[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur vorletzten Folge unseres Studiums der Offenbarung. Was für ein interessantes Buch und welche interessanten Prophezeiungen konnten wir in den letzten Wochen gemeinsam studieren. Heute soll es um die Kapitel 17 und 18 gehen. Der Titel dieser zwölften Lektion ist Gericht über Babylon, und wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 23. März.
[0:52] Bevor wir da hineintauchen, in vor allem das 17. Kapitel, das wirklich äußerst spannend ist und über das es auch verschiedene Ideen gibt, auch in der Adventgemeinde, wollen wir Gott bitten, dass er uns mit seinem Heiligen Geist erfüllt, dass wir verstehen, um was es geht, und dass wir wirklich die entscheidenden Dinge doch für unser persönliches Leben herausziehen können. Ich lade dich ein, mit mir gemeinsam am Anfang zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für dieses wunderbare Buch der Offenbarung, das uns zeigt, was passiert ist, wo wir stehen und was auf diese Welt noch zukommen wird. Aber vor allem, dass wir daran sehen können, wie eng der Himmel mit uns zusammenarbeitet, wie sehr Himmel und Erde verbunden sind und wie sehr du darauf achtest, dein Volk sicher zu führen. Wenn wir jetzt Offenbarung 17 und 18 studieren, dann möchten wir dich bitten, dass wir nicht nur Fakten und Daten und Mächte identifizieren, sondern dass wir auch hier dein Evangelium erkennen, die gute Botschaft für unser Leben und die Botschaft, die die Welt braucht, um erleuchtet zu werden mit der Herrlichkeit deines Charakters. Wir möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst, dass du uns in alle Wahrheit führst nach deiner Verheißung und danken dir dafür im Namen Jesu. Amen.
[2:03] Offenbarung 17 und dort Vers 1. Das handelt sich eigentlich um eine weitergehende Erläuterung, eine Erklärung, die jetzt sozusagen eingeschoben wird, um das Geschehen der sieben letzten Plagen besser zu verstehen. Insbesondere liegt der Fokus auf dem Gericht über Babylon, was ja in der fünften bis siebten Plage ein Schwerpunkt oder eben besonders im Blickfeld gewesen ist. Die große Hure wird hier angesprochen und es wird hier uns gesagt, dass sie an vielen Wassern sitzt. Die große Hure, das ist die große Stadt, so lesen wir später in Vers 18. Die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die Herrschaft ausübt über die Könige der Erde. Diese Stadt, so wissen wir aus der zweiten Engelsbotschaft aus Offenbarung 14, Vers 8, heißt Babylon und entsprechend wird später auch diese Frau Babylon genannt. Diese große Stadt ist ja das Ziel der letzten Plagen. Wenn wir das aus Offenbarung 16, Vers 19 nochmal anschauen, da heißt es ja: „Und die große Stadt wurde in drei Teile zerrissen, und die Städte der Heidenvölker fielen, und Babylon der Großen wurde vor Gott gedacht, damit er ihr den Becher des Glutweines seines Zorns gebe.“ Es geht also um dieses Gericht an Babylon.
[3:49] Eine Hure ist eine Frau, die den Ehebund nicht achtet. Eine Frau haben wir gelernt, auch im Zusammenhang mit Offenbarung 12, wo die reine Gemeinde beschrieben wird, ist eine Gemeinde, ist eine Kirche. Hier handelt es sich um eine Kirche, die den Bund Gottes nicht bewahrt. Was ist der Bund Gottes, den er mit seinem Volk schließen möchte, vergleichbar zum Ehebund? Wir finden ihn in Hebräer Kapitel 8 und dort Vers 10 bis 12 lesen wir, was dieser sogenannte neue Bund charakterisiert und heißt es in Hebräer 8, Vers 10 bis 12: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen. Denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken.“ Im neuen Bund gibt es eine direkte Beziehung zu Gott aufgrund der Sündenvergebung, die er uns anbietet aus lauter Gnade, und das führt dazu, dass sein Gesetz in unser Herz geschrieben wird. Gegen diesen neuen Bund sündigt diese Hure sozusagen, sie verlässt das Gesetz Gottes und sie schiebt menschliche Mittler zwischen den Gläubigen und unseren Hohenpriester Jesus Christus. Es handelt sich hier bei dieser Hure um die römisch-katholische Kirche, wie wir gleich noch an weiteren Punkten sehen werden, die hier in diesem Fall jetzt tatsächlich als Kirche zu verstehen ist, wie sie ja bereits vor 538 und auch nach 1798 existiert hat.
[5:43] Die vielen Wasser, an denen sie sitzt, das sind nach Offenbarung 17, Vers 15 die Völker, die Babylon unterstützen. Dort heißt es: „Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ Damit haben wir auch wieder einen Hinweis auf den Euphrat in Offenbarung 16, Vers 12, der ja der Fluss war, an der die Stadt Babylon gebaut war und der vertrocknen würde. Und das wird jetzt hier später noch in diesem Kapitel genauer erklärt.
[6:12] Vers 2. Etwas wird mehr über die Hure gesagt: „Mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben und von deren Wein der Unzucht die, welche die Erde bewohnen, trunken geworden sind.“ Wenn es hier heißt, dass die Hure mit den Königen der Erde sich eingelassen hat, dann soll dadurch ausgesagt werden, dass die abgefallene Kirche sich mit staatlichen Mächten eingelassen hat. Sie hat dadurch gezeigt, dass sie nicht Gott als ihren eigentlichen Beschützer wahrnimmt, sondern dass sie die Hilfe, den Schutz des Staates braucht, und das wird als geistlicher Ehebruch hier auch verstanden. Der Wein der Unzucht ist ebenfalls sehr interessant, den haben wir schon im Zusammenhang mit Offenbarung 14, Vers 8 studiert. Da geht es um ein falsches Verständnis dieses neuen Bundes, des Evangeliums, wo das Gesetz vernachlässigt wird, wie wir eben gerade ja schon studiert haben, und wo es keinen direkten Kontakt des Gläubigen zu Gott geben soll, sondern immer so ein menschlicher Ermittler dazwischen geschoben wird. All das ist die Ursache für viele weitere Irrlehren, die letztendlich dann alle zu diesem Wein der Unzucht, diesem Wein Babylons dazugehören. Es ist nicht einfach nur eine Sammlung falscher Doktrinen, sondern es sind Irrlehren, die aus diesem falschen Verständnis, dieser falschen Predigt des Evangeliums herauskommen. Ein Evangelium, das zwar nach außen hin aussieht wie das biblische Evangelium, das aber im Kerninhalt wesentliche Säulen des Evangeliums umdreht und ins Gegenteil verkehrt.
