus und auch 586 vor Christus, immer wieder weitere Teile dieses Tempelschatzes mitgenommen worden sind. Das wird sehr schön zusammengefasst in 2. Chronik 36 in drei Versen.

[37:40] In Vers 7 lesen wir: "Auch schleppte Nebukadnezar etliche Geräte des Hauses des Herrn nach Babel und brachte sie in seinen Tempel in Babel." Das ist zur Zeit von Jojakim, das ist die erste Wegführung, wo Daniel weggeführt worden ist. Dann in Vers 11, dort in Vers 10: "Aber um die Jahreswende sandte der König Nebukadnezar hin und ließ ihn nach Babel holen und samt den kostbaren Geräten des Hauses des Herrn. Er machte Zedekia, seinen Bruder, zum König über Juda und Jerusalem." Das ist dann 597, zur Zeit von Jojakim gewesen. Und dann das dritte Mal in Vers 18: "Und alle Geräte des Hauses Gottes, die großen und die kleinen, und die Schätze des Hauses des Herrn und die Schätze des Königs und seiner Fürsten, alles ließ er nach Babel führen." Das ist dann zur Zeit von Zedekia und das ist 586, die totale Zerstörung Jerusalems.

[38:38] Die Geräte des Tempels kamen schrittweise, wellenweise sozusagen, Schritt für Schritt nach Babylon, genauso wie auch das Volk in Etappen immer mehr abgezogen wurde und gefangen genommen wurde, weil auch die Stadt mehrmals belagert worden ist, ehe sie dann endgültig zerstört wurde. Es war nicht alles auf einmal, sondern Gott hatte immer noch Gelegenheiten zur Umkehr gegeben. Und so waren diese ganzen Gerätschaften in mehreren Kriegszügen nach und nach nach Babel gekommen. Nebukadnezar war bei allen dreien federführender General bzw. König. Und hier werden sie jetzt herausgegeben.

[39:10] Wir erinnern uns natürlich noch an Daniel 5 und dort Vers 2 und 3, wo nämlich genau diese Geräte eine ganz entscheidende Rolle spielen in der letzten Nacht Babylons. Es heißt hier in Vers 2: "Und während er sich den Wein, das ist Belsazar, der Vizekönig, der für seinen Vater Nabonid die Regierungsgeschäfte in Babylon hatte, während er sich den Wein schmecken ließ, befahl Belsazar, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen daraus trinken könne. Da wurden die goldenen Gefäße herbeigebracht, die man aus dem Tempel, aus dem Haus Gottes in Jerusalem weggenommen hatte, und der König trank daraus samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen." Wenige Jahre später sind jetzt diese Geräte in der Hand von Kyros und er gibt sie wieder heraus. Sie waren entweiht worden, jetzt sollen sie wieder hergestellt werden, wieder geweiht werden für den neu zu bauenden Tempel in Jerusalem.

[40:06] Vers 8: "Und Kyros, der König von Persien, gab sie heraus durch Mithredat, den Schatzmeister, und übergab sie abgezählt Sesbazar, dem Fürsten von Juda." Wer ist Sesbazar? Das ist die aramäische Form von Serubbabel. Die Namensform werden wir häufiger dann in Esra finden. Er war hier der Fürst, er war das Oberhaupt der Juden und er war von direkter königlicher Abstammung. Matthäus 1, Vers 11 und 12 zeigt uns, dass er offensichtlich ein Enkel von König Jojakim war, der in Babylon gefangen gehalten worden war, nachdem er bei der zweiten Belagerung mitgenommen worden war, jahrzehntelang festgesetzt war und dann unter dem Sohn von Nebukadnezar, dem armen Marduk, dem biblischen Awil-Marduk, befreit worden ist. Wir kennen sogar noch Rationslisten auf Keilschrifttafeln, die davon sprechen, wie viel dem Jojakim dort zugestanden ist an Lebensmitteln.

