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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2018 3rd Nr 1

In dieser ersten Folge der Cannstatt Study Hour über die Apostelgeschichte, mit Christopher Kramp, wird die Bedeutung dieses biblischen Buches für die heutige Zeit beleuchtet. Der Sprecher erklärt die Verbindung zwischen dem Lukasevangelium und der Apostelgeschichte, die historische Genauigkeit von Lukas‘ Berichten und die zentrale Botschaft des Evangeliums. Es wird betont, wie wichtig das Studium der Apostelgeschichte ist, um den Missionsauftrag Jesu zu verstehen und umzusetzen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Studie, aber hier auch www.joelmedia.de, ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer neuen Serie der Cannstatt Study Hour.

[0:34] Wir haben uns in den letzten drei Monaten intensiv mit dem Thema Endzeit und der Vorbereitung auf die Endzeit beschäftigt, eine Thematik, die sicherlich sehr, sehr wichtig gewesen ist und bei der es sich lohnt, vielleicht auch später immer mal wieder einige dieser Sendungen noch mal nachzuschauen und zu studieren, was diese Themen für uns heute zu bedeuten haben.

[0:54] Wir wollen uns in den nächsten drei Monaten einer nicht minder wichtigen Thematik zuwenden. Wir wollen ein biblisches Buch betrachten, nämlich die Apostelgeschichte und das wird sehr praktisch, denn die Apostelgeschichte beschreibt, wie die Jünger Jesu nach der Auferstehung mit dem Evangelium in die Welt gegangen sind und es gepredigt haben. Ihre Erfahrungen und all das, was sie erlebt haben, ist dort beschrieben und wir, die wir heute vor der Aufgabe stehen, das Evangelium ebenfalls in die Welt zu tragen, können unglaublich viel lernen aus diesem Buch, von ihren Siegen, von ihren Niederlagen, von ihren Herausforderungen und in diesem Sinne wollen wir dieses Buch gemeinsam hier studieren.

[1:33] Das heutige Thema, quasi auch als Einleitung über Kapitel 1 der Apostelgeschichte, heißt "Ihr werdet meine Zeugen sein" und wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 7. Juli. Und bevor wir aber direkt einsteigen in das Thema, wollen wir noch gemeinsam ein Gebet sprechen.

[1:53] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir die Apostelgeschichte haben, danke, dass dieses wunderbare Buch uns zeigt, was möglich ist, wenn Menschen sich dir ganz hingeben, dir nachfolgen und vom Heiligen Geist gefüllt bereit sind, das Evangelium anderen Menschen weiterzugeben. Bitte gib, dass auch wir bereit sind, durch unser Leben ein Licht zu sein und Zeugnis zu geben von dem Wunderbaren, was du in unserem Leben getan hast, dass die Menschen sehen, dass das Evangelium nicht nur eine Theorie ist, sondern eine echte Kraft, die das Leben verändert. Und so bitten wir dich um die Ausgießung des Heiligen Geistes, die damals in der Apostelgeschichte diese großartige Verkündigung bewirkt hat. Wir möchten dich für heute bitten, dass du uns durch deinen Heiligen Geist, durch das Studium führst, dass wir verstehen, was diese Worte uns zu sagen haben und dass wir begeistert werden für dieses Evangelium und diese Botschaft so gerne anderen weitergeben. All das bitten wir im Namen unseres Erlösers und unseres auferstandenen Hohen Priesters, Jesus Christus. Amen.

[2:59] Apostelgeschichte, Kapitel 1 und dort Vers 1. "Den ersten Bericht habe ich verfasst, oh Theophilus, über alles, was Jesus anfing zu tun und zu lehren bis zu dem Tag, da er in den Himmel aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Befehl gegeben hatte."

[3:19] Die Apostelgeschichte sagt nicht explizit hier, wer der Verfasser ist, aber das können wir unschwer herausfinden, denn der Verfasser sagt, dass er schon einmal an einen gewissen Theophilus geschrieben hat und es gibt noch ein biblisches Buch, das ebenfalls an einen Theophilus gerichtet ist und das offensichtlich vor der Apostelgeschichte geschrieben wurde, das ist das Lukasevangelium.

[3:43] Wir lesen in Lukas 1 und dort ab Vers 1: "Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind, so schien es auch mir gut, da ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, ist dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichste Theophilus, damit du die Gewissheit der Dinge erkennst, in denen du unterrichtet worden bist."

[4:10] Die Apostelgeschichte ist also der zweite Teil, der Nachfolgeband nach dem Lukasevangelium. Genau genommen müssten sie eigentlich theoretisch auch in der Bibel nebeneinander sein, Band 1 und Band 2 dieses Gesamtwerkes von Lukas, dem Arzt, an Theophilus.

[4:29] Interessant ist, wenn die beiden zusammengehören, dann kann man sicherlich davon ausgehen, dass die selbe Zielsetzung, die Lukas mit dem Lukasevangelium verbunden hat, auch der Apostelgeschichte zugrunde liegt. Lukas sagt eindeutig, dass er dieses Buch geschrieben hat, diese Bücher dann sozusagen, weil er wollte, dass Theophilus, der einige dieser Dinge schon kannte, die Gewissheit dieser Dinge erkennt. Mit anderen Worten, er sollte im Glauben gestärkt werden, sein Glaube sollte vertieft werden.

[5:00] Das Lukasevangelium richtet sich nicht so direkt an jemanden, der noch nie etwas vom Evangelium gehört hat. Da gibt es ja auch andere neutestamentliche Texte, wenn man da zum Beispiel an das Markus-Evangelium denkt. Aber das Lukasevangelium richtet sich an eine Einzelperson interessanterweise. Theophilus heißt der Freund Gottes, offensichtlich vermutlich griechisch auch geprägt, der Name ist ja griechisch. Und das Lukasevangelium möchte diesen Glauben des Theophilus vertiefen und festigen, auf der Grundlage, dass er zusätzlich gilt, dass Lukas auch einen gewissen historischen Ansatz hat. Er spricht davon, dass er Quellen recherchiert hat, ausgewertet hat, das alles natürlich unter Inspiration des Heiligen Geistes und dass er auch einen gewissen chronologischen Ansatz in seinem Evangelium verfolgt, anders als zum Beispiel das Matthäusevangelium, das sehr stark thematisch strukturiert ist. Und auch wenn natürlich auch Lukas nicht sklavisch in jedem einzelnen Detail streng chronologisch ist, hat er doch so diesen grundsätzlich historischen Ansatz.

[6:00] Das sieht man sehr schön, wenn man Lukas und Apostelgeschichte auch miteinander gemeinsam liest und auch vergleicht mit den anderen Evangelien, nimmt man doch wahr, wie stark Lukas auch immer wieder Bezug nimmt auf Geschichtspersonen seiner Zeit. Viele der Kaiser der Zeitepoche werden genannt, Augustus wird genannt, Tiberius wird genannt, Claudius wird genannt, Nero wird angedeutet, viele andere Konsuln oder Stadthalter und Könige werden erwähnt, die wir alle in der Geschichte finden können. Also Lukas hat auch diesen geschichtlichen, historischen Ansatz, der auch sehr interessant ist und auch für uns wichtig ist, im Hinterkopf zu behalten. Aber natürlich ist sein Hauptzweck, das ist einmal eine Bestätigung des Evangeliums und ein Fundament zu legen, auf dem dann der Glaube des Theophilus und auch unser Glaube sicher ruhen kann.