[7:48] Und das ist einer der Hauptgründe, warum die Bibel so sehr vor Babylon warnt. Nicht, weil die römisch-katholische Kirche die schlimmste und bösartigste Organisation wäre, die es jemals gegeben hat – da gibt es noch ganz andere Kandidaten –, sondern weil es sich um eine Organisation handelt oder eine Kirche, die, weil sie eben den Anspruch erhebt, die biblische Wahrheit zu predigen, umso gefährlicher ist. Die Bibel warnt nicht vor Mao-China und vor Hitler-Deutschland und vor Stalin-Sowjetunion so explizit, weil dazu schon die Bergpredigt ausreicht. Jeder Christ, der die Bergpredigt liest, weiß und sieht sofort, dass diese gottlosen Regime nicht von Gott sein können und dass sie gegen die Bibel sprechen. Bei der römisch-katholischen Kirche ist es ein bisschen anders: Man kann die Bergpredigt vielleicht oberflächlich lesen und den Eindruck haben, dass man mit der katholischen Kirche immer noch mehr oder weniger im Einklang sein kann. Aber die Offenbarung zeigt uns, dass hier wesentliche Dinge verdreht worden sind, und natürlich, wenn man dann die Bergpredigt richtig studiert, auch im Licht der Prophetie, dann sieht man, dass auch die katholische Kirche mit der Bergpredigt nicht übereinstimmt. Aber der Punkt ist sozusagen, weil sie den Anspruch erhebt, biblische Lehre zu verkündigen, ja sogar unfehlbarer Ausleger der Bibel zu sein, deswegen warnt die Bibel so sehr vor ihr, weil sie eben nicht den Inhalt der Bibel weitergibt, sondern eine gefährliche Fälschung.
[9:16] Vers 3. „Und er brachte mich im Geist in eine Wüste und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.“ Hier beginnt jetzt die eigentliche Vision. Vers 1 und 2 sind ja quasi die Einleitungsworte des Engels gewesen. Jetzt sieht Johannes tatsächlich etwas, und er sieht hier eine Frau auf einem Tier, und das Ganze in der Wüste. Die Wüste kennen wir aus Offenbarung 12, dort in Vers 6 zum Beispiel als Aufenthaltsort der reinen Frau für 1260 Jahre, das heißt von 538 bis 1798. Und damit haben wir schon einen ersten zeitlichen Anhaltspunkt. Dieses Kapitel steht und fällt unter anderem mit der Frage, wo eigentlich genau der zeitliche Fokus ist, von dem man dann vorwärts und rückwärts die einzelnen Mächte identifizieren kann. Hier haben wir einen ersten Hinweis, wir werden das gleich noch genauer studieren.
[10:17] Das Tier mit seinen sieben Köpfen und zehn Hörnern erinnert natürlich sofort an den Drachen aus Offenbarung 12 und an das Meertier aus Offenbarung 13. In beiden Fällen haben wir dort auch sieben Köpfe und zehn Hörner, aber es gibt eine Entwicklung. In Offenbarung 12 hat der Drache die Kronen auf den Köpfen, in Offenbarung 13 hat das Tier die Kronen auf den Hörnern, und hier gibt es keine Kronen mehr. In Offenbarung 12 hat der Drache keine Namen der Lästerung, in Offenbarung 13 heißt es, dass es dort einen Namen der Lästerung hat, und hier sind es viele Namen der Lästerung. Wir sehen also, dass es hier eine Weiterentwicklung gibt, eine gewisse Intensivierung im Hinblick auf die Lästerung, aber das monarchische Element, das scheint abzunehmen. Also es scheint keine echten, tatsächlichen, buchstäblichen Könige mehr zu geben, und wir werden gleich zu dem Tier noch mehr sagen.
[11:13] Die Frau ist auf dem Tier, das heißt die Kirche, die falsche Theologie, die arbeitet hier sehr eng mit der politischen Weltmacht zusammen. Wir werden später sehen, hat sie sogar die führende Rolle, was auch an dem Bild schon recht deutlich wird. Dass es sich bei einem Tier um eine politische Macht handelt, das wissen wir aus Daniel 7, das wissen wir aus dem anderen Studium, aus Offenbarung 13, Offenbarung 11, das müssen wir hier nicht wiederholen, es sei nur noch einmal gesagt.
[11:43] In Vers 4 wird mehr über die Frau gesagt. Dort heißt es: „Und die Frau war gekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelstein und Perlen und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht.“ Interessanterweise sieht sie so ähnlich aus wie das Tier. Das Tier ist scharlachrot und auch die Frau ist in Purpur und Scharlach gekleidet. Also hier gibt es eine enge Ähnlichkeit, sind sie fast zum Verwechseln ähnlich, was die Farbe betrifft. Die Kirche zeigt hier ganz offensichtlich ihren weltlichen Reichtum und steht da mit dem scharfen Kontrast eigentlich auch zur Lehre Jesu und der Lehre der Apostel und zu dem, was die Bibel sagt, wie wir mit unserem Reichtum auch zugunsten der Armen und der Bedürftigen umgehen sollen und dass eigentlich in der Gemeinde keine Schaustellung, kein Luxus und kein weltlicher Pomp sich zeigen sollte. Und ich denke, wenn man sich die Geschichte und auch die Gegenwart der katholischen Kirche anschaut, dann findet man hier reichlich Bestätigung für diesen Vers.
