Veröffentlicht am
3.010 Klicks

Manuskript zur Sendung  >>> CSH_Q1_2020_Lektion_8

In dieser Predigt taucht Ronny Schreiber tief in das siebte Kapitel des Buches Daniel ein, das als eines der bedeutendsten Kapitel der Bibel gilt. Er entschlüsselt die Symbole der vier Tiere, die aus dem aufgewühlten Meer aufsteigen, und erklärt ihre prophetische Bedeutung für die Weltgeschichte. Besonderes Augenmerk liegt auf dem „kleinen Horn“, das für eine mächtige religiös-politische Institution steht, die Zeit und Gesetz zu ändern versucht. Die Ausführungen beleuchten die historische Entwicklung von antiken Reichen bis hin zu den Entwicklungen im Papsttum und münden in die Hoffnung auf die endgültige Herrschaft Christi.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour - Spezial 2020 Q1: Daniel

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen, ihr Lieben, zur Cannstatt Study Hour. Ich freue mich, dass wir wieder zusammen studieren können. Wir studieren das Buch Daniel und sind jetzt im achten Thema und das betrifft das siebte Kapitel. Und das siebte Kapitel, wissen wir alle, ist was ganz Besonderes im Buch Daniel, vielleicht mit das berühmteste Kapitel neben dem zweiten.

[0:41] Bevor wir anfangen, lasst uns mit einem Gebet starten, damit der Heilige Geist uns führt und leitet. Unser lieber Herr Jesus, wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt deinen Heiligen Geist gibst, wenn wir dein Wort studieren, damit alles, was wir aus deinem Wort aufnehmen und lesen, dass es wirklich dein Wille ist und nach deinen Gedanken geschieht und unser Herz zu dir hin verändert. Lieber Vater, hab Dank dafür. Im Namen Jesu, Amen.

[1:01] Nun, Daniel 7. Wir haben ja interessanterweise den Merkvers, also den vorletzten Vers, Daniel 7, Vers 27, der da heißt: "Aber das Königreich, die Herrschaft und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel für das Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen." Es ist wunderschön, dass das am Ende des siebten Kapitels steht, denn wir werden sehen, dass mehrere Mächte nacheinander aufkommen und viel drunter und drüber geht, aber am Ende wird Christus doch siegen und sein Volk wird siegreich aus diesem großen Konflikt herausgehen.

[1:45] Lesen wir gemeinsam den ersten Vers, Daniel 7, Vers 1. Und vielleicht ist ja noch angemerkt, das ist ein großes Thema, Daniel 7. Bitte schaut in das Sendemanuskript hinein und geht so ein bisschen mit. Wir werden nicht alles behandeln können, aber wir werden die großen Zeitabläufe uns anschauen. Daniel 7, Vers 1. Da heißt es: "Im ersten Jahr Belsassars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte seines Hauptes auf seinem Lager. Er schrieb den Traum zugleich auf und dies ist der vollständige Bericht."

[2:14] Nun, das erste Jahr von Belsassars, das war das Jahr 540 vor Christus. Und jetzt sehen wir, dass Daniel einen Traum hat und das Gute ist, er hat den vollständigen Bericht gegeben, also wir wissen alles aus diesem Traum. Wenn wir uns Vers 15 und 16 angucken im Kapitel 7, dann heißt es dort: "Ich, Daniel, wurde deshalb in meinem Geist zutiefst beunruhigt und die Gesichte meines Hauptes ängstigten mich. Ich näherte mich einem der Umherstehenden und bat um sichere Auskunft über das alles. Der redete mit mir und verkündete mir die Bedeutung der Dinge."

[2:55] Nun, das Gute ist, wir wissen jetzt also, da gibt es eine Vision, die Daniel hat und wir wissen schon, dass er eine Erklärung bekommt und die ist aufgeschrieben, das heißt, wir haben sie auch. Und das wird uns sehr, sehr helfen, wenn wir gleich durch die Verse durchgehen, denn wir wissen ja schon aus Daniel Kapitel 2, da gab es auch einen Traum und der war ein bisschen ausgelegt, schon ein bisschen gedeutet, was uns natürlich sehr hilft, ihn einzuordnen in die Zeitgeschichte. Da gab es die verschiedenen Metalle, die die Reiche oder die Reich, die Abfolge der Weltreiche nacheinander symbolisieren. Und jetzt werden wir gleich was ganz Ähnliches sehen.

[3:31] Wir lesen Vers 2. Daniel begann und sprach: "Ich sah bei Nacht in meinem Gesicht und siehe, die vier Winde des Himmels brachen los auf das große Meer." Also, was Daniel jetzt in seinem Gesicht sieht, ist das große Meer und die vier Winde des Himmels, die darauf losbrechen. Jetzt müssen wir natürlich uns fragen, was ist das? Denn es ist Prophetie, es sind Symbole, also müssen wir die Symbole irgendwie aufklären.

[3:55] Was sind die vier Winde des Himmels? Dazu lesen wir zunächst Offenbarung 7, die Verse 1 bis 3. Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen. Und er sprach: "Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirn versiegelt haben."

[4:36] Also hier werden Engel gezeigt, die die Winde zurückhalten, aber wenn sie sie loslassen, dann wird die Erde geschädigt, dann geht es dort drunter und drüber. Also ein Symbol für Auseinandersetzungen, Kriege, solche Dinge. Das gleiche sehen wir in Jeremia 49. In den Versen 35 bis 37 heißt es dort: "So spricht der Herr der Herrscher an: Siehe, ich will den Bogen Elams zerbrechen, seine vornehmste Stärke, und ich will über Elam die vier Winde kommen lassen von den vier Himmelsgegenden und sie nach all diesen Windrichtungen zerstreuen, so dass es kein Volk geben wird, wohin nicht elamitische Flüchtlinge kommen. Und ich will den Elamitern Schrecken einjagen vor ihren Feinden und vor denen, die ihnen nach dem Leben trachten und werde Unheil über sie bringen, die Glut meines Zorns, spricht der Herr, und ich werde das Schwert hinter ihnen herschicken, bis ich sie aufgerieben habe."

[5:30] Also über die Elamiter heißt es hier, Gott wird die vier Winde des Himmels gegen sie loslassen und es bedeutet, es ist ja gleich ausgelegt hier, er wird, sie werden vom Schwert gefressen, von Kriegen und Unruhen. Also die Winde können wir auslegen, die Winde sind Kriege, Unruhe, solche Dinge.

[5:47] Was ist das große Meer? Das große Meer, gibt es auch einige Bibelstellen, die uns da helfen. Wir lesen Jesaja 17, Verse 12 und 13. "Wer ein Toben vieler Völker, die toben wie das Meer und ein Rauschen von Völkern, die wie mächtige Wasser rauschen. Die Völker rauschen gleich den großen Wassern." Wenn er sie aber schielt, so fliehen sie weit davon und werden dahingejagt wie Spreu auf den Bergen vor dem Wind und wie wirbelndes Staub vor dem Sturm.

[6:20] Also hier sind die Meere oder das Meer, die großen Wasser ein Symbol für die Völker und das ist auch genau das, was wir hier einsetzen werden. Ähnliches kann man in Offenbarung 17 noch finden, wo es über die Hure spricht, die an den vielen Wassern sitzt. Das Meer steht also für Völkermassen und die Winde für Kriege und Auseinandersetzung, Unruhen in der Welt.

[6:45] Lesen wir weiter Daniel 7, Vers 3. "Und vier große Tiere stiegen aus dem Meer empor, jedes verschieden vom anderen." Jetzt werden uns Tiere präsentiert, jetzt aus dem Meer hervorkommen. Das Meer waren die Völkermassen. Was sind die Tiere? Das Gute hier an Daniel 7 ist, wir finden es selbst ausgelegt im Text, wenn wir Vers 17 lesen. Daniel 7, Vers 17. "Jene großen Tiere, vier an der Zahl, bedeuten, dass vier Könige sich aus der Erde erheben werden." Also, es steht hier für Könige oder auch in Vers 23 für Königreiche. Also, wir sehen das Völkermeer, das durch Kriege und Unruhen zerrüttelt ist und jetzt kommen Reiche hervor, Weltreiche.

