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In dieser Folge von Christ Study Hour tauchen wir tief in das entscheidende Thema „Stolz oder Demut“ ein. Erfahre, wie das Verständnis dieser beiden Prinzipien ein Schlüssel zum tieferen Glauben und zu einer erfüllten Beziehung mit Gott ist. Lass dich von Christopher Kramp ermutigen, die richtige Entscheidung für ein Leben im Glauben zu treffen.


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Serie: CSH 2026 Q2: Im Glauben wachsen

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zur Christudy Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir auch alle Zuschauer auf dem Sender das Wort ganz recht herzlich begrüßen zur dritten Folge unserer Serie "Im Glauben wachsen". Wir wollen eine tiefere Erfahrung in unserer Beziehung mit Gott erleben. Wir wollen lernen, wie unser Glaube tiefer und stärker wird. Mit dem heutigen Thema "Stolz oder Demut" bereiten wir uns auf das Bibelgespräch am 18. April vor. Und bevor wir in dieses so entscheidende, so wichtige Thema sehen, wie relevant das für unser praktisches Glauben zu leben ist, bevor wir dieses Thema hineinsteigen, möchten wir mit einem Gebet starten.

[1:22] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen, dass du für uns da bist, dir danke sagen, dass du uns lieb hast und dass dein Wort uns offenbart, worum es wirklich geht, worauf es wirklich ankommt. Möchte ich bitten, dass du jetzt in den kommenden Minuten in besonderer Weise zu uns sprichst, dass dein Wort uns packt, dass es in unser Herz hineinringt und dass wir gestärkt werden, ermutigt werden und auferbaut werden in deinem Wort, die richtigen Entscheidungen zu fällen, dir zu folgen und ein erfülltes Leben mit dir zu haben. Herr, segne uns jetzt nach deiner Verheißung. Du hast versprochen, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

[2:09] In Lukas Kapitel 14 und dort Vers 11 finden wir ein erstaunliches Prinzip, eine Aussage von Jesus, in der eine ewig gültige Wahrheit, ein Prinzip uns offenbart, das sich wie ein roter Faden, wie wir sehen werden, durch die gesamte Bibel zieht. Wer dieses Prinzip versteht – es geht hier im Grunde genommen eigentlich um zwei Prinzipien, die miteinander im Kontrast stehen. Wer diese beiden Prinzipien begriffen hat und wie sie zueinander stehen, der hat einen entscheidenden Schlüssel für das Verständnis der Bibel. Lukas 14, Vers 11: Jesus sagt: "Denn jeder, nicht manche, nicht einige, sondern dies ist ein allgemeingültiges Prinzip. Es gilt buchstäblich für jeden im Universum. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden."

[3:14] Es klingt zunächst paradox, dass derjenige, der höher kommen möchte, tiefer fällt und derjenige, der freiwillig tiefer geht, erhöht wird. Aber genau das sehen wir in der gesamten biblischen Geschichte und sollen wir heute ein bisschen uns genauer anschauen. Diese beiden Prinzipien sind sozusagen der Kern dessen, was man den großen Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Liebe und Sünde, zwischen Wahrheit und Irrtum nennt.

[3:46] In Jesaja 14, Vers 12 bis 14, finden wir exemplarisch die Selbsterhöhung, die zum Sturz führt. Jesaja 14 und dort Vers 12 bis 14. Dort heißt es: "Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen? Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen?" Hier kommt also die Intention, die Satan gehabt hat. "Und doch: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen." Die Intention war, dass Satan sich selbst erhöhen wollte. Er wollte empor steigen. Er wollte seinen Thron erhöhen. Er wollte sich niederlassen im äußersten Norden. Er wollte emporfahren, dem Allerhöchsten sich gleich machen. Er wollte hoch hinaus. Aber die Folge war in Vers 12: Er ist vom Himmel herabgefallen. Er ist zu Boden geschmettert worden. Es heißt in Vers 15: "Doch ins Totenreich bist du hinabgestürzt in die tiefste Grube." Er wollte selbst auf den höchsten Punkt, ist auf den tiefsten Punkt hinabgeworfen worden. Dieses Prinzip sagt nicht nur, wer sich erhöht, wird ein bisschen weniger haben. Hier sehen wir, dass jemand sich bis ans Äußerste erhöhen möchte und bis ins Äußerste nach unten fällt. Satan wollte sich selbst in eine bessere Position bringen und ist tief, tief, tief gefallen.

[5:28] Das direkte Gegenstück dazu, wir haben wir gesehen: Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Das Gegenstück dazu ist: Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Das Gegenstück zu Jesaja 14 finden wir in Philipper Kapitel 2. Ist ja noch gar nicht so lange her, dass wir hier auch an dieser Stelle den Philipperbrief ausführlich studiert haben. Ich erinnere dort an unser an unser Studium in Philipper 2 und überhaupt an Philipper und Kolosserbrief. In Philipper 2 und dort ab Vers 5 heißt es: "Denn ihr sollt so gesinnt sein." Bei dem Sinnen geht es auch um eine Einstellung, so wie es in Jesaja 14 heißt, dass Satan etwas in seinem Herzen sich vorgenommen hatte. Das Herz steht in der Bibel für die Gedanken und Gesinnungen. So steht es immer wieder: die Gedanken und Gesinnungen des Herzens. Hier finden wir also auch, was im Herzen von Jesus war, seine Gesinnung. "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht als Raub festhielt, Gott gleich zu sein oder manche übersetzen auch nicht zu Unrecht: der nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein." Also Jesus wusste, dass es sein Recht ist, Gott gleich zu sein, anders Luzifer, der zu Satan wurde und der sich Gott gleich machen wollte, obwohl das eigentlich gar nicht war. Jesus war Gott gleich und das war für ihn auch keine Selbsterhöhung. Er war so, sondern Vers 17: "Er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz."