[6:54] Interessant ist auch, dass diese beiden Bücher nicht nur durch den gemeinsamen Adressaten und den gemeinsamen Verfasser verbunden sind, sondern dass Lukas am Anfang der Apostelgeschichte noch einmal das aufgreift, was er am Ende des Lukas-Evangeliums geschrieben hat. Das werden wir jetzt gleich noch sehen, wenn wir die Apostelgeschichte ab Kapitel 1 dann studieren.

[7:12] Hier in Lukas 24, ab Vers 44, ohne dass wir jetzt alle Verse hier lesen, haben wir am Ende den Auftrag Jesu. Jesus erklärt nach seiner Auferstehung, nachdem er seinen Jüngern erschienen ist, dass sie das Evangelium in die ganze Welt predigen sollen. Wir finden hier zum Beispiel die Verse 45 bis 49, da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden. Und sprach zu ihnen: "So steht es geschrieben, und so musste der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden, unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon."

[7:54] Genau dieselben Ideen werden gleich in der Apostelgeschichte 1 wieder aufgegriffen werden. Auch die Idee, die aus Vers 49 dann kommt, dass sie in Jerusalem bleiben sollen, weil dort sie erfüllt werden mit Kraft aus der Höhe. Sie werden Kraft bekommen in Jerusalem und dann auch dieser Bericht, dass Jesus sie, nachdem er das gesagt hat, nach Bethanien geführt hat, sie gesegnet hat und dann in den Himmel entrückt worden ist vor ihren Augen, all das greift dann Lukas in der Apostelgeschichte nochmal auf, um sozusagen da diese beiden Berichte ganz eng zu verzahnen und diese Unauflöslichkeit dieser beiden Bücher eigentlich zu betonen.

[8:29] Nun, noch einmal zurück zu diesem Auftrag an die Jünger. Die Apostelgeschichte ist ja die Geschichte der Apostel in der Verkündigung des Evangeliums. Darum geht es die ganze Zeit. Es ist nicht einfach nur ihre Lebensgeschichte. Vieles von dem wird nämlich gar nicht berichtet, was ihre Lebensgeschichte betrifft, sondern es geht eigentlich um die Ausbreitung des Evangeliums und insofern ist es vielleicht nochmal interessant, was hat denn Lukas verstanden hier in diesem Evangelium unter dem, was Jesus als Evangeliumsverkündigung gemeint hat.

[9:00] Wir finden, wenn wir Vers 45 bis 49 nochmal anschauen oder Vers 48, dass erst einmal dieses Evangelium auf der Bibel basiert oder noch genauer gesagt zur Zeit von Jesus gab es ja nur das Alte Testament. Das Evangelium war das Evangelium, das sich aus den Schriften des Alten Testamentes herleiten ließ. Es war keine neue Botschaft sozusagen, sondern gründete sich fest auf dem, was die Propheten geschrieben hatten. Es war also eine prophetische Botschaft, ein prophetisches Evangelium.

[9:29] Und das ist für uns natürlich ganz entscheidend, weil auch wir das Evangelium in die Welt tragen wollen. Das ist ja einer der Gründe, warum wir die Apostelgeschichte so besonders studieren sollen. Das vielleicht noch kurz als Einschub. Nicht nur ist es wichtig, immer wieder dieselben Dinge in der Bibel zu studieren, auch wenn wir sie schon kennen und vielleicht manche der Apostelgeschichten schon oft gehört haben, das macht uns ja fest und stärkt uns. Wir haben ja vor kurzem erst in einer der Sendungen über das Siegel Gottes hier vor einigen Wochen bei der Cannstatt Studie gelernt, dass die Versiegelung dadurch stattfindet, dass wir die Themen, die wir schon gut kennen, immer wieder festigen und wiederholen sollten. Also das ist ein Aspekt, warum wir die Apostelgeschichte studieren sollen. Es macht uns fest im Glauben, aber der zweite Aspekt ist, wir stehen ja vor derselben Aufgabe wie die Jünger damals. Auch wir sollen das Evangelium in die ganze Welt tragen und insofern können wir nur gut daran tun, von Anfang an genau zu verstehen, was ihre Botschaft gewesen ist, damit wir auch den Auftrag richtig ausführen.

[10:31] Und das Evangelium, das sie in die Welt tragen sollten, war ein prophetisches Evangelium, das sich durch das Studium der Bibel herleiten ließ. Jesus hat ganz bewusst nach seiner Auferstehung nicht einfach durch ein Wunder gezeigt, dass er auferstanden ist, sondern durch das Alte Testament. Das lesen wir in Lukas 24, Vers 27: "Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht."

[10:51] Da haben wir den nächsten Punkt, es war ein christozentrisches Studium des Alten Testamentes, also nicht ein Bibelstudium, um die eigene Meinung zu bestätigen, nicht ein Bibelstudium, um kulturelle Normen zu verstärken, nicht ein Bibelstudium, einfach nur um Recht zu haben, sondern um Christus zu erkennen. Und wenn wir die Bibel studieren mit Jesus im Zentrum, dann werden wir eine gute Grundlage für die Verkündigung des Evangeliums haben.

[11:18] Der Inhalt natürlich, Vers 47, ist die Buße und die Vergebung der Sünden. Das heißt, die Umkehr, Menschen sollen von ihrem falschen Leben umkehren und sollen bei Jesus Vergebung ihrer Sünden bekommen. Darum geht es zentral im Evangelium. Sünden müssen vergeben werden, durch Jesus erst gekommen, um das Volk, um sein Volk von der Sünde zu retten und dieses Evangelium soll in die ganze Welt getragen werden.

[11:44] Das ist ein weiterer wichtiger Aspekt, den wir dann schon in der Apostelgeschichte angedeutet finden, wenn es Menschen wie Paulus immer mehr dazu treibt, in entlegene Gebiete zu gehen und das Evangelium überall dort zu verkündigen, wo es noch nicht gepredigt worden ist. Und auch wir stehen vor derselben Aufgabe, die wir die Dreifache Engelsbotschaft als Botschaft haben, ein Evangelium, das als ewiges Evangelium allen Völkern, Nationen, Stämmen und Sprachen gepredigt werden soll.

[12:08] Interessanterweise heißt es hier auch, dass dieses Evangelium nicht nur als Theorie gepredigt werden soll, sondern sie sollen Zeugen sein, als Zeugnis soll es gepredigt werden. Das erinnert uns an Matthäus 24 und dort Vers 14, wo es heißt: "Und dieses Evangelium vom Reich wird gepredigt werden in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Heidenvölker und dann wird das Ende kommen." Bevor das Ende kommen kann, muss das Evangelium allen Nationen gepredigt werden. Und das ist die Aufgabe, vor denen die Apostel standen, vor denen alle echten Christen aller Zeitalter standen und auch wir stehen.

[12:58] Dieser Auftrag wird noch ergänzt durch andere Evangeliumsberichte, zum Beispiel Matthäus 28 und dort Vers 18 und 20, 18 bis 20, Matthäus 28, Vers 18 bis 20, dort lesen wir: "Und Jesus trat dazu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt."

[13:29] Seit hier sehen wir diese Verkündigung des Evangeliums, die in der Apostelgeschichte stattfindet, geschieht nicht aus eigener Kraft, nicht durch die Weisheit von Jakobus oder Johannes oder Petrus, sondern durch die Kraft und die Macht Jesu, von der es nicht zu wenig gibt, sondern Jesus sagt: "Alle Kraft, alle Macht, die es gibt, steht in meinen Händen und auf dieser Grundlage sende ich euch aus." Und das, glaube ich, vergessen wir zu oft, dass wenn wir unterwegs sind für Jesus, wir die Allmacht Gottes in unserem Rücken haben. Nicht, dass wir über sie verfügen könnten, aber Jesus verfügt über sie und wenn wir im Namen Jesu gehen, in der Methode Jesu und im Geist Jesu, dann kann Gott viel mächtiger für uns wirken, als wir uns das vorstellen können. Ich glaube, es ist ganz dringend notwendig, dass wir allein das schon wirklich begreifen und umsetzen in unserem Leben, das als Lektion aus diesem Studium der Apostelgeschichte lernen.

[14:18] Und dann wird deutlich hier, dass der Missionsauftrag nicht nur bedeutet, Menschen das Evangelium zu predigen, sondern dass sie zu Jüngern gemacht werden. Das heißt, Menschen, die nicht mir oder jemand anderem nachfolgen, sondern die Jesus nachfolgen. Die Menschen sollen auf Jesus hingewiesen werden und so unterrichtet werden, dass sie eigenständig Jesus folgen können, wohin der sie auch immer führt. Sollen getauft werden, auch das als wichtiges Element des Evangeliums auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, die Dreieinigkeit hier erwähnt. Und sie sollen gelehrt werden, zwar nicht nur das eine oder das andere, was einem gut gefällt, sondern alles, was Jesus gesagt hat. Also die Bedeutung der Lehre für das Evangelium der Apostelgeschichte ist ganz entscheidend. Manchmal gibt es Christen, die die Lehre zugunsten eines reinen Aktionismus vernachlässigen. Aber auch wenn wir in der Apostelgeschichte viel Handlung, viel Action sozusagen erleben, ist es doch immer dieses Evangelium, das die gesamte Lehre Jesu beinhaltet, das in der Apostelgeschichte in die Welt getragen worden ist.

[15:17] Zurück zur Apostelgeschichte, Kapitel 1 und dort Vers 3. "Also Jesus hat sich mehrmals den Jüngern zu erkennen gegeben." Er wollte, dass nicht nur die Kreuzigung, die ja nun wirklich nicht zu leugnen war, denn Freund und Feind zu Hunderttausenden, wenn nicht Millionen, waren zugegen in Jerusalem zu der Zeit, sondern auch die Botschaft von der Auferstehung, die genauso wichtig ist wie seine Kreuzigung, sollte durch vielerlei Augenzeugen auch historisch abgesichert werden.

[15:59] Und wir finden auch Paulus, der dieselben Gedanken ausführt, in 1. Korinther 15, ab Vers 5, wo er sagt, dass er dem Kephas erschienen ist, also Petrus, danach den Zwölfen, also den Aposteln. Danach ist er mehr als 500 Brüdern aufs Einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Also was Paulus hier in den Korinthern sagt, ist, was wir glauben, ist nicht einfach nur Mythologie oder irgendwie dahergedacht, es gibt immer noch Hunderte von tatsächlichen Augenzeugen, die das historisch bestätigen können. Jesus ist lebendig.

[16:28] Vers 6, Vers 7: "Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln nochmal, Vers 8: Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin." Mit Ausnahme von Paulus hier in Vers 8, also wo Saulus dann Jesus gesehen hat auf dem Weg nach Damaskus, sind die anderen Erscheinungen im Grunde genommen alle innerhalb dieser 40 Tage, in denen Jesus mehrmals verschiedenen Gruppen erschienen ist und damit deutlich machen wollte: Ich bin tatsächlich auferstanden.

[17:00] Johannes, einer der Jünger, sagt dann auch später, dass ihre Botschaft, die sie in die Welt getragen haben, eine Botschaft echter Augenzeugen gewesen ist. In 1. Johannes 1, dort Vers 1, schreibt Johannes: "Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens." Das bezieht sich natürlich einerseits auf den Dienst Jesu vor seiner Kreuzigung, als die Jünger gesehen, gehört und betastet haben, aber auch gleichermaßen auf diese 40 Tage nach der Auferstehung. Sie haben gehört, sie haben gesehen, sie haben betastet, sie wussten, Jesus ist lebendig. Er, der gestorben ist, hat den Tod besiegt, er hat ewiges Leben für die Menschheit erworben. Und diese gute Nachricht, dieses Evangelium, dass Jesus den Satan besiegt hat, dass er den Teufel, den Tod besiegt hat, diese gute Nachricht haben sie in die Welt getragen.

[17:50] Ist unsere Aufgabe auch. Und auch deswegen müssen wir ja eine Erfahrung mit Jesus haben, um sie in die Welt tragen zu können.

[17:59] Nun, 40 Tage sind eine interessante Zeitperiode, die kommen in der Bibel öfter mal vor. Mose war zweimal 40 Tage auf dem Berg Sinai. Jesus war 40 Tage in der Wüste dort gefastet und hat den Satan in drei Versuchungen überwunden mit dem Wort Gottes. Und daran sehen wir, dass diese 40 Tage oft in der Bibel verbunden sind mit sehr grundlegenden Weichenstellungen, Passagen von absoluter höchster Priorität und Bedeutung für den Heilsplan. Zehn Gebote bei Mose, der Sieg über den Satan für die gesamte Menschheit durch Jesus in der Wüste. Und auf derselben Stufe steht auch die Auferstehung. Die hat also sozusagen einen ähnlich fundamentalen, unverrückbaren Stellenwert für das gesamte Evangelium.

[18:44] Damit beginnt eigentlich die Apostelgeschichte. Um deutlich zu machen, das was jetzt diese Männer und auch diese Frauen verkündigen, wofür sie ihr Leben riskieren und am Ende auch opfern, ist nicht eine klug erdachte Fabel. Es ist real, nicht nur irgendwie geistlich real, sondern historisch real. Jesus ist wirklich auferstanden. Er hat wirklich den Tod besiegt. Er lebt wirklich. Er ist wirklich in den Himmel aufgefahren und wird dementsprechend auch wirklich wiederkommen.

[19:07] Jesus spricht hier von dem Reich Gottes. Das hat er schon vor seiner Kreuzigung getan. Alle seine Gleichnisse vor der Kreuzigung in den dreieinhalb Jahren seines Dienstes fangen oft an mit den Worten: "Das Reich der Himmel" oder "Das Reich Gottes gleicht". In der Bergpredigt geht es los mit: "Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel." Das Reich Gottes war schon immer die Thematik Jesu und das ändert sich auch nach seiner Auferstehung nicht.

[19:33] Der einzige Unterschied ist jetzt, dass durch die Kreuzigung und Auferstehung die Perspektive auch der Jünger jetzt schon etwas anders ist, weil Jesus ihnen jetzt aus der Bibel erklären kann, dass es offensichtlich zwei Phasen gibt des Reiches Gottes. Die Jünger hatten ja genauso wie alle anderen Juden das nicht gesehen. Sie hatten gesehen, dass die Bibel von einem Reich Gottes spricht, wo der Messias als König regiert und die Welt im Frieden ist. Und hatten das schon auf das erste Kommen des Messias gedeutet, was allerdings nicht der Fall ist, denn die Bibel kennt auch im Alten Testament sehr viele Verheißungen auf einen leidenden Messias, der stirbt und der von seinem Volk verworfen wird. Und Jesus hat ihnen anhand der Bibel diese erste Phase deutlich gemacht. Diese erste Phase hat aber die zweite nicht aufgehoben, sondern Jesus hat nur gesagt: Es gibt zwei Phasen. Und entsprechend hat er jetzt weiter gepredigt.

[20:19] Und das erklärt auch, warum die Jünger gleich über dieses Reich Gottes mehr sprechen wollen. Vers 4: "Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, nicht von Jerusalem zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, die ihr so sprach von mir vernommen habt. Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen."

[20:39] Sie sollten in Jerusalem bleiben. Und das hatte einen Grund, da werden wir gleich noch genauer darauf eingehen. Schon in Psalm 133 wird die Verheißung des ewigen Lebens an Jerusalem geknüpft. Diese Verheißung, von der es heißt, die Verheißung des Vaters, wird erklärt in der Apostelgeschichte im nächsten Kapitel, in Kapitel 2 und dort Vers 33: "Nachdem er nun zur Rechten Gottes erhöht worden ist und die Verheißung des Heiligen Geistes empfangen hat, von dem Vater hat er dies ausgegossen, was ihr jetzt seht und hört."

[21:07] Also diese Verheißung ist der Heilige Geist, der kommen soll auf die Jünger. Ähnlich hatte Jesus das auch schon anders angedeutet in Lukas 11, Vers 13, wo es heißt: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird der Vater im Himmel euch, den Heiligen Geist, denen geben, die ihn bitten." Also der Vater gibt den Heiligen Geist, das ist die Verheißung des Vaters, der Heilige Geist. Oder auch in Johannes 14 und dort Vers 16, dort heißt es: "Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit." Das ist der Heilige Geist, der andere Beistand, der andere Tröster, Paräkletos, der zur Unterstützung herbeigerufene. Jesus wird den Vater bitten und der wird den Heiligen Geist senden.

[21:51] Diese Taufe mit dem Heiligen Geist war etwas, was ja auch schon Johannes angesprochen hatte, Johannes der Täufer. Jesus bezieht sich ja sogar in seiner Wortwahl hier auf Johannes den Täufer, wenn er sagt: "Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit Heiligem Geist getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen." Das ist fast wörtlich zitiert aus Matthäus Kapitel 3 und dort Vers 11, wo Johannes der Täufer selbst gesagt hat: "Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, der aber nach mir kommt, gemeint ist Jesus, der Messias, ist stärker als ich, sodass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen, der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen."

[22:29] Und das ist ganz interessant, wenn dann der Heilige Geist auf die Jünger kommt, in Apostelgeschichte 2, dann sind da diese Feuerzungen als Symbol des Geistes und natürlich als Symbol der Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen wird.

[22:44] Interessant ist allerdings, dass diese Ausgießung, diese Verheißung des Vaters schon im Alten Testament angesprochen wird, eine Ausgießung des Heiligen Geistes schon im Alten Testament vorhergesagt wird, nämlich im Buch Joel. Und diese Stelle in Joel wird dann tatsächlich auch von Petrus, da werden wir dann in der nächsten Folge mehr davon hören, wenn es um Apostelgeschichte 2 geht, diese Prophezeiung wird dann von Petrus zu Pfingsten in Jerusalem auch zitiert, als Grundlage, die sich jetzt zu Pfingsten erfüllt hat.

[23:13] In Joel Kapitel 3, Vers 1 heißt es: "Und nach diesem wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Ältesten werden Träume haben, eure jungen Männer werden Gesichte sehen." Hier wird also die Ausgießung des Heiligen Geistes verheißen.

[23:30] Und interessant ist, dass hier steht: "Und nach diesem wird es geschehen." Die Frage ist natürlich, was ist nach diesem? Wir haben jetzt nicht die Zeit, das gesamte Buch hier anzuschauen. Wir haben ja eine Serie darüber auf joelmedia.de, wo ihr euch dann nach und nach durch die Predigten durchstudieren könnt und dieses Buch besser kennenlernen könnt. Aber Punkt, wir können es hier kurz fassen, das Buch Joel hat 73 Verse und der 37. Vers genau in der Mitte, der zentrale Vers ist Vers 17 von Kapitel 2. Dort ist das Volk zusammengerufen worden, nachdem vorher viel Gerichtsbotschaft und viel Zerstörung, Tag des Herrn als Bedrohung beschrieben worden ist. Das Volk wird zusammengerufen durch den Klang des Schofar-Hornes. In Jerusalem sollen sie zusammenkommen auf dem Berg Zion. Die Priester sollen zwischen Halle und Altar weinen und Gott um Gnade und Erbarmen und Mitleid bitten. Und als das Volk gemeinsam betet, geschieht etwas Gewaltiges.

[24:26] Nämlich im Buch Joel kippt dann plötzlich alles von der Gerichtsbotschaft, wird es plötzlich eine Evangeliumsbotschaft und Gott greift plötzlich ein. Vers 18: "Dann gerät der Herr in Eifer für sein Volk und hat Mitleid mit seinem Volk." Und dann ist das ein, der ganze Rest, die ganze zweite Hälfte des Buches Joels ist dann nur noch Verheißung und Segen und Wiederherstellung selbst dessen, was vorher verloren gegangen ist durch die Heuschrecken. Es geht also darum, dass das Volk jetzt kommt, gemeinsam in Jerusalem betet. Und zwar mit echtem Fasten, Weinen und Klagen, eine echte Buße. Sie sollen ihre Herzen zerreißen und nicht nur ihre Kleider. Also keine Zeremonie, nicht nur ein Ritual, keine Show, sondern echte Buße, echte Herzensreue. Und wenn sie das gemeinsam tun werden, dann werden sie nach diesem die Ausgießung des Heiligen Geistes erleben.

[25:16] Genau das ist ja dann auch angedeutet in Joel 2. Danach wird Gott in Eifer geraten für sein Volk. Und da heißt es dann in Vers 23: "Und ihr Kinder, zieht uns vor Locken und freut euch über den Herrn, euren Gott. Denn er gibt euch den Frühregen in rechtem Maß. Und er lässt euch am ersten Tag Regengüsse herabkommen. Frühregen und Spätregen." Wir glauben, dass zu Pfingsten heilsgeschichtlich der Frühregen ausgegossen worden ist. Und wir warten auf den Spätregen, auf die Ausgießung des Heiligen Geistes. Und wenn damals die Ausgießung des Heiligen Geistes kam, weil das Volk zusammenkam, alle, die daran geglaubt haben und gebetet haben, gemeinsam Sünden bekannt haben und Buße getan haben, dann wird genau das geschehen auch, wenn wir dieselbe Bedingung erfüllen. Der Geist wird ausgegossen werden.

