[0:34] Ein herzliches Willkommen zur Christ Study Hour. Wir sind im vierten Quartal 2022 und sprechen über Tod, Auferstehung und Zukunftshoffnung. In Lektion Nummer 9 wollen wir uns dieses Mal mit sich widersprechenden Textstellen beschäftigen. Was sehr interessant ist, dass es in der Bibel viele Texte gibt, wo die Menschen sagen: Hier stimmt was nicht, das widerspricht anderen Texten. Die Bibel ist vielleicht an dieser Stelle nicht sauber. Und wie hält sie sich damit? Also, ist es so, finden wir solche Textstellen, ist es schwierig, die zu erklären?
[1:05] Tatsächlich, ja, wir finden sie. Einige Texte sind wirklich schwer zu erklären. Aber das, was wir uns heute angucken wollen, redigiert diese Textstellen, die sich so um den Tod, die Auferstehung, das Sterben drehen, die wollen wir uns mal genauer betrachten und schauen, ob wir nicht Erklärung dafür finden, warum die so in der Bibel stehen und ob sie sich nicht einfach irgendwie auch erklären lassen.
[1:28] Und dann Merkvers finden wir in Johannes 5 Vers 39. Und er heißt: Ihr forscht die Schriften, weil ihr meint, in ihm das ewige Leben zu haben. Und sie sind es, die von mir Zeugnis geben, sagt Christus. Nun ist also sein Wort und nach Johannes 17:17 wissen wir, dein Wort ist Wahrheit. Also müssen wir die Bibel erstmal annehmen, als sie es war, und dann alles andere daran messen. Und mich Schwierigkeiten haben mit Texten, aber gleich mal schauen, wie wir damit umgehen.
[1:56] Zuerst beten wir gemeinsam und dann gucken wir unsere ersten Texte hinein. Also, lieber Vater im Himmel, wir möchten Gedanken dafür, dass wir jetzt gemeinsam dieses Thema studieren dürfen und möchten dich bitten, dein heiliger Geist als Lehrer jetzt bei uns ist und uns unterrichtet nach deinem Willen. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:17] Unsere erste Textstelle, die wir gemeinsam betrachten wollen, ist ein interessantes Gleichnis in Lukas 16. Es geht um den reichen Mann und den armen Lazarus. Wir schauen uns mal genauer an, Lukas 16. Denn ganz oft, wenn wir über den Tod sprechen, den Zustand der Toten, wird diese Textstelle angeführt. Das heißt, Moment, hier sehen wir ganz deutlich, die Toten sind gar nicht tot, die Toten leben.
[2:43] Gucken wir uns mal an, wir lesen den Text einmal in Lukas 16 ab Vers 19. Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war ein armer namens Lazarus, der lag vor dessen Tür voller Geschwüre und begehrte sich zu sättigen von den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen. Und es kam sogar Hunde und leckten seine Geschwüre.
[3:09] Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er Abraham von Ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge, denn ich leide Pein in dieser Flamme.
[3:35] Abraham aber sprach: Der Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse. Nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so dass die, welche von hier zu euch hinüber steigen wollen, es nicht können. Doch die, welche von dort zu uns herüber kommen wollen...
[4:00] ...das sprach er. So bitte ich dich, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest, denn ich habe fünf Brüder, dass er sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten, auf diese sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, soll mir jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
[4:25] Er besprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie auch nicht überzeugen lassen. Also würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände.
[4:36] Interessanter Text über den Zustand der Toten. Und hier ja, scheinbar Tote sehen nämlich in dem Fall Abraham und auch diesen reichen Mann, von dem wir keinen Namen haben. Wir sehen hier, dass dieser reiche Mann scheinbar im Totenreich, wie es hier steht, seine Augen aufhebt und er sieht jetzt Lazarus von Ferne in Abrahams Schoß. Und jetzt kommuniziert er mit ihm.
[5:02] Müssen wir also davon ausgehen, dass Menschen, die verstorben sind, sich an irgendeinem Ort befinden? Einige an einem guten Ort, einige an einem sehr bösen Ort und dass sie so in Reichweite sind, dass sie miteinander kommunizieren können?
[5:19] Und das alles würde doch vielen Zeugnissen der Bibel widersprechen, die wir bereits gelesen haben. Man müsste sich ja vorstellen, zum einen, die Toten haben ein Bewusstsein. Zum zweiten, es gibt irgendwie zwei verschiedene Aufbewahrungsorte für die Toten. Zum dritten, es muss möglich sein, dass die Toten miteinander reden können, dass da also, dass sie planen können. Das war Weisheit ist, dass sie kommunizieren können.
[5:47] Und gleichzeitig ist aber so eine Kluft dort befestigt, dass sie sozusagen ihre Position dort nicht wechseln können. Viele Dinge sind sehr seltsam in diesem Gleichnis, und das will ich schon vorwegnehmen: Es muss ein Gleichnis sein. Denn eine reale Geschichte könnte diese Dinge hier nicht zulassen. Also Abrahams Schoß müsste riesig sein, wenn Lazarus darin aufgenommen werden könnte.
[6:09] Auch wäre es seltsam anzunehmen, dass ein Mann in einer Flamme sitzt und eine Konversation führen kann und sagt: Mir würde es eigentlich reichen, wenn man zugekühlt wird durch einen befeuchteten Finger. Das macht alles keinen Sinn, wenn das nicht ein Gleichnis wäre. Wenn das alles real so wäre, buchstäblich wie es da steht, dann ist es nicht konsistent, auch nicht mit dem Rest der Bibel vereinbar.
