[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer ganz neuen CSH-Serie, einem neuen Quartal über ein Thema, auf das wir uns schon sehr gefreut haben: Die Offenbarung Kompakt.
[0:44] Wir haben auf unserer Seite www.joelmedia.de die bekannte Serie Offenbarung Vers für Vers, wo wir seit Jahren jeden einzelnen Vers unter die Lupe nehmen. Allerdings fehlen dort zahlreiche Kapitel am Anfang, weil zu Beginn der Serie wir noch gar kein Joel Media hatten, noch keine Kameras und nichts dergleichen. Und so haben wir immer wieder über die Jahre Anfragen bekommen: Wo sind die ersten Kapitel? Und mit dieser CSH wollen wir die Gelegenheit nutzen, dieser Serie in einer kompakten Form einmal einen Überblick über alle Kapitel der Offenbarung zu geben. 13 Folgen in gedrängter und zusammengefasster Form, kompakt zusammengefasst, Vers für Vers kurz angerissen und angesprochen, sodass man einen Überblick bekommt über all das, was die Offenbarung in so einer großen Linie sagt.
[1:35] Wir freuen uns sehr auf dieses Studium und auf diese erste Folge jetzt, mit der wir eröffnen wollen unter dem Titel „Das Evangelium von Patmos“. Wir wollen uns damit vorbereiten auf den 5. Januar, das Bibelgespräch dort. Und wir werden heute die ersten 8 Verse betrachten, sozusagen die Einleitung in das Buch der Offenbarung. Aber das ist mehr als nur eine Einleitung, sondern enthält schon einige der wesentlichsten Aussagen der Offenbarung überhaupt. Und es lohnt sich von Anfang an mit größter Konzentration und viel Freude, diese Verse zu studieren.
[2:15] Bevor wir damit aber im Detail anfangen, wollen wir natürlich den einladen, der diese ganzen Worte inspiriert hat, um uns vorzubereiten auf die Dinge, die noch kommen werden. Und wir möchten mit einem Anfangsgebet dieses Studium der Offenbarung beginnen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass du deinem Sohn Jesus die Offenbarung gegeben hast und er durch den Engel sie Johannes gegeben hat, der sie aufgeschrieben hat, damit wir sie verstehen können und dann wieder anderen weitergeben können. Danke für dieses wunderbare Buch, das wie eine großartige Zusammenfassung alles noch einmal zusammenbringt, was in der Bibel an Evangelium, an guter Botschaft und auch an Prophetie enthalten ist. Wir möchten dich bitten, dass wir bei all dem Studium der Offenbarung immer im Zentrum verstehen werden, dass es um Jesus Christus geht, um den großen Erlösungsplan und darum, wie wir gerettet werden können und dein Name verherrlicht wird im ganzen Universum. Wir möchten dich bitten, dass du unser Studium segnest, dass es uns anregt, auch persönlich die Offenbarung und damit auch die ganze Prophetie, auch Daniel und die anderen prophetischen Bücher noch intensiver zu studieren, dass wir eine echte Erweckung und Reformation erleben. Du hast gesagt, dass wenn die Bücher deiner Offenbarung von deinem Volk studiert werden, dann ist eine echte Erweckung zu erwarten, und das wünschen wir so sehr auch für die kommenden Wochen in unseren Gemeinden, in unseren Familien, in unserem Leben, dass du durch die Offenbarung zu uns sprichst und dass wir diese Erweckung erleben, die du versprochen hast. Wir wollen uns auf sie berufen und danken dir, dass du jetzt unser Lehrer sein wirst und uns dein Wort erklären wirst. All das bitten wir im Namen unseres Königs, unseres Mittlers und unseres Erlösers und Schöpfers, Jesus Christus. Amen.
[4:01] Offenbarung Kapitel 1, Vers 1. Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll, und er hat sie bekannt gemacht und durch seinen Engel, seinen Knecht Johannes gesandt.
[4:19] Diese Formulierung „Offenbarung Jesu Christi“ kommt nicht nur an dieser Stelle in der Bibel vor. Wir finden sie so auch im Galaterbrief, in Galater Kapitel 1 und dort Vers 11 und 12. Paulus sagt dort: „Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt. Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.“ Paulus sagt: Ich kenne das Evangelium nicht durch menschliche Theologen, nicht durch Bücher oder Vorträge. Ich kenne das Evangelium durch die Offenbarung Jesu Christi.
[5:07] Wenn also die Offenbarung Jesu Christi ist, wenn das das Buch ist, das wir jetzt studieren wollen, dann wird es einen Schwerpunkt haben, der vor allen anderen, es gibt viele interessante Aspekte der Offenbarung, mehr heraustritt als alles andere. Das ist dieses Buch. Das Buch der Offenbarung ist dazu da, damit wir das Evangelium kennenlernen. Es ist das Evangelium von Patmos, wie es unsere Lektion so schön sagt. Es geht um die gute Nachricht, es geht um die Kraft Gottes, wie Paulus im Römer 1 das Evangelium definiert, das durch den Glauben uns retten kann. Was immer wir in der Offenbarung verstehen oder auch bisher noch nicht verstehen, was immer wir studieren werden, wo immer wir hineingraben werden, wir müssen verstehen: In der Offenbarung ist es Gottes Intention, dass wir das Evangelium kennenlernen, das Evangelium von Jesus Christus.
[5:57] Ebenfalls finden wir diesen Begriff „Offenbarung Jesu Christi“ in 1. Petrus 1. 1. Petrus 1 und dort Vers 7, dort heißt es: „damit die Bewährung eures Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird, Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ Worum geht es bei der Offenbarung Jesu Christi? Hier, es geht hier um die Wiederkunft Jesu. Wenn er kommen wird, wenn er sich offenbaren wird, dann wird der bewährte Glaube einen Lohn empfangen. Das heißt, die Offenbarung Jesu Christi bezieht sich auch auf das Kommen Jesu, auf seine Wiederkunft und auch das ist ein entscheidender Fokus dieses letzten Buches. Es geht um das Evangelium und die Tatsache, dass Jesus bald wiederkommt. Als Adventgemeinde haben wir doch genau dieses Ziel. Wir warten auf die Wiederkunft.