[12:49] Vers 5. „Und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis, Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“ Die Hurenstirn ist ein interessantes Symbol in der Bibel, in Jeremia Kapitel 3 und dort Vers 3 wird uns etwas über dieses Bild näher gebracht. Dort heißt es in Vers 3: „Deshalb blieben die Regenschauer aus und kein Spätregen fiel, aber du hattest die Stirn eines Hurenweibes und wolltest dich nicht schämen.“ Eine Hure hat im Unterschied zu einer gewöhnlichen Ehebrecherin nicht einmal Schamgefühle bei dem, was sie tut. Sie steht offen zu ihrer Sünde. Und so finden wir, dass die römische Kirche ganz offen bekennt, dass sie das Gesetz Gottes geändert hat und auch alle Autorität dazu für sich in Anspruch nimmt. Und wenn es hier von dem Geheimnis Babylon spricht, dann wissen wir natürlich, dass Babylon zurückgeht schon auf den Turmbau zu Babel. Die Idee, durch eigene Werke den Himmel erreichen zu wollen, ist ein Kernbestandteil römisch-katholischer Theologie. Das Wort „Geheimnis“ ist das Wort Mysterion. Und die römische Theologie hat ganz tief im Kern so ein mystisches Element. Es geht um das Mysterium, auch der Eucharistie. Da wird sehr oft dieses Mysteriöse abgezielt. Und das hat natürlich sein Vorbild in den vielen Mysterienkulten des Heidentums. Eigentlich sind alle heidnischen Religionen immer so aufgebaut, dass es so einen inneren Zirkel gibt und so ein mystisches Wissen, Mysterien. All das steht im klaren Gegensatz zu der Offenbarungsreligion Jesu, der sich allen Menschen gleich offenbart. Keiner hat einen Nachteil dem anderen gegenüber. Jeder kann Gott finden und man muss nicht zu einem Klerus, zu einem Kreis von Eingeweihten gehören, die irgendwie eine höhere Offenbarungsstufe haben als die anderen, die aufgrund ihrer Priesterweihe oder so dann irgendwie heiliger sind als andere. All das kennt die Bibel nicht, sondern sie zeigt, dass jeder Mensch Jesus kennenlernen kann, jeder Mensch die Wahrheit verstehen kann. Bei Gott gibt es nur das Geheimnis des Evangeliums, und das besteht nicht darin, dass Gott etwas verborgen hält, sondern dass viele Menschen es nicht verstehen können, solange sie nicht zu Jesus kommen. Aber Jesus offenbart das Geheimnis, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.
[15:30] Vers 6, Verzeihung, Vers 5. Wir müssen noch sprechen über die Mutter der Huren, diese Idee, dass es da noch mehr Huren gibt, und damit ist angesprochen, dass die römische Kirche nicht allein hier Gegenstand der Betrachtung ist, sondern dass es auch viele andere Kirchen gibt, vor allem auch protestantische Kirchen, auch die Orthodoxen sollten hier dazu gezählt werden, die aufgrund ihres Abfalls der römischen Kirche sehr nah gekommen sind oder schon immer gewesen sind, im Fall der Orthodoxen dann auch, und die deren Irrtümer und auch babylonische Irrlehren teilen. Und deswegen geht es eben hier nicht nur um die römisch-katholische Kirche, sondern auch um die anderen Kirchen, die dieselben Lehren zum Teil oder auch im Prinzip dann weiter verbreiten.
[16:24] Auf Markus 17, Vers 6: „Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu, und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.“ Hier geht es natürlich jetzt wieder um die römische Kirche selbst, die Frau. Sie ist berauscht vom Blut der Märtyrer. Zeugen sind Märtyrer im Griechischen. Das Wort Märtyrer heißt jetzt weiter als Zeuge. Und die Geschichte des Mittelalters ist voll von Berichten massiver Verfolgung durch die römische Kirche, die das initiiert hat. Das gibt uns einen noch genaueren Hinweis jetzt, wann Johannes diese Frau sieht. Er sieht sie in der Wüste, aber er sieht sie, als sie bereits berauscht ist. Das heißt, er sieht sie nicht am Anfang der 1260 Jahre. Dann hätte er sagen können, sie wird jetzt das Blut der Heiligen trinken. Er sieht sie nicht während sie das tut, sondern als sie damit fertig ist. Sie ist berauscht, sie ist betrunken, sie hat das Blut getrunken. Er sieht sie am Ende der Verfolgungszeit, also quasi im Jahre 1798, wenn wir das gleich noch genauer festlegen können.
[17:24] In Vers 6 heißt es: „Ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.“ Auch die Welt verwundert sich, wenn sie das Tier dann sieht, in Offenbarung 13. Die Verwunderung der Welt ist eine andere Verwunderung als die von Johannes. Hier endet die Vision und jetzt folgt die Erläuterung des Engels. Das ist interessant, denn in der Vision in Vers 3 bis 6 geht es fast ausschließlich um die Frau. Sie wird genau beschrieben mit Name und Aussehen und wo sie ist und was sie getan hat, während jetzt in der Erläuterung, in der Erklärung des Engels, der die Vision dem Johannes aufschlüsselt, es fast ausschließlich um das Tier geht und nur dann in Vers 18, ganz am Ende, die Frau noch mal kurz erwähnt wird.
