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Dieses Video aus der Serie „Christ Study Hour“ beleuchtet die Themen Versöhnung und Hoffnung anhand der Briefe an die Philipper und Kolosser. Sprecher Nico Osburg erklärt, wie Gott durch Christus die Initiative zur Versöhnung ergreift und wie diese in unserem Leben wirksam wird. Er betont, dass Glaube ein aktives Bleiben erfordert und dass das Geheimnis „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“ eine gegenwärtige Realität ist, die uns zur Reife in Christus führt.


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Serie: CSH 2026 Q1: Die Briefe von Paulus an die Philipper & Kolosser

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Transkript

[0:49] Willkommen, ihr Lieben, zu einer neuen Folge Christ Study Hour mit der Lektion 9 und dem Thema Versöhnung und Hoffnung. Aber zu Beginn lass uns erstmal beten.

[1:02] Herr, lieber Heiland, großer, mächtiger Gott, ich möchte dich loben, ich möchte dich preisen und dir danken für diese Möglichkeit, dass wir dein Wort studieren dürfen und wie ich finde auch eine wunderbare Lektion über deine Hoffnung und Versöhnung in dieser Lektion neu erfahren dürfen. Ich bitte dich, dass du unsere Herzen öffnest, dass du den Heiligen Geist sendest und dass du mir hilfst, die Dinge zu sagen, die wichtig sind. Herr, dir sei Lob, Preis und alle Ehre und ja, berühre auch die Herzen, die sich das später anschauen werden. In deinem heiligen Namen möchte ich dir danken, Herr Jesus Christus. Amen.

[1:41] Die Eltern von Elizabeth Barrett Browning lehnten ihre Ehe mit Robert Browning so vehement ab, dass sie sie enterbten. Fast wöchentlich schrieb Elizabeth Liebesbriefe an ihre Mutter und ihren Vater und bat um Versöhnung. Sie antworteten nie. Nach zehn Jahren des Briefschreibens erhielt Elizabeth ein großes Paket per Post zurück. Sie öffnete es. Zu ihrer Bestürzung und ihrem Schmerz enthielt dieser Karton alle ihre Briefe von ihren Eltern. Keiner von ihnen war jemals geöffnet worden. Heute gehören diese Liebesbriefe zu den schönsten und klassischen der englischen Literatur. Hätten ihre Eltern nur einige davon geöffnet und gelesen, hätten sie vielleicht zu einer Versöhnung kommen können.

[2:32] Die Bibel ist Gottes Versöhnungsbrief an uns. Wir sollten sie auch öffnen und gründlich und oft lesen. Diese Geschichte trifft uns, weil sie etwas zutiefst Menschliches zeigt. Liebe war da, Geduld war da, Sehnsucht nach Versöhnung war sogar da, aber die Briefe blieben ungeöffnet. Und genau hier setzt der Kolosserbrief an. Gott hat geschrieben, Gott hat geredet, Gott hat gehandelt. Und die große Frage ist nicht, ob Gott Versöhnung will, sondern ob wir bereit sind, seinen Brief zu öffnen.

[3:17] In dem Samstagsabschnitt lesen wir oder hören wir, dass Paulus die Gemeinde zunächst erstmal erinnert, woher sie kommt. In Kolosser 1, Vers 21, Entschuldigung, dort heißt es: „Auch euch, die einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken.“ Das ist keine nette Beschreibung. Fremd bedeutet abgeschnitten vom Leben Gottes und feindlich gesinnt. Das meint innerlich gegen Gott ausgerichtet. Paulus hat kein verschöntes Menschenbild und wenn wir ehrlich sind, erkennen wir uns selber darin.

[4:12] Doch jetzt kommt dieser Wendepunkt. In Vers 22 heißt es: „Hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und ungeteilt und makellos vor sein Angesicht stelle.“ Versöhnung beginnt nicht bei uns, sie beginnt bei Gott. Und schon im Garten Eden ruft Gott den Menschen: „Wo bist du?“ Nicht Adam sucht Gott, sondern Gott sucht Adam.