[7:34] Das erinnert uns natürlich an das, was wir bereits in Daniel 2 studiert haben, denn auch dort wurden die Weltreiche nacheinander gezeigt. Schauen wir uns das erste einmal an in Vers 4. "Das erste glich einem Löwen und hatte Adlerflügel. Ich schaute, bis ihm die Flügel ausgerissen wurden und es von der Erde aufgerichtet und wie ein Mensch aufrecht auf seine Füße gestellt wurde. Ich lese das nochmal. Das erste glich einem Löwen und hatte Adlerflügel. Ich schaute, bis ihm die Flügel ausgerissen wurden und es von der Erde aufgerichtet und wie ein Mensch aufrecht auf seine Füße gestellt wurde und ihm ein menschliches Herz gegeben wurde."

[8:16] Das erste Tier also ist ein Löwe mit Adlerflügeln. Jetzt müssen wir uns auch diese Symbole wieder angucken. Was ist der Löwe? Was sind die Adlerflügel? Und auch das machen wir. Zuerst gucken wir uns mal den Löwen an. Den Löwen, den finden wir in Jeremia 4, Verse 6 und 7. Dort heißt es: "Richtet ein Banner auf nach Zion hin, flieht und steht nicht still, denn ich bringe Unheil von Norden her und eine große Zerstörung. Der Löwe ist aus seinem Dickicht hervorgekommen und der Verderber der Völker ist aufgebrochen. Er ist ausgegangen von seinem Ort, um dein Land zur Wüste zu machen, damit deine Städte zerstört werden und niemand mehr darin wohnt."

[9:01] Jeremia gibt eine Warnungsbotschaft und sagt: "Vorsicht, flieht, bleibt nicht stehen, denn der Löwe ist aus seinem Dickicht hervorgekommen und wird dein Land zur Wüste machen." Jetzt müsste man eigentlich sagen: "Moment, Jeremia, wenn da ein Löwe kommt, da brauchen wir nicht mal eine Armee, da reicht ein Jäger." Aber wer ist der Löwe? Dazu gehen wir in Jeremia einfach ein paar Kapitel weiter, in Kapitel 25 und lesen dort Vers 9: "Siehe, so sende ich nach allen Geschlechtern des Nordens und hole sie herbei und sende zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie kommen über dieses Land und über seine Bewohner und über alle diese Völker ringsum. Und ich will sie dem Bannpreis geben und sie zum Entsetzen und zum Spott und zu ewigen Trümmerhaufen machen."

[9:50] Also hier wird geschrieben in Jeremia 4, aus dem Norden kommt ein Löwe und in Jeremia 25 heißt es, aus dem Norden kommt Nebukadnezar mit seiner Armee. Also, deutliches Zeichen, der Löwe steht für Nebukadnezar, den König von Babylon. Und das ist ganz, ganz ähnlich wie das Standbild, das wir in Daniel 2 gesehen haben. Dort war das goldene Haupt auch das Babylonische Reich, auch unter Nebukadnezar.

[10:21] Jetzt schauen wir uns mal an, hier wird es beschrieben noch mit Adlerflügeln. Was meint das? Die Adlerflügel finden wir in Habakuk 1, Verse 6 und 8.

[10:57] "Von fern her kommen seine Reiter, sie fliegen daher wie ein Adler, der sich auf den Fraß stürzt." Nun, wofür stehen diese Flügel? Nun, hier wird es berichtet von den Chaldäern. Also die Chaldäer, das waren die Einwohner von Süd-Mesopotamien und die haben später auch in Babylon gelebt und in der ganzen Umgebung. Jetzt heißt es hier, die Chaldäer werden kommen und zwar ganz schnell wie ein Adler, der sich auf den Fraß stürzt. Und tatsächlich ist es passiert. Wir wissen es aus Daniel Kapitel 2. Nebukadnezar hat das erste große Weltreich gebaut, er hat viele, viele Eroberungen gemacht mit den Chaldäern, denn sie kamen auch nach Jerusalem und Israel ist ihm unterlegen.

[11:42] Das Symbol der Adlerflügel steht also für das Volk von Nebukadnezar und für die Geschwindigkeit, mit der sie damals ihre Eroberungszüge gemacht haben. Sie waren schnell wie die Adler, die sich auf ihren Fraß stürzen. Und genau so war es.

[12:03] Dann heißt es hier noch über diesem Tier, über diesen Löwen, es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben. Ein Löwe ist ein Tier, aber er wurde aufgerichtet und er bekam ein menschliches Herz. Was meint das denn? Nun, wir wissen in der Bibel einige Verse, wo sozusagen ein Herz verändert wird. Zum Beispiel in Ezechiel 11, Vers 19, da sagt Gott: "Ich will ihnen ein einiges Herz geben. Ja, ich will einen neuen Geist in euer innerstes Leben und ich will das steinerne Herz aus ihrem Leib nehmen und ihnen ein fleischliches Herz geben."

[12:41] Also hier in Ezechiel spricht es von einer Herztransplantation. Also ein Herz wurde genommen, steinerne, und ein fleischliches wurde gegeben. Und Gott ist derjenige, der es tun möchte. Ebenso in Ezechiel 36, Vers 26: "Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer innerstes Leben. Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und ein fleischliches Herz geben." Christus möchte Menschen verändern.

[13:15] Und wenn wir uns erinnern an die Geschichte von König Nebukadnezar, der sieben Jahre lang von den Regierungsgeschäften ausgeschlossen war, da wie ein Ochse auf dem Feld lebte, sich von Gras ernährte, seine Nägel und seine Haare wuchsen und seine Regierungsgeschäfte waren von ihm genommen in der Zeit. Aber die Bibel sagt, bis er sich bekehrte, also bis er den Gott des Himmels pries. Und dort hat sich sein Herz verändert. Und der große König von Nebukadnezar tatsächlich, der wie ein Löwe auf seinen Fraß stürzte und die Länder um sich herum erobert hatte, wurde tatsächlich verändert. Nebukadnezar ist bekehrt worden.

[13:50] Und was wissen wir noch? In Vers 5 wird das nächste Reich angedeutet und das nächste Reich kennen wir schon, wenn wir in Daniel 2 gucken, nach Babylon kam das Medo-Perser-Reich. Und wir schauen mal, wie es in Vers 5 in Daniel 7 weitergeht.

[14:06] "Und siehe, das andere zweite Tier glich einem Bären und es war nur auf einer Seite aufgerichtet und hatte drei Rippen in seinem Maul zwischen seinen Zehen. Und es wurde zu ihm gesprochen: Steh auf, friss viel Fleisch." Das nächste Tier ist der Bär und den Bären, den kennen wir. Das nächste Reich nach Nebukadnezar war das Meder- und Perser-Reich. Manchmal sagen wir heute das Perser-Reich, aber genau genommen geschichtlich korrekt wäre es das Meder- und Perser-Reich, das im Jahr 539 vor Christus Babylon besiegte, wir haben es gelesen, unter König Kyros.

[14:45] Das war ein ganz besonderes Reich, das war ein Riesenreich. Es hat, nachdem es Babylon erobert, noch andere Feldzüge gemacht. Und auch diese, die sind hier beschrieben, denn es heißt, es war auf einer Seite aufgerichtet und es hatte drei Rippen im Maul. Nun, was meint "auf einer Seite aufgerichtet"? Das Meder- und Perser-Reich war scheinbar im Ungleichgewicht. Der Bär war auf einer Seite aufgerichtet. Und tatsächlich, die Meder und Perser waren unterschiedlich stark im Volk. Während zunächst die Meder die Oberhand hatten, haben sich doch schon nach wenigen Jahren die Perser im Reich etabliert und haben die Vorherrschaft übernommen. Und so war es zwar das Meder- und Perser-Reich, aber die Perser waren deutlich stärker als die Meder. Und heute sprechen wir deshalb manchmal, fälschlicherweise, nur vom Perser-Reich. Dieser Bär, das waren zwei große Volkstämme, aber einer war mächtiger als der andere. Am Ende waren die Perser stärker als die Meder.