[18:15] Es heißt in Vers 7 und 8: „Und der Engel sprach zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir das Geheimnis der Frau sagen und des Tieres, das sie trägt, das die sieben Köpfe und die zehn Hörner hat.“ Und jetzt beginnt er mit der Erläuterung. „Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen. Und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist.“
[18:49] Das ist ein Schlüsselvers, um das ganze Kapitel genauer zu verstehen. Denn hier finden wir eine offenkundige und unbestreitbare Parallele zu Offenbarung 13, und zwar zu zwei Versen. In Offenbarung 13, und dort Vers 3 lesen wir: „Und ich sah einen seiner Köpfe, wie zu Tode verwundet, und seine Todeswunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach.“ Und im Vers 8 heißt es dann: „Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens Islames, das geschlachtet worden ist von Grundlegung der Welt an.“ Was wir sehen, ist fast identische Sprache, die deutlich macht, dass Offenbarung 17, das Tier in Offenbarung 17, dasselbe Tier ist wie das Tier aus Offenbarung 13. Freilich etwas weiterentwickelt, aber es ist dasselbe Tier.
[19:39] Es handelt sich um den Kirchenstaat, das Papsttum. Und hier meint es jetzt nicht so sehr die römisch-katholische Kirche als theologische Kirche, sondern als völkerrechtliches Königreich, den Kirchenstaat, das Papsttum als Völkerrechtssubjekt sozusagen. Und das ist sehr wichtig, weil diese beiden Dinge oft nicht klar auseinandergehalten werden. Denn als 1798 der Kirchenstaat seine tödliche Wunde erhält, ist die römische Kirche nach wie vor existent in all den Ländern Europas, in Italien und in Österreich und in Spanien und in Frankreich und in Südamerika. Überall sind trotzdem weiterhin römisch-katholische Gottesdienste abgehalten worden. Was zu einem vorläufigen Ende kam, war der Kirchenstaat als politische Macht. Und Offenbarung 17 macht jetzt diese Unterscheidung, diese feine Differenzierung, die in Offenbarung 13 noch nicht vorgenommen wird, zwischen der Kirche und dem Kirchenstaat. Das ist oft für viele nicht ganz so offensichtlich. Deswegen fangen einige an, das Tier ganz anders zu interpretieren und so weiter. Aber das ist sehr wichtig zu verstehen, weil uns jetzt in Offenbarung 17 deutlich wird, dass es hier zwei verschiedene Dinge geht, was für Endzeitgläubige dann ganz entscheidend ist. Denn wenn sie Offenbarung 13 studieren, dann lesen wir vom Papsttum, sehen aber nur noch eine Papstkirche, die noch keine wirkliche weltliche Macht hat, die erst langsam wiederkommt, und Offenbarung 17 zeigt, dass es hier diese zwei Facetten gibt und die miteinander in Beziehung gesetzt werden müssen.
[21:20] Interessant ist hier in Vers 8, dass es heißt, dass du gesehen hast, war und ist nicht mehr und es wird aus dem Abgrund heraufkommen. Hier wird jetzt quasi der Moment des „Ist“ festgelegt. Denn in diesem Kapitel wird es später noch um Könige gehen, die waren und Könige, die kommen. Das heißt, Könige, die in der Vergangenheit gewesen sind und die in der Zukunft noch sein werden. Und die große Frage, die große Preisfrage in Offenbarung 17 ist natürlich, wann ist „Ist“? Wann ist der Moment des Präsens, von dem man jetzt aus dann die vergangenen Königreiche und die zukünftigen Königreiche irgendwie bestimmen kann? Und was wir hier sehen, ist, dass diese tödliche Wunde des Tieres, das gewesen ist und jetzt gerade nicht ist und dann wiederkommen wird, diesen „Ist“-Zustand darstellt. Wenn wir das verbinden mit der Idee, dass wir gesagt haben, wir finden die Frau in der Wüste 1798 am Ende der Verfolgung und dann zu dem Zeitpunkt, wo das Tier gerade bis dahin gewesen ist und jetzt gerade nicht ist, dann ist es ziemlich deutlich, dass Johannes die Frau mit dem Tier zur Zeit 1798 sieht. Und damit quasi in der Zeit, die sich jetzt anschließt an Offenbarung 13 Teil 1.
[22:34] In Offenbarung 13 und auch in Daniel 7 zum Beispiel haben wir das Papsttum ja zunächst einmal vor allem in der Zeit bis 1798. Wir haben dort schon die Andeutung der tödlichen Wunde und auch die Andeutung der Heilung. Die tödliche Wunde wird beschrieben und die Heilung angedeutet. Aber jetzt greift quasi Offenbarung 17 die Geschichte dort auf und präsentiert jetzt den weiteren Verlauf der römischen Macht von 1798 quasi bis zur Wiederkunft oder zumindestens ganz kurz davor. Das heißt, der Abgrund hier ist jetzt keine Parallele zu Offenbarung 11, wie man das manchmal liest oder hört, sondern ist einfach hier ein Hinweis auf das Totenreich. Denn Offenbarung 20 geht es ja beim Abgrund eben auch nicht um die Französische Revolution, sondern auch einfach um den Ort der Toten. Das Tier bekommt eine tödliche Wunde, ist dann sozusagen im Totenreich, dort wo die Toten sind, und steht dann sozusagen in Anführungsstrichen wieder auf, wird wieder sein.
[23:37] Vers 9. „Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat.“ Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. Hier haben wir eine ähnliche Formulierung wie in Offenbarung 13, Vers 18. So wie dort bei den 666 ist es auch bei diesem Vers nicht so, dass er alleine für sich stehend genommen die Identifizierung des Tieres ermöglichen würde. Wir haben gesehen, dass wenn man nichts weiter über das Tier weiß, sondern nur weiß, seine Zahl ist 666, dann könnte man viele verschiedene Kandidaten finden, womit irgendwelchen Berechnungen man auf 666 käme. So finden wir auch eine ganze Reihe von Städten in der Geschichte und auch der heutigen Welt, die behaupten und zum Teil auch zum guten Teil auch zu Recht auf sieben Bergen gegründet zu sein. Wenn wir aber mit der Weisheit Gottes Prophetie studieren, nämlich Christus im Zentrum haben und dadurch auch den Antichristen dann identifizieren müssen und anhand der vielen klaren Erkennzeichen aus Daniel 7 und 8 und Daniel 11 und Offenbarung 13 wissen, wer dieses Tier ist, nämlich der päpstliche Kirchenstaat, dann passt sowohl auch die 666 da rein, wir finden den Titel Vicarius Filii Dei dort, als auch die Tatsache, dass tatsächlich diese Kirche in der Stadt beheimatet ist, die auf sieben Hügeln gebaut ist, nämlich die Stadt Rom.