[4:46] Lass uns mal den Römerbrief 5 aufschlagen und dort lesen wir im Vers 6: „Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben.“ Das heißt, als wir schwach waren, starb schon Christus für uns. In Vers 8 heißt es: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Das heißt, Christus starb für uns, als wir noch Sünder waren. In Vers 10 heißt es: „Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir versöhnt wurden.“ Also als wir Feinde waren, wurden wir versöhnt.

[5:33] Das Kreuz ist Gottes Antwort auf unsere Entfremdung. Nicht nur ein moralischer Appell, sondern ein Opfer der Liebe. Wie heißt es sogar hier in Römer 5, Vers 5? „Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ Was für eine Verheißung!

[5:59] Wenn Gott also alles getan hat, wenn Versöhnung vollbracht ist, dann stellt sich doch die Frage, wie wird diese Versöhnung in meinem Leben wirksam? Wenn Paulus von Versöhnung spricht, meint er nicht nur eine neue Stellung vor Gott, sondern ein neues Leben mit Gott. Und darum bleibt er nicht dabei stehen, was Christus getan hat, sondern zeigt, was im Alltag des Glaubens bewirkt.

[6:33] Die Lektion fasst das Evangelium bewusst einfach mal zusammen, nicht oberflächlich, sondern tief und lebensnah. Wir könnten sagen, erstens: Wir konnten uns nicht selber retten, darum kam Christus. Paulus ist hier völlig eindeutig. Versöhnung beginnt nicht mit menschlicher Anstrengung, sondern mit göttlichem Eingreifen. Vers 6, wie ich es eben gelesen habe, heißt es ja: „Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben.“ Schwach bedeutet nicht nur müde oder überfordert, sondern unfähig. Unfähig uns selbst aus der Trennung von Gott zu befreien.

[7:15] Darum sagt Paulus auch im Merkvers in 2. Korinther 5, Vers 21: „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht.“ Das Kreuz ist Gottes klares Zeichen. Der Mensch konnte sich selbst nicht retten, also kam Gott selbst.

[7:37] Wir nehmen sein Opfer im Glauben an. Und das ist der zweite Punkt, dass wir das Opfer im Glauben annehmen und werden gerechtfertigt. Der Tod Jesu bleibt nicht außerhalb von uns. Er wird persönlich, wenn wir ihn im Glauben annehmen. So schreibt Paulus im Römer 5, Vers 9: „Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind?“ Glaube bedeutet hier nicht nur bloß etwas für wahrzuhalten. Glauben bedeutet, sich Christus anzuvertrauen, sein Werk gelten zu lassen für mich.

[8:23] Darum kann Paulus auch sagen in 2. Korinther 5, Vers 17: „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen. Siehe, Neues ist geworden.“ Nicht weil wir uns verändert hätten, sondern weil Gott uns neu angenommen hat. Christus lebt in uns und schafft uns neu. Das ist der dritte Punkt.

[8:51] Jetzt kommen wir zum innersten Kern des Evangeliums. Christus endet nicht einfach bei Vergebung, es beginnt mit neuem Leben. Paulus schreibt in Galater 2, Vers 20, Entschuldigung: „Ich lebe doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben hat.“

[9:40] Das ist keine poetische Sprache, das ist geistliche Realität. Christ sein bedeutet nicht, ich versuche jetzt besser zu leben. Christ sein bedeutet, Christus lebt sein Leben in mir. Darum sagt Paulus weiter: „Denn was ich jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben hat.“

[10:11] Unser Alltag, unsere Entscheidungen, unsere Kämpfe, unsere Hoffnung stehen nicht mehr unter der Herrschaft des alten Ich, sondern unter der Gegenwart Christi. Das Kreuz ist kein abgeschlossenes Ereignis, sondern die Quelle des Lebens. Darum ist das Kreuz kein Punkt, den man einfach nur so abhakt. Es ist der Ort, zu dem wir immer wieder zurückkehren. Nicht, weil Gott uns immer wieder neu vergeben müsste, sondern weil wir immer neu lernen müssen, nicht aus eigener Kraft zu handeln oder zu leben.