[7:14] Luz war einer der höchsten Engel überhaupt. Er war am nächsten zum Thron Gottes und wollte aber trotzdem sich noch weiter erhöhen bis zum äußersten Punkt, von dem er dachte, der ihm zusteht, nämlich dem Allerhöchsten gleich zu sein. Er wollte seinen Thron noch erhöhen und ist gefallen. Jesus war und ist Gott und hat sich so tief erniedrigt.

[7:46] Luzifer wollte vom höchsten Engel noch ein Stück weiter höher und er hat nicht begreifen wollen, dass das nicht ging, dass Gott ihm schon das Beste gegeben hatte, was für ihn möglich war. Er wollte Gott gleich sein. Jesus, der Gott gleich ist, war bereit, auf die Privilegien, die Macht und die Kraft, die mit dem Thron Gottes verbunden ist, zu verzichten, sich zu entäußern, Mensch zu werden. Das heißt in Vers 8: "Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden." Das bedeutet nicht, dass er nicht auch wirklich wahrer Mensch war, sondern es bedeutet, dass auch andere, die von außen ihn gesehen haben, zugestimmt haben: Er ist wirklich ein Mensch. "Er erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod. Ja, bis zum Tod am Kreuz." Schon die Tatsache, dass er Mensch wurde, war ein ungeheures Opfer. Dass er dann sogar Mensch wurde nach 4000 Jahre Sündenfall, war noch viel größeres Opfer. Dass er dann sogar bereit war, gehorsam zu leben, gehorsam zu sein bis zum Tod. Das war ein noch viel größeres Opfer. Und dann sogar bis zum Tod, nicht durch Köpfen oder durch irgendeinen ehrenvollen Tod, sondern den Tod der Schande des Verbrechers, von dem man sagte nach dem Alten Testament: Wer am Kreuz, wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht, bis zum Tod am Kreuz. Jesus war bereit, von ganz oben sich nach ganz unten zu erniedrigen. Wir können das eigentlich so gar nicht, kaum richtig fassen, was das eigentlich bedeutet.

[9:27] Jesus hat sich freiwillig erniedrigt. Er hat damit genau die entgegengesetzte Charaktereigenschaft im Vergleich zu Satan gezeigt. Satans Denken und Jesu Denken sind nicht miteinander kompatibel. Es gibt keinen Kompromiss. In diesem Universum gibt es eigentlich nur zwei fundamentale Prinzipien sozusagen: Entweder ich erhöhe mich auf Kosten von anderen, wie es der Satan getan hat, oder ich bin bereit, mich zu erniedrigen zu Gunsten von anderen. Diese beiden Prinzipien sind nicht miteinander vermischbar. Es gibt keinen Kompromiss zwischen ihnen, und sie sind die Prinzipien, die zu dem großen Kampf geführt haben, der uns in Offenbarung 12, Vers 7 bis 9 berichtet wird.

[10:12] Halten wir fest: Hier in Philipper 2 sehen wir die Selbstniedrigung Jesu und dann sehen wir nach Vers 8, nachdem sein Tod am Kreuz als äußerster Punkt der Erniedrigung beschrieben wird. Wir lesen dann in Vers 9: "Darum, weil sich Jesus selbst erniedrigt hat." Erinnern wir uns an die Worte von Jesus in Lukas 14, Vers 11: "Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden." Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.

[10:54] Satan wollte sich selbst erhöhen und ist bis in die tiefste Grube hinabgeschmettert worden und er wird einmal sterben und brennen und zur Asche werden. Aber Jesus, der bereit war, sein Leben dahinzugeben, der mehr an mich und dich gedacht hat als an sich selbst, er wird von Gott dem Vater erhöht über alle Maßen. Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

[11:26] Warum erhöhen sich Menschen selbst? Warum hat sich Satan versucht, selbst zu erhöhen? Kann es sein, dass es damit zusammenhängt, dass wenn ein Mensch oder ein Engel sich selbst erhöhen möchte, er glaubt, dass es etwas gibt, was gut für ihn wäre, was Gott ihm vorenthält? Wir sehen diesen Gedanken ganz deutlich ausgeredt von Satan in Mose 3, Vers 5, dass er so gedacht hat und auch Eva so diesen Gedanken weitergegeben hat. Mose 3, Vers 5: "Sondern Gott weiß", so sagt die Schlange zu Eva, "sondern Gott weiß, an dem Tag, der davon istst, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böses." Die Argumentation scheint diese zu sein: Gott, hier gibt es etwas Gutes für euch. Ihr könnt euch selbst erhöhen, ja, ihr könnt Gott gleich werden. Da gibt es etwas Gutes für euch und Gott weiß es, dass das gut für euch wäre. Aber so sagt die Schlange, er hat es euch nicht gesagt, denn du, Eva, weißt es offensichtlich nicht. Da gibt es also etwas, was Gott dir vorenthält. Er gibt dir vielleicht vieles Gutes, einen schönen Garten mit vielen Bäumen und dies und jenem, aber er gibt dir nicht alles, was gut ist. Er gibt nicht das Beste.

[12:49] Und die logische Schlussfolgerung daraus scheint sich dann für Eva zu ergeben, weil Luzifer das so präsent, also Satan das ja so präsentiert, dass na ja, dann muss man sich das selber nehmen. In dem Moment, wo wir aufhören zu glauben, dass Gott das Beste für uns will, fangen wir an, uns Dinge selbst zu nehmen. Wer sich selbst erhöht, beweist, dass er nicht glaubt, dass Gott das Beste für ihn will. Wer sich selbst erniedrigt, beweist, dass er weiß und glaubt, dass Gott alles für ihn tut, was gut ist und er sein eigenes Leben sozusagen hingeben kann, weil Gott auf ihn aufpasst.

