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In dieser Cannstatt Study Hour spricht Chiara Castoro über die Bedeutung von Nächstenliebe und die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft, basierend auf dem Thema „Jesus wollte ihr Bestes“. Sie beleuchtet die biblische Perspektive auf Liebe, Vergebung und Dienst am Nächsten, indem sie Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament wie Jona und Jesus selbst heranzieht. Der Vortrag betont, dass wahre christliche Liebe, die sich durch Opferbereitschaft und Mitgefühl auszeichnet, nur durch eine enge Beziehung zu Jesus und die Führung des Heiligen Geistes erlangt werden kann.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q3: Die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen auch an dieser Cannstatt Study Hour. Wir werden heute ein sehr interessantes und praktisches Thema studieren: Jesus wollte ihr Bestes. Aber bevor wir mit dem Bibelstudium beginnen, möchte ich euch einladen, dass wir erst mal gemeinsam beten. Herr, ich möchte dir danken für diesen Tag, ich möchte dir danken auch, dass du jetzt bei uns bist in diesem Bibelstudium. Ich möchte dich bitten, dass du mir die richtigen Worte schenkst, Herr, dass wir gemeinsam dieses Thema studieren können und verstehen können, was du von uns verlangst, Herr. Ich danke dir dafür. Amen.

[1:19] Ja, wir beginnen dieses Studium im Alten Testament und zwar mit der Geschichte von Jona. Die Geschichte von Jona ist eigentlich sehr bekannt. Er wurde gerufen, um nach Ninive zu gehen und dort die Botschaft zu verkünden, die Gott ihm gesagt hatte. Aber Jona flüchtete, er war nicht so ganz einverstanden mit dem Plan Gottes und durch verschiedene Umwege hat ihn Gott dann wieder zurück nach Ninive gebracht.

[1:52] Die Predigt von Jona, die er Tag für Tag verkündete, finden wir in Jona Kapitel 3, Vers 4. Jona Kapitel 3, Vers 4, und da steht: „Und Jona begann in die Stadt hineinzugehen, eine Tagesreise weit, und er rief und sprach: Noch 40 Tage, und Ninive wird zerstört.“ Nun, das war keine einfache Botschaft, das war eine sehr harte Botschaft. Bestimmt war sie vielleicht nicht einfach zu verstehen. Würden wir diese Botschaft heutzutage verkündigen, würden viele daran vielleicht auch gar nicht glauben. Aber Jona hatte mit dieser Botschaft viel Erfolg in dieser Stadt Ninive, denn von den Einzelnen bis zum König haben sie erkannt, welchen ihren Zustand ist und haben versucht, Gott anzubeten, haben zu ihm geschrien und Böses getan, haben sich mit Sack und Asche in den Staub gesetzt und haben einfach darum gebeten, dass Gott doch diese Stadt verschone.

[3:17] Und es ist interessant, dass diese 40 Tage, die Jona hier auch nennt, im Vers 4, „noch 40 Tage und Ninive ist zerstört“, dass 40 Tage auch in der Bibel auch anderswo vorkommen. Und ich lade euch ein, auch selbst mal zu recherchieren, in welchen Geschichten diese vorkommen. Sie kommen zum ersten Mal zum Beispiel bei Noah, da findet auch ein Gericht statt und die Sintflut kam. Oder auch bei Mose, als er am Berg Sinai war und dort die Gesetze Gottes bekommen hatte. Oder auch später finden wir die prophetischen 40 Tage oder 40 Jahre, die das Volk Israel dann in der Wüste verweilen musste, bevor sie dann im Land Kanaan rein durften. Und es ist interessant, vielleicht diese Geschichten noch mal für sich zu studieren. Aber wenn wir so das überfliegen, dann merken wir, dass jede Geschichte etwas mit Gericht zu tun hatte, mit dem Gesetz Gottes. Und ja, auch bei Jesus in seinen Versuchungen, da finden wir auch diese 40 Tage in der Wüste und wie er eben versucht wurde, ob er die Gebote Gottes halten würde oder nicht. Und hier haben wir eben auch diese 40 Tage.