[10:46] Darum stellt diese Lektion auch diese ehrliche Frage: Wenn du dein Innerstes betrachtest, was sagt dir das darüber, wie sehr du das Kreuz brauchst? Und je näher wir Christus kommen, desto klarer wird uns: Wir leben nicht aus uns selbst, wir leben aus Gnade.

[11:10] Und wenn Christus in uns lebt, wenn unser Leben ganz aus Gnade besteht, dann stellt sich doch die nächste Frage ganz natürlich: Wie bleiben wir in dieser Wirklichkeit des Glaubens? Genau dort, wo Paulus ansetzt, wenn er sagt, wenn ihr im Glauben bleibt. Doch genau hier entsteht eine Spannung. Wenn alles Gnade ist, warum spricht Paulus dann so ernst vom Bleiben?

[11:48] Wenn wir den Montagsabschnitt anschauen in Kolosser 1, Vers 23, dort heißt es: „Wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden.“

[12:24] Im Griechischen beginnt dieser Satz mit einer Form von „wenn“, die davon ausgeht, dass es tatsächlich so ist. Paulus zweifelt nicht, er ermutigt, doch er weiß, Glaube ist kein Automatismus. Das Wort, das Paulus für „bleiben“ verwendet, meint dranbleiben, nicht loslassen, weitermachen, nicht weggehen. Und die Lektion zeigt auch ein paar Beispiele: Jemand klopft immer weiter an der Tür. Jemand bleibt bei einer Anweisung. Jemand hält fest, obwohl es Widerstand gibt. Glaube wächst also nicht nur dadurch, dass wir einmal überzeugt waren, sondern dadurch, dass wir immer wieder vertrauen, gegründet wie ein Haus mit dem Fundament, fest, nicht leicht verschiebbar, wo man nichts dran rütteln kann. Darum warnt Paulus davor, sich von der Hoffnung des Evangeliums abbringen zu lassen.

[13:27] Doch was, wenn dieser Weg schwer wird? Was, wenn Bleiben Leiden bedeutet?

[13:36] In dem Dienstagsabschnitt lesen wir über Gottes ewigen Plan und dort schreibt Paulus diesen Brief nicht aus einer Komfortzone. Wir können es mal lesen im letzten Kapitel der Apostelgeschichte, Apostelgeschichte 28, Verse 30 bis 31: „Paulus aber blieb zwei volle Jahre in seiner eigenen Wohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen, predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert.“

[14:26] Woher wissen wir, dass Paulus sehr wahrscheinlich in Rom unter Hausarrest ist? Weil er mit Aristarch in Apostelgeschichte 27, Vers 2 unterwegs nach Rom ist und in Kolosser 4, Vers 10 auch mit erwähnt wird als Mitgefangener. Paulus schreibt diesen Brief also aus Gefangenschaft, sehr wahrscheinlich aus Rom, aus einer bewachten Wohnung, äußerlich gebunden, aber innerlich frei. Aber er durfte Besucher empfangen und lehren.

[14:57] Und trotzdem sagt er in Kolosser 1, Vers 24: „Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide und erstatte an meinem Fleisch, was an den Leiden Christi noch fehlt, für seinen Leib, das ist die Gemeinde.“

[15:28] Warum? Weil er sein Leben nicht isoliert sieht. Die Lektion erklärt, dass damit das Wort „Verwaltung“ gemeint ist. Gott ordnet die Geschichte. Gott hat einen Plan. Paulus wusste, mein Dienst ist nicht alles, aber er ist Teil von etwas Größerem. Und das gilt uns heute genauso. Die Frage ist, bist du auch ein Teil von etwas Größerem oder traust du dich nicht, deine Gaben zu nutzen, die dir Gott geschenkt hat? Sei mutig. Ich möchte dich ermutigen. Nutze das, was du hast und Gott wird es vermehren.