[13:38] Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Selbsterniedrigung in diesem Sinne ist ein Beleg dafür, ein Beweis, dass man weiß, dass Gott gut ist und sich um uns kümmert und wir nicht verkrampft unser eigenes Gutes und unser Bestes suchen müssen, sondern das im Glauben Gott überlassen können und unser Leben für andere hingeben können. Das ist die Einstellung von Jesus gewesen. Jesus wusste, sein Vater ist gut. Er wusste, sein Vater will das Beste, so sehr, dass er selbst in der größten Krise in Gethsemane gesagt hat: "Dein Wille geschehe." Er konnte sich bis zum Tod am Kreuz von Golgatha erniedrigen, weil er wusste, egal was passiert, Gott macht keine Fehler. Er macht immer das Beste.

[14:33] Diese beiden Prinzipien, Selbsterhöhung und Selbsterniedrigung, lassen sich auch anders ausdrücken. Erste Johannes Kapitel 2. Johannes Kapitel 2 und dort Vers 15 bis 17. Johannes sagt: "Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist: die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust. Wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit."

[15:16] Hier gibt es zwei Lieben sozusagen: die Liebe Gottes und die Liebe zur Welt. Die Liebe Gottes, die ist bereit, sich selbst aufzugeben, die ist bereit, sich selbst zu erniedrigen, denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Römer Kapitel 5 und dort Vers 8: "Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren." Diese Selbsterniedrigung Gottes in der Gestalt von Jesus, die offenbart seine Liebe. Das ist die Liebe des Vaters, die sich in Jesus zeigt.

[15:59] Aber dann gibt es die Liebe zur Welt, und die zeigt sich in Fleischeslust, in Augenlust, in Hochmut des Lebens. Stolz ist also das Produkt, wenn wir die Liebe Gottes aus den Augen verlieren, uns von ihr wegwenden.

[16:19] Wie war das bei Eva? Schauen wir noch mal in erste Mose 3. Als der Satan sie von dieser falschen Idee überzeugte, dass Gott nicht das Beste für sie möchte, dass er sie nicht absolut und von ganzem Herzen liebt, sondern nur teilweise vielleicht oder so. Als er davon überzeugt hat, dass es gute Dinge gibt, die Gott ihnen nicht gibt. Schauen wir, was passiert in Vers 6. 1. Mose 3, Vers 6: "Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre" – Fleischeslust – "und dass er Lust an eine Verzweigung" – und dass er eine Lust für die Augen – also Augenlust – "und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht" – Stolz, Hochmut des Lebens. "Und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihren Mann, der bei ihr war, und er aß."

[17:14] Eva ist genau wegen dieser Liebe zur Welt gefallen. Diese Liebe zur Welt ist nicht vereinbar mit der Liebe des Vaters. Johannes sagt: Wer die Welt liebt, in dem ist die Liebe des Vaters nicht. Man kann nicht gleichzeitig die Liebe Gottes haben und die Liebe zur Welt. Man kann nicht gleichzeitig sich selbst erhöhen und sich selbst demütigen. Das ist entgegengesetzt. Man kann nicht gleichzeitig Fleischeslust, Augenlust und Hochmut frönen und gleichzeitig die Liebe Gottes verstehen und ausleben. Diese beiden Dinge, sie sind wie Wasser und Feuer. Sie mischen sich nicht. Man kann nicht einen gesunden Mittelweg finden. Entweder die Liebe Gottes oder die Liebe zur Welt.

[18:07] Die gleichen Prinzipien hat Satan angewandt, um Jesus zu Fall zu bringen. Das war sein Plan. Aber Jesus hatte, anders als Eva, die Liebe Gottes nie aus den Augen verloren. Als ihm auch die Fleischeslust vor Augen gehalten wurde, als Satan sagte: "Mach doch diese Steine zu Brot." Als er auch zum Stolz verführt werden sollte und einfach präsentieren sollte, was er alles kann, indem er sich vom Tempel, von der Zinne des Tempels runterstürzen sollte, ohne dass ihm etwas passiert. Als ihm auch die Reiche der Welt vor Augen geführt worden sind, als dieselben weltlichen Prinzipien an ihn herangetragen wurden, hat Jesus, anders als Eva, nicht einfach zugestimmt. Er hat dem ganzen das Wort Gottes entgegengesetzt, weil er wusste, dass Gott, der Vater, ihn liebt. Gott hatte nämlich gesagt in Matthäus Kapitel 3.

[19:11] Und jetzt kommt ein interessanter Gedanke in Matthäus Kapitel 3. Gott hatte gesagt in Vers 17: "Und siehe, eine Stimme kam vom Himmel, die sprach: 'Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.'" Gott hatte gesagt: Ich habe Jesus lieb. Die Liebe des Vaters war ihm sehr wohl bewusst. Und Satan konnte seine drei Prinzipien der Liebe zur Welt – die Fleischeslust, die Augenlust und den Hochmut des Lebens – nur so präsentieren, dass er zuallererst die Liebe des Vaters in Frage stellt. In Matthäus 4 und dort Vers 2: "Und als er 40 Tage und 40 Nächte gefastet hatte, war er zuletzt hungrig. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: 'Wenn du Gottes Sohn bist...'" – gerade gelesen, Vers 17: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." – "...so sprich, dass diese Steine Brot werden." Nur durch den Zweifel an der Liebe Gottes war es für Satan denkbar, seine Prinzipien von Augenlust, Fleischlust und Hochmut an den Mann zu bringen.