[26:01] Zurück zur Apostelgeschichte 1. Dort heißt es in Vers 6: "Da fragten ihn die, welche zusammengekommen waren und sprachen: Herr, was stellst du dieser Zeit für Israel, die Königsherrschaft, wieder her?" Sie hatten jetzt schon verstanden, dass die Kreuzigung und Auferstehung Teil des Planes war. Sie hatten verstanden, dass es zwei Phasen gibt. Aber sie wussten auch, dass es eine zweite Phase gibt, nämlich, wo Jesus tatsächlich König auf dieser Erde sein wird. Nur ihr Missverständnis war natürlich, dass sie nach wie vor irgendwie noch geglaubt haben, dass es das buchstäblich Israel betrifft. Und vor allem, dass es jetzt in ihrer Zeit schon sein wird.

[26:33] Und Jesus klärt die Sache auf in Vers 7: "Er aber sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, die Zeiten oder Zeitpunkte zu kennen, die der Vater in seiner eigenen Vollmacht festgesetzt hat, sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde."

[26:51] Dass sie an die Königsherrschaft gedacht haben, ist nicht ihr Fehler gewesen. Jesus tadelt sie nicht dafür, dass sie jetzt an die Königsherrschaft gedacht haben, sondern, dass sie noch nicht den Blick gehabt haben für ihre eigentliche Aufgabe, die der Königsherrschaft Jesu noch vorausgeht. Dass die Königsherrschaft mit dem Reich Gottes direkt verbunden ist, kann man schon im Alltagsleben immer und immer wieder sehen. Wir finden dort in Daniel 2, das Reich Gottes, das kommen soll auf die Erde und wir finden parallel dazu in Daniel 7, wenn man sich die Parallelen anschaut, dann die Krönung Jesu als Menschensohn zum König, der das Königtum erhält. Und das war den Jüngern natürlich bewusst. Sie wussten, das Reich Gottes, das kann am Ende nur bedeuten, dass Gott auch als tatsächlicher König auf dieser Erde regiert und das wird auch geschehen.

[27:35] Nur was sie nicht verstanden hatten ist, und das war natürlich immer noch ihr Problem, sie hatten noch nicht die ganze Welt im Fokus. Sie haben nur gesehen, dass jetzt für Israel etwas geschehen ist und jetzt kann das ja für Israel angewendet werden, oder? Ihnen war noch nicht bewusst, dass diese Botschaft die ganze Welt erreichen soll, weil der Segen Abrams ja für alle Völker sein soll. Ihre Aufgabe war also nicht, irgendwelche Daten zu berechnen, die Gott verborgen hatte. Fußnote: Ihre Aufgabe ist es natürlich, Daten zu berechnen, die Gott offenbart hat. Sondern sie sollten sich der systematischen Verkündigung des Evangeliums widmen. Das war ihre Aufgabe.

[28:07] Matthäus 24, Vers 14 sagt ja: "Wenn das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, dann wird das Ende kommen und dann wird die Königsherrschaft Jesu aufgerichtet werden. Dann erfüllt sich Daniel 2 zur Gänze, dann wird Daniel 7, das sind vollständig erfüllt sein, alle Prophezeiungen Daniels und auch viele andere alte Prophezeiungen werden dann an ihr Ziel kommen." Und das können sie nicht in eigener Kraft, sondern dazu brauchen sie den Heiligen Geist. Und deswegen sagt Jesus: "Ihr werdet Kraft empfangen. Der Heilige Geist wird auf euch kommen und dann werdet ihr meine Zeugen sein."

[28:33] Wie wir schon gesagt haben, das Evangelium vom Reich soll ja in der ganzen Welt verkündigt werden. Und wenn alle das Reich Gottes verstanden haben, dann kann das Reich Gottes auch kommen. Nicht vorher. Und so ist also auch unsere Verkündigung des Evangeliums Teil dieser Wiederaufrichtung des Reiches Gottes in seinen verschiedenen Phasen. Was durch die Geburt Jesu, sein Leben, sein Wirken, sein Predigen, sein Heilen, sein Tod am Kreuz, seine Auferstehung, jetzt sein Dienst im himmlischen Heiligtum, dann im Allerheiligsten. Dass all diese Dinge sind Teil dieser Entfaltung des Planes Gottes, des Reiches Gottes, bis er irgendwann als König hier auf dieser Erde regieren wird. Aber auch das ist jetzt noch nicht an der Zeit, sondern das Evangelium muss erst in die ganze Welt getragen werden. Das Evangelium von diesem Reich.

[29:14] Die Apostelgeschichte ist übrigens eine fortlaufende Geschichte. Wir haben heute nicht die Zeit, das genau anzuschauen, aber die Apostelgeschichte bricht abrupt ab in Kapitel 28. Ohne großes Schlusswort, ohne Plädoyer. Man hat fast den Eindruck, als wäre es einfach abgerissen irgendwie. Und da scheint dahinter sich die Idee zu verbergen, dass die Apostelgeschichte eigentlich eine fortlaufende Geschichte ist. Als ob da quasi ein Punkt, Punkt, Punkt steht und noch viel getan werden muss. Was letztendlich aber Teil auch unseres Auftrages ist.

[29:47] Auch wir sind berufen, wie viele Generationen vor uns, die Geschichte der Apostel, die Verkündigung des Evangeliums in die ganze Welt, die Predigt vom Reich Gottes in die ganze Welt zu tragen. Auch wir sollen ein Kapitel schreiben für die Apostelgeschichte.

[30:02] Dann kommt die eigentlich Himmelfahrt, mit der dann fast schon das Lukas-Evangelium geschlossen hatte. Vers 9-11: "Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg. Und als sie unverwandt zum Himmel blickten."

[30:12] Das ist eine ganz interessante Stelle. Sie sehen, wie Jesus plötzlich vom Erdboden abhebt und in den Himmel schwebt. Da heißt es: "Während er dahin fuhr, standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihm. Die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen."

[30:37] Jesus kommt wieder. Und damit wird ganz deutlich gesagt, dieses Reich Gottes beinhaltet eine tatsächliche, buchstäbliche Wiederkunft. Die Art und Weise wird durch diese Himmelfahrt sogar genauer charakterisiert, in den Wolken des Himmels, so dass man es sehen kann. Interessant ist, dass dann später in der Offenbarung dieses Thema aufgegriffen wird. In Offenbarung 14 finden wir ab Vers 14 den folgenden Jesus als König wiederkommen auf einer Wolke im Himmel. Und auch in Offenbarung 19 kommt er dann als König wieder.

[31:10] Also da haben wir dann sozusagen diese Erfüllung, die Wiederherstellung des Reiches, zumindest teilweise. Er ist ja vorher schon als König gekrönt worden, nach Daniel 7, im Untersuchungsgericht im himmlischen Heiligtum. Und zwar als König von ganz Israel. Israel muss man dann allerdings verstehen, so wie es die Bibel versteht, nämlich Matthäus 1, 21, dass er sein Volk, Israel, von den Sünden erlöst wird. Israel sind diejenigen, die überwinden, die durch Jesu Blut, durch den Glauben an den Messias, egal ob nach vorne blickend oder zurückblickend geschichtlich, durch den Glauben an den Messias Gerechtigkeit erlangt haben. Und die nach Römer 2, Vers 27, 28 an ihrem Herzen beschnitten sind und nicht äußerlich. Das ist Israel. Und für dieses ganze Israel ist er König. Wird im Untersuchungsgericht gekrönt, kommt dann bei der Wiederkunft als König wieder.