[6:35] Und was sehen wir da eigentlich? Also, wir wissen ja schon aus Prediger 9 Vers 5, dass Tote nichts wissen. Das heißt, wenn ich nichts weiß, in welchem Zustand bin ich dann? Ich kann, was ich weiß, nichts von Sprache. Also, ich kenne keine Vokabeln, ich bin nicht in der Lage zu kommunizieren. Ich habe auch kein Wissen um das, was mich um mich herum geschieht. Ich habe wüsste auch nicht als Toter, wer ist Lazarus oder wer ist Abraham. Es ist kein Wissen.
[7:01] Die Toten wissen gar nichts. Prediger 9 Vers 5 oder Vers 10: Im Totenreich, in das du gehst, gibt es kein Wirken mehr und kein Planen, keine Wissenschaft und keine Weisheit.
[7:16] Wenn also keine Weisheit ist und kein Plan, wie kann der Tote reiche dann Pläne schmieden? Du solltest jemanden von den Toten schicken, der zu meinen Brüdern spricht im Hause meines Vaters. Die Bibel sagt, es gibt keinen Plan, es gibt keine Weisheit. Also die Bibelstellen widersprechen sich.
[7:36] In Johannes 11 Vers 11 sagt Christus: Unser Freund Lazarus ist eingeschlafen. Ich aber gehe hin, um ihn aufzuwecken. Und der Schlaf meinte ein Zustand, in dem du nicht wirklich handlungsfähig bist. In diesem Gleichnis sind sie aber sehr wohl handlungsfähig, die vermeintlich Verstorbenen, also Abraham und auch der Reiche.
[8:02] Apostelgeschichte 2 Vers 34 lehrt uns: Der nicht David ist in den Himmel aufgefahren. Also David, von dem wir wissen, er ist ein Gottesfreund gewesen, ist nicht in den Himmel aufgefahren. Das heißt, er ist nicht in vermeintlich Abrahams Schoß.
[8:21] Und dann noch eine Sache, die ich sehr bemerkenswert finde, und Offenbarung 21 Vers 4. Da heißt es: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein. Wieder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Hier wird vom Himmelreich berichtet. Es wird kein Leid mehr sein, kein Schmerz, kein Geschrei.
[8:45] Könnte es jetzt denkbar sein, dass dort diese zwei Reiche sind? Die eine Seite, vielleicht identifiziert als der Schoß Abrahams, und das als Sinnbild genommen, sozusagen für die neue gute Welt. Und auf der anderen Seite dieses Feuer, wo die Menschen Qual und Pein leiden.
[9:02] Jetzt stellen wir uns vor, das ist wirklich so nah beieinander liegen würde. Jetzt würde doch niemand im Himmelreich Freude empfinden, wenn er wüsste, unweit von hier oder selbst wenn es weit weg wäre, an irgendeinem Ort im Universum leiden die Menschen furchtbare Qualen. Es wäre doch nicht vereinbar mit einem Himmelreich, auch gar nicht vereinbar mit dem Vers, den wir gerade lesen. Es wird kein Leid, kein Schmerz, kein Geschrei mehr sein.
[9:26] Nun, wenn da ist kein Schmerz mehr, und trotzdem sagt der reiche Mann: Ich leide Pein in dieser Flamme. Also irgendwas passt hier nicht. Also, wir können hier schlecht von diesem Bildnis von Himmel und Hölle ausgehen, dass ich ja so im Volksglauben verbreitet hat.
[9:46] Also müssen wir annehmen, nach all dem, was wir gesehen haben, diese Textstellen würden sich widersprechen, wenn das eine realer Bericht wäre. Und er widerspricht so vielen Textstellen, wie wir gesehen haben, dass wir uns fragen müssen: Kann es sein, dass es kein realer Bericht ist, sondern dass es ein Gleichnis ist? Dass Christus damit etwas verdeutlichen möchte? Er benutzt Bilder, die die Zuhörer kennen, um ihnen was zu verdeutlichen, was sie lernen müssen.
[10:09] Und genau das bestätigt auch Ellen White. Ich zitiere mal aus "Bilder vom Reich Gottes", Seite 211 und Seite 212. Christus kam in diesem Gleichnis der Vorstellungswelt seiner Zuhörer entgegen, die glauben, dass man die Zeit zwischen Tod und Auferstehung bewusst erlebt. Der Heiland, der diese volkstümliche, wenn auch falsche Anschauung kannte, benutzte sie in seinem Gleichnis, um den Zuhörern wichtige Wahrheiten einzuprägen.
[10:38] Er hielt ihnen gewissermaßen einen Spiegel vor, in dem sie ihr Verhältnis zu Gott sehen konnten. Christus bediente sich also einer weit verbreiteten Vorstellung, um ein etwas sehr Wichtiges klar zu machen, dass niemand nach seinem Besitz, der er ohnehin nur eine Leihgabe Gottes ist, eingeschätzt wird. Für diese Gabe missbraucht, fällt tiefer als der Ärmste und elendste, der Gott liebt und ihm vertraut.
[11:04] Christus wollte seinen Zuhörern zu verstehen geben, dass es nach dem Tod keine Möglichkeit mehr gibt, Erlösung zu finden. Gedenke, Sohn, so sprach Abraham, Antworten: Gedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben. Lazarus dagegen hat Böses empfangen und nun wird er hier getröstet und du wirst gepeinigt. Und über dies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns rüber.