[16:08] Denn manche Entscheidungen erscheinen vielleicht uns klein, manche Leiden vielleicht sinnlos, manche Wege unverständlich, aber Gott baut größere Geschichten aus treuen Schritten. Josef verstand Gottes Plan erst rückblickend. Rut ahnte nicht, dass ihre Treue Heilsgeschichte schrieb und den Messias hervorbrachte. Paulus erkannte im Leiden, dass Gottes Werk größer ist als seine Freiheit.

[16:38] Doch was ist der Kern dieses großen Plans? Was ist das Zentrum und auf was läuft es zu?

[16:50] In dem Mittwochabschnitt lesen wir in der Überschrift: „Gottes Geheimnis offenbart.“ Paulus spricht zweimal von einem Geheimnis in Kolosser 1, Vers 26. Dort heißt es nämlich: „Das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern. Nun aber ist es offenbart seinen Heiligen.“

[17:20] Wenn wir Geheimnis hören, dann denken wir vielleicht an etwas Rätselhaftes, an etwas Mystisches, aber das meint Paulus nicht. Ein Geheimnis im biblischen Sinne ist etwas, das vielleicht lange verborgen war, aber jetzt offenbar wird. Nicht, weil Gott es verstecken wollte, sondern weil die Zeit der Offenbarung noch nicht gekommen war.

[17:43] Und man kann sagen, dieses Geheimnis war vor Grundlegung der Welt erdacht in 1. Petrus 1, Vers 20, seit ewigen Zeiten verschwiegen (Römer 16, Vers 25), von Propheten vorausgesehen, von Engeln bestaunt und sogar begehrt in 1. Petrus 1, 10 bis 12. Und jetzt durch das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu ist es offenbart.

[18:16] Und was ist dieses Geheimnis? „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“ Kolosser 1, Vers 27. Ihr Lieben, das ist auch ein Motto meiner Jugendgruppe, in der ich sein darf. Und ja, an dieser Stelle möchte ich auch diese Jugendlichen grüßen, wenn sie das sehen. Und ich glaube, das sollte auch unser Motto sein als Christen heutzutage: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.

[18:43] Das Geheimnis ist größer als individuelle Rettung, könnte man sagen. In Epheser 1, Verse 7 bis 10 schreibt Paulus: „In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich hat widerfahren lassen in aller Weisheit und Klugheit, denn Gott hat uns wissen lassen, das Geheimnis seines Willens nach dem Ratschluss, den er zuvor in Christus gefasst hatte, um ihn auszuführen, wenn die Zeit erfüllt wäre, dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist.“

[19:35] Das Geheimnis betrifft nicht nur die einzelnen Menschen, es betrifft das ganze Universum. Gott führt alles auf Christus hin und alles, was durch die Sünde auseinandergerissen wurde, soll in Christus wieder zusammengeführt werden. Das ist der große Plan.

[19:55] Und in Epheser 3, Verse 3 bis 6 heißt es: „Dort heißt es: Durch Offenbarung ist mir das Geheimnis kundgemacht worden, wie ich eben kurz geschrieben habe. Darum könnt ihr, wenn ihr es lest, meine Einsichten in das Geheimnis Christi erkennen. Dies war in früheren Zeiten den Menschenkindern nicht kundgemacht, wie es jetzt offenbart ist, seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist, nämlich dass die Heiden Miterben sind und mit zu seinem Leib gehören und Mitgenossen der Verheißung in Christus sind durch das Evangelium.“

[20:40] Ihr Lieben, das war revolutionär. Nicht nur das Volk, nicht nur Israel, sondern alle, die glauben, Juden und Heiden, unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Geschichte, ein Leib in Christus. Das Geheimnis ist also: Gottes Rettung gilt allen Menschen dieser Welt. Und in Christus entsteht eine neue Menschheit.

[21:10] Und das ist auch der Kern: Christus in euch. Und jetzt kommt ein persönlicher Teil. Nicht nur Christus für euch, nicht nur Christus über euch, sondern Christus in euch. Das bedeutet, Hoffnung ist nicht nur etwas für später, sie beginnt jetzt. Hier ist im Präsens. Himmel ist nicht nur ein Ort, den wir einmal erreichen. Er wirkt bereits hier im Herzen. Und Veränderung ist nicht nur eine Forderung, sie ist Frucht der Gegenwart Christi, wie Galater 5, Vers 22, die Frucht des Geistes.