[31:58] Aber die Aufrichtung des Königreiches auf dieser Erde dauert dann nochmal über 1000 Jahre, nach Offenbarung 21, 22, nach den 1000 Jahren, nach dem Millennium, wird dann Jesus hier auf dieser Erde, wird Gott auf dieser Erde als König regieren. Und dann ist das Reich Gottes endgültig angekommen. Und diese Wiederkunft war von Jesus verheißen worden.

[32:20] Also wir sehen, wie das Reich Gottes nicht über Nacht einfach kommt, sondern dass es in verschiedenen Phasen und in verschiedenen Etappen sich entfaltet, bis irgendwann der volle Glanz des Reiches Gottes auf dieser neu geschaffenen, gereinigten Erde zu sehen sein wird.

[32:34] Vers 12 bis 14: "Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt."

[32:43] Vielleicht ganz kurz hierzu. Das ist sehr interessant, dass Jesus ihnen diese ganzen Dinge auf dem Ölberg gesagt hat, denn der Ölberg ist auch Teil einer apokalyptischen Prophezeiung, oder einer endzeitlichen Prophezeiung im Buch Sacharja, die den Jüngern sicherlich nicht ganz unbekannt gewesen ist. In Sacharja Kapitel 14, da wird nämlich gesagt, dass am Ende, am Tag des Herrn, der Messias, über ihn wird Folgendes gesagt: "Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten liegt, und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten, nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden."

[33:18] Und wir glauben, dass das nach den tausend Jahren geschehen wird, wenn Jesus auf dem selben Ölberg, wo er die Jünger ausgesandt hat, das Evangelium vom Reich zu predigen, jetzt auf dem selben Ölberg wieder den Fuß auf die Erde setzen wird. Wenn man darüber nachdenkt, ist das sehr interessant. Der letzte Ort, an dem Jesus seinen Fuß auf der Erde hatte, sozusagen, als Mensch in dieser Form, war auf dem Ölberg. Und wir wissen, dass er bei der Wiederkunft nicht tatsächlich den Boden berühren wird, sondern wir werden ihm entgegen gerückt werden auf den Wolken des Himmels. Wenn er also dann in seiner Rolle als sichtbarer, wiedergekommener König die Erde ein zweites Mal betritt, nachdem er zur Zeit der Jünger vom Ölberg hinabgekommen worden ist, wird er wieder den Ölberg betreten, also an der Stelle quasi weitermachen. Jedenfalls ist das ein sehr starker Bezug, das ist sehr interessant. Auch die Endzeitrede Matthäus 24 ist ja auf dem Ölberg gegeben worden. Also da sieht man, wie das alles miteinander zusammenhängt und zusammen gesehen werden muss. Übrigens hat Jesus auch beim Ölberg diese Erfahrung von Gethsemane gemacht und mit der Sünde so sehr gerungen. Also hier sehen wir, der Ölberg spielt eine enorme Rolle im Heilsplan Gottes.

[34:27] Die Jünger, gehen wir zurück zur Apostelgeschichte. Vers 13 und 14: "Als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in das Obergemach, wo sie sich aufzuhalten pflegten, nämlich Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alpheus, und Simon, der Zelot, und Judas, der Sohn des Jakobus. Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu und seinen Brüdern."

[34:51] Hier haben wir genau diese Bedingungen von Joel 2. Sie erfüllen genau das und erleben dann auch zehn Tage später, dass die Verheißung nicht ausbleibt. Der Heilige Geist wird ausgegossen, weil sie genau das getan haben, was Joel 2 sagt. Sie haben gemeinsam gebetet, gemeinsam in Jerusalem und haben die Verheißung empfangen.

[35:12] Nun, das Problem des zwölften Apostels muss angesprochen werden. In dieser Zeit finden wir diese Stelle in Vers 15 bis 17: "Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach: Es waren aber etwa 120 Personen beisammen." Also das ist ungefähr die Größe der christlichen Gemeinde zu dem Zeitpunkt. Nach den 40 Tagen der Auferstehung Jesu und bis zur Himmelfahrt haben sich 120 Menschen eigentlich dazu bekannt, dass Jesus auferstanden ist und waren zusammen.

[35:41] Vers 16, die Worte von Petrus: "Ihr Männer und Brüder, es musste dieses Schriftwort erfüllt werden, das der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat, über Judas, welcher denen die Christus gefangen nahm, zum Wegweiser wurde. Denn er war zu uns gezählt und hatte das Los dieses Dienstes empfangen."

[35:57] Also Petrus sagt hier, dass Judas Jesus verraten hat, ist in der Bibel vorhergesagt worden. Und was jetzt interessant hier ist und da sollte man darauf achten ist, er sagt in Vers 16, dass der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat. Sie warten auf die Ausgießung des Heiligen Geistes. Sie warten auf diese Verheißung, sie beten um den Heiligen Geist. Und was machen sie währenddessen? Sie studieren das, was der Heilige Geist schon gesagt hat in der Schrift. Heute gibt es viele Christen, die warten auf den Heiligen Geist oder behaupten, erfüllt zu sein mit dem Heiligen Geist und haben für das, was der Heilige Geist in der Bibel gesagt hat, wenig bis kein Interesse. Jemand, der wirklich nach dem Heiligen Geist Ausschau hält, der wirklich vom Heiligen Geist getauft werden möchte und mehr vom Geist haben möchte, wird sich für alles interessieren, was der Heilige Geist schon gesagt hat. Denn nur dann kann man ja mehr bekommen, oder? Nur wer sich wirklich für das interessiert, was der Heilige Geist schon gesagt hat in der Bibel und in inspirierten Schriften, als Fußnote vielleicht sollte man das auch ergänzen, da gilt auch der Geist der Erweisung dazu. Wer sich dafür interessiert und das ernst nimmt und das glaubt und danach handelt, der ist auch bereit, mehr noch vom Heiligen Geist zu empfangen und der wird auch dann den Spätregen empfangen. Niemand wird den Spätregen empfangen des Heiligen Geistes, wer sich nicht für das interessiert, was der Geist schon längst in der Bibel gesagt hat. Wer nicht längst schon aus dem lebt, was der Geist ja uns schon zeigt. Ganz interessanter Punkt, wenn wir um die Ausgießung des Spätregens beten.

[37:21] Interessant und das finde ich hier ganz kurios, wissen wir auch noch nicht ganz klar, warum das so ist, aber einfach mal als Beobachtung. Es fällt den Petrus jetzt auf, nachdem Jesus im Himmel ist. Sie hatten ja 40 Tage und haben immer wieder Jesus gesehen, man hätte ja auch Jesus schon fragen können. Jesus, wir bräuchten noch einen zwölften Apostel, könntest du jemanden bestimmen. Das vielleicht einfach so als Randnotiz, da kann man sicherlich noch ein bisschen weiter drüber nachdenken. Aber sie kommen jetzt drauf und sehen, wie wichtig es ist, dass diese Zahl zwölf voll ist, denn Jesus hat ja nicht ohne Grund zwölf Apostel gewählt, das war ganz bewusst so gemacht, in Anlehnung und quasi als Typus oder Antitypus zu den zwölf Stämmen Israel.