[15:44] Nun aber diese drei Rippen im Maul, was meint das? Nun, sie haben viele Feldzüge gemacht und haben viel erobert und es steht geschrieben: "Friss viel Fleisch." Aber welche drei Rippen hat der Bär im Maul? Drei Rippen, also Teile von Lebewesen. Nun, tatsächlich musste damals das Medo-Persische Reich drei Großreiche besiegen, um das nächste Weltreich zu werden. Und in der chronologischen Reihenfolge wurde zuerst das Reich Lydien erobert. Lydien, vielleicht, und wir kennen es vielleicht, den Großkönig von Lydien, das ist König Krösus gewesen. Heute sagen wir manchmal: "Man ist reich wie Krösus." Tatsächlich war der König Krösus ein sehr, sehr reicher König, denn er hatte sein Reich oben in der Türkei, in der Westtürkei, am Bosporus. Er kontrollierte dort die Handelstraßen. Ein sehr reicher Mann, aber sein Reich wurde erobert. Er war der letzte König von Lydien. Heute stehen nur noch Ruinen dort. 547 vor Christus griffen die Meder und Perser an und besiegten sein Reich.

[16:49] Kurze Zeit danach, und das wissen wir, wurde Babylon besiegt. Das war 539 vor Christus und der König Belsazar. Und das dritte Reich, die dritte Rippe, die noch im Maul steckte, das war Ägypten. Und der pharaonische Dritten wurde im Jahre 525 vor Christus auch Ägypten besiegt und damit waren alle Großreiche unter Joch vom Meder- und Perserreich. Und so packt es ganz genau in die Geschichte hinein, in die chronologische Abfolge der Reiche in Daniel 2. Also, wir sehen, dass hier etwas nochmal gezeigt wird, nur aus einer anderen Perspektive und etwas genauer wie das in Daniel 2. Denn in Daniel 2 sahen wir erstmal nur die Abläufe der Weltreiche. Hier sehen wir gleich, dass noch etwas anderes, Furchtbares mit auftaucht.

[17:35] Aber gehen wir zuerst weiter in Vers 6. Daniel 7, Vers 6.

[17:42] "Danach schaute ich weiter und sehe ein anderes Tier wie einen Panther, das hatte vier Vogelflügel auf seinem Rücken. Auch vier Köpfe hatte dieses Tier und ihm wurde Herrschaft verliehen." Als nächstes sehen wir einen Panther und wir wissen von der Statue in Daniel 2, dass das nächste Reich das griechische Reich war. Die Lenden aus Bronze. Und dieses Reich werden wir hier wiederfinden. Nun, es hatte vier Vogelflügel und wir wissen geschichtlich, was damals war diese Vogelflügel.

[18:15] Wer war der große Herrscher von dem damals griechischen Reich? Es war Alexander der Große von Makedonien. Er vereinigte damals die griechischen Könige unter sich und zog mit einer relativ kleinen Streitmacht gegen das Riesenheer der Meder und Perser. Diese Armeen waren gar nicht zu vergleichen. Die vollständige Armee von Darius III., also dem letzten Meder- und Perser-König, war über alle Provinzen im ganzen Land verteilt, sagen die Historiker, 5,5 Millionen Mann stark. Die größte heutige Armee, die es gibt heute, in unserer Zeit, ist die chinesische Volksbefreiungsarmee. Sie hat gerade mal 2,2 Millionen Mann unter Waffen. Also nicht mal halb so viel wie damals das große Meder- und Perser-Reich. Diese Soldaten kämpfen natürlich nicht alle auf einmal, aber so mächtig war das Reich, so eine militärische Stärke hatten sie.

[19:06] Alexander der Große kam in einer verhältnismäßig kleinen Streitmacht an. Er hatte deren 30.000 um sich versammelt und fiel nun ein, kam über das Marmarameer und eroberte Stück für Stück das Persische Reich.

[19:19] Nun heißt es aber, dass dieses Reich vier Vogelflügel hatte. Die Geschwindigkeit, mit der Alexander das Reich eroberte, war gewaltig. Noch schneller als die Kriegszüge der Chaldäer, denen ja diese beiden Adlerflügel attestiert waren. Das Reich Alexanders hatte deren vier. Alexander hat damals tatsächlich als junger Mann in nur neun Jahren die ganze damals bekannte Welt eingenommen. Er hatte, sein Reich war von Makedonien, Griechenland bis nach Ägypten und bis nach Indien. Ein riesiges Reich.

[19:56] Doch Alexander auf seinem Rückweg von Indien, der hatte sich für eine Zeit in Babylon niedergelassen und dort hat er seinen Sieg gefeiert, so sagen die Historiker und einige Legenden, dass er dort eventuell den Herkulesbecher getrunken haben soll, um zu zeigen: "Schaut, ich bin wie ein griechischer Halbgott. Ich habe die Völker besiegt und das ist mein sieben Liter Alkohol, dieser Herkulesbecher, Wein wahrscheinlich." Ob das so war oder nicht, wissen wir nicht. Was wir aber wissen, Alexander ist an einer Krankheit danach gestorben. Er wurde nach diesem Ereignis krank, für eine kurze Zeit hatte hohes Fieber und starb drei Tage später. Ob es am Alkohol lag, ob er eine Vergiftung hatte oder was es war, das können die Historiker heute nicht rekonstruieren, aber Alexander war plötzlich in der Blüte seines Lebens, er wäre fast 33 Jahre alt geworden, gestorben.

[20:49] Nun heißt es von diesem Panther, er hatte vier Köpfe. Nun, Alexander war nur einer, aber Alexander war auch nur sehr kurz dran. Er hat dieses Reich aufgebaut und nach seinem Tode, Alexander war ein so junger Mann, dass er noch keinen Thronfolger hatte. Alexanders sein Sohn war viel zu jung, als dass er die Herrschaft übernehmen konnte und so stritten sich eine Vielzahl Generäle um das große Reich und am Ende, nach vielen Scharmützeln und kleinen Gefechten, kristallisierten sich dort vier große Generäle raus, die wir heute, vielleicht kennen wir es noch aus dem Schulunterricht, die Diadochen nennen. Also Diadoche heißt übersetzt sowas wie Nachfolger.

[21:24] Die vier Diadochen und diese großen Generäle, die später die Länder unter sich aufteilen, das war ein Kassander, der oben in Makedonien, Griechenland lebte, dann Lysimachos, der das ehemals lydische Reich einnahm, Ptolemäus, der Ägypten übernommen hat und Seleukos, der den Rest sozusagen im ganzen Osten vom Persischen Reich übernahm, Persien. Das ist das größte Reich und später werden wir sehen, im Laufe der Geschichte, aber das ist noch ein anderes Kapitel, in Daniel 11 sehen wir das später, sind eigentlich die großen beiden Interessanten, die Ptolemäer aus Ägypten und die Seleukiden aus Persien.

[22:08] Nun, zu diesem Zeitpunkt übrigens, vielleicht interessant, das zu wissen, seit diesem Zeitpunkt, seit der Ptolemäer-Herrschaft in Ägypten, waren sämtliche Pharaonen, die danach kamen, irgendwie griechisch.

[22:19] Nun, wie geht es dann weiter? Wir lesen mal Vers 7, also das große Tier von Alexander, das Bronzereich aus Daniel 2 und jetzt geht es in Vers 7 weiter.

[22:36] "Nach diesem sah ich in den Nachtgesichten und siehe ein viertes Tier, furchterregend, schrecklich und außerordentlich stark. Es hatte große eiserne Zähne, fraß und zermalmte und zertrat das übrige mit den Füßen. Es war ganz anders als alle vorherigen Tiere und hatte zehn Hörner." Es war furchterregend, es war schrecklich, es war außerordentlich stark.