[11:32] Christus zeigte damit, wie unsinnig die Hoffnung auf eine zweite Gnadenzeit ist. Nur in diesem Leben haben wir die Gelegenheit, uns auf die Ewigkeit vorzubereiten.
[11:46] Also, auch Ellen White bestätigt es. Es handelt sich um ein Gleichnis, um eine Metapher, eine Geschichte, die so nicht wahr ist, die gebraucht wird, um etwas zu verdeutlichen. Also zu glauben, dass dieser Text von der Unsterblichkeit gottgetreuer wie auch gottloser Menschen spricht, würde Bibel klar widersprechen.
[12:06] Und hier können wir zwar etwas einprägen. Dieser Text wird dir oft benutzt, um zu zeigen, die Toten leben eigentlich. Und da wird dieses Gleichnis herangezogen. Nun, eine Sache, die man zu merken müssen, wenn wir viele Texte in der Bibel haben, die in eine Richtung sprechen und ein Text haben, der scheint was Gegenteiliges zu behaupten, dann müssen wir erstmal annehmen, dass die Vielzahl der Texte richtig ist und der eine Text nicht richtig verstanden wurde.
[12:32] Und da muss versucht werden, wie kann man diesen einen Text in Zusammenhang mit all den anderen bringen, dass sie wieder harmonisch sind? Nicht den einen Text benutzen, um gegen alle anderen Texte zu sprechen und sagen, sie sind alle falsch. Das sind die Bibel gehört, sondern die große Anzahl der Texte benutzen, um das sein Wissen aufzufrischen und dann zu versuchen, den einen Text da einzuarbeiten. So rum funktioniert Bibelstudium.
[13:00] Und das eben auch angewandt hier auf Lukas 16. Und dann kann man schon relativ einfach sehen, okay, es handelt sich um einen Gleichnis. Wir müssen es also anders bewerten.
[13:08] Das ist manchmal so mit Gleichnissen. Man kann Gleichnisse nicht immer eins zu eins übersetzen. Zum Beispiel heißt, dass wir wie Schafe sind und Christus der Hirte. Heißt natürlich nicht, dass uns irgendwie im Winter ein Pelz wächst. Das hat natürlich einer, ja, sozusagen ein anderes Bild steckt dahinter. Man kann das nicht endlos tief sich überlegen. Genau so ist, dass wir sind eigentlich wie Schafe, wir haben eigentlich keine Rechte, Verantwortung, können nicht wirklich über viele Dinge nachdenken.
[13:39] Es ist also als ein Gleichnis gebraucht, um bestimmte Sachverhalte zu erklären, ähnlich wie hier. Und so muss dann auch bewertet werden. Und es gibt noch andere, sich so zu sagen, widersprechende Textstellen. Da finden wir zum Beispiel eine auch im Lukas-Evangelium in Kapitel 23. Und dort gehen wir mal in Vers 43.
[13:56] Lukas 23 Vers 43 beschreibt die Szene, wo Christus am Kreuz hängt und neben ihm die beiden mitgekreuzigten sind, die beiden Verbrecher. Und zu dem einen sagt Christus: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.
[14:21] Wir sind uns fragen: Stimmt das? Hat Christus dort recht? Nun, wir wissen ja, dass Christus an diesem Tag nicht im Paradies war, denn nach Johannes 20 Vers 17 wissen wir, dass Christus am Auferstehungsmorgen, an diesem Sonntagmorgen, zu Maria sagt: Berühre mich nicht, denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Also, an dem Sonntag waren wir noch nicht als ein Vater. Wie wäre es dann möglich, wenn er am Freitag gekreuzigt war, dass er am heute noch, also an jedem Tag, an jedem Freitag im Paradies war, zusammen mit dem Schächer, wenn er noch gar nicht aufgefahren ist?
[15:01] Also müssen wir Annahmen treffen. Entweder Christus hat sich geirrt, und das glauben wir nicht, dass Christus sich geirrt hat. Sagte: Heute bist du mir ein Paradies an. Wir glauben auch nicht, dass Christus Ihnen das wäre der zweite Fall, angelogen hat, dass er ihm also anlügt, um ihm Hoffnung zu geben. Christus lügt nicht, er war ein unbeflecktes Lamm. An ihm war nichts Falsches. Also er die nicht angelogen und er hat sich auch nicht gehört.
[15:29] Wie ist denn dieser Text einzuordnen in Kontext von allen anderen Texten, die wir so finden, die wir so finden?
[15:38] Also, Christus hat sich nicht geirrt, geschweige denn gelogen. Jetzt müssen wir also diesen Text mit anderen in Einklang bringen. Und in diesem Fall hier liegt eigentlich nur ein grammatikalisches Problem vor. Es heißt hier: Christus sagt zu dem Schächer am Kreuz: Wahrlich, ich sage dir, heute.
[15:56] Weil ich sage: Doppelpunkt. Heute wirst du mir ein Paradies sein. Ist dieser Text, den kann man auf verschiedene Art und Weise aus dem Griechischen übernehmen. Entweder so, wie er hier steht, oder man sagt, es lässt der die Übersetzung auch zu: Wahrlich, ich sage dir heute, du wirst mit mir ein Paradies sein. Und der Inhalt ändert sich sehr stark.