[6:56] Das Wort Offenbarung bedeutet ja nichts weiter, als dass etwas, das eigentlich sonst vielleicht geheim wäre, offenbart ist. So zum Beispiel in Daniel Kapitel 2. Daniel Kapitel 2 und dort Vers 29. Dort lesen wir in dieser berühmten Geschichte von König Nebukadnezar, der diesen Traum gehabt hat, dass Daniel ihm folgendes sagt: „Dir, o König, Daniel 2, Vers 29. Dir, o König, stiegen auf deinem Lager Gedanken darüber auf, was nach diesem geschehen werde. Und da hat dir der, welcher die Geheimnisse offenbart, mitgeteilt, was geschehen wird.“ Wer ist es, der die Geheimnisse offenbart? Es ist Gott, der durch einen prophetischen Traum, durch eine Vision, durch eine Prophetie zu dem Heiden Nebukadnezar spricht, um ihn auf das Evangelium und auf die Wiederkunft Jesu vorzubereiten, ihn darauf aufmerksam zu machen, ihm zu sagen: Schau mal her, es wird eine Wiederkunft geben und das Reich Gottes ist das, was am Ende Bestand haben wird. Das Reich Gottes, das ja letztendlich das Evangelium auch beinhaltet.
[8:06] Das heißt, in der Offenbarung wird es um das Evangelium gehen, es wird um die Wiederkunft Jesu gehen, und das Ganze wird so verpackt sein, dass durch das Offenbarwerden von prophetischen Geheimnissen diese Dinge ins Zentrum rücken. Indem uns erklärt wird, was bisher noch unbekannt war, was passieren wird mit Nationen und Völkern und mit Staaten und mit verschiedenen Ereignissen in dieser Welt, indem prophetische Visionen uns unsere Aufmerksamkeit erregen, ist Gott in der Lage, uns genauer und präziser zu erklären, worum es beim Evangelium geht. Die Offenbarung ist unverzichtbar, um das Evangelium zu verstehen, und sie verwendet eine Methode, die schon bei Nebukadnezar funktioniert hat, nämlich Prophetie. Denn das spricht uns an, weil wir wissen wollen, was die Zukunft bringt, und die Offenbarung ist genau so geschrieben.
[9:01] Es ist die Offenbarung Jesu Christi. Das zeigt von Anfang an, dass hier eine Person im Zentrum steht, nämlich unser Erlöser, durch den das Evangelium überhaupt erst möglich ist. Johannes, der die Offenbarung schreibt, kennt viele Worte und Titel für Jesus. Er nennt ihn oft das Lamm Gottes, auch in der Offenbarung. Er nennt ihn das Wort Gottes, ganz viel im ersten Johannesbrief. Aber an dieser Stelle, auch in der Offenbarung später, sagt er nicht „die Offenbarung des Wortes“. Das wäre sicherlich sehr poetisch gewesen. Er sagt auch nicht „die Offenbarung des Lammes“. Wie viele tolle Predigten hätte es darüber gegeben. Er sagt „die Offenbarung Jesu Christi“ aus dem einfachen Grund, dass die Namen Jesus und Christus sehr spezifische Bedeutung haben, die an dieser Stelle sehr wichtig sind.
[9:50] Jesus bedeutet „der Herr, also Jahwe rettet“. Und sein Name wird erklärt in Matthäus 1 und dort Vers 21. Wovon rettet denn Jesus? Von den Römern? Nein. Matthäus 1, Vers 21: „Sie wird aber einen Sohn gebären und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten.“ Wovon? Von ihren Sünden. Die Offenbarung Jesu ist die Botschaft, wie das Evangelium, Offenbarung Jesu Christi, wie das Evangelium uns von den Sünden retten kann. Jesus ist gekommen, nicht um uns in den Sünden zu retten oder mit den Sünden, sondern von den Sünden. Und das ist ein wesentlicher Schwerpunkt der Offenbarung, zu zeigen, wie wir durch Jesus, durch seine Gnade, durch seine Kraft, durch seine Erlösung, durch sein Blut, durch den Heiligen Geist, wie wir Überwinder sein können. Das ist ein wiederkehrendes Thema. Dann in allen sieben Gemeinden werden wir ja dann demnächst noch darüber sprechen.
[10:52] Aber Jesus wird hier nicht nur Jesus genannt, er wird genannt Jesus Christus. Christus, die Offenbarung Jesu Christi. Christus ist da ein Titel. Und Christus bedeutet, das ist das griechische Äquivalent zu Messias im Alten Testament, es bedeutet „der Gesalbte“. Im Alten Testament gab es drei Berufsgruppen, die gesalbt wurden für heiligen Zweck sozusagen. Das waren die Könige, das waren die Priester und auch Propheten wurden gesalbt. Ein Beispiel ist dort Elisa, der von Elia gesalbt worden ist. Und die Frage ist: Was ist jetzt Jesus? Ist er König, ist er Priester oder ist er Prophet? Die Antwort ist sehr einfach: Er ist alles. Und alle diese drei Aspekte kommen in der Offenbarung ganz exponiert vor. Jesus ist der König der Könige in Offenbarung. Er ist der Priester, der in Offenbarung 8 am Räucheraltar steht und für sein Volk eintritt. Und Jesus ist der Prophet, der in der Offenbarung ganz erstaunliche Dinge vorhersagt, über Nationen, über Völker, über Religionen. Nirgendwo deutlicher wird Jesus als Prophet gezeichnet, als in der Offenbarung, wo er Vision nach Vision und sagt, was kommen wird.
[12:02] Jesus ist also der Retter, er ist der König, er ist der Priester und er ist der Prophet. Und um diese Aspekte dreht sich die gesamte Offenbarung. Hier wird das Bild Jesu in all seinen Facetten gezeichnet. Wir sehen, wie er uns rettet von den Sünden. Wir sehen, wie er als König wiederkommt. Wir sehen, wie er jetzt eintritt für uns als Priester im himmlischen Heiligtum, und wir als Prophet uns vorhersagt, was kommen wird, damit wir darauf vorbereitet sind.
