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In dieser Folge der Christ Study Hour beginnt Christopher Kramp das Studium des Kolosserbriefes, der die Vorrangstellung Christi betont. Er beleuchtet die Bedeutung des anhaltenden Gebets für die Gemeinde, insbesondere für geistliche Weisheit und Erkenntnis des Willens Gottes. Kramp ermutigt dazu, dass der Glaube an Jesus und die Liebe untereinander die Kennzeichen jeder Gemeinde sein sollten, und unterstreicht, wie das Evangelium vom ersten Tag an Frucht im Leben der Gläubigen hervorbringt.


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Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser

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Transkript

[0:34] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer gilt ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf dem Sender Das Wort.

[0:46] Wir sind in unserem Studium der beiden Briefe des Paulus an die Philipper und Kolosser. Und heute beginnen wir mit dem Kolosserbrief, ihn uns genauer anzuschauen.

[0:56] Wir haben in den letzten Wochen Stück für Stück den Philipperbrief studiert und mit dem heutigen Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 21. Februar, soll es jetzt um den Kolosserbrief gehen in den verbleibenden Wochen.

[1:13] Der Kolosserbrief ist enorm wichtig, sehr interessant und vor allem stellt er Jesus Christus in besonderer Weise in den Vordergrund.

[1:27] Das wird heute schon ganz deutlich werden. Unser Thema heißt die Vorrangstellung Christi.

[1:34] Wir werden einige Verse am Anfang lesen, die uns in vielem bekannt vorkommen, grundsätzlicher, so von ihrem grundsätzlichen Tonfall her, aus dem, was wir aus dem Philipperbrief auch aus dem Anfang kennen.

[1:44] Dann wollen wir vor allem in den Versen 14, 15, 16 bis 19 über die Vorrangstellung Jesu nachdenken und sie studieren und für unser eigenes Leben erforschen.

[1:58] Wir möchten natürlich mit einem Gebet starten und dazu lade ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, ganz herzlich ein.

[2:09] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du uns lieb hast. Hab Dank, dass du so viel Großes für uns tust, mehr als wir uns das vorstellen können. Danke, dass du heute auch durch dein Wort sprechen möchtest und danke, dass wir in den Worten des Kolosserbriefes mehr über Jesus erfahren, über seinen Rang, über seine Bedeutung, über das, was er für uns getan hat.

[2:31] Wir möchten dich bitten, dass wir alles andere gedanklich und was uns sonst vielleicht stören könnte, beiseitelegen können und uns konzentrieren können auf die Botschaft deines Wortes, auf deine Botschaft und dass wir im Glauben gestärkt werden, ermutigt werden und hab Dank, dass wir aus deinem Wort leben können. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.

[2:51] Wir beginnen direkt in Kolosser Kapitel 1 und dort Vers 1 mit den Absendern des Briefes.

[2:58] Paulus, Apostel Jesu Christi durch den Willen Gottes und dem Bruder Timotheus.

[3:05] Im Vergleich zu Philipper 1, Vers 1, ist interessant, dass Paulus hier sein Apostelamt erwähnt, dass Gott ihm gegeben hat.

[3:14] Paulus hatte, wie wir ja schon in der ersten Folge gesehen haben, die Kolosser nie selbst getroffen.

[3:23] Er schreibt also als jemand, von dem sie nur gehört haben. Und er schreibt sozusagen auch quasi mit einer kleinen formalen Note, um deutlich zu machen, dass er wirklich ein von Gott selbst auserwählter Apostel ist.

[3:37] Er möchte also sicherlich ganz deutlich machen, dass das, was er schreibt, nicht einfach nur seine persönlichen Gedanken sind, die ihm so gekommen sind, sondern die Inspiration Gottes haben.

[3:48] Ähnliches finden wir z.B. auch im Römerbrief, wo Paulus in Römer 1, Vers 1 schreibt, dort heißt es Römer 1, Vers 1: Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes.

[4:07] Auch die Römer hatte er ja zu dem Zeitpunkt noch nicht gesehen, als er den Römerbrief geschrieben hatte.

[4:15] Timotheus wird hier erwähnt, genauso wie auch im Philipperbrief. Das hatten wir schon gesehen und wir lesen weiter in Vers 2.

[4:22] Jetzt kommt nach den Absendern die Adressaten und der übliche geistliche Briefgruß: an die Heiligen und treuen, oder man kann auch übersetzen, gläubigen Brüder in Christus in Kolossä.

[4:39] Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

[4:44] Wir haben schon darüber, denke ich, gesprochen. Dieser Briefgruß ist zwar fast immer gleich formuliert, es ist trotzdem lohnenswert, es noch einmal zu betonen, dass die frühen Christen eben sich nicht einfach irgendwie begrüßten, sondern dass sie die Gnade und den Frieden Gottes sogar in ihrer Anrede, in ihrem Austausch von Höflichkeiten integriert haben.

[5:17] Gottes Gnade und sein Friede. Der Glaube an Jesus hat wirklich jede Phase ihres Lebens durchdrungen bis in den Briefgruß hinein.

[5:25] Über die Stadt Kolossä haben wir schon in der ersten Folge, als wir über die Hintergründe und die geschichtlichen Zusammenhänge gesprochen haben, mehr erfahren.

[5:33] Deswegen gehen wir an dieser Stelle direkt gleich weiter in den eigentlichen Hauptteil dieses Briefes.

[5:40] Paulus sagt das sehr interessant, er sagt, wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.

[5:47] Im Vergleich zu dem Ich in Philipper 1, Vers 3, hier ist der Timotheus irgendwie noch präsenter in dem Denken des Paulus.

[5:58] Er sagt, wir danken. Möglicherweise denkt er auch dabei noch an andere Mitarbeiter, aber sicherlich an Timotheus auf jeden Fall.

[6:06] Wir danken dem Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, indem wir alle Zeit für euch beten.

[6:13] Wie so oft in den meisten seiner Briefe beginnt Paulus – und auch das haben wir schon angesprochen im Zusammenhang mit dem Philipperbrief. Er beginnt zuallererst mit dem Dank und er betont auch in fast allen Briefen das anhaltende Gebet für die Gemeinde.

[6:27] Er schreibt dann verschiedene Gemeinden, er schreibt dann verschiedene Personen, aber was fast immer gegeben ist, ist, dass er dankbar ist für sie und für sie betet.

[6:38] Und wir wollen uns erneut die Frage stellen, ob wir diese Dankbarkeit gegenüber Gott haben für unsere Geschwister und ob wir tatsächlich für sie beten.

[6:51] Vielleicht eine gute Erinnerung hier an dieser Stelle für mich und für uns, dass wir das, was wir uns im Philipperbrief schon mal vorgenommen haben, für unsere Gemeinden mehr zu beten, auch wirklich zu tun.

[7:03] Kolosser 1 Vers 4: Da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen.

[7:12] Paulus und Timotheus kannten die Gemeinde ja bisher nur vom Hörensagen, nur von Berichten.

[7:17] Was ihnen berichtet worden ist, sind zwei Dinge. Erstens die Kolosser, die Menschen dort in der Gemeinde, sie glauben an Jesus Christus und sie haben echte Liebe untereinander.

[7:34] Wenn jemand einen Bericht über deine Ortsgemeinde, über meine Ortsgemeinde geben sollte an einen gefangenen Evangelisten oder Missionar, der irgendwo noch nie unsere eigene Gemeinde besucht hat, aber von ihr jetzt gehört hat, was würde er hören? Was wären die beiden Dinge, die man über unsere Gemeinde weiterverbreiten würde? Wäre es auch der Glaube an Jesus und die Liebe zu allen Heiligen?

[8:02] Könnte man auch von uns als Gemeinde sagen, dass der Glaube an Christus und Liebe zu allen Geschwistern die Kennzeichen unserer Gemeinde sind?

[8:20] Ähnliches wird auch z.B. gesagt in Epheser 1 und dort Vers 15.

[8:25] Darum lasse auch ich, nachdem ich von eurem Glauben an den Herrn Jesus und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört habe.

