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Manuskript zur Sendung >>> CSH_2018_Q3_L6

In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp wird der Dienst des Apostels Petrus beleuchtet. Anhand der Apostelgeschichte Kapitel 9 bis 11 wird aufgezeigt, wie Petrus durch seine Heilungswunder und die Auferweckung von Tabitha eine Schlüsselrolle bei der Ausbreitung des Evangeliums spielt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Überwindung von Vorurteilen und der Öffnung des Evangeliums für die Heiden, was durch Petrus‘ Vision und seine Begegnung mit Kornelius symbolisiert wird.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de.

[0:27] Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer weiteren Folge unserer Serie über die Apostelgeschichte. Heute wollen wir uns mit einer Schlüsselfigur der Apostel beschäftigen, mit Petrus. Die Lektion ist überschrieben: „Der Dienst des Petrus“. Und wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 11. August.

[0:51] Bevor wir in das Bibelstudium hineingehen und hineintauchen, wollen wir noch gemeinsam ein Gebet sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für die Apostelgeschichte und für die vielen Geschichten, die uns ganz praktisch zeigen, was es bedeutet, ein Jünger zu sein und das Evangelium in die Welt zu bringen. Bitte gib, dass wir auch aus den Geschichten heute vieles lernen können, was für unseren persönlichen Glauben notwendig ist, und dass wir sehen, was der Geist in unserem Leben bewirken kann, so wie damals vor fast 2000 Jahren. All das bitten wir im Namen unseres Erlösers und Hohenpriesters, Jesus Christus. Amen.

[1:25] Wir wollen heute, wie gesagt, uns insbesondere mit Petrus beschäftigen, der eine besondere Rolle auch in der frühen Gemeinde gehabt hat, wie wir gleich sehen werden. Es soll um die Kapitel 9 bis 12 gehen, wobei vor allem Kapitel 9 bis 11 eigentlich, trotz der verschiedenen Kapitelunterteilungen und Überschriften in den einzelnen Bibelausgaben, im Grunde genommen eigentlich so eine gedankliche Einheit sind, zumindest ab 9,32 dann, wo das dann mit Petrus losgeht, nach der Geschichte der Bekehrung von Paulus, also von Saulus, der später Paulus genannt wurde.

[2:02] Wir wollen beginnen in Apostelgeschichte 9 und dort Vers 32. Und diese einzelnen Geschichten, die zunächst einmal scheinbar zusammenhangslos hier nebeneinander stehen, versuchen diese Geschichten so ein bisschen in einem größeren Bogen zu sehen, und da wird sich einiges Interessantes erschließen. Fangen wir mal an in Apostelgeschichte 9 und dort Vers 32.

[2:20] „Es begab sich aber, dass Petrus, als er alle besuchte, auch zu den Heiligen hinabkam, die in Lydda wohnten.“ Halten wir fest: Petrus besucht hier, wie es heißt, alle. Das heißt natürlich, zu dem Zeitpunkt kann die Christengemeinde noch nicht wahnsinnig groß gewesen sein, noch nicht weltweit natürlich, zunächst einmal in Jerusalem und dann in den umliegenden Städten. Und was wir auch lernen können, ist, dass Petrus hier diese Aufgabe wahrnimmt, die Oberaufsicht über die Gläubigen zu führen. Er besucht wie ein Hirte seine Schafe.

[2:55] Das passt natürlich zu dem Auftrag, den Jesus ihm gegeben hatte in Johannes 21, kurz bevor Jesus ja dann in den Himmel aufgefahren ist, in dieser Zeit nach der Auferstehung. In Johannes 21, in dieser berühmten Geschichte, als Petrus ja schon überlegt hatte, wieder zurück zum Fischerberuf zu gehen und Jesus ihn dreimal fragte, ob er ihn liebt. Und jedes Mal endet dann diese Frage-Anfrage zwischen Jesus und Petrus mit einem Aufruf an Petrus. Schauen wir mal in Vers 15.

[3:22] „Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich? Mehr als diese. Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe. Und dann heißt es hier: Er spricht zu ihm: Weide meine Lämmer.“ Das gibt es dann auch noch in der Variante: „hüte meine Schafe“ oder „weide meine Schafe“. Aber dreimal wird Petrus besonders aufgefordert, so eine Art Hirtenaufsicht zu haben über die Gläubigen.

[3:48] Das soll natürlich nicht bedeuten, dass er irgendwie strukturell eine höhere Machtposition hatte. Und natürlich war Petrus nicht der erste Papst. Aber doch hatte er auch eine gewisse besondere Leitungsfunktion, eine besondere Verantwortung für die Gemeinde, die hier sehr deutlich durch diesen dreifachen Auftrag deutlich wird und den Petrus jetzt hier in der Apostelgeschichte 9 ausführt.

[4:13] Es heißt hier in Kapitel 9, Vers 32, dass er nach Lydda kam. Das ist das alttestamentliche Lot mit D geschrieben. Auch heute heißt es wieder so, wie im Alten Testament, er gehörte eigentlich zum Stamm Benjamin und war ab dem 4. Jahrhundert vor Christus mit griechischen Siedlern besiedelt zum Teil, was sich jetzt auch in Vers 33 beweist.

[4:35] „Er fand aber dort einen Mann namens Äneas, der seit acht Jahren im Bett lag, weil er gelähmt war.“ Aufgrund des Folgenden können wir mit Sicherheit annehmen, dass dieser Äneas eigentlich biologisch sozusagen ein Jude war, ein Israelit war. Aber sein Name ist schon griechisch, und das ist sehr interessant, weil wir im Laufe der nächsten Geschichten diese Entwicklung haben, wie Petrus jetzt an dieses Heidentum herangeführt wird. Äneas ist ein griechischer Name, der aus der Äneis-Sage bekannt auch ist, die Troja rumspielt und auch mit der Entstehungssage Roms zusammenhängt, interessanterweise.

[5:11] Lukas als Arzt gibt hier noch genau an, wie lang der Mann im Bett gelegen hat und was seine Krankheit gewesen ist. Und dann heißt es in Vers 34: „Und Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus der Christus, mach dich gesund! Steh auf und mach dir dein Bett selbst.“ Und sogleich stand er auf.

[5:28] Also hier finden wir Petrus in seiner Funktion nicht nur als Lehrer, sondern auch als Heiler. Im Namen Jesu und durch die Kraft Jesu diesen Menschen gesund macht. Interessant hier natürlich auch das Detail, dass Jesus gesund macht, aber der Äneas dann selbst sein Bett machen muss. Das zeigt sich wieder diese wunderbare Kooperation zwischen Gott und Mensch. Gott tut das, was dem Menschen unmöglich ist und verlangt dann aber von dem Menschen das zu tun, was er selbst auch tun kann.

