[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Auch im neuen Jahr möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort begrüßen. Ein neues Jahr liegt vor uns, ein neues Quartal wartet auf uns. Zwei besondere Schätze der Bibel, zwei Schätze des Neuen Testamentes, wollen wir uns in den nächsten drei Monaten ganz genau anschauen: den Brief des Apostels Paulus an die Philipper und danach den Brief an die Kolosser. Heute in dieser ersten Folge wollen wir den Hintergrund, die historischen Rahmenbedingungen studieren, in denen diese beiden so interessanten und für uns wichtigen Briefe entstanden sind. Wir werden sehen, der Hintergrund für diese Briefe ist eigentlich eine sehr deprimierende Situation. Und so heißt das Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 3. Januar: „Verfolgt, aber nicht verlassen.“ Und das ist nicht nur eine Betrachtung über das Leben von Paulus, sondern auch eine Thematik, die uns für die Gegenwart und vor allem für die Zukunft einiges zu sagen hat.
[2:00] Und bevor wir in das Studium der Bibel und der historischen Hintergründe einsteigen, möchten wir Gott, der Paulus inspiriert hat, diese berühmten Worte im Philipperbrief und im Kolosserbrief aufzuschreiben, bitten, dass er uns hilft, diese Briefe richtig zu verstehen, dass er uns hilft zu sehen, was er dort an Botschaft hineingelegt hat und wie wir in seiner Kraft, durch seinen Heiligen Geist, diese Dinge auch in unserem eigenen Leben verstehen und erleben und ausleben können. Lasst uns gemeinsam beten.
[2:41] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für die Gelegenheit, ein neues Buch der Bibel unter die Lupe zu nehmen, zwei Bücher in den nächsten drei Monaten. Wir möchten danke sagen für den Philipperbrief und für den Kolosserbrief. Wir werden ja noch sehen, wie viel Aktualität dort verborgen liegt und wie viel diese Briefe uns heute zu sagen haben. Und Herr, wir wünschen uns bei allem, was wir tun, bei all dem Studium, dass wir vor allem dich besser verstehen, das Evangelium klarer begreifen und es mit noch mehr Freude einer sterbenden Welt weitergeben können. Wir möchten dich bitten, dass durch dieses Studium wir in unserer Freundschaft und Beziehung zu dir wachsen, gestärkt werden, unser Vertrauen auf dich, unser Glaube größer wird und wir Fortschritte machen können im Glauben an deiner Hand. Herr, sei du unser Lehrer. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist und hab Dank für dein wunderschönes Wort. Im Namen Jesu beten wir. Amen.
[3:56] Wir wollen beginnen in einem Brief des Neuen Testamentes, der sehr, sehr kurz ist. Es ist der Philemonbrief, der sich direkt vor dem Hebräerbrief einreiht. Paulus schreibt in Philemon 1, das Buch hat ja nur ein einziges Kapitel, in Vers 1: „Paulus, ein Gefangener Christi Jesu und Timotheus, der Bruder, an Philemon, unseren geliebten Mitarbeiter.“ Paulus schrieb den Brief an Philemon als Gefangener. Es ist nicht der einzige Brief, den Paulus aus der Gefangenschaft schrieb.
[4:42] Wir haben einen Hinweis, dass auch der Epheserbrief unter denselben Umständen verfasst worden ist. In Epheser Kapitel 3, Vers 1 sagt Paulus den Ephesern: „Deshalb bin ich, Paulus, der Gebundene Christi Jesu für euch, die Heiden.“ Paulus hat auch den Epheserbrief in der römischen Gefangenschaft geschrieben. Nun gibt es interessante Parallelen zwischen dem Epheserbrief, dem Philemonbrief und dem Kolosserbrief. So finden wir zum Beispiel in Epheser Kapitel 6 und dort Vers 21 die Erwähnung eines gewissen Tychikus. Vers 21: „Damit aber auch ihr wisst, wie es mir geht und was ich tue, wird euch Tychikus alles mitteilen, der geliebte Bruder und treue Diener im Herrn.“
[5:38] Wir finden im Philemonbrief die Erwähnung eines gewissen Onesimus. In Philemon Vers 10 und 11 heißt es: „Ich bitte dich für mein Kind, das ich in meinen Fesseln gezeugt habe, Onesimus, der dir einst unütz war, jetzt aber dir und mir nützlich ist. Ich sende ihn hiermit zurück.“
[5:59] Wenn wir uns den Kolosserbrief anschauen, der ja in diesem Quartal eines unserer beiden Bücher sein wird, mit dem wir uns beschäftigen werden, dort finden wir in Kolosser Kapitel 4, Vers 7 bis 9 folgende Aussage. Kolosser 4, Vers 7 bis 9: „Alles, was mich betrifft, wird euch Tychikus, den wir gerade im Epheserbrief kennengelernt haben, mitteilen, der geliebte Bruder und treue Diener und Mitknecht im Herrn, den ich eben deshalb zu euch gesandt habe, damit er erfährt, wie es bei euch steht und damit er eure Herzen tröstet, zusammen mit Onesimus, dem treuen und geliebten Bruder, der einer der euren ist. Sie werden euch alles mitteilen, was hier vorgeht.“
[6:40] Im Epheserbrief sagt Paulus, dass er gefangen ist und dass er den Tychikus sendet. Im Philemonbrief sagt er, dass er gefangen ist und den Onesimus sendet. Und im Kolosserbrief sagt er, dass er Tychikus und Onesimus sendet, die diese Briefe nach Kleinasien und ja, nach Kleinasien bringen. Wir können schlussfolgern, dass der Kolosserbrief unter denselben Umständen entstanden ist, wie der Philemonbrief und wie der Epheserbrief.
[7:13] Auch der Philipperbrief teilt denselben Hintergrund. In Philipper Kapitel 1 und dort Vers 14 – nächste Woche werden wir uns diesen ersten großen Abschnitt des ersten Kapitels in Philipper anschauen – es heißt dort in Vers 14: „Und dass die meisten der Brüder im Herrn durch meine Fesseln ermutigt, es desto kühner wagen, das Wort zu reden ohne Furcht.“ Auch hier macht Paulus deutlich im Philipperbrief: Ich bin in Gefangenschaft.
[7:49] Eine Reihe von Briefen im Neuen Testament, eine Reihe von Briefen von Paulus ist in Gefangenschaft geschrieben worden. Und wir wollen uns heute ein bisschen anschauen, wie kam es dazu, dass Paulus in die Gefangenschaft kam und dann an die Philipper und an die Kolosser diese Briefe gerichtet hat. Bevor wir also uns in den nächsten Wochen intensiv in den Text dieser Kapitel, dieser Bücher, dieser Briefe hineinarbeiten, wollen wir heute den Hintergrund verstehen und begreifen, wie es dazu kam und was die Hintergründe gewesen sind.
[8:30] Wir beginnen in Apostelgeschichte, denn die Apostelgeschichte zeigt uns ja die Missionsreisen des Paulus. Wir beginnen dort in Kapitel 16. Paulus ist gerade auf seiner zweiten Missionsreise.