[8:32] Das war nicht ein einzelnes Phänomen nur in Kolossä. Viele dieser neu gegründeten Gemeinden hatten eine tiefe Liebe zu Jesus und eine tiefe Liebe zu ihren Glaubensgeschwistern.

[8:43] Ist das heute auch noch so, dass wir eine tiefe Liebe zu Jesus haben und eine tiefe Liebe zu unseren Glaubensgeschwistern?

[8:51] Vers 5: Um der Hoffnung willen, die euch aufbewahrt ist im Himmel, von der ihr zuvor gehört habt, durch das Wort der Wahrheit des Evangeliums.

[9:05] Das Ziel des Christen ist nicht mehr Reichtum auf dieser Erde, nicht eine politische Position, nicht eine weltanschauliche Agenda.

[9:20] Das Ziel des Christen ist der Himmel.

[9:26] Die Hoffnung geht über diese Welt hinaus. Jesus sagt in Matthäus 6, Vers 19 und 20: "Wir sollen uns Schätze im Himmel sammeln."

[9:35] Paulus hat in 2. Timotheus 4, Vers 8 deutlich gemacht, dass er wartet, dass er auf die Krone der Gerechtigkeit wartet.

[9:42] Auch die Kolosser haben diese Vision ergriffen. Auch sie haben gewartet auf das, was Gott ihnen schenken möchte.

[9:49] Die Hoffnung, die aufbewahrt ist im Himmel.

[9:54] Sie hatten dadurch gehört, weil es ihnen gepredigt worden ist durch das Wort der Wahrheit.

[10:02] Wir erinnern uns an Jesus, der in Johannes 17 und dort Vers 17 gesagt hat: "Heilige sie in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit."

[10:13] Die Predigt des Evangeliums ist nicht nur akkurat und gibt nicht nur richtige Information.

[10:19] Die Predigt des Evangeliums gibt eine Hoffnung, gibt einen Lebenssinn weit über diese Welt hinaus.

[10:25] Die Hoffnung, die in den Himmel hineinreicht, die dort aufbewahrt ist, die Hoffnung im Himmel für uns.

[10:30] Das Wort der Wahrheit heiligt uns. Es führt dazu, dass wir an Jesus glauben und dass wir untereinander Liebe haben.

[10:46] Aber Paulus weitet den Blick der Kolosser. Er sagt in Vers 6 über das Evangelium, das zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt ist und Frucht bringt, so wie auch in euch von dem Tag an, da ihr von der Gnade Gottes gehört und sie in Wahrheit erkannt habt.

[11:04] Paulus hat immer die ganze Gemeinde im Blick. Paulus hat sich nie auf einzelne Menschen allein konzentriert.

[11:08] Er hat immer das globale Werk Gottes gesehen. Auch wir sollten immer auf die globale Gemeinde Gottes im Blick haben.

[11:15] Manchmal, wenn wir uns auf einzelne Gemeinden bei uns zu Hause konzentrieren oder auf ein einzelnes Feld, dann sind wir vielleicht mit bestimmten Dingen sehr zufrieden, mit anderen Dingen vielleicht sehr unzufrieden.

[11:28] Wir dürfen niemals den Blick verlieren für das Werk Gottes international.

[11:33] Paulus hat die Kolosser daran erinnert, dass sie nicht eine einzelne Gemeinde nur sind, sondern dass das Evangelium sich in der ganzen Welt verbreitet.

[11:41] Jesus hatte den Jüngern ja genau diesen Auftrag gegeben in Matthäus 28 und dort Vers 19: "So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

[11:55] Paulus erinnert die Kolosser: Das erfüllt sich, während er schreibt: "Das Evangelium verbreitet sich in der ganzen Welt."

[12:03] Die Kolosser sind ein Baustein in der Verbreitung des Reiches der Himmel, des Reiches Gottes.

[12:12] Interessant ist hier, was Paulus über das Evangelium sagt. Er sagt nicht nur, dass es in der ganzen Welt ist, sondern dass es Frucht bringt.

[12:21] Das Evangelium ist nicht nur eine Nachricht, nicht nur eine Information, nicht nur eine Theologie, sondern etwas, das in unserem Leben Veränderung bringt.

[12:31] Verzeih, in Philipper Kapitel 1 und dort Vers 11 hat er bereits von diesen Früchten gesprochen.

[12:38] Philipper 1 Vers 11: "Erfüllt mit Früchten der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus gewirkt werden, zur Ehre und zum Lob Gottes."

[12:50] Das Evangelium von Jesus, gepredigt durch die Worte von Jesus, bewirkt, dass in uns Christus Früchte der Gerechtigkeit wachsen lässt.

[13:01] Was diese Früchte sind, das sehen wir im Galaterbrief in Galater Kapitel 5 und dort in Vers 2.

[13:09] "Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung."

[13:20] Das bewirkt das Evangelium. Wo immer es gepredigt wird in seiner Reinheit, wo immer es geglaubt wird mit echtem, kindlichem Glauben, bewirkt das Evangelium diese Frucht.

[13:29] Und interessant ist, dass Paulus hier sagt, dass diese Frucht nicht irgendwann sich zeigt, nicht irgendwann mal irgendwie mal ein bisschen Frucht zu sehen ist, sondern er sagt hier, dass über das Evangelium, das zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt ist und Frucht bringt, so wie auch in euch von dem Tag an, da ihr von der Gnade Gottes gehört und sie in Wahrheit erkannt habt.

[13:53] Ab dem Moment, wo man von der Gnade Gottes hört und sie erkennt, wo man sie annimmt, ab dem Tag an, bringt das Evangelium Frucht.

[14:01] Nein, nicht alles ist auf einmal vollkommen im Sinne des Glaubenswachstums. Nicht alles ist sofort im vollen Maße da.

[14:09] Wir wachsen im Glauben, wir lernen Dinge, wir überwinden Charakterfehler, aber trotzdem müssen wir nicht erst Tage, Wochen, Monate, Jahre warten, bis sich irgendwie Frucht zeigt.

[14:22] Von dem Tag an, da das Evangelium in unser Herz kommen darf, bringt es Frucht in neuen Gedanken, in neuen Plänen, in neuen Motiven, in neuen Einstellungen, in neuer Lebenshaltung, in neuen Taten, in neuen Worten, in Dingen, die wir nicht mehr tun.

[14:38] Das Evangelium bringt Frucht und es bringt vom ersten Tag an Frucht und diese Frucht wächst, bis sie einmal geerntet werden kann.

[14:54] In Markus Kapitel 4 und dort Vers 29 heißt es: "Wann aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da."

[15:02] Diesen Gedanken haben wir im Philipperbrief gesehen, dass Gott das Werk, das er in uns angefangen hat, auch vollenden wird bis zum Tag Jesu Christi.

[15:15] Wie haben die Kolosser von dem Evangelium gehört, wenn Paulus nicht dort gewesen ist? Wenn Timotheus nicht dort gewesen ist? Die Antwort kommt in Vers 7 für uns.

[15:23] Die Kolosser wussten es ja zweifelsohne. Vers 7 sagt: "So habt ihr es ja auch gelernt von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der ein treuer Diener des Christus für euch ist."

[15:38] Dieser Epaphras, der hat das Evangelium als erster nach Kolossä gebracht.

[15:43] Wenn wir den Philemonbrief richtig verstehen, genauer gesagt, am Ende des Philemonbriefes in Vers 23, da heißt es: "Es grüßen dich Epaphras, mein Mitgefangener in Christus Jesus."

[15:58] Dann war zu irgendeinem Zeitpunkt, den wir nicht genauer definieren und bestimmen können, dieser Epaphras tatsächlich auch ein Gefangener in Rom mit Paulus.

[16:14] Auf jeden Fall hat er als erster dort in Kolossä das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt und gesehen, wie Menschen eben glauben, die Gnade Gottes angenommen haben und wie Frucht entstanden ist, die sich darin gezeigt hat, dass die Menschen an Jesus Christus als ihren persönlichen Erlöser geglaubt haben und große Liebe zu allen anderen Glaubensgeschwistern gehabt haben.