[23:00] Nun, was ist das, furchterregend, schrecklich, außerordentlich stark? Nun, wenn wir Habakuk 1, Vers 7 lesen, dann heißt es hier: "Es ist schrecklich und furchterregend, sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selbst aus." Hier wird auch von einem Reich gesprochen. Dieses Reich ist schrecklich und furchterregend, denn sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selbst aus. Er spricht von Selbsterhöhung und Großmut. Hier wird nicht mehr nach Gottes Gesetzen und Gottes Ordnung gefragt, sondern man selbst ist das Gesetz.

[23:27] Es sah aus wie, und das ist es wohl, der römische Staat. Wir kennen ihn aus Daniel 2, Babylon, Medo-Persien, Griechenland und jetzt kommt das römische Reich und hier wird ihm attestiert: "Es ist furchterregend und schrecklich." Und etwas Ähnliches haben wir gelesen in Daniel 2, Vers 40, als es um eben dieses Reich ging. Denn in Daniel 2, Vers 40, um diese eisernen Beine sprach, da heißt es: "Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen. Ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern." Ein furchtbares Reich wird hier beschrieben.

[24:13] Und tatsächlich, wenn wir uns das römische Reich angucken, dann war es schon was Besonderes. Also die Cäsaren zwischen Gaius Julius Caesar, der Jahrhunderte vor Christus geboren, und dem letzten Caesar, der ja als Kind nur kurz eingesetzt wurde, also Augustus Romulus, waren es insgesamt 90 Cäsaren in der Abfolge. Einige regierten manchmal parallel, aber insgesamt waren derer 90. Von diesen 90 sind mindestens 48 gestürzt worden, vergiftet, exekutiert oder begingen Selbstmord. Also über die Hälfte der Cäsaren ist keinen natürlichen Tod gestorben. Einige sind noch auf dem Schlachtfeld gestorben, aber das ist sozusagen, das ist quasi ein natürlicher Tod für einen Soldaten dort in der Zeit, aber die anderen wurden abgesetzt, brutal vergiftet, gestürzt und und und. Es war kein sicherer Status, ein Cäsar zu sein. Es war ein grausames Reich, sowohl nach innen als auch nach außen.

[25:15] Was war das Besondere? Denn es heißt ja, es war ganz anders als die, als alle anderen. Es war schrecklich, außerordentlich stark, dieses Tier, es zermalmte, es war ganz anders als die vorigen Tiere und hatte zehn Hörner. Warum war es so anders? Nun, wenn wir uns das Reich angucken, das damalige römische Reich, es hatte tatsächlich etwas anderes, denn dieses Reich war eine eine Republik. Es gab also einen Senat, der zusammen mit dem Cäsar regierte. Es war anders als die anderen Reiche, auch wenn es zu unglaublich viel Korruption und furchtbaren Dingen innerhalb des Staates geführt hat. Es war anders.

[25:54] Jetzt heißt es hier, es hatte zehn Hörner. Nun, wofür stehen die zehn Hörner? Nun, in der Bibel stehen Hörner für Macht, Status, Könige, Königreiche. Hier in Daniel 7 brauchen wir zum Glück nicht raten, preis den Herrn, er hat uns die Offenbarung gegeben, er hat es uns ausgelegt. In Daniel 7, Vers 24 heißt es: "Und die zehn Hörner bedeuten, dass aus jenem Reich zehn Könige aufstehen werden." Nun, war es so, dass das Weltreich Rom aus mehreren Volksgruppen bestand. Und derer werden hier zehn genannt, nämlich die, die sich am Ende in der großen Völkerwanderung, also kurz vor dem Untergang Roms, etablierten und groß, stark und selbstständig wurden.

[26:42] Das sind, alphabetisch aufgezählt, die ersten sieben: die Alemannen, der Siedlungsraum war ungefähr, ganz grob, heute Deutschland; die Angelsachsen, also ein Mischvolk aus den Angeln, das ist bei Dänemark, und den Sachsen, wo das heutige Sachsen ist. Dieses Mischvolk lebt in England heute, das war so ihr Siedlungsgebiet. Die Burgunder, das war der dritte Stamm, heutige Schweiz. Dann die Franken, das ist leicht, die Franken in Frankreich. Der nächste Stamm waren die Langobarden, die Langobarden, das ist heute Italien, da gibt es ja auch noch einen Landstrich, der so heißt. Dann die Sueben, das war der sechste der Stämme, die Sueben, das ist Portugal und die Westgoten, das ist Spanien. Diese sieben Stämme, die kennen wir noch in den ungefähren Grenzen, die Länder heute haben. Das stimmt nicht mehr ganz, alles ein bisschen verschoben, aber ungefähr, das waren so die Siedlungsräume.

[27:42] Jetzt wird aber von zehn Stämmen gesprochen und tatsächlich, es gibt derer noch drei weitere, nämlich die Heruler, die Ostgoten und die Vandalen. Und die Vandalen in Nordafrika. Diese drei Stämme vervollständigen sozusagen derer zehn, allerdings sind diese drei Stämme nicht mehr existent, sie wurden ausgerottet. Dazu aber nachher mehr, was da passiert ist, denn das werden wir erst im nächsten und übernächsten Vers sehen, wie es dann weiter ging.

[28:05] In Vers 8 heißt es also: "Während ich acht gab auf die Hörner, wieder stieg ein anderes kleines Horn zwischen denselben auf und drei der vorherigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen. Und siehe, dieses Horn hatte Augen wie Menschenaugen und ein Maul, das große Dinge redete." Jetzt taucht plötzlich ein kleines Horn auf und das soll uns jetzt ein bisschen beschäftigen im Kapitel 7. Dieses kleine Horn, das so seltsam dargestellt wird. Was ist dieses kleine Horn?

[28:30] Also wir wissen, da kommt eine Macht auf und wenn diese Macht aufkommt, dann heißt es hier, es stieg auf und drei der vorherigen Hörner wurden vor ihm ausgerissen. Also die drei Stämme haben wir gerade schon gesehen. Es waren die Heruler, die Vandalen und die Ostgoten, die fehlen. Es hat was mit diesem kleinen Horn zu tun, dass sie ausgerissen worden sind. Als dieses Horn aufkam, fielen sie aus.

[29:04] Nun, in welcher Zeit muss das sein? Also das Ganze muss ja irgendwann stattgefunden haben, zu der Zeit, als diese Völker regiert haben. Diese zehn Stämme. Diese zehn Stämme regierten ungefähr so im dritten und vor allem im vierten Jahrhundert. Da waren die zehn Stämme präsent im vierten Jahrhundert und jetzt kommt in der Zeit irgendein neues Horn auf und das wird, wenn es aufkommt, drei zerstören. Und dieses kleine Horn, das jetzt aufkommt, kam also ungefähr im vierten Jahrhundert auf und hat dann dafür gesorgt, dass drei fehlen. Die drei haben wir identifiziert: Heruler, Vandalen und Ostgoten. Warum sind die eigentlich gefallen? Was war das Problem in der damaligen Zeit?

[29:44] Nun, das war die Zeit der Völkerwanderung. Also das kaiserliche Rom verlor zu der Zeit seine Macht immer mehr und die Völker innerhalb des Römischen Reiches, sie bewegten sich jetzt und das Römische Reich zerfiel. Kaiser Konstantin hatte in dieser Zeit sich nach ins damalige Byzanz abgesetzt, also das er dann selbst Konstantinopel nannte, heute Istanbul. Und Rom war sozusagen nur fremdregiert und er hat einen Deal gemacht mit dem damaligen Bischof von Rom. Den Bischof von Rom, dem hat er sozusagen attestiert, dass er das Kirchenoberhaupt sein sollte, was viel später dann irgendwann mal festgesetzt wurde.