[5:54] Dieses Wunder führte zu großer Massenbekehrung. Vers 35: „Und alle, die in Lydda und Saron wohnten, sahen ihn, und sie bekehrten sich zu dem Herrn.“ Also viele Menschen, alle, die in Lydda und in Saron wohnten.

[6:10] Saron ist eigentlich keine Stadt, sondern es handelt sich um die sogenannte Scharon-Ebene am Mittelmeer. Und Saron hier im griechischen Neuen Testament deswegen, weil die Griechen und die Römer nicht in der Lage waren, „Sch“ auszusprechen, also das „Scharon“. Und deswegen „Saron“ diese Ebene nannten. Diese Ebene ist bekannt gewesen für ihre schönen Blumen. Wenn man das in Hohelied 2, Vers 1 nachschaut und auch in Jesaja 35 und dort Vers 2.

[6:39] Jesaja 35 und dort Vers 2. Da heißt es hier: „Sie wird lieblich blühen und frohlocken. Ja, es wird frohlocken und Jubel geben, denn die Herrlichkeit des Libanon wird ihr gegeben, die Pracht des Karmel und der Scharon-Ebene. Sie werden die Herrlichkeit des Herrn sehen, die Pracht unseres Gottes.“ Es geht hier eigentlich um das Bild, dass eine Wüste wieder aufblüht, als Symbol für die rettende und heilende Kraft des Evangeliums.

[7:07] Das liest man dann später, Vers 3: „Stärkt die schlaff gewordenen Hände, macht fest die strauchelnden Knie.“ Vers 4: „Sagt zu denen, die ein verzagtes Herz haben: Seid tapfer und fürchtet euch nicht! Seht, dass euer Gott, die Rache kommt, die Vergeltung Gottes, er selbst kommt und wird euch retten.“ Vers 5: „Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen Lob singen und so weiter und so fort.“ Und dann heißt es später: „Da wird dieser Weg sein, auf dem selbst der Einfältige nicht verloren geht, wenn er nur auf diesem Weg bleibt.“

[7:38] Diese rettende Kraft, die sich in diesen Wundern, diesen Heilungen zeigt, wird verglichen mit einer Wüste, die durch diese Kraft Gottes wie zu einem blühenden Garten wird, wie die Scharon-Ebene. Und dann ist es interessant natürlich, dass jetzt tatsächlich in der buchstäblichen Scharon-Ebene so viele Menschen quasi als Ernte ihr Glauben zum Aufblühen kommt, durch dieses Wunder, das Petrus im Namen und in der Kraft Jesu getan hat.

[8:10] Vers 36: „In Joppe aber war eine Jüngerin namens Tabitha, was übersetzt Gazelle heißt. Diese war reich an guten Werken und Wohltätigkeit, die sie übte.“ Also die Geschichte ist sozusagen, Petrus geht von Ort zu Ort. Er ist gerade an der Mittelmeerküste und eine andere Stadt dort an der Mittelmeerküste ist Joppe. Heute Jaffa und identisch mit dem alttestamentlichen Jaffo.

[8:33] Und das kennt man aus einer relativ gut bekannten Geschichte, nämlich aus Jona Kapitel 1. Dort ist es nämlich der Prophet Jona in Vers 3, der sich vom Angesicht des Herrn wegmacht nach Tarsis zu fliehen. Vers 3: „Und er ging nach Jaffo hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarsis fuhr. Er bezahlte sein Fahrgeld und stieg ein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weg von dem Angesicht des Herrn.“

[8:57] Es war in Jaffo oder Joppe, wo Jona sich entschied, den Auftrag Jesu nicht zu erfüllen. Was war der Auftrag Jesu gewesen und der Auftrag Gottes an Jona? Der Auftrag war gewesen, das Wort Gottes zu predigen. Nicht zu den Israeliten, wie das alle anderen Propheten sonst immer tun mussten, wie Jesaja und Ezechiel und Micha und so weiter. Sondern das Wort Gottes zu den Heiden zu predigen und zwar sogar zu den Unterdrückern des Volkes, nämlich zu den Assyrern in Ninive. Also mit anderen Worten: Gott sagte Jona: „Geh und predige zu den Peinigern und Verfolgern deines Volkes. Bring das Evangelium der Besatzungsmacht oder den Feinden deines Volkes.“ Und Jona weigert sich, er hat möglicherweise auch Angst vor der Grausamkeit, der sprichwörtlichen Grausamkeit der Assyrer, die ja auch archäologisch gut belegt ist, und rennt vor diesem Auftrag weg. Er weigert sich, das Evangelium den Heiden zu geben, und der Katalysator dieser Entwicklung ist die Stadt Jaffo. Denn hier steigt er in das Schiff, um wegzureisen.

[10:09] Und das ist natürlich total interessant, weil wir in der Apostelgeschichte jetzt einen ähnlichen, grundlegenden Zusammenhang haben. Der Prophet Petrus, denn dass er ein Prophet ist, werden wir gleich noch sehen, dass er eine Vision bekommt, hat den Auftrag von Jesus eigentlich schon seit Jahren, das Evangelium allen Nationen zu predigen. Aber bis dahin waren sie noch nicht so weit gekommen, das so zu verstehen. Und wir werden gleich sehen, wie sich das noch entwickelt hat. Also ganz interessant, dass Petrus jetzt hier in Joppe ist und da dann auch noch einen Moment bleibt.

[10:43] Das Wort Gazelle ist interessant. Die Tabitha heißt Gazelle. Gazelle ist im jüdischen Denken eigentlich so ein besonderes Symbol, eine Metapher für Schönheit gewesen.

[10:55] Vers 37 und 38: „Und es geschah in den Tagen, dass sie krank wurde und starb und man wusch sie und legte sie ins Obergemach. Weil aber Lydda nahe bei Joppe liegt und die Jünger gehört hatten, dass Petrus dort war, sandten sie zwei Männer zu ihm und baten ihn, nicht zu zögern und zu ihnen zu kommen.“ Also Petrus ist noch in Lydda, wo er gerade den Äneas gesund gemacht hat. Und er bekommt jetzt den Ruf und halt mir fest, er wird gerufen, etwas zu tun. Er wird gerufen von Männern, die ausgesandt werden, die zu ihm von Joppe nach Lydda kommen und sagen: „Du pass mal auf, jemand ist gestorben, kannst du uns helfen?“

[11:33] Die Antwort ist hochinteressant. Vers 39: „Da stand Petrus auf und ging mit ihnen.“ Halten wir fest und es wird gleich noch sehr wichtig werden: Als einige Gesandte aus einer Nachbarstadt kommen und Petrus bitten und sagen: „Wir brauchen deine Hilfe. Jemand ist tot, kannst du der toten Person helfen?“ Zögert Petrus nicht. Er hat keine Gedanken wie: „Ob das überhaupt was bringt? Ist das überhaupt Gottes Wille? Soll ich das machen?“ Er geht sofort los. Also Menschen kommen zu Petrus und sagen: „Hey, jemand ist gestorben und braucht deine Hilfe.“ Er ist tot und Petrus sagt: „Kein Problem, ich gehe hin und im Namen Gottes werde ich ihm helfen.“

[12:07] Es heißt hier Vers 39: „Da stand Petrus auf und ging zu ihnen und als er angekommen war, führten sie ihn in das Obergemach und alle Witwen traten zu ihm, weinten und zeigten ihm die Röcke und die Kleider, die Tabitha gemacht hatte, als sie noch bei ihnen waren.“ Die Tabitha offensichtlich ein unglaublich gutes Beispiel für gute Werke, für auch diakonischen Dienst, für das, was Menschen tun können, um anderen umarmend zu helfen.

[12:31] Und dann lesen wir in Vers 40: „Da ließ Petrus alle hinausgehen, kniete nieder und betete. Da wandte er sich zu dem Leichnam und sprach: Tabitha, steh auf!“ Sie aber öffnete ihre Augen und als sie den Petrus sah, setzte sie sich auf.

[12:46] Die Tat war, dass Petrus die Menschen aus dem Raum hinausschickt, hat sein Vorbild in dem Handeln von Jesus. Wir lesen zum Beispiel in Lukas 8 und dort Vers 54. Dort heißt es: „Er aber trieb sie alle hinaus und ergriff ihre Hand. Da geht es um die Tochter des Jairus. Er ergriff ihre Hand und rief: Kind, steh auf!“ Jesus wird auch hier gerufen, zu helfen. Er kommt, an dem Bewusstsein, dass die Tochter schon tot ist, er kommt trotzdem, schickt die anwesenden Trauerweiber und all die Menschen, die da weinen und klagen, schickt sie alle hinaus und dann spricht er zu dem toten Kind: „Kind, steh auf!“ Und wie wir dann weiterlesen, erweckt er dieses Mädchen wieder zum Leben und sie ist lebendig und alle freuen sich.

[13:44] In der Apostelgeschichte sehen wir also hier genau die gleiche Vorgehensweise. Jesus ist also tatsächlich für den Petrus das Vorbild, an dem er sich orientiert. Er tut nicht nur ungefähr die Sachen, die Jesus getan hat, sondern er imitiert seine Methode. Er lässt sie hinausgehen und dann sagt er genau das gleiche. Er sagt: „Tabitha, steh auf!“ Er verwendet dieselben Worte, er verwendet dieselbe Methode und es passiert auch genau dasselbe.

[14:11] Also die Nachfolge Jesu ist nicht einfach nur, dass man so grundsätzlich dieselbe Weltanschauung wie Jesus hat, sondern dass man auch in Wort und Tat Jesus imitiert. Jemand hat einmal gesagt: „Die Imitation von Jesus ist die wahre Religion.“ Ellen White ist es gewesen, und das ist, glaube ich, ein sehr, sehr wichtiger und richtiger Satz.

[14:34] Vers 41: „Und er reichte ihr die Hand und richtete sie auf und er rief die Heiligen und die Witwen und stellte sie ihnen lebend vor.“

[14:43] „Es wurde aber in ganz Joppe bekannt und viele wurden gläubig an den Herrn.“ Also so wie in der Geschichte vorher, die Tatsache, dass er hier an einem Menschen etwas tut, ein Wunder tut, vorher an Äneas, jetzt an der Tabitha, führt zu vielen Bekehrungen. Und das muss relativ klar. Der Petrus tut einer Person etwas Gutes und dadurch entstehen viele Bekehrungen. Und das zieht sich jetzt hier durch und soll auch in der nächsten Geschichte dann noch eine Rolle spielen.

[15:09] Vers 43: „Und es begab sich, dass er viele Tage in Joppe bei einem gewissen Simon, einem Gerber, blieb.“ Also Simon Petrus bleibt bei Simon, dem Gerber ist in Joppe. Und das ist nicht nur eine Zusatzinformation, um das Kapitel etwas länger zu machen, sondern soll selbstverständlich jetzt die gedankliche Brücke zum nächsten Kapitel schlagen, was ja eigentlich im Original ja gar keine Kapiteleinteilung gehabt hat, sondern was jetzt folgt, soll mitgedacht oder da soll mitgedacht werden, was jetzt wir schon studiert haben. Also die Petrus in Lydda und Petrus in Joppe sind der Hintergrund für das, was wir jetzt in Kapitel 10 finden. Und das ist sehr wichtig zu bedenken.

[15:51] Kapitel 10, Vers 1: „In Cäsarea lebte aber ein Mann namens Kornelius, ein Hauptmann der Schar, die man die Italische nannte.“ Kornelius ist dabei offensichtlich nicht sein Vorname, sondern sein zweiter Name. Römer hatten stets drei Namen: einen Vornamen, einen Nachnamen, der quasi den Familiennamen angab und dann einen dritten Namen, der nochmal sozusagen ein bisschen die Unterscheidbarkeit gemacht hat. Ein spezieller Name, der auf die Charaktereigenschaften Bezug genommen hat. Kornelius war sein zweiter Name, er war vom Geschlecht der Cornelia. Das war ein ganz berühmtes römisches Geschlecht, wenn man das nachforschen möchte. Viele bedeutende Konsuln und andere Würdenträger im römischen Reich über Jahrhunderte kamen aus dieser Familie.

[16:32] Und auch die Schar, die Italische genannt wird, die lässt sich noch historisch fassen. Es handelt sich um eine Kohorte. Die Kohorte 2 Italica Quivium Romanorum, also die Italische Schar der römischen Bürger. Es war eine sogenannte Auxiliartruppe, eine Hilfstruppe eigentlich, die aus italienischem Freiwilligenbestand Bogenschützen, die die regulären syrischen Truppen der römischen Armee dort verstärkt hat. Das waren also alles römische Bürger. Der Truppe gehörten nach unseren Informationen etwa 1000 Mann an. Und wenn er ein Hauptmann gewesen war, dann war er ein Zenturio, jemand, der also über 100 den Befehl hatte. Er war also nicht der Oberbefehlshaber, sondern eher eine Art Unteroffizier dieser Truppe.

[17:20] Cäsarea war eine Stadt, auch am Mittelmeer gelegen, die Herodes hatte gründen lassen zu Ehren des römischen Kaisers. Caesar, Kaiser, das hängt sprachlich miteinander zusammen.

[17:35] Vers 2: „Der war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott.“ Er war fromm, eusebes, er betete richtig gut an. Oder er betete gut an, er war also auf dem richtigen Weg nach jüdischem Verständnis. Er war gottesfürchtig, er glaubte also an den richtigen Gott mit seiner ganzen Familie.