[8:48] Wir lesen in der Apostelgeschichte 16, Vers 6, dass er konkrete Pläne hat, wo er als Nächstes predigen und Gemeinden gründen möchte. Apostelgeschichte 16 ab Vers 6: „Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist verwehrt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen.“ Paulus hat sich sicherlich gedacht: Asia, eine große, wichtige, bedeutende, reiche Provinz im Römischen Reich, Ephesus zum Beispiel, eine berühmte Stadt dort. Das ist sicherlich eine gute Idee, das Evangelium dorthin zu bringen. Er hatte einen guten Plan, eine ausgezeichnete Intention, und doch hatte Gott andere Pläne. Vielleicht ist dir das auch schon so gegangen, dass man manchmal gute Ideen hat und menschlich gesehen nichts dagegen spricht, einen bestimmten Plan durchzuführen. Aber Gott hat andere Pläne.
[9:45] Es heißt weiter in Vers 7: „Als sie nach Mysien kamen, versuchten sie nach Bithynien zu reisen, und der Geist ließ es ihnen nicht zu.“ Wir sehen hier also, dass offensichtlich der Heilige Geist einen ganz bestimmten Plan hat. Verschiedene Ideen, die Paulus hat, kommen nicht zum Tragen. Die Türen sind alle verschlossen. Vielleicht hat er sich gefragt: „Ja, was möchte Gott denn? Wo soll ich denn jetzt dienen?“ Vielleicht fragen wir uns das manchmal auch. Wir haben Pläne, wir haben Dinge, von denen wir meinen, das wäre doch gut zu tun, und die Türen schließen sich. Wir fragen uns, warum? Möchte Gott nicht, dass das Evangelium in Asia verkündigt wird? Natürlich möchte Gott das. Und das gab später die Gelegenheit, auch eine längere Zeit in Ephesus zu bleiben. Werden wir noch sehen heute im Laufe des Studiums. Aber jetzt wird was anderes. Und ich glaube, wir alle, du und ich, lieber Freund, liebe Freundin, wir müssen lernen, dass nicht alle unsere Pläne Gottes Pläne sind. Es heißt in Jesaja Kapitel 55, dass seine Gedanken so viel höher sind als unsere Gedanken. Wir lesen dort in Jesaja Kapitel 55 und dort Vers 8: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“, spricht der Herr, „sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel höher sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.“
[11:25] Was war Gottes Plan? Wir lesen weiter in Vers 8: „Da reisten sie an Mysien vorbei, Apostelgeschichte 16, Vers 8, und kamen hinab nach Troas.“ Vers 9: „Und in der Nacht erschien dem Paulus ein Gesicht: Ein mazedonischer Mann stand vor ihm, bat ihn und sprach: ‚Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!‘“ Der Heilige Geist möchte den Paulus, der ganz geschäftig war, jede Gegend in Kleinasien zu besuchen und Gemeinden zu gründen, er möchte ihm deutlich machen, es gibt ein noch größeres Feld. Er möchte den Horizont des Paulus erweitern. Nach Kleinasien kommt der große Kontinent Europa. Über das Meer hinüber soll Paulus mit seinen Gefährten und in Makedonien, der Gegend dort im Norden Griechenlands, beginnen.
[12:31] Wir lesen weiter in Vers 10: „Als er aber dieses Gesicht gesehen hatte, waren wir – achten wir auf das ‚wir‘ – sogleich bestrebt, nach Mazedonien, also Makedonien, zu ziehen, indem wir daraus schlossen, dass uns der Herr berufen hatte, ihnen das Evangelium zu verkündigen.“ Ab diesem Vers spricht Lukas nicht mehr von „sie“ und „er“, sondern er spricht von „wir“. Lukas scheint hier an dieser Stelle ab jetzt Augenzeuge und Reisebegleiter des Paulus zu sein.
[13:05] Und so kommen sie im nächsten Vers nach der Schifffahrt in Europa. „So fuhren wir denn mit dem Schiff von Troas ab und kamen geradewegs nach Samothrake und am folgenden Tag nach Neapolis und von dort nach Philippi, welches die bedeutendste Stadt jenes Teils von Makedonien ist.“
[13:23] Philippi ist, das ist im Osten von Makedonien, eine römische Kolonie. „Wir hielten uns aber in dieser Stadt etliche Tage auf.“ Tatsächlich ist Philippi in Griechenland im Osten Makedoniens gelegen, damals aber eigentlich dem Charakter nach vor allem eine römische Stadt. Philippi selbst ist ein lateinischer Name. Auf Griechisch hätte oder hieß die Stadt eigentlich Philippi, gegründet von Philipp II., dem berühmten Vater des noch viel berühmteren Alexander des Großen, circa 355 vor Christus. Anlässlich der Eroberung eines thrakischen Gebietes hat er diese Stadt neu gründen lassen. Da gab es vorher schon Orte, deren Namen wir auch kennen, aber ist jetzt unerheblich. Die Ruinen von Philippi kann man heute noch besuchen. Sie liegen circa 15 km vom heutigen Kavala entfernt.
[14:25] Im Zuge des Ersten Mithridatischen Krieges, also 9 bis 85 vor Christus, haben die Römer diese Stadt erobert. Und hier in der Nähe bei Philippi, das kennt man vielleicht eventuell noch aus dem Geschichtsunterricht, fand 42 vor Christus diese berühmte Doppelschlacht zwischen den Cäsarmördern Brutus und Cassius und den Triumviren Antonius und Octavian, dem späteren Augustus, statt. Die Cäsarmörder haben ja berühmterweise verloren, was den Weg dann öffnete für Antonius und Octavian, die Macht erst zu teilen und am Ende ging ja Augustus aus all diesen Kriegen als Alleinherrscher hervor.
[15:07] Im Zuge dieses Sieges haben die beiden Triumviren, also Antonius und Octavian, römische Soldaten dort in Philippi angesiedelt. Bis dahin war es ja eine griechische Stadt, gegründet von dem Makedonenkönig Philipp II. Aber mit dieser Ansiedlung ändert sich der Charakter dieser Stadt, und es ist jetzt tatsächlich eine römische Colonia, also eine Ansiedlung von römischen Soldaten. Auch später noch nach 30 v. Chr. kommen weitere Menschen aus Italien, die dort angesiedelt werden, und die Kolonie erhielt sogar das italische Recht. Mit anderen Worten, man hat dort in Philippi sozusagen so gelebt, was das Recht und das Gesetz betraf, als würde man tatsächlich in Italien sein. Es war sozusagen eine Art römisch-italienischer Außenposten in dem ansonsten ja stark griechisch geprägten Osten, wenn man so möchte.
[16:06] Ab 27 v. Chr. hieß die Stadt dann offiziell Colonia Augusta Iulia Philippensis zu Ehren des Augustus natürlich auch. Die Stadt lag in der Nähe bedeutender Bergwerke, ist aber trotzdem in all der Antike, soweit wir das sehen können, weitestgehend landwirtschaftlich geprägt. Also der Lukas beschreibt hier sehr genau, was es mit dieser Stadt auf sich hat: eine bedeutende Stadt, eine römisch geprägte Stadt, eine Kolonie, eine Ansiedlung von römischen Soldaten und dann all den Menschen, die da irgendwie mit zu tun haben.