[21:52] Und in Epheser 3, Vers 17 heißt es, dass Christus durch den Glauben in eure Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid. Vers 19 heißt sogar: „Auch die Liebe Christi erkennt, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.“ Meine Lieben, ist das nicht eine Verheißung? Gott möchte uns diese ganze Gottesfülle schenken.

[22:21] Und genau das greift Kolosser 1, Vers 27 auf. Wenn Christus im Herzen wohnt, dann beginnt die Zukunft Gottes schon im Hier und Jetzt. Paulus sagt sogar im Epheser 2, Vers 6, dass wir mit eingesetzt sind im Himmel. Das heißt nicht, dass wir physisch dort sind, sondern dass unsere Zugehörigkeit bereits feststeht. Wir leben zwar noch hier, aber wir gehören schon dorthin. Und Hebräer 6, Vers 5 spricht sogar davon, dass wir die Kräfte der zukünftigen Welt schmecken dürfen.

[22:57] Das ist das Geheimnis, ihr Lieben. Die kommende Herrlichkeit wirft ihre Schatten voraus. Oder sollte ich eher sagen, strahlt sie voraus, weil Christus in uns lebt und leben möchte. Die Frage ist, laden wir ihn ein in unser Herz?

[23:17] Die Hoffnung der Herrlichkeit. Warum nennt Paulus es Hoffnung der Herrlichkeit? Weil die Gegenwart Christi in uns die Garantie der kommenden Herrlichkeit ist. Er, der jetzt im Herzen wohnt, wird uns eines Tages vollkommen verwandeln, wenn er wiederkommt. Siehe Philipper 3, 20-21.

[23:42] Das ist keine vage Hoffnung, ihr Lieben. Das ist eine verankerte Hoffnung. Die Frage ist, wo hast du deinen Anker und wie können wir uns überhaupt so sicher sein? Lasst uns mal Hebräer aufschlagen. Im Hebräerbrief, Kapitel 6, ab Vers 17 heißt es nämlich: „Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch kräftiger beweisen wollte, dass sein Ratschluss nicht wankt, sich noch mit einem Eid verbürgt. So sollten wir durch zwei Zusagen, die nicht wanken – denn es ist unmöglich, dass Gott lügt – einen starken Trost haben, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, festzuhalten an der angebotenen Hoffnung. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter den Vorhang. Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der Hohepriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“

[25:21] Das ist eine schöne Heiligtumssprache und unser Hohepriester Jesus Christus, der jetzt für uns einsteht, er hat uns versprochen und hat uns gesagt, wir sollen unseren Anker ins Heiligtum legen, dort wo er jetzt für dich einsteht und für mich. Und das ist unsere Hoffnung und das ist auch unsere Zusicherung.

[25:44] Wenn Christus nämlich in uns lebt, wenn Gottes ewiger Plan schon jetzt in unseren Herzen begonnen hat, dann stellt sich die Frage, wohin führt dieses Leben konkret? Wie wächst ein Mensch, in dem Christus wohnt? Und genau dort setzt Paulus an, wenn er nämlich davon spricht, jeden Menschen vollkommen in Christus darzustellen.

[26:06] Im Donnerstagsabschnitt lesen wir die Kraft des Evangeliums. Paulus schreibt in Kolosser 1, Vers 28: „Den verkündigen wir und ermahnen alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen darstellen.“

[26:43] Hier sehen wir das Ziel seiner ganzen Verkündigung. Er predigt nicht sich selbst. Er predigt nicht religiöse Regeln, nicht Moral, nicht Philosophie, keine Tradition. Er predigt Christus, den Gekreuzigten. Und warum? Damit Menschen vollkommen in Christus sein können.