[12:32] An wen ist die Offenbarung geschrieben? Wir lesen in Vers 1, dass sie den Knechten gezeigt werden soll. Die Offenbarung ist für Menschen, die Gott dienen. Wer Gott nicht dient, wer sein Leben Gott nicht gegeben hat, der wird aus der Offenbarung nicht viel entnehmen können. Für ihn wird sie ein versiegeltes Buch bleiben. Sie wird ihm keinen Sinn machen. Interessanterweise ist es, dass dieselbe Gruppe, die Knechte, die dann in Offenbarung 7 auch das Siegel Gottes erhalten. Wenn wir also die Offenbarung lesen und daraus Kraft und Trost empfangen, wenn wir Jesus näher kommen durch die Offenbarung, dann gehören wir auch zu den Menschen, die Jesus gerne versiegeln möchte und auf diesem Weg der Versiegelung sind.
[13:20] Offenbarung 1 zeigt uns auch in Vers 1, wie die Offenbarung zu uns gekommen ist. Gott der Vater hat sie Jesus gegeben. Jesus gibt sie dem Engel. Der Engel, so können wir aufgrund der Bibel vermuten und aufgrund von Ellen White wissen, dass es sich um Gabriel handelt. Dieser Engel zeigt sie dann Johannes. Der hat sie aufgeschrieben und wir können sie heute lesen. Also die Kette geht von Gott, dem Vater, über Jesus, über den Engel, zu Gabriel und dann zu uns. Und dort muss sie nicht stoppen. Dort soll sie nicht stoppen, sondern wir sollen dann sie weitergeben, diese Botschaft der Offenbarung, anderen Menschen, die dann wieder anderen das weitergeben. Und in jedem einzelnen Punkt schließt sich auch der Kreis dadurch, dass wir Gott dafür danken, dass er uns diese Botschaft gegeben hat.
[14:04] Wem wurde sie gegeben? Dem Knecht Johannes. Das ist der Jünger, den Jesus liebte. So wird uns in Johannes 21, Vers 20 angedeutet. Eine interessante Formulierung, die uns an einen anderen Propheten erinnert, über den Ähnliches gesagt worden ist. In Daniel Kapitel 9 und dort Vers 23. Daniel 9 und dort Vers 23 heißt es über den Propheten Daniel, dessen Buch ja so quasi ein kleiner Bruder, ein Zwillingsbruder der Offenbarung ist. Dort heißt es in Daniel 9, Vers 23: „Als du anfingst zu beten, ging ein Wort und ich bin gekommen, um es dir zu verkünden, denn du bist ein viel Geliebter. So achte nur auf das Wort und verstehe das Gesicht.“ Insbesondere Daniel und Johannes werden als viel Geliebte, als die Menschen, die Jesus besonders liebte, bezeichnet. Und das sind die beiden Menschen, die wie keine anderen apokalyptische Endzeitprophetie niedergeschrieben haben.
[15:07] Heutzutage gibt es oft die Idee, dass Leute mit der Prophetie nichts zu tun haben wollen und sagen: Rede doch mehr von der Liebe Gottes. Aber hier haben wir die Menschen, die die Liebe Gottes wie kaum eine andere aufgesogen haben, die besonders geliebt waren von Gott und die gerade auch deswegen sich mit apokalyptischer Endzeitprophetie beschäftigt haben. Also die Liebe Gottes und die Endzeitprophetie sind nicht zwei verschiedene Dinge, die man irgendwie vielleicht in Harmonie bringen muss. Nein, sie gehören direkt zusammen. Jemand, der sich mit Endzeitprophetie aufrichtig beschäftigt, der wird von der Liebe Gottes erfüllt sein und erfüllt werden. Und jemand, der wirklich die Liebe Gottes in sich aufnehmen möchte und nach der Liebe Gottes sucht und offen ist für all das, was Gott ihm zeigen möchte, der wird von Gott auch zur Endzeitprophetie geführt werden, genauso sicher wie Daniel und genauso sicher wie Johannes.
[15:59] Johannes sagt weiter in Johannes 1, Vers 2 über sich selbst: „der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat und alles, was er sah.“ Was ist das Zeugnis Jesu? In Offenbarung 19, Vers 10 wird uns gesagt: „Das Zeugnis Jesu ist der Geist der Weissagung.“ Das heißt, Johannes hat sowohl das Wort Gottes als auch den Geist der Weissagung bezeugt. Als Johannes lebte, war das Wort Gottes im Wesentlichen das Alte Testament, die Schriften, die auch von den jüdischen Gemeinden als das Wort Gottes akzeptiert worden waren. Johannes hat über das Alte Testament gepredigt, hat es zur Grundlage seiner Verkündigung gemacht, aber er hatte auch die Schriften anerkannt, die zu seiner Zeit entstanden waren, die inspirierten Schriften, sagen wir von Paulus zum Beispiel oder auch von anderen, die dann später zum Neuen Testament wurden. Das war der Geist der Weissagung seiner Zeit sozusagen. Und Johannes hat durch seine Predigt und auch durch sein Leben diese Schriften bezeugt und am Ende ja auch selbst eigene Visionen dann hier erhalten, die man auch ohne weiteres dem Geist der Weissagung zuordnen kann.
[17:09] Vers 3 ist dann diese wunderbare Seligpreisung. Es gibt in der Offenbarung sieben Seligpreisungen, interessanterweise. Die einzelnen Stellen haben wir hier im Sendemanuskript vermerkt. Und dieses Wort „glückselig“ ist das selbe, das ist das Äquivalent zu dem hebräischen Wort, das im Alten Testament immer mit „wohl dem“ übersetzt wird. Also wenn es in Psalm 1 heißt: „Wohl dem, denn ich wandle auf dem Weg der Gottlosen“ oder in Psalm 32: „Wohl dem, dem die Sünden bedeckt sind und vergeben sind“, dann ist es dasselbe griechische Wort, das auch von Jesus verwendet wird für die Seligpreisung. „Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht, denn die Zeit ist nah.“
[17:52] Drei Dinge sollen wir tun. Wir sollen überhaupt erstmal uns mit der Offenbarung beschäftigen. Wir wollen sie lesen. Wer sie nicht liest, kann davon nicht profitieren. Wir müssen sie lesen, wir müssen immer wieder lesen, studieren, Verse vergleichen, Strukturen versuchen zu erkennen, vor allem sehen, was eigentlich die Symbole wirklich bedeuten. Wir müssen lesen, aber dann müssen wir auch hören. Immer wieder heißt es später in den sieben Sendschreiben: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Es geht nicht nur darum, Syntax und Grammatik zu verstehen, die Symbole richtig auszulegen. Es geht darum, die Botschaft des Heiligen Geistes für mein persönliches Leben und für dein persönliches Leben, für unsere Gemeinde zu erkennen. Gott hat für jede Gemeinde, für jeden Christen in allen Zeitaltern eine Botschaft irgendwo hier in der Offenbarung. Und die müssen wir hören, müssen hinhören. Wir müssen versuchen zu verstehen, was will Gott mir sagen. Jeder Vers der Offenbarung hat manchmal offensichtlich, manchmal sehr versteckt. Jeder Vers der Offenbarung hat eine Botschaft für mich, die ich hören muss.