[25:09] Das bedeutet, und das ist sehr wichtig, diese sieben Köpfe sind primär ausgelegt in der Bibel als die sieben Berge oder sieben Hügel Roms. Das heißt, wann immer dieses Tier auftaucht oder diese Idee auftaucht, ein Drache mit sieben Köpfen und ein Tier aus der Erde mit sieben Köpfen, hier dieses Tier von der Lästerung mit sieben Köpfen, ist damit primär Rom gemeint. In Offenbarung 12 ist es das imperiale Rom vor allem, in Offenbarung 13 vor allem das mittelalterliche Papsttum und Offenbarung 17 vor allem das endzeitliche Rom. Das geht allerdings nicht ohne Überlappungen auch aus. Und Offenbarung 13 haben wir auch dann schon auch einen Ausblick auf die Verfolgung des Mittelalters. In Offenbarung 13 haben wir einen Rückblick auch auf das, was vor dem Papsttum gewesen ist, einen kleinen Ausblick auf die Heilung der Todeswunde, und in Offenbarung 17 haben wir nicht nur das Endzeit-Babylon, sondern wieder auch so einen kleinen Rückblick auf das, was schon gewesen ist, damit man diese einzelnen Bestandteile durch die Überlappung aufeinander bauen kann, nebeneinander legen kann, sodass sie dann ein komplettes Ganzes ergeben.
[26:08] Es gibt aber zu diesen sieben Köpfen noch eine zweite Bedeutungsebene, und das dürfen wir in diesem Fall hier wirklich so sagen, weil der Text selbst es ausdrücklich vermerkt. Es heißt nämlich in Vers 10: „Und es sind sieben Könige.“ Es sind also die sieben Köpfe sind sieben Berge und sieben Könige. „Fünf sind gefallen und der eine ist da und der andere ist noch nicht gekommen, und wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben.“ Wir dürfen also hier eine Doppelerfüllung verstehen, weil der Text uns sagt, dass es zwei Bedeutungen hat. Es ist kein Freibrief nebenbei gesagt in jeder Prophezeiung, wo man möchte irgendwelche Doppel- und Dreifacherfüllungen sehen zu wollen, wie das leider immer wieder geschieht. Wenn eine Prophezeiung mehr als eine Bedeutung hat, dann macht der Text das immer selbst sehr deutlich.
[26:56] Jetzt können wir uns also an die interessante Aufgabe wagen, diese Könige, diese Königreiche zu identifizieren, denn wir wissen, wann Johannes diese Frau sieht, auf dem Tier, 1798. 1798 wird jetzt unser „Ist“, und von dort aus können wir jetzt die fünf Königreiche bestimmen, die gefallen sind, und das ist nicht schwer, wenn man schon Daniel kennt und auch die Offenbarung bis dahin studiert hat. Schon in Offenbarung 13 sind sie alle nochmal kurz angedeutet worden. In Daniel 2 und Daniel 7 und zum Teil Daniel 8 sind sie ganz ausführlich beschrieben. Das ist erstens Babylon, zweitens Medopersien, drittens Griechenland, das hellenistische Griechenland unter Alexander dem Großen und den Diadochen, dann das römische Reich, das Imperium, und fünftens das Papsttum, der Kirchenstaat von 538 bis 1798. Die sind bekannt und sind dann 1798 allesamt Geschichte und in der Vergangenheit.
[27:55] Dann gibt es einen sechsten König, der zum Zeitpunkt 1798 existent sein muss, das heißt: „Und einer ist da.“ Und hier gibt es jetzt zwei Auslegungen, von denen ich denke, dass sie beide vertretbar sind, innerhalb einer bibeltreuen, adventistischen Auslegung der Offenbarung. Die eine Sicht sieht hier das revolutionäre Frankreich, unter anderem deswegen, weil natürlich in Offenbarung 11 auch gerade für diese Zeit um 1800 herum Frankreich als Revolutionsmacht auch ausführlich beschrieben wird. Die andere Sicht sieht hier die Vereinigten Staaten von Amerika, die USA, und wir schließen uns diese Auslegung hier bei Joel Media an.
[28:40] Und dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe. Der eine ist, in Offenbarung 13 haben wir all diese Mächte, die wir vorher aufgezählt haben, von Babylon an, noch einmal kurz erwähnt, in Offenbarung 13, den Löwen und den Bären und den Panther und den Drachen und dann das kleine Horn als das Meertier. Und dort sehen wir also diese Sequenz der Danielschen Weltreiche, und in dieser Sequenz folgt auf das Papsttum, in Offenbarung 13, 1-10, die USA in Vers 11. Und während es zwar war, dass die Französische Revolution auch erwähnt wird für die Zeit, wird sie nicht eingebettet in die Sequenz dieser Weltreiche, wie wir sie aus Daniel kennen. Das ist allerdings mit den USA der Fall. Das zweite Argument ist, dass in Offenbarung 17, wie wir gesagt haben, wir eine Erklärung von Offenbarung 16 haben, was aus Vers 1 ganz deutlich wird. Es soll genau erläutert werden, was dort mit Babylon passiert. Und wir haben gesehen, dass die USA Teil der Geschichte von Offenbarung 16 sind. Im Kontext der 6. Plage werden sie erwähnt, auch als der falsche Prophet. Das revolutionäre Frankreich spielt allerdings keine Rolle in Offenbarung 16. Und das sind also zwei Gründe, warum wir hier glauben, dass es sich um die USA handeln müsste. Wie gesagt, aber wenn jemand für Frankreich ist, dann ist das auch ganz okay.