[30:28] Und es war im Jahre 318 und in den Folgejahren, dass es sozusagen eine Auseinandersetzung gab zwischen dem römischen Bischof Alexander und dem alexandrinischen Bischof Arius. Es ging um eine Streitfrage um die Dreieinigkeit. Während der bulgarische Bischof Alexander sagte: "Christus ist Gott auch auf Erden gewesen", sagte Arius: "Das stimmt nicht ganz, Christus war mehr ein Geschöpf, er kam aus Gott irgendwie hervor, aber er wurde geschaffen." Und es gab so eine Auseinandersetzung, den berühmten arianischen Streit.

[31:03] Nun war es so, dass im Römischen Reich sich die Verbreitung des Christentums die Parteien so ein bisschen hin und her entschieden und sieben Stämme folgten der Meinung des Bischofs von Rom, während drei Stämme, nämlich besagte drei, dem Arius folgten. Nun kam das Ganze vor ein Konzil und auf diesem Konzil, das war das Konzil von Nicäa in den Jahren 325, da verlangte nun Kaiser Konstantin einen Kompromiss aller Parteien. Er sagte: "Ihr müsst euch irgendwie einigen." Arius aber lehnte das ab und er wurde sofort vom Kaiser exiliert und abgesetzt. Später wurden dann alle, die der Lehre Arius anhingen, von Kaiser und Kirche verfolgt und damit sind die drei großen Stämme, die Heruler, die Vandalen und die Ostgoten, in mehreren Kriegen ausgerottet worden. Vielleicht so die Kurzzusammenfassung, wir finden im Skript noch ein paar Zahlenangaben dazu.

[31:59] Jedenfalls interessant vielleicht danach bemerkt, dass im Jahre 533 Justinian, also der nächste Kaiser, bestimmte, dass der römische Bischof das Haupt aller Kirchen wird. Das Jahr 533, also während Konstantin irgendwann im Jahre 325 verlangte, machte Felix einen Kompromiss, hat ungefähr 200 Jahre später Justinian gesagt, der Bischof von Rom soll das Haupt der ganzen Kirche weltweit sein, Fertigred erlassen.

[32:26] Nun war es so, dass im Jahr 538 der letzte Stamm der Rebellen sozusagen ausgerottet wurde von kaiserlich-päpstlichen Truppen und das brachte sozusagen das Ende des arianischen Streites oder das Ende dieser drei Völker und jetzt war plötzlich der Bischof von Rom, der sich nun selbst Papst nannte, das große Oberhaupt von Staat und Kirche. Er machte sich selbst sozusagen den Staat untertan und später in der Bibel lesen wir das als das Gräuelbild der Verwüstung, also die Vereinigung sozusagen von Staat und von Kirche, das beides zusammen.

[32:59] Nun heißt es von diesem kleinen Horn, das wir deutlich vom Papsttum identifizieren können, es hatte Menschenaugen. Nun, was sind diese Menschenaugen? Wenn wir Sprüche 27, Vers 20 lesen, dann heißt es hier: "Totenreich und Abgrund sind unersättlich, ebenso unersättlich sind auch die Augen der Menschen." Also diese Menschenaugen, die deuten an, dass sozusagen der Papst, der damalige Papst, also dieses andere Reich, dieses kleine Horn, nicht mehr auf die Sache Gottes bedacht war, sondern darauf bedacht war, möglichst viel weltlichen Reichtum zu erlangen. Es ist unersättlich, heißt es hier, sind die Augen der Menschen, wie das Totenreich und der Abgrund. Und tatsächlich, die Geschichte der Kirche hat das sehr, sehr deutlich gemacht.

[33:49] Jetzt heißt es aber auch von diesem Tier, von diesem kleinen Horn, es hatte einen Mund, das große Dinge redete. Was mag das sein, ein Mund, das große Dinge redete? In Vers 25 lesen wir ein bisschen was dazu. Da heißt es: "Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben. Und er wird danach trachten, Zeit und Gesetz zu ändern. Und sie werden seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit."

[34:15] Also diese großen Reden hier, die heißen hier freche Reden gegen den Höchsten. Nun, was ist das? Das ist Blasphemie. Was ist Blasphemie? Wenn wir die Frage haben, was ist Blasphemie, also was ist Gotteslästerung, dann fragen wir einfach die Pharisäer und Schriftgelehrten, denn die müssen es ja wissen. Und wir gehen dazu in Johannes 10, Vers 33. Die Juden waren hier im Konflikt mit Christus und es heißt: "Die Juden antworteten ihm und sprachen: Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen Gotteslästerung. Und zwar, weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst."

[34:55] Also die Sünde sozusagen, die sie Christus vorgeworfen haben, ist: "Du bist ein Mensch und du behauptest Gott zu sein." Das war Blasphemie in ihren Augen. Und später haben die Päpste diesen Titel für sich beansprucht. Der Papst selber lässt sich sogar noch heute "Heiliger Vater" titulieren. "Heiliger Vater", da steht nur Gott im Himmel zu. Christus hatte das sogar gesagt in Matthäus 23, Vers 9, da sagte sein Jünger: "Nennt auch niemand auf Erden euren Vater, denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist." Das heißt ja nicht, dass ich nicht zu meinem leiblichen Vater Vater sagen soll. Das heißt, ich soll niemandem den Titel geben, dessen der im Himmel ist. "Heiliger Vater". Und genau das hat dieses kleine Horn angenommen. Wer lässt sich heute "Heiliger Vater" nennen? Es ist der Papst.

[35:43] Später haben die Päpste noch weiter gegangen, haben Großreden geschwungen, haben sich also Stellvertreter des Sohnes Gottes genannt, manchmal Gott selbst auf Erden, bis hin zur Ex-Kathedra, also zur Unfehlbarkeit des Papstes, wenn der Ex-Kathedra redet. Bereits Paulus warnte vor dieser Macht, die dort einmal aufkommen wird. Und er schreibt im Zweiten Thessalonicher 2, Verse 3 und 4: "Lasst euch von niemandem in irgendeiner Weise verführen, denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt."

[36:28] Paulus sagte schon, es kommt später jemand auf, der sich in den Tempel Gottes setzen wird und sich selbst für Gott ausgibt. Und da wir davon ausgehen können, dass derjenige sich nicht in den Tempel Gottes im Himmel setzt, muss es irgendetwas Irdisches sein. Und schau mal, was das Papsttum über sich selbst sagt. Das könnt ihr im Manuskript nachlesen. Es heißt hier: "Der Papst allein wird zu Recht als allmächtig bezeichnet. Er allein kann Bischöfe absetzen und wieder einsetzen. Alle Fürsten sollen allein die Füße des Papstes küssen. Es ist ihm erlaubt, Kaiser abzusetzen. Sein Urteil kann von niemandem überprüft werden und er allein kann die Entscheidung aller überprüfen. Die römische Kirche hat sich nie geirrt. Noch wird sie sich nach der Schrift jemals irren." Das von Papst Gregor dem Siebten. Wo die Schrift sowas bezeugt, bleiben die Päpste unschuldig. Aber das ist ihr Anspruch.

[37:34] Wir sind unfehlbar. Wir haben den Platz Gottes inne. Ich kann alle richten und niemand kann mich richten. Also sie geben sich selbst für Gott aus. Große Reden schwingen sie. Dieses kleine Horn.

[37:46] Schauen wir mal den nächsten Vers an. Vers 9. "Ich schaute, bis Throne aufgestellt wurden und ein Hochbetagter sich setzte. Sein Gewand war schneeweiß und das Haar seines Hauptes wie reine Wolle. Sein Thron war eine Feuerflamme und dessen Räder ein brennendes Feuer." Nun, jetzt beginnt eine andere Szene. Wir guckten gerade auf dieses Papsttum, auf das kleine Horn, das so große Reden schwang und jetzt wechselt die Szene in den Himmel. Jetzt wurden Throne gesehen.

[38:06] Nun, was ist das? Was zeigt das an? Throne wurden aufgestellt und sich setzten welche. Im Psalm 122, Verse 3 bis 5 heißt es: "Jerusalem, du bist gebaut als eine festgefügte Stadt, wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme des Herrn, ein Zeugnis für Israel, um zu preisen den Namen des Herrn. Denn dort sind Throne zum Gericht aufgestellt, die Throne des Hauses David." Also schon im Psalm wird es angekündigt und später auch in Offenbarung 20. Diese Throne, die da aufgestellt werden, stehen für ein Gericht, das dort stattfindet und genau das wird hier auch gleich beschrieben. Es wird ein Gericht stattfinden. Throne werden aufgestellt.

[39:04] In Daniel 7, Vers 9 wird nun also gezeigt, dass während das kleine Horn noch redet und seine Reden dort schwingt, während es noch regiert und es noch auf Erden ist, im Himmel plötzlich ein Gericht anfängt. Jetzt wird hier geschrieben von dem Hochbetagten, der dort sitzt. Es ist der Vater selbst. In Klagelieder 5, Vers 19 heißt es: "Du, o Herr, thronst in Ewigkeit. Dein Thron besteht von Geschlecht zu Geschlecht." Das ist der der Uraltes, der Hochbetagte.

[39:37] Das gleiche, interessanterweise, wird übrigens auch über Christus gesagt, in Micha 5, Vers 1. Diese berühmte Predigt, wo der Geburtsort Christi angekündigt wird. "Und du, Bethlehem-Ephratah, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda, aber aus dir soll mir hervorkommen, der Herrscher über Israel werden soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist." Wie können wir nun sicher sein, dass der der Uraltes hier auf dem Thron, dass es der Vater ist und nicht der Sohn? Das werden wir nachher in Vers 13 sehen, dass es der Vater sein muss.

[40:14] Es heißt, über den Vater hier, sein Haar und sein Gewand waren schneeweiß. Er wird hier als vollkommen rein und unbefleckt gezeigt. Es war ja die Anklage des Teufels, dass er ungerecht sei, dass sein Gesetz nicht zu halten ist, dass er nicht fair richte. Aber hier wird er gezeigt als vollkommen rein, vollkommen fleckenlos, vollkommen makellos. Er ist vollkommen und das schon von Ewigkeiten her.

[40:42] Dann heißt es ja noch, dass sein Thron Feuerflammen sind und das ist sehr, sehr schön, dass das da steht. Denn die Feuerflammen, was sind das? In Hohelied 8, Vers 6 heißt es: "Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel an deinen Armen. Denn die Liebe ist stark wie der Tod und die Eifersucht unbezwinglich wie das Totenreich. Ihre Glut ist Feuerglut, eine Flamme des Herrn."

[41:03] Nun, was ist hier die Flamme des Herrn? Die Flamme des Herrn ist die Liebe. Gottes Regierung, Gottes Thron ist auf Liebe gegründet. Interessanterweise auch genau das, was Jesus Christus sagte, als er gefragt wurde: "Meister, welches ist das höchste Gebot?" Sagt er: "Liebe Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit all deinen Kräften und deinem Nächsten wie dich selbst. Darin hängen das ganze Gesetz und die Propheten." Also, das Gesetz Gottes ist Liebe, das Fundament seines Thrones. Sein Thron ist Feuer, das Feuer der Liebe Gottes.

[41:35] Und es ist so gut zu wissen, denn schaut mal in Vers 10, wie es dort weitergeht. "Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausend mal Tausende dienten ihm und zehntausend mal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht setzte sich und die Bücher wurden geöffnet." Zunächst wird von einem Feuerstrom gesprochen, der von ihm ausging. Und es ist so gut, das zu wissen. Gott wird alles anhand seines Gesetzes richten. Sein Gesetz ist aber Liebe und er sieht mit Liebe auf seine Geschöpfe. Und so sieht er auch voller Liebe im Gericht auf seine Geschöpfe. Er wird jeden richten nach seinem Gesetz, aber er richtet mit Liebe.

[42:15] Dann heißt es hier auch tausend mal Tausende und zehntausend mal Zehntausende stehen hier vor ihm und Bücher werden geöffnet. Tatsächlich werden in diesem Gericht, diesem Untersuchungsgericht, viele, viele Engel anwesend sein. Bücher werden dort geöffnet, unsere Schriftrollen, unser Leben wird verglichen mit dem Gesetz Gottes und dann wird sozusagen jedes einzelne Urteil gefällt werden. Und später werden alle Menschen anhand dieser Bücher im Himmel gerichtet, wo das Leben jedes einzelnen aufgeschrieben steht. Und auch wir werden eines Tages im Gericht sitzen und werden sozusagen die Fälle der Gottlosen prüfen. Und nicht nur die Fälle der Gottlosen, sondern auch die Fälle der Dämonen. Alles wird von uns dann geprüft werden im Gericht. Auch dort werden wir auf Thron sitzen, wie es in Offenbarung 20 heißt.

[42:53] Lesen wir mal die nächsten beiden Verse, Vers 11 und 12. Es gibt also, wie das Gericht wird gezeigt, zu der Zeit, während das Papsttum, dieses kleine Horn, immer noch regiert und immer noch seine Reden schwingt. Und heißt es in Vers 11 und 12: "Ich sah fortwährend hin, wegen des Lärms der hochfahrenden Reden, die das Horn führte. Ich sah zu, bis das Tier getötet und sein Leib umgebracht und einem brennenden Feuer ausgeliefert wurde. Auch die Herrschaft der anderen Tiere verging und ihre Lebensdauer wurde ihnen auf Zeit und Stunde bestimmt."

[43:35] Also in diesem Gericht wird sozusagen das Tier entmachtet. Dieses seltsame Tier, das wir immer wieder in der Bibel lesen, dieses besondere Staat. Später, ja in Offenbarung 13, auch zu sehen, als ein Tier, das all diese Attribute der vorhergehenden Tiere hat, die wir hier sehen. Dieser Kirchenstaat des Papsttums. In Offenbarung 13, Verse 1 und 2 lesen wir davon. Da heißt es: "Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und aus seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung. Und das Tier, das ich sah, glich einem Panther und seine Füße waren die eines Bären und sein Rachen wie ein Löwenrachen und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht."

[44:13] Die Tiere, also aus Daniel 7, werden in Offenbarung 13 noch mal erwähnt und hier, wenn man es weiterliest, stellt man ganz schnell fest, hier spricht es vom Kirchenstaat des Papsttums. Aber in Offenbarung 20, Vers 10, wird genau dieses Gericht beschrieben, das wir gerade in Daniel 7 gelesen haben. Da heißt es: "Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in Feuer und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet. Das ist das Ende dieses Tieres. Es wird vernichtet werden."

[44:42] Und jetzt kommt was Besonderes, nämlich Vers 13. Hier heißt es: "Ich sah in den Nachtgesichten und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels, gleich einem Sohn des Menschen und er gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht."

[45:06] Jetzt sehen wir jemanden, gleich einem Sohn des Menschen und der wird jetzt zu dem Hochbetagten gebracht. Also es ist nicht die Wiederkunft Jesu, denn er kommt nicht zur Erde, sondern er kommt zu dem, der da auf dem Thron sitzt. Er kommt also in den Thronsaal Gottes. Christus, wann ist Christus in den Thronsaal Gottes hineingegangen? Es war am 22. Oktober 1844, Beginn des Untersuchungsgerichts. Er kam in das Gericht hinein, um dort sein Volk freizusprechen. Sie sagen: "Vater, wenn du richtest, mein Volk, richte mich. Richte sie nach meinem Leben und richte mich nach ihrem." Unsere Sünden werden auf ihn gelegt, auf Jesus Christus und er ruft uns in diesem Gericht frei.

[45:53] Es ist wunderschön, wenn man liest, wer Christus ist. Also er wird ja mehrfach sozusagen der Sohn des Menschen genannt, dafür einige Bibelstellen, die ihr findet im Sendemanuskript hier. Da könnt ihr selber nachlesen, den Sohn des Menschen. Es deutet ganz, ganz, ganz deutlich auf Christus hin und es wird noch gezeigt in der Bibel und das ist schön, Christus tritt ja vor den Richterstuhl und es heißt hier in Johannes 5, Vers 22: "Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat dem Sohn übergeben." Das heißt, Christus ist unser Richter, der für uns eintritt.

[46:33] Denn 1. Johannes 2, 1 heißt: "Meine Kinder, die schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater Jesus Christus, den Gerechten." Also Christus ist unser Richter und er ist unser Anwalt, unser Fürsprecher. Und dann, wir kennen es aus Johannes 1, Vers 29, da heißt es: "Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt."

[47:04] Christus im Gericht ist unser Richter, er ist unser Anwalt und er ist unser Sündopfer. Er nimmt unsere Sünde auf sich. Das ist der einzige Weg, wie jemand freigesprochen werden kann in diesem Gericht. Und Christus wird vor den Vater gebracht, er wird für sein Volk dort eintreten, er wird uns freisprechen.

[47:17] Dann im Vers 14 heißt es: "Und ihm wurde Herrschaft, Ehre und Königtum verliehen und alle Völker, Stämme und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht und sein Königtum wird nie zugrunde gehen."

[47:38] Also man sieht sozusagen erst dieses Tier und dieses kleine Horn hervorkommen und dieses kleine Horn, das so furchtbar lästert und hochfahrende Reden hat, aber dann sieht man, wie es verurteilt wird in einem Gericht und wie die ganze Herrschaft auf Christus gelegt wird. Das ist wunderschön, das zu wissen. Und genau das gleiche haben wir damals auch in Daniel 2, Vers 44 gelesen. Denn dort heißt es am Ende, wir erinnern uns, von diesem Stein, der das Standbild an seinen Füßen traf, aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen. Es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen. Das ist Daniel 2, Vers 44.

[48:28] Also schon damals hieß es, da kommen diese Reiche nacheinander, aber dann kommt das Reich Gottes und hier wird etwas genauer hineingeleuchtet. Da kommen diese Tiere, werden hier beschrieben und wie sie regieren, was passiert und dann dieses furchtbare kleine neue System, dieses kleine Horn, aber dann wird gezeigt, es wird gerichtet werden und dann wird Christus sein Reich aufrichten und es wird niemals zerstört werden.

[48:48] Wenn wir uns die nächsten Verse angucken, sehen wir gleich die Deutung dessen, was wir gerade schon studiert haben. Gucken wir aber zunächst in Vers 15.

[49:00] Es heißt hier: "Ich, Daniel, wurde deshalb in meinem Geist zutiefst beunruhigt und die Gesichter meines Hauptes ängstigten mich." Nun, Daniel sieht diese Abfolge, diese Tiere, die nacheinander aufkommen und er kannte ja schon den Ablauf der Weltreiche von dem Traum von Nebukadnezar, aber als er das sieht, wird er in Angst und Schrecken versetzt. Warum? Weil das vierte Reich jetzt genauer erklärt wird, aus dem vierten Reich kommt eine andere Macht hervor und diese Macht ist eine grausame Macht und das, was dort passiert, diese Gotteslästerung, diese besondere Grausamkeit, die schockieren Daniel.

[49:40] Wir sehen das gleich noch einmal. Vers 16. "Ich näherte mich einem der Umstehenden und er bat von ihm eine sichere Auskunft über das alles. Der redete mit mir und verkündete mir die Bedeutung der Dinge." Also einer der Umherstehenden, wer könnte das sein? Vielleicht, es gibt die Vermutung, dass der Engel Gabriel ist, der im nächsten Kapitel in Daniel 8 auftaucht und dort mit Daniel redet. Vielleicht ist das so. Jedenfalls gibt dieser Engel dem Daniel jetzt genauere Informationen über das, was wir auch gerade gesehen haben, was wir gerade gelesen haben.

[50:13] Das gucken wir uns auch zusammen an. Schauen wir uns mal diese Zusammenfassung an, diese Zusammenfassung der Vision. Wir sehen sie in Vers 17 und Vers 18.

[50:23] Es heißt hier: "Jene großen Tiere, vier an der Zahl, bedeuten, dass vier Könige sich aus der Erde erheben werden. Aber die Heiligen des Allerhöchsten werden die Königsherrschaft empfangen, und sie werden die Königsherrschaft bis in Ewigkeit behalten. Ja, bis in alle Ewigkeit."

[50:44] Also eine ganz kurze Zusammenfassung gibt der Engel hier und sagt: "Naja, diese vier Tiere, die du da gesehen hast, das sind vier große Reiche, die nacheinander aufkommen, aber am Ende werden die Heiligen Gottes die Herrschaft übernehmen."

[50:54] Und in Offenbarung 5, Verse 9 und 10, dort lesen wir: "Und sie sangen ein neues Lied, in dem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden."

[51:25] Schon in Offenbarung 5, da wird es auch angedeutet und gezeigt sozusagen, dass die Heiligen erkauft worden sind von Christus im Gericht und später herrschen werden, auch wenn sie heute auf der Erde ständig unterliegen. Unglaublich viele Märtyrer, unglaublich viel Verfolgung, Christenverfolgung weltweit und das seit allen Zeitaltern, seit der Zeit der Apostel und sogar davor haben sie Christus verfolgt und davor immer wieder sein Volk. Aber am Ende werden die Heiligen herrschen, wenn Christus sie erkauft hat im Gericht mit seinem Blut.

[51:54] Lesen wir Vers 19 und 20.

[52:01] "Hierauf wünschte ich sichere Auskunft über das vierte Tier, das sich von allen anderen unterschied, das so furchterregend war und eiserne Zähne und ehrende Klauen hatte, das fraß und zermalmte und das Übrige mit seinen Füßen zertrat, auch über die zehn Hörner auf seinem Kopf und über das andere Horn, das emporstieg und von dem drei ausfielen, nämlich jenes Horn, welches Augen hatte und ein Maul, das große Dinge redete und das so viel größer aussah als seine Gefährten."

[52:32] Interessant, was wir hier darüber lesen. Daniel fragt sich, was ist das, was hat es genau mit dem vierten Reich auf sich? Die anderen drei Reiche, die sind zu verstehen, was da passiert, aber das vierte Reich ist irgendwie besonders und er fragt: "Was ist das für ein Reich, dieses schreckliche Reich, dieses furchtbare Reich?" Und dann kommt eben die Frage auf nach diesem kleinen Horn, was ist das, was da hervorkommt und es heißt ja, das hatten wir gerade gelesen, ganz am Ende, dieses kleine Horn sah so viel größer aus als seine Gefährten. Es wird zwar als kleines Horn betitelt, aber doch, sagt uns Daniel 7, Vers 20, es sah größer aus als die anderen.

[53:10] Und geschichtlich können wir das tatsächlich sehr leicht einordnen. Das Papsttum, das eigentlich nur einen winzigen Staat hatte und keine Armee hatte, befehligte doch die Armeen in Europa und hatte Ländereien in allen Himmelsrichtungen. Immer wurden oder oft wurden den den Päpsten und den Bischöfen und den Kardinälen Ländereien geschenkt. Selbst bei uns in Deutschland und umgebenden Ländern hat die katholische Kirche unglaublich viel Grundbesitz und dazu hatte der Papst das ganze Mittelalter hindurch die Befehlsgewalt über sämtliche Armeen. Er konnte, wenn zum Beispiel wir Deutschen oder die deutschen Stämme, die es damals gab, sich schlecht verhalten haben, konnte er die französische oder die spanische Armee bitten: "Sorgt doch da mal für Ordnung, dafür werden euch so und so viele Jahre Fegefeuer vergeben oder Sünde erlassen oder was auch immer." Also er war unglaublich mächtig. Dieses kleine Horn, das eigentlich winzig ist, sah doch so viel größer aus als seine Gefährten. Denn dieses kleine Horn setzte irgendwann Kaiser ab und Kaiser ein, genau das, was das Papsttum über sich selbst sagt.