[5:02] Und Jona war eigentlich der erfolgreichste Prophet vielleicht in der ganzen Bibel, denn die ganze Stadt tat Buße. Das finden wir zum Beispiel nicht bei Jeremia. Und doch hatte Jona nicht so ein großes Interesse, dass Ninive sich bekehrt. In Jona Kapitel 4, Vers 2, lesen wir, was Jona dazu meinte. Jona Kapitel 4, Vers 2, da steht: „Und er betete zum Herrn und sagte: Ach Herr, war das nicht meine Rede, als ich noch in meinem Land war? Deshalb floh ich schnell nach Tarsis, denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langsam zum Zorn und groß an Güte und einer, der sich das Unheil reuen lässt.“ Wir sehen, dass das, was Gott im Sinn hatte mit dieser Predigt, mit dieser Ankündigung, etwas anderes war, als das, was Jona im Sinn hatte. Gott wollte tatsächlich, dass die Stadt Ninive zurückkehrt zu ihm, dass sie Buße tut. Und Jona aber fand das keine gute Idee.

[6:30] Aber wenn wir jetzt im Neuen Testament gehen, da sehen wir auch eine Person, die etwas über eine Stadt sagte. Das ist Jesus selbst, und zwar sagt er etwas über Jerusalem. In Lukas Kapitel 19, und dort Vers 41 und 42, da steht: „Und als er sich näherte und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zum Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.“ Wir merken hier aus diesen Worten und auch dadurch, dass Jesus weinte, dass er die Stadt Jerusalem sehr lieb hatte und nach ihrer Rettung gesucht hatte. Und wir merken hier, dass es auch einen Unterschied gibt zwischen Jona und zwischen Jesus. Beide hatten Botschaften zu verkündigen. Der Jona, dass eben Ninive in 40 Tagen zerstört wurde, und der Jesus, der über das Reich Gottes gesprochen hatte und auch sich dadurch erhofft hatte, aber, dass die Menschen Buße tun und errettet werden.

[7:56] Wir merken auch in einem anderen Gleichnis, das Jesus erzählt, und zwar das Gleichnis vom verlorenen Sohn, dass auch da ein Mensch gibt, der sich freut, dass jemand Buße tut und zurückkehrt, und einen anderen, der nicht so viel Freude daran hat. Der Vater, der seinen jüngsten Sohn verliert und weit weg von ihm geht, freut sich, als dieser junge Sohn wieder zurückkehrt. Der andere ältere Sohn, der Bruder von dem jüngeren, er wird aber wütend. Der Vater erwartet darauf, dass der jüngere Sohn zurückkehrt. Er hofft darauf. Der ältere Sohn verliert vielleicht auch keinen Gedanken darüber, dass er zurückkehrt.

[8:45] Ich möchte euch ein Zitat vorlesen im „Christi Gleichnisse“ von Ellen White, und sie schreibt im Kapitel 15: „Wer kann den Wert einer Seele schätzen? Wenn du den Wert derselben erkennen willst, dann gehe nach Gethsemane und wache dort mit Christus in jenen Stunden des bitteren Seelenkampfes, dass ein Schweiß wie große Bluttropfen floss. Blicke auf dem am Kreuz erhöhten Heiland. Hör den Ruf der Verzweiflung: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘ Blicke auf das verwundete Haupt, die durchbohrte Seite, die durchbohrten Füße. Bedenke, dass Christus alles daran setzte. Um unsere Erlösung willen wurde selbst der Himmel gefährdet. Wenn du am Fuße des Kreuzes bedenkst, dass Christus für nur einen Sünder sein Leben dahingegeben haben würde, dann kannst du den Wert einer Seele schätzen. Wenn du mit Christus in Verbindung stehst, wirst du ein jedes menschliche Wesen so schätzen, wie er es schätzt. Du wirst dieselbe tiefe Liebe für andere empfinden, die Christus für dich fühlte. Dann wirst du imstande sein, Seelen, für die er starb, zu gewinnen und nicht zu vertreiben, sie anzuziehen und nicht abzustoßen.“