[17:53] Vers 3 heißt es: „Nun, die Juden würden so einen Menschen wie Kornelius zwar als gottesfürchtig betrachten, aber sie würden ihn niemals als vollwertiges Mitglied des Volkes Gottes ansehen, weil er ja ein unbeschnittener Römer war, ein Feind des Volkes von Geburt an, auch wenn er selbst persönlich fromm gewesen ist.“ Das Volk Gottes hatte eigentlich für jemanden wie ihn keine richtige Verwendung. Man war sicherlich froh, wenn er nicht mehr Jupiter anbetete, sondern den wahren Gott, aber man hätte niemals im Traum daran gedacht, ihn irgendwie als volles Mitglied der Gemeinde Gottes zu betrachten.

[18:42] Die neunte Stunde, die erwähnt wird, ist die Stunde des Gebets. Die wird auch in Apostelgeschichte 3, Vers 1 erwähnt. Das ist so gegen 15 Uhr. Interessant ist, wie hier der Engel zu ihm kommt und ihn mit Namen nennt. Kornelius, Gott nennt seinen Namen durch den Engel. Gott kennt uns mit Namen. Das ist diese Idee, die wir aus Jesaja 43 so schön ableiten können.

[19:05] Jesaja 43 und dort Vers 1: „Und nun so spricht der Herr, der dich geschaffen hat, Jakob, der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“ Und indem Gott hier diesen Kornelius mit Namen ruft und durch den Engel und dann die Dinge sagt, die er jetzt gleich sagen wird, wird deutlich, dass auch wenn das Volk Gottes noch längst nicht sehen kann, dass Kornelius ein wahrer Gläubiger ist, Gott sieht das schon längst und betrachtet ihn als Teil der Gläubigen.

[19:33] In Vers 4 lesen wir dann, dass Kornelius erschrickt. „Er aber blickte ihn an, erschrak und sprach: Was ist, Herr?“ Er sprach zu ihm: „Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, sodass er ihrer gedacht hat.“

[19:46] Ein Erschrecken angesichts eines Engels ist nun nicht nur etwas, was den Römern passiert ist, sondern wir haben große Beispiele bei Daniel, Jesaja, viele andere Männer Gottes sind erschrocken, als sie den Engel gesehen haben, so auch Kornelius. Aber der Engel macht deutlich, dass Gott eine positive Botschaft für ihn hat.

[20:08] „Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, sodass er ihrer gedacht hat.“ Gott registriert alles, was wir tun, nicht nur die Sünden und die negativen Dinge, er registriert auch alles, was gläubige Menschen Gutes tun. Da gibt es einen schönen Vers in Maleachi 3 und dort Vers 16.

[20:30] Maleachi 3 und dort Vers 16. Ein Gedenkbuch. Gott notiert sich sozusagen alles, was Gutes passiert ist. Keine aufrichtige, gute Tat im Geiste Jesu getan geht verloren. Und wenn es hier heißt, er gedachte daran, dann soll das nicht bedeuten, dass Gott sich mal wieder erinnern musste, dass es den Kornelius gibt und dass ihm das wieder einfiel, sondern diese Idee des Gedenkens ist auch so ein Hebraismus eigentlich, das kann man schön deutlich schon sehen in 1. Mose 8 und dort Vers 1, wo es im Kontext der Sintflut darum geht, dass Gott den Noah rettet.

[21:17] In 1. Mose 8 Vers 1 heißt es: „Da gedachte Gott an Noah und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war, und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, sodass die Wasser fielen.“ Gott hat sich nicht plötzlich daran erinnert, dass es den Noah gibt, sondern dieses Gedenken bedeutet, dass er auf ihn Acht gehabt hat und besonders beschützt hat die gesamte Zeit und ihn dann auch gerettet hat. Und genau das muss man sich hier beim Kornelius auch vorstellen. Was der Engel sagt ist: „Gott schaut die ganze Zeit auf dich, er hat dich lieb, er denkt an dich, er kümmert sich um dich und er möchte dich vollends retten.“ Und all das, was du schon Gutes getan hast, ist bei Gott sehr wohl registriert worden.

[21:58] Aber, und das ist jetzt sehr interessant, Gott möchte, dass der Kornelius vollständiges Mitglied der Gemeinde Gottes, der sichtbaren Gemeinde Gottes ist.

[22:09] Vers 5: „Und man stellt sich die Frage, warum hätte der Engel dem Kornelius nicht selbst das Evangelium predigen können? Das wäre doch möglich gewesen. Der Engel hätte das wahrscheinlich sogar noch besser und effizienter machen können, als der zugegebenermaßen sehr vollmächtige Petrus.“

[22:29] Hier haben wir einen wirklich interessanten Moment. Gott sendet einen Engel, um das zu tun, was zu dem Zeitpunkt kein Mensch sich erstmal gewagt hätte, nämlich einem Römer zu suggerieren, er könnte vollständiges Mitglied der Gemeinde Gottes sein. Aber die eigentliche Arbeit der Mission überlässt er dann doch einem Menschen. Gott möchte, dass die Gläubigen nicht nur für sich alleine Teil des Volkes Gottes sind, sondern dass sie auch von der sichtbaren Gemeinde als solches verstanden und angenommen werden. Er möchte, dass Kornelius das Evangelium aus Menschenmund erfährt, obwohl schon ein Engel in seinem Zimmer ist. Und so hat der Engel also die Aufgabe, den Kornelius zu Petrus zu weisen.

[23:18] Der Engel hatte also keinerlei Bedenken zu Kornelius zu kommen, also für den Engel war der Kornelius nicht unrein, aber bei Petrus war das jetzt noch so eine Sache. Petrus muss erst noch überzeugt werden und das geschieht jetzt auf folgende Art und Weise.

[23:32] Vers 9 bis 13: „Am folgenden Tag aber, als jene auf dem Weg waren und sich der Stadt näherten, stieg Petrus auf das Dach, um zu beten. Es ist etwa um die sechste Stunde.“ Das scheint erstmal auch nur eine historische Information zu sein, ist aber sehr interessant. Wir haben hier den Petrus, der in der sechsten Stunde, wie sich jetzt gleich zeigen wird, hungrig ist und im Kontext wird es gleich um einen Nichtjuden gehen.

[24:05] Wenn man sich diese Elemente mal zusammenfügt und sich fragt: Gibt es eine andere Geschichte, wo jemand zur sechsten Stunde hungrig ist und irgendwie mit einem Nichtjuden, einer Nichtjüdin zu tun hat, dann erinnert man sich, es gab doch diese Geschichte in Johannes 4.