[20:22] Der sicherste und – oder der einzige, besser gesagt, der einzige Schutz vor den Angriffen Satans besteht in einem sehr klaren Verständnis der Liebe Gottes, wie sie sich im Wort Gottes offenbart. Deswegen hat Jesus gesagt in Vers 4: "Er aber antwortete und sprach: 'Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.'" Und Gott hatte gesagt in Vers 17: "Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe." Und Jesus sagt: "Daraus lebe ich, auch wenn jetzt die Situation so schlimm ist. Und wenn es jetzt mir so schlecht geht, ich lebe aus dem Wort Gottes. Er hat gesagt, er hat mich liebt. Und das tue ich jetzt nicht in Zweifel ziehen, auch wenn Umstände schwierig sind." Wie oft geht es mir und uns wahrscheinlich allen so, dass wir begeistert gewesen sind von Worten Gottes, dass wir von Predigten tief berührt worden sind, dass wir die Liebe Gottes gespürt haben, und dann kommen Umstände, da kommen Anfechtungen, da kommen Schwierigkeiten, und wir fragen uns: Hat Gott uns immer noch lieb? Ich glaube, Eva ist gefallen am Baum der Erkenntnis, weil sie die Liebe Gottes aus den Augen verloren hat. Johannes sagt: Wer die Welt liebt, in dem ist die Liebe des Vaters nicht.

[21:37] Der Schutz vor den Versuchungen Satans ist ein Verständnis, ein Festhalten, ein Glauben an die im Wort Gottes offenbarte Liebe Gottes. Manchmal spüren wir sie sehr deutlich, manchmal spüren wir sie vielleicht nicht. Unser Glaube hängt nicht von Emotion ab, sondern von unserem Vertrauen darin, dass Gott uns wirklich das Beste geben möchte, dass er uns liebt von ganzem Herzen und von ganzer Seele, wie Jeremia 32 sagt in Vers 41: "Und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohl zu tun, und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit mit meinem ganzen Herzen, mit meiner ganzen Seele." Gott will das Beste für dich und für mich.

[22:29] Diese beiden Prinzipien – schauen wir vielleicht noch ganz kurz, habe ich vergessen zu sagen – in Johannes 16, Vers 33. Jesus sagt: "Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid getrost. Ich habe die Welt überwunden." Die Welt mit ihrer Augenlust, mit ihrer Fleischeslust und mit ihrem Stolz kann besiegt werden. Jesus hat es gezeigt. Er hat diese Versuchung nicht in seiner Göttlichkeit und mit Mitteln besiegt, die uns nicht zur Verfügung stehen, sondern genau mit dem, was auch wir tun können: mit einem Vertrauen in Gottes Liebe, mit einem Festhalten am Wort Gottes, mit einer Überzeugung, dass Gott das Beste für uns will. Und das brauche ich und das brauchst du. Das brauchen wir in den Angriffen, die Satan auf uns lossteckt.

[23:22] Wir brauchen das ganz dringend, denn auch wir dürfen die Welt überwinden. So sagt uns Johannes in 1. Johannes Kapitel 5, Vers 4: "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt." Jesus hatte in Johannes 3 dem Nikodemus gesagt, dass wir von oben, dass wir neu geboren werden müssen aus Wasser und Geist. Hier wird deutlich: Nur wer neu geboren ist, kann die Welt mit ihrer Augenlust, Fleischeslust, mit ihrem Stolz überwinden. Das Überwinden von Stolz ist einem natürlichen Menschen, einem natürlichen Herzen gar nicht möglich. Nur die Wiedergeburt, die das Wesen Gottes, seinen Charakter, die Liebe des Vaters durch den Heiligen Geist in unser Herz bringt, nur das kann unseren Stolz wirklich besiegen. Nur das kann Augenlust besiegen. Nur das kann Fleischlust besiegen. Vers 4: "Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat." Wenn wir glauben, dass Gott uns wirklich von ganzem Herzen liebt, dann werden wir gestärkt und gefestigt, sodass die Welt mit ihren Anfechtungen uns nichts anhaben kann.

[24:47] Diese beiden Prinzipien, Selbsterhöhung und Selbsterniedrigung, die finden ihren Ausdruck im alltäglichen Leben, in den Gedanken, die wir denken, in den Worten, die wir sprechen, in den Taten, die wir tun. Jesus hat es einmal mit einem Gleichnis so illustriert in Lukas 18 ab Vers 9. Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, dass sie gerecht seien und die übrigen verachteten, dieses Gleichnis. Hier sehen wir übrigens, dass Menschen, die sich selbst erhöhen, andere verachten. Satan sucht zwar alle Irrtümer, aber er verachtet sie auch. Jesus hat sich nicht selbst erhöht, hat sich erniedrigt. Er hat Menschen niemals verachtet. Sie waren ihm enorm wertvoll in seinen Augen.

[25:38] Da heißt es hier in Vers 10: "Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten. Der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so: 'Oh Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner da. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.' Und der Zöllner stand von Ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: 'Oh Gott, sei mir Sünder gnädig.'"

[26:18] Wir finden hier beide Prinzipien, die Selbsterhöhung und die Selbsterniedrigung, im Haus Gottes. Selbsthöhung, das Prinzip, das Satan erfunden hat, gibt es auch in der Synagoge, es gibt es auch im Tempel, es gibt es auch in der Kirche, in der Gemeinde. Menschen, die zwar wie dieser Pharisäer vor Gott reden und religiöse Pflichten wie den Zehnten und religiöse Praktiken wie das Fasten erwähnen, die auch zurecht Raub und Ehebruch als falsch ansehen, aber das alles nur tun, um sich selbst zu erhöhen, die im Haus Gottes das Prinzip praktizieren, das Satan erfunden hat. Der hat es ja auch am Thron Gottes im himmlischen Heiligtum erfunden.

[27:08] Diese Prinzipien, die Selbsterhöhung, die Selbsterniedrigung, sie machen vor keinem geographischen Ort, vor keinem Gegenstand, vor keinem menschlichen – sie machen nirgendwo halt. Sie gehen durch alle Klassen, durch alle Gruppen von Menschen. Und doch sind sie beiden immer klar zu definieren, klar zu sehen: Menschen, die sich selbst erhöhen, Menschen, die ihre eigene Unwürdigkeit sehen.