[18:51] Und dann müssen wir bewahren, was wir verstanden haben. Der Satan möchte nicht, dass wir diese Dinge überhaupt verstehen. Und wenn wir sie verstanden haben, möchte er, dass wir sie wieder vergessen oder vielleicht am Ende anzweifeln, beiseitelegen, als altmodisch abtun. Nein, wir sollen bewahren, was wir verstanden haben. Und es kommt auch heute darauf an, liebe Freunde, dass wir die prophetischen Wahrheiten der Adventbewegung bewahren, die wir hier in diesem Buch der Offenbarung entdeckt haben. Die Dreifachengelsbotschaft in ihrer vollen Bedeutung, wie unsere Pioniere sie entdeckt haben, bewahren und immer hören, was der Geist uns heute für unsere Zeit zu sagen hat.
[19:27] Dann heißt es hier: „Denn die Zeit ist nahe.“ Nun, beim ersten Oberflächenlesen könnte man denken, das bezieht sich ja auf die Wiederkunft. Jesus kommt bald wieder. Aber das ist nicht unbedingt der Fall, denn die Offenbarung beschreibt sehr viele verschiedene Ereignisse, nicht nur die Wiederkunft Jesu. Wie das Buch Daniel ist das Buch der Offenbarung ein Beispiel für sogenannte apokalyptische Prophetie, die im Gegensatz zu vielen anderen prophetischen Büchern des Alten Testamentes, wo man ein Ereignis hat zur Zeit des Propheten und dann nochmal so eine Anwendung auf die Endzeit. Ein Buch, in der von der Zeit des Propheten bis zur Wiederkunft eine mehr oder weniger ununterbrochen laufende Kette von Ereignissen dargestellt wird. Das sehen wir in Daniel mit den verschiedenen Weltreichen, die aufeinander folgen und den verschiedenen Königen, die dann dort beschrieben werden. Und das sehen wir in Offenbarung auch mit den Ketten der sieben Gemeinden und der sieben Siegel und der sieben Posaunen und den verschiedenen prophetischen Visionen.
[20:23] Und egal zu welcher Zeit man lebt, ob zur Zeit von Johannes oder im Frühmittelalter oder im Hochmittelalter oder zur Zeit der Reformation, zur Zeit der Erweckungsbewegung oder heute, zu jeder Zeit findet man in dem Buch Ereignisse, die nah sind. Nicht alle Ereignisse sind für jede Generation gleich nah. Für uns heute gibt es viele Ereignisse in diesem Buch, die sind sogar schon Vergangenheit. Aber es gibt bestimmte Ereignisse in dem Buch, die sind für uns gegenwärtige Wahrheit. Sie sind sehr nah. Zum Beispiel das Sonntagsgesetz in Offenbarung 13 oder die Wiederkunft. Andere Ereignisse der Offenbarung sind noch fern für uns. Zum Beispiel die Zerstörung Satans und der Gottlosen nach den tausend Jahren ist noch über ein Jahrtausend entfernt von uns. Diese Dinge sind nicht nah in dem Sinne. Aber alles, was hier geschrieben steht, war für irgendeine Generation von Christen irgendwann mal nah. Und es kommt auch darauf an, beim Studium der Offenbarung zu verstehen, wo sind wir gerade im Strom der Zeit. Für die Christen im vierten und fünften Jahrhundert waren manche Dinge wichtiger, als die heute für uns sind. Und Dinge, die uns heute wichtig sind, waren vielleicht zur Zeit der Reformation noch nicht so wichtig. Das sieht man dann auch schön an den Sendschreiben, die bestimmte Dinge in den Fokus rücken, je nachdem, welche prophetischen Ereignisse anstehen.
[21:38] Das bedeutet, wir wollen das Buch Offenbarung selbstverständlich historizistisch auslegen. Das bedeutet, dass die Bücher Daniel und Offenbarung, die gesamte Heils- und Weltgeschichte, wie sie in der Bibel präsentiert wird, anders gesagt, dass sie wirklich Heils- und Weltgeschichte sind, von der Zeit des Propheten bis zur Wiederkunft oder auch darüber hinaus. Wir lehnen jegliche Form von Präterismus ab, wo alles in die Zeit von Johannes und Daniel hineingequetscht wird, wo alles im ersten Jahrhundert schon erfüllt ist. Wir lehnen den Futurismus ab, wo alles angeblich nur in der Endzeit sich erfüllt. Und wir lehnen auch den Idealismus ab, wo es gar nicht mehr um konkrete geschichtliche Erfüllung geht, sondern nur um theoretische, theologische Reflexionen. Wir glauben, dass diese Bücher tatsächlich Geschichte vorhersagen, wie sie in Kirchengeschichte und Weltgeschichte nachprüfbar stattgefunden hat und auch stattfinden wird.
[22:34] Und dazu kommt es übrigens darauf an, dass wenn man diese Bücher studiert, man auch ein gewisses Grundinteresse für Geschichte mitbringt. Und das ist etwas, was ich seit einiger Zeit beobachte, dass in unserer Gemeinde verloren geht. Wir sind zwar immer bessere Exegeten und können den Text bis ins Letzte grammatisch und wortstudienmäßig aufarbeiten, aber oftmals haben wir wenig Kenntnis über Geschichte und distanzieren uns dann immer mehr, unausgesprochen und manchmal auch ausgesprochen, von konkreten, klaren geschichtlichen Erfüllungen, von konkreten Daten, von konkreten Namen. Und dann wird das immer mehr vage und vage. Und wir wollen den Versuch wieder wagen, wieder eine Lanze zu brechen für die historizistische Auslegung, die konkret in der Geschichte nachweisbar die Erfüllung zeigt, die auch hier in der Vision dann jeweils gegeben ist.