[24:23] In Johannes 4 finden wir Jesus, das Vorbild von Petrus, wie wir in den Geschichten vorher gesehen haben. Petrus hat immer versucht, Jesus zu imitieren, immer das zu tun, was Jesus getan hat. Jesus in Johannes 4 kommt nach Sychar. Es heißt hier Fest 6: „Es war aber dort Jakobsbrunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich so an den Brunnen. Es war um die sechste Stunde.“ Und aus dem weiteren Verlauf wissen wir, dass er auch durstig und auch hungrig war. Und aus diesem Grund sind ja seine Jünger in die Stadt gegangen, um etwas zu essen zu kaufen. Und in diesem Zusammenhang kommt jetzt diese nichtjüdische Frau und Jesus beginnt ein Gespräch mit ihr. Er erklärt ihr das Evangelium. Er sagt ihr im Grunde genommen am Ende, dass er der Messias ist. Und aus dieser einen Begegnung wird dann ein missionarischer Erfolg größeren Ausmaßes, weil so gut wie alle Bewohner der Stadt dann aufgrund des Zeugnisses dieser einen Frau, Jesus annehmen.

[25:28] Also auch hier haben wir diese Idee: Jesus handelt mit einer Person und viele andere werden dadurch gewonnen. Interessant ist, dass im Zuge dieser Geschichte sogar das Essen einen symbolischen Gehalt bekommt, eine symbolische Bedeutung.

[25:44] In Vers 31 lesen wir: „Inzwischen aber baten ihn die Jünger, da war auch Petrus dabei und sprachen: Rabbi, iss! Es ist zwölfte Stunde, du bist hungrig, es ist sechste Stunde, es ist zwölf Uhr, du bist hungrig.“ Vers 32: „Er sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“ Und dann fragen sie sich: „Hat ihn jemand zu essen gebracht?“ Und dann sagt er in Vers 34: „Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe.“

[26:11] Also Jesus sagt, die Tatsache, dass ich hier einer Nicht-Jüdin, einer Heidin sozusagen, das Evangelium predige, das kann man als eine Art Essen bezeichnen. Ich habe gerade gegessen. Und jetzt dürfte uns wahrscheinlich die Schuppen von den Augen fallen, wenn der Petrus jetzt gleich etwas vom Himmel herab kommen sieht und er aufgefordert wird zu essen. Er ist hungrig, zur sechsten Stunde, dann sieht man allein schon aufgrund dessen, dass das, was da herab kommt und aufgefordert wird zu essen, auf die Mission sich beziehen muss. Denn genau diese Verbindung zwischen Essen und Mission bestand schon bei Jesus.

[27:00] Jesus ist jetzt an dem Punkt, dass er seinem Jünger Petrus das beibringen will, was er schon seit Jahren hätte lernen können, nämlich, dass alle Menschen das Evangelium brauchen.

[27:16] Apostelgeschichte 10, Vers 10: „Da wurde er sehr hungrig und wollte essen. Während man aber etwas zubereitete, kam eine Verzögerung über ihn.“ Er bekommt jetzt diese Vision. Und er sah den Himmel geöffnet und ein Gefäß herabkommen, wie ein großes leinendes Tuch, das an den vier Enden gebunden war und auf die Erde niedergelassen wurde. Daran waren all die vierfüßigen Tiere der Erde und alle die Raubtiere und die kriechenden Tiere und die Vögel des Himmels.

[27:37] Und eine Stimme sprach zu ihm: „Steh auf, Petrus, schlachte und iss!“ Das ist natürlich ein Symbol, genauso wie Jesus von dem Essen gesprochen hat, als einem Symbol. Ich habe eine Speise, von der ihr nichts kennt. Ein Symbol für die, wenn wir Johannes 4 im Hinterkopf haben, für die Vollendung des Werkes, für die Mission, für das Erreichen von Nichtjuden. Und der Auftrag Gottes ist klar.

[28:01] Jesus sagte: „Ich bin gekommen, um den Willen meines Vaters zu tun.“

[28:04] Vers 14: „Petrus aber sprach: Keineswegs, Herr! Denn ich habe noch nie etwas Gemeines oder Unreines gegessen.“ Immer wieder gibt es Christen, die denken, hier geht es darum, dass man jetzt plötzlich Schweinefleisch essen darf. Aber darum geht es überhaupt gar nicht. Selbst wenn man die weiteren Verse nicht hätte, wird es jetzt schon klar, dass es darum gar nicht geht.

[28:18] Gott sagte jetzt in Vers 15: „Und eine Stimme sprach wiederum zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für Gemeines.“ Es geht nicht darum, dass Gott sagt: „Ja, früher war das so, aber jetzt habe ich es mich geändert.“ Nein, er sagt: „Mein Wille ist wichtiger als deine persönliche Meinung. Halte du nicht etwas für gemein.“ Gott sagt nicht: „Ja, du hast eigentlich alttestamentlich recht, aber jetzt sind wir im Neuen Testament einander.“ Er sagt: „Deine persönliche Meinung steht momentan gegen die Erfüllung des Willens Gottes.“

[28:48] Und genau das ist das Problem so oft in unserem Leben, dass wir aufgrund persönlicher Meinung, persönlicher Ideen, persönlicher Vorstellung den Willen Gottes nicht tun. Wir haben es hier nicht mit einem Ungläubigen zu tun, sondern mit einem, der gerade einen Toten auferweckt hat. Und der trotzdem noch, obwohl er schon vom Heiligen Geist erfüllt worden ist, den Frühling empfangen hat, 3000 Menschen getauft worden sind aufgrund seiner einen Predigt zu Pfingsten. Jemand, der seit dreieinhalb Jahren eine Stütze der Gemeinde ist, der große Dinge vollbracht hat, dessen Nähe schon Heilung bewirkt hat, hat ein Missverständnis und Gott muss ihm das austreiben.

[29:26] Interessant ist, wie oft das geschieht. Vers 16: „Dies geschah wie oft? Dreimal.“ Wie oft hatte Jesus den Petrus angesprochen: „Liebst du mich? Weide meine Schafe?“ Dreimal. Kein Zufall, glaube ich. Dreimal geschieht das.