[16:15] Weil ich sage dir heute wirst du mir ein Paradies sein oder weil ich sage dir heute, du wirst mir ein Paradies sein. Jetzt müssen wir also überlegen, beide Möglichkeiten gehen. Ich kann beide Seiten übersetzen, so oder so. Beides wäre aus dem Griechischen übersetzt richtig. Was herauszubekommen, welches Gericht Übersetzung ist, muss ich also den Gesamtkontext der Texte und dem Fall, auch der Bibel betrachten.
[16:43] Welche oder welchen Schluss lässt es nur zu? Es gibt eigentlich nur die zweite Übersetzungsmöglichkeit: Wahrlich, ich sage dir heute, du wirst mit mir ein Paradies sein. Denn Christus war ja noch gar nicht an diesem Freitag im Paradies.
[16:57] Und auf der anderen Seite macht natürlich auch absolut Sinn, das anzunehmen. Das Besondere ist ja, dass Christus ihn im letzten Moment seines Lebens, als der Mann nicht mehr handeln kann, festgenagelt an einem Kreuz, singt und ein Bekenntnis gibt und glaubt, dass Christus der Sohn Gottes ist und sagt: Herr, Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Er gibt ein Bekenntnis und Christus sagt ihm selbst in seiner Situation noch: Ich sage noch heute, du wirst mit mir ein Paradies sein.
[17:22] Dieser Mann war ja ein Verbrecher. Er sagt ja von sich selbst, er hängt zu Recht hier. Also, er sagt, ich bin schuldig. Aber er wendet sich zu Christus in der Stunde seines Todes und sagt: Bitte gedenke an mich. Und Christus sagt ihm zu: Deine Schuld ist dir vergeben. Du wirst eines Tages bei mir im Paradies sein.
[17:43] Und warum kommt dann das in den meisten Bibel nicht in allen? Einige Bibeln übersetzen es auch richtig: Ich sage dir heute, du wirst mit mir im Paradies sein. Aber die meisten Bibeln, die große Anzahl der Bibel, auch im Deutschen übersetzen ist so: Wahrlich, ich sage dir heute, wirst du mir ein Paradies sein. Woran liegt?
[18:00] Eine Vorstellung vieler Christen und Übersetzer. Diese Vorstellung haben, dass wenn jemand stirbt, auch in dem Fall bei dem Schächer, irgendwie ein Teil von ihm unsterblich sein muss und irgendwo hingehen muss. Und mit dieser Vorstellung Hinterkopf kommt man leichter hin zu sagen, naja, wo geht denn der jetzt hin? Der Christus sagt: Heute wirst du mir ein Paradies sein. Und man nimmt es dann an, trotz der Texte, die er unmittelbar danach kommen, wo es deutlich wird, dass Christus gar nicht an dem Freitag im Himmelreich war.
[18:31] Und so sozusagen so der volkstümliche Aberglaube, warum ich hineingekommen, aber lässt sich leicht klären in dem Fall. Kann man die Kalisch musst du nicht im Zusammenhang angucken und weiß sehen, wie es richtig übersetzt wird. Was ich ganz spannend finde, ist, dass Ellen White im "Christus die Gleichnisse" auf Seite 262 die beiden Texte zusammenbringt, also den Text vom Schächer am Kreuz und vom reichen Lazarus.
[18:55] Was war das Problem bei dem reichen? Und sie sagt, der reiche richtet seine Bitte an Abraham. Naja, er sagt, ich bin Jude, Abrahams der Stammvater, ich bin gerettet, weil ich Jude bin. Richte seine Bitte an Abraham, und er wird nicht erhört. Der Schächer am Kreuz richtet seine Bitte an Christus, und weil in Christus das Heil ist, wird er gerettet.
[19:58] Finde ich sehr interessant, wie Ellen White diese beiden Textstellen zusammenbindet. Es kommt also nicht auf die Abstammung an, wo jemand herkommt, sondern kommt darauf an, an wen wir unsere Bitte richten. Und hier was richtig gemacht. Der Schächer am Kreuz richtet seine Bitte an Christus und legt eine ganze Hoffnung auf ihn und er fährt dadurch Rettung.
[20:20] Nun, ein anderer Text, der manchmal Schwierigkeiten bereitet, ist ein Text, den wir in Philipper finden. Philipper 1. Wir schlagen mal gemeinsam auf Philipper 1 und lesen 21 bis 24. Paulus sagt: Denn für mich ist Christus das Leben und das Sterben ein Gewinn. Wenn etwas Leben im Fleisch mir Gelegenheit gibt zu fruchtbarer Wirksamkeit, so weiß ich nicht, was ich wählen soll. Denn ich werde von beiden bedrängt. Ich verlangt danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre. Aber es ist nötiger am Fleisch zu bleiben, um eure Welt.
[21:11] Und Paulus das so sagt: In Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn. Mir fallen, mich verlangt danach jetzt aufzubrechen und bei Christus zu sein. Impliziert das dann, dass Paulus die Idee hatte, dass wenn er jetzt stirbt, im nächsten Moment bei Christus ist?
[21:23] nächsten Moment bei Christus ist. Hat Paulus daran gedacht, dass irgendwas an ihm unsterblich ist? Also, dass wenn der Leib auch stirbt, irgendwie ein Teil von ihm direkt zu Christus geht und dort bei Bewusstsein eine Nähe von Christus ist?
[21:35] Das klingt ja so, wenn man das liest, muss man sich fragen: Hatte Paulus tatsächlich diese Vorstellung, also direkt nach dem Tod in den Himmel aufgenommen zu werden? Das lässt sich auch leicht klären, indem er für andere Textstellen von Paulus vergleichen, um uns zu fragen: Hat er das wirklich geglaubt?
[21:53] Schauen wir mal einen ersten Text. Nicht hier und dort lesen wir Verse 13 bis 18, erste Thessalonicher 4.
[22:08] "Ich will euch aber, Brüder, nicht in Unwissenheit lassen über die Entschlafenen, damit ihr nicht traurig seid wie die anderen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrig bleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen. Denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erscheint, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken zur Begegnung mit dem Herrn in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein alle Zeit. So tröstet nun einander mit diesen Worten."
[22:52] Nun, Paulus hat damit nicht die Vorstellung, dass er nach seinem Tod direkt in den Himmel springt, sondern er wusste: Eines Tages wird Christus wiederkommen und dann werden die Toten auferstehen. Also, was meint er dann damit "in Christus"? "Hier ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn." Naja, wenn er dann stirbt, dann ist sozusagen das Leiden in dieser Zeit vorbei und er wird ruhen in Christus und eines Tages auferstehen.
[23:23] Das ist die Hoffnung, die Paulus hat. Mich verlangt danach aufzubrechen und bei Christus zu sein, sagte er.
[23:34] Nun, die Zeitspanne zwischen dem Tod und der Auferstehung würde Paulus gar nicht mitkriegen. Das heißt, würde Paulus sterben, in dem Moment, wo er das hier schreibt, würden wir wissen es heute, mehrere tausend Jahre, sozusagen, zumindestens 2000 Jahre Zwischenspanne. Für ihn keine Bedeutung haben. Er ist im kein Bewusstsein. Das nächste, was er also hören würde, wäre die Stimme Jesu, die aus dem Grab ruft. Und so kann er sagen: "Mich verlangt danach aufzubrechen, ich verlangt danach endlich bei Christus zu sein."
[24:01] Er sagt: "Die Einkommen in anderen nicht zuvor da ist niemand, der jetzt irgendwie schon in den Himmel gekommen ist und den anderen damit zuvorkommt." Er sagt: "Es wird ein Zeitpunkt geben, wo wir, die wir leben, verwandelt werden und die, die noch im Grab sind, auferstehen werden." Und so wird es als gleichzeitig sein. Die Auferstehung. Also, da springt jetzt keiner heute im Himmel, wenn er stirbt.
[24:23] Man kann es also einfach mit dem Text vergleichen, herausbekommen, was meinte Paulus und dann kann man seine Aussage hier auch einordnen.
[24:38] Nun, ich möchte etwas lesen in "Gute Nachricht für alle" von Ellen White, Seite 156.
[24:46] "So wird Gott auch die Verstorbenen durch Jesus mit ihm zusammen herausführen."
[24:52] Schrieb Paulus. Viele deuten diese Stelle so, als ob Christus die Entschlafenen mit sich vom Himmel heraufführen würde. Paulus meinte jedoch: So wie Christus von den Toten auferweckt wurde, so wird Gott die schlafenden Gläubigen aus ihren Gräbern herausrufen und sie zu sich in den Himmel nehmen. Welch ein großartiger Trost! Welch eine herrliche Hoffnung! Nicht nur für die gemeinen Thessalonicher, sondern für alle Christen, wo immer sie auch leben.
[25:18] Also auch ein White bestätigt noch einmal: Es ging hier nicht darum, dass Paulus sagt, die Toten werden jetzt irgendwie mit Christus mitgeführt in den Himmel, sondern eines Tages werden sie auferstehen. Also hier noch mal die Verdeutlichung von Ellen White.
[25:33] Dann noch ein weiterer Text, der oft angeführt wird, um zu sagen: Eigentlich sind die Toten nicht tot. Eigentlich leben die Toten.
[25:42] Da schauen wir uns mal an in erster Petrus, erster Petrus Kapitel 3 und dort die Verse 13 bis 20. 1. Petrus 3, 13 bis 20.
[26:01] "Petrus schreibt: Und wer wird euch Schaden zufügen, wenn ihr Nachahmer des Guten seid? Doch wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! Ihr droht aber, fürchtet nicht, und lasst euch nicht beunruhigen, sondern heiligt vielmehr Gott, den Herrn, in euren Herzen. Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und zwar mit Sanftmut und Ehrfurcht. Und bewahrt ein gutes Gewissen, damit die, welche euren guten Wandel in Christus verlästern, dann zuschanden werden, indem sie, worin sie euch als Übeltäter verleugnen mögen. Denn es ist besser, dass ihr für gutes Tun leidet, wenn das der Wille Gottes sein sollte, als wir Böses tun. Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führte. Und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist, in welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte, die vorzeiten sich weigerten zu glauben, als Gottes Langmut einstmals zuwartete in den Tagen Noahs, während die Arche zugerichtet wurde, in der wenige, nämlich acht Seelen, hindurch gerettet wurden durch das Wasser."
[27:13] Nun, wovon spricht Petrus hier? Also, erst gibt er gute Anweisungen, das ist besser für uns und gut ist, dass wir für gutes Tun leiden als für böse tun. Und dann macht er so einen Vergleich auf: Christus und sagte, so war es auch mit Christus. Er hat einmal gelitten für die vielen. Und dann sagte aber, dass er, Christus wurde getötet und er wurde lebendig gemacht durch den Geist. Und dann heißt es weiter: "In welchem er auch hinging und den Geistern im Gefängnis verkündigte."
[27:42] Welchen Geistern im Gefängnis Christus ging im Geistes? Also der Geist, der Christus lebendig gemacht hat, in diesem Geist ging Christus und verkündigte den Geistern im Gefängnis. Und fragt sich: Was sagt das? Also, was hat Christus eigentlich gemacht? Und hier kommt ja oft diese Geschichte: Naja, als Christus gestorben war, Freitag, ist er danach ins Totenreich und zwar Totenreich im Sinne von einem Ort, wo lauter lebende Tote sind, gegangen und hat dort gepredigt und hat den Menschen erklärt.
[28:13] Nun, ist das denkbar? Ich meine, Nummer, es ist ohne jetzt in irgendeine Bibelstelle hinein zu gucken, aber ist das denkbar, dass Christus gemacht hätte? Rein von der Logik müssen wir sagen, wenn wir alle Bibeltexte jetzt mal wegnehmen und sagen, es gibt so einen Ort, wo Tote lebendig sind und Christus dahin geht und in den Menschen das Evangelium verkündet. Also, sind lauter Menschen, die leiden, wieder reiche Lazarus in so einer Feuerflamme und Christus sagt: "Ich bin der Weg, Auferstehung, Leben. Wir haben nicht glaubt, wird ewiges Leben haben." Die Menschen hören das sagen: "Was machen wir? Wer würde sich denn entscheiden, in dieser Flamme zu sitzen, sitzen zu bleiben, anstatt Christus zu folgen?" Gerade, wenn diese Menschen wird geschrieben von der Zeit Noahs schon, seit 2000 Jahren leiden. Natürlich würden sie das Evangelium annehmen, wenn auch nicht aus Überzeugungen, zumindest als letzten Rettungsanker. Es wäre ziemlich unsinnig anzunehmen, dass Christus dort gepredigt hätte.
[29:12] Nun, was meint denn Petrus? Er ging im Geist hin, um den Geistern im Gefängnis zu verkündigen, die vorzeiten geglaubt nicht geglaubt haben. Und zudem hat er denn gesprochen, das sagt die Textstelle hier selber. Also, es ging um die Menschen, die in der Sinnflut umkamen. Und zudem hat er scheinbar im Geiste gesprochen, aber nicht als sie tot waren, sondern als sie noch lebendig waren. Dann wird er das gemacht. Nun, Noah, unter anderem, mitusalem und hier noch und wie sie heißen, haben damals gepredigt das Wort Gottes im Geiste des Herrn. Und durch diesen Geist hat Christus die Menschen damals angesprochen.
[29:51] Und so konnten die Menschen damals eine Entscheidung treffen: Wollen sie gerettet werden oder gehen sie verloren? Leider, leider, das sagt Petrus hier auch, wurden nur acht Menschen damals gerettet. Die Leute vor der Flut haben also Evangelium gehört und zwar von Christus, in dem Fall durch seinen Diener Noah, aber durch seinen Geist. Christus predigte durch seinen Geist zu den Menschen, die heute im Gefängnis sind, also die gefangen sind. Wo sind sie? Sie sind tot und da kommen sie nicht raus.
[30:21] Also, predigte damals den Geistern, die heute im Gefängnis sind, also die Gefangenen des Todes, den hat er in seinem Geistes Evangelium schon gebracht. Und sie haben damals eine Entscheidung treffen können. Alles andere wäre auch sehr, sehr seltsam.
[30:33] Vergleichen wir zum Beispiel Psalm 111, Vers 10. Da heißt es: "Ja, die Frucht, die Frucht, die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit." Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit. Nun sagt Sprüche 8, Vers 13: "Die Furcht des Herrn bedeutet, das Böse zu hassen." Das impliziert, dass der Anfang der Weisheit ist, das Böse zu hassen. Das ist die Furcht des Herrn. Der Anfang der Weisheit ist, das Böse zu hassen.
[31:13] Jetzt sagt die Bibel aber auch in diesem Text, haben wir vorhin schon gelesen, dass im Totenreich keine Weisheit mehr ist. Wenn Christus also irgendwelchen Toten gepredigt haben sollte und da ist keine Weisheit, wie könnten sie ihren Weg bestimmen und sagen: "Ich möchte das Böse lassen und ich möchte jetzt das Gute tun?" Es gibt ja gar keine Umkehr mehr im Totenreich. Es gibt keine Möglichkeit zu sagen: "Ich verlasse den bösen Weg und gehe den guten Weg." Denn sie können ohne Weisheit das Böse ja gar nicht hassen.
[31:40] Und so wäre also, würde man diesen Text so annehmen, dass Christus an irgendeinem Ort war, in einem fabelhaften Ort, an dem Tote doch leben und hätte zu den gepredigt, dann würde die ganze Bibel, das ganze Wort der Bibel damit kaputt gehen. Es würde seine Konsistenz verlieren.
[32:00] Christus hat mit Sicherheit keinen Toten gepredigt, nur geistlich Toten sozusagen, vor der Sintflut. Und es war ihre Chance damals gerettet zu werden, wenn sie denn auf Noah damals gehört hätten. Geht übrigens heute den Menschen auch noch so, genau wie damals.