[16:41] Wir lesen weiter über diesen Epaphras in Vers 8. Kolosser 1, Vers 8: "Der uns auch von eurer Liebe im Geist berichtet hat."

[16:51] Paulus weiß von den Kolossern wegen Epaphras, der das Evangelium zu ihnen gebracht und die Botschaft von ihnen zu Paulus gebracht hat.

[16:59] Und er hat berichtet von dieser geistlichen Liebe.

[17:03] Es gibt ja auch Liebe, die die Welt als Liebe bezeichnet, die nicht geistlich, sondern rein fleischlich ist.

[17:11] Aber die Liebe der Kolosser war geistlich. Es war Gottesliebe, die ihr Herz erwärmt und durchdrungen hat.

[17:19] Vers 9. Im Deutschen wird das gar nicht so deutlich, aber in Vers 9 beginnt ein Mammutsatz, ein Satz, der tatsächlich im Griechischen erst in Vers 20 zu Ende ist und bis dahin alle möglichen Höhen und Tiefen und Weiten und Breiten der Theologie durchmessen hat.

[17:49] Ein absolutes Meisterwerk des theologischen Satzes sozusagen.

[17:54] Ein Satz, der mehr enthält als viele Predigten oft, die gehalten werden.

[17:58] Aber schauen wir uns das Vers für Vers an. Im Deutschen ist das einfach, weil man so einen Riesensatz im Deutschen gar nicht so nachbilden kann, ohne dass es extrem sperrig klingt, ist das ja oft dann in einzelne Teilsätze unterteilt.

[18:11] Wir müssen dem Paulus Schritt für Schritt folgen in diesem riesigen Gedanken, den er uns hier präsentiert.

[18:23] Kolosser 1 und dort Vers 9: "Deshalb hören wir auch seit dem Tag, da wir es vernommen haben, nicht auf für euch zu beten und zu bitten, dass ihr erfüllt werdet mit der Erkenntnis seines Willens in aller geistlichen Weisheit und Einsicht."

[18:43] Seit Paulus und Timotheus (wir beachten wie immer dieses 'wir', ja, das ist hier im Kolosserbrief sehr auffällig im Vergleich zu dem 'ich' im Philipperbrief) von der Gemeinde gehört haben, haben sie unablässig für diese Geschwister gebetet.

[18:58] Und was war ihr Gebetsanliegen? Sie haben gebetet, dass die Kolosser den Willen Gottes völlig erkennen und zwar in geistlicher Weisheit mit dem Wissen, was Gottes Wille ist, erfüllt zu werden.

[19:15] Sie haben darum gebetet, dass sie mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werden.

[19:22] Interessant ist, dass Paulus auch für die Philipper so ähnlich betet. In Philipper 1, Vers 9 haben wir gelesen: "Und um das bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und allem Urteilsvermögen."

[19:35] Wir beten oft, dass die Gemeinden irgendwie missionarischen Erfolg haben mögen, dass sie fernstehenden Geschwister wieder mal in die Gemeinde kommen.

[19:42] Wir beten vielleicht, dass Streit aufhört, aber wie oft beten wir eigentlich, dass unsere Geschwister in der Gemeinde erfüllt werden mit der Erkenntnis Gottes in aller geistlichen Weisheit und Einsicht, dass alle in der Gemeinde tiefer das Wesen Gottes verstehen, dass sie alle die biblische Botschaft besser verstehen, dass sie alle näher zu Gott kommen, dass ihr ganzes Leben erfüllt wird mit geistlicher Weisheit.

[20:07] Ist das nicht ein wertvolles und lohnendes Gebetsanliegen, dass wir wieder neu uns vornehmen sollten, für unsere Geschwister zu beten?

[20:21] Vers 10: "Damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid, in jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend."

[20:38] Ein Mensch, der geistliche Einsicht hat, der mit geistlicher Weisheit erfüllt ist, der erfüllt ist mit der Erkenntnis des Willens Gottes, der bekommt das nicht einfach nur, damit er sozusagen beeindruckende theologische Sätze sagen kann, sondern der Grund, wozu sie das brauchen, das Ziel sozusagen, diese Erfüllung mit Weisheit und Erkenntnis und Einsicht wird in Vers 10 gesagt.

[21:02] Es sagt: "Damit ihr des Herrn würdig wandelt", damit euer Leben so ist, dass es also tatsächlich christlich genannt werden kann, dass es dem Herrn Jesus Christus würdig ist.

[21:16] Und das erinnert uns erneut an den Philipperbrief.

[21:19] Wir sehen, dass Paulus hier zwar an verschiedene Gemeinden schreibt, aber viele Dinge auch universal gültig sind.

[21:25] Und allein das ist, wenn wir keinen anderen Beleg hätten, schon ein guter Beweis dafür, dass wir die Dinge, die Paulus an die Philipper schreibt, die an die Kolosser schreibt, auch auf uns übertragen können.

[21:37] Philipper 1 und dort Vers 27. Paulus hatte schon die Philipper hier auch entsprechend aufgefordert.

[21:44] Nur: "Führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, dass ihr feststeht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums."

[21:58] Paulus hat sich gewünscht, dass die Menschen in den Gemeinden nicht nur theologische Wahrheit verstehen, dass sie nicht nur eine große Erkenntnis haben, sondern dass sich das runterbricht, dass sich das übersetzt in das praktische Leben.

[22:12] Er wollte, dass die Menschen, die Christen wirklich als Christen im Alltag erfahrbar sind, dass sie so leben, dass es wirklich Jesu würdig ist.

[22:23] Vers 10: "Damit ihr (Kolosser 1) des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid."

[22:28] Mit anderen Worten, was nützt es, wenn ich große Erkenntnis habe, aber mein Leben Gott nicht wohlgefällig ist, wenn ich zwar viel über ihn weiß, aber mein Leben ihm nicht gefällt?

[22:39] Paulus sagt: "Ich wünsche mir, dass ihr erfüllt werdet, damit ihr würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid."

[22:48] Was bedeutet das? Es bedeutet in jedem guten Werk fruchtbar.

[22:58] Unter den Geschwistern sollen gute Werke zu finden sein.

[23:03] Wir wissen zwar, dass gute Werke Gott nicht überreden, uns zu erlösen, aber ein Erlöster, bei dem keine guten Werke zu sehen sind, eine Gemeinde, wo keine guten Werke zu finden sind, die wandelt nicht des Herrn würdig, die ist Gott nicht wohlgefällig und sie ist wohl auch nicht erfüllt, wirklich erfüllt mit aller geistlichen Weisheit und Einsicht.

[23:25] In jedem guten Werk fruchtbar.

[23:29] In Epheser lesen wir Kapitel 2 und dort Vers 10.

[23:35] Epheser 2, Vers 10: "Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvorbereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen."

[23:44] Die Werke sind schon da. Wer mit der Weisheit Gottes erfüllt wird und entsprechend wandelt, der wandelt in den Werken, die Gott schon vorbereitet hat.

[23:58] Wer also Gott kennenlernt und mit ihm wandelt, würdig des Evangeliums, würdig Jesu wandelt, der wird fruchtbar sein in Werken, weil die Werke ja schon da sind.

[24:07] Er muss sie nur noch tun.

[24:12] Er muss sie nur noch in seinem Leben auch umsetzen. Die Werke schenkt Gott.

[24:23] Und dann heißt es hier in Kolosser 1, Vers 10: "In jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend."