[41:08] Und interessant ist, dass möglicherweise Wissenschaftler davon ausgehen, dass Jojakim die gesamte Zeit eigentlich als der König der Juden, immer noch der König der Juden war, während der eingesetzte Zedekia in Jerusalem, der noch einige Jahre dort regierte, vor der dritten Belagerung eigentlich nur so eine Art de facto König war, also ein Vasall. Und deswegen jetzt, nachdem Babylon fällt, die Frage sich stellt, wer soll jetzt die Juden führen und ein Nachfahre von Jojakim jetzt zwar nicht als König, aber doch als Oberhaupt, als Stadthalter sozusagen dynastisch diese Königslinie weiterführt.

[41:50] Interessanterweise gibt es auch eine Aussage von Ellen White über die Frage, ob man für das Werk Gottes materielle Hilfe von Ungläubigen annehmen sollte, weil es hier ja offensichtlich darum geht, dass auch Ungläubige, der König und auch all die ganzen Nicht-Israeliten, mit ihren Gaben das unterstützt haben. Und wir haben hier ein längeres Ellen White Zitat auf Englisch, das deutlich zeigt, dass Gott auch in unserer Zeit so wirken wird, dass Nichtgläubige materiell das Werk Gottes mit unterstützen sollen und es unser Vorrecht ist, solche Gelegenheiten auch zu nutzen.

[42:18] Vers 9: "Und dies ist ihre Zahl: 30 goldene Becken, 1000 silberne Becken, 29 Messer, sowie 30 goldene Becher und 410 silberne Becher von der zweiten Art und 1000 andere Geräte." Gott interessiert sich hier sehr genau für das Besteck und für die Geräte seines Tempels. Wenn er solch ein Interesse für die Geräte und das Besteck hat, wie viel mehr für die Menschen, die in diesem Tempel anbeten werden. Erinnert uns ein wenig vielleicht auch an die Bergpredigt und dann entsprechende Aussagen von Jesus, dass wenn Gott sich um solche Details kümmert, wie viel mehr kümmert er sich um uns.

[43:02] Vers 11: "Die Zahl aller Geräte, der goldenen und silbernen, betrug 5400. Diese alle brachte Sesbazar hinauf, als die Weggeführten aus Babel nach Jerusalem hinaufgeführt wurden." Wenn man die Zahlen in Vers 9 und 10 zusammenzählt, dann merkt man, dass man kommt noch nicht auf 5400. Da waren also noch mehr Geräte dabei, die in Vers 9 und 10 nicht explizit erwähnt werden.

[43:28] Interessant ist, wir haben gerade schon erwähnt, dass Gott sich so sehr um die Geräte kümmert, wie viel mehr um die Menschen. Dass die Bibel sogar selbst diesen Bezug herstellt zwischen solchen Gefäßen und Gläubigen. Und zwar in 2. Timotheus Kapitel 2. Da haben wir diese Idee in 2. Timotheus 2 und dort ab Vers 19. Paulus sagt hier, 2. Timotheus 2, Vers 19: "Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen. Er weiß genau, welche Geräte seinem Tempel gehören, und er weiß, wer zu seiner Gemeinde gehört. Und jeder, der den Namen des Christus nennt, wendet sich ab von der Ungerechtigkeit. In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene. Und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherr nützlich zu jedem guten Werk zubereitet."

[44:24] Paulus sagt, wir können entweder ein Gefäß zur Ehre oder ein Gefäß zur Unehre sein. Und so wie die Becher und das Besteck und die Gefäße in einem Haushalt nützlich sind, so ist ein echter Gläubiger, der sich von der Ungerechtigkeit abwendet und sich reinigen lässt durch das Blut, ein Gefäß zur Ehre. Er kann im Tempel Gottes, in dem Fall neutestamentlich, in der Gemeinde wirklich dienen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in Esra nicht nur die Geräte aufgezählt werden, die jetzt zurückgebracht werden nach Jerusalem, sondern auch die Menschen aufgezählt werden, jetzt in dem nächsten Kapitel, die zurückkehren. Da ist eine enge Parallele sozusagen.

[45:13] Denn wir lesen jetzt in Kapitel 2, Vers 1: "Und dies sind die Söhne der Provinz, die heraufgezogen sind aus der Gefangenschaft der Weggeführten, die Nebukadnezar, der König von Babel, nach Babel weggeführt hatte, und die wieder nach Jerusalem und Juda zurückkehrten, jeder in seine Stadt."