[16:51] Und wir lesen jetzt, was Paulus und Silas hier erleben. In Vers 13 heißt es: „Und am Sabbat-Tag gingen wir vor die Stadt hinaus an den Fluss, wo man zu beten pflegte. Und wir setzten uns und redeten zu den Frauen, die zusammengekommen waren. Und eine gottesfürchtige Frau namens Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyateira, hörte zu, und der Herr öffnete ihr das Herz, sodass sie aufmerksam Acht gab auf das, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber getauft worden war und auch ihr Haus – also sind die ersten, soweit wir sehen können, ersten Täuflinge hier von Paulus in Europa – bat sie und sprach: ‚Wenn ihr davon überzeugt seid, dass ich an den Herrn gläubig bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort!‘ Und sie nötigte uns.“
[17:40] Und dann kommt die Geschichte, die wir nicht im Einzelnen jetzt lesen, über die Wahrsagerin, die den Paulus und seinen Dienst behindert, indem sie scheinbar für sie Werbung macht, aber durch die Art und Weise, wie sie das tut, letztlich die Leute von der Predigt des Paulus ablenkt. Und das geht dann so weit, dass Paulus ihr diesen Dämon austreibt und sie geheilt ist. Und das führt aber jetzt zum eigentlichen Konflikt, denn wir lesen in Vers 19: „Als aber ihre Herren sahen, dass die Hoffnung auf ihren Gewinn entschwunden war, ergriffen sie Paulus und Silas und schleppten sie auf den Marktplatz vor die Obersten der Stadt. Und sie führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: ‚Diese Männer, die Juden sind, bringen unsere Stadt in Unruhe und verkündigen Gebräuche, welche anzunehmen oder auszuüben uns nicht erlaubt ist, da wir Römer sind.‘“
[18:35] Da haben wir genau diesen Punkt: Römisches Recht, italisches Recht gilt hier in Philippi. Und das Argument ist: Christentum und römisches Recht sind nicht miteinander vereinbar. Es hat ja später immer wieder Fälle gegeben, dass römische Kaiser Christen verfolgt haben. Hier ein erster Vorgeschmack in Anführungsstrichen auf das und eine Geschichte, die uns auch zeigt, was passiert, wenn man das Evangelium in neue Gebiete bringt. Es gibt Menschen, die es von Herzen aufnehmen. Es gibt dann Satans Versuch, das Ganze zu stoppen. Und immer wieder, das hat Paulus hier auf seinen Missionsreisen immer und immer wieder erlebt, gibt es einfach auch rohe Gewalt und politischen Widerstand, Druck und Verfolgung.
[19:33] Das führt dann dazu, dass sie ins Gefängnis geworfen werden. Das heißt, die Philipper, die Christen in Philippi, die allerersten Täuflinge wie Lydia und ihr Haus – und vielleicht waren ja schon andere dabei – die haben sozusagen als eines der ersten Dinge, die sie erlebt haben als junge Gemeinde, erlebt, wie Paulus in Ketten gewesen ist.
[19:53] Vers 23: „Und nachdem sie ihnen viele Schläge gegeben hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, sie sicher zu verwahren. Dieser warf sie auf solchen Befehl hin ins innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Stock.“ Keine Frage. Als die Christen in Philippi später gehört haben, dass Paulus in Rom im Gefängnis ist, haben sie sich ziemlich genau vorstellen können, was das bedeutet. Sie hatten es ja quasi mit eigenen Augen schon gesehen, wie ihr Paulus dort in ihrem Gefängnis war, auch im Konflikt mit den römischen Gesetzen – oder zumindest war das behauptet worden.
[20:33] Aber sie haben nicht nur erlebt, wie Paulus gefangen gewesen ist, wie Paulus mit dem römischen Gesetz sozusagen Auge in Auge stand und da vor Gericht gebracht worden ist. Sie haben auch gesehen, wie Paulus in solchen Situationen reagiert hat. Wir lesen in Vers 25: „Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu.“ Wir werden später sehen, dass Paulus den Philippern schreibt: „Freut euch im Herrn!“ Wir können es vielleicht sogar hier einmal lesen, weil es ja auch der Merkvers für diese Lektion ist. In Philipper Kapitel 4, Vers 4. Paulus sagt dort den Philippern: „Freut euch im Herrn alle Zeit, abermals sage ich: ‚Freut euch!‘“ Und die Philipper, die das gelesen haben ein paar Jahre später, die wussten, das sind keine leeren Worte. Das ist nicht irgendjemand, der mit frommen Floskeln zu beeindrucken sucht. Sie wussten, dass Paulus das ganz ernst meint. Sie hatten es an seinem eigenen Leben gesehen. Er war damals, als er bei ihnen die Gemeinde gründete, die ersten Menschen getauft hatte. Er war dort ins Gefängnis geworfen worden und hatte Gott alle Zeit gelobt, hatte sich alle Zeit im Herrn gefreut, selbst als er im innersten Gefängnis mit den Füßen im Stock geschlagen gefangen war. Er lobte Gott. Er und Silas, sie lobten Gott mit Gesang, und die Gefangenen hörten ihnen zu.
[22:15] Und dann kommt die berühmte Geschichte in Apostelgeschichte 16, Vers 26: „Da entstand plötzlich ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden. Und sogleich öffneten sich alle Türen und die Fesseln aller wurden gelöst. Da erwachte der Kerkermeister aus dem Schlaf, und als er die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er sein Schwert und wollte sich töten, weil er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Aber Paulus rief mit lauter Stimme und sprach: ‚Tu dir kein Leid an, denn wir sind alle hier.‘“ Wir sehen hier, was für einen noblen Charakter Paulus gehabt hat und wie er damit auch die anderen Gefangenen inspiriert hat.
[22:52] Aber Vers 29: „Da forderte er ein Licht, sprang hinein und fiel zitternd vor Paulus und Silas nieder. Und er führte sie heraus und sprach: ‚Ihr Herren, Verzeihung, was muss ich tun, dass ich gerettet werde?‘“ Sie sprachen: „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus.“ Sie sagten das Wort des Herrn zu ihm und allen, die in seinem Haus waren. Und er nahm sie zu sich in jener Stunde der Nacht und wusch ihnen die Striemen, und er ließ sich auf der Stelle taufen, er und all die Seinen. Und er führte sie in sein Haus, setzte ihnen eine Mahlzeit vor und freute sich, dass er mit seinem ganzen Haus an Gott gläubig geworden war.
[23:26] Noch eine dramatische und besondere Bekehrung hier in Philippi. Diese Gemeinde hat ohne Zweifel einen ganz besonderen Startpunkt gehabt in ihrer Gemeindegeschichte. Paulus hat das Evangelium dorthin gebracht. Eine Gemeinde entsteht hier an einem ersten Ort in Europa. Ein Erdbeben, eine Verfolgung und Paulus, der dankend und lobend im Gefängnis sitzt und dann freikommt.
[24:06] Interessant ist dann, was in den folgenden Versen noch geschrieben steht, dass nämlich dann am nächsten Tag die Hauptleute die Gerichtsdiener senden, dass man Paulus und Silas freilassen soll, und man sagt es ihnen dann. Und dann sagt es hier in Vers 37: Paulus aber sprach zu ihnen: „Sie haben uns, die wir Römer sind“ – jetzt bezieht er sich auf sein eigenes römisches Bürgerrecht, dass er ja hineingeboren worden ist, wie die Apostelgeschichte uns sagt. Und es ist auch interessant, weil er später in Rom auch deswegen gefangen...
[24:35] er später in Rom auch deswegen gefangen ist, weil er sich auf den Kaiser beruft, was mit seinem römischen Bürgerrecht zu tun hatte. Sie haben uns, die wir Römer sind, ohne Urteil öffentlich geschlagen und ins Gefängnis geworfen, und jetzt schicken sie uns heimlich fort? Nicht so, sondern sie mögen selbst kommen und uns hinausführen.
[24:52] Und dann heißt es Vers 38: „Da verkündigten die Gerichtsdiener diese Worte den Hauptleuten, und diese fürchteten sich, als sie hörten, dass sie Römer seien.“
[25:00] Und dann werden sie gebeten, die Stadt zu verlassen. Das heißt Vers 40: „Da verließen die das Gefängnis und begaben sich zu Lydia, die als erstes getauft worden war. Und als sie die Brüder sahen, trösteten sie sie.“ Das Wort heißt auch so: „Ermahnten sie, bestärkten sie und zogen fort.“
[25:19] Paulus zieht dann weiter auf seiner zweiten Missionsreise, kommt nach Thessalonich, kommt er nach Athen, kommt nach Korinth, alles sehr berühmte Geschichten, die dann in der Apostelgeschichte beschrieben werden. Und er lässt eine beeindruckend entstandene, gegründete Gemeinde in Philippi zurück, mit der er einiges Spannendes erlebt hat und der er am eigenen Leib gezeigt hat, was es bedeutet, sich unter allen Umständen auch in Gefangenschaft zu freuen.
[25:56] Nun, wie steht es mit der Gemeinde in Kolossä?
[26:03] Soweit wir wissen, hat Paulus diese Gemeinde tatsächlich selbst gar nicht besucht, zumindest nicht, bis er diesen Brief geschrieben hat. Wie ist diese Gemeinde dann entstanden? Wir können letztlich nur die Indizien zusammenziehen, die wir in der Bibel finden dazu.
[26:21] In Apostelgeschichte 19 und dort Vers 10 heißt es, dass Paulus sich über einen längeren Zeitraum dann in Ephesus aufgehalten hat in der Provinz Asia, was ja schon früher sein Ziel gewesen ist. Also Gott hatte ihm das nicht dauerhaft verwehrt, nach Asia zu gehen. Er wollte aber, dass er erst nach Makedonien geht, erst einmal in Europa ein paar Brückenköpfe für das Evangelium etabliert und dann später war noch ausreichend Zeit und Gelegenheit auch in Ephesus intensiv zu wirken.
[26:48] Wir lesen hier, als er in Ephesus dann ist auf der dritten Missionsreise in Apostelgeschichte 19 Vers 10: „Das geschah zwei Jahre lang, als er nämlich täglich Lehrgespräche in der Schule eines gewissen Tyrannus hielt.“
[27:02] Also Paulus hat jeden Tag das Evangelium unterrichtet in einer Schule. Ja, damals war es ja üblich für Philosophen so Schulen zu haben und dann mit Schülern da bestimmte Themen durchzugehen: Philosophie, Arithmetik, Logik, Rhetorik und was da die verschiedenen Themen waren.
[27:22] Paulus lehrt täglich das Evangelium. Ich denke, wenn jemand dort die Gelegenheit hatte, zwei Jahre lang täglich beim Paulus im Unterricht zu sitzen, ich glaube, da sind Leute sehr, sehr, sehr gut ausgebildet worden in der Bibel und auch im Weitergeben des Glaubens.
[27:39] Das heißt, Vers 10: „Das geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die in der Asia, die Verzeihung, die in der Provinz Asia wohnten, das Wort des Herrn hörten, sowohl Juden als auch Griechen.“
[27:48] Natürlich nicht, weil das im Livestream aus der Schule des Tyrannus gestreamt wurde, sondern weil die Menschen, die dort in Ephesus Paulus hörten, dann die Gelegenheit hatten, in der ganzen Provinz Asia zu verbreiten, was sie dort gehört hatten, beziehungsweise Leute kamen sicherlich auch von verschiedenen Orten nach Ephesus, um bei Paulus zu studieren, sozusagen, um die Bibel, das Evangelium kennenzulernen.
[28:16] Paulus war hier nicht zum ersten Mal gewesen. Er hatte schon auf der Rückreise von der zweiten Missionsreise, als er dort von Korinth und so weiter kam, kurz Stopp gemacht, hatte dort aber nicht viel Zeit in Ephesus gehabt. Wir lesen die Geschichte dort in der Apostelgeschichte 18 und hatte damals Priscilla und Aquila zurückgelassen, die dann dort gewirkt haben. Und dann kam ja der Apollos, den sie dort kennengelernt haben, der allerdings nur die Taufe des Johannes kannte, den sie dann noch weiter ausgebildet haben und ermutigt haben, der dann auch seinerseits in Griechenland gewirkt hat. Alles das kann man in Apostelgeschichte 18, Vers 18 bis 26 nachlesen.
[28:59] Und jetzt ist Paulus auf der dritten Missionsreise, wie gesagt, eine längere Zeit. Er war ja vor den zwei Jahren in der Schule des Tyrannus, auch vorher schon drei Monate lang in der Synagoge. Also, das ist ein wirklich längerer Zeitraum, weit über zwei Jahre, den er hier in Ephesus verbringt.
[29:22] Und er sagt sogar dann später in der Apostelgeschichte Kapitel 20 Vers 31, als er in Milet die Ältesten von Ephesus trifft: „Darum wacht und denkt daran, dass ich drei Jahre lang Tag und Nacht nicht aufgehört habe, jeden einzelnen unter Tränen zu ermahnen.“
[29:39] Also Paulus war eine längere Zeit hier in Ephesus und hat sehr intensiv für die Etablierung der Gemeinden in Ephesus gewirkt und durch seinen Dienst dafür gesorgt, dass das Evangelium sich in ganz Asia ausbreitet, dieser berühmten, großen und wichtigen Provinz in Westkleinasien.
[30:02] Und vermutlich im Zuge dieses Geschehens ist einer von denen, die Paulus gehört haben, bei ihm gelernt haben, dann auch in Kolossä gewesen und hat dort eine Gemeinde gegründet.