[24:31] Nicht nur Paulus hat diesen Gedanken

[24:31] Nicht nur Paulus hat diesen Gedanken, auch Petrus schreibt dasselbe in 2 Petrus Kapitel 3 und dort Vers 18. 2 Petrus 3, Vers 18: „Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus. Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit. Amen.“ Wachst in der Gnade. Gnade ist nicht nur etwas, was ich einmal bekomme, sondern etwas, in dem ich wachse. In der Erkenntnis, in der Gnade Gottes wachsend. Das ist das Gebetsanliegen, das Paulus für die Kolosser hat. Vers 11. Noch mehr wünscht er sich für sie. Es heißt hier: „Mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut mit Freuden.“

[25:25] Er wünscht sich, dass, während sie erfüllt werden mit der Erkenntnis und in ihrem praktischen Leben sichtbar wird, dass Gott in ihnen Gestalt gewinnt durch die guten Werke und durch die Erkenntnis, in der sie wachsen und durch das dem Herrn würdig leben. Er wünscht sich, dass sie gestärkt werden, dass Gottes Kraft und Macht sie stark macht, und zwar zu standhaftem Ausharren. Und hier sehen wir, wie wichtig, wie wichtig diese Botschaft des Kolosserbriefes für uns ist. In Offenbarung 14 und dort Vers 12 lesen wir über die Gläubigen der Endzeit. Im Kontext der dritten Engelsbotschaft heißt es in Offenbarung 14, Vers 12: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“ Woher kommt das standhafte Ausharren? Es kommt nicht dadurch, dass wir uns einfach versuchen anzustrengen und hoffen, geduldig zu sein. Es kommt dadurch, dass wir mit aller Kraft gestärkt werden durch die Macht der Herrlichkeit Gottes. Ist es nicht interessant? Dass in Offenbarung am Ende die Gemeinde, die mit standhaftem Ausharren den Glauben Jesu und das Gesetz Gottes, die Gebote Gottes hochhält und in ihrem eigenen Leben auch hält, dass diese Gemeinde beschrieben wird in Offenbarung 18, Vers 1. „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Wessen Herrlichkeit ist das? Jesaja Kapitel 60 und dort Vers 1. Jesaja 60 und dort Vers 1. Dort lesen wir diese wunderschönen Worte. Jesaja 60, Vers 1: „Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dunkel die Völker. Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Die Herrlichkeit Gottes ist kraftvoll, ist mächtig. Und wenn diese Herrlichkeit in unser Leben kommt, dann macht sie alles hell und schön, aber sie macht uns auch stark. Wir werden mit aller Kraft gestärkt gemäß der Macht seiner Herrlichkeit. Die Herrlichkeit Gottes hat eine solche Macht, dass wir gestärkt werden für das standhafte Ausharren. Gott gibt uns nicht nur eine Wahrheit und sagt jetzt: „Halte fest, halte fest, halte fest, streng dich an!“ Er sagt, dass, wenn wir seine Herrlichkeit in unser Herz lassen, dass seine Kraft uns stärkt, sodass wir standhaft ausharren können. Die Menschen, die am Ende standhaft ausharren, in Offenbarung 13 und 14, das sind diejenigen, die die Kraft der Herrlichkeit Gottes in ihr Leben gelassen haben, die erfüllt worden sind mit aller geistlichen Weisheit und Einsicht, mit der Erkenntnis Gottes Willens, die würdig des Erlösers gewandelt sind, die die guten Werke Gottes in ihrem Leben haben wachsen lassen, die in Erkenntnis Gottes gewachsen sind und gestärkt durch Gottes Kraft seiner Herrlichkeit, haben sie standhaftes Ausharren und Langmut, und zwar – und hier müssen wir sofort an den Philipperbrief denken: mit Freuden. Immer wieder hat Paulus im Brief an die Philipper die Freude herausgehoben. Ganz besonders dann in Philipper 4, Vers 4: „Freut euch im Herrn alle Zeit!“ Aber mal sage ich: „Freut euch!“ Wie können wir mit Freuden ausharren, standhaft sein? Ein Mensch kann sich vielleicht zwingen, in schlimmen Situationen irgendwie durchzuhalten und sich durchzubeißen, aber mit Freuden standhaft auszuharren, das ist nur möglich durch die Kraft der Herrlichkeit Gottes, die uns stärkt zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut mit Freuden. Was ist diese Herrlichkeit?

[29:18] 2. Mose Kapitel 33 hat Mose Gott gebeten, diese Herrlichkeit sehen zu dürfen. Er sagt in 2. Mose 33, Vers 18, er antwortete: „So lass mich doch deine Herrlichkeit sehen.“ Und der Herr sprach: „Ich will alle meine Güte vor deinem Angesicht vorüberziehen lassen und will den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Und wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig. Und über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.“ Das ist die Herrlichkeit Gottes. Und in dieser Herrlichkeit, sagt uns der Paulus, ist eine Macht. Es gibt eine Macht der Herrlichkeit, und die stärkt uns zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut mit Freuden. Wenn wir wirklich durch den Glauben verstehen und annehmen, dass Gott uns wirklich vergeben hat und wir rein vor ihm stehen, dann vergibt uns das die Sünden. Es reinigt uns von aller Ungerechtigkeit, aber er stärkt uns auch, um in der Zukunft auszuharren zu können.

[30:22] Echte Vergebungsgewissheit stärkt den Glauben. Echte Vergebungsgewissheit stärkt uns in unserem alltäglichen Wandel mit Jesus. Wer weiß durch den Glauben, dass ihm vergeben worden ist, der wird geistlich stark und kann ausharren. Wer sich nie ganz sicher ist, wer immer nur hofft, dass ihm hoffentlich vergeben ist, der wird auch keine geistliche Stärke in seinem Leben haben und in den Anfechtungen viel eher wanken als derjenige, der weiß, dass die Herrlichkeit Gottes sein Herz durchflutet und verwandelt hat.

[31:15] 2. Korinther Kapitel 4, Vers 6. Diese Herrlichkeit Gottes sehen wir im Angesicht Jesu Christi. 2. Korinther Kapitel 4 und dort Vers 6: „Denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervor zu leuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Wenn wir auf Jesus schauen, wenn wir ihn erhöhen – und wir werden gleich jetzt darüber sprechen –, wenn wir Jesus erhöhen, wenn wir auf ihn blicken und in seinem Blick und in seinem Handeln, in seinem Leben, Sterben, seiner Auferstehung, in seinem Dienst jetzt für uns im himmlischen Heiligtum. Wenn wir die Herrlichkeit Gottes sehen, dass er bereit ist, in Jesus mir jede Sünde zu vergeben, mich reinzuwaschen, dann wird mir vergeben, dann werde ich gereinigt, dann wird mein Leben strahlend hell und die Kraft Gottes. Paulus sagt in Römer 1, Vers 16, dass das Evangelium, durch das gerechtfertigt wird, durch das mir vergeben wird durch den Glauben, dass es eine Kraft ist. Diese Kraft stärkt mich zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut mit Freuden. Deswegen können diejenigen, die das Evangelium angenommen haben, die in den Seligpreisungen beschrieben werden, die geistlich Armen, die zu Jesus kommen, die Trauernden, die über ihre Sünde traurig sind, die getröstet werden, die Sanftmütigen, die nach der Gerechtigkeit Jesu hungern und dürsten, die Barmherzigen, die im Herzen rein sind, weil sie durch das Blut Jesu reingemacht worden sind, weil sie das wollten, die Friedensstifter. Deswegen können sie sogar unter Verfolgung mit Freuden standhaft ausharren.

[33:13] Vers 12. „Indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht.“ Bei all dem, was wir gesagt haben, bei den guten Werken, dem standhaften Ausharren, dem würdigen Wandel, dem Erfülltwerden mit der geistlichen Weisheit und Einsicht, ist am Ende immer ganz deutlich und ganz klar: Es ist Gottes Gabe, es ist Gottes Geschenk. Wir sagen dem Vater Dank. Er macht uns fähig. Er macht uns tüchtig, er macht uns stark.