[45:31] Wir haben gesehen, wie Nebukadnezar dreimal in Jerusalem gewesen ist, dreimal die Stadt belagert hat, immer wieder Menschen mitgenommen hatte und auch Gefäße mitgenommen hatte. Und jetzt wird berichtet, dass all das rückgängig gemacht wird. Interessanterweise werden wir sehen im Laufe des Buches, dass auch die Wiederherstellung in Etappen vor sich geht. Nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt. Zum Teil auch deswegen, weil viele diese Gelegenheit, die sich hier bot, nicht genutzt haben.

[46:01] Die Liste, die wir haben, ist eine interessante Liste. Denn wenn wir uns an Vers 5 von Kapitel 1 erinnern, dann handelt es sich alles um Menschen, die vom Geist Gottes erweckt worden waren. Wir haben hier in Kapitel 2, so langweilig wie es auf den ersten Blick aussehen mag, mit lauter Namen und Zahlen, eine Liste von Erweckten. Interessant ist auch die Formulierung "Söhne der Provinz". Hier haben wir ein weiteres Beispiel dafür, dass im hebräischen Gebrauch das Wort "Sohn" auch nicht biologisch gebraucht wird, denn niemand ist biologisch Sohn einer Provinz. Mit Provinz sind natürlich Verwaltungseinheiten gemeint. Im damaligen medopersischen Weltreich noch nicht die Satrapien, die hat erst Darius I. eingeteilt. Vermutlich hat man erstmal das Provinzsystem der Babylonier übernommen.

[47:00] Interessant ist, dass auch dieser Vers hier eine Erfüllung einer Prophezeiung ist, und zwar vom Propheten Zephanja. Zephanja, Kapitel 2 und dort Vers 7: "Und dieser Landstrich soll dem Überrest vom Haus Juda als Erbteil zufallen, dass sie darauf weiden und sich am Abend in den Häusern von Aschkelon lagern sollen. Denn der Herr, ihr Gott, wird sich ihrer annehmen und ihr Geschick wenden." Dieses Wort "Geschick" hier ist dasselbe hebräische Wort wie in Esra 2, Vers 1 das Wort "Gefangenschaft". Gott wendet jetzt hier die Gefangenschaft, er wendet ihr Geschick, ihr Schicksal sozusagen. Er wendet es.

[47:49] Wenn uns schlimme Dinge passiert sind, wenn wir vielleicht auch Konsequenzen für unsere Sünde erleiden mussten, so sind diese Konsequenzen, auch wenn sie schrecklich sind, immer so, dass wenn wir uns zu Gott kehren, wenn wir uns erwecken lassen und das prophetische Wort studieren, diese Konsequenzen sich wenden lassen. Gott ist auch heute noch dabei wiederherzustellen. Er wendet auch unser Geschick, wenn wir den Geist Gottes wirken lassen.

[48:12] In Klagelieder 4, Vers 22 gibt es sogar eine ganz tolle Verheißung. Klagelieder ist eigentlich ein sehr traurig machendes Buch der Bibel, aber hier in Klagelieder 4, Vers 22 hatte schon Jeremia vorhergesehen, nämlich dass es keine weitere Gefangenschaft in einem Exil geben würde. In Klagelieder 4, Vers 22 heißt es: "Du Tochter Zion, deine Schuld ist getilgt, er wird dich nicht mehr gefangen wegführen lassen. Deine Schuld aber, du Tochter Edom, sucht er heim, denn deine Sünden deckt er auf." Die Israeliten, die jetzt aus der Gefangenschaft hinausgehen konnten nach Israel, nach Juda, nach Jerusalem, die durften wissen, aufgrund der Aussage Jeremias, dass es nie wieder ein Exil, weder in Babylon, noch in Ägypten, noch in Persien, noch sonst irgendwo geben würde. Sie gingen jetzt nach Hause, um dort zu bleiben. Das war eigentlich Gottes Plan.