[23:25] In diesen ersten drei Versen behandelt Johannes sozusagen das Thema vom Wort Gottes. In diesen drei Versen ist das eigentlich so das, worum es sich dreht. Wir finden hier, wie das Wort Gottes quasi entsteht. Wir sehen diese Kette. Wir sehen, was wir mit dem Wort Gottes tun sollen. Wir sehen auch, welche Wirkung es im Leben von Johannes gemacht hat, was er damit getan hat. Das Wort Gottes ist eine entscheidende Grundlage. Und wir werden sehen, dass in diesem ersten Kapitel in Johannes 1, in Offenbarung 1, das werden wir diese und nächste Woche sehen, alle wesentlichen Grundlagen der Bibel, alle wesentlichen Hauptthemen, Hauptlehren der Bibel kurz erwähnt werden, nicht ausführlich beschrieben, aber kurz erwähnt, sodass man sozusagen ein Grundgerüst hat, auf dem dann später die Visionen aufgebaut werden. Formal sind diese ersten drei Verse eigentlich quasi so die Einleitung und so der Mottospruch für dieses Buch.
[24:19] Jetzt geht es los in Vers 4. Asien war eine römische Provinz in der Westtürkei, nicht die gesamte Türkei, wie man behauptet wird, sondern in der Westtürkei. Und dieser Vers macht sehr deutlich, dass das gesamte Buch als ein Brief konzipiert ist. Man sieht das formal an dieser Formulierung: „Gnade sei mit euch und Friede von dem und so weiter.“ Das ist eine Formulierung, die man auch aus den Paulusbriefen kennt. Der Absender ist wer? Gott, Jesus, Engel, Johannes sozusagen. Es ist Gott, Vater, Gott, Sohn, Heiliger Geist, die wir gleich sehen werden, wird jetzt durch den Engel, durch Johannes, einen Brief verfassen an die sieben Gemeinden. Und hier sehen wir schon angedeutet, was wir dann noch weiter vertiefen werden nächste Woche, dass das gesamte Buch der Offenbarung an die sieben Gemeinden geschrieben ist. Und das werden wir dann noch sehen. Das wird sehr wichtig werden. Aber das gesamte Buch ist an die sieben Gemeinden geschrieben. Und wenn das Buch heute für uns wichtig ist, dann geht es um die sieben Gemeinden. Das ist sozusagen die Schlussfolgerung, die sich daraus ergibt.
[25:34] Nun, wer sind diese Personen, die uns hier grüßen lassen? Wir haben sie gerade schon angedeutet. Aber schauen wir uns das mal genau an. Wir haben einmal: „der ist und der war und der kommt.“ Das kann nicht Jesus sein, obwohl das viele auf den ersten Blick vermuten würden. Denn es geht ja weiter dann: „und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind. Und dann Vers 5a: Und von Jesus Christus.“ Wir haben hier drei Absender sozusagen, drei, die grüßen lassen. Das sind die sieben Geister. Und der dritte ist Jesus Christus. Dann liegt es sehr nahe, dass der erste Gott, der Vater ist, der hier zuerst genannt wird. Und seine Ewigkeit und seine Unveränderlichkeit wird betont. Er, der ist und der war und der kommt.
[26:10] Und dann haben wir die sieben Geister. Nach Jesaja 11, Vers 2, bezieht sich das auf den Heiligen Geist, der auf dem Messias sein würde. Da heißt es über den Messias, den Zweig aus dem Stumpf Isais, Vers 2: „Und auf ihm bedrohen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Kenntnis und der Furcht des Herrn.“ Hier geht es um sieben Aspekte des Heiligen Geistes, mit dem Jesus erfüllt worden ist. Wir sehen ja auch in Jesaja 61, Vers 1, wie er dann sagt: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen vor Botschaft zu verkünden, das Evangelium.“ Und in Matthäus 3, Vers 16 sehen wir dann in der Taufe von Jesus, wie er tatsächlich mit dem Heiligen Geist gesalbt worden ist und mit Kraft, wie es dann in Apostelgeschichte 10, Vers 38 auch gesagt wird.
[27:02] Also wir haben Gott den Vater als Absender dieses Briefes an uns. Wir haben den Heiligen Geist als Absender dieses Briefes und wir sehen daran schon, wie entscheidend dieses Buch sein muss. Immer dann, wenn es wirklich, wirklich, wirklich wichtig ist, dann sind alle drei zu sehen. Bei der Schöpfung haben wir Gott Vater, Gott Sohn und den Heiligen Geist aktiv. Wir haben bei der Taufe Jesu alle drei dabei. Wir haben bei dem Tod und bei der Auferstehung Jesu alle drei mitbeteiligt. Wir haben bei dem Missionsbefehl, haben wir alle drei erwähnt, bei der Aufgabe, das Evangelium in die ganze Welt zu tragen. Und jetzt, wenn es an dieses prophetische Buch geht, für die Gemeinden, für den Nachfolger Jesu, haben wir den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, alle drei, die hier als Absender quasi unterzeichnen, und das ist unsere Botschaft an euch, ihr lieben Christen.
[27:54] Vers 5: „Und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen.“ Hier haben wir die Person, von der wir vorhin schon gesagt haben, dass sie die Hauptperson der Offenbarung ist, die im Zentrum steht. Und das gibt uns aber trotzdem noch einmal die Gelegenheit, hier darüber nachzudenken, dass in diesen anderthalb Versen alle drei Personen der Gottheit beschrieben werden oder erwähnt werden zumindest, nachdem wir zuerst in den ersten drei Versen das Wort Gottes hatten als Grundlage, haben wir jetzt als nächstes wesentliches Thema die Gottheit, die drei Personen der Gottheit als einen zweiten inhaltlichen Schwerpunkt. Die Idee ist sozusagen, wie wir noch sehen werden, so Stück für Stück die wesentlichen Themen angerissen, und wenn man die Offenbarung später, die ganzen Kapitel, die Visionen, verstehen möchte, sollte man über diese grundlegenden Themen ein gutes Grundverständnis haben. Man muss nicht alles wissen, wer kann schon alles über die Gottheit wissen, aber man sollte etwas wissen über das Wort Gottes, man sollte die biblische Lehre zum Wort Gottes mehr oder weniger gründlich kennen, man sollte auch wissen, wer Gott ist. Ansonsten kann man viele Dinge in der Offenbarung einfach nicht verstehen. Das ist eine Art Einleitung sozusagen, die abcheckt, ob man die Grundlehre in der Bibel auch verstanden hat.