[29:44] Und Petrus versteht noch immer nicht genau, was Gott ihm sagen will. Vers 17: „Als er bei Petrus bei sich selbst ganz ungewiss war, was das Gesicht bedeuten solle, da er gesehen hatte, siehe, da standen die von Kornelius abgesandten Männer, die das Haus Simons erfragt hatten, am Toreingang.“ Es gibt ja mehrere Stellen auch im Lukas-Evangelium, wo immer wieder auch deutlich wird, dass die Jünger den Sinn dessen nicht verstanden haben, was Gott ihnen gezeigt hat. Jesus zum Beispiel, als er seine Kreuzigung und die Auferstehung vorhergesagt hatte, heißt es dann: „Sie wussten nicht, es war ihnen zu schleierhaft, auf Deutsch gesagt, in Lukas 18, Vers 34.“

[30:20] Leser Vers 19: „Während nun Petrus über das Gesicht nachdachte, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich. Darum stehe auf, steige hinab und ziehe ohne Bedenken mit ihnen, denn ich habe sie gesandt.“

[30:37] Da ging Petrus zu den Männern hinab, die von Kornelius zu ihm gesandt worden waren und sprach sie: „Ich bin der, den ihr sucht, was der Grund für euer Kommen?“ Offensichtlich hat selbst die Vision, die dreimalige Vision noch nicht ausgereicht. Der Heilige Geist muss jetzt ohne Vision, ohne Bilder direkt konkret zu Petrus sprechen und sagen: „Da stehen drei Männer vor der Tür, geh mit ihnen.“

[31:00] Man stellt sich die Frage: Was wäre passiert, wenn Petrus keine Vision gesehen hätte und nicht der Geist nochmal nachdrücklich ihm explizit gesagt hätte: „Geh mit ihnen.“

[31:12] Halten wir fest, es ist ja nicht die erste Geschichte, wo Petrus von Menschen aufgesucht wird, die aus einer anderen Stadt kommen und sagen: „Komm in die Stadt und hilf uns.“ Wir hatten das ja genau eine Geschichte davor, als er nämlich noch in Lydda war und die Menschen aus Joppe gekommen waren und gesagt haben: „Jemand ist gestorben, kannst du uns helfen?“ Erinnern wir uns noch, was Petrus getan hat? Er ging sofort los.

[31:38] Was wäre gewesen, wenn er keine Vision und keine Nachricht vom Heiligen Geist gehabt hätte? Das muss man sich mal vorstellen. Petrus war bereit, einem Toten zu helfen, aber er hatte äußerste Bedenken, einem Heiden zu helfen. Also eine Israelitin war gestorben, die war schon tot und er zögert nicht, sobald die Boten an der Tür sind und sagen: „Komm, hilf uns.“ Sagt er: „Ich komme, ich helfe dieser toten Person.“ Als Boten kommen und sagen: „Wir hätten da einen Heiden, einen Nicht-Juden, der bräuchte Hilfe.“ Da braucht es drei Visionen und das direkte Eingreifen des Heiligen Geistes, um Petrus überhaupt davon zu überzeugen zu gehen. So stark war das Vorurteil. Unglaublich.

[32:26] Haben wir vielleicht auch manchmal starke Vorurteile? Sind wir vielleicht auch mal bereit, Tote aufzuwecken, aber nicht mit Heiden zu reden. Was auch immer das konkret in der Anwendung in unserem Bereich dann bedeuten würde. Nun.

[32:43] In Vers 24 finden wir dann, Verzeihung, in Kapitel 10, Vers 24 heißt es dann: „Und am anderen Tag kamen sie nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und seine vertrauten Freunde zusammen gerufen.“ Und hier sind wieder viele Menschen zusammen. Wie in Lydda, wo der Äneas gesund gemacht worden ist und viele geglaubt haben. So wie in Joppe, wo die Tabitha auferweckt worden ist und viele geglaubt haben. Und so wie am Jakobsbrunnen, wo die Frau Jesus als ihren Messias angenommen hat und dann viele gerettet worden sind.

[33:21] Und nun kommt der Petrus hinein und erklärt so ein bisschen, was passiert ist. Vers 28: „Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Angehörigen eines anderen Volkes zu verkehren oder sich ihm zu nahen. Doch mir hat Gott gezeigt, dass ich keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll.“ Er hat jetzt schon den Inhalt der Vision verstanden, zumindest größtenteils. Er hat verstanden, dass es bei der Vision nicht darum geht, dass er jetzt Schweinefleisch essen darf, sondern dass es darum geht, dass er keinen Menschen gemein oder unrein nennen soll. Gemein im Sinne von nicht heilig.

[33:57] Aber dann passiert etwas und das sollte uns noch einmal zu denken geben. Jetzt beginnt nämlich der Kornelius ausführlich zu berichten, was er erlebt hat und wie der Engel zu ihm gekommen ist und wie der Engel dann ihn auf Petrus aufmerksam gemacht hat. Und dann in Vers 34 finden wir folgende interessante Worte von Petrus.

[34:18] „Da tat Petrus den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht, sondern dass in jedem Volk derjenige ihm angenehm ist, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit übt.“ Jetzt hört man den Groschen klingeln. Jetzt ist es durchgedrungen in seinem Gehirn. Warum? Nicht einmal wegen der Vision, nicht einmal, weil der Heilige Geist ihm gesagt hat: „Geh mit diesen Menschen“, sondern was letztendlich den Durchbruch in seinem Herzen geschafft hat, war die persönliche missionarische Erfahrung mit dem Kornelius selbst.

[34:54] Mit anderen Worten, er hat die Tragweite der Wahrheit erst verstanden, nicht als er die Vision analysiert hat und die Vision verstanden hat, sondern als er jetzt im direkten 1:1 Kontakt mit einem suchenden Menschen ist, der die Wahrheit kennenlernen will, der Jesus sucht. Plötzlich versteht er, was Gott wirklich will.

[35:18] Die Anwendung davon ist sehr praktisch. Es reicht nicht aus, die korrekte Interpretation von Visionen zu haben. Petrus hatte die korrekte Interpretation der Vision und wusste: Ich darf keinen anderen Menschen mehr gemein oder unrein nennen. Aber ihm war noch nicht völlig klar, dass Gott tatsächlich die Menschen retten möchte, dass sie auch die Gerechtigkeit annehmen dürfen, dass Gott überhaupt gar keinen Unterschied macht zwischen den Völkern. Das war ihm so nicht klar. Es wurde ihm klar in der persönlichen Missionsarbeit.

[35:52] Liebe Freunde, manche Dinge werden wir erst verstehen, wenn wir persönliche 1:1 Missionsarbeit mit suchenden Menschen machen. Wir können die Visionen korrekt verstehen, wir können den Geist der Weisung haben, wir können all die Dinge theoretisch begreifen, aber erst in dem Versuch, anderen Menschen tatsächlich zu helfen, wenn wir etwas einsetzen, etwas riskieren, vielleicht auch über unsere Komfortzone hinausgehen, dann sehen wir erst, wie Gott wirkt und dann verstehen wir auch den Charakter Gottes erst wirklich.

[36:25] Petrus hat hier jetzt nach Jahren dessen, was Jesus immer gesagt hatte und immer gezeigt hatte und immer durch Symbole ausgedrückt hatte, nach Jahren endlich verstanden, wie Gott eigentlich wirklich ist. Halten wir fest, er war schon seit dreieinhalb Jahren erfüllt mit dem Heiligen Geist durch Pfingsten und trotzdem hat er erst hier diesen Durchbruch in seinem Denken.

[36:47] Und jetzt predigt er das Evangelium eben nicht nur zu den Juden, sondern auch zu diesen Heiden, zu diesen Vollbürgern Roms, den Feinden Israels. Er macht jetzt das, wovor Jona am liebsten weggelaufen wäre, auch in derselben Stadt. Jaffo, Joppe. Und jetzt kommt, so wie Jona zu den Assyrern predigt, den Feinden Israels, so predigt jetzt Petrus, aus der gleichen Stadt kommend, Joppe, zu den Römern, den Feinden Israels.

[37:23] Und der Heilige Geist kommt. Und das, was in Ninive passiert ist, was dann Jona sogar gestört hat, nämlich, dass die Menschen sich bekehren, passiert hier auch. Der Heilige Geist greift so dramatisch ein, dass man den Eindruck hat, dass es erst aufgrund des Wirkens des Geistes jetzt auch völlig klar ist, dass man diese Menschen auch taufen sollte.

[37:46] In Vers 47 heißt es: „Kann auch jemand diesem das Wasser verwehren, dass wir nicht getauft werden sollten, die den Heiligen Geist empfangen haben, gleich wie wir?“ Man hat fast den Eindruck gehabt, dass der Heilige Geist sagt: „Okay, Petrus hat jetzt verstanden, dass diese Menschen gerettet werden sollen. Aber für den Fall, dass irgendjemand noch denkt, man braucht sie ja vielleicht nicht taufen, wirkt der Heilige Geist sofort.“ Und Petrus sagt: „Wir müssen sie taufen.“ Es gibt keine andere Möglichkeit.

[38:09] Wir sehen hier, wie sehr der Geist durch die Vision, durch das tatsächliche Sprechen, den Petrus regelrecht drückt und pusht, endlich das zu verstehen, was er eigentlich schon längst hätte verstehen sollen und was jetzt auch tatsächlich auch noch zum Widerstand in der Gemeinde führt. Denn direkt danach lesen wir, und das gehört immer noch eigentlich zum gleichen Zusammenhang, Vers 1: „Und die Apostel und die Brüder, die in Judäa waren, die sagten, dass auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten. Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung, das sind die Juden, ihm Vorwürfe und sprachen: Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen.“

[38:46] Es gibt tatsächlich Widerstand in der Gemeinde gegen diese Offenbarung des Geistes, gegen die Schönheit des Charakters Gottes. Vielleicht ist das auch schon mal passiert, dass einige der größten, schönsten Wahrheiten Gottes manchmal den größten Widerstand nicht bei Heiden, sondern im Volk Gottes auslösen.

[39:04] Aber Petrus ist geduldig und es heißt in Vers 4: „Er begann Petrus und erzählte ihm alles der Reihe nach.“ Also ein Mittel, das wir in der Apostelgeschichte lernen, um Widerstand in der Gemeinde gegen das Wirken des Geistes zu brechen, ein Mittel, um diesen Widerstand aufzulösen, ist, einfach geduldig darüber erzählen, was Gott im eigenen Leben gewirkt hat. Erfahrungen und Berichte über das, was der Geist getan hat.

[39:30] Petrus hätte hier auch eine theologische Diskussion anfangen können. Er hätte einfach eine exegetische Untersuchung machen können über die Frage von Juden und Heiden. Stattdessen erzählt er, wie der Geist gewirkt hat. Er gibt einen Missionsbericht und das verändert die gesamte Lage.

[39:49] In Vers 14 haben wir dann noch diesen interessanten Zusatz über den Bericht, den Petrus hier gibt oder aus dem Bericht, den Petrus gibt. „Der, gemeint ist Petrus, also Petrus erzählt, was der Engel dem Kornelius gesagt hat: Der Petrus wird Worte zu dir reden, durch die du gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus.“ Hier haben wir ein inspiriertes, vom Engel gesagtes Zeugnis dafür, dass die Rettung tatsächlich durch die Evangeliumsverkündigung kommt. Die Worte des Petrus waren nicht einfach nur noch eine menschliche Bestätigung dessen, was Gott schon längst getan hatte. Nein, für die Errettung des Kornelius war die Predigt des Petrus lebensnotwendig. Sie war wichtig. Er wurde durch die Worte gerettet, die der Petrus gesprochen hat. Denn Petrus hat das Evangelium gepredigt, das biblische Evangelium, das übrigens, wenn wir das nachlesen in Apostelgeschichte 10, auch eine prophetische Basis hat. Er spricht immer davon, dass alles das, was die Propheten gesagt haben, erfüllt worden ist.

[40:57] Das heißt also, Engel werden eingreifen, auch in der letzten Zeit. Wir haben immer gesagt, wir wollen die Apostelgeschichte auch studieren, um zu sehen, was in der Endzeit passiert. Engel werden eingreifen, sie werden Wunder tun. Sie werden vielleicht uns auch zu neuen Erkenntnissen pushen und uns durch den Geist der Weisung auch immer wieder zeigen, wo wir uns verändern müssen. Aber letztendlich werden wir nicht von unserer Aufgabe entbunden, durch unser persönliches Zeugnis und durch biblische Unterweisung, durch prophetische Botschaft, das Evangelium vom gekreuzigten und auferstandenen Jesus den Menschen zu bringen. Und wenn es in 1:1 Arbeit ist, dann werden dadurch noch sehr viele Menschen mehr gewonnen.

[41:37] Vers 18: „Als sie über das hörten, beruhigten sie sich und priesen Gott und sprachen: So hat denn Gott auch den Heiden die Buße zum Leben gegeben.“ Wir sind mehr als dreieinhalb Jahre nach Pfingsten, nach der Ausgießung des Heiligen Geistes, mehr als dreieinhalb Jahre nach der Kreuzigung und der Auferstehung und Schluss. Endlich begreift es die Hauptgemeinde des Volkes Gottes in Jerusalem. Gott will alle Menschen retten. Das, was Jesus schon dem Nikodemus viele Jahre vorher gesagt hat: „Denn so hat Gott die Welt geliebt.“ Und das, was er immer wieder den Jüngern gesagt hat, er sagt: „Geht in die ganze Welt, macht Jünger. Fangt hier in Jerusalem an, Samaria, Judäa, bis ans Ende der Welt.“ Er hat immer und immer wieder gesagt, man muss davon ausgehen, dass die Jünger bis zu dem Zeitpunkt wohl eher gedacht haben, sie sollen alle Juden in der ganzen Welt ausspüren, bis es ihnen dann tatsächlich bewusst geworden ist: Gott meint alle Menschen mit seinem Evangelium.