[30:14] Wir lesen in Kolosser 1, Vers 7, wie Paulus ihnen schreibt: „So habt ihr es ja auch gelernt von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der ein treuer Diener des Christus für euch ist.“
[30:29] Und Epaphras war vermutlich sogar aus dieser Stadt, aus der Gegend, zumindest können wir das vermuten, aus Kolosser Kapitel 4 Vers 12. Es heißt: „Es grüßt euch Epaphras, der einer der euren ist, ein Knecht Christi, der alle Zeit in den Gebeten für euch kämpft, damit ihr feststeht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.“ Ein ganz beeindruckender Vers, wie ich finde.
[30:56] Hier ist jemand, der betet für seine Gemeinde und zwar nicht einfach nur so routinemäßig. Er kämpft für seine eigenen Stadtgenossen, für seine eigenen Mitbürger. Er kämpft für die Geschwister in seiner eigenen Stadt. Er ringt für sie, damit sie vollkommen und zur Fülle gebracht sind in allem, was der Wille Gottes ist.
[31:19] Ich frage mich selbst, wie oft beten wir für unsere Ortsgemeinden? Und zwar wirklich so, wie es hier steht, dass wir alle Zeit in den Gebeten für unsere Gemeinde kämpfen.
[31:30] Nicht nur für die, die gerade nicht mehr kommen, die am Rande stehen – für die natürlich auch – aber auch für die, die Gottesdienst für Gottesdienst aktiv dabei sind, dass wir für sie beten, dass sie fest bleiben, dass sie feststehen, dass sie zur Vollkommenheit gebracht werden, zur Fülle gebracht werden in allem, was der Wille Gottes ist.
[31:49] Epaphras hat für die Gemeinde gekämpft, und zwar durch Gebet. Kein Wunder, dass hier in Kolossä eine große und interessante und bedeutende Gemeinde entstanden ist, der Paulus einen Brief gewidmet hat, den wir heute noch in der Bibel haben.
[32:07] Kolossä lag im Südwesten von Phrygien, also ein bisschen mehr im Inneren, im westlichen Inneren von Anatolien, also von Kleinasien, und ungefähr 200 km östlich von Ephesus. Also, das konnte Paulus jetzt nicht einfach mal so an einem Tag mal zu Fuß zurücklegen. Das war schon weit entfernt.
[32:30] Diese Stadt war schon, als Paulus in der Provinz war, war Kolossä schon seit gut einem halben Jahrtausend eine durchaus bedeutende Stadt. Berühmt war sie für die Wollindustrie, die es dort gab. Allerdings war in der römischen Kaiserzeit die beste Zeit von Kolossä schon gewesen. Es stand sehr im Schatten des deutlich berühmteren Laodizea. Und wenn wir zu dem Brief an die Kolosser kommen, werden wir natürlich sehen, welch enge Verbindung da zwischen den Gemeinden in Laodizea und in Kolossä bestanden hat.
[33:10] So viel also zu Philippi und Kolossä, den Orten, an denen diese Gemeinden entstanden sind und die Art und Weisen, wie sie entstanden sind.
[33:14] Die eine Gemeinde entstand, weil der Heilige Geist Paulus quasi fast gezwungen hat, nach Europa zu gehen und dort die ersten Gemeinden zu gründen, und der Widerstand oder große Widerstand und mit dieser wunderbaren Geschichte und der Verfolgung und Gefangennahme trotzdem freudig zu sein.
[33:35] Die andere Gemeinde entstand nicht durch Paulus, sondern durch dieses Konzept der Multiplikation, dass Paulus andere ausgebildet hat, die jetzt die Botschaft weiterbrachten, entstanden durch jemanden, der nicht einfach nur das gesagt hat, was er gehört hat, sondern der in seinen Gebeten für die Gemeinde gekämpft hat.
[33:53] Zwei interessante Geschichten, von denen wir sehr viel lernen können, auch für uns und unsere Gemeinden.
[33:59] Wie kam Paulus jetzt also in die Gefangenschaft?
[34:04] Paulus war hier. Also, es gibt natürlich unterschiedliche chronologische Überlegungen zum Leben Paulus. Das wollen wir hier nicht im Detail festmachen, aber eine sehr interessante und gut recherchierte Überlegung geht davon aus, dass ungefähr Paulus hier in den Jahren 52, 53, 54 in Ephesus gewesen ist und dann auf dem Rückweg von der dritten Missionsreise nach Jerusalem erlebt Paulus etwas immer und immer wieder.
[34:40] Es heißt in Apostelgeschichte 20 und dort Vers 23 und 24. Er sagt hier in seiner Abschiedsrede an die Ältesten von Ephesus, nachdem er ja noch mal dann in Griechenland gewesen ist und dann noch mal kurz Stopp macht in Milet, um den Ältesten von Ephesus seine letzte Botschaft mitzugeben, die sehr, sehr zu Herzen gehend ist.
[35:04] Er sagt hier in Vers 23 und 24 von Kapitel 20: „Außer, dass der Heilige Geist von Stadt zu Stadt Zeugnis gibt und sagt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten.“
[35:21] Paulus geht zurück. Er macht dann mehrere Stationen noch, kehrt auf der Rückreise nach Jerusalem, und egal wo er ist, treten Propheten und Prophetinnen auf. Es gibt Manifestationen des Geistes der Weissagung, die deutlich machen: Paulus läuft in eine Situation, die ihn wieder in Fesseln bringen wird. So wie damals in Philippi. Damals in Philippi waren das nur ein paar Stunden, aber die Gefangennahme, die Gefangenschaft, die jetzt auf ihn wartet, die wird nicht in Stunden gemessen, die wird in Jahren gemessen werden.
[36:01] Aber Paulus sagt in Vers 24: „Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht. Mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer, wenn es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden. Und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.“
[36:18] Paulus sagt, mein Thema ist nicht, dass ich schaue, wie habe ich die größte Sicherheit, wie habe ich die wenigsten Konflikte, die wenigsten Schwierigkeiten. Sein großes Lebensziel besteht darin, seinen Lauf zu vollenden.
[36:30] Er wird dann den Philippern, werden wir nächstes Mal studieren. Er wird ihnen sagen, dass er überzeugt ist, dass Gott, der ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden kann bis auf den Tag Jesu Christi.
[36:42] Paulus schreibt davon, wie er es noch nicht ergriffen hat, aber wie er sich ausstreckt.
[36:50] Er schreibt dann Jahre später diese berühmten Worte dann aus der zweiten römischen Gefangenschaft kurz vor seinem Tod an Timotheus, die berühmten Worte in 2. Timotheus Kapitel 4 Vers 7: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zu erkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben.“
[37:26] Paulus hat darauf geschaut, auf den ewigen Lohn. Er wollte die Aufgabe, die Gott ihm gegeben hat, vollenden und hat sich nicht um die Schwierigkeiten und die Probleme, die dadurch auf ihn zukommen würden, geschert. Die Fesseln, die ihm vorher gesagt worden sind durch den Geist der Weissagung, haben ihn nicht davon abhalten können, vorwärts zu gehen.
