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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2015-2nd-Nr-9

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe mit Dominique Quinger wird das Evangelium nach Lukas unter dem Thema „Jesus, der große Lehrer“ beleuchtet. Es wird die einzigartige Autorität Jesu hervorgehoben, die sich in seiner Lehre, seinen Wundern und seiner Fähigkeit, Sünden zu vergeben, zeigt. Die Predigt thematisiert die Seligpreisungen und die Aufforderung zur Nächstenliebe, wobei die Bedeutung des Hörens und Handelns nach Gottes Wort betont wird.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q2: Das Evangelium nach Lukas

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour hier in den Räumlichkeiten in Stuttgart-Wangen. Wir sind froh, dass ihr euch eingeschaltet habt, dass ihr mit uns das Wort Gottes studieren möchtet und dass ihr euch auch vorbereiten möchtet auf das Bibelgespräch am 30. Mai. Und wir haben diese Woche in Teil unserer Reihe das Lukas-Evangelium näher verstehen zu können, haben wir diese Woche das Thema Jesus, der große Lehrer, zusammen studiert. Und wie immer möchten wir zu Anfang unseres Studiums zusammen beten. Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir den treuen Diener Lukas haben, der das alles festgehalten hat und es so gründlich recherchiert hat und nicht nur für seinen Freund, sondern auch für uns wurde es festgehalten und du hast alles geführt, dass auch alles richtig aufgeschrieben wird und nichts verloren geht, was nicht verloren gehen soll. Und so danken wir dir dafür und bitten dich darum, dass du jetzt anwesend bist mit deinem Heiligen Geist, dass du uns deine Gedanken offenbarst und dass wir gestärkt in dieses Gespräch gehen dürfen, aber auch uns wertvolle Aspekte und Lernen auch für unser Leben mitnehmen dürfen. Und so danken wir und wissen, dass du alles tun wirst und bitten dich in deinem Namen darum. Amen.

[2:04] Nun ist es sehr interessant, habe ich mir gedacht, als ich dieses Thema angeschaut habe, der große Lehrer, der Meister im Lernen. Und das Interessante dabei ist, dass, wenn man sich nur Lukas anschauen würde, dann könnte man eigentlich den kompletten Lukas sich anschauen und feststellen, würde feststellen, dass Jesus wirklich immer gelehrt hat. Und so ist es schwierig, wirklich in dieser kurzen Zeit, die wir zur Verfügung haben, alles zu beleuchten. Und deswegen wollen wir uns auch vor allen Dingen an der Chronologie und der Aufteilung, wie es die Lektion auch durchgeführt hat, orientieren, weil ich denke, wenn wir durch diese 13 Studienwochen alles studiert haben, dann werden wir wirklich im gesamten Lukas uns viel besser auskennen. Und der Merkvers für diese Woche, den finden wir in Lukas Kapitel 4 Vers 32, da steht Lukas Kapitel 4 Vers 32: „Und sie verwunderten sich über seine Lehre, denn er predigte mit Vollmacht.“ Zwei Dinge können wir hier sehr deutlich sehen, dass sich die Menschen verwundert haben. Und dieses Verwundern, im Griechischen steht dort und das heißt, sehr erstaunt sein und außer sich geraten. Und wenn man wirklich auf den Grund des Wortes stößt, dann heißt es wörtlich übersetzt: herausgeschlagen. Dieses herausgeschlagen oder vertrieben. Jesus hat etwas vertrieben, eine falsche Anschauung vielleicht in den Menschen. Und interessant ist, wenn man auch später weiter liest, dann hat er auch sogar den unreinen Geist vertrieben. Und die Menschen waren wirklich sehr verwundert. Da war etwas an der Lehre. Und der Text erklärt es uns genauer, denn es heißt, er predigte mit Vollmacht. Und in Markus 1 Vers 22 lesen wir den Parallelbericht dazu und er gibt uns ein interessantes Detail. Dort heißt es in Markus Kapitel 1 in Vers 22: „Und sie entsetzten sich über seine Lehre, denn er lehrte mit Vollmacht.“ Bis hier ist es der gleiche Text, aber dann heißt es: „und nicht wie die Schriftgelehrten.“ Da war ein Unterschied in der Lehre Jesu. Die Schriftgelehrten, könnte man meinen, haben die nicht auch mit Vollmacht gepredigt? Ich meine, wenn man jemanden hört, der wirklich sich in der Bibel sehr gut auskennt und das kannten sie und wirklich täglich studiert, dann könnte man doch meinen, wenn man diesen Personen zuhört, dass sie auch mit Vollmacht sprechen. Aber hier war ein Unterschied in der Vollmacht, denn der Text sagt, er lehrte mit Vollmacht, aber nicht wie die Schriftgelehrten es taten. Und wenn man dieses Wort auch im Urtext nachschlägt, dann steht dort exousia und es bedeutet die ausführende Gewalt und oft auch von oben verliehen. Wenn man sich zum Beispiel in Lukas Kapitel 7 Vers 8 näher beschäftigt mit dieser Autorität, und wir wollen, wie auch in diesem Sonntagsgedanken war es meines Wissens, uns beschäftigen mit der Autorität Jesu. Und dort lesen wir in Lukas 7 Vers 8: „Denn auch ich bin ein Mensch der Obrigkeit untertan und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin, so geht er hin; und zu einem anderen: Komm her, so kommt er her; und zu meinem Knecht: Tu das, so tut er es.“ Dieser Hauptmann, für ihn war es selbstverständlich, was Autorität ist. Es gibt jemanden, der ist über mir und es gibt jemanden, der ist unter mir. Und von dem, der über mir ist, von dem erhalte ich meine Aufgaben und deswegen hat er Autorität über mich. Und der, der unter mir ist, dem gebe ich die Aufgaben weiter und deswegen habe ich Autorität über ihm. Also ist Autorität immer etwas, was wir von jemandem bekommen. Und in Offenbarung Kapitel 18 lesen wir auch über Autorität. In Offenbarung Kapitel 18 und dort in Vers 1, da heißt es: „Danach sah ich einen anderen Engel herniederfahren vom Himmel. Der hatte große Macht und die Erde wurde erleuchtet von seinem Glanz.“ Hier haben wir dieses Bild von einem Engel, der vom Himmel herabkommt mit Macht, mit großer Macht. Und so ist die Autorität, die Jesus gehabt hatte, wir wissen es, eine Autorität, die vollmächtig war, weil sie vom Himmel gekommen ist.

[7:23] Bleiben wir in Lukas in Kapitel 20 und dort in Vers 1, dort heißt es: „Und es begab sich eines Tages, als er das Volk lehrte im Tempel und predigte das Evangelium, da traten zu ihm die Hohenpriester und Schriftgelehrten mit den Ältesten.“ Jesus lehrte im Tempel, er predigte das Evangelium. Dann heißt es in Vers 2: „und sprachen zu ihm: Sage uns, aus welcher Vollmacht tust du das? Oder wer hat dir diese Vollmacht gegeben?“ Und was dort anklingt, ist, sie waren nicht in Übereinstimmung mit dem, was er gesagt hat. Und sie waren verbittert, weil er vielleicht Dinge angesprochen hat, die sie selber betreffen. Und sie fragen ihn: „Wer hat dir diese Vollmacht gegeben?“ Und wenn man sich diese ganze Geschichte anschaut, wir wollen das jetzt der Zeit, aber nicht machen, aber es ist interessant, wie er ihnen dann die Frage stellt. Und er hätte ja direkt eine Antwort geben können auf diese Frage, aber er tat es nicht. Und ja, lesen wir doch vielleicht in Vers 6 oder Vers 5 schon. Da heißt es: „Sie aber bedachten es bei sich selbst und sprachen: Sagen wir vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm nicht geglaubt? Sagen wir aber von Menschen, so wird uns alles Volk steinigen, denn sie sind überzeugt, dass Johannes ein Prophet war.“ Und dann heißt es in Vers 7: „Und sie antworteten: Sie wüssten nicht, wo sie her wäre.“ Sie haben vorgeschoben, nicht zu wissen. Ist es manchmal auch so, dass wir, obwohl wir es wissen und wir schon in unseren Gedanken uns ausgelotet haben, soll ich jetzt so oder so? Und wir geben vor nach außen hin, ja, wir wissen das nicht, um so nicht angreifbar zu werden. Genauso haben es hier die die Schriftgelehrten gemacht. Und Jesus ist sehr humorvoll, eigentlich könnte man sagen, wo er dann sagt in Vers 8, dass er sagt: „So sage ich euch auch nicht, aus welcher Vollmacht ich das tue.“ Wenn wir nicht standhaft sind, wenn wir nicht überzeugend sind zu unserem eigenen Standpunkt, wenn wir sagen, wir wissen es nicht und versuchen, uns so durchzuwinden, dann bekennt sich Jesus auch nicht und gibt uns auch keine klaren Antworten. Er ist der große Lehrer. Und auch interessant in diesem Merkvers oder zuvor, ein Vers zuvor, in Lukas Kapitel 4, heißt es in Vers 31: „Und er ging hinab nach Kapernaum, eine Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat.“ Jesus hat am Sabbat gelehrt und das bedeutet, dass dort Menschen waren, die am Sabbat gelernt haben. Und so dürfen wir Jesus auch nacheifern, zu lehren, aber vor allen Dingen zu seinen Füßen sein und von ihm zu lernen. Der Sabbat bietet beste Gelegenheit dazu.

[10:37] Schauen wir uns weiter diesen Autoritätsbegriff an von Jesus. Was war diese Autorität, die von oben kam? In Lukas Kapitel 8, und dort ab Vers 22, heißt es: „Und es begab sich an einem der Tage, dass er in ein Boot stieg mit seinen Jüngern, und er sprach zu ihnen: Lasst uns über den See fahren, und sie stießen vom Land ab. Und als sie fuhren, schlief er ein, und es kam ein Windwirbel über den See, und die Wellen überfielen sie, und sie waren in großer Gefahr.“ Ich denke, wir kennen diese Geschichte sehr gut. Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: „Meister, Meister, Lehrer, Lehrer, wir kommen um!“ Da stand er auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich, und es entstand eine Stille. Er aber sprach zu ihnen: „Wo ist euer Glaube?“ Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sprachen zueinander: „Wer ist dieser, auch dem Wind und dem Wasser gebietet er, und sie sind ihm gehorsam?“ Sind wir auch gehorsam? Hier wird deutlich, dass Jesus der Schöpfer ist, und ihm ist der Wind gehorsam und das Wasser gehorsam. Wie ist das mit uns, die wir seine Geschöpfe sind? Sind wir auch auf die gleiche Weise gehorsam? Er stellt hier auch seine Autorität als Schöpfer. Und wenn wir nach einem Lehrer suchen würden, würden wir da nicht jemanden suchen, der wirklich fähig ist in dem, was er tut? Jesus hatte die größten Fähigkeiten überhaupt, und so sollten wir auch diesen Lehrer suchen, von dem wir wissen, dass ihm sogar Wellen und Wind gehorchen. Und er geht sogar weiter und sagt: „Wo ist euer Glaube?“ Was er andeutet ist, ihr müsstet es eigentlich schon wissen, solange seid ihr schon meine Jünger, aber ihr versteht immer noch nicht. Ihr braucht noch Erkenntnis und diesen Glauben. Und das Interessante ist, dass sie diesen Glauben von einem großen Lehrer lernen dürften. Und sie stellen diese Frage: „Wer ist dieser?“ Und diese Frage, denke ich, hat sie durch ihren Weg mit Jesus begleitet. Und Jesus hat ihnen immer Stück für Stück wieder neue Erkenntnis gegeben, wer er wirklich ist, weil er sie ausbilden möchte und uns auch ausbilden möchte. Und dieses: „Das müsstest du eigentlich schon wissen“, ist auch so ein gewissermaßen eine, ich nenne es mal eine demotivierende Motivation. Auf der einen Seite ist man natürlich gekränkt, ach, das müsste ich eigentlich schon wissen. Aber Jesus macht es nicht, um einfach sie bloßzustellen, sondern er möchte, dass sie in ihrem Kopf wirklich diese Frage stellen: Wer ist dieser? Und was ist Glaube? Dass sie ihren Mangel erkennen und ihn weiterfragen und von ihm lernen dürfen. Jesus möchte, dass wir seine Schüler sind. Und manchmal stellt er diese unangenehmen Fragen.

[14:06] In Lukas Kapitel 5 Vers 24 lesen wir auch einen weiteren Aspekt der Vollmacht Jesu, vielleicht sogar den stärksten seiner Vollmacht. In Vers 24 heißt es in Lukas 5: „damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat.“ Wieder dieser Begriff Vollmacht, es scheint, dass Lukas wirklich den Fokus oder ein Fokus auf die Vollmacht Jesu lenkt. Und da heißt es: „Vollmacht auf Erden Sünden zu vergeben.“ Sprach er zu dem Gelähmten: „Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim.“ Und sogleich stand er auf vor ihren Augen und nahm das Bett, auf dem er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott. Und sie entsetzten sich alle und priesen Gott und wurden vor Furcht erfüllt und sprachen: „Wir haben heute seltsame Dinge gesehen.“ Jesus hat den Gelähmten geheilt von seiner Krankheit, aber er hat ihn auch geheilt von der Sündenkrankheit. Er hat ihm die Sünden vergeben und die Menschen um ihn herum waren wirklich erstaunt.

[15:31] Im Montagsgedanken haben wir uns mit der Predigt auf dem Felde, wie es in meiner Lutherbibel überschrieben ist, beschäftigt. Und wir haben gesehen, dass Jesus diese Vollmacht hat und dass er diese Vollmacht benutzt, um sich als Lehrer darzustellen, dass wir wissen, dass, wenn wir ihm folgen, dann dürfen wir von ihm lernen und wir haben auch die Zusicherung, dass er uns in allem helfen wird. Und dort lesen wir in Lukas 6 nun von dieser Feldpredigt, wie wir erkannt haben, natürlich, dass sie in Auszügen gleichzusetzen ist mit der Bergpredigt, den Bericht, den wir in Matthäus 5 haben. Und dort beginnt es in Lukas Kapitel 6 mit Vers 17, da heißt es: „Und er ging mit ihnen hinab und trat auf ein ebenes Feld. Und um ihn war eine große Schar seiner Jünger und eine große Menge des Volkes.“ Da war eine große Schar, eine große Anzahl von Jüngern und von Volk, und sie gingen zu Jesus. Und dann heißt es in Vers 18: „die gekommen waren, ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Und die von unreinen Geistern umgetrieben waren, wurden gesund.“ Die Menschen sind zu Jesus gekommen, um einmal von ihm geheilt zu werden. Sie haben von diesem Menschen gehört, der diese Vollmacht besitzt, Menschen zu heilen. Aber sie haben auch davon gehört, dass, ja, oder sie sind gekommen, um ihn zu hören. Sie wollten von dem Lehrer lernen. Und in Vers 19 heißt es: „Und alles Volk suchte ihn, ihn anzurühren, denn es ging Kraft von ihm aus.“ Wieder haben wir diese Vollmacht, die von Jesus ausgeht. Und dann heißt es: „Und er heilte sie alle.“ Bevor Jesus diese Predigt angefangen hat, wie wir später sehen, hat er zuerst mal allen Menschen die Heilung gegeben und hat sich um ihre Bedürfnisse gekümmert. Er hat ihr Vertrauen gewonnen, dass, wenn sie geheilt werden, dass, wenn sie dieses Vertrauen gewonnen haben, dass sie dann auch aufrichtig und ernst und gespannt diesem Lehrer zuhören. Weil Jesus wollte sie nicht nur von ihren leiblichen Krankheiten heilen. Und deswegen heißt es dann auch in Vers 20: „Selig, ja, glückselig seid ihr Armen, denn das Reich Gottes ist euer.“ Und die Frage ist: Arm an was? Da heißt es: „Selig seid ihr Armen, aber an was?“ Der Bericht in Matthäus, Kapitel 5, gibt uns auch hier ein kleines Detail zu der Armut. Dort heißt es in Vers 3: „Selig sind, die da geistlich arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich.“ Das heißt, sie waren arm im Geist. Und sie haben auch das verstanden, weil, wenn wir im Urtext nachschauen, dann ist dieses Arm, ist ein Arm, was wie ein Bettler ist, jemand, der wirklich betteln muss, der um etwas bitten muss. Nicht nur arm, weil, dass er ja vielleicht nicht so viel hat, sondern so arm, dass er wirklich um etwas bitten muss. Um was? Um den Geist, wie wir aus dem Matthäus-Text schließen konnten. Das heißt, sie waren wirklich in diesem Zustand von Armut. Niemand musste ihnen erklären, dass du arm bist. Wenn man in diesem Zustand ist, dass man sogar betteln muss, dann muss er einem des Niemanden erklären. Und wer aber um den Geist bittet, der wird ihn empfangen. Wir haben das in einer vorigen Lektion gesehen. Und das Interessante ist, dass sie zuvor erlebt haben, wie Jesus geheilt hat. Und genauso durften sie dann auch diese Verheißung anwenden und nach vorne schauen, nämlich ins Himmelreich. Sie waren vielleicht arm, aber sie waren himmelreich. Und in Vers 21 lesen wir: „Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr sollt satt werden. Und selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.“ Jesus kümmert sich um die Bedürfnisse der Menschen. In Vers 22 lesen wir: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse, und des Menschen willen.“ Immer haben wir diesen Begriff selig. Selig seid ihr, selig seid ihr. Und in Vers 23 heißt es dann: „Freut euch an jenem Tage und springt vor Freude, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel, denn das Gleiche haben ihre Väter den Propheten auch getan.“ Und während wir zuerst diesen Abschnitt haben, wo es wirklich um selig und um diese glückseligen Begriffe geht, lesen wir dann nachfolgend über die Wehrufe. In Vers 24 heißt es: „Aber dagegen wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost schon gehabt.“ Hier wird der Kontrast aufgebaut zu den Armen und zu den Reichen. Und sie hatten ihren Trost schon gehabt. Das deutet an, dass sie sich ihren eigenen Trost geschaffen haben. Sie haben sich durch das Geld und wie auch immer sie dazu gekommen sind und ihre eigenen Anstrengungen haben sie sich ihren Trost geschaffen. Und sie haben ja nicht dieses Verständnis gehabt, wie die, die arm waren, die den Zustand erkannten, in dem sie waren, um zum Heiligen Geist zu bitten. Um den Heiligen Geist zu bitten, die von in Vers 24 die Rede ist, die waren sich nicht bewusst. Sie haben sich ihren eigenen Trost geschafft und wollten ihre Bedürfnisse selber stillen und sind deswegen nicht zum großen Lehrer gegangen. Und dieser Ausdruck „wehe euch“, der hat im Deutschen so eine drohende Annotation. Und interessant ist, wenn man das auch im Urtext betrachtet, dann kommt aber vor allen Dingen auch dort dieses wehe im Sinne von Mitgefühl aus. Ja, Jesus war wirklich betrübt, als er gesehen hat, dass es Menschen gibt, die ihren Zustand nicht erkennen wollen. Und der Gedanke, der mir kam, ist natürlich, dass auch zu sehen, oder mir kam der Gedanke, dass man das auch sieht in Offenbarung 3 Vers. Ja, in Offenbarung 3 in der Laodizea-Botschaft, wo wir auch von der von der Augensalbe sehen. Ja, sie sagen in Vers 17: „Ich bin reich und habe genug und brauche nichts und weiß nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und bloß.“ Die, die sagen, sie sind reich aus sich selber aus, sie haben sich ihren Trost selber hinzugefügt, die sind eigentlich arm und bedürfen der Augensalbe. Und wenn man sich so die Seligpreisungen anschaut in Lukas Kapitel 6, aber auch Matthäus, dann habe ich viele Parallelen gesehen zu den sieben Sendschreiben. Ja, wenn dort die Rede ist in Lukas: Selig seid ihr Armen und selig seid ihr, die ihr jetzt hungert und selig seid ihr, die ihr jetzt weint und die Menschen euren Namen verwerfen. Dann lesen wir in den Gemeinden, in den sieben Sendschreiben in Offenbarung 2 bis 3 auch diese Bestätigung, die sie von Gott haben, diese Zusicherung, die sie bekommen werden. Zum Beispiel heißt es dort in der Gemeinde an Ephesus in Offenbarung 2 Vers 7: „Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der im Paradies Gottes ist.“ Die, die Hunger leiden hier auf Erden, die werden auf der Erde gesättigt werden von dem Baum des Lebens. Und in der Gemeinde Smyrna lesen wir auch in Vers 11: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt: Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen vom zweiten Tod.“ Ja, sie wurden geschmäht, in Lukas lesen wir, sie verschmähen und sie verwerfen, aber uns wird kein Leid zugefügt werden durch den zweiten Tod. Und so können wir wirklich durchgehen, auch an die Gemeinde in Pergamon in Vers 17 in Offenbarung 2 lesen wir, dass sie von dem Mann bekommen werden und ein weißen Stein und auf dem weißen Stein ist ein neuer Name geschrieben. Während wir in Lukas sehen, dass der Mensch verschmäht wird und unser Name verworfen wird als böse, dann sehen wir in Offenbarung die Zusicherung, dass wir diesen neuen Namen empfangen werden. Und so habe ich eine deutliche Parallele, die man auch mal studieren kann und möchte, wenn man das will, zu Lukas, den Seligpreisungen und auch den Matthäus-Seligpreisungen zu den sieben Sendschreiben in der Offenbarung.

[25:15] Und dann geht es weiter in der Predigt, in der Feldpredigt, da heißt es in Vers 27 in Lukas Kapitel 6: „Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde.“ Jetzt muss man sich vorstellen, die Menschen haben das gehört: Liebt eure Feinde. Und man fängt an, jetzt, was bedeutet das? Und Jesus hat uns aber nicht einfach nur diese Phrase hingeworfen und sagt: Jetzt kommt damit zurecht, sondern er gibt die Erklärung. Er sagt im Weiteren, was wir tun sollen. Da heißt es: „Tut wohl denen, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen, bittet für die, die euch beleidigen.“ Die, die uns hassen, die sind unsere Feinde, die uns verfluchen, die sind unsere Feinde, die euch beleidigen, sind unsere Feinde. Jesus sagt: Mit euren Feinden, ihr sollt ihnen Gutes tun, ihr sollt sie segnen und ihr sollt für sie bitten. Denn wenn man sich überlegt, dieses Lieben, das heißt, es ist nicht dieses Gefühl von Liebe, auf das wir warten müssen, um jemandem etwas Gutes zu tun. Jesus fordert uns auf, ohne diese Gefühle etwas Gutes zu tun und für sie zu bitten. Und das ist die Nächstenliebe, zu der er uns auffordert. Nicht auf irgendwelche Gefühle zu warten, der Zuneigung, sondern zu handeln. Die Liebe, die Jesus uns vorgelebt hat, war auch eine Liebe des aktiven Handelns. Und in Vers 29 lesen wir: „Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. Wer dich bittet, dem gib, und wer dir das deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück.“ Dieses auf die Backe schlagen war auch vielleicht weniger ein tätlicher Angriff, wie vielmehr ein Angriff auf die Ehre in der damaligen Zeit. Wenn man jemanden auf die Backe geschlagen hat, dann war das ein Zeichen dafür, dass man die Person absolut nicht geehrt hat. Das Gesicht eines Menschen ist dort, wo man die Persönlichkeit eines Menschen am deutlichsten visuell wahrnehmen kann. Und wenn man jemanden ans Gesicht anfasst, dann ist es nicht nur ein tätlicher Angriff, sondern es ist vielmehr auch ein Angriff auf die Persönlichkeit der Person, auf die Ehre der Person. Und wenn jemand unsere Persönlichkeit angreift, dann müssen wir nicht auf die gleiche Weise zurückschlagen. Und wir sollten demütig bleiben. Und Jesus ruft uns hier nicht auf, dass wir uns nicht verteidigen dürfen, aber er sagt uns, wir sollen nicht Vergeltung üben.

[28:17] In Lukas Kapitel 6 Vers 31 heißt es: „Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch.“ Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr den leiht, von dem ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen. Vielmehr liebt eure Feinde. Tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein. Denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.“ Dieser Vers 35 ist für mich ein Schlüsselvers von diesem Abschnitt. Wenn wir Liebe üben, dann ist das eine Liebe, wo wir nicht auf etwas Gutes zurückhoffen. Dann ist es kein Geschenk, wenn wir aus Berechnung jemandem Gutes tun und erwarten, dass wir etwas Gutes zurückbekommen. Und den größten Sieg, den wir über unsere Feinde haben können, ist, dass wir sie zu Freunden machen. Und das ist aber auch zugleich der schwierigste Sieg. Und es ist ein Weg, wo wir gesehen haben von aktivem Handeln, von Gutentun, von Segnen und von einem Bitten für unseren Gegenüber.

[30:03] In Vers 37 oder Vers 36 schon lesen wir: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Gott möchte, dass wir ihm immer ähnlicher werden und dass wir seine Eigenschaften, die er hat, die er uns vorlebt, durch Jesus Christus gezeigt hat, möchte, dass wir sie imitieren und auch erleben, was daraus entspringt, wenn wir barmherzig sind. Und in Vers 37 heißt es: „Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben.“ Wir sollen nicht richten. Nun, in Vers 43, ein bisschen weiter lesen wir: „Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, und keinen faulen Baum, der gute Frucht trägt.“ Und dann lesen wir, dass ein guter Mensch gute Frucht bringt. Es ist in gewisser Maßen schon eine Beurteilung, die stattfindet. Wenn wir Menschen beurteilen, dann beurteilen wir, bringen sie gute Frucht. Und das ist aber dann nicht gemeint in Vers 37, dass wir nicht richten sollen. Also beurteilen, das kommt automatisch, wenn wir Menschen ansehen und beurteilen, ob sie gute Früchte bringen. Aber wir sollen sie nicht richten. Und Gott ruft uns nicht dazu auf, also Gott ruft uns zur bedingungslosen Liebe auf, aber er ruft uns nicht zu bedingungsloser Befürwortung auf. Wenn wir sehen, dass jemand etwas falsch macht, dann sollten wir nicht sagen: Ja, das hast du ja gut gesagt, unter dem Deckmantel, wir wollen ihn lieben, sondern wir sollten bedingungslos lieben, aber nicht bedingungslos befürworten. Gott möchte, dass wir so barmherzig werden, wie er barmherzig ist. Und das ist ein Prozess. Und genauso sollen wir auch die Menschen nicht verdammen. Wir können vielleicht die Früchte sehen, aber wir können nicht ihre Motive sehen, wieso sie das und das tun. Und in Samuel lesen wir, dass Gott allein der ist, der das Herz anschauen kann.

[32:24] In Vers 38 lesen wir: „Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben. Denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen.“ Nun, das Problem ist nicht das Maß. Das Maß ist gut, aber das Problem ist, dass wir mit einem Maß messen, wo wir selber nicht uns selber messen. Ja, sehr oft sehen wir bei den anderen zuerst, ja, was schief läuft, was alles falsch läuft und gehen dann aber nicht mit dem gleichen Maßstab an uns herein. Und oftmals würden wir selber bei unserem eigenen Maß durchfallen. Und diese ganze Abschnitt handelt davon, wenn wir weiterlesen in Vers 39, heißt es: „Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen?“ Ja, wir sollten uns nicht an einen Blinden wenden, wenn wir, wenn wir geführt werden wollen. Wir sollten uns an Sehende wenden. Und der Sehende, an den wir uns am besten halten sollten, ist natürlich Jesus. In Vers 40 heißt es: „Der Jünger steht nicht über dem Meister. Wenn er vollkommen ist, so wird er wie sein Meister.“ Wir, wenn wir Jesus folgen, dem großen Lehrer, dann werden wir nicht über den Lehrer sein, aber wir werden immer, immer ähnlicher zu ihm.

[34:09] In Vers 41 heißt es: „Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“ Zwei sehr interessante Dinge, die wir in diesem kleinen Vers lesen dürfen. Das eine ist, obwohl wir selber einen Balken im Auge haben, sehen wir den kleinen Splitter in unseren Nachbarn. Und das andere, das vielleicht so noch viel schlimmer ist, ist, dass wir uns in der Lage sehen, seinen Splitter rauszuziehen. Ja, ich weiß nicht, ob jemand von euch schon mal einen Spreisel, sicherlich hat jeder von uns schon mal einen Spreisel in der Hand gehabt. Und wenn wir den rausziehen möchten, dann machen wir wirklich das Licht an und wir gehen nah ran und wir ziehen vielleicht, wenn wir Not haben, unsere Lesebrille oder was auch immer an, um wirklich sehr gut sehen zu können. Und hier lesen wir von jemandem, der einen Balken im Auge hat und selber glaubt, er könnte einen kleinen Spreisel oder einen Splitter, ja, eine Operation durchführen an jemand anderem. Und das ist auch wieder dieser Gedanke, dass wir uns ja zuerst mal um uns selber kümmern müssen, weil der Text sagt ja, dass wir den Spreisel ziehen sollen. In Vers 42 heißt es: „Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh erst den Balken aus deinem Auge.“ Zuerst sollen wir um uns selber kümmern, dass wir wieder klar sehend werden. Und dann heißt es: „Und siehe, dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.“ Also wir sollen schon den Splitter aus dem Auge unseres Bruders ziehen, aber zuerst müssen wir es selber klar sehen können.

[35:42] Wenn wir weitergehen, in Vers 43 heißt es, den Text haben wir schon kurz angesprochen: „Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, und keinen faulen Baum, der gute Frucht trägt. Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt.“ Man pflückt ja nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens und ein Böse bringt Böses hervor aus dem Bösen. Denn was das Herz voll ist, das geht der Mund über.“ Und wenn wir dann weiterlesen, in Vers 6 heißt es: „Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?“ Wenn wir einfach nur als Jesus den Lehrer sehen, wo wir Wissen uns aneignen und dann erzählt er von diesen Dingen, aber dann nicht danach handeln, dann sagt Jesus uns, dann sollten wir ihn auch nicht Herr nennen, weil dann ist eine Diskrepanz. Dann wollen wir nur das Wissen, aber wir wollen nicht danach handeln. Gott möchte ein Lehrer sein, der uns zeigt, wie wir leben sollen. Und wir sollten Vers 47 wirklich zu Herzen nehmen. Da heißt es: „Wer zu mir kommt, das sind drei Schritte, wie wir erkennen können.“ Da heißt es: „Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie, ich will euch zeigen, wem er gleicht.“ Zuerst sollen wir zu Jesus kommen. Nur wenn wir zu ihm kommen, dann können wir ihm auch zuhören. Und dann sollten wir uns nicht ablenken lassen, sondern ihm aufrichtig zuhören. Wir sollten seine Autorität anerkennen, dass er der große Lehrer ist und uns der Wichtigkeit im Bewusstsein haben, was er Wichtiges für uns bereithält, was er uns erklären möchte, was er uns lernen möchte. Und dann sollen wir das in die Tat umsetzen. Gott möchte, dass wir, was wir von ihm lernen, in die Tat umsetzen. Und dann kommt dieses Beispiel von dem, der sein Haus baut auf dem Felsen. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Strom an dem Haus und es konnte und konnte es nicht bewegen, denn es war gut gebaut. Wenn wir zu Jesus kommen, wenn wir ihm zuhören und wenn wir dem handeln, dann gleichen wir dieser Person. Und der Text sagt nicht, dass wir dann verschont werden von dem Sturm. Auch die Jünger auf dem Wasser wurden nicht verschont von dem Sturm. Aber wenn der Sturm kommt, dann wird das Haus feststehen, weil wir gelernt haben, zu Jesus zu kommen, weil wir gelernt haben, ihm zuzuhören und weil wir gelernt haben, seinem Willen aktiv in unserem Leben zu folgen. Und dann, obwohl Stürme kommen werden, wird unser Haus felsenfest stehen und nicht wie von dem anderen, der sein Haus ohne Grund gebaut hat, dessen Haus wird einstürzen.

[39:20] Im Dienstag Gedanken hatten wir auch einen Text in Lukas 8, Vers 19, der auch eingespielt hat in diesen Begriff von dem Hören der Lehre und dem Tun der Lehre. Dort heißt es in Lukas Kapitel 8, Vers 19: „Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm und konnten wegen der Menge zu ihm nicht gelangen. Da wurde ihm gesagt: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.“ Jesus wollte hier einen Punkt klarstellen, den Lukas auch in dem gesamten Kapitel 8 hervorhebt. Dort geht es nämlich um das Wort Gottes, geht es an vielen Stellen um das Wort. Zum Beispiel in Vers 1 heißt es: „Und es begab sich danach, dass er durch Städte und Dörfer zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes, und die Zwölf waren mit ihm.“ Er hat gepredigt, er hat das Wort Gottes gesprochen. Und dann in Vers 4 heißt es: „Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis.“ Er hat das Wort Gottes in ein Gleichnis gepackt. Und in Vers 11 lesen wir das Gleichnis: „Aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.“ Das heißt, es geht wirklich um das Wort Gottes in diesem gesamten Kapitel 8. Aber das Problem ist, wie wir darauf reagieren, vom richtigen Zuhören. Weil dieses Gleichnis spielt dann auch davon. In Vers 10 lesen wir: „Euch ist gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den anderen aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören.“ Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Weg da sind, die, die es hören. Danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihren Herzen, damit sie nicht glauben und nicht selig werden. Sie hören zwar, aber nicht richtig. Und in Vers 13 heißt es: „Die aber auf dem Felsen sind, wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an, doch sie haben keine Wurzel. Eine Zeit lang glauben sie und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.“ Wieder das Hören. In Vers 14: „Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht.“ Und in Vers 15 lesen wir dann vom wahrhaftigen Hören. Da heißt es: „Dass aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem fein guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.“ Das Wort Gottes hat den Zweck, Frucht zu bringen. Wir lesen das zum Beispiel in Jesaja 55 und dort in Vers 10, da heißt es: „Denn gleich wie der Regen und Schnee vom Himmel fällt, wieder kommt die Autorität von oben und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen. So soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern es tut, was mir gefällt und ihm wird gelingen, wozu ich es sage.“ Das Wort Gottes kommt nicht nur, um zu lernen, es kommt mit einem Zweck, dass wir Frucht bringen und es selber Frucht bringt. Und daran erkennen wir, dass wir aufrichtig hören, wenn das Wort Gottes in uns Frucht bringt. Der beste Lehrer bringt uns nichts, wenn wir ihm nicht auch zuhören wollen.

[43:49] In Lukas Kapitel 11, Vers 28 lesen wir von der fünften Seligpreisung. Dort heißt es: „Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ Lukas setzt einen Fokus und auch das wieder erinnert uns vielleicht an die Zeit von Offenbarung und die Zeit, von der die Offenbarung redet, der letzten Zeit. Da heißt es, selig ist, in Vers 3: „Selig ist, der da liest und die da hören, die Worte der Weissagung und behalten, was darin geschrieben ist, denn die Zeit ist nahe.“ Gott möchte wirklich uns darauf hinweisen, dass wir am Wort sind, dass wir ihm zuhören und dass wir es behalten und danach handeln.

[44:44] Und den anderen Punkt, den wir in diesem Lukas 8 Kapitel gesehen haben, wo wir in der Lektion betrachtet haben, war, dass Gott niemanden ausschließt. Als die Mutter kommt und die Brüder kommen in Vers 19 und sie nicht durchkommen durch diese Menge, da sagt er in Vers 21: „Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die Gottes Wort hören und tun.“ Jesus schließt niemanden in die himmlische Familie aus. Und was uns verbindet, davon dürfen wir auch in Offenbarung 12 lesen. Vers 10 heißt es: „Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus, denn die Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserem Gott. Und sie haben ihn überwunden durch das Lammesblut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod.“ Was uns verbindet, ist, dass Jesus für uns gestorben ist. Dadurch werden wir zu Überwindern, wenn wir dieses Opfer von ihm annehmen. Und das integriert uns in diese himmlische Familie. Und das andere ist das Wort ihres Zeugnisses. Und in Römer 10 lesen wir, was dieses Wort ist. Weil wenn man liest von dem Wort ihres Zeugnisses, dann könnte man meinen, es ist ihr eigenes Wort. Aber in Römer Kapitel 10 lesen wir folgendes. Ab Vers 9: „Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt, so wirst du gerettet. Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht. Und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.“ Denn die Schrift sagt: „Wer an ihn glaubt, wird nicht zu Schanden werden.“ Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen. Es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird soll gerettet. Jeder ist integriert in dieser Familie. Und wenn wir ihn bekennen mit unserem Mund und von Herzen glauben, dass Jesus der Herr ist, werden wir gerettet.

[47:29] Und im Mittwochsgedanken war es meines Wissens, da haben wir von dem Gleichnis von dem Samariter gesprochen und gelesen. Und das Interessante ist, dass auch hier dieser eine Punkt deutlich gemacht von Jesus, dem großen Lehrer, dass er niemanden ausschließt. Wo jemand zu ihm kommt und ihm eine Frage stellt, in Lukas 10, Vers 25 heißt es: „Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?“ Die Frage, die er gestellt hatte, die war sehr wichtig. Und Jesus stellt ihm eine Gegenfrage. In Vers 26: „Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?“ Er antwortete und sprach: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Was für eine wunderbare Antwort hat er hier gegeben. Und wenn wir weiterlesen, dann sehen wir, dass Jesus es bestätigt. Er sagt: „Du hast recht geantwortet, tu das, so wirst du leben.“ Und dann heißt es: „Er aber wollte sich rechtfertigen und sprach zu Jesus: Wer ist denn mein Nächster?“ Er wusste über das Gesetz, er wusste, was zu tun war. Aber als es darum ging zu handeln, da hat er angefangen, dieses Gesetz neu umzudefinieren und gesagt: Wer ist denn mein Nächster? Wo Jesus keine Grenze zieht zwischen dem Nächsten, da hat er angefangen, eine Grenze zu ziehen und zu definieren, wer jetzt in diese Kategorie mein Nächster fällt, um sich so zu rechtfertigen, dass er nicht jedem hilft, wo er sieht, dass er Hilfe benötigt. Und hier wird deutlich, dass wir alles wissen können und wir die richtigen Antworten geben können, aber oft fehlt es uns bei der Anwendung. Und dann bringt Jesus dieses Beispiel von dem Samariter auf diese Frage: Wer ist denn mein Nächster? Und der große Lehrer hat es verstanden, den, der etwas von ihm wissen möchte, ihn wirklich behutsam zu handeln, anstatt zu sagen: Hier hast du das falsch gemacht, hier hast du das falsch gemacht. Gib dir jetzt ein Beispiel, damit der andere sich hineinversetzen kann in dieses Beispiel. Und er gewinnt so eine gewisse Distanz von dem Problem, das ihn ja selber betrifft. Und so kann er erst das Problem besser verstehen. Und während Jesus dieses Gleichnis erzählt und uns erzählt, so bin ich auch sicher, dass wir dann verstehen können: Hoppla, das bin ja ich. So wie als David in dieser Sünde war und er erkannt hatte oder noch nicht erkannt hatte, da schickt ihm Jesus diesen Nathan, damit er selber versteht, in welchem Zustand er ist. Und so benutzt der große Lehrer Beispiele und Geschichten, dass wir eine gewisse Distanz haben auf den ersten Blick zu dieser Geschichte, aber dann deutlich sehen, dass wir eigentlich selber davon betroffen sind und wir selber zu diesem Schluss kommen, in welchem Zustand wir sind. Und Jesus nicht sagt: Hier, das ist falsch, das ist falsch. Er geht den sanften Weg.

[51:35] Und der Zeit wegen gehen wir jetzt nicht durch dieses Kapitel, durch diese Passage, aber ich denke, wir kennen es nur so gut, die Geschichte von dem Samariter. Und Jesus beantwortet zum einen diese Frage: Wer ist der Nächste, aber er bringt auch eine komplett neue Dimension hinein, dass er eigentlich dieser Samariter ist, dass er derjenige ist, der dem hilft, der geschlagen ist und von jedem verlassen, dass er niemanden ausschließt und jedem Rettung gibt und jedem die Heilung anbietet. Und ich fand die Frage, die im Donnerstag am Intellektionsstand, da heißt es, dass der Levit und der Priester sich folgende Frage gestellt haben, als sie da vorbeigelaufen sind an dem, der geschlagen wurde und der dort lag am Straßenrand. Und sie sich diese Frage gestellt haben: Was würde uns geschehen, wenn wir dem Mann helfen? Der Samariter aber hat sich eine andere Frage gestellt: Was würde dem Mann geschehen, wenn ich ihm nicht helfe? Und so hat Jesus auch sich nicht diese Frage gestellt: Was springt bei mir, für mich dabei raus. Er hat keinen Moment gezögert, als die menschliche Rasse in die Sünde gefallen ist, in diese Krankheit und nackt da lag am Straßenrand. Da kam er mit der Autorität auf diese Erde, um Sünden zu vergeben, um uns erst in unseren täglichen Bedürfnissen Heilung zu geben, um uns wieder zu restaurieren und uns dann aber auch die Möglichkeit geben, dass wir zu seinen Füßen lernen dürfen. Und wenn er von diesen großen Wahrheiten durch das Wort zu uns spricht, dann dürfen wir dem zuhören, wenn wir zu ihm gekommen sind. Und er möchte aber dann auch, dass wir es in die Tat umsetzen, dass wir ihm immer ähnlicher werden. Und wenn es dein Wunsch ist, dass du auch in diese Lebensschule eingehst, dass du Jesus als den Schöpfer anerkennst, der die Autorität hat in deinem Leben und ihn als Lehrer anerkennst und du ihm alles in deinem Leben geben möchtest, dass er dir zeigt, was du zu tun hast, dass er dein Lehrer wird und dass du dann dem folgst, dann möchte ich dich einladen, dass du jetzt mit mir zusammen darum betest.

[54:23] Vater im Himmel, wir danken dir für das Wort, das Fleisch wurde in deinem Sohn, das zu uns auf diese Erde kam, wie wir in Jesaja gelesen haben, mit dem Ziel, dass wir Frucht tragen und dass es Frucht trägt, dass es nicht wieder leer zurückkehrt, sondern dass es Großes in den Menschen bewirkt, dass sie ihren Zustand erkennen. Und so dürfen wir auch den Zustand erkennen und uns nicht überheben und nicht andere zuerst mit diesem Maß bemessen, sondern uns selber bewusst werden über unsere eigenen Probleme und wo wir Handlungsbedarf haben. Du wirst es uns zeigen und wir dürfen sicher sein, dass wir mit deiner Kraft es auch vollbringen können, alles abzulegen, was uns hindert, bei dir zu sein, der Heilung schenkt und der uns alles geben möchte. Wir dürfen dir ähnlicher werden und wir danken dir dafür. In deinem Namen bitten wir darum. Amen. Schön, dass ihr da wart, dass ihr zugeschaltet habt zu dieser Stunde und wir freuen uns schon aufs nächste Mal und wünschen euch bis dahin Gottes Segen.


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