[42:27] Das führt dann zu der Entwicklung, dass jetzt auch tatsächlich Mission an den echten Heiden gemacht wird. In der Apostelgeschichte 11, Vers 19 und 20 lesen wir nun, welche sich das zerstreut hatten seit der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhoben hatte, zogen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und redeten das Wort zu niemand als nur zu Juden. Da haben wir immer noch diese Idee. Man hat zwar Jerusalem verlassen, Samaria verlassen, man wollte aber nur zu den Juden reden. Aber jetzt ändert sich das. Vers 20: „Unter ihnen gab es aber einige Männer aus Zypern und Kyrene, die, als sie nach Antiochia kamen, zu den griechisch Sprechenden redeten, ihnen das Evangelium von dem Herrn Jesus verkündigten.“

[43:05] Hier werden zum ersten Mal echte Griechen, echte Heiden erreicht und es entsteht in Antiochia, was damals eine der größten Städte des Römischen Reiches war, neben Alexandria und Rom die drittgrößte Stadt, dort am Mittelmeer in der Nähe gelegen. Es entsteht hier eine Gemeinde, in der zum ersten Mal die Nachfolger Jesu jetzt Christen genannt werden. Wir lesen das in Vers 26.

[43:31] „Und als er ihn gefunden hatte, brachte er ihn nach Antiochia. Es begab sich aber, dass sie ein ganzes Jahr lang zusammen in der Gemeinde blieben und eine beträchtliche Menge lernten. Und in Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.“

[43:41] Kleine Randnotiz: Das griechische Wort „Christianoi“ ist nach Angabe von Althistorikern möglicherweise eigentlich eine römische Konstruktion. Das heißt, möglicherweise waren es Römer, römische Vollbürger, die zuerst diesen Begriff Christen verwendet haben. Es wird diskutiert, ob möglicherweise das auch zunächst einmal abwertend gemeint war und dann erst im Nachhinein seine positive Bedeutung bekommen hat. Dass also die sogenannten Christen das dann für sich in Anspruch genommen haben, Christen zu sein. Wie man das ja bei verschiedenen Glaubensüberzeugungen immer wieder auch beobachten kann, auch in der Reformationsgeschichte immer wieder, dass so passiert ist. Wenn wir zum Beispiel an die Methodisten oder auch an die Adventisten denken, alles Begriffe, die eigentlich mal von den Feinden gegeben worden sind und die man dann quasi auf sich selbst bezogen hat.

[44:33] Mit diesem ganzen Geschichtskomplex, den wir angeschaut haben von Apostelgeschichte 9 am Ende bis 11, ist jetzt eigentlich der Weg frei für das, was Gott tun will durch Paulus. Und es ist kein Zufall, dass, wenn man jetzt Kapitel 12 noch rausnimmt, ab Kapitel 13, eigentlich in der Apostelgeschichte, ab dann fast nur noch Paulus eine tragende Rolle spielt, weil er der ist, der berufen ist, das Evangelium zu den Heiden zu bringen.

[45:01] Also, wenn man sich das sozusagen global anschaut: In Kapitel 9 wird Saulus bekehrt. Er bekommt schon da den Auftrag zu den Heiden zu gehen, aber wenn Gott ihn gleich gesandt hätte, dann wäre das mit der Gemeinde völlig gegeneinander gelaufen. Auch später war es immer noch kritisch, das Verhältnis zum Teil zwischen Paulus und einigen Gemeindegliedern in Jerusalem. Bevor also der jetzt von Saulus, der bekehrte Saulus, losgelassen werden kann auf die Heiden, muss etwas geschehen, erstmal in seinem eigenen Herzen, in seinem eigenen Leben. Er muss nach Arabien gehen, muss das Evangelium dort besser kennenlernen. Aber es muss etwas geschehen in der Gemeinde. Das ist das, was in Kapitel 9, 10, 11 passiert. Durch diese Geschichte, durch dieses Wirken von Petrus und seiner Erfahrung mit dem Heiligen Geist wird der Weg freigemacht für die prinzipielle Akzeptanz der Heidenmission, die dann vor allem durch Paulus geleistet wird.

[45:50] Also insofern haben wir es eigentlich mit diesem Kapitel 9, 10, 11 mit einem echten Durchbruch zu tun. Es ist nicht einfach nur Lückenfüller, um irgendwie die Geschichte noch länger zu machen. Es ist ein echter Durchbruch in dem Verständnis. Wir sehen hier, was für eine gewaltige Mauer der Heilige Geist durchbrechen musste, auch noch Jahre nach Pfingsten. Und vielleicht gibt es auch in unserem Leben, in unserer Gemeinde, noch große Mauern, die durchbrochen werden müssen, wo Tradition, wo althergekommene Vorstellungen, die schon immer so in unserem Kopf gewesen sind, vom Geist durchgebrochen werden müssen, damit das Werk vollendet werden kann.

[46:24] Vielleicht hat er schon ganz andere Personen, die es vollenden können, aber die er noch nicht einsetzen kann, weil wir in der Gemeinde vielleicht durch manche persönliche, traditionelle Vorstellungen, durch menschliche Meinungen, durch menschliche Ideen das hindern würden. Und wenn wir also um das Wirken des Geistes in unserem Leben bitten und das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde, dann lohnt es sich, darüber nachzudenken, darum zu bitten, dass Gott einem die Augen öffnet, wo wir vielleicht klarste Aussagen des Wortes Gottes immer irgendwie anders interpretieren, als sie eigentlich Gott gemeint hat. Und das ist, denke ich, im Zuge der Endzeit ganz entscheidend, dass wir das Wort Gottes beim Wort nehmen.

[47:03] In diesem Sinne wollen wir hier schließen und ich möchte diese Frage auch an dich, lieber Freund, liebe Freundin, weiterreichen. Bist du bereit, dich vom Heiligen Geist belehren und führen zu lassen? So wie es Petrus war, der da noch große Dinge erlebt hat. Wir haben heute jetzt die Geschichte mit dem Gefängnis nicht mehr angeschaut, aber ihr habt im Sendemanuskript noch kurz ein paar Notizen dazu. Aber wenn wir uns zum Heiligen Geist führen und leiten lassen, dann können wir große Dinge sehen, wir können Jesus nachfolgen Schritt für Schritt und wir werden dann auch immer wieder korrigiert werden, wo wir vielleicht in unserer Praxis noch nicht Jesus so nachgefolgt sind. So wie Petrus korrigiert werden musste in Joppe über sein Verhalten mit den Heiden.

[47:41] Und wenn der Heilige Geist in unserem Leben ist, dann kann er uns einen großen Durchbruch schaffen. Alle Traditionen, die uns hindern, Gottes Werk zu vollenden, beiseite schaffen. Und das wünsche ich mir, das wünsche ich dir, lieber Freund, liebe Freundin. Gott segne dich in deiner Entscheidung, dich vom Heiligen Geist führen zu lassen.

[47:58] In der nächsten Woche werden wir uns hier wiedersehen und dann gemeinsam die nächsten Kapitel und die nächsten Abschnitte der Apostelgeschichte studieren. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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