[38:07] Israel war der Gründer des Volkes, also Jakob Israel war der Gründer des Volkes, zwölf Söhne hat er gehabt und die haben dann das Volk, war die Grundlage des Volkes Israel, des Volkes Gottes im Alten Testament. Jesus war auch Israel, kann man sehr deutlich zeigen, er war der Israel, auch wenn er im Neuen Testament so nicht mit Namen genannt wird, aber Israel wird genannt der Weinstock, Israel wird genannt das Licht und Israel wird genannt der Knecht Gottes, all das bezieht sich alles auf Jesus. Jesus ist der Israel im höchsten Sinne und auch er hatte zwölf Söhne, zwar keine zwölf buchstäblichen Söhne, aber zwölf geistliche Söhne, in dem Sinne wie auch Timotheus oder Titus von Söhne des Paulus sind, die im Glauben gezeugt worden sind. Er hatte zwölf Nachfolger, zwölf Jünger, die in einer besonderen Art und Weise von ihm ausgebildet worden waren, das waren seine zwölf Söhne sozusagen, die jetzt die Grundlage der gesamten christlichen Gemeinde sein sollten.

[39:07] Interessanterweise gibt es unter den zwölf Stämmen Israel, wenn man dann in die Offenbarung schaut, Offenbarung 7, bei der 144.000, der da fehlt und das ist Dan, der in 1. Mose 49 nicht besonders gut wegkommt. Möglicherweise gibt es ja eine Parallele auch dazu, dass einer von den zwölf Aposteln verraten, einer von den zwölf Aposteln ausgefallen ist durch den Selbstmord von Judas, das wäre noch genauer zu studieren. Es ist ganz interessant allerdings, dass hier die Apostel sich einig waren, dass sie dieses zwölfte Amt auffüllen müssen, dass nur mit der Zwölfzahl sie auch diese Aufgabe erfüllen können und damit sichtbar machen können, dass jetzt hier die Weiterführung des wahren Israels ist, mit dem Hohen Priester im himmlischen Heiligtum, der ja nach dem Typus im irdischen Heiligtum auch zwölf Steine auf der Brust haben würde für Israel.

[40:00] Und wir sehen auch, wie sehr die zwölf Apostel und die zwölf Stämme Israel miteinander verbunden sind, wenn man dann Offenbarung 21 liest und dort die Tore und die Perlen, die Ecksteine, die Fundamente von Neu-Jerusalem anschaut, wo die ja dann eingeschrieben sind.

[40:19] Vers 18 und 19: "Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit." Das heißt nicht, dass Judas ihn selbst gekauft hat, sondern das Geld, das er erhalten hat, 30 Silberlinge, wie uns Matthäus 27 ab Vers 3 bis 10 ganz deutlich zeigt. Dieses Geld ist verwendet worden für den Acker. Also was hier eigentlich der Lukas sagen will oder was Petrus sagen will ist, der Lohn des Judas für den Verrat an Jesus war ein Acker. Und zwar nicht mal irgendein guter Acker, sondern der Acker eines Töpfers, wie uns in Matthäus 27 gesagt wird. Das heißt ein Acker, wo ganz viel Tonscherben drauf gewesen sind, der also kaum richtig zu verwenden war. Und der dann, so sagt uns, das können wir kurz nachlesen, Matthäus 27, einer interessanten Bestimmung zugeführt wurde.

[41:06] Auch das ist manchmal ein bisschen übersehen. In Matthäus 27 wird gesagt, dass dieser Acker, der dann Blutacker genannt wurde, weil er von dem Geld, dieses Verrat, dieses Geldes gekauft worden ist, da heißt es hier in Vers 7: "Nachdem sie Rat gehalten hatten, kauften sie dafür den Acker des Töpfers als Begräbnisstätte für die Fremdlinge." Es sollte ein Friedhof daraus werden und zwar ein Friedhof für Nicht-Israeliten. Das ist also hochinteressant, weil es so scheint, dass auch Judas auf diesem Acker begraben worden ist, der durch sein eigenes Geld gekauft worden ist, auf einem Acker für Fremdlinge. Ein Acker, der eigentlich zu nichts zu gebrauchen ist und der dann nicht einmal als Begräbnisstätte für echte Israeliten gilt, sondern für aus dem Sinne Israels ausgestoßene Fremdlinge. Einen Blutacker, wo also keine Ernte zu erwarten ist, weil da sozusagen diese ganzen Tonscherben eigentlich stören.

[41:58] Vers 18: "Dieser erwarb einen Acker aus dem Lohn der Ungerechtigkeit, und er stürzte kopfüber hinab, barst mitten entzwei, und alle seine Eingeweide traten heraus." Wir wissen aus Matthäus, dass sich Judas erhängt hat. Mit dieser Information hier von Petrus wissen wir, dass er dann, als er sich erhängt hat, wohl wahrscheinlich schon gestorben ist, als er sich erhängt hat, aber dann aufgrund des Gewichts des Körpers abgerissen ist, ist das Seil und er auf den Boden aufgeknallt ist, dabei sein Körper extrem kaputt gegangen ist. Und wie das hier so eindeutig beschrieben ist, Ellen White beschreibt sogar, wie der Eindruck dieser Szene sogar die Prozession auf dem Weg nach Golgatha beeindruckt hat und viele Menschen, die über Jesus gelacht und gespottet haben, da so ein bisschen seinen Sinn bekommen hatten, dass dieser Verrat an Jesus bereits sein Urteil erhalten hatte. In einer ersten Instanz.

[42:50] Und dann kommen wir zu Vers 19: "Das ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, sodass hier in der Acker in ihrer eigenen Sprache Akkeldama genannt worden ist. Das ist Aramäisch für wörtlich besetzt. Das heißt Blutacker." Vers 20: "Denn es steht geschrieben im Buch der Psalmen: Seine Behausung soll öde werden und niemand soll darin wohnen und sein Amt empfange ein anderer."

[43:11] Der Petrus zitiert hier zwei Psalmen. Deswegen hat er vorher von David gesprochen, der durch den Heiligen Geist geredet hat. Und beide Zitate sind recht interessant. Vor allem Psalm 69, weil hier wird deutlich, dass er nicht einfach irgendwas aus dem Kontext reißt, sondern sehr gut die Bibel kennt. Manchmal wird er den neutestamentlichen Schreibern vorgeworfen, sie hätten irgendwie Text aus dem Zusammenhang gerissen und keine Ahnung von Exegese oder so. Aber diese Leute waren sehr gute Bibelstudenten. Sie waren dreieinhalb Jahre ausgebildet worden beim besten theologischen Lehrer, den es gab, auch wenn er niemals einen Schulabschluss, noch nicht mal einen Grundschulabschluss gehabt hat.