[49:13] Vers 2 von Esra 2: "Die mit Serubbabel, Jeschua, Nehemia, Seraja, Re'elaia, Mordechai, Bilsan, Mispar, Biggai, Rehum und Baana kamen." Hier haben wir jetzt den hebräischen Namen von Sesbazar, nämlich Serubbabel, das heißt wörtlich ein Nachkomme Babylons. Er war in Babylon natürlich geboren worden. Und Jeschua, der hier erwähnt wird, den werden wir auch noch häufiger hier treffen. Das ist der Jeschua, der in Sacharja 3, Vers 1 erwähnt wird, als der Hohepriester. Sein Name bedeutet natürlich: Der Herr, er rettet.

[49:58] Interessant ist, dass es in Nehemia 7, Vers 7 eine parallele Liste gibt, wo einige Namen etwas anders geschrieben sind und wo es eine weitere Person gibt. Und wenn man diese beiden Listen zusammennimmt, dann haben wir tatsächlich hier zwölf Leiter, die zurückkehren. Also ein bisschen wird hier auch angespielt auf die zwölf Patriarchen, die zwölf Stämme Israels. Zwölf Männer sind es, die diesen Rückkehrern vorangehen.

[50:25] Interessant ist hier die Formulierung in Vers 12: "Dies ist die Anzahl der Männer des Volkes Israel." Diese Männer, die jetzt hier aufgezählt werden, repräsentieren das gesamte Volk Israel, obwohl, wie wir sehen werden, im Wesentlichen der Stamm Juda und der Stamm Benjamin sind, die hier zurückkehren. Aber diese beiden Stämme und auch ihr Gebiet repräsentieren das gesamte Volk Israel, denn für das Nordreich hat es keine Wiederherstellungsverheißung gegeben.

[50:59] Und jetzt kommt eine lange Liste, die wir kurz lesen wollen, ab Vers 3. "Die Söhne Paros waren 2172, die Söhne Schephatias 372, die Söhne Arachs 775, die Söhne Pahat-Moabs von den Söhnen Jeschuas und Joabs 2812, die Söhne Elams 1254, die Söhne Satthus 945, die Söhne Sakais 760." Halten im Kopf, das sind alles Erweckte, die Gottes Geist dazu gebracht hat, der Prophetie zu glauben und der Gelegenheit zu folgen. "Die Söhne Barnis 642, die Söhne Bebais 623, die Söhne Asgads 1222, die Söhne Adonikam 666, die Söhne Bigwais 2056, die Söhne Adins 454, die Söhne Arthas von Hiskia 98, die Söhne Bethsais 323, die Söhne Joaras 112, die Söhne Haschums 223, die Söhne Gibbas 95."

[51:45] "Die Söhne Bethlehems und jetzt wird es interessant. Bis dahin hatten wir Personennamen, die hier erwähnt werden. Übrigens vielleicht noch ganz kurz erwähnt, in Nehemia 7 wird dann dieselbe Liste noch mal wiederholt mit zum Teil abweichenden Namen und vor allem abweichenden Zahlen. Das werden wir aber dann im Studium von Nehemia ausführlich erörtern. Wir nehmen erst mal die Liste hier in Esra so wie sie hier steht, aus Gründen, die wir dann in Nehemia noch erörtern werden. Ab Vers 21 haben wir jetzt plötzlich Orte und nicht mehr Namen, also Ortsnamen haben wir hier. Wenn hier jetzt also "Söhne" steht, dann ist das im Sinne von Einwohner oder im Sinne von Nachkommen der Einwohner gemeint. Und all diese Ortsnamen, diese Namen von Städten und Dörfern liegen alle im Gebiet von ehemaligen Südreich, von Juda und Benjamin."

[52:33] "Die Söhne Bethlehems 123, die Söhne von Netofa 56, die Männer von Anatot 128, die Söhne Asmabeth 42, die Söhne von Kirjat-Jearim, Kephira und Beerot 743, die Söhne von Rama und Geba 621, die Männer von Michmas 122, die Männer von Bethel und Ai 223, die Söhne Nebus 52 und die Söhne Makmas 156." Bei Makmas weiß man nicht genau, ist er eine Person oder ist es ein Ortsname. Dann kommen wieder Personen, also Vorfahren, deren Nachkommen jetzt hier erwähnt werden.