[27:05] Und er predigt es nicht nur bestimmten Gruppen von Menschen, er predigt es allen Menschen. Niemand ist ausgeschlossen. Dreimal sagt Paulus das und wiederholt es: alle Menschen. Er ermahnt alle. Er lehrt alle. Er will jeden vollkommen darstellen. Das Evangelium ist nicht nur für einige, nicht nur für besondere Begabte, nicht nur für geistlich Starke, jeder Mensch soll wachsen und jeder Mensch soll reifen. Jeder Mensch soll in Christus gefestigt werden. Und was bedeutet vollkommen?

[27:37] Hier braucht Paulus ein griechisches Wort, das „Teleios“ heißt. Und dieses Wort bedeutet nicht fehlerlos, es bedeutet gereift, zum Ziel gekommen, voll entwickelt, wie ein Kind, das heranwächst. Ein Baby ist vollkommen als Baby, aber es soll nicht Baby bleiben. Wenn ein Kind nach Jahren nicht sprechen oder gehen könnte, würden die Eltern sich Sorgen machen. Wachstum ist normal, ihr Lieben, und Entwicklung wird erwartet. Genauso ist es auch mit dem geistlichen Leben. Teleios bedeutet ein Mensch, der geistlich gewachsen ist, ein Mensch, der in seinem Vertrauen gefestigt ist, ein Mensch, dessen Leben immer stärker von Christus geprägt wird.

[28:23] Und der dritte Punkt ist, wie geschieht diese Reife? Paulus nennt zwei Werkzeuge: Er lehrt und er ermahnt. Lehren bedeutet Wahrheiten erklären. Ermahnen bedeutet warnen, korrigieren, schützen. Warum ist das nötig? Weil nicht jeder Weg, der richtig aussieht, nämlich zum Leben führt. In Sprüche 14, Vers 12 heißt es: „Manchem scheint der Weg recht, aber zuletzt bringt er ihn doch zu Tode.“ Und die Menge-Bibel sagt sogar: „Mancher Weg erscheint den Menschen gerade.“ Bist du gerade auch auf so einem geraden Weg?

[29:02] Falsche Lehren sind nicht oft sofort sichtbar, aber sie sind falsch. Sie enthalten meist einen Teil Wahrheit, aber sie fügen etwas hinzu oder nehmen etwas weg. Darum braucht es geistliche Unterscheidung. Und geistliche Unterscheidung wächst, wenn wir Gottes Wort kennen und uns vom Heiligen Geist leiten lassen.

[29:28] Der vierte Punkt ist das Ziel: eine reife, vorbereitete Gemeinde. Epheser 5, Vers 27 sagt: „Er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keine Flecken und Runzeln oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und tadellos sei.“

[29:57] Das ist das Ziel des Evangeliums, ihr Lieben. Nicht nur Vergebung, nicht nur Status, nicht nur Veränderung, sondern Reife, Vorbereitung auf die Begegnung mit Christus. Die Frage ist, wollen wir Christus wiedersehen? Und wenn wir in die Welt schauen, was da alles passiert mit diesen ganzen Epstein-Akten und keine Ahnung, was wir da alles betrachten können und diesen ganzen Schrott der Welt, womit beschäftigen wir uns? Womit beschäftigst du dich, meine Lieben? Meine Lieben, sind wir mit der Bibel auf dem neuesten Stand? Das ist eine der wichtigsten Fragen und nicht, was die Welt uns sagt. Es ist gut zu wissen, auf welchem Zeitstrahl wir stehen, aber hier können wir in Christus sein. Wir wollen nicht in der Welt sein. Schauen wir lieber auf den, der vollkommen ist. Und der fünfte Punkt ist: In Christus können wir vollkommen sein. Paulus sagt nicht vollkommen in euch selbst, er sagt vollkommen in Christus.