[27:39] Hier sehen wir, dass ein Mensch nur dann ein echtes Sündenbekenntnis ablegen kann, wenn er sich nicht gleichzeitig selbst erhöht. Wir können nicht wirklich echt ernsthaft Sünde bekennen und uns selbst größer machen wollen. Echtes Sündenbekenntnis und Selbsterhöhung schließen sich aus.

[28:07] Die Botschaft von Johannes dem Täufer, die Botschaft von Jesus, die Botschaft an die Gemeinde Laodizea ist: "Tut Buße, kehrt um, bekennt eure Sünden." Wer Sünde bekennt, der ist auf dem Weg, den die Bibel weist, zu Jesus, der sich selbst erniedrigt hat für uns, damit unsere Sünden vergeben werden. Aber wer sich selbst erhöht, der möchte nicht zugeben, dass er falsch gelegen hat. Der sucht die Schuld bei anderen. Der versucht, seine eigenen Probleme auf andere abzuwälzen. Der lenkt von sich selbst ab, zeigt mit dem Finger auf andere.

[28:57] Aber was Gott uns hier zeigt, was Jesus in dem Gleichnis deutlich machen möchte: Was wir wirklich brauchen, ist ein Bekenntnis und eine Erkenntnis und ein Bekenntnis unserer eigenen Sünde. Es heißt in Vers 14: "Ich sage euch, dieser – das heißt der Zöllner, der seine Sünde bekennt und bereut und um Vergebung bittet – diese ging gerechtfertigt in sein Haus hinab." Vielleicht fragst du dich: Ich war in der Gemeinde, ich war im Gottesdienst, und ich hatte diese schwere Sündenlast auf meinem Herzen, Dinge, die mich so beschämt haben, dass ich sie gesagt habe, dass ich sie getan habe, dass ich sie gedacht habe. Es tat mir leid und ich habe gebetet und ich war mir vielleicht gar nicht sicher, hat mir Gott vergeben. Wir dürfen wissen, dass wir unsere Sünden aufrichtig bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

[29:56] Wenn wir mit aufrichtigem Herzen, auch wenn wir kein großes Gebet sprechen, vielleicht nicht mal ein lautes Gebet sprechen, vielleicht nicht mal unsere Augen zum Himmel erheben, so sehr schämen wir uns. Aber wir beten aus tiefstem Herzen, in unserem Herzen: Herr, vergib mir. Ich habe gesündigt. Ich wünsche mir von Herzen, dass du mich reinigst, dass du mich wieder zu einem Kind, dass du mich wieder so machst, dass ich als dein Kind, als Kind Gottes, dieser Welt ein Licht sein kann. Ich möchte dich bitten, dass du mein Herz erneuerst. Wenn wir das beten, dann dürfen wir wissen: Gott vergibt uns und er reinigt uns. Dieser Zöllner ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, im Gegensatz zu jenem. Dieser andere, der hatte laut gebetet, der hatte ein langes Gebet, der hatte sich selbst als besser dargestellt, aber er ging mit seinen eigenen Sünden beladen aus dem Gottesdienst. Und das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass wir in der Gegenwart Gottes stehen und mit unseren Sünden wieder nach Hause gehen.

[30:57] Die größte Täuschung, die der Mensch haben kann, ist, wenn er im Haus Gottes war und glaubt, alles ist gut, aber er mit seinen eigenen Sünden ohne Rechtfertigung wieder nach Hause geht. Das wäre doch eine Katastrophe. Wie oft gehen wir in den Gottesdienst und kehren nicht gerechtfertigt zurück? Wie oft machen wir Andacht, ohne dass wir wirklich in eine echte Einheit mit Gott gekommen sind? Wie oft lesen wir die Bibel, aber haben nur Information entdeckt und uns dabei gefreut, dass wir mehr wissen als andere und vielleicht über andere schlecht gedacht. Dann nützt uns das ganze Bibellesen nichts.

[31:42] Und jetzt wiederholt Jesus diese Worte hier in Lukas 18, Vers 14: "Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden." Und die größte Erhöhung, die wir in dieser sündenkranken Welt erleben können, ist, dass Gott, der gerechte Gott, der Schöpfergott von Himmel und Erde, dass er uns vergibt, dass er uns anschaut, als hätten wir nie gesündigt. Deine größte Erhöhung ist gar nicht möglich in unserer Welt. Eine höhere Position, ein schöneres Gefühl kann es gar nicht geben, als von Gott angeschaut zu werden, als hätte man nie gesündigt, weil Jesus für uns den Preis bezahlt hat. Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden. Dem wird Vergebung geschenkt werden. Dem wird das weiße Kleid der Gerechtigkeit Jesu gegeben werden. Der wird zu einem Priester und zu einem König im Reich Gottes.

[32:42] Ich glaube, Mose hat das verstanden. Ich glaube, Mose wusste, dass wenn er Gott von Herzen folgt, er einmal ein König sein wird. Ihm war ja die Königskrone sozusagen in Reichweite, nicht die im Reich Gottes, sondern die in Ägypten. In Hebräer, Kapitel 11. Mose, der als Jugendlicher, als Kind und Jugendlicher am Pharaonenhof in Ägypten aufgewachsen ist, der offensichtlich die Gelegenheit hatte, eine glänzende Karriere zu machen und der sich hätte einreihen können in die großen Namen der ägyptischen Geschichte, soweit wir sehen können, nach allem, was wir wissen, vermutlich im neuen Reich der 18. Dynastie. Da heißt es hier von Paulus in Hebräer 11, Vers 24: "Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen."