[53:03] "31, die Söhne des anderen Elam 1254, die Söhne Harims 320, die Söhne Lotz, Chaddid und Onutz." Hier sind wir bei Städtennamen, wieder aus Benjamin und Juda. "725, die Söhne von Jericho 345, die Söhne Senaas 3630." Und dann werden noch die Priester erwähnt.

[53:26] Vers 36: "Die Priester: die Söhne Jedajas vom Haus Jeschuas waren 973, die Söhne Imers 1052, die Söhne Paschurs 1247, die Söhne Harims 1017." Einige von diesen Namen kennen wir aus 1. Chronik 24, aus der Aufteilung der Priesterklassen in 24 Klassen, die sich dann abgewechselt haben. Jedaja, Immer und auch Harim werden dort erwähnt, aber nur ein Bruchteil dieser Klassen ist sozusagen noch hier greifbar. Es ist also nur ein Bruchteil des Volkes eigentlich, das sich hier auf den Weg zurück macht.

[54:01] In Vers 40 werden auch die Leviten erwähnt. Wir brauchen nicht nur Priester für den neuen Tempel, sondern auch Leviten. "Die Leviten: die Söhne Jeschuas und Kadmiels von den Söhnen Hodawjas 74." Und dann die Sänger für den Gottesdienst. "Die Sänger, die Söhne Asaphs 128." Asaph ist ja gut bekannt aus den Psalmen, die er komponiert hat und auch aus 1. Chronik 15 zum Beispiel, Vers 16, 17 erlebte zur Zeit Davids. Und dann haben wir noch die Torhüter, die für die Sicherheit und Ordnung am Tempel sorgten.

[54:32] Vers 42: "Die Söhne der Torhüter, die Söhne Schalleums, die Söhne Atas, die Söhne Talmuns, die Söhne Akubs, die Söhne Hatias und die Söhne Schobais zusammen 139." Bis hierhin wollen wir in dieser Woche gehen. Die Torhüter sind, wie gesagt, für die Sicherheit und Ordnung im Tempel zuständig.

[54:57] Interessant ist jetzt folgendes: In dieser Auflistung werden hier erst die Priester, dann die Leviten, dann die Sänger und dann die Torhüter erwähnt. Und das ist präzise dieselbe Reihenfolge, wie sie auch in 1. Chronik 24 bis 26 durchgeführt wird: Priester, Leviten, Sänger, Torhüter. Damals ging es zur Zeit von David um die Vorbereitung auf den Tempelbau, der unter Salomo vollendet worden ist. Und interessanterweise schreibt hier Esra auf die Art und Weise, wie er diese Namen anordnet, will er andeuten, dass hier wieder ein Volk sich bereit macht, einen Tempel zu bauen und sich an dem Original, an Davids Plänen orientieren möchte. Auch wenn sozusagen personell jetzt vieles zusammengeschrumpft ist und längst nicht die Ressourcen zur Verfügung stehen, die damals zur Verfügung standen. Obwohl, wie wir gesehen haben, der Kyros einen viel größeren Tempel gerne bauen lassen möchte.

[55:56] Wir wollen heute enden mit einem Lied. Nämlich mit dem Lied, das offensichtlich diese erweckten Menschen, von denen wir heute noch Zahlen und ihre Vorfahren kennen, aber hinter jeder Zahl stehen ja Menschen, die die Prophetie studiert haben, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und die im Gegensatz zu ihren anderen Mitjuden, die jetzt einfach in Babylon blieben, weil es ihnen so gut gefallen hat, die sich entschieden haben, vorwärts zu gehen, das Werk zu beginnen und von Grund auf an neu anzufangen. Dieses Lied, das diese Leute hier gesungen haben, es ist ja, es sieht aus wie eine Liste nur von Namen und Zahlen, aber dahinter versteckt sich eine Bewegung, eine geistgeführte Bewegung, die erste Bewegung zur Wiederherstellung Jerusalems und des Tempels.