[33:45] Wir können Teilhaber dieses Erbes nur sein, weil Gott der Vater uns dazu befähigt. Wenn wir standhaftes Ausharren haben, dann sollen wir Gott danke sagen. Wenn wir mit Freuden langmütig sind, dann müssen wir Gott dafür danken. Wenn wir gestärkt werden, dann ist es Gott, der das tut. Wir wollen ihm danken. Wenn wir in jedem Werk fruchtbar sind, ist es Gottes Ehre, denn es sind ja seine Werke, die wir tun. Deswegen werden die Menschen in Matthäus 5, Vers 16 auch Gott den Vater preisen, wenn sie die Werke, die guten Werke bei uns sehen. Wenn wir in der Erkenntnis Gottes wachsen, ist es Gottes Geschenk. Wenn wir dem Herrn Jesus würdig wandeln, ist es Gott, der in uns wirkt. Wenn wir erfüllt sind mit geistlicher Weisheit und Einsicht, wenn wir tiefe Gedanken nachvollziehen können, ist es Gottes Geschenk. Ihm gebührt die Ehre, das Lob und der Preis. Ihm wollen wir danke sagen. Kann es sein, dass wir ihm zu oft nicht danke sagen, dass wir es zu oft vergessen?

[34:47] Der Paulus spricht darüber in Römer 1, was passiert, wenn man vergisst, Gott danke zu sagen. Vers 21: „Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert.“

[35:08] Wie oft ist unser Herz schon finster geworden? Weil wir vergessen haben, Gott zu danken, weil wir uns geweigert haben, Gott zu danken, weil wir die Ehre für uns nehmen wollten.

[35:16] Paulus sagt den Kolossern in Vers 12: „Indem ihr dem Vater Dank sagt, der uns tüchtig gemacht hat, teilzuhaben am Erbe der Heiligen im Licht.“ Und jetzt spricht er weiter über Gott, den Vater. Vers 13: „Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.“ Wenn wir an den Erlösungsplan denken, wenn wir an den, ähm, an das Evangelium denken, dann denken wir meistens an Jesus als unseren Retter. Und das ist auch vollkommen richtig. Die Bibel sagt in Matthäus 1, Vers 21: „Er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.“

[35:59] Aber manchmal haben wir vielleicht so im Hinterkopf, äh, so diesen Eindruck, also sei Jesus der Retter und Gott der Vater, beobachtet das und freut sich darüber. Aber die Bibel lehrt auch, genauso wie Gott der Vater Schöpfer ist und Jesus Schöpfer ist, so ist Gott der Vater auch Retter, auch wenn Jesus auch der Retter ist. Gott der Vater ist nicht nur ein, äh, wohlwollend passiv Beobachtender, sondern er selbst rettet uns. Er, Gott der Vater, hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt. Er, Gott der Vater, hat uns versetzt in das Reich seines Sohnes, seiner Liebe.

[36:44] Wir alle waren in dem Machtbereich des Bösen. Wir alle waren Gefangene der Sünde. Wir alle waren rechtmäßig gefangen genommen von dem Tyrannen Satan, dem Tyrannen Sünde. In Jesaja 49 wird die Frage gestellt, ob man trotzdem frei werden kann. Jesaja 49 und dort Vers 24: „Kann wohl einem Starken die Beute genommen werden und können rechtmäßig Gefangene entfliehen?“ Ja, ist die Antwort. Ja, so spricht der Herr: „Auch die Gefangenen des Starken sollen ihm genommen werden, und die Beute des Tyrannen soll entfliehen. Warum? Denn nun werde ich mit dem kämpfen, der gegen dich kämpft. Und ich werde deine Verteidigung deine Kinder erretten, weil Gott kämpft. Weil Gott uns rettet, kann er uns sogar aus dem Machtbereich des Tyrannen, aus dem Machtbereich des Bösen, aus der Dunkelheit, aus der Finsternis herausretten.“ Es ist Gott, der uns rettet und er hat uns versetzt in das Reich seines Sohnes, seiner Liebe. In Johannes 5 wird das so ausgedrückt: Wer an Jesus glaubt, ihm vertraut und ihn als seinen persönlichen Erlöser in sein Herz aufnimmt. Das heißt hier in Johannes 5, Vers 24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“ Das ist mit anderen Worten das, was Paulus sagt: aus dem Herrschaftsbereich der Finsternis versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.

[38:26] Gott der Vater liebt den Sohn. Wenn es heißt, „das Reich des Sohnes seiner Liebe“, meint, ist das Reich des Sohnes, den er so sehr liebt. Johannes Kapitel 3 und dort Vers 35. Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Und so lesen wir im Epheserbrief, in Epheser 1 und dort Vers 6: „zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“

[39:03] Das ist eine andere Formulierung für das, was hier steht in Kolosser 1. Wir sind versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Gott hat uns – Gott, der Vater – hat uns begnadigt in dem Geliebten, in dem er Jesus liebt, und in Jesus begnadet Gott der Vater uns. Er liebt Jesus, und er, Gott der Vater, versetzt uns in das Reich seines Sohnes Jesus Christus.

[39:31] Vers 14. Jetzt geht es um Jesus. Wir haben in Vers 13 gelesen: Er, Gott der Vater, hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. Vers 14: „Indem, also der Sohn, indem wir die Erlösung haben, durch sein Blut, die Vergebung der Sünden.“ In Jesus haben wir aufgrund seines Blutes Vergebung. Fast wörtlich ist das so in Epheser 1, Vers 7: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Übertretungen nach dem Reichtum seiner Gnade.“ Sehen wir, wie auch der Brief an die Kolosser mit dem Brief an die Epheser sich hier sehr eng berühren und Paulus immer wieder dieselben Gedanken den Gemeinden schreibt, immer wieder ein bisschen anders formuliert, aber es sind immer dieselben Gedanken. Wenn man vielleicht einen Vers nicht genau versteht, kann man den anderen dazu nehmen, um zu sehen, was der Hauptgedanke von Paulus bei all dem ist.

[40:32] Jesus hat sein Leben als Lösegeld gegeben. So sagt er in Matthäus 20, Vers 28. Apostelgeschichte 20, Vers 28: Jesus hat die Gemeinde durch sein eigenes Blut erworben.

[40:47] Erlösung bedeutet, dass meine Sünden vergeben werden. Und manchmal möchte der Satan uns einreden, dass sie vielleicht gar nicht wirklich vergeben sind. Aber wir haben 1. Johannes 1, Vers 9.

[41:00] Ein Anker für jeden, der in Sünde gefallen ist, für jeden, der versucht worden ist, für jeden, der im Glauben schwach zu werden droht. 1. Johannes 1, Vers 9: „Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

[41:26] Das ist die Erlösung in Jesus, weil er für dich und für mich gestorben ist.

[41:33] Paulus schreibt den Kolossern das, was sie schon gehört haben, was sie auch angenommen haben, worin sie auch feststehen – um eine Formulierung von Paulus aus dem 1. Korinther 15 zu paraphrasieren. Aber er schreibt es noch mal, weil es so wichtig ist, dass wir uns immer wieder daran erinnern, dass wir in Jesus die Vergebung haben, in Jesus Erlösung haben und dass durch Gottes Wirken – dass Gott der Vater uns dadurch vom Reich der Finsternis in das Reich Jesu versetzt hat und wir deswegen erfüllt werden können mit aller geistlichen Weisheit, dass wir deswegen ein Leben leben können, das Jesus würdig ist, dass wir deswegen gute Werke tun können, dass wir deswegen in der Erkenntnis Gottes wachsen können, dass wir deswegen gestärkt werden, bis wir standhaftes Ausharren haben und mit Freuden langmütig sein können. All das basiert auf der Tatsache, dass Jesus durch sein Blut meine Sünden vergeben hat.

[43:33] Durch den Glauben. Dies ist ein Geschenk meins. Wenn ich es ihm glaube und es in Anspruch nehme, dann habe ich die Vergebung der Sünden. Das Blut hat auch im Heiligtumsdienst nicht nur im Vorhof eine Rolle gespielt. Es wurde auch in das Heilige gebracht. Es wurde am großen Versöhnungstag in das Allerheiligste gebracht. Das Blut ist nicht nur ein Baustein im Erlösungsplan. Es ist die Grundlage für alles andere.