[10:15] Hier steht ein kleines Rezept, wie wir Liebe zu unserem Nächsten empfinden können. Wir können sie nur empfinden, wenn wir auf Jesus schauen. So wie in jedem Bereich in unserem Leben können wir nur durch Jesu Anschauen verwandelt werden. Es ist nicht automatisch die Liebe zum Nächsten, sondern die müssen wir lernen. Und wo können wir sie lernen? Wenn wir auf Jesus schauen und auf das, was er getan hat für diese Welt, oder besser gesagt, für jeden Einzelnen von uns. Wie hier steht, er wäre auf dieser Erde gekommen und er würde am Kreuz sterben, auch nur für eine einzelne Person, die sein Opfer annehmen würde. Und wenn wir sehen, was für ein großes Opfer Jesus getan hat am Kreuz, so können wir nicht anders, als die Menschen so zu schätzen und so zu lieben, wie Christus sie gelebt hat.

[11:18] Und haben wir eigentlich diese Liebe zu verlorenen Menschen, wie Jesus sie gehabt hat? Oder sind wir so ein bisschen wie Jona, ein bisschen gleichgültig, uninteressiert oder wie der älteste Sohn von dem Gleichnis? Suchen wir nach dem Besten für unseren Nächsten, so wie Jesus gesucht hat. Aber was für eine Liebe hatte Jesus? Die Sabbatschule beschreibt es ganz schön. Es ist die Liebe nach dem Trotzdem-Prinzip. Und zwar, ich möchte mit euch lesen in Matthäus, Matthäus Kapitel 7, Matthäus Kapitel 7 und dort Vers 12. Hier steht: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ Diesen Vers habe ich eigentlich immer so gelernt oder gehört, dass man gesagt hat: „Das, was du nicht willst, dass die Menschen dir tun sollen, das tue denen auch nicht.“ Aber hier steht es im Positiven. Hier steht: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ Das heißt, wenn wir gerne geholfen werden müssten, dann müsste es unser Lebenssinn sein, dass wir auch anderen helfen. Und wenn wir gerne errettet sein müssten, dann müssten wir auch für die Errettung der anderen Menschen suchen und beten und hoffen und dafür arbeiten.

[13:16] Aber was interessant ist, ist, dass dieser Vers nicht einfach beendet wird durch „das tut ihr ihnen auch“, sondern „denn darin besteht das Gesetz und die Propheten“. Das heißt, Jesus möchte wieder, dass man auf das Gesetz schaut. Denn das Gesetz ist nichts anderes als die Beschreibung, wie man Gott liebt und wie man den Nächsten liebt. In Matthäus, nein, zuerst in Lukas, in Lukas Kapitel 6 und dort Vers 35 lesen wir: „Doch liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas wieder zu erhoffen. Und euer Lohn wird groß sein und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.“

[14:11] Wie hat Jesus geliebt? Wir haben gesagt, nach dem Trotzdemprinzip. Er kam auf diese Erde und er starb für uns, sagt Paulus, als wir noch seine Feinde waren. Und die gleiche Liebe müssten wir auch haben. Wir sollten unseren Nächsten lieben, auch wenn er unser Feind ist, auch wenn er uns vielleicht nichts Gutes wünscht, auch wenn er Hass zu uns ist. Das müssen wir zurück antworten mit Liebe.

[14:50] In Matthäus 5 und dort Vers 43 steht auch: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“ Diese Worte sind nicht einfach, denn wir können nicht automatisch Liebe empfinden für diejenigen, die uns Böses wollen. Das können wir uns nicht vorstellen. Es ist ein Kampf, aber wir können das lernen, haben wir gesagt, indem wir die Verbindung zu Jesus haben und einfach auf ihn schauen und mit ihm diese Verbindung haben und von ihm lernen.

[15:54] Aber hat Jesus das wirklich so gelebt, wie wir das gerade bis jetzt gelesen oder erzählt haben? In Lukas Kapitel 23 und dort Vers 34 sagt Jesus, als er am Kreuz lag: „Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Sie aber verteilten seine Kleidung und warfen das Los darüber. Die Liebe, die Jesus hatte, ist unbeschreiblich und auch unverständlich für uns Menschen. Aber diese Liebe müssen wir haben, wenn wir uns auch Christ nennen möchten.