[29:10] Jesus ist der treue Zeuge. Das wird noch einmal wichtig werden in Offenbarung 3, Vers 14, der Gemeinde Laodicea. Dort stellt er sich nämlich genau so uns dann vor. Und er ist der Erstgeborene aus den Toten. Das meint nicht, dass er der Erste war, der jemals auferstanden ist. Wir wissen, dass Mose vor ihm auferstanden ist. Wir wissen, dass Elia und Elisa Menschen auferweckt haben. Wir wissen, dass ein Mann sogar durch die Totengemeinde des Elisa noch auferweckt worden ist. Wir wissen, dass Jesus Menschen auferweckt hat, bevor er selbst auferstanden ist, zum Beispiel die Tochter des Jesus oder den Sohn der Witwe von Nain. Natürlich auch Lazarus. Was heißt es also, dass Jesus der Erstgeborene der Toten ist?
[29:52] In Kolosser Kapitel 1 wird uns gesagt, Kolosser 1 und dort Vers 18 bis 20: „Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde. Er ist er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott, in ihm alle Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen, indem er Frieden machte durch das Blut seines Kreuzes, durch ihn sowohl was auf Erden als auch was im Himmel ist.“ Er ist der Erste bezüglich des Ranges. Genau darum geht es hier in der Offenbarung. Er steht über allem. Er ist das Haupt der Gemeinde und er ist der Erstgeborene aus den Toten, weil er die Auferstehung und das Leben selbst ist.
[30:46] Er ist der Fürst über die Könige der Erde. Das ist ein Thema, das in Offenbarung immer wieder aufgegriffen werden wird, wenn er als der König der Könige dann wiederkommt, in Offenbarung 19 zum Beispiel. Das geht auch zurück schon auf Kapitel wie Psalm 2, wo Jesus über die Könige der Erde dann regieren wird. Er ist der Herr der Weltgeschichte. Das ist auch ein Grund, warum in Offenbarung und auch in Daniel Weltgeschichte thematisiert wird. Man würde ja denken, was hat das mit Religion zu tun? Hauptsache, ich habe ein reines Herz. Aber um zu demonstrieren und auch deutlich zu machen, zu beweisen, dass Jesus König der Könige ist, dass er der Herr und der Fürst über die Könige der Erde ist, muss etwas gesagt werden über die Könige der Erde, über die Geschichte der Welt, wie sie auch weltpolitisch sich ereignet hat.
[31:34] Das Buch aufgerollt. Dann heißt es weiter über Jesus, dass er uns geliebt hat. Und hier haben wir einen ersten, oder nicht einen ersten, aber einen ganz wesentlichen Einblick in dieses Evangelium. Warum tut Jesus das? Warum rettet er uns? Nicht, weil ihm irgendjemand das aufgetragen hat, sondern weil er uns von Herzen liebt. Lieber Freund, liebe Freundin, die Offenbarung offenbart uns in den ersten Versen, dass es doch jemanden gibt, der uns so sehr liebt, dass er für uns gestorben ist, damit wir ewiges Leben bei ihm haben können. Und die ganze Gottheit des Himmels, Vater, Sohn und Heiliger Geist, schreiben ihre Unterschrift oder diesen Brief, um zu sagen: Das ist unsere Botschaft an dich. „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen.“ Das lautet Güte. Hier haben wir 31, Vers 3.
[32:20] 1. Johannes 3, Vers 16. Dort heißt es: „Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns hingegeben hat. Auch wir sind es schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben.“ Woran erkennen wir die Liebe? Jesus hat sich hingegeben für uns. Er mag uns so gerne. Jesaja 43 bringt das so wunderbar auf den Punkt, wenn es dort heißt, in Jesaja 43 und dort in Vers 4: „Darum, weil du kostbar bist in meinen Augen und wertgeachtet und ich dich lieb habe.“ Das ist die Motivation, die Jesus antreibt. Wir sind wert in seinen Augen. Er hat uns gerne. Er möchte, dass es uns gut geht. Er möchte, dass ich und dass du, dass wir gerettet werden. Er liebt uns von Herzen mehr als ich selbst. Er war bereit, sich selbst aufzugeben, damit ich gerettet werden kann. Damit du gerettet werden kannst. Ist das nicht wunderbar, dass es jemanden gibt, der dich mehr liebt, als eigentlich du dich selbst lieben kannst? Jemand, der eine unendliche Liebe für dich hat und alles, aber wirklich alles investiert, damit du ihm glaubst und er dich retten kann.
[33:42] Er hat uns geliebt und dann heißt es hier in Vers 5: „und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut.“ Die Bibel sagt uns, dass egal wie schwer unsere Sünde ist, sie kann werden weiß wie Schnee, so sagt es Jesaja 1, Vers 18. 1. Johannes 1, Vers 9 sagt: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Jesaja 53 macht deutlich, dass Jesus für uns gestorben ist, für unsere Sünden, an unserer Stelle sozusagen. Jesaja 53 und dort ab Vers 4 heißt es: „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir hielten ihn für bestraft von Gott, geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe. Jeder wandte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn.“ Jesus sagt, dass wir nicht mit Gold und Silber erkauft sind, sondern mit dem kostbaren Blut des Lammes Gottes. Viele andere Stellen machen deutlich, dass durch das Blut Jesu wir die Erlösung haben von den Sünden. In seinem Blut ist wahre Kraft und ein wesentliches Anliegen der Offenbarung ist es immer wieder, unseren Blick zu richten auf Jesus, der sein Blut vergossen hat für uns auf Golgatha.