[54:14] Wir lesen Vers 21 und Vers 22. Da heißt es: "Ich schaute, wie dieses Horn Krieg führte mit den Heiligen und sie überwand, bis der Hochbetagte kam und den Heiligen des Allerhöchsten das Gericht übergab und die Zeit eintrat, dass die Heiligen das Reich in Besitz nahmen." Und was Daniel hier sieht, ist sozusagen der Kampf dieser religiösen Staatsmacht, dieser Staatskirche gegen das Volk der Heiligen, also gegen Gottes Volk. Und es heißt, es überwand. Also das Papsttum hat tatsächlich das Volk Gottes überwunden für eine gewisse Zeit und zwar so lange, bis denn sich das Gericht setzte und bis die Herrschaft von Gott, dem Papsttum, weggenommen wurde.

[55:00] Vers 23 und 24. "Und er sprach: Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, das auf Erden sein wird. Das wird sich von allen anderen Königreichen unterscheiden und es wird die ganze Erde fressen, zerstampfen und zermalmen. Und die zehn Hörner bedeuten, dass aus jenem Reich zehn Könige aufstehen werden und ein anderer wird nach ihnen aufkommen. Der wird verschieden sein von seinen Vorgängern und wird drei Könige erniedrigen."

[55:32] Hier nochmal die Zusammenfassung, die wir uns schon angeguckt haben. Also aus dem römischen Staat hervorgehen zehn Königreiche. Das stimmt, aus dem römischen Weltreich gehen tatsächlich diese zehn Stämme, die wir uns vorhin angeguckt haben, hervor. Und nun kam zwischen diesen ein anderes Horn hervor und es unterschied sich so sehr von allen anderen Hörnern. Es war sehr klein, aber es wirkte viel größer. Und tatsächlich, es war anders als die anderen, denn dieses kleine Horn war nicht ein politischer Staat, sondern es war eine Staatskirche. Hier waren Staat und Religion miteinander vermischt, Staat und Kirche zusammen. Es war völlig anders als alle anderen, sogar als das vierte Reich.

[56:08] Lesen wir Vers 25. Wir hatten vorhin den schon gelesen. "Und er wird freche Reden gegen den Höchsten führen und die Heiligen des Allerhöchsten aufreiben. Und er wird danach trachten, Zeiten und Gesetz zu ändern. Und sie werden seine Gewalt gegeben für eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit."

[56:35] Es heißt, er wird freche Reden gegen den Höchsten führen. Vorhin haben wir uns das schon angeguckt, was es bedeutet. Aber tatsächlich, ich will noch das ein oder andere Zitat euch mitgeben. Das Papsttum wird tatsächlich freche Reden führen und hat es in der Vergangenheit getan. Es maßt sich an, die Stelle Gottes auf Erden zu haben. Papst Johannes der 22. sagte: "Der Papst allein sitzt in dem Stuhl des Heiligen Petrus nicht als ein Mann bloß, sondern als Mann und Gott." Ebenso Papst Gregor der Neunte: "Er sagt, der Papst nimmt nicht die Stellung eines bloßen Menschen ein, sondern die des wahrhaftigen Gottes." Innozenz der Dritte sagt: "Der Papst nimmt die Stelle des wahrhaftigen Gottes auf dieser Welt ein." Leo der Dreizehnte: "Wir haben auf dieser Welt den Platz des allmächtigen Gottes inne." Und so weiter und so weiter und so weiter. Die Päpste behaupten, Gott zu sein auf dieser Welt.

[57:24] Und viele, viele andere Anmaßungen kennen wir aus der Kirchengeschichte. Sie stellen sogar ihre eigene Autorität über die Autorität der Bibel. Und es heißt von diesem Reich hier, oder von diesem kleinen Horn, das freche Reden, die in den Höchsten führen wird, es heißt, es wird die Heiligen aufreiben und sie sogar überwinden. Jeder, der damals im Kirchenstaat gegen die Macht Gottes, gegen die Macht des Papsttums gesprochen hat, wurde vom Papst verurteilt, exkommuniziert und sogar getötet. Also es gab eine Riesenverfolgung, später sozusagen eine Art Geheimdienst, die Inquisition, die dafür eingesetzt wurde, um sozusagen Leute zu finden, die gegen den Papst arbeiten, gegen das Papsttum oder anderer Meinung sind, vielleicht Theoretiker, also Freidenkende, die sie nicht unterordnen wollen, der Staatskirche und die wurden brutal verfolgt.

[58:14] Dann heißt es hier, es wird Zeiten, also wörtlich Festzeiten und Gesetz ändern. Hat es das gemacht? In der Tat, das hat es. Das Papsttum behauptet sogar von sich selbst, dass es das kann, nämlich das Gesetz Gottes ändern. Die Päpste behaupten zum Beispiel, das könnt ihr im Sendemanuskript nachlesen, "Der Papst hat die Macht, die Zeiten zu ändern, Gesetze aufzuheben und alle Dinge abzusetzen, sogar die Vorschriften Christi." Oder, das war Kardinal Josef Ratzinger, wir kennen ihn im späteren Papst Benedikt XVI. Er sagte 1992: "Die römisch-katholische Kirche ist weiser als die Bibel, das Wort Gottes, und ist in der Lage, ihr zu widersprechen." Also die Päpste behaupten von sich selbst, sie sind mächtiger oder ihr Wort hat mehr Gewicht als das Wort der Bibel.

[59:09] Tatsächlich haben sie Zeiten und Gesetz geändert, sie haben tatsächlich das Gesetz Gottes und die darin vorkommenden Zeiten geändert. Denn wenn wir uns die zehn Gebote in der Bibel anschauen, finden sie im zweiten Buch Mose, im 20. Kapitel. Da werden alle zehn Gebote nacheinander aufgeführt. Und ich habe sie euch ins Sendemanuskript hineingelegt, und ihr werdet sehen, dass dort eine Änderung stattgefunden hat. Nämlich, das zweite Gebot taucht in der Aufzählung im katholischen Katechismus nicht mehr auf. "Du sollst dir kein Bildnis machen, noch irgendein Gleichnis von dem, was im Himmel, auf der Erde oder im Meer ist und bete sie nicht an." Das fehlt im katholischen Katechismus in der Aufzählung der Gebote. Da haben sie tatsächlich das Gesetz verändert, aber sie haben auch Zeiten geändert, sogar besondere Zeiten.

[1:00:02] Nämlich Festzeiten. Welche Zeit gibt es denn im Dekalog, also in den zehn Geboten? Das vierte Gebot heißt: "Gedenke des Sabbatages und heilige ihn." Und daraus wurde gemacht, weil das zweite Jahr weggefallen ist, ist im Katechismus das dritte Gebot: "Du sollst den Tag des Herrn heiligen." Aber der Tag des Herrn ist in der katholischen Kirche auf den Sonntag gelegt worden. Das heißt, sie haben das Gesetz dahingehend geändert, dass die Zeit im Gesetz, die für die besondere Anbetung Gottes steht, nämlich der siebte Tag, der Sabbatag, der wurde verändert und die neue Zeit wurde eingesetzt, nämlich der erste Tag der Woche, der Sonntag.

[1:00:46] Und das ist auch gleichzeitig das Zeichen der Autorität der Päpste. Sie behaupten, sie können das machen, weil ihr Wort mehr Gewicht hat als das Wort Gottes, die Bibel. Das sind tatsächlich große Worte für dieses kleine Horn. Und dann heißt es hier noch, es wird eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit Gewalt haben über die Heiligen.

[1:01:06] In diesem Zeitraum zwei Zeiten, eine Zeit oder eine Zeit, zwei Zeiten, eine halbe Zeit, das sind diese dreieinhalb Zeiten oder auch dreieinhalb Jahre, die wir in der Bibel immer wieder finden. Wir finden sie in verschiedener Art und Weise, entweder als dreieinhalb Jahre beschrieben oder als 42 Monate oder als 1260 Tage. Es umfasst immer den gleichen Zeitraum. 42 Monate, der hebräische Monat damals hatte 30 Tage, sind gleich 1260 Tagen. Also, wenn immer wir 1260 Tage, 42 Monate oder dreieinhalb Jahre finden, meint immer den gleichen Zeitraum.

[1:01:48] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


Lizenz

Copyright ©2020 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.