[17:01] Und was auch wichtig ist zu verstehen, ist, dass diese Liebe, die wir dann haben oder dem Nächsten gegenüber, diese Liebe verändert auch den anderen Menschen. So wie es in Römer Kapitel 2 beschrieben wird. In Römer Kapitel 2, Vers 4 steht: „Oder verachtest du den Reichtum seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet?“ Die Güte Gottes bringt zu Buße, das heißt zu einer Veränderung, zu einem Umkehr. Und wenn wir unseren Mitmenschen so lieben, wie Jesus uns geliebt hat, dann werden wir auch die Menschen zum Nachdenken bringen. Die Menschen bleiben dadurch nicht unverändert.

[18:01] Wir können das auch im Gegenteil so betrachten. Denn wir haben gezeigt im Laufe der Geschichte als Christen, dass wir lieblos gehandelt haben. Zum Beispiel sehen wir das in der Geschichte der mittelalterlichen Kirche. Bis heute reden Menschen davon und sagen: „Wie kann es einen guten Gott geben? Wie können diese Leute sich als Christen nennen, wenn sie doch so lieblos gehandelt haben durch Kriege im Namen Gottes?“ Und das Gleiche ist es auch heute. Wenn wir ein schlechtes Beispiel sind, das bringt auch die Menschen zum Nachdenken. Und dadurch entsteht Unglaube und Desinteresse über Gottes Wort und sein Wesen.

[19:00] Das Schöne ist, dass in der Bibel beschrieben wird, wie Liebe ist. Und das kennt die ganze christliche Welt. Das wird auch oft in Hochzeiten vorgelesen. Und zwar 1. Korinther Kapitel 13 und dort ab Vers 4. Da steht: „Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Die Liebe vergeht niemals.“ Schon allein diese Worte und die Bezeichnungen von dieser Liebe, wie es hier beschrieben wird, lassen uns sehen, dass es etwas Unfassbares ist. Es ist nicht vergleichbar mit der Liebe, die wir manchmal verstehen unter uns Menschen, sondern es ist etwas Größeres.

[20:23] Und Paulus beschreibt später in Galater 5, dass diese Liebe zum Frucht des Heiligen Geistes dazu gehört. Das heißt, wenn wir aus dem Fleisch leben, dann haben wir, besitzen wir diese Liebe nicht. Dafür bräuchten wir den Heiligen Geist. Und genau, wie erhalte ich diese Liebe? Genauso, wie ich auch die Wertschätzung zu dem anderen Menschen erst sehen kann, durch die Verbindung zu Jesus und durch das Lesen in seinem Wort, durch das Betrachten seines Charakters, in dem, was er getan hat.

[21:00] Wir möchten nun in Markus Kapitel 8 lesen. Und dort ab Vers 22 bis 26. Markus Kapitel 8, Vers 22 bis 26, da steht: „Und sie kommen nach Bethsaida, und sie bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, dass er ihn anrühre. Und er fasste den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorf hinaus. Und als er in seine Augen gespiehen und ihm die Hände aufgelegt hatte, fragte er ihn: Siehst du etwas? Und er blickte auf und sagte: Ich sehe die Menschen, denn ich sehe, wie Bäume umhergehen. Dann legte er wieder die Hände auf seine Augen, und er sah deutlich, und er war wiederhergestellt und sah alles klar. Und er schickte ihn nach seinem Haus und sprach: Auch nicht ins Dorf sollst du gehen.“

[22:04] Diesen Wunder, wie es hier beschrieben wird, es wird in einer antikartigen Art beschrieben. Wir kennen eigentlich von Jesus, dass er ein Wort sagt oder eine Berührung macht, und schon wird die Person geheilt. Hier musste er diesen Blinden zweimal berühren. Das erste Mal sah der Blinde nicht so deutlich. Er konnte kaum Bäume von Menschen unterscheiden. Er konnte Menschen unterscheiden, nur weil sie sich eher bewegt hatten. Aber bei der zweiten Berührung von Jesus konnte er besser sehen, konnte er wieder ganz deutlich sehen.