[35:12] Warum hat er das getan? Was ist sein Ziel? Vers 6: „Und uns zu Königen und Priestern gemacht hat, für seinen Gott und Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ König und Priester, das war schon das Ziel Gottes mit Israel. Wir sehen das in 2. Mose 19, als er das Volk Israel aus Ägypten, aus der Sklaverei, aus der Gefangenschaft heraus befreit hatte, durch seine großartige Befreiungsaktion durch das Blut des Lammes. Als er sie frei gemacht hatte, wollte er ihnen sein Gesetz geben, seinen Charakter, sein Wesen offenbaren, damit sie zu einem Licht werden in der Welt. Wir lesen hier in 2. Mose 19, ab Vers 4-6: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen solltest. Gott gehören alle Menschen, weil er sie geschaffen hat, aber nur wenige anerkennen seine Rolle in ihrem Leben. Aber die Israeliten, die gesehen hatten, was er für sie getan hat, die ihm geglaubt hatten und auf sein Geheiß ausgezogen waren, durch das Rote Meer durchgegangen waren, sie sollten zu einem Licht werden. Sie sollten das Evangelium anderen erklären. Sie sollten zu Königen und Priestern werden, um Gottes Herrlichkeit in die Welt zu tragen. Das ist Gottes Ziel, nicht nur mit Israel gewesen, sondern auch sein Ziel mit der Gemeinde nach wie vor.
[36:46] So lesen wir es in 1. Petrus, Kapitel 2 und dort Vers 9: „Ihr aber, sagt Petrus, seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum. Wozu? Ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden, die Charaktereigenschaften dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat, zu seinem wunderbaren Licht.“ Wenn wir, die wir in der Finsternis waren, das Erlebnis gehabt haben, die Erfahrung gemacht haben, dass Gott uns befreit hat, dass er Licht gesprochen hat in unser Herz, dass er uns Erlösung geschenkt hat, dann möchte Gott, dass wir als Könige und Priester seinen Charakter, sein Wesen, seine Liebe, seine Güte, seine Gnade, seine Barmherzigkeit anderen erzählen. Das ist der Grund, warum hier in Offenbarung gesagt wird, dass er uns zu Königen und Priestern gemacht hat.
[37:34] Offenbarung ist ein Buch geschrieben, um das Evangelium in die Welt zu tragen. Und dann natürlich diese wunderbare Formulierung: „Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Das ist ein ganz typischer Lobpreis, wie man ihn aus den Psalmen kennt, aber auch zum Beispiel beim Paulus in Römer 11, wo er nach einer langen, langen theologischen Darstellung des Evangeliums ganz am Ende fast schon verzückt, dann diesen großen Gedankenbogen in Vers 36: „Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge. Ihm sei die Ehre in Ewigkeit. Amen.“
[38:10] Nun, über diesen Jesus wird noch mehr gesagt in Offenbarung. In Vers 7 heißt es: „Siehe, er kommt mit den Wolken. Und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben. Und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde. Ja. Amen.“ Er ist nicht nur von unserem Kreuz von Golgatha gestorben, nein, er kommt auch wieder. Und wir sehen ja diese interessante Brücke, die geschlagen wird vom Evangelium zur Wiederkunft, von der Vergebung der Sünden zur Vollendung der Weltgeschichte, wie wir sie kennen. Und das zeigt auch diese doppelte Bedeutung des Wortes „Offenbarung Jesu Christi“. Einmal bei Paulus für das Evangelium, dann bei Petrus für die Offenbarung, für die Wiederkunft.
[38:56] Die Wiederkunft ist das nächste zentrale Thema, das wir haben, nachdem wir das Wort Gottes hatten, die Gottheit und natürlich jetzt die Erlösung in diesen Versen 5 und 6, wo die Motivation der Erlösung beschrieben wird und die Methode der Erlösung und die Mittel sozusagen, das geschichtliche Ereignis, der Tod und die Auferstehung, die Wirkung auf uns, das Ziel der Erlösung, die Reaktion, all das wird beschrieben hier in Vers 5 und 6. Und jetzt kommt nach dem Wort Gottes, nach der Gottheit, nach der Erlösung das vierte Hauptthema der Bibel, und das ist die Wiederkunft Jesu. Eines der ganz großen Themen, ein roter Faden, der durch die ganze Bibel sich hindurchzieht, jeder 25. Vers statistisch ungefähr, spricht von den Ereignissen der Wiederkunft oder den indirekt damit zusammenhängenden Ereignissen.
[39:44] Er kommt mit den Wolken, so haben es ja schon die Jünger vernommen von den beiden Engeln, die dort standen, als sie Jesus auffahren sahen in den Himmel, Apostelgeschichte 1, 9 bis 11. Dort lesen wir: „Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg, und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahin fuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen.“ Er kommt mit den Wolken des Himmels, und jedes Auge wird ihn sehen.
[40:28] In Matthäus 24, Vers 30 wird uns gezeigt, es wird ein globales Ereignis sein, und dann heißt es hier, Matthäus 24, Vers 30: „Wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen, auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ Jesus kommt nicht durch die Hintertür. Es heißt in Psalm 50: „Unser Gott kommt und schweigt nicht.“ Wenn er als König der Könige, als Herr der Herrschaften kommen wird, wird es jeder Mensch mitbekommen. Es wird global sein, es wird hörbar sein, es wird sichtbar sein. Er wird mit allen Engeln kommen. In der Herrlichkeit des Vaters, nach 1. Thessalonicher 4 und 1. Korinther 15, werden die Toten in Christus auferstehen, und sogar die, die ihn durchstochen haben. Matthäus 26, Vers 64 deutet das an. Jesus sagt hier zum Hohepriester: „Du hast es gesagt, über dies sage ich euch: Künftig werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen, zur Rechten der Macht, und kommen auf den Wolken des Himmels.“ Kaiaphas gehört mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu denen, die nicht errettet werden. Das heißt, wir würden vermuten, und das ist auch der Fall, dass sie in der zweiten Auferstehung dann dabei sein werden, die nach den tausend Jahren sein wird. Aber Jesus sagt hier, dass er, dass Kaiaphas ihn sehen wird, bei der Wiederkunft, wenn er in den Wolken des Himmels kommen wird.