[33:44] Die ganze ägyptische Gesellschaft, wie unsere Gesellschaft, wie die babylonische, die assyrische, die griechische, die römische, unsere – alle unsere Gesellschaften sind darauf bedacht, dass man sich selbst erhöht auf Posten und Einfluss und Macht. Aber Mose weigerte sich, ein Sohn der Tochter des Pharao zu heißen. Er zog vor. Mit anderen Worten, da gab es zwei Optionen. Die eine schien weltlich gesehen eine glänzende zu sein. Er eigentlich als Hebräer geboren, was ja eine unfassbare Chance war, weltlich gesehen in der ägyptischen Gesellschaft eine solche Position zu haben. Aber er zog doch eine andere Option vor. Das heißt in Vers 25: "Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu erleiden." Lieber Bedrängnis erleiden mit dem Volk Gottes als im Haus des Pharao eine mächtige Rolle haben. Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu erleiden, anstatt den vergänglichen Genuss der Sünde zu haben, da er die Schmach des Christus für – mit anderen Worten, die Erniedrigung, die kommt, wenn man Jesus folgt, denn Jesus selbst geht uns den Weg voran, und der Meister, der Jünger ist nicht über den Meister. Der Knecht ist nicht über den Meister. Christus selbst hat sich erniedrigt. Alle, die ihm nachfolgen, werden sich auch erniedrigen. Aber Mose, der einer der klügsten und begabtesten und brillantesten Männer aller Zeiten war, von ihm heißt es, da die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze, die in Ägypten waren, denn er sah die Belohnung an.

[36:01] Ägypten war ein Ertrank fast im Gold. Aber Mose sah einen größeren Schatz. Wir sehen manchmal die Karriere, wir sehen das Geld, wir sehen Posten und Einfluss und denken, das ist ein großer Schatz. Aber sehen wir, dass es einen größeren Schatz gibt als eine prallgefüllte Kreditkarte? Sehen wir, dass es einen größeren Schatz gibt als ein tolles Haus mit Pool, als ein fettes Auto, als großartige Dinge in dieser Welt? Sehen wir, dass es einen größeren Schatz gibt?

[36:31] Es heißt hier in Hebräer 11, Vers 26: "Da die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze, die in Ägypten waren, denn er sah die Belohnung an." Er wusste, wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

[36:48] Es stand eigentlich vor einer ganz interessanten Entscheidung, nämlich: Will ich mir selbst Gold und Reichtum und Position und Königtum nehmen, oder will ich darauf warten, wenn Gott mir eine Krone und ein Königreich und die allerschönsten Dinge gibt? Will ich es jetzt haben, was ich jetzt hier in der Welt haben kann, oder will ich darauf warten, bis Gott mir den Lohn gibt? Und ich bin mir sicher, dass Mose, der nach dem Zeugnis der Bibel ja sogar jetzt schon im Himmel ist, wie es Jesus in Johannes 5 bezeugt und Matthäus 17 sichtbar wird, dass Mose nicht einen einzigen Moment hat, wo er denkt: Ach, jetzt habe ich das Gold Ägyptens verpasst. Er, der jetzt in der goldenen Stadt auf goldenen Straßen umhergeht, wo tatsächlich buchstäblich die Straßen voller Gold sind, nicht so wie in Ägypten, wo das die assyrischen und babylonischen Könige nur so als Metapher gesagt haben. Hier im neuen Jerusalem gibt es noch viel mehr Gold als in Ägypten. Und wenn Mose Pharao geworden wäre, hätte er vielleicht ein paar Jahre, höchstens ein paar Jahrzehnte wäre er Pharao gewesen, einer von vielen. Wir hätten wahrscheinlich seine Namen nicht mal bemerkt. Die meisten von uns sind keine Ägyptologen. Stattdessen lebt er seit jetzt schon mehr als 3000 Jahren im Himmel. Und er lebt dort als König und Priester. Er lebt dort als einer, der Zugang hat zum Thron Gottes. Wahrlich, seine Belohnung ist weitaus größer, als alles, was ihm die Ägypter jemals hätten bieten können. Und im Glauben hat das Mose angenommen und hat sich dafür entschieden: Nein, ich will nicht jetzt schnell einen Apfel nehmen, weil mir gesagt wird, dass ich dadurch klüger, weiser und was immer auch werde. Nein, ich will darauf warten, dass Gott mir seine Weisheit schenkt. Ich will darauf warten, dass ich will das nehmen, was Gott mir gegeben hat. Und wenn das bedeutet auch zu leiden, dann leide ich auch. Er ist Jesus sozusagen nachgefolgt, obwohl Jesus natürlich historisch gesehen erst anderthalb Jahrtausende später kam, aber er hat die Herzenseinstellung von Jesus, die wir in Philipper 2 sehen, in seinem Herzen getragen.

[39:30] Wie steht's mit dir und mir? Sehen wir die beiden Schätze, die uns präsentiert werden: den Schatz der Welt und den Schatz Gottes? Sehen wir die Liebe zur Welt und die Liebe Gottes? Sind wir bereit zu warten, auch Widerstand zu erdulden, vielleicht sogar Verfolgung zu erleiden, weil wir glauben, dass Gott das Beste für uns will? Sehen wir, dass wenn wir wegschauen von uns und hinschauen auf Gott und den Nächsten, hinschauen zu Gott, weil er uns erlöst, und hinschauen zu dem Nächsten, weil das das Wesen Gottes ist, dass er in uns hineinpflanzen möchte, sehen wir, dass wir keine Angst haben müssen, dass wir leer ausgehen? Dass Gott, der uns diese wunderbare Welt geschaffen hat, so toll, dass nach 6000 Jahren Sünde sie immer noch nicht zugrunde gegangen ist, so großartig geschaffen, dass selbst das beständige Wirken des Menschen in der Sünde sie noch nicht zerstört hat. Eine Welt, die so gut für uns gemacht ist. Er, der bereit ist, den ganzen Himmel ein Geschenk zu verpacken, am Kreuz von Golgatha Jesus für uns stirbt. Glaubst du nicht auch, er wird uns über alle Maßen schöne Dinge geben und dass er uns erhöhen wird? Und die Frage ist eigentlich nicht: Werden wir erhöht? Die Frage ist: Wollen wir das selbst tun und scheitern, oder wollen wir Gott erlauben, dass er in seiner Zeit, wenn wir dazu bereit sind, uns so erhöht, wie wir es nie für uns selbst tun könnten, weil es sein Geschenk ist aus Liebe und wir es eben glauben annehmen dürfen.

[41:24] Ich denke, Jesus, der diesen großen Kampf von Anfang an mitverfolgt hat, der von Anfang an im Zentrum dieses Kampfes stand, Lukas Offenbarung Kapitel 12 sagt uns, dass er derjenige war, Michael, der den Satan besiegt hat. Ich denke, es wird ihn sehr geschmerzt haben, dass sogar in seinem engsten Freundeskreis, im Kreis der Apostel, dieses Prinzip der Selbsterhöhung noch Tage vor der Kreuzigung ziemlich stark vertreten war. Lukas 22, Vers 24. Lukas 22 ab Vers 24. Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen: Wer von ihnen als der Größte zu gelten habe. Jesus, der am Thron Gottes war, der auf dem Thron Gottes war, der Gott gleich ist, kam auf die Welt, wurde Mensch, nahm die Menschheit an nach ca. 4000 Jahren Sünde, lief auf dieser Erde als quasi obdachloser Wanderprediger, der kein eigenes zu Hause hatte, und war jetzt wenige Tage vor der Kreuzigung entfernt, die absolute Selbsterniedrigung. Und seine engsten Mitarbeiter, seine Jünger, die einmal nach seinem Tod, seiner Auferstehung, seiner Himmelfahrt das Werk in alle Welt bringen sollten, sie stritten sich noch Tage vorher: Wer unter ihnen ist der Größte? Und wir schauen das an und wir denken: Das kann doch nicht sein. Und wenn wir das denken, dann ist das gut so. Aber wir sollten den Spiegel uns vor Augen halten und uns daran erinnern, dass die Engel das denken, wenn wir am Ende der Zeit leben, kurz vor der Wiederkunft und den Anspruch haben, das ewige Evangelium in die ganze Welt zu tragen. Wenn wir dann untereinander denken: Wer ist der Größte? Dann bringen wir die Erfindung Satans sogar in Gottes Endzeitgemeinde.

[43:36] Wer von ihnen als der Größte zu gelten habe, und Jesus zerstört diesen Gedankengang. Denn wie am Anfang gesagt haben, die beiden Prinzipien, Selbsterhöhung und Selbsterniedrigung, sind nicht kompatibel. Man kann nicht einen politischen Kompromiss daraus machen. Jesus sagt in Vers 25: "Die Könige der Heidenvölker herrschen über sie und ihre Gewalthaber nennt man Wohltäter." Ja, also die allermeisten Diktatoren und Könige haben sich als Wohltäter bezeichnet, obwohl sie in Wirklichkeit mit Gewalt unterdrückt haben. Wir sehen in Matthäus 20 im Parallelvers eine entsprechende Formulierung. Es heißt hier in Vers 25: "Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: 'Ihr wisst, dass die Fürsten der Heidenvölker sie unterdrücken und dass die großen Gewalt über sie ausüben.'" Wenn wir beide zusammennehmen, sehen wir die Fürsten, die Diktatoren, die Kaiser, die Könige, die Zaren dieser Welt. Sie sagen, dass sie Wohltäter sind, aber sie unterdrücken, weil sie selbst die Größten sein wollen. Sie suchen den obersten Platz, sie suchen den meisten Einfluss. Und das geht immer zu Ungunsten derer, die unter ihnen sind. Wir haben gesehen: Wer sich selbst erhöht, der tritt nach unten, so wie es Satan auch getan hat.

[44:58] Was Jesus deutlich machen möchte, ist: Wenn ihr in der Gemeinde genauso handelt, wenn jeder nach dem höchsten Posten strebt, dann werdet ihr eure anvertrauten Schafe unterdrücken. Ihr werdet mit Druck und mit Gewalt über sie herrschen. Aber so soll es nicht sein. Und möge Gott mir und uns allen Weisheit geben, dass wir in seiner Endzeitgemeinde dieses Prinzip der Selbsterhöhung, das zur Unterdrückung von anderen führt, dass wir es ausmerzen durch die Liebe Gottes. Es muss völlig von uns schwinden. Wir können das nicht zur Hälfte noch mittragen, denn dieses Prinzip und das Prinzip Gottes sind unvereinbar.

[45:42] Jesus sagt: "Ihr aber sollt nicht so sein, sondern der Größte unter euch soll sein wie der Jüngste und der Führende wie der Dienende." Jesus macht deutlich: Im Reich Gottes gibt es dieses Prinzip: Ich bin größer als du. Ich zeige dir, was ich habe. Mein Knopf ist größer. Ich bin stärker. Ich bin schöner. Ich kann mehr. Dieses Prinzip gibt es im Reich Gottes nicht, und wir können es nicht in das Reich Gottes hineintragen. Wer es im Herzen behalten möchte, wird das Reich Gottes nicht sehen.

[46:17] Satan ist vom Himmel hinabgeworfen worden. Wer sich selbst erhöht, auch in der Gemeinde, auch in der Endzeitgemeinde, auch wenn er die dreifache Engelsbotschaft in der Theorie korrekt predigt, wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.