[56:49] Und ihr Lied findet sich in Psalm 126. Dort lesen wir Psalm 126 und dort Vers 1 bis 6: "Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie die Träumenden. Da waren wir wie Träumende. Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan. Der Herr hat Großes an uns getan. Wir sind fröhlich geworden. Herr, bringe unsere Gefangenen zurück, wie die Bäche im Negev, die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Wer weinend hingeht und den Samen zu außer trägt, der kommt gewiss mit Freuden zurück und bringt seine Garben."

[57:36] Sie sangen: "Wir waren wie Träumende." Es war wie ein Traum zurück nach Jerusalem, das 70 Jahre lang in Trümmern lag. Vielleicht gibt es auch in deinem Leben Dinge, die seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, in Trümmern liegen und Gott möchte es wiederherstellen. Vielleicht siehst du das Werk der Gemeinde nicht voranschreitend. Es scheint, als ob manches in Trümmern liegt seit Jahrzehnten. Und Gott sucht nach Menschen, die die Prophetie studieren, die die Zeichen der Zeit erkennen und sagen: "Wir wollen Gott erlauben, dass er unser Schicksal wenden kann." Und wir sind plötzlich wie die Träumenden, weil wir sehen, Gott führt uns wieder zu seinem Plan. Er geht uns voran.

[58:14] Und interessant ist hier diese Idee, dass die Heiden: "Der Herr, der Gott Israels, hat Großes in ihnen getan." Diese ganze erste Bewegung, die in Esra 1 und 2 beschrieben wird, die durch Daniel und auf Grundlage der Propheten Jeremia und Jesaja entsteht, die durch den König Kyros seine großartige Gelegenheit bekommt, bei der leider nicht alle mitmachen, aber wo doch etliche Hunderte, Tausende sich auf den Weg machen. Diese Bewegung war so eindrucksvoll, dass Menschen im ganzen Reich der Meder und Perser freiwillig das unterstützt haben und gesagt haben: "Der Gott Israels hat Großes an seinem Volk getan."

[59:03] Lasst uns auch wieder so eine Bewegung sein, dass Menschen außerhalb der Gemeinde sagen: "Gott hat ihr Schicksal gewendet." "Herr, bringe unsere Gefangenen zurück", so heißt es hier in Vers 4. Offensichtlich waren nicht alle mitgekommen. Und der Wunsch dieser Zurückkehrer ist es nicht, zu sagen, wir wollen alleine für uns bleiben und die, die nicht mitgekommen sind, die in Babylon geblieben sind, die sind abgefallen, mit denen kann Gott nicht mehr arbeiten. Nein, sie gehen voran und beten für die, die noch nicht gekommen sind. Sie beten für diese anderen Gefangenen, dass auch sie zurückgebracht werden, wie die Bäche im Negev. Die Idee ist, dass hier immer mehr Wasser kommt, bis schließlich das Ganze zu einem reißenden Strom wird.

[59:40] "Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten." Liebe Freunde, das Werk Gottes verlangt so manche Träne. Aber wenn wir Gott glauben, wenn wir uns erwecken lassen, wenn wir seinem Wort vertrauen, dann werden wir mit Freuden ernten. Wenn wir unter Tränen arbeiten, werden wir mit großer Freude ernten.

[1:00:08] Es ist dein Wunsch, lieber Freund, liebe Freundin, dass du das prophetische Wort ernst nimmst, dass du studierst, was für unsere Zeit geschrieben steht, dass du die Zeichen der Zeit erkennst, dass du siehst, wie Gott in der Weltgeschichte wirkt, wie er damals an Kyros gewirkt hat, dass du die Zeichen erkennst, die Gelegenheiten, die sich plötzlich für das Volk Gottes ergeben und dass du vorwärts gehst, dass du als erweckter Teil dieser Bewegung wirst, dass Gottes Plan vollendet werden kann, dass Gottes Werk neu belebt werden kann. Ist das dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung.

[1:00:42] Nächste Woche werden wir weiter studieren, den Rest von Esra 2, dann Esra 3 und am Anfang von Esra 4 uns anschauen und sehen, wie diese erste Bewegung angefangen hat, das Werk Gottes zu bauen. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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