[22:48] Im Vers 18, im Markus 8, Vers 18, wissen wir was ganz Interessantes. Und da steht: „Augen habt ihr und seht nicht, und Ohren habt ihr und hört nicht.“ Kann es sein, dass dieser Vers auch mit dieser Geschichte etwas zu tun hat? Augen habt ihr und seht nicht. Ist es vielleicht auch nicht so, dass wir in unserem Gemeindeleben, in unserem christlichen Leben vieles erkennen, aber doch vieles nicht?

[23:26] Aber wie können wir denn besser erkennen? Lesen wir im Psalm, im Psalm Kapitel 19 und dort Vers 9. Und hier steht: „Die Vorschriften des Herrn sind richtig. Sie erfreuen das Herz. Das Gebot des Herrn ist lauter. Es macht die Augen hell.“ So sehen wir, dass auch wir hier wieder zurück zu den zehn Geboten gehen, genauso wie am Anfang. Das Gebot des Herrn macht die Augen hell.

[24:20] In Offenbarung Kapitel 3, Vers 18, als die Gemeinde Laodizea beschrieben wird, wird dann auch von Gott empfohlen, etwas von Gott zu erwirtschaften. Und zwar steht im Vers, Kapitel 3, Vers 18: „Ich rate dir von mir Feuer, geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du begleitet wirst, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst.“ Das heißt, um besser zu sehen, brauchen wir das Gebot Gottes und die Augensalbe. Die Augensalbe, die nichts anderes ist, als der Heilige Geist, der uns zeigt, was gut und böse ist, der uns hilft zu unterscheiden, was gut und böse ist.

[25:24] Aber vielleicht brauchen wir diese Augensalbe auch dazu, damit wir erkennen, wo sind denn die Bedürfnisse der Menschen, die um mich herum sind? Wo kann ich helfen? Wie kann ich dem Nächsten helfen, damit er nicht verloren geht, sondern errettet wird? Ich gebe zu, wir brauchen diese Augensalbe, denn von alleine sind wir eher auf uns selbst konzentriert und nicht auf andere. Wir brauchen diese Augensalbe, damit wir uns auch auf andere konzentrieren, damit wir auf Gott schauen und auf die Nächsten schauen.

[26:03] Ellen White schreibt auch im „Schatzkammer der Zeugnisse“, und dort Kapitel 63: „An vielen scheinbar aussichtslosen Orten gibt es ein Missionswerk zu tun. Der Missionsgeist muss von unseren Herzen Besitz ergreifen und uns begeistern, Menschen zu erreichen, für die zu arbeiten, wir nicht geplant hatten, und an Orten zu wirken, an die wir nicht dachten. Überall bieten sich Gelegenheiten. Benutzt jede sich euch bietende Möglichkeit. Die Augen müssen mit himmlischer Augensalbe gesalbt werden, damit sie die Gelegenheit wahrnehmen. Gott ruft nach hellwachen Missionaren. Es gibt noch Wege, für die uns die Augen geöffnet werden. Wir müssen die uns gnädig geschenkte Möglichkeit erkennen und auf sie eingehen. Gott möchte uns diese Augensalbe schenken. Wir müssen sie nur erfragen, damit wir wirklich für Gott auf eine besondere Weise und auf seine Art und Weise auch, damit wir für Gott arbeiten können.“

[27:15] Und ich denke, wenn wir diese Liebe haben, die Jesus hatte, und wenn wir diese Liebe zu verlorenen Menschen besonders haben und ihnen helfen möchten, dann werden wir auch suchen, diese Augensalbe zu kaufen, damit wir sehen können, wie wir helfen können, wo wir helfen können. Und ja, es ist eine große Aufgabe, die uns hier Gott gibt.