[30:57] Das ist entscheidend. Unsere Reife liegt nicht einfach nur in unserer Leistung, sie liegt in unserer Verbindung mit Christus. Je klarer wir verstehen, was Jesus am Kreuz für uns getan hat, desto mehr wachsen wir. Denn das Kreuz zeigt uns zwei Dinge zugleich: Wie ernst nämlich die Sünde ist und dass Gott seine Gesetze nicht einfach so aushebelt. Es zeigt aber gleichzeitig auch, wie groß die Liebe Gottes ist und das verändert unser Herz. Und ein verändertes Herz bringt ein verändertes Leben hervor, das aus Liebe das tut, was Jesus von uns verlangt, wie er sagt: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote“ in Johannes 14, Vers 15.

[31:46] Zusammengefasst können wir sagen, die Kraft des Evangeliums zeigt sich nicht nur darin, dass es errettet, sondern darin, dass es Menschen wachsen lässt. Es macht aus Feinden Kinder, aus Kindern Jünger und aus Jüngern reife Nachfolger. Und das ist Teleios, ihr Lieben: gerecht, gefestigt, Christusähnlich.

[32:11] Was können wir jetzt zum Schluss mitnehmen? Erstens: Wenn dein Brief doch verschlossen ist, öffne deinen Versöhnungsbrief wieder neu. Komm zu Gott, lies die Bibel nicht nur als Information, sondern ganz persönlich als dein Liebesbrief an dich.

[32:34] Zweitens: Kehr regelmäßig wieder zum Kreuz zurück, nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit, was Jesus Christus für dich getan hat in deinem Leben und auch in meinem.

[32:45] Dritter Punkt ist: bewusst glauben. Bleiben ist eine tägliche Entscheidung. Die Frage ist, entscheidest du dich dafür? Und üben heißt, das geht nicht von jetzt auf gleich. Man fällt auch manchmal, aber der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf und Gott hilft dir dabei. Aber die Frage ist, entscheidest du dich für ihn, so wie er sich für dich entschieden hat?

[33:13] Der vierte Punkt ist: Erinnere dich, Christus lebt in dir, auch im Zweifel, auch im Leiden, auch im Alltag. Vielleicht liegen Gottes Briefe schon lange vor dir. Vielleicht hast du sie gelesen, aber nicht an dich herangelassen. Dann ist heute ein guter Moment, sie neu zu öffnen. Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. Ihr Lieben, lass uns beten.

[33:46] Großer, allmächtiger Gott, lieber Heiland, wir wollen dich loben, wir wollen dich preisen, wir wollen dir danken, dass du uns einen Liebesbrief geschrieben hast, Herr. Und du schreibst ihn so lange, ja, bis wir uns entweder dir ganz hingeben oder auch nicht. Das ist unsere Entscheidung, Herr. Aber ich bitte dich, dass wenn wir müde geworden sind, dass du uns wieder neu belebst, dass du uns neuen Mut schenkst, dir eine neue Chance zu geben. Denn all diese Mühseligkeiten, die wir hier haben in diesem Leben, ja, die sind nichts im Vergleich zu der Ewigkeit, in der wir von all diesem Leid befreit werden. Und so bitte ich dich für jeden einzelnen, der das jetzt später noch ansehen wird, Herr, dass wir in deinem Wort graben, dass wir ganz nah zu dir kommen, dass wir das Geheimnis deiner Herrlichkeit verstehen, dass du in uns wohnen möchtest und dass wir ja unser Ego von unserem Herzen herunterbefördern, dass wir es hinausstoßen, dass du Platz hast in unserem Herzen, dass du uns leitest und dass wir gerade in dieser schweren Zeit, die noch auf uns kommen wird, dass wir gefestigt sind und egal welches Leid uns widerfährt, wir wissen dürfen, dass du uns eines Tages die Tränen wegwischen wirst. Herr, ich möchte so sehr danken für dein heiliges Wort, das Leben verändert. Es hat mich verändert. Ich kenne so viele Wunder und Zeugnisse, wo Menschen verändert worden sind. Und ich bitte dich, Herr, hilf uns, dass wir auch Zeugnisse werden für dich, dass wir aufstehen und Licht werden, Herr. Ich danke dir so sehr in deinem heiligen und deinem wunderbaren Namen, Jesus Christus. Amen.


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