[46:37] Vers 27: "Denn wer ist größer? Der, welcher zu Tisch sitzt, oder der Dienende? Ist es nicht der, welcher zu Tisch sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der Dienende." Und dann sagt er Vers 28: "Ihr aber seid die, welche bei mir ausgeharrt haben in meinen Anfechtungen, und so übergebe ich euch ein Königtum, wie es mir mein Vater übergeben hat." Er sagt: "Schaut auf mich, ich bin der Sohn des Menschen, der König der Könige aus Daniel 7. Schaut, wie ich regiere. Ich denke mehr an euch als an mich." Und dieses Königtum, dieses Königreich, die Bereitschaft, sich selbst aufzuopfern zu Gunsten von anderen, dieses Königreich, das Königtum übergibt Jesus an seine Jünger. Und wenn sie dem folgen, wird Gott sie in seiner Zeit über alles das erhöhen, was sie sich vorgestellt haben. Er sagt hier in Vers 30: "Sodass ihr an meinem Tisch in meinem Reich essen und trinken und auf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten." Die Jünger fragten sich: Wer hat den besten Ministerposten, wenn Jesus in Jerusalem als König die Römer vertreibt? Aber Jesus sagt: Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Wenn ihr mein Königtum wirklich übernehmt und bereit seid, auch für die Römer das Leben zu geben, dann werdet ihr einmal in der Ewigkeit eine Position haben, von der jetzt noch niemand zu träumen wagt. Gott wird euch erhöhen, wenn ihr bereit seid, euch zu erniedrigen, wenn ihr glaubt, dass das wahrhaft Gute von Gott kommt und nicht aus eurer eigenen Weisheit und eurer eigenen Kraft.

[48:38] Der Größte ist der, der am meisten dient. So ist das Reich Gottes. Und Jesus, er, der König auf dem Thron Gottes, beweist das, indem er dem ganzen Universum zeigt, dass er bereit ist, bis zum Äußersten zu gehen. Er ist König der Könige, weil er der größte Diener ist.

[49:02] Die Bibel sagt in 1. Johannes 4, Vers 8: "Gott ist die Liebe." Und sie sagt in 1. Korinther 13:5, dass die Liebe nicht das Ihre denkt. Das ist das Reich Gottes.

[49:21] Wir schließen mit Philipper Kapitel 2 und dort Vers 3 bis 8. Philipper 2, Vers 3 bis 8: "Tut nichts aus Selbstsucht oder nichtigem Ehrgeiz." Und ich möchte mich fragen, und vielleicht kannst du dich auch fragen: Sollten wir uns nicht alle fragen? Warum das nicht auf uns selbst anwenden? Gibt es Dinge, die ich tue in meinem Alltag, auf Arbeit, in der Familie, in der Gemeinde, aus Selbstsucht, aus nichtigem Ehrgeiz? Tue ich Dinge, weil ich selbst besser dastehen möchte? Das ist mir schon passiert, schon oft, wenn ich ehrlich bin. Wollen wir das nicht aufgeben, sondern in Demut achte einer den anderen höher als sich selbst. Wollen wir ein Experiment wagen und das nächste Mal, dass wir in die Gemeinde gehen, alle Personen anschauen und uns fragen: Kann ich jeden einzelnen hier höher achten als mich selbst?

[50:30] Vers 4: "Jeder schaue nicht auf das Seine, sondern jeder auf das des anderen." Die Liebe sucht nicht das Ihre. Es wird an der Zeit, dass wir nicht nur von der Liebe singen und die Liebe im Mund führen, sondern dass wir die Liebe im Herzen haben, die Liebe Gottes. Und Römer 5, Vers 5 sagt uns, dass die Liebe Gottes ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Lass uns darum beten, dass der Heilige Geist in unser Herz die Liebe ausgießt. In Römer 5 und dort Vers 5 heißt es: "Die Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden, denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist." Wenn wir das im Herzen haben, werden wir das Ziel erreichen. Gott wird uns erhöhen. Vers 5 von Philipper 2: "Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war." Möchtest du dich mir anschließen und beten? Herr, gib mir deine Herzenshaltung. Hilf mir, dass der Stolz nicht mein Leben kaputt macht, sondern dass ich von dir echte, selbstaufopfernde Liebe, Selbsterniedrigung zu Gunsten von anderen lerne. Ich wünsche mir, dass Gott mir wirklich zeigt, wie sehr Stolz und Hochmut mein Leben kaputt machen. Ich möchte von Jesus echte Herzensdemut lernen und durch ihn mehr an Gott und andere denken als an mich, weil er mehr an mich als an sich selbst denkt und er das Beste für mich möchte. Das ist auch dein Wunsch.

[52:29] Lass uns noch gemeinsam Gott darum bitten. Lieber Vater im Himmel, möchte dir danke sagen, dass du in diesen Minuten in besonderer Weise zu uns gesprochen hast, zu mir gesprochen, zu uns gesprochen. Ich möchte dich bitten, dass du diese Worte in unser Herz hineinpflanzt. Möchte ich bitten, dass du uns segnest. Möchte ich bitten, dass du uns hilfst zu erkennen, wie sehr der Stolz oft unsere Herzen durchkreuzt und befleckt. Möchte ich bitten, dass du uns hilfst im Lichte deines Wortes unseren Stolz klar zu erkennen, dass wir ihn dir vollständig übergeben, Tag für Tag. Und wir lernen durch das Anschauen von deinem Vorbild, Herr Jesus, wie wir wirklich demütig und selbstopfernd andere lieben können. Herr, das wünsche ich mir für mich und für jeden einzelnen, der dieses Video sieht, im Namen Jesu. Amen.

[53:44] Nächste Woche wollen wir uns mit einem weiteren Aspekt beschäftigen, der unseren Glauben wachsen lässt. Wir wollen über das Wort Gottes sprechen, über die Bibel. Ich freue mich, wenn ihr dann wieder dabei seid und wünsche euch bis dahin Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes und dem Leben mit unserem Freund und Erlöser Jesus Christus. Amen.


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