[27:54] Ich möchte mit euch noch in Philipper Kapitel 2 lesen. Philipper Kapitel 2, denn es ist wichtig auch zu wissen, in welcher Motivation wir Menschen helfen sollen und welche die Motivation von Jesus war. In Philipper Kapitel 2 und dort ab Vers 3 bis Vers 8. Vielleicht schon ab Vers 2: „So erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig eines Sinnes seid, nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht tut, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst. Ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das der anderen.“

[28:48] Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, denn Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raubhild Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden. Er niedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod. Ja, zum Tod am Kreuz.

[29:18] Für uns ist Jesus auch in dieser Sache ein Vorbild, ein großes Vorbild, denn er als großer Gott und Allmächtiger hatte es nicht für richtig empfunden, seine Position, sondern kam auf diese Erde, um jeden Einzelnen von uns zu retten. Und als er hier auf dieser Erde war und Menschen half, wollte er nichts haben im Gegenzug. Er hat es nicht gemacht, um einen weiteren Gewinn zu erlangen. Und er wollte auch nicht der berühmteste Rabbi sein in ganz Jerusalem oder in ganz Judäa. Und immer wenn er half, dann half er, indem er immer sein Ich einfach vergessen hatte. Und das Gleiche sollen wir tun.

[30:06] In der gleichen Motivation sollten wir auch für Menschen arbeiten. Und wir müssen zugeben, es ist schwierig für uns, so zu arbeiten und mit der gleichen Motivation zu arbeiten, wie Jesus sie hatte. Denn auch als Gemeinde in dieser Folge geht es darum, die Rolle der Gemeinde und auch als Gemeinde. Wir wollen natürlich gerne Menschen helfen. Aber aus welcher Motivation machen wir das? Machen wir das, damit wir bekannt werden in unserem Ort, in unserer Stadt? Machen wir das vielleicht, weil wir Erfolg haben möchten durch die steigende Zahl der Mitglieder? Oder aus welchem Grund machen wir das?

[31:03] Die einzige Motivation müsste sein, wir müssten den Menschen helfen, weil wir die Menschen lieben, weil wir diese Menschen, die verloren sind, lieben und nach ihrer Rettung suchen. Und so wie Jesus werden wir nicht, wenn wir die gleiche Gesinnung Jesu haben, so wie hier steht in Philipper Kapitel 2, wenn wir nicht aus Eigennutz das tun und auch nicht aus Ruhmsucht. Das ist die Wortwahl, die hier Paulus benutzt.

[31:39] Ellen White schreibt, beziehungsweise bevor ich das vorlese, es ist hier die Rede von der Rolle der Gemeinde, haben wir schon bereits erwähnt. Aber wir müssen nicht vergessen, dass diese Aufgabe nicht nur die Gemeinde an sich erfüllen muss als solche, sondern jeder einzelne Mitglied.

[32:07] Im Dienst für Christus auf Seite 12 steht: „Gott erwartet von jedem einen persönlichen Dienst, dem er die Erkenntnis der Wahrheit für diese Zeit einvertraut hat.“ Und dann schreibt sie noch: „Menschen zu retten, sollte die Lebensaufgabe für jeden sein, der Christus bekennt.“ Und weiterhin: „Wer Christus in dieser Welt wirklich darstellt, arbeitet zum Segen anderer. Er freut sich, die Sache Gottes zu Hause und im Ausland zu fördern. Er wird sich nicht aufspielen, noch Anerkennung für das Werk annehmen, das er vollbringt. Er wird vielmehr demütig, sanftmütig und zuverlässig arbeiten und sowohl unscheinbare als auch größere Aufgaben anpacken, wenn nötig, weil Christus so viel für ihn getan hat.“

[33:09] Sie beschreibt hier, Ellen White, dass wenn wir die Wahrheit haben, dann haben wir auch diese Aufgabe persönlich etwas für unseren Menschen zu tun. Wir sollen es nicht auf die Gemeinde, diese Aufgabe schieben, sondern wir sollten auch diese Liebe so spüren, dass wir einfach aus Liebe etwas tun müssten für Jesus und für die Menschen, die verloren sind. Und wenn wir Jesus bekennen, wenn wir sagen, wir sind Christen, dann sollten wir doch auch das tun, was Christus getan hat, oder nicht?

[33:58] Das wichtigste Zitat, finde ich, von Ellen White, ist folgender: „Das Hochziel eines christlichen Charakters ist Christusähnlichkeit.“ Und ich denke, dass dieser Satz immer wichtig ist, bei allen Themen und Bereichen in unserem Leben. Und vor allem hier, in diesem Thema, sind wir Christen, dann wollen wir Christus-ähnlich sein. Dann wollen wir das tun, was er getan hat. Dann wollen wir die Liebe haben zu den Menschen, die er hatte. Diese, ja, trotzdem Liebe.

[34:41] Und wie können wir so sein wie Jesus? Wie können wir so leben, wie Jesus geliebt hat und das tun, was er getan hat? Eigentlich ist es immer das Gleiche. Wir müssen die Beziehung mit Jesus haben und durch den Heiligen Geist verändert sein. Das heißt, die Beziehung mit Jesus haben wir durch das Gebet und durch das Lesen in der Bibel. Und genauso auch den Heiligen Geist empfangen wir, wenn wir auch darum bitten.

[35:10] Es ist wahr, Nächstenliebe und die Liebe zu verlorenen Menschen, das kostet was. Es kostet Zeit. Es kostet Kraft. Es kann auch manchmal Geld kosten. Aber es ist all das, was auch Jesus gemacht hat. Er hat seinen Thron verlassen. Er hat alles hinter sich gelassen, um auf diese Welt zu kommen und hat die ganze Zeit, die er hatte, dafür verwendet, um über Gottes Reich zu predigen und, ja, um Gutes zu tun, um zu heilen.

[35:55] Wir wollen kurz zusammenfassen, bevor wir zum Schluss kommen. Wir sollten diese Liebe zu verlorenen Menschen haben wie Jesus und wie dieser Vater, der darauf wartet, dass der Sohn zurückkehrt und der sich darauf freut, wenn er zurückgekehrt ist. Und wir sollten nach dem Trotzdemprinzip lieben. Das heißt, einfach nur lieben, egal ob die Person mich hasst, egal ob er mich flucht, egal ob er mein Feind ist. Wir sollten diese Liebe haben, die Jesus hatte, denn nur diese Liebe wird Menschen verändern. Und diese Liebe können wir nicht aus uns selbst haben. Diese Liebe ist ein Teil des Frucht des Geistes. Das heißt, das bekommen wir nur, wenn wir den Heiligen Geist haben, wenn wir durch diese Augensalbe unsere Augen geöffnet werden und die Beziehung zu Jesus führen.

[36:57] Und die Motivation dieser Liebe, diesen Dienst für andere, ist einfach nur, weil es Jesus getan hat und weil wir Menschen lieben, diese verlorenen Menschen lieben, und nicht aus egoistischen oder anderen Gründen. Nun, möchten wir das? Möchten wir so sein wie Jesus? Möchten wir Christus-ähnlich sein und diesen Hochziel, wie er in White beschreibt, erreichen? Dafür möchten wir erst mal beten.

[37:37] Herr, ich möchte dir danken für dieses Studium. Ich möchte dir danken, dass du uns gezeigt hast, wie sehr du uns geliebt hast und jeden Einzelnen von uns und für uns, für mich, Herr, am Kreuz gegangen bist, um mich zu retten. Herr, ich möchte dich bitten, dass wir wirklich diese Liebe, die du für uns hattest, dass du sie uns schenkst, damit wir auch unserem Nächsten lieben können, Herr. Herr, als du hier warst, auf dieser Erde, warst du das Licht der Welt und du hast uns auch Licht der Welt gerufen. Und ich möchte dich bitten, dass wir wirklich immer ähnlicher werden wie dich, dass wir einfach Zeugnis geben können, ein gutes Zeugnis geben können über dich und deinen Charakter und deine Liebe. Ich danke dir dafür. Amen.

[38:35] Dann möchte ich euch noch Gottes Segen schenken, dass wir das umsetzen können, was wir heute Abend studiert haben, und euch noch Gottes Segen und bis zum nächsten Mal.


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