[41:58] Was hat es damit auf sich? Hier ist nicht die zweite Auferstehung gemeint, sondern ein Bezug zur sogenannten speziellen Auferstehung vor der Wiederkunft, im Rahmen der letzten Trübsalszeit. Wir haben auch in Daniel 12 eine entsprechende Andeutung, dass in dieser letzten Trübsalszeit, die so schlimm sein wird, wie sie es vorher nie gewesen ist, Menschen aufstehen werden, und zwar einige, um dann später auch dabei zu sein, wenn Jesus wiederkommt und emporgerückt werden. Andere, um vernichtet zu werden, um dann später, nach den tausend Jahren, nochmal bei der zweiten Auferstehung aufzuerstehen. Das heißt hier: „Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen. Die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.“ Wir haben ja auch noch im Daniel-Manuskript ein Ellen White-Zitat aus dem Großen Kampf, wo deutlich daraus hervorgeht, dass noch bevor Jesus wiederkommt, wir wissen ja, dass bei der Wiederkunft dann die allgemeine Auferstehung aller Gläubigen sein wird, wo dann alle von Abel an und Adam und Abel und wie sie alle heißen, dann auferstehen werden, dass schon vor diesem Ereignis es eine spezielle Auferstehung geben wird, mit zwei Gruppen. Einmal heißt es hier: „Alle, die im Glauben an die dritte Engelsbotschaft gestorben sind, kommen verklärt aus ihren Gräbern hervor, um mit denen, die Gottes Gesetz gehalten haben, das sind also die der letzten Generationen, den Friedensbund Gottes zu vernehmen.“ Das heißt, alle, die seit 1844 im Glauben an die dritte Engelsbotschaft, im Glauben an die Wiederkunft gestorben sind, in Christus gestorben sind, werden nicht bei der ersten Auferstehung dabei sein, sondern werden bei dieser speziellen Auferstehung dabei sein. Sie werden die Wolke sehen, die am Horizont erscheint. Das ist das große Geschenk, das Gott allen den macht, die am Ende seiner Entbewegung mitgearbeitet haben. Und dann heißt es von der zweiten Gruppe: „Auch die, die ihn durchstochen haben, zerstochen haben, Offenbarung 1 Vers 7 ist hier zitiert, die Christus in seinem Todesschmerz verspotteten und verlachten und die heftigsten Widersacher seiner Wahrheit und seines Volkes werden auferweckt, um ihnen in seiner Herrlichkeit zu schauen und die den treuen und gehorsamen verliehenen Ehren wahrzunehmen.“ Also die größten Feinde des Evangeliums werden ebenfalls bei dieser speziellen Auferstehung dabei sein, unter anderem auch diejenigen, die bei der Kreuzigung Jesus verspottet haben. Sie werden dann durch die Wiederkunft widersterben, während die anderen, die auferstanden sind, dann miterleben werden, wie Jesus wiederkommt und es die allgemeine Auferstehung der Gerechten gibt und die Gottlosen, die dann bei der speziellen Auferstehung dabei waren, werden vernichtet werden und dann nach den 1000 Jahren zur zweiten Auferstehung dann mit allen Gottlosen wieder auferstehen, um vernichtet zu werden. Das ist also hier der Bezug zu der speziellen Auferstehung, über die manchmal etwas Verwirrung herrscht, aber das ist ganz deutlich auch im Geisterweissagung beschrieben.
[44:38] Zum Schluss noch Vers 8. Es heißt hier: „Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“ Hier spricht Gott der Vater. Das wird aus der Formulierung sehr deutlich: „der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.“ Das bezieht sich direkt zurück auf Vers 4.
[45:00] Warum das A und das O? Das ist schnell erklärt. Alpha und Omega sind der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, also im Deutschen vielleicht sagen: von A bis Z sozusagen. Gott ist Anfang und Ende, er ist alles in allem, er ist die große Klammer über alles, er hat alles im Griff, alles in der Kontrolle und er ist der Höchste überhaupt.
[45:28] In diesen wenigen Versen haben wir bereits eigentlich so gut wie alles gesehen, was notwendig ist, um erlöst zu werden. Im Grunde genommen würden diese acht Verse reichen, wenn man sie befolgt und glaubt, studiert und annimmt, dann würde man das ewige Leben schon haben. Man bräuchte keine anderen Evangelien mehr, man bräuchte keine anderen Verse. Das allein würde schon ausreichen. Hier ist alles enthalten, was eigentlich für das ewige Leben notwendig ist. In zugegebener gedrängter Form, aber doch so schön formuliert. Und das wird sich in der Offenbarung durchsetzen. Die Offenbarung ist eine Zusammenfassung all der großen Inhalte der Bibel. Man kann manchmal nicht alles direkt aus den Versen selbst entnehmen, da muss man wieder zurückgehen und versuchen zu verstehen, woher die Bilder kommen, woher die Ideen kommen. Es ist wie ein Zielbahnhof, in den alle Gleise hinein münden. Und wenn man dann die Bibel liest und studiert, fängt die Offenbarung an immer herrlicher, immer toller, immer grandioser zu werden. Das ist mein großer Wunsch für uns alle, wenn wir uns in den nächsten Wochen mit der Offenbarung beschäftigen, dass wir dieses Buch wieder neu lieben lernen, dass wir auch durch das Studium der Offenbarung hingeführt werden, in das Studium aller anderen biblischen Bücher und die Verbindung sehen und dass wir diesen Jesus Christus kennenlernen, der in diesem Buch sich offenbart, das Evangelium von Patmos in unserem Herzen annehmen und ihm danken, dass er durch dieses Buch zu uns spricht.
[46:46] Meine Frage an dich, liebe Freunde und Freundinnen heute ist: Möchtest du dieses Evangelium, die Offenbarung Jesu Christi studieren und dadurch Jesus besser kennenlernen? Nimm dir vor, Zeit zu investieren in den nächsten drei Monaten, um dich der Offenbarung wirklich intensiv zu widmen. Gott wird dich reichlich segnen und deine Gemeinde, deine Familie, deine Umgebung, wo immer du bist. Denn wenn du Jesus kennenlernst, wirst du ein König und Priester sein. Du wirst ein Licht sein in dieser Welt. Gott segne deine Entscheidung und nächste Woche sehen wir uns hier weiter, wenn wir dann den Rest von Kapitel 1 studieren werden und Anfang von Kapitel 2. Gottes Segen im Studium seines Wortes. Amen.