[43:00] Nur weil Jesus für mich gestorben ist, kann es gute Werke geben. Nur weil Jesus sein Blut vergossen hat, kann ich geistlich etwas verstehen. Nur weil Jesus am Kreuz von Golgatha Lösegeld bezahlt hat. Nur deswegen werde ich einmal standhaft ausharren können, selbst in der Endzeit, weil er für mich gestorben ist.

[43:23] Die Erlösung durch sein Blut.

[43:27] Und was ist die Erlösung? Paulus sagt uns: die Vergebung der Sünden, und wir haben schon gesehen in 2. Mose 33, dass die Herrlichkeit Gottes daran besteht, dass er uns nicht nur Vergebung verspricht, sondern uns tatsächlich vergibt. „Über wen ich mich erbarme, über den erbarme ich mich.“

[43:53] Das ist diese Grundlage, diese Herrlichkeit, die uns stärkt und uns zu allem anderen befähigt.

[44:02] Gott der Vater tut dies durch die Erlösung in Jesus Christus.

[44:08] Und deswegen ist Jesus für uns von überragender Bedeutung. Und deswegen will Paulus jetzt den Kolossern das ganz deutlich machen, damit niemand sie verwirrt, niemand ihnen irgendwie einreden kann, dass es neben Jesus noch andere wichtige Dinge gebe, die irgendwie Jesus überschatten könnten und überstrahlen könnten. Er möchte, dass sie verstehen, dass Jesus weit über allem anderen steht.

[44:32] Und deswegen kommen jetzt berühmte, wichtige, tiefe Verse über Jesus. Und wie gesagt, ist immer noch Teil dieses Satzes. Alles gehört hier ab Vers 9 direkt miteinander zusammen. Das ist alles miteinander verbunden. Es sind keine Gedanken nebeneinander. Es ist eigentlich ein großer Gedanke, den wir nur stückchenweise, häppchenweise, fast hätte ich beinahe gesagt, uns anschauen, damit wir ihn Stück für Stück nachvollziehen können.

[45:01] Jesus, was sagt Paulus hier in Kolosser 1 über Jesus? Er erhöht ihn, so wie er das auch im Philipperbrief gemacht hat.

[45:10] In Kolosser 1, Vers 15 sagt Paulus über Jesus: „Dieser ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über aller Schöpfung ist.“ Er beginnt damit zu sagen: Jesus ist das Bild des unsichtbaren Gottes. Wir können Gott nicht sehen, aber in Jesus sehen wir Gott. Jesus hatte das selbst gesagt, als er in Johannes 14 und dort auch in Vers 9 auf den Wunsch von Philippus, einmal den Vater zu sehen, gesagt hatte. Vers 9: „Solange bin ich bei euch und du hast mich noch nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen.“ Wie kannst du das sagen: „Zeig uns den Vater.“ Deswegen wird Jesus immer wieder das Bild Gottes genannt. So in 2. Korinther Kapitel 4 und dort Vers 4, am Ende: „welcher Gottes Ebenbild ist.“

[46:10] Hebräer 1, Vers 3. Dort wird gesagt: „Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft.“ Nun, es ist nie möglich, ein adäquates Gleichnis zu finden, um Gott zu beschreiben, aber vielleicht hilft es uns ein ganz klein wenig, das ein bisschen besser zu verstehen: so wie ein Dokument auf einem Computer sozusagen digital vorliegt und dann ausgedruckt wird und man sozusagen dann tatsächlich es in den Händen hält und anfassen kann als Ausdruck, aber dieser Ausdruck genau das wiedergibt, was auch, äh, sozusagen als digital im Computer bereits als Dokument vorhanden ist. Genauso beschreibt Jesus, den wir Menschen anfassen, sehen und hören konnten, den unsichtbaren Gott. Er ist genauso. Da gibt es nicht Dinge, die bei dem Ausdruck fehlen, die nur Gott der Vater hat, aber Jesus nicht. Er ist der genaue Ausdruck seines Wesens, die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit, das exakte, genaue Ebenbild eins zu eins. Und deswegen haben wir im Philipperbrief gelesen in Philipper Kapitel 2, Vers 6, dass Jesus in der Gestalt Gottes ist, dass er die Gestalt Gottes hat. Johannes 1, Vers 1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“

[47:53] Niemand hat Gott den Vater gesehen. So sagt es Johannes Kapitel 1 und dort Vers 18: „Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.“

[48:14] Gott der Vater ist unsichtbar, aber Jesus ist das exakte Ebenbild des Vaters, und deswegen ist auch er Gott im höchsten Sinne, und deswegen nennt ihn Gott der Vater selbst in Hebräer 1, Vers 8.

[48:42] Hier in Kolosser 1, Vers 15 wird er nicht nur das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, er wird auch der Erstgeborene genannt. Das erinnert uns vielleicht ein wenig an Johannes 1, Vers 14 oder auch den berühmten Vers Johannes 3, Vers 16: "Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." Dieser einzig Geborene, der Eingeborene. Ähm, eine ganz ähnliche Formulierung "Erstgeborener" finden wir zum Beispiel auch in Hebräer 1 und dort Vers 6: "Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten." Dass Jesus der Erstgeborene ist, schließt nicht aus oder bedeutet nicht, dass er nicht angebetet werden soll. Er wird hier auf Gottes Befehl als Erstgeborener von den Engeln angebetet und in Vers 8 von Gott selbst Gott genannt. Das Argument, dass er als Erstgeborener angeblich nicht Gott sein kann, fällt damit bereits in sich zusammen. Er ist Erstgeborener und Gott.

[49:54] Was bedeutet es, dass er erstgeboren ist? Es heißt im Griechischen, er ist der Erstgeborene aller Schöpfung. Daraus haben einige ableiten wollen, er wäre das erste Geschöpf gewesen. Und es gibt auch Menschen, die deutlich ablehnen, dass Jesus geschaffen ist und trotzdem irgendwie davon ausgehen, dass er dann zu einem früheren Zeitpunkt als die Schöpfung in die Existenz gekommen sei. Aber es gibt auch Menschen, die tatsächlich ihn als mehr oder weniger als Geschöpf betrachten.

[50:37] Eine ganz ähnliche Formulierung findet sich in Offenbarung Kapitel 3 und dort Vers 14. Dort heißt es in Offenbarung 3, Vers 14: "Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der Amen, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung, der Anfang der Schöpfung Gottes." Nun, heißt das, wenn es heißt, Jesus ist der Erstgeborene aller Schöpfung, er ist der Ursprung der Schöpfung, er ist der Anfang der Schöpfung, heißt es, dass er der erste Teil der Schöpfung gewesen ist, das erste, was geschaffen wurde, oder was bedeutet das?

[51:20] Die Antwort liefert Paulus selbst in Kolosser 1. Er sagt ja in Vers 15: "Dieser Jesus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung" – wörtlich. Vers 16: "Denn" – was jetzt kommt, ist die Begründung für davor – "Er ist der Erstgeborene aller Schöpfung." Denn er sagt jetzt aber nicht: "Denn er ist als erstes geschaffen worden" oder "Er war vor allem anderen ist er entstanden." Er sagt: "Nein, nein, nein." Denn warum ist er der Erstgeborene aller Schöpfung? "Denn ihm ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten. Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen und er ist vor allem und alles hat seinen Bestand in ihm, weil er alles gemacht hat."

[52:09] Deswegen ist er der Erstgeborene. Erstgeborener meint hier nicht Erstgeborener im Sinne von Zeit, sondern Erstgeborener im Sinne von Rang. Wir werden das gleich deutlich in den nächsten Versen noch bestätigt sehen. Weil er alles geschaffen hat, hat er den Vorrang. Er ist der Erstgeborene. Das Bild ist ja das, dass der Erstgeborene einen höheren Rang hat als alle anderen Kinder. Wobei die Bibel uns deutlich lehrt, immer wieder im Alten Testament, dass auch Menschen, die gar nicht als erstes geboren worden sind, das Erstgeburtsrecht hatten und dann der Erstgeborene waren. Es heißt von David zum Beispiel, dass er der Erstgeborene war, obwohl wir wissen, dass er eine ganze Reihe ältere Brüder gehabt hat. Erstgeborener meint also nicht immer etwas über den zeitlichen Aspekt. Es meint manchmal einfach den Rang.