[43:38] Psalm 69. Und dort Vers 26: "Ihre Wohnstätte soll verwüstet werden und in ihren Zelten wohnt niemand." Um wen geht es hier? Vers 19: "Nahe dich meiner Seele, erlöse sie, um meiner Feinde willen, befreie mich." Es geht um die Feinde. Von wem? Vers 21: "Die Schmach hat mein Herz gebrochen, und ich bin elend. Ich wartete auf Mitleid, aber da war keines und auf Tröster, aber ich fand sie nicht, und sie gaben mir Galle zur Speise und Essig zu trinken in meinem Durst." Ihr Tisch vor ihnen soll zur Schlinge werden und so weiter. Also die Feinde dessen, dem man Galle und Essig gegeben hat und der an einem gebrochenen Herzen gestorben ist.

[44:09] Die Frage ist in der Bibel, wer ist an einem gebrochenen Herzen gestorben und wer hat Galle und Essig zu trinken bekommen, obwohl er auf Trost gehofft hat? Die Frage ist eindeutig. Es ist Jesus am Kreuz. Und seine Feinde, auf diese Feinde gilt dieser Vers, Vers 26. Und Petrus war klug genug und vom Heiligen Geist geführt genug, um zu sehen, dass sich das auf Judas bezog, der zu den Feinden Gottes gehörte, weil er Jesus verraten hatte und sich dann nicht mehr zu einer Buße und seiner Reue entschlossen hat. Judas war also naturgemäß ein Feind Gottes und dieser Vers gilt für ihn.

[44:44] Und dann haben wir ein weiteres Zitat aus Psalm 109 und dort Vers 8: "Dort geht es auch um Gottlose, etwas allgemeiner gehalten, aber Petrus wendet dieses allgemeine Prinzip richtig dann an, auch auf den Judas. Seine Tage seien wenige und sein Amt empfange ein anderer." Denn da steckt also die Idee, dass dieses Amt, das dem Judas gegeben worden ist, jetzt auf jemand anderes übertragen werden soll und nicht auf möglicherweise irgendwelche Verwandte oder Söhne, die vielleicht ein naturgemäßes erbliches Recht darauf gehabt haben, denn seine Wohnung soll verwüstet werden. Es soll also neu vergeben werden. Das ist also die klare Aussage bei Petrus.

[45:26] Entsprechend wird dann von Petrus eine Qualifikation noch kurz beschrieben in Apostelgeschichte 1, Vers 21, 22: "So muss nun von den Männern, die mit uns gegangen sind, die ganze Zeit über, in welcher der Herr Jesus unter uns ein- und ausging, von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, da er von uns hinweg aufgenommen wurde. Einer von diesen muss mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden."

[45:46] Also Petrus sagt, nur der kann Augenzeuge sein und als Augenzeuge predigen, der auch echter Augenzeuge gewesen ist. Eine genaue Kenntnis des Lebens Jesu, also entscheidend hier, um als Fundament für die Kirche zu wirken. Das kann natürlich nicht für spätere Gläubige gelten, die dann nicht mehr gelebt haben oder nicht gelebt haben, als Jesus auf der Erde war. Aber für das Fundament braucht es zwölf Apostel, zwölf Gesandte, die das alle entscheidende Teil im Leben Jesu aus eigener Anschauung kennen.

[46:12] Dann heißt es hier in Vers 23: "Und sie stellten zwei dar, Josef, genannt Barsabas, mit dem Beinamen Justus und Matthias."

[46:18] Jetzt diese Aussage ist interessant. Sie kann eigentlich im Griechischen zwei Dinge bedeuten. Entweder, wie es hier übersetzt ist, sie stellten zwei dar. Dann ist die Idee, dass man also aus der Menge der 120, also wenn man die Frauen vielleicht abzählt, dass man jetzt nach geeigneten Männern gesucht hat und gesagt hat: Okay, die zwei kämen für uns in Frage und jetzt lassen wir das Los entscheiden, wer von beiden es sein soll. Aber diese Phrase könnte auch genauso gut übersetzt werden mit: Und zwei standen da. Oder zwei standen eigentlich. Zwei standen. Nämlich Josef und Matthias. Dann wäre also die Idee eher die, dass Petrus gesagt hat: Also, wir brauchen jemanden. Und die Qualifikation ist: Wir brauchen jemanden, der die ganze Zeit seit Johannes dem Täufer mit dabei gewesen ist. Gibt es hier jemanden, der alles miterlebt hat? Und darauf melden sich nur zwei. Nur zwei stehen auf. Das würde also bedeuten, dass es möglicherweise gar keine Qualifikation, oder dass sich niemand noch richtig Gedanken, man muss es halt anders sagen, dass also sozusagen gar nicht viele überhaupt in Frage kamen und man nicht extra noch erst über Kandidaten nachdenken musste. Wie dem auch sei, kann man noch weiter studieren. Aber das ist einfach so als Hinweis noch.

[47:26] Vers 24 bis 26: "Das sollte keine menschliche Wahl sein. Gott sollte eingreifen. Um das herauszufinden, hat man das Los bemüht."

[47:51] Es gibt ein bisschen eine Debatte darüber, wie genau das zu bewerten ist. Es gibt eigentlich zwei interessante Theorien, die ich einfach mal nebeneinander stellen möchte, ohne da ein abschließendes Urteil zu fällen. Die eine Theorie sagt, es braucht einen zwölften Apostel. Das war ganz richtig, was sie gemacht haben. Es war ganz notwendig und ganz regulär. Und so musste es sein, weil ohne den zwölften Apostel das Evangelium nicht vorangehen konnte. Die andere Theorie besagt, naja, das mit dem Los war vielleicht nicht die klügste Idee oder nicht die eindrücklichste Idee. Möglicherweise ist gar nicht Matthias der echte zwölfte Apostel, sondern Paulus, der sich ja später immer wieder auch Apostel Jesu nennt und der von sich selbst sagt, dass es eine unzeitige Geburt gewesen ist, also quasi zu spät gekommen ist.

[48:31] Wie dem auch sei, das werden wir vielleicht in der Fülle gar nicht herausfinden, wenn wir vielleicht im Himmel dann noch sehen. Fakt ist, in der Apostelgeschichte spricht es dann fast gar nicht mehr von Matthias und über die Hälfte der ganzen Apostelgeschichte von Paulus. Wie dem auch sei, eins können wir für heute ganz sicher mitnehmen. Die Apostelgeschichte ist ein Buch, das für unsere Zeit von enormer Bedeutung ist. Es gibt so viele Dinge, die wir daraus praktisch lernen können für unsere Zeit und wir tun gut daran, sie gründlich zu studieren, gründlich neu zu studieren und zu lernen, wie wir das Evangelium in die ganze Welt tragen können.

[49:10] Die Frage am Ende ist, möchtest du nicht nur die Apostelgeschichte lesen, lieber Freunde, sondern mit deinem Leben und mit dem, was der Heilige Geist durch dich tun kann, durch die Verkündigung des Reiches Gottes, dort, wo Gott dich hingestellt hat, möchtest auch du ein Kapitel beitragen zu diesem unvollendeten Projekt Apostelgeschichte. Gott segne deine Entscheidung.

[49:32] Nächste Woche sehen wir uns hier auf Joel Media wieder, zur Cannstatt Studie, aber dann werden wir über Apostelgeschichte 2, über Pfingsten sprechen. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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