[32:19] Nun, als Christus unter uns war, da hat er zu den Menschen gepredigt und wir sahen ihn im Körper. Da hat er gepredigt. Bevor Christus zur Welt kam, hat er auch gepredigt, aber durch seinen Geist, indem er zum Beispiel Propheten berufen hat oder Männer und Frauen, durch die er gesprochen hat oder die für ihn gesprochen haben, das Evangelium den Menschen gebracht haben. So auch nachher, nach seinem Himmelfahrt. Auch heute sind Menschen dort, die anderen von Christus erzählen und die reden in der Kraft seines Geistes zu den Menschen. Also, man kann sagen: Christus spricht durch seinen Geist zu den Menschen der heutigen Zeit, an den Benutzer ist eine Gemeinde und so auch dich und mich. Und das Evangelium weiterzugeben, damit auch die Menschen um uns rum die Möglichkeit haben, das Evangelium zu hören. Denn es wird am Ende sein wie zu Zeiten Noahs. Und da ist unsere Aufgabe auch begründet, den Menschen heute die Wahrheit des Evangeliums weiterzugeben.
[33:16] Nur einen letzten Vers möchte ich noch mit euch angucken und zwar Offenbarung 6. Und der wird auch manchmal herangezogen, um zu sagen: "Hier, Moment, die Toten leben eigentlich."
[33:24] Offenbarung 6, Vers 9 bis 11.
[33:32] "Da ist es: Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren, um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: 'Wie lange, o Herr, du heiliger und wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?' Und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben, und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auf ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollten."
[34:05] Was sehen wir denn hier? Das fünfte Siegel wird hier gebrochen. Und was wir sehen ist, dass hier scheinbar mehr Türer oder die Seelen der Märtyrer im Altar schreien und sagen: "Wann rächst du uns endlich?"
[34:18] Nun, wann war das hier also zeitlich? Und das einordnen, wir sind beim fünften Siegel. Also, die ersten vier Siegel sind vorbei und jetzt kommt das fünfte. Wir sind also irgendwas nach dem Mittelalter. Also die Zeit sozusagen von ähm des Fahnen Pferdes ist vorbei. Also das finstere Mittelalter ist rum und jetzt das fünfte Siegel geöffnet. Und man sagt, das scheint ganz viele Märtyrer zu geben zu einem dieser Zeit, des Mittelalters. Und die schreien jetzt am Fuß des Altars und sagen: "Wann rächst du uns endlich?"
[34:52] Wie muss man das einordnen? Wo befinden sich diese Menschen, die da zu Gott rufen? Und sie sind am Altar, am Fuß des Altars und dort rufen sie.
[35:03] Jetzt sagt aber Psalm 115, Vers 17: "Die Toten rühmen den Herrn nicht, keiner, der zum Schweigen hinabfährt." Und die Toten rühmen Gott nicht, keiner, der zum Schweigen hinabfährt. Es gibt da also keine, kein Rufen. Da ist Stille im Tod.
[35:23] Und wenn wir diese Texte vergleichen, müssen wir sagen, im widersprechen die sich. Die einen, die da tot sind und zwar um das Wort des Gottes Willen, hingeschlachtet worden sind als Märtyrer, gestorben sind, rufen hier am Fuß des Altars zu Gott. Der Psalm sagt: "Im Tode schweigen." Also, müssen wir uns überlegen, wie kann man das wieder zusammenführen?
[35:41] Nun, was wir hier sehen ist, dass die Bibel ganz besonders auch hier in Offenbarung eine bildliche Sprache verwendet. Also, es wird etwas dargestellt, etwas, ein Zusammenhang klar gemacht. Wir kennen das ja schon, dass da irgendjemand ruft, der eigentlich gar nicht rufen kann. Also, wenn wir zum Beispiel 1. Mose 4, Vers 10 uns angucken.
[36:01] Das war die Geschichte, als Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat. Und Gott adressiert jetzt Kain und sagt zu ihm: "Was hast du getan? Horch, die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden."
[36:22] Nun, muss man sich ja fragen, wer genau schreit? Schreit Abel dort? Oder vielmehr sein Blut schreit zu Gott? Nun, dass sein Blut nicht schreien konnte, das wird jeder von uns einordnen können. Also, eine Bildsprache. Also, was meint es? Das Blut von Abel schreit. Es heißt hier, ist sozusagen etwas ist Ungerechtigkeit widerfahren, die noch nicht über die noch kein Urteil gefällt wurde. Hier wurde noch nicht Recht gesprochen. Und so benutzt Gott diese Metapher und sagt: "Das Blut deines Bruders schreit zu mir, bei der Unrecht widerfahren ist und auch keine Rechtsspruch stattfand."
[37:02] Genau das gleiche finden wir in Offenbarung 6. Ungerechtigkeit fand hier statt. Vier sind gestorben, aber es gab noch kein Urteilsspruch. Also, es wurde noch nicht Recht gesprochen. Und deswegen sozusagen diese Metapher von, so wie das Blut Abels geschrieben hat, so auch hier die Seelen derer, die hingeschlachtet worden sind, schreien und rufen am Altar.
[37:24] Interessant ist auch, dass in Offenbarung 6 heißt es: "Ihr sollt noch weiter ruhen, bis auch eure Mitknechte umgebracht werden, getötet werden." Also, Gott sagt selber hier: "Ihr sollt ruhen." Also, da war wir hören von rufen und schreien und klagen, aber Gott sagt: "Ihr sollt noch ruhen."