[53:08] Jesus hat den Vorrang. Er ist über aller Schöpfung. Warum? Denn in ihm ist alles erschaffen worden. Nun, manchmal wird gesagt, na ja, Jesus ist nicht geschaffen worden, aber trotzdem ist er dann irgendwie entstanden. Aber die Bibel ist hier zu deutlich, als dass man sie missverstehen kann. In Johannes Kapitel 1, Vers 3 heißt es über Jesus, über das Wort Gottes. Es heißt hier in Vers 1: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist." Es gibt nichts, was irgendwann einmal nicht existierte und dann existierte, was nicht durch Jesus in die Existenz gekommen ist. Das bedeutet: Jesus hat schon immer existiert. Denn wenn er selbst irgendwann nicht existiert hätte und dann durch irgendeinen Akt in die Existenz gekommen wäre, dann hätte es etwas gegeben, was entstanden ist, was nicht durch Jesus entstanden ist.

[54:24] Jemand sagt aber: "Sagt nicht Sprüche 8, dass er geboren worden ist?" Nun, wir haben heute hier nicht die Zeit, dieses Thema ausführlich zu behandeln, aber nur vielleicht für diejenigen, die sich vor allem an Sprüche 8 festklammern. In Sprüche 8, Vers 22 und 23: "Der Herr besaß mich am Anfang seines Weges, ehe er etwas machte vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen." Nun, die Frage, die man sich stellen muss: Meint das hier eine physikalische, tatsächliche Geburt mit dem Sinn, dass es vorher nicht da gewesen ist? Weil wenn das so ist, gibt es ein großes Problem. Denn obwohl wir wissen und glauben, dass die Weisheit hier eine Personifizierung von Jesus Christus ist, ist sie auch die Weisheit. Es steht ja da, es geht ja um die Weisheit Gottes. Und wenn jemand sagt, diese Weisheit Gottes, die sich in Christus personifiziert, wenn diese Weisheit Gottes erst geboren worden ist, dann gäbe es ja einen Zeitpunkt in der Geschichte des Universums oder überhaupt in der Geschichte Gottes, wo Gott ohne Weisheit gewesen wäre. War Gott jemals ohne Weisheit? Ist die Weisheit Gottes irgendwann erstmal entstanden? Ich denke, niemand wird das ernsthaft behaupten wollen. Wenn Gott nie ohne Weisheit war, dann war er auch nie ohne Jesus.

[56:01] Denn in ihm ist alles erschaffen worden. Wir sehen den Zusammenhang sehr schön in 1. Korinther Kapitel 8 und dort Vers 6: "So gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn und einen Herrn Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn." Übrigens wird der Name Herr auch für Gott den Vater verwendet. Und auch Jesus wird Gott genannt. Es gibt einen Gott, den Vater. Es gibt einen Herrn Jesus Christus. Jetzt heißt es von Gott dem Vater, dass von ihm alle Dinge sind und wir für ihn und von Jesus Christus, dass durch ihn alle Dinge sind und wir durch ihn.

[56:37] Das wird noch weiter erklärt in Epheser Kapitel 3 und dort Vers 9: "Und alle darüber zu erleuchten, welches die Gemeinschaft ist, die als Geheimnis von den Ewigkeiten her in Gott verborgen war, der alles erschaffen hat durch Jesus Christus." Alles erschaffen durch Jesus Christus. So auch Hebräer 1, Vers 2, dass er durch ihn die Welten gemacht hat. Gott, der Vater hatte den Wunsch, er hatte den Plan. So heißt es in Offenbarung 4, Vers 11: "Denn durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen." Und Jesus hat es ausgeführt. Er hat am Anfang Himmel und Erde geschaffen. So sagt es Hebräer 1, Vers 10: "Und, oh Herr, hast am Anfang die Erde gegründet und die Himmel sind das Werk deiner Hände."

[57:44] Das gesamte Universum, alle Welten, alle Engel sind von Jesus Christus geschaffen worden, durch ihn geschaffen, für ihn geschaffen. Er erhält sie alle am Leben. Interessanterweise wird dasselbe auch von Gott dem Vater gesagt. In Hebräer 2 und dort Vers 10 lesen wir: "Denn es war dem angemessen, um dessen Willen alles ist und durch den alles ist." Ist genau die gleiche Formulierung, die auch in Kolosser für Jesus verwendet wird, "da er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihres Heils durch Leiden zu vollenden."

[58:30] Jesus steht weit über allen Mächten, so auch im Epheserbrief. Es heißt hier in Epheser 1 und dort Vers 21: "Hoch über jedes Fürstentum und jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in dieser Weltzeit, sondern auch in der Zukunft, denn Jesus ist über alles in diesem Universum weit erhaben." Zurück zu Kolosser, Vers 18.

[59:06] Und er, Jesus, und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Er ist nicht nur der Oberste des gesamten Universums, er ist der Oberste in der christlichen Gemeinde. Und zwar als Anfang, ach, da haben wir das gleiche Wort, wie wir es auch in Offenbarung 3, Vers 14 haben. Er ist das Haupt, der Kopf. Er hat den Vorrang. Es geht hier also nicht um einen zeitlichen Aspekt, es geht um den Rang. Das wird jetzt in Vers 18 ganz deutlich, denn er ist der Erstgeborene aus den Toten.

[59:39] Und wir alle wissen, wenn wir die Bibel einmal durchgelesen haben, Jesus war nicht der erste, zeitlich gesehen, der tot war und danach wieder lebte. Mose ist gestorben (5. Mose 34) und wir lesen im Neuen Testament in Johannes 5, Vers 45, dass er im Himmel lebt. Wir sehen in Matthäus 17, Vers 3, wie Mose erscheint und in Judas 9 wird uns erklärt, wie der Herr ihn auferweckt hat. Wir kennen den Sohn der Witwe aus Zarephath aus 1. Könige 17, den Sohn der Schunemiterin in 2. Könige 4, einmal von Elia, einmal durch Elisa, letztlich durch Gott natürlich, aber im Fall von Elia und Elisa jeweils, die für das Kind jeweils gebetet haben. Wir kennen einen Mann, der auf die Gebeine des Elisa geworfen wurde, als er begraben werden sollte und dadurch wieder lebendig geworden ist (2. Könige 13, Vers 21). Wir kennen den Sohn der Witwe von Nain in Lukas 7. Wir kennen die Tochter des Jairus zum Beispiel in Markus 5. Wir kennen Lazarus in Johannes 11, der mehrere Tage tot war.

[1:00:39] Jesus war nicht der erste zeitlich, der tot war und lebendig geworden ist. Und wenn in diesem Kontext es ganz offensichtlich, wenn es hier ganz offensichtlich darum geht, dass er nicht der erste bezüglich der Zeit ist, sondern der erste von allen Auferstandenen bezüglich des Ranges, dann ist es nur ehrlich und aufrichtig, wenn wir dann konstatieren, dass diese Bedeutung von "Erstgeborener" und "Anfang" hier in diesem ganzen Kontext das ist, was Paulus vor Augen hat. Er will nicht sagen, dass Jesus das erste in die Welt gekommene Wesen ist. Er will sagen, er ist über aller Schöpfung. Er ist der Erstgeborene, so wie er der Erstgeborene von den Toten auferstanden ist, weil er über ihnen allen steht, denn seine Auferstehung war anders.

[1:01:28] Johannes 10, Vers 17 und 18. Jesus sagt: "Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, damit ich es wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht es zu lassen und habe Vollmacht es wiederzunehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen." Das konnte Mose nicht sagen. Das konnte der Sohn der Witwe von Nain nicht sagen. Das konnte Lazarus nicht sagen. Das konnte niemand von den anderen sagen. Die alle wurden lediglich auferweckt. Jesus hat sich das Leben selbst gegeben. Er sagt in Offenbarung 1, Vers 17 und 18, und es heißt hier: "Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot", als Johannes auf Patmos Jesus in seiner Herrlichkeit sieht. "Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: 'Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende und ich war tot. Und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes.'"