[37:53] Haben wir heute auch die Situation, dass der Geist der Weissagung uns Fesseln, Verfolgung und Schwierigkeiten ankündigt?
[38:20] Oder können wir mit Paulus sagen: „Aber auf das alles nehme ich keine Rücksicht. Mein Leben ist mir auch selbst nicht teuer.“
[38:27] Offenbarung sagt in Offenbarung 12 und dort Vers 11: „Sie haben ihn, den Satan, überwunden durch das Blut des Lammes und durch das Wort ihres Zeugnisses willen, um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod.“
[38:53] Sein Leben war ihm nicht teuer. Er wollte den Lauf vollenden, mit Freuden vollenden.
[38:58] Er sagt im Philipperbrief: „Freut euch alle Zeit. Dann, wenn sich die Taufzahlen multiplizieren und dann, wenn die Steine fliegen. Freut euch, wenn euch Tausende zuhören und freut euch im Inneren des Kerkers von Philippi. Freut euch, sagt: ‚Freut euch alle Zeit.‘“
[39:25] Das ist keine Freude, die Reaktion auf äußere Umstände ist. Wir alle kennen diese natürliche, menschliche, irdische Freude. Wenn etwas Schönes, freuen wir uns, wenn uns ein Geschenk macht, freuen wir uns, wenn manche freuen sich, wenn der Lieblingsfußballverein gewinnt. Wir freuen uns, wenn äußere Umstände uns positiv irgendwie entgegentreten. Wir freuen uns daran, aber Paulus spricht von einer tieferen Freude, von einer Freude, die unabhängig ist von den äußeren Umständen.
[39:56] Eine Freude, die nur der Heilige Geist geben kann, eine Freude, die er mal in Römer 14, Vers 17 so benannt hat. In Römer 14 und dort Vers 17: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“
[40:18] Paulus hatte in Philippi gezeigt, was für eine Freude im Geist er hatte. Auch ihm taten die Fesseln weh. Nein, er war kein abgehobener Fanatiker, der irgendwie mit dieser Welt und ihren Schmerzen nichts mehr zu tun hatte. Ihm taten die Fesseln weh.
[40:38] Und als er in Fesseln nach Rom kam, hat er sich auch für einen Moment gewünscht, er wäre hier ohne Fessel.
[40:47] Und trotzdem konnte er sich freuen, dass Gott bei ihm ist, dass der innewohnende Heilige Geist Kontrolle über seine Gedanken und sein Herz und seine Taten, über alles haben kann. Er konnte sich freuen, dass Christus bei ihm ist trotz der Umstände.
[41:03] „Es gilt, meinen Lauf mit Freuden zu vollenden. Und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, nämlich das Evangelium der Gnade Gottes zu bezeugen.“
[41:10] Auch wir haben einen Dienst empfangen. Auch wir haben das Evangelium der ganzen Welt zu predigen.
[41:14] Offenbarung 14 Vers 6 sagt: „Und ich sah einen anderen Engel am Himmel fliegen, der ein ewiges Evangelium denen zu verkündigen hatte, die auf der Erde wohnen. Und zwar jedem Volk in jeder Sprache, jedem Volksstamm und jeder Nation.“
[41:30] In Offenbarung 10 wird uns gesagt, dass unsere Aufgabe daran besteht, das Evangelium zu vollenden.
[41:39] Offenbarung Kapitel 10 und dort Vers 7: „Sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie er seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft, das heißt als Evangelium, verkündet hat.“
[41:56] Paulus hatte seinen Auftrag vor Augen, und die Umstände konnten ihn nicht abhalten.
[42:04] Haben wir unseren Auftrag vor Augen, das Evangelium in die ganze Welt zu bringen? Haben wir es so vor Augen, dass wir sagen können mit Paulus: „Aber auf all das nehme ich keine Rücksicht.“ Und wenn der Geist der Weissagung uns Schwierigkeiten und Verfolgung und Fesseln vorhersagt, nehmen wir darauf keine Rücksicht, dann gehen wir vorwärts, um den Lauf mit Freuden zu vollenden, so wie Paulus.
[42:44] Er ist tatsächlich gefangen genommen worden in Jerusalem.
[42:55] In Kapitel 21 und dort Vers 33 lesen wir: „Da kam der Befehlshaber herzu und verhaftete ihn und ließ ihn mit zwei Ketten fesseln und erkundigte sich, wer er denn sei und was er getan habe.“
[43:09] Ja, es gibt Situationen, in denen die Fesseln schnell gesprengt werden. Petrus war im Gefängnis, aber ein Engel kam und holte ihn dort heraus. Die Gemeinde hatte gebetet.
[43:25] Paulus war im Gefängnis in Philippi, und die Erde bebte, um ihn zu befreien. Er hat nicht eine ganze Nacht dort verbracht. Er hatte Gott gelobt und gedankt.
[43:37] Aber die Erde bebt nicht jedes Mal. Nicht jedes Mal kommt ein Engel, um jemanden zu befreien. Manchmal bleibt man im Gefängnis, zumindest für eine längere Zeit. Johannes der Täufer blieb für den Rest seines Lebens im Gefängnis, bis er starb.
[44:06] Wahrscheinlich war es das Jahr 55 nach Christus, Sommer 55, so nach manchen chronologischen Überlegungen. Sommer 55 wird er verhaftet.
[44:17] Der Prokurator, der römische Prokurator in Jerusalem zu der Zeit, ist Antonius Felix, den wir auch außerhalb der Bibel belegt haben in der Apostelgeschichte 24.
[44:31] Lesen wir, als aber zwei Jahre verflossen waren, bekam Felix den Porcius Festus zum Nachfolger. Und da sich Felix die Juden zu Dank verpflichten wollte, ließ er Paulus gebunden zurück.
[44:43] Zwei Jahre war Paulus gefangen, und das war nicht ein Gefängnis und keine Haftbedingung wie heutzutage, wo es unter bestimmten Umständen eine ganze Reihe von Hafterleichterungen manchmal gibt und das Ganze oft schon sehr menschenwürdig ist. Gefangenschaft in der Antike war keine schöne Sache. Zwei Jahre lang.
[45:03] Felix hatte sich ja sogar von ihm predigen lassen, war beeindruckt gewesen und hat ihn dann auf später vertröstet. Ihn deswegen gefangen gelassen, weil er noch so einen letzten Wink, Freundeswink in Richtung der jüdischen Eliten geben wollte.
[45:25] Der nächste Prokurator kommt, Porcius Festus, und im Zuge dessen macht Paulus eine interessante Sache. Wir haben schon von seinem römischen Bürgerrecht gehört.
[45:36] In Apostelgeschichte 25 Vers 11 heißt es: „Denn wenn ich im Unrecht bin und etwas begangen habe, was den Tod verdient, so weigere ich mich nicht zu sterben. Wenn aber ihre Anklagen nichtig sind, so kann ich niemandem ihnen preisgeben. Ich berufe mich auf den Kaiser.“
[45:52] Da sprach sich Festus mit seinem Rat und antwortete: „Du hast dich auf den Kaiser berufen. Zum Kaiser sollst du gehen.“
[46:03] Paulus beruft sich auf den Kaiser, damals Nero. Am Anfang seiner Regierung scheint er zumindest, was die Nachrichten nach außen drangen, ein relativ guter Kaiser gewesen zu sein. Vielleicht hat Paulus gar nicht geahnt, was für ein Biest in diesem Nero in Anführungsstrichen steckte.
[46:23] Paulus beruft sich auf den Kaiser. König Agrippa sagt dann kurze Zeit später, dass man Paulus eigentlich hätte freilassen können. Hätte nach zwei Jahren freikommen können, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.
[46:39] So steht es in Apostelgeschichte 26 Vers 32. Agrippa aber sprach zu Festus: „Man könnte diesen Menschen freilassen, wenn er sich nicht auf den Kaiser berufen hätte.“
[46:51] So tritt er im Spätsommer des Jahres 57 wahrscheinlich die Reise als Gefangener nach Rom an.
[47:02] Es heißt hier in Kapitel 27 Vers 1: „Als es aber beschlossen worden war, dass wir nach Italien abfahren sollten, übergaben sie Paulus und einige andere Gefangene einem Hauptmann namens Julius von der kaiserlichen Schar.“
[47:17] Eine dramatische Schiffsreise kommt, die wir jetzt im Einzelnen nicht anschauen werden, aber sie führt dazu, dass irgendwann Anfang 58, vielleicht so circa im Februar, wenn man das so abschätzen kann, Paulus in Italien und schließlich in Rom ankommt. Man liest das Ganze in der Apostelgeschichte 28, Vers 11 bis 16.
[47:40] Und man sieht auch, wie selbst Paulus unter diesen Bedingungen – zwei Jahre Gefangenschaft in Jerusalem, immer mit der Möglichkeit, dass er einfach den Juden überlassen wird, dann mit dieser nervenaufreibenden Überfahrt nach Rom, Schiffbruch und andere Abenteuer, wir denken an den Schlangenbiss – und dann kommt er in Rom an und ist in Ketten.
[48:16] Er hatte sich ja so sehr gewünscht, nach Rom zu kommen. Wir lesen das im Römerbrief in Kapitel 1. Er hatte gesagt in Römer 1, Vers 11: „Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, um euch etwas geistliche Gnadengabe mitzuteilen, damit ihr gestärkt werdet.“
[48:36] Vers 13: „Ich will euch aber nicht verschweigen, Brüder, dass ich mir schon oftmals vorgenommen habe, zu euch zu kommen. Ich wurde aber bis jetzt verhindert, um auch unter euch etwas Frucht zu wirken, gleich unter den übrigen Heiden.“
[48:46] Wir sehen hier ein ähnliches Muster. Der Heilige Geist hat immer wieder auch Türen geschlossen, weil der Heilige Geist besser wusste als Paulus, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Und Paulus, der schon den...
[48:54] gekommen ist. Und Paulus, der schon den Plan gemacht hatte, in Ephesus eine große Arbeit zu machen, musste lernen, dass er erst später nach Ephesus sollte, weil erst etwas anderes getan werden sollte, nämlich die Gründung unter anderem der Gemeinde in Philippi.
[49:05] Und der Paulus, der sich immer vorgenommen hatte, in Rom auf dem Forum Romanum zu stehen und zu predigen – er sagt ja in Vers 15: "Darum bin ich bereit, so viel an mir liegt, auch euch in Rom das Evangelium zu verkündigen." Vers 16: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Es wird daran geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben."
[49:32] Vielleicht hat der Paulus sich vorgestellt, wie er dort als freier Mann auf dem Forum Romanum, der Stadt des Kaisers, das Evangelium predigen kann. Und jetzt kommt er nach Rom, aber er kommt in Fesseln, als Gefangener.
[49:51] Man hat so einen Hinweis darauf, dass es selbst den Paulus für einen Moment ziemlich niedergeschlagen gemacht hat.
[49:58] In der Apostelgeschichte 28 und dort Vers 15 heißt es – und von dort kamen uns die Brüder. Lesen wir Vers 14 noch: "Dort fanden wir Brüder und wurden von ihnen gebeten, sieben Tage zu bleiben. Und so machten wir uns auf den Weg nach Rom. Und von dort kamen uns die Brüder, als sie von uns gehört hatten, entgegen bis nach Forum Appii und Tres Tabernae."
[50:18] Als Paulus das sah, dankte er Gott und fasste Mut.
[50:23] Wir sehen hier, wie selbst Paulus an den Rand der Verzweiflung fast gebracht wird, aber wie die Gegenwart der Geschwister ihm Mut gemacht hat. Und er dankte Gott.
[50:37] Würden wir schätzen, vermutlich die Bedeutung dieser Worte, wie wichtig es ist, sich auch gegenseitig zu ermutigen im Glauben.
[50:47] Paulus wird von den Geschwistern in Rom hier ermutigt. Er dankt Gott trotz seiner Umstände. Manchmal ist es nicht so einfach, sich im Herrn zu freuen, aber dazu haben wir auch Gemeinde, um uns gegenseitig nicht noch weiter in den Schlamassel zu ziehen, nicht noch tiefer in die Depression über Dinge, die schieflaufen oder falsch sind, zu reißen, sondern um uns gegenseitig zu ermutigen, uns im Herrn zu freuen und dankbar zu sein.
[51:27] Dafür ist die Gemeinde da. Er ist also jetzt so circa 58 im Frühjahr vielleicht angekommen.
[51:39] Und wir lesen, dass er sich dort eine ganze Zeit lang befindet. Am Ende von Apostelgeschichte heißt es in Kapitel 28 und dort Vers 30: "Paulus aber blieb zwei Jahre in einer eigenen Mietwohnung und nahm alle auf, die zu ihm kamen. Er verkündigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit aller Freimütigkeit und ungehindert."
[52:11] Er ist ein Gefangener, aber auch als Gefangener kann er das Evangelium dort predigen.
[52:27] Zwei Jahre Gefangenschaft in Jerusalem, zwei Jahre Gefangenschaft in Rom und dazwischen eine Schiffsreise, die ungefähr ein halbes Jahr gedauert hat.
[52:38] Da bekommt man einen Eindruck: Der Paulus hat einen signifikanten Teil seines Lebens in Ketten verbracht, gut und gerne viereinhalb Jahre. Und da wird es nicht viele Momente gegeben haben, in denen er seine Ketten ablegen konnte. Das waren nicht die paar Stunden von Philippi.
[53:06] Kannst du dir vorstellen, viereinhalb Jahre eines Lebens der Freiheit beraubt zu sein, mit Ketten umherzugehen?
[53:22] Es ist in dieser Zeit, unter diesen Umständen, als er dort in Rom als Gefangener lebt und doch frei verkündigen kann, Menschen ihn besuchen können und er das Evangelium verkündigt, und zwar, wie das letzte Wort der Apostelgeschichte sagt, sehr signifikant: das letzte Wort "ungehindert".
[53:39] Fesseln können ihn nicht hindern, Fesseln können den Paulus nicht hindern. Verfolgung wird auch die Endzeitgemeinde nicht hindern, das Evangelium in die ganze Welt zu tragen. Die Schwierigkeiten, die vom Geist der Weissagung korrekt vorhergesagt werden, dürfen und sollen uns nicht davon abhalten, ungehindert das Evangelium zu predigen, sei es durch persönliche Gespräche, wie hier in Paulus' eigener Mietwohnung, sei es durch Medien, so wie Paulus jetzt Briefe schreibt: den Philemonbrief und den Epheserbrief und den Brief an die Philipper und den Brief an die Kolosser.
[54:16] Diese Briefe sind Zeugnisse dafür, dass man Paulus mit Ketten nicht binden kann. Man kann Paulus binden, man kann das Evangelium nicht binden.
[54:25] Sie sind Zeugnisse dafür, dass Paulus als Gefangener in Rom in die ganze Welt das Evangelium streuen kann durch die Briefe, die er schreibt. Und dadurch, dass Menschen aus der ganzen Welt dort nach Rom kommen, er sitzt quasi im Epizentrum der Machtpolitik.
[54:42] Und wir werden noch sehen im Philipperbrief, welche Auswirkung das auch in Rom gehabt hat und wie weitreichend das Evangelium sich verbreitet hatte.
[54:56] Zwei Jahre ist er hier gewesen. Er ist dann ganz offensichtlich noch einmal freigekommen. Die Bibel berichtet nicht viel von dem, was dann in den folgenden Jahren gewesen ist. Er wird noch einmal die Zeit genutzt haben, Gemeinden zu besuchen, vielleicht auch neue Gemeinden sicherlich zu gründen.
[55:13] Genaues können wir der Bibel nicht entnehmen. Wir wissen aber, dass er dann ein zweites Mal in Rom gefangen genommen worden ist, damals dann immer noch unter Nero, im Zusammenhang auch mit diesem berühmt-berüchtigten Brand von Rom, dass Paulus circa 67 nach Christus, also ungefähr noch einmal circa 7 Jahre nach seiner ersten Gefangenschaft in Rom, schlussendlich getötet worden ist, und zwar unter Nero, kurz vor dessen eigenem Tod.
[55:52] Paulus konnte man nicht hindern, weder durch die Fesseln in Philippi noch durch die Fesseln in Rom.
[56:01] Paulus hat gezeigt, was es bedeutet, auch unter Schwierigkeiten nicht aufzugeben, nicht aufzuhören, sich nicht abbringen zu lassen von dem Lauf, den Gott uns vorgezeichnet hat, sich zu freuen und dankbar zu sein, auch wenn es ganz anders kam, als man sich gewünscht hat.
[56:19] Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, das ist manchmal die schwerste Lektion, die man lernen kann, dass die Pläne, die man selbst geschmiedet hat, Gott in eine andere Richtung lenkt.
[56:29] Aber Paulus hat das gelernt, und wir wollen es auch lernen. Ich möchte es lernen.
[56:33] Ich möchte dich fragen: Möchtest du heute auch diese Entscheidung fällen, dankbar zu sein unter allen Umständen, sich im Herrn zu freuen, egal was passiert?
[56:46] Mit dieser Einstellung werden wir dann die Schätze, die im Philipperbrief, im Kolosserbrief zu finden sind, richtig heben können. Dann verstehen wir, aus welcher Haltung, aus welcher Erfahrung heraus Paulus diese Briefe schrieb.
[57:00] Wir wissen auch, wie es den Gemeinden dann wohl zumute gewesen sein mag, als sie diese Briefe empfingen, weil sie gehört hatten, was mit Paulus passiert ist, weil sie selbst im Falle der Philipper gesehen hatten, wie Paulus reagierte auf solche Situationen, und weil sie im Fall der Kolosser getragen worden sind durch das kämpfende Gebet ihrer verantwortlichen Brüder, Epaphras.
[57:31] Nehmen wir uns heute vor, das zu beherzigen, was Paulus nicht nur den Philippern, sondern uns allen zuruft.
[57:42] Egal, ob heute ein schöner Tag war oder ein schlechter, egal ob morgen ein freier Tag auf uns wartet oder ein Tag mit ganz viel Stress. Egal, ob schöne Nachrichten unser Leben schön machen oder wir von Hiobsbotschaften geplagt werden. Egal, ob wir uns frei bewegen können oder in Fesseln im Kerker sitzen, egal ob wir an die Herrlichkeit der neuen Erde denken oder von den Verfolgungen der Endzeit.
[58:11] Egal, ob wir in einer blühenden Gemeinde mitwirken dürfen oder gegen viele Widerstände versuchen, ein gutes Werk für den Herrn zu tun.
[58:19] Paulus sagt uns, egal ob wir gesund sind oder krank, egal wie die Umstände sein mögen.
[58:26] In Philipper 4, Vers 4: "Freut euch im Herrn alle Zeit! Abermals sage ich: Freut euch!"
[58:35] Ist das dein Wunsch?
[58:39] Dann lass uns noch gemeinsam mit einem Gebet abschließen.
[58:44] Lieber Vater im Himmel, danke, dass du zu uns gesprochen hast durch dein Wort. Danke, dass du uns persönlich angesprochen hast. Du hast zu mir gesprochen, du hast zu jedem von uns gesprochen. Du hast uns gezeigt, wo wir in unserem eigenen Leben Bereiche haben, in denen wir Veränderung brauchen und wachsen müssen.
[59:05] Herr, wir wollen von Paulus lernen, uns nicht abbringen zu lassen. Wir wollen von Paulus lernen, uns auch in den schwierigen Situationen zu freuen. Nicht weil wir die Realität ausblenden, sondern weil wir dich als die größte Realität wahrnehmen, die so groß ist, dass sie alle anderen negativen Umstände letztlich überstrahlt.
[59:31] Gib uns mehr, dass wir lernen, uns zu freuen unter allen Umständen, weil wir wissen dürfen, dass du immer bei uns bist und kein Umstand, keine Situation so schlimm sein kann, dass du nicht mit deiner Gegenwart uns erhalten könntest.
[59:54] Schenk uns die Bereitschaft und die Freude, den Lauf zu vollenden, zu dem du uns rufst und den Jesus vor uns gegangen ist. In seinem Namen beten wir. Amen.
[1:00:10] Damit herzlichen Dank, dass ihr heute eingeschaltet habt, dass ihr dabei wart, und ihr dürft euch schon freuen auf die nächsten Wochen, wenn wir den Philipperbrief ausführlich anschauen werden. Ich denke, wir werden viele Schätze in diesem Wort, diesem Buch entdecken dürfen, und möge Gott uns helfen, das in unser eigenes Leben wirklich auch zu übertragen und auszuleben.
[1:00:30] Beim nächsten Mal werden wir uns dann den Anfang von Philipper 1 anschauen. Bis dann wünschen wir euch von ganzem Herzen Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium des Wortes Gottes. Gott sei mit euch.