[37:42] Also, es ist all diese Zeit der Ruhe. Sie sind tot. Und es wird hier sehr, sehr deutlich. Also, hier wird ein Bild gebraucht für etwas, für all die Menschen, die damals gestorben sind, vermutlich die ganzen Märtyrer hier im Mittelalter. Es zeigt zurück auf die Zeit des Mittelalters, die Leute da gestorben sind. Ihnen wurde noch nicht, noch nicht Gerechtigkeit widerfahren. Diese Gerechtigkeit wird eines Tages kommen, im großen Gericht. Da wird Gott dann Recht sprechen und wird auch Recht sprechen für die ganzen Märtyrer des Mittelalters. Dann werden sie Gerechtigkeit erfahren. Aber ist noch nicht der Zeitpunkt, denn im fünften Siegel war noch nicht die Zeit des Gerichts angebrochen. Die kommt dann am Ende erst, bei der siebten Gemeinde Laodizea, folgt des Gerichts. Dort dann Recht gesprochen. Dort werden dann diese Märtyrer auch seit 1844 von Gott freigesprochen. Dort erfahren sie dann Gerechtigkeit.
[38:37] Und hier heißt es: "Ihr müsst noch etwas ruhen, denn es müssen noch andere getötet werden." Das zeigt einfach, dass die Zeit noch nicht zu Ende ist. Wartet noch ab.
[38:43] Dann passiert was. Die Menschen waren natürlich nicht bei Bewusstsein. Es war nur ein Symbol für diese Menschen, so wie das Blut von Abel.
[38:54] Endlich will ich sozusagen noch ein Gleichnis von Ellen White oder ein Zitat von Ellen White euch zeigen, dass in "Erziehung" seit 256 finden.
[39:04] Da motiviert sie so ein bisschen und spricht eben über diese Märtyrer auf das Mittelalter gestorben sind und motiviert uns ein bisschen, den gleichen Weg zu gehen. Das heißt, hier "Erziehung" seit 256, 5. Absatz.
[39:15] Und auch über die Berichte der Bibel hinaus lassen sich solche Beispiele finden: Die Waldenser und Hugenotten, Wycliff und Hus, Hieronymus von Prag und Luther, Kndale und Knox, Zinzendorf und Wesley, sowie unzählige andere haben durch ihr Verhalten Zeugnis abgelegt für die Wahrheit des Wortes Gottes. Sie alle waren treue Zeugen in ihrer Zeit, und wir sind dazu berufen, diese Reihe fortzusetzen.
[39:47] Eigentlich fantastisch, schreibt die großen Reformatoren auf, aber auch zum Beispiel die Waldenser und die Hugenotten. Und sagt, das alles war Volk Gottes. Die waren Zeugen ihrer Zeit. Und heute ist eure Zeit, eure Generation, und ihr seid dazu berufen, diese Reihe fortzusetzen.
[40:03] Wird nicht schön zu hören, dass du eingereiht wirst in die Reihe von Knox und Zinzendorf und Luther, von den Waldensern und Hugenotten. Du gehörst zum Volk Gottes heute in dieser Zeit. Und heute in dieser Zeit sollst du ein Zeugnis sein. Sollst die Menschen zeigen, dass in Christus die Wahrheit ist und in Christus das Leben.
[40:25] Nun, gerade über dieses Thema Tod und Auferstehung, gerade darüber gibt es heute so viel Zweifel. Aber die Bibel ist sehr eindeutig, wenn man die großen und Stellen der Bibel sich anschaut, was über den Tod schreibt. Und was haben wir den letzten Wochen ja schon gemacht und das vergleichen mit den wenigen Texten, die schwer zu verstehen sind. Dann können wir diese Texte in die richtige Ordnung bringen, bis alles ein harmonisches Bild ergibt. Und so eben auch bei denen, die wir heute beispielhaft uns angeguckt haben.
[40:55] Und ich hoffe, es konnte euch ein bisschen helfen. Ihr seid gesegnet, solche Studium über diese schwierigen Textstellen hat viele neue Dinge erfahren. Darüber könnt ihr euch dann austauschen am Sabbat miteinander, ins Gespräch kommen und hoffentlich noch ein paar neue Dinge lernen. Denn gerade über diese Textstellen ist es gut, sich immer wieder auszutauschen, mehr zu lernen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.
[41:14] Wollen wir noch zum Abschluss gemeinsam reden. Also, lieber Vater im Himmel, wir möchten dir dafür danken, dass dein Wort Konsistenz hat. Möchten wir danken dafür, dass du dich nicht widersprichst in deiner Bibel, sondern es manchmal uns liegt, dass wir Dinge falsch einordnen. Wir möchten dich bitten, Herr, dass du uns Verständnis gibst, dass wir schwierige Texte im richtigen Licht sehen können. Bitte hilf uns da, wo wir Widersprüche an, dass wir doch durch dein Wort dort Aufklärung finden. Und dass wir erkennen können, Herr, wie wunderbar dein Heilsplan ist, wie wunderbar deine Evangelium ist. Und wir danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[41:54] Ihr Lieben, Dank, dass wir zusammen studieren konnten. Daraus macht viel Freude, sich auch über dieses Thema auszutauschen, auch gerade wie schwierigen Textstellen. Und herzliche Einladung beim nächsten Mal dann wieder.
[42:02] Einladung beim nächsten Mal dann wieder dabei zu sein. Gottes Segen euch, bis bald.