[1:02:30] Jetzt wollen wir einen ganz entscheidenden Gedanken verstehen. Gott der Vater ist der Schöpfer. Er ist nicht nur passiv gewesen, er hat den Plan gehabt. Er hat einen Auftrag an Jesus gegeben und Jesus hat es in eigener Kraft, also durch seine eigene Kraft umgesetzt. Aber genau das, was Gott der Vater ihm gesagt und gezeigt hatte. Jesus ist Schöpfer. Gott der Vater ist Schöpfer. Auf dieselbe Art und Weise hat Gott der Vater Jesus auferweckt und Jesus sich selbst das Leben gegeben.

[1:03:05] Manchmal sagen Leute, wenn man sagt, Jesus hat sich selbst das Leben genommen, wo ist dann der Vater, der ihn auferweckt hat? Man könnte genauso fragen, wenn man sagt, Jesus hat die Welt erschaffen, wo ist dann der Vater, der sie geschaffen hat? Aber das ist eine falsche Perspektive. Gott, der Vater hatte den Plan der Schöpfung und Jesus hat in Übereinstimmung mit seinem Vater diesen Plan ausgeführt, sodass gesagt werden kann, Gott der Vater ist der Schöpfer. Und so hat Gott der Vater den Plan gehabt, dass Jesus von den Toten auferstehen soll. Und Jesus hat gewartet, bis der Engel ihn gerufen hat, als der Engel gesagt hat: "Dein Vater ruft dich." Dann hat Jesus den Plan des Vaters ausgeführt, indem er sich das Leben wiedergab. Und damit hat Gott der Vater ihn auferweckt, denn Jesus hätte das niemals ohne den Willen des Vaters getan. Jesus hätte niemals ohne den Willen des Vaters etwas geschaffen. Weder diese Erde, noch ein Mond, noch eine Sonne, noch irgendetwas, was er geschaffen hat, hat er aufgrund des Auftrags des Vaters geschaffen, und dass er sich selbst das Leben gegeben hat, hat er getan als Auftrag des Vaters.

[1:04:06] Wir sehen hier, wie die Schöpfung und die Auferstehung beide denselben Punkt illustrieren und weswegen er in beiden Fällen den Vorrang vor allen Menschen, allen Engeln, allen ungeschaffenen Welten hat. Er hat diese Schöpferkraft. Das zeigt sich bei der Schöpfung, das zeigt sich bei der Auferstehung von den Toten doppelt. Und dadurch wird sichtbar und ganz offensichtlich: Er hat den Vorrang vor allem.

[1:04:50] Wir können eigentlich nur Amen sagen, wenn wir das einmal sacken lassen. Wir wollen zum Ende kommen und noch Vers 19 lesen. Hier wird es ganz deutlich, wenn es vorher nicht schon deutlich geworden ist. Vers 19: "Denn es gefiel Gott, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen." In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. So werden wir es noch lesen in Kolosser 2, Vers 9. Paulus betont das dann noch einmal und aus seiner Fülle empfangen wir Gnade und Wahrheit, wie Johannes 1, Vers 16 sagt.

[1:05:18] Und obwohl die Lektion nur bis Vers 19 geht, glaube ich, sollten wir wenigstens noch Vers 20 lesen, damit wir diesen riesigen Satz zu Ende machen. Ich weiß gar nicht, ob wir das überhaupt schaffen. Von Vers 9 an all diese Gedanken, die wir gelesen haben über die Erkenntnis. Und wie Paulus darum bittet, dass die Kolosser in der Weisheit erfüllt werden sollen mit Einsicht und Erkenntnis des Willens Gottes, wie sie dann Vers 10 würdig wandeln sollen und ihm wohlgefällig sein sollen, in jedem guten Werk fruchtbar, in Erkenntnis Gottes wachsend, wie die Herrlichkeit Gottes sie kräftigen soll und stärken soll zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden, indem sie Gott dem Vater danken, der sie dazu fähig macht, ein Erbteil zu haben.

[1:06:02] Der Vater, der sie errettet hat, der uns alle gerettet hat aus der Finsternis in das Reich des Sohnes Jesu Christi, also des Sohnes – Verzeihung – des Sohnes Gottes, des Sohnes Jesus Christus, durch den wir die Erlösung haben, die Vergebung unserer Sünden, der das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist. Erstgeborener über alle Schöpfung, weil er alles erschaffen hat. Erstgeborener über alle Toten, weil er sich selbst das Leben gegeben hat. Und Haupt der Gemeinde ist, in ihm wohnt alle Fülle.

[1:06:43] Vers 20: "Und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn, sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist." Wir haben gar nicht die Zeit, das heute alles auszupacken, was in diesem Vers steht. Aber eins ist deutlich: In Jesus wird nicht nur dieser Planet gerettet, also alle, die im Glauben das annehmen, sondern durch Jesus, durch das Blut des Kreuzes wird das gesamte Universum für alle Ewigkeit die Liebe Gottes festhalten. Es hat Auswirkung auf das gesamte Universum. Ein riesiger langer Satz für einen noch viel tieferen und noch riesigeren und großartigen Gedanken, den Paulus versucht hier in diesen Satz hineinzubringen.

[1:07:49] Durch Jesus, in dem alle Fülle wohnt, hat Gott selbst, Gott der Vater, alle, die an ihn glauben, mit sich selbst versöhnt und durch das Blut des Kreuzes Jesu Frieden gemacht. Das gilt für den Himmel, das gilt für die Erde.

[1:08:09] Darf es auch für dich gelten? Möchtest du Jesus als deinen persönlichen Erlöser zum ersten Mal oder erneut annehmen, die Entscheidung festigen? Vielleicht hast du schon gehört, so wie die Kolosser von Epaphras gehört haben, aber jetzt von Paulus erneut gehört haben und erneut das in ihr Herz einschließen sollten. Möchtest du Jesus erhöhen als Erstgeborenen über alle Schöpfung, als Erstgeborenen über die Gemeinde, Erstgeborenen der Toten, dass er in allem der Erste sei, nicht nur in der Gemeinde, nicht nur im Universum, sondern auch in meinem Herzen und in meinem Leben? Ist das dein Wunsch? Ich möchte mir neu vornehmen, Jesus zur Nummer eins in meinem Leben zu machen. Wollen wir gemeinsam Gott einladen, dass er uns dazu tüchtig macht, dass er uns stärkt und das tut, was hier in diesen Worten geschrieben steht? Lass uns gemeinsam beten.

[1:09:05] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, Herr, so tiefe Gedanken in diesem Abschnitt. Wir möchten dir von Herzen dafür danken. Ich möchte dir danke sagen, dass du uns segnest und Herr, wir können das gar nicht alles in Worte fassen, was wir durchdacht haben, was du uns hier gezeigt hast, aber wir möchten Jesus erhöhen, nicht nur als den Schöpfer der Welt, nicht nur als das Haupt der Gemeinde, sondern er soll auch unser persönlicher Erlöser und Herr sein in meinem Leben und im Leben, so hoffe und glaube ich, von vielen, die dies Video sehen. Herr, das möchten wir von Herzen dir sagen und dir danke sagen, dass du zu uns gesprochen hast. Wir wollen es festhalten. Wir möchten dich bitten, dass du uns stärkst durch die Macht deiner Herrlichkeit zu allem standhaften Ausharren und aller Langmut mit Freuden. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:10:18] Nächste Woche wollen wir diesen unglaublich interessanten und ausgesprochen wichtigen Kolosserbrief mit einigen ganz besonderen Versen, ähm, die jetzt auf uns zukommen, weiter studieren. Der Nico Osburg wird dann wieder mit euch das Studium hier haben und ich wünsche euch Gottes reichen Segen bis dahin und Gott mit euch. Amen.


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