[30:02] Und dann haben wir natürlich noch den 7. und der ist noch nicht gekommen im Jahre 1798. Das heißt, es muss sich um eine Macht handeln, die zumindest in ihrer endgültigen Form 1798 noch nicht präsent gewesen ist. Und sie wird nur kurz herrschen, sagt der Text, vor der Wiederkunft. Grundsätzlich sollte man in solchen Fällen etwas vorsichtig sein mit der Identifizierung. Ich höre immer wieder verschiedene Vorschläge, dass es diese Institution oder das sein könnte oder jenes. Das basiert oft dann auf der Beobachtung, wie eine Institution gerade wichtig in der politischen Landschaft sich verhält. Aber solange wir keine eindeutigen Beweise aus der Bibel haben, dass es sich um diese oder jene Institution handelt, sollten wir ein bisschen vorsichtig sein und warten, was auch die Zukunft im Laufe der Endzeit da noch bringen wird. Eine interessante Möglichkeit wäre vielleicht, dieses 7. Königreich mit den 10 Hörnern zu verbinden, aber da werden wir gleich unten noch mehr dazu sagen im weiteren Verlauf.
[31:08] Und das Tier, das war und nicht ist, ist auch selbst der 8. und es ist einer von den 7 und läuft ins Verderben. Das Tier ist der, wie wir gesehen haben, aus Vers 8, der Kirchenstaat. Und deswegen ist hier das Papsttum als Königreich auch angesprochen. Es ist nämlich einer von den 7, es gehört nämlich schon zur Aufzählung, war nämlich König Nummer 5, ist aber auch der 8., denn es kommt ja noch einmal zu großer Machtfülle, es wird noch einmal sozusagen wieder auferstehen. Und deswegen ist es der 8., aber weil es schon einmal da gewesen ist, einer von den 7.
[31:44] Vielleicht wollen wir hier ganz kurz Bezug nehmen auf eine These, die immer wieder in neuerer Zeit, vor allem in akademischen, adventistischen Kreisen vorgeschlagen wird. Und diese These besagt, dass es sich bei diesen 7 Reichen um zum Teil andere Reiche handelt, die mit Ägypten und Assyrien beginnen. Und begründet wird das mit der Idee, dass wenn Johannes das hier schreibt, dass „Ist“ sich auf seine Zeit bezieht. Also in anderen Worten, Johannes lebt zur Zeit ungefähr 100 nach Christus, und wenn er sagt, 5 sind gefallen, dann müssen es 5 sein, die zur Zeit von Johannes bereits gefallen sind. Diese Sicht ist aus meiner Sicht falsch und sollte korrigiert werden, und zwar aus mehreren Gründen.
[32:26] Erstens bezieht sich das „Ist“ hier, wie wir gesehen haben, nicht auf die Zeit von Johannes, sondern auf die Zeit der tödlichen Wunde, das wird ganz deutlich aus Offenbarung 17 und dort Vers 8, wie wir das studiert haben, in der Parallele zu Offenbarung 13. Zweitens ist das Argument, nur weil dort ein „Ist“ steht, automatisch auf die Zeit von Johannes zu schließen, viel zu oberflächlich in der Auslegung. Wenn das wahr wäre, dann würde auch die erste Engelsbotschaft schon zur Zeit von Johannes beginnen, und dann heißt es: „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Aber aufgrund der prophetischen Auslegung wissen wir, dass sich das auf 1844 bezieht und nicht auf die Zeit von Johannes. Also so zu argumentieren, bedeutet wirklich, oberflächlich zu argumentieren und damit unbewusst auch an grundlegenden, fundamentalen Adventwahrheiten zu sägen.
[33:12] Drittens soll gesagt sein, dass Ägypten und Assyrien nirgendwo sonst, weder in Daniel noch in Offenbarung, Teil des apokalyptischen Bildes sind, weil nämlich die apokalyptische Prophetie erst mit dem neobabylonischen Weltreich ab 605 beginnt, weil dort Daniel zum ersten Mal solche Art von Prophezeiung aufschreibt. Das wirkt dann schon sehr merkwürdig, wenn ausgerechnet in diesem letzten Endzeit-Kapitel hier plötzlich Ägypten und Assyrien noch eine Rolle spielen sollten, obwohl sie sonst nie in diese Sequenz von Weltreichen eingeschlossen gewesen sind.
[33:43] Und viertens ist diese Sicht auch historisch mehr als fragwürdig und unzutreffend, weil es den Eindruck erweckt, als gäbe es eine klare Reihenfolge der Weltreiche: Ägypten, Assyrien, Babylon. Aber diese Reihenfolge lässt sich erst ab Babylon historisch verifizieren. Man kann nicht sagen, dass es ein Weltreich Ägypten gab, als das erste Weltreich darauf das Weltreich Assyrien folgte, und dann Babylon. Es ist da wahr, dass Ägypten eine der mächtigsten Nationen zu einer bestimmten Zeit war, nämlich zur Zeit von Mose. Aber selbst da war Ägypten im Wesentlichen auf das klassisch-ägyptische Territorium beschränkt. Und es gab mehrere große Phasen der ägyptischen Geschichte. Diese Sicht sagt nicht, ob es sich um das Alte Reich, das Mittelreich oder das Neue Reich handeln sollte. Es gab auch verschiedene Epochen in der assyrischen Geschichte. Es gab Zwischenzeiten, es gab auch andere Weltreiche, in diesem Ausmaß zumindest, wenn man an das Reich Nimrods denkt, oder das arkadische Reich von Sargon, die auch zur biblischen Zeit existiert haben. Dann wird deutlich, dass diese Sicht irgendwie konstruiert ist und auch dem historischen Befund irgendwie nicht gerecht wird und ein bisschen selektiv ist.
[34:53] Deswegen plädieren wir wirklich dafür, diese Verse hier im Sinne von Offenbarung 17, Vers 8 zu verstehen, dass das „Ist“ sich auf 1798 bezieht. Und dann hat man eine sehr schöne Parallele zu den anderen Kapiteln, das passt alles gut zusammen, und man muss dann nicht so wild in der Geschichte spekulieren, ohne dass das wirklich Hand und Fuß hat.
[35:14] Vers 12. „Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch keinen Reich empfangen haben, aber sie erlangen Macht wie Könige für eine Stunde zusammen mit dem Tier.“ Diese zehn Könige sind wohl noch zukünftig. Sollte Daniel 2 jemals wirklich zehn Zehen impliziert haben, was oft behauptet wird und biologisch naheliegend ist, aber halt auch nicht zwingend ist und auch nicht explizit geschrieben steht, dann könnte hier eine Parallele zwischen den zehn Zehen von Offenbarung von Daniel 2 und diesen zehn Königen bestehen. Die zehn Zehen jedenfalls können eigentlich nicht die zehn Hörner aus Daniel 7 sein, denn die sind ja nur ganz kurz zehn und werden dann gleich zu sieben.
[35:56] Eine Stunde wird hier angesprochen, da werden wir gleich noch mehr dazu in Offenbarung 18 sagen. Und sie herrschen mit dem Tier, das heißt eine gemeinsame Herrschaft mit dem Kirchenstaat.
[36:06] Vers 13. „Diese haben einen einmütigen Sinn und sie übergeben ihre Macht und Herrschaft dem Tier.“ Für einen kurzen Moment wird es eine Einheit geben unter diesen Königreichen und Mächten, und das Papsttum wird zu alter Macht gelangen. Ganz interessant, dass hier auch eine Formulierung ähnlich ist wie am Anfang von Offenbarung 13, wo auch der Drache seine Macht und seine Autorität dem Tier dort gibt.
[36:30] Vers 14. „Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie besiegen, denn es ist der Herr der Herren und der König der Könige, und mit ihm sind die berufenen, Auserwählten und Gläubige.“ Das Lamm ist natürlich Jesus Christus, der für uns gestorben ist. Und gegen ihn wird Krieg geführt, so wie in Offenbarung 12, Vers 7 und 17. Dort haben wir gelernt, dass der große Kampf ein Krieg gegen den Charakter Gottes und gegen sein Gesetz ist. Und deswegen wird auch am Ende der Zeit Jesus dadurch bekriegt, indem seine Gläubigen, die an ihm festhalten, die seinen Glauben haben und an ihn glauben, verfolgt werden, indem das Halten der Gebote Gottes verboten werden wird, was aber die Gläubigen durch den Glauben trotzdem halten werden. Sie werden die Gebote Gottes halten, wie Offenbarung 14, Vers 12 sagt. Und hier wird schon angedeutet, dass Jesus diese gesamte antigöttliche Koalition oder Führung des Papsttums besiegen wird. Und das ist ein Vorgriff auf das, was wir in den nächsten Wochen, Offenbarung 19, auch in dieser großen Wiederkunftsszene dann noch einmal sehen und beschreiben und verstehen werden.
[37:38] Vers 15 ist dann der Erklärungsvers zu den Wassern und der Sprachzimmer. „Die Wasser, die du gesehen hast, wo die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen.“ Und das ist eigentlich im Kontext nicht einfach nur ein allgemeiner Erklärungsvers für alle möglichen Prophezeiungen, sondern im Kontext eigentlich der Schlüssel für den Euphrat aus der sechsten Plage. Weil damit deutlich wird, dass die Völker, die Babylon unterstützt haben, unter den letzten Plagen diese Unterstützung aufgeben werden. Diese antigöttliche Einheit wird zerbrechen.
[38:13] Und das beschreibt jetzt Vers 16. „Die zehn Hörner, die du auf dem Tier gesehen hast, diese werden die Hure hassen und sie verwüsten und entblößen und sie werden ihr Fleisch verzehren und sie mit Feuer verbrennen.“ Diese Einheit zerbricht, weil sie nicht auf dem wahren Fundament echter Einheit aufgebaut ist. Dieses wahre Fundament echter Einheit, das haben wir an anderer Stelle hier schon sehr ausführlich studiert, als wir uns Gedanken machten über das Thema Einheit. Das war vor wenigen Monaten in Johannes 17. Und dort ab Vers 17 heißt es: „Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit.“ Jesus sagt hier in diesem berühmten hohepriesterlichen Gebet, dass die Grundlage wahrer Einheit, wie wir gleich lesen werden, die Wahrheit ist, wie sie im Wort Gottes steht und uns heiligt. „Gleich wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt, und ich heilige mich selbst für sie, und damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir, auf dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf dass sie eins seien, gleich wie wir eins sind. Ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendender Einheit gelangen und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst.“
[39:36] Am Ende der Zeit werden zwei Einheiten aufeinander prallen. Die Einheit, die wahre Einheit der echten Gläubigen, die an der Einheit Gottes selbst in dem einigen Gott sich orientiert, so wie Vater, Sohn, Heiliger Geist eins sind, so werden die Gläubigen mit Gott eins sein und untereinander eins sein. Und dann trifft das auf diese falsche Einheit der ganzen Könige, der abgefallenen Kirche und der Führung des Papstes, und diese beiden Einheiten treffen aufeinander, und die Einheit, die Gott bewirkt, hat Bestand, aber die antigöttliche Einheit zerbricht, kaum dass sie entstanden ist.
[40:13] Und damit sind eigentlich die Ereignisse beschrieben, die in der sechsten Plage angerührt sind, wenn der Euphrat sein Wasser vertrocknen lässt, weil unter der fünften Plage deutlich geworden ist, wer der eigentlich Schuldige an den Plagen ist, nämlich Rom. Und dann kommt es plötzlich zu einem Zusammenbruch, diese Einheit, und die Feinde des Volkes Gottes werden statt das Volk Gottes dann letztendlich zu töten, sich gegenseitig auch bekämpfen. Oder wie es Daniel 2 sagt, sie werden nicht aneinander haften. Bis zum Schluss gilt dieser Vers.
[40:48] In Vers 17 wird dann nochmal das beschrieben, was in Vers 13 schon stand: „Denn Gott hat ihnen ins Herz gegeben, seine Absicht auszuführen und in einer Absicht zu handeln und ihr Reich dem Tier zu geben, bis die Worte Gottes erfüllt sind.“ Also da wird es für einen kurzen Zeitpunkt diese vermeintlich echte Einheit geben, die dann aber kurz darauf wieder zerbricht, in der Schlacht auch von Gott. Kurz darauf wieder zerbricht, in der Schlacht auch von Harmagedon, im Vertrocknen des Euphrates.
[41:13] Vers 18 hat dann noch einmal eine Kurzerklärung zur Frau: „Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die Herrschaft ausübt über die Könige der Erde.“ Die römische Kirche ist über die Staaten der Welt tonangebend.
[41:27] Hier geht es jetzt weiter in Offenbarung 18 Vers 1: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Ein Engel steigt vom Himmel herab, das ist wie in Offenbarung 10 Vers 1. Auch dort steigt ein Engel vom Himmel herab, und was wir jetzt hier haben, ist eine interessante Sache. In Offenbarung 10 kommt ein Engel und initiiert die Adventbewegung. In Offenbarung 14 haben wir drei Engel, die die Adventbewegung als Botschaft kennzeichnen, was ihre Botschaft ist, und dann hier in Offenbarung 18 haben wir noch einen Engel, der diese Botschaft zum Abschluss bringt und die Erde mit der Herrlichkeit Gottes erfüllt, so wie es sich Gott gewünscht hat, schon in 4. Mose 14, beim verpassten Einmarsch der ersten Generation in das gelobte Land, Vers 21, wo Gott sagt, dass er schwört, dass die Erde erfüllt wird mit seiner Herrlichkeit. Habakuk 2 Vers 14 sagt, dass das passieren wird im Zuge des Falls Babylons, kann man in Habakuk 2 deutlich nachlesen.
[42:30] Und was ist diese Herrlichkeit oder was ist dieses Licht, das die Welt erleuchten wird? Jesaja Kapitel 60 und dort ab Vers 1, da heißt es: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tief ist dunkel die Völker, aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Es ist der Charakter Gottes, der sich in unserem Leben zeigen soll, der ein Licht sein wird in dieser dunklen Welt, was dazu führen wird, dass noch Menschen zu Jesus finden. Angesichts der drohenden Plagen, angesichts der sich zusammenballenden Ereignisse, die zur Schlacht von Harmagedon führen werden, ruft uns dieser Engel in Offenbarung 18 auf, das Licht der Welt zu sein, wie Jesus es in der Bergpredigt sagt, damit, wie es hier in Vers 13 heißt, die Heidenvölker zu einem Licht kommen und Könige zu einem Glanz, der über dir ausgeht. Sie sollen eigentlich nicht zu uns selbst kommen, sondern zu Christus in uns, dem Geheimnis der Herrlichkeit.
[43:30] Die Hoffnung der Herrlichkeit, das Geheimnis Gottes. Und darin wird sich dann Matthäus 24 Vers 14 erfüllen: Das Evangelium vom Reich Gottes wird in der ganzen Welt verkündigt werden, und zwar nicht nur als theoretische Botschaft durch Traktate oder Predigten, sondern als lebendiges Zeugnis, als Erfahrung, dass das Evangelium wirklich eine Kraft hat. Menschen, die selbst verändert worden sind durch den Heiligen Geist, die wahre Vergebung erlebt haben, die durch das Blut Jesu gereinigt sind und zeigen, wie man Gott gefällig leben kann mit seiner Hilfe, die werden die Botschaft mit Vollmacht verkündigen. Was wir brauchen, sind nicht mehr Informationen, was wir brauchen, sind Gläubige, die das Evangelium wirklich ernst nehmen, die es erleben, die es praktizieren, die verstehen, dass Gott die Wahrheit sagt, aus ihrer eigenen Erfahrung heraus, und die das Licht des Evangeliums leuchten lassen, die eine Stadt auf dem Berg sind und damit Gottes Wunsch erfüllen, dass sein Charakter in der ganzen Welt bekannt wird. Die Frage ist, die wir uns stellen müssen: Wenn Menschen dich treffen, wenn sie mit dir Gemeinschaft haben, sehen sie etwas von dem Charakter Gottes und sehen sie jeden Tag etwas mehr?
[44:40] Vers 2. „Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel.“ Es ist dieselbe Botschaft wie in Offenbarung 14, Vers 8. Damals noch nicht mit lauter Stimme, im Gegensatz zur 1. und 3. Engelsbotschaft. Die 2. war wohl etwas verhaltener, aber jetzt ist sie mit lauter Stimme. Das heißt, sie ist bekräftigt, wiederholt, aber auch erweitert. Denn der Fall Babylons ist viel schlimmer vorangeschritten im Vergleich zu 1844. Die protestantischen Kirchen sind noch viel weiter abgefallen. Damals war der Fall noch längst nicht vollendet. Jetzt hier in Offenbarung 18 ist er ans Ende gekommen. Und Spiritismus hat sich in den Kirchen ausgebreitet. Ich erwähne hier nur die Stichworte charismatische Bewegung und mystisch-kontemplative Elemente im Gebetsleben. All das und viel mehr steckt hier hinter diesen dämonischen Elementen in Babylon.
[45:37] Vers 3. „Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken und die Könige der Erde haben mit ihrer Unzucht getrieben und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden.“ Hier haben wir eine Wiederholung aus Offenbarung 17, Vers 2 mit der Ergänzung des wirtschaftlichen Aspektes, der jetzt in Offenbarung 18 noch sehr viel stärker in den Blickpunkt rückt und den wir manchmal so ein bisