[0:35] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wir möchten ganz herzlich auch alle Zuschauer auf dem Sender Das Wort begrüßen zur vorletzten Folge unserer Serie mit dem Titel „Jesus im Johannesevangelium“.
[0:56] Und heute haben wir ein ganz besonderes Thema: Es geht um die beiden Ereignisse, die letztlich das Zentrum unseres gesamten Glaubens bilden. Es geht um das Kreuz und die Auferstehung. Diese beiden Ereignisse im Leben von Jesus beweisen, dass Gott recht hat. Sie erlösen uns. Sie führen dazu, dass der große Kampf entschieden wird, und sie sind für jeden von uns im Alltag der Anker, der Halt.
[1:40] Mit unserem Studium wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 21. Dezember, und der Titel unseres Studiums lautet: „Die Stunde der Herrlichkeit: Das Kreuz und die Auferstehung“. Ohne jeden Zweifel sind diese beiden Geschehnisse, diese beiden Ereignisse von einer unfassbar tiefen Bedeutung, und jeder von uns kann ständig mehr darüber lernen.
[2:11] Uns ist geraten worden, dass wir uns jeden Tag mit dieser Thematik beschäftigen, und ich denke, vielleicht geht es dir so wie mir, dass wir das mitunter zu wenig tun. Wir möchten jetzt Gott einladen, dass er durch seinen Heiligen Geist göttliches Licht auf diese Themen, diese Ereignisse wirft, dass wir darin die Schönheit und die Kraft des Evangeliums sehen und dass wir nicht nur heute mehr über das Kreuz und die Auferstehung verstehen, sondern dazu angeregt werden, das auch zu unserem täglichen Studium zu machen, damit wir durch das Anschauen gerettet und verwandelt werden. Wollen wir gemeinsam Gott darum bitten?
[2:57] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben, das zu uns spricht, und danke, dass du für uns da bist, auch wenn uns die Alltagssorgen manchmal überwältigen möchten. Danke, dass die Botschaft vom Kreuz, von der Auferstehung ein Anker sind für unsere Seelen. Danke, dass du jetzt zu uns reden möchtest. Wir möchten still werden. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist unser Herz erfüllst, dass wir vor deinem Wort zittern und erleben dürfen, dass wir keine Angst haben müssen in deiner Gegenwart, sondern dass dein Wort uns die ganze Größe, die ganze Majestät und die Weite deines Charakters zeigt, dass wir erkennen, dass wir in deiner Gegenwart Rettung finden. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt unser Lehrer bist und dass wir das, was wir lesen, wirklich so verstehen, dass wir in unserem persönlichen Glaubensleben verwandelt, transformiert werden und dass wir mit dir gemeinsam durch den Alltag gehen. Das möchten wir uns, das wünschen wir uns von ganzem Herzen, und danken dir dafür, dass du es uns versprochen hast, dass es durch deine Gnade möglich ist. Das wollen wir in Anspruch nehmen im Namen Jesu. Amen.
[4:33] Wir beginnen unser Studium heute in Johannes Kapitel 18. Wir werden hier nicht ausführlich alle verschiedenen Ereignisse im Zusammenhang der Kreuzigung uns detailliert anschauen, sondern nur einige Verse in den Fokus rücken und daraus besondere Dinge für uns heute lernen. Wer sich dafür interessiert, wie die gesamte Gefangennahme, das Verhör, die Verurteilung und auch die Kreuzigung chronologisch vonstatten ging, der sei auf die letzten Folgen unserer Serie davor über das Markusevangelium, die Spezialserie, verwiesen, wo wir das alles ausführlich auch angeschaut und in den Sendemanuskripten notiert haben. Wir sind jetzt in Johannes 18 und betrachten einige Verse.
[5:25] Als Jesus von den Priestern, wo er intern schon verhört worden ist, zu Pontius Pilatus gebracht worden ist, dem römischen Prokurator über Judäa, wo er nun die offizielle, rechtlich bindende Verurteilung, so hoffen es die Obersten der Juden, erhalten soll. Sie bringen ihn ins Prätorium. Sie betreten es selbst nicht, weil sie noch am Abend das Passah essen möchten und sich nicht verunreinigen wollen, wie es in Vers 28 heißt.
[5:57] Pilatus wird geweckt. Er muss jetzt früh raus. Er hat ganz offensichtlich keine besondere Freude, jetzt diesen Fall hier anzunehmen. Er scheint Jesus auch zunächst einmal nicht besonders gut zu kennen und hat keinerlei Intention, sich jetzt hier besonders für ihn einzusetzen. Doch die Worte der Obersten in den Versen 30 und 31, die zeigen dem Pontius Pilatus, dass hier die ganze Sache etwas merkwürdig ist. Die Obersten geben nicht so richtig einen vernünftigen Grund an und behaupten nur: „Na, wenn es keinen Grund gäbe, hätten wir ihn nicht zu dir gebracht.“ Und Pontius Pilatus ist auf jeden Fall erstaunt und möchte jetzt Jesus selbst besser kennenlernen.
[7:00] Wir beginnen dort in Vers 33. Nachdem, wie gesagt, die Obersten ihn beauftragt haben, jetzt diesen Fall anzunehmen, weil sie diesen vermeintlich schon Verurteilten oder als Übeltäter feststehenden Jesus jetzt ihm zum Todesurteil übergeben haben, möchte Pilatus selbst wissen, wer dieser Jesus ist. Vielleicht geht es dir manchmal auch so, dass es dir auch so gegangen ist in deinem Leben. Es gibt Menschen, die haben schon ihr Urteil über Jesus gefällt. In dieser Welt gibt es viele Menschen, die stecken Jesus in eine Schublade, aber was Gott sucht, sind Menschen, die sich selbst ein Bild von Jesus machen, die ihn selbst fragen.
[7:38] Vers 33: „Nun ging Pilatus wieder ins Prätorium hinein und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König der Juden?“ Was für eine interessante Frage!
[7:53] Die Obersten hatten ja letztlich behauptet, dass er sich als König ausgegeben habe und deswegen eine politische Gefahr für das römische Reich darstelle. Das wird deutlich, wenn man Johannes 19 liest, in Vers 12. Da heißt es: „Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrien und sprachen: Wenn du diesen freilässt, so bist du kein Freund des Kaisers; denn wer sich selbst zum König macht, der stellt sich gegen den Kaiser.“ Das Argument der Obersten war: Jesus macht sich zum König der Juden und ist deswegen in Opposition, in Rebellion gegen das römische Kaiserreich.
[8:43] Pilatus stellt also jetzt diese Frage: „Bist du der König der Juden?“, bezogen letztlich auf die Falschdarstellung der Obersten. Dennoch trifft diese Frage ja eigentlich einen ganz korrekten biblischen Punkt, denn Jesus ist im eigentlichen biblischen Sinne ja der König der Juden. Er ist tatsächlich der Messias, auf den man seit Jahrhunderten gewartet hatte. Die Frage ist also interessant: „Bist du der König der Juden?“
[9:24] Von dem, was Pilatus bisher mitbekommen hat von den Obersten, ist er unter einem falschen Eindruck, was dieser König der Juden darstellen sollte. Und doch zielt die Frage eigentlich auf eine biblisch richtige, auf ein biblisch richtiges Konzept, auf die Hoffnung, die im Alten Testament überall zu finden ist.
[9:44] Vers 34: „Jesus antwortete ihm: Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt?“ Wir sehen jetzt, dass Jesus die Spannung in dieser Frage, die dort eigentlich drinsteckt, die dem Pilatus gar nicht bewusst gewesen sein dürfte, dass Jesus diese Spannung jetzt aufgreift und ihm diese beiden Optionen präsentiert.
[10:21] Mit anderen Worten: Gibst du nur das wieder, was die Obersten gesagt haben, dann wirst du eine falsche Vorstellung von dem Königreich haben, und dann wäre die Antwort in diesem Sinne „Nein“. Denn so wie die Obersten Jesus darstellen wollten, als ein Aufrührer, der jetzt mit Waffengewalt eine Gefahr für das römische Kaiserreich darstellen würde – auf so eine Art und Weise ist Jesus nicht der König der Juden.
[10:55] Aber wenn man, wie Jesus hier sagt, „von dir selbst aus“, wenn man von sich selbst aus sich für Jesus interessiert, dann ist es möglich, zu einer eigenständigen, richtigen Erkenntnis über Jesu Königtum zu gelangen. Interessierst du dich für Jesus, oder gibst du nur das wieder, was andere über ihn gesagt haben?
[11:19] Die Frage von Jesus: „Redest du das von dir selbst aus, oder haben es dir andere von mir gesagt?“, ist eine Frage, die uns alle trifft. Sagen wir das, was wir über Jesus sagen, erst einmal unabhängig davon, ob es etwas Positives oder etwas Negatives ist? Sagen wir das, was wir über Jesus behaupten, sagen wir es, weil wir von anderen einfach etwas übernommen haben, was andere gesagt haben, oder sagen wir es, weil wir aufgrund von persönlichem Interesse uns mit Jesus beschäftigt haben? Sagst du die Dinge, die du über Jesus sagst, weil du Jesus kennengelernt hast, oder weil du einfach Dinge von anderen, die scheinbar mehr wussten, einfach blind übernommen hast?
[12:11] Wollen wir uns heute vornehmen, uns persönlich mit Jesus zu beschäftigen und ihm zu folgen?
[12:17] Vers 35: „Pilatus antwortete: Bin ich denn ein Jude? Dein Volk und die obersten Priester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?“ Pilatus distanziert sich von allen innerjüdischen Konflikten. Er sagt: „Damit habe ich nichts zu tun, das ist nicht meine Sache.“ Und mit der Ungeduld eines Beamten, der eigentlich kein wirklich echtes Interesse an der Sache so richtig aufbringen möchte, fragt er: „Was hast du getan?“ Er fragt nicht: „Hast du etwas getan?“, sondern: „Was hast du getan?“
[12:55] Interessant ist, dass diese Frage „Was hast du getan?“ wie ein Echo aus den frühen Tagen der Menschheit hinüberzuklingen scheint. In 1. Mose 4 finden wir dieselbe Frage noch einmal, als es Jesus ist, er selbst, der in Vers 10 sagt: „Er aber sprach zu Kain: Was hast du getan? Horch! Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden!“
[13:49] Jesus wusste alles. Er war der Richter und König der ganzen Welt. Er schaut auf Kain. Er ist als der Schöpfer, er kennt sein Herz, er weiß alles, was geschehen ist, und er schaut auf diesen Mörder und fragt ihn: „Was hast du getan?“
[14:15] In Johannes 18 ist alles umgedreht. Hier ist es nicht der sündlose Richter der Welt, der den Mörder konfrontiert und sagt: „Was hast du getan?“, sondern hier ist es der Mörder. Denn wir wissen aus anderen Bibelstellen, wie zum Beispiel in Lukas 13 Vers 1, dass Pilatus Menschen zum Teil grundlos umgebracht hat, hat umbringen lassen. Hier fragt jetzt der Mörder den sündlosen Jesus, den König der Welt, den König der Könige, besser gesagt: „Was hast du getan?“ Es klingt fast wie eine direkte Provokation, mit der der Satan Jesus aus der Fassung bringen will, aber Jesus antwortet nicht auf diese vom Satan so frech umgedrehte Frage.
[15:19] Stattdessen antwortet er auf die erste Frage: „Bist du der König der Juden?“
[15:25] Vers 36: „Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.“ Jesus antwortet auf die Frage, die Pilatus gestellt hat: „Bist du der König der Juden?“, und die Antwort ist klar und deutlich. Er sagt: „Ich bin ein König, aber nicht in dieser Welt.“
[15:55] Er ist zwar Herrscher über das gesamte Universum, er ist König der Könige, er ist Schöpfer dieser Welt und letztlich auch derjenige, der im letzten, ultimativen Sinne über diese ganze Erde die Regierung letztlich hat. Er ist der Herrscher über alle Völker, aber sein Königtum ist nicht von dieser Welt. Es ist nicht weltlich, es wird nicht nach den Maßstäben dieser Welt regiert.
[16:30] Sein Königtum ist so ganz anders als alles, was Pilatus unter politisch-militärischen Königreichen kennt. Jesus macht deutlich, dass sein Königreich mit den politischen und militärischen Maßstäben dieser Welt nicht gemessen werden kann. Und die Andersartigkeit seines Königreiches, des wahren Königreiches, lässt sich daran erkennen, dass die Jünger Jesu auch nicht mit den Waffen dieser Welt das Königreich Gottes verteidigen.
[17:00] Als Petrus das versucht hat, wir erinnern uns im Garten Getsemani, als er das Schwert gezogen hat, um mit den Waffen der Welt, um militärisch mit Gewalt das Königreich Gottes zu verteidigen, hat Jesus sofort Einhalt geboten, hat ihm das gewehrt und hat sogar noch den Schaden, den er angerichtet hat, sogleich gut gemacht. Jesus möchte nicht, dass wir sein Königreich mit den Waffen dieser Welt, mit der Politik und dem Militär verteidigen. Er möchte nicht, dass wir das Evangelium mit weltlicher Politik vermischen.
[17:41] Wo immer das geschieht, sei es in den Tagen von Konstantin im vierten Jahrhundert, sei es in den Tagen des Hochmittelalters oder sei es in unseren heutigen Tagen, wenn wir zum Beispiel in die Vereinigten Staaten von Amerika schauen – wo immer Christen versuchen, mit der Politik ihre Interpretation der Bibel durchzusetzen, hat das mit Jesu Königreich nichts zu tun. Nur noch der Name Jesus ist identisch, aber das Königreich, das Jesus selbst regiert, das Königreich, das er hier repräsentiert, das kann nicht durch politische, militärische Mittel verteidigt werden. Und ich glaube, wir haben heute sehr viel für uns persönlich daraus zu lernen.
[18:46] Er sagt weiter, es geht weiter in Vers 37: „Da sprach Pilatus zu ihm: So bist du also ein König?“ Also Pilatus fragt jetzt nach, sein Interesse ist geweckt. Jesus hat deutlich: „Ich bin ein König, aber nicht von dieser Welt.“ Also fragt Pilatus: „Okay, was für eine Art von König bist du denn? Bist du also ein König?“ Jesus antwortet: „Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.“
[19:29] Jesus ist der König der Wahrheit. Er ist nicht der König von Rom und auch nicht der König von Judäa, nicht der König von Persien oder China, sondern er ist der König der Wahrheit. Und deswegen ist sein Königreich nicht auf einzelne ethnische Gruppen beschränkt, nicht auf einzelne geografische Territorien eingeschränkt. Sein Königreich gilt für jeden, der sich für die Wahrheit interessiert. Deswegen sagt Jesus, dass jeder, der aus der Wahrheit ist, seine Stimme hört.
[20:10] Die Frage ist: Wenn du wissen möchtest, gehöre ich zum Reich Gottes? Die Frage ist: Interessierst du dich für die Wahrheit? Denn wer der Wahrheit folgen möchte und wer der Wahrheit folgt, so wie sie ihm sich offenbart, der gehört zum Reich Gottes, zum Reich von Jesus.
[20:43] Als Jesus dem Pilatus deutlich macht: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme“, sagt er mit anderen Worten, dass es vollkommen egal ist, ob man Römer oder Judäer ist. Jeder, der auf die Stimme Jesu hört, kann Teil dieses Königreiches werden. Das ist die Einladung, die der gefangene Jesus dem Prokurator Pontius Pilatus hier macht.
[21:18] Nach menschlichen Augen ist Pilatus der Repräsentant Roms und damit mit einer unfassbaren Vollmacht ausgestattet, kann mit Jesus tun und lassen, was er will. Aber Jesus, der gefangene Zimmermann aus Nazareth, der selbst von seinem eigenen Volk, den Obersten, verachtet wird, bietet Pontius Pilatus sein Königreich an, bietet ihm eine Teilhabe an diesem Königreich an, bietet ihm an, Teil sein zu dürfen am Reich Gottes.
[22:04] Jesus ist nicht bitter auf seinen Richter. Er weiß, dass es dieser Pontius Pilatus sein wird, der ihn in Kürze quälen lassen wird, foltern lassen wird, geißeln lassen wird und kurz darauf ihn töten lassen wird. Jesus weiß das, aber ist nicht bitter auf den, der ihn gleich verfolgen wird, und das noch ohne Grund. Er möchte ihn zum ewigen Leben führen.
[22:33] Er hatte in der Bergpredigt gesagt, in Matthäus Kapitel 5, Vers 43 bis 48: „Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet die, die euch fluchen, und tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“
[23:21] Jesus bietet seinem Richter, Verfolger, baldigen Mörder das ewige Leben an. „Liebt eure Feinde.“ Jesus macht uns das in Johannes 18 sehr deutlich.
[23:48] Johannes 18, Vers 38: „Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit? Und nachdem er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und sprach zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.“ Pilatus ist nun überzeugt, dass Jesus unschuldig ist, aber er hat kein tieferes Verlangen nach dem ihm angebotenen Königreich der Wahrheit.
[24:10] Ihm reicht das Königreich der Römer, und die Überzeugung, dass Jesus nichts Böses getan habe, und er glaubt, dass das ausreichend wäre, um weiter ein gutes Leben zu leben. Aber er täuscht sich. Es reicht nicht aus, an sich eine gute Meinung von Jesus zu haben und ansonsten zufrieden zu sein mit dem eigenen Königreich.
[24:37] Wir werden nicht gerettet, wenn wir lediglich nichts gegen Jesus haben, sondern wir müssen uns aktiv für Jesus und für das Königreich der Wahrheit interessieren. Pilatus hört die Stimme Jesu, aber ist nicht bereit, wirklich hinzuhören. Er hört die Worte, dass jeder, der aus der Wahrheit ist, seine Stimme hört, aber als der Geist Gottes an seinem Herzen wirkt, relativiert er das, was Jesus gesagt hat, mit der so philosophisch klingenden Frage: „Was ist Wahrheit?“ Und stellt damit die Existenz des Königreiches Jesu in Frage.
[25:23] Denn Jesus hatte gesagt, dass er ein König für die Wahrheit ist, dass er gekommen ist, um der Wahrheit Zeugnis zu geben, dass die Wahrheit das definierende Charakteristikum dieses Königreiches ist. Indem Pontius Pilatus sagt: „Was ist Wahrheit?“, stellt er in gewisser Weise in Frage, dass es dieses Königreich eigentlich so geben könne.
[26:02] Wenn wir die Stimme Jesu hören, lasst uns die goldene Gelegenheit nicht verpassen. Lasst uns hinhören und annehmen, was Jesus zu uns sagt. Das möchte ich für mich persönlich neu entscheiden. Du auch?
[26:19] Vers 39: Pilatus ist hinausgegangen. Er hat den Juden, den Obersten der Juden, deutlich gesagt: „Ich finde keine Schuld an ihm.“ Er müsste ihn jetzt eigentlich freilassen, aber das tut er noch nicht.
[26:34] Vers 39 sagt: „Ihr habt aber eine Gewohnheit, dass ich euch am Passahfest einen freigebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freigebe?“ Er hätte Jesus einfach so freilassen müssen, denn Jesus war ein unbescholtener, sündloser Mensch. Er hat absolut nichts auf dem Kerbholz, keinen Grund, ihn nur eine einzige Minute länger gefangen zu halten. Stattdessen versucht Pilatus jetzt einen politischen Trick. Er möchte eine beliebte Institution dazu gebrauchen, Jesus freizulassen, ohne dass er sich jetzt direkt mit den Obersten der Juden verscherzt.
[27:21] Aber beim Passahfest wird eben einer freigegeben, der gefangen gewesen ist. Ihn jetzt freizulassen aufgrund dieser Gewohnheit würde implizieren, dass Jesus eigentlich zurecht gefangen gewesen ist und allein aufgrund der Gnade des Pontius Pilatus freigelassen worden ist. Aber Jesus sollte nicht frei sein aufgrund der Gnade des Pontius Pilatus, sondern er sollte frei sein, weil er nichts getan hatte. Ein großer Unterschied, ob man jemand freilässt, weil er unschuldig ist, oder ob man jemand freilässt, weil er begnadigt worden ist.
[27:58] Pilatus dachte: „Am Ende kommt das aufs Gleiche raus“, aber es kam nicht auf dasselbe raus, weil es zwei völlig verschiedene Dinge waren. Interessant ist, dass die Frage in Vers 39 impliziert, dass Pilatus tatsächlich Jesus als den König der Juden sieht. Er bezeichnet ihn also im Grunde genommen korrekt als den König der Juden, und er hat doch eine gute Intention. Er möchte ihn ja letztendlich freilassen, aber interessiert sich nicht persönlich für das Angebot von Jesus. Deswegen haben seine Bemühungen, etwas Gutes hier zu tun, keine Kraft.
[28:34] etwas Gutes hier zu tun, keine Kraft. Wie oft haben wir vielleicht die Bemühung, für jemanden etwas Gutes zu tun, etwas Gutes zu wollen, aber da ist keine Kraft in unseren Bemühungen, weil wir uns nicht persönlich für Jesus interessieren. Wer einfach nur in Anführungsstrichen etwas Gutes tun will, ohne ein Interesse am Reich Gottes, wird damit nicht viel erreichen können. Pilatus hat nicht erreicht. Im Gegenteil, Vers 40: Das schrien sie wieder alle und sprachen: „Nicht diesen, sondern Barabbas!“ Barabbas aber war ein Mörder. Jetzt hatte sich Pilatus in seiner eigenen Schlinge gefangen, denn indem er eine Wahl stellte, konnte jetzt der Satan die Menschen dazu inspirieren, den Mörder zu wählen und nicht Jesus.
[29:32] Kapitel 19, Vers 1: „Darauf nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln.“ Pilatus macht weiter auf dem krummen Weg der Kompromisse. Er denkt sich: „Na ja, vielleicht reicht es ja, wenn ich Jesus quäle, dann kann ich ihn ja später noch freilassen. Vielleicht sind die Obersten zufrieden, wenn er einfach blutet.“ Aber dieser Kompromiss scheitert ebenfalls tragisch, wie wir wissen. Jesus hatte nichts verdient, weder die Gefangennahme noch die Geißelung. Vers 2: „Und die Kriegsknechte flochten eine Krone aus Dornen, setzten sie ihm auf das Haupt und legten ihm einen Purpurmantel um und sprachen: „Sei gegrüßt, du König der Juden!“ Und schlugen ihn ins Gesicht.“ Pilatus war in das Prätorium zurückgekommen und hatte Jesus gefragt: „Bist du der König der Juden?“ Wir haben gesehen, dass das Gespräch sich letztlich um diese Frage kreiste, auch wenn Pilatus ab und zu andere Dinge gesagt hatte, wie in Vers 35. Aber letztlich hatte Jesus versucht, ihm zu erklären: „Ja, ich bin der König der Wahrheit.“ Und Pilatus hat das nicht wirklich für sich persönlich in Anspruch nehmen wollen. Aber er war davon überzeugt, dass zu einem gewissen Grad Jesus tatsächlich der König der Juden sei. Er hat ihn ja so in Vers 39 bezeichnet. Und obwohl er ihn so korrekt bezeichnet hat, führt jetzt die Tatsache, dass er trotzdem die Ansprüche Jesu nicht für sich akzeptiert, es führt dazu, dass seine eigenen Untergebenen jetzt genau diesen Titel „König der Juden“ nehmen und zum Anlass nehmen, um Jesus brutal zu foltern und zu verspotten. Die Schlussfolgerung von Pilatus war nur theoretischer Natur, ohne echte Bekehrung, und deswegen schützt er jetzt Jesus auch nicht davor, dass diese Schlussfolgerung jetzt gegen Jesus ausgelegt wird. Jesus wird als König der Juden verspottet, geschlagen, angespuckt, gefoltert.
[31:40] Vers 4: „Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: „Seht, ich führe ihn zu euch hinaus, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde.““ Pilatus möchte, dass die anderen seinem Urteil zustimmen. Aber das ist nicht notwendig, das ist gar nicht gefordert. Er allein kann entscheiden, und er ziert sich. Er hätte Jesus zu jedem Zeitpunkt als unschuldig befinden können und einfach freilassen müssen. Aber die Meinung des Volkes und der Obersten sind ihm zu wichtig. Seine eigene Reputation ist ihm wichtiger als die pure Wahrheit, und deswegen hört er nicht auf die Stimme Jesu, weil ihm die Wahrheit nicht so wichtig ist wie seine eigene Position vor den Menschen.
[32:28] Und ich frage, lieber Freund, liebe Freundin, an mich und an dich: Wie wichtig ist uns die Wahrheit, und wie wichtig ist uns unsere Reputation in den Augen von Sündern? Vers 5: „Nun kam Jesus heraus und trug die Dornenkrone und den Purpurmantel. Und er spricht zu ihnen: „Seht, welch ein Mensch!““ Interessanterweise ist es der römische Prokurator, der bis zu diesem Tag keinerlei Interesse an dem, an dem, an dem Glauben des Alten Testamentes in irgendeiner Weise gezeigt hatte, der jetzt die Juden auffordert, auf ihren Messias zu schauen, auf den sie seit Jahrhunderten gewartet haben. Er fordert sie auf, auf den Erlöser zu schauen, der gerade für sie leidet und ihre Sünden auf sich trägt, so wie Johannes 1, Vers 29 sagt, als Johannes der Täufer ausrief: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!“, der sie selbst auf sich nimmt, wie schon in Jesaja 53 steht, dass alle unsere ähm Schuld, all unsere Missetat, unsere Sünden auf Jesus geworfen worden sind. Hier schauen jetzt Menschen auf Befehl des römischen Prokurators auf Jesus. Sie sehen den Erlöser der Welt leiden für ihre Sünden, und sie haben keinen Nutzen davon, denn sie glauben es nicht. Sie sehen Jesus physisch, sie schauen auf ihn, und werden doch nicht verwandelt, nicht gerettet, nicht gerechtfertigt. Ihnen wird nicht vergeben. Sie haben keinen Nutzen davon, obwohl sie Jesus blutend sehen.
[34:45] Hebräer 12, und dort Vers 1 heißt es: „Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und er sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Preist den Herrn! Wir können auf Jesus schauen im Glauben. Dafür bin ich dankbar, du auch? Dass wir auf Jesus im Glauben schauen können, nicht auf Befehl eines römischen Prokurators, dass wir einfach nur physisch ihn sehen, sondern dass wir im Glauben sehen, was er für uns getan hat, dass wir von ihm lernen, dass wir ihn als Erlöser annehmen, dass wir glauben, dass er, der dort gelitten hat, dass er, der dort am Kreuz gestorben ist, dass er meine Sünden getragen hat.
[35:55] Ist das nicht eine gute Nachricht für dich heute? Menschen werden nicht gerettet, weil sie jemand zwingt, auf Jesus zu schauen, sondern Menschen werden gerettet, weil sie freiwillig aus Glauben auf Jesus schauen, als ihren Erlöser, als ihr Vorbild, als der, der die Schande für nichts achtete, weil er gesehen hat, dass er einmal diese Freude haben wird, dass du und ich bei ihm sein können.
[36:31] Und indem wir auf Jesus schauen, so wie die Israeliten in der Wüste damals, als die Schlange erhöht worden ist, so sagt Jesus in Johannes 3, Vers 14 bis 16. Wir haben es öfter schon gelesen hier: „Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der in ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt – nicht der ihn physisch sieht, sondern der hinblickt auf Jesus im Glauben – damit jeder, der ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Lieber Freund, liebe Freundin, Jesus ist für dich und für mich gestorben. Und das wollen wir auch heute erneut in Anspruch nehmen. Das möchte ich für mich persönlich erneut heute in Anspruch nehmen und daran festhalten, es nicht aufgeben und wissen, dass durch seinen Tod am Kreuz ich ewiges Leben haben darf. Möchtest du das auch festhalten?
[37:49] Als Jesus am Kreuz hing, dann berichtet uns Johannes 19, dass kurz vor seinem Tod er noch eine Angelegenheit zu klären hatte. In Johannes 19, ab Vers 25 lesen wir: „Es stand aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: „Frau, sieh, dein Sohn!“ Darauf spricht er zu dem Jünger: „Sieh, deine Mutter!“ Und von der Stunde nahm sie der Jünger zu sich.“ Eine der letzten Taten von Jesus am Kreuz: Er kümmert sich um seine verwitwete Mutter. Interessanterweise gibt er sie nicht in die Obhut von einem seiner älteren, sogenannten Brüder. In der Bibel werden sie als Brüder bezeichnet. Man müsste das eigentlich in Anführungsstriche setzen, denn es waren Söhne des bereits verstorbenen Josef, die dieser als Witwer in die, offensichtlich in die dann neue Ehe mit der Maria, mitgebracht hatte. Aber da Jesus ja auch nicht genetisch in irgendeiner Weise mit Josef verwandt war, waren es sozusagen seine Stiefbrüder. Aber diese Stiefbrüder hatten Maria ja jahrzehntelang bei Maria gelebt und waren wohl auch aufgewachsen mit ihr. Aber Jesus vertraut Maria nicht seinen Stiefbrüdern an, die Maria eigentlich sehr gut kannten. Es war Johannes, der Jesus am nächsten stand und nun auch von ihm diese besondere Aufgabe erhielt: die Mutter von Jesus zu versorgen. Die Aufgabe, die Jesus als Mensch jetzt kurz vor seinem Tod noch besonders wichtig war, denn sonst hatte Maria ja dann niemanden. Er übertrug diese Aufgabe sozusagen einem seiner besten Freunde hier auf der Erde. Interessanterweise erhält dieser Auftrag einer seiner Jünger, der eigentlich auch dazu beauftragt ist, das Evangelium in die Welt zu tragen. Und dieser Missionsauftrag wird hier auch an keiner Stelle abgemildert, gemindert oder irgendwie zurückgesetzt. In Jesu Augen kann man sich also sozial auch mit Verantwortung für einen bedürftigen Menschen einsetzen und trotzdem den Missionsauftrag an die ganze Welt nicht vernachlässigen. Johannes wurde mit beidem beauftragt: Er sollte als Apostel das Evangelium in aller Welt tragen, die Gemeinde mit anführen und gleichzeitig genügend Zeit haben, um sich um die Mutter von Jesus, um sich um Maria, zu kümmern.
[41:14] Johannes 19, ab Vers 28: „Nach diesem, da Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: „Mich dürstet!“ Es stand ein Gefäß voll Essig da. Sie betränkten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: „Es ist vollbracht!“ Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“ Bis zum Schluss erfüllen sich im Leben von Jesus die alttestamentlichen Vorhersagen. Sein Leben war wirklich von Anfang bis Ende auf dieser Erde eine Erfüllung der biblischen Prophetie. Und wenn wir Jesus gut kennenlernen wollen, dann müssen wir die Bibel immer besser kennen, den kennenlernen. Denn je besser wir die Bibel verstehen, desto klarer werden wir verstehen, was Jesus getan hat, warum er es getan hat, wie er es getan hat. Je genauer wir die Bibel kennen, desto genauer können wir das Tun von Jesus richtig begreifen und einordnen. Einer der Gründe, warum die Jünger zunächst nicht an die Auferstehung glaubten, den finden wir in Johannes 20, und dort Vers 9: „Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen müsse.“ Und wir finden auch in Lukas Kapitel 24, Vers 27, dass Jesus ihren Glauben an die Auferstehung ganz fest auf die Bibel, auf die Bibel, gründen wollte. Dort heißt es ab Vers 25: „Und er sprach zu ihnen: „O ihr Unverständigen, wie ist doch euer Herz träge zu glauben an alles, was die Propheten geredet haben! Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen aus allen Schriften, was sich auf ihn bezieht.“ Das gesamte Leben als Erfüllung der biblischen Prophetie bedeutet auch, dass wir die biblische Prophetie, das Alte Testament, die Bibel im Allgemeinen, besser und immer besser verstehen sollten, weil wir dadurch immer besser das Wirken und Handeln von Jesus begreifen. Wer Jesus richtig gut kennenlernen möchte, immer besser – es geht uns ja in dieser Serie um Jesus im Johannesevangelium –, der muss die Bibel studieren, denn in der Bibel offenbart sich Jesus zu mir und zu dir. Ich habe das so oft in meinem Leben erlebt, dass Jesus in der Bibel zu mir spricht, dass ich ihn besser verstehen kann. Mein ganzes Glaubensleben lang habe ich erlebt, wie viel man über Jesus erfahren kann, wenn man der Bibel wirklich von Herzen glaubt und sie studiert. Johannes 19 und dort Vers 30: „Es heißt hier: „Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: „Es ist vollbracht!“ Und er neigte das Haupt und übergab den Geist.“ Jesus stirbt als der, der keine Aufgabe unerledigt gelassen hat. Er hatte die Schöpfung vollendet, so 1. Mose 2, Vers 1 und 2 sagt, dass alles vollendet war. So ist nun auch die Erlösung durch das, was Jesus getan hat, das, was Jesus getan hat, um uns erlösen zu können. Besser gesagt, sein vollkommenes Leben und dann das Opfer für unsere Sünden, das ist nun hier vollbracht. Dem kann nichts hinzugefügt werden. Es kann nur noch angewandt werden auf unser persönliches Leben. Denn als Jesus starb, haben nicht alle Menschen das im Glauben angenommen. Das kam später und ist doch heute noch das, was passieren muss, dass wir das, was vollbracht worden ist, auf uns, dass es auf uns angewendet werden kann. Aber es wird nichts Neues geschehen, nichts Neues vollbracht. Nur das, was vollbracht wurde, wird auf uns angewandt, und dadurch wird das Evangelium, kommt das Evangelium auch in unser Leben, und indem es uns ganz reinigt und zu gehorsamen Kindern Gottes macht, wird dieses Evangelium im Sinne von Offenbarung 10 und 11 vollendet.
[46:03] Gehen wir zu Johannes 20 und dort ab Vers 1, ein paar Verse hier über die Auferstehung Jesu: „Am ersten Tag der Woche aber, also am Sonntag früh morgens, kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, also vor Sonnenaufgang, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war.“ Wir wissen aus den anderen Evangeliumsberichten, dass mehrere Frauen mit Maria hier zum Grab gingen. Sie gingen aber offensichtlich von verschiedenen Seiten. Maria ging alleine und war vor den anderen zuerst am Grab, sieht, dass das Grab leer ist und läuft wieder davon. Vers 2: „Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hat, also zu Johannes, und spricht zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.““ Der Vers impliziert, dass sie sich selbst als Teil dieser Gruppe von Frauen sah, wenn sie sagt: „Wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ Dies ist noch kein Bericht von der Auferstehung. Maria Magdalena berichtet nur, dass das Grab leer ist, und geht davon aus, dass Jesus immer noch tot ist. Sie denkt, er ist lediglich umgebettet worden. Vers 3: „Johannes und Petrus gehen der Sache auf den Grund. „Nun gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und begaben sich zu dem Grab.“ Vers 4: „Die beiden liefen aber miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam zuerst zum Grab.“ Johannes war immer am dichtesten bei Jesus. Selbst jetzt ist er als Erster am Grab. Vers 5: „Und er beugte sich hinein und sah die leinenden Tücher liegen, ging jedoch nicht hinein.“ Er sieht das leere Grab, aber auch er denkt nicht hier an eine Auferstehung. Vers 6 und 7: „Da kommt Simon Petrus, der folgte, und geht in das Grab hinein und sieht die Tücher da liegen, und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht bei den Tüchern liegen, sondern für sich zusammengewickelt an einem besonderen Ort.“ Und als sie das sehen, ist es schon beeindruckend, denn Grabräuber würden so etwas nicht tun. Wer hat dieses Schweißtuch für sich zusammengewickelt an einen besonderen Ort gelegt, sodass jemand, der jetzt hineingeht, dass ihm das auffällt? Vers 8: „Darauf ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst zum Grab gekommen war, also Johannes, und er sah und glaubte.“ Es sieht so aus, als ob Johannes hier sagen möchte, dass er als Erster im Glauben anzunehmen begonnen hatte, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Dann würde Vers 9 erklären, wo es heißt: „Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er aus den Toten auferstehen müsse.“ Das wäre sozusagen der Hintergrund, unter dem Vers 8 klarer verständlich wird. Eine Art erklärender Kommentar über die Jünger allgemein: Die Jünger allgemein hatten alle nicht mit der Auferstehung gerechnet, denn sie hatten die biblischen Vorhersagen nicht verstanden. Sie hatten die Aussagen von Jesus diesbezüglich nicht richtig eingeordnet, und deswegen waren die allerersten Augenzeugen wie Maria Magdalena und auch Petrus nicht auf die Idee gekommen, dass Jesus tatsächlich auferstanden sein könnte. Offensichtlich ist der Glaube von Johannes, den er hier so am Rande erwähnt, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken, tatsächlich in dieser Hinsicht der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen.
[50:01] Die beiden gehen wieder nach Hause, und Johannes hat offensichtlich erstmal niemandem von den aufkeimenden Gedanken erzählt, die dort in seinem Herzen plötzlich Raum gewannen. Vers 10: „Da gingen die Jünger wieder heim.“ Vers 11: „Maria aber stand draußen vor dem Grab.“ Sie war den beiden dann wieder gefolgt und weinte. Wie sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab. Sie ist jetzt wieder allein, und sie ist tief enttäuscht. Vers 12: „Und sie sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, den einen beim Haupt, den anderen zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen hatte.“ Die Engel erscheinen den Frauen, so auch in den anderen Evangeliumsberichten, aber nicht den Aposteln. Interessanterweise. Vers 13: „Und diese sprechen zu ihr: „Frau, warum weinst du?“ Sie spricht zu ihnen: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.““ Maria erklärt ihre Traurigkeit, aber sie begreift die Situation gar nicht. Geht es uns nicht oft auch so? Also mir geht es oft so, dass wir so tief in unsere Enttäuschung baden, dass wir gar nicht realisieren, wie sehr Gott bereits eingegriffen hat. Ist es dir das auch schon passiert, dass du so sehr in deiner Traurigkeit gebadet hast und gar nicht gemerkt hast, dass Gott schon längst eingegriffen hatte, schon längst die Türen geöffnet sind, schon längst das Licht seiner Barmherzigkeit auf deinen Weg gefallen ist? Gut. Vers 14: „Und als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus stehen und wusste nicht, dass es Jesus war.“ Sie sieht Jesus, aber sie erkennt ihn nicht. Jesus spricht zu ihr. Vers 15: „Frau, warum weinst du? Wen suchst du?“ Sie meinte, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: „Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen.“ Im Grunde genommen ist das jetzt eine Wiederholung dessen, was in Vers 13 passiert ist, nur dass sie jetzt nicht mit Engeln redet, sondern mit Jesus selbst, und nicht merkt, dass ihr Erlöser lebendig vor ihr steht. Sie hat das nicht gemerkt. Aber Jesus hat Geduld. Jesus ist nicht irgendwie beleidigt. Nein, Jesus hat so eine Freude, diese eine traurige Frau zu trösten. Vers 16: „Jesus spricht zu ihr: „Maria!““ Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: „Rabbuni!“, das heißt: Meister. Sie wendet sich um. Mit anderen Worten, sie hat vorher gar nicht richtig hingeschaut. Sie hat wohl vielleicht aus dem Seitenwinkel gesehen, dass da jemand ist. Sie hat also Jesus gesehen, aber sie hat nicht hingeschaut. Sie hat gemeint, das wäre jemand anders gewesen. Sie hat die Person gesehen, aber nicht richtig identifiziert. Wie oft schauen wir nicht richtig hin und meinen, alles schon zu wissen, die Situation im Blick zu haben, und sowieso sei alles ganz schlimm und ganz tragisch, und wir sehen nicht, dass Jesus dir und mir viel näher ist, als wir gedacht haben. Ich möchte mir vornehmen, genauer hinzuschauen, wenn Jesus sich offenbart. Aber die Stimme Jesu verändert alles. Durch die Stimme Jesu dreht sie um, und sie sieht ihren Meister, ihren Erlöser, ihren Freund, der sieben Mal die Dämonen aus ihrem Körper herausgerufen hatte, so wie es uns in Markus 16 berichtet ist, der ihr so viel vergeben hatte und dem sie so dankbar war. Und dann heißt es in Vers 17: „Jesus spricht zu ihr: „Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen:“
[54:26] aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Hier geht es noch nicht um die Himmelfahrt einige Wochen später. Hier geht es um das direkte Präsentieren Jesu, seines Opfers, vor dem Vater noch am selben Auferstehungssonntag. Jesus musste nach seiner Auferstehung schnell zum Vater, um vor dem gesamten Universum dieses Opfer anerkennen zu lassen, damit sichtbar ist vor dem gesamten Universum, dass dieses eine Opfer ausreichen wird, um Menschen aller Völker, Nationen, Stämme und Sprachen für ewig zu retten, wenn sie es denn glauben.
[55:12] Aber diese gewaltige Zeremonie im Himmel, diese Anerkennung des Opfers von Jesus für alle Menschen zu allen Zeitaltern, dass sie alle im Glauben sich darauf berufen können, diese Anerkennung vor dem gesamten Universum kann noch ein paar Minuten warten, damit Jesus Maria tröstet. Nicht Petrus, nicht einmal Johannes, sondern Maria, die die mehr gesündigt hat als vielleicht alle Jünger zusammen, aber die Jesus als ihren Erlöser angenommen hat und alles gegeben hat, was sie hatte, weil sie wusste: Jesus würde noch viel mehr für sie geben. Und Jesus lässt den ganzen Himmel für ein paar Momente warten, damit er dieser Maria Trost geben kann, ihre Trauer in Freude verwandelt. Lieber Freund, liebe Freundin,
[56:20] Jesus, so macht es Offenbarung 7 deutlich, wo es heißt, dass die Winde noch zurückgehalten werden, damit die Knechte an ihren Stirnen versiegelt werden. Jesus lässt den Himmel noch ein wenig warten, damit er auch an dir und mir noch etwas tun kann, damit wir einmal mit völliger Freude bei ihm sein können. So wichtig bist du für ihn, so wichtig bin ich für ihn.
[56:51] Maria Magdalena brauchte jetzt keinen Auftrag, sie brauchte kein Motivationsseminar. In Vers 18 heißt es: „Da kommt Maria Magdalena und verkündet den Jüngern, dass sie den Herrn gesehen und dass er dies zu ihr gesprochen habe.“ Sie ist die erste Verkündigerin der Auferstehung Jesu.
[57:15] Lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du heute den Tod Jesu am Kreuz und seine Auferstehung für dich persönlich in Anspruch nehmen? Möchtest du im Glauben, möchtest du im Glauben auf ihn schauen, dem Wort Gottes leben und darauf vertrauen, dass er für dich gestorben und er für dich auferstanden ist, dass er im Himmel für dich eintritt und dass das Evangelium, das ein für alle Mal vollbracht worden ist auf Golgatha, heute für dich angewendet wird und wenn du festhältst, für immer gilt?
[58:03] Möchtest du Jesus als den wahren König, den König der Wahrheit, annehmen und auf seine Stimme hören, die Wahrheit Jesu mehr schätzen als was Menschen sagen?
[58:24] Nehmen wir uns heute vor, auf die Stimme Jesu zu hören, genau hinzuschauen und uns nicht von unserer eigenen Enttäuschung übermannen zu lassen, sondern hinzuschauen und zu sehen, dass Gott schon längst geantwortet hat und schon längst für uns da ist und uns schon längst gerettet hat. Wenn wir das heute im Glauben in Anspruch nehmen, dann lasst uns gemeinsam beten.
[58:50] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du durch dein Wort zu mir heute und zu uns allen gesprochen hast. Ich bin so leicht zu entmutigen durch Umstände, aber du hast mir heute gezeigt und du hast uns gezeigt, dass deine Gegenwart schon längst für uns eintritt, dass du schon längst, auch wenn wir vielleicht noch in Gedanken, uns in Gedankenkäfigen befinden, dass du schon längst alle Käfige aufgeschlossen hast und dass das Kreuz von Golgatha heute für uns, das Blut von Jesus, das er dort vergossen hat, heute für uns spricht, dass er heute König ist, König der Wahrheit. Und ihn wollen wir ehren, ihn wollen wir annehmen und mit ihm zusammen leben. Danke, Herr, dass wir anderen davon erzählen können, was du für uns getan hast. Erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, dass wir bei dir bleiben. Das bitten wir im Namen Jesu.
[1:00:00] Amen. Nächste Woche werden wir noch einmal uns gemeinsam mit diesem Thema „Jesus im Johannesevangelium“ beschäftigen. Wir werden noch einmal uns Gedanken auch machen, dass das konkret praktisch uns betrifft. Dann würde ich euch Gottes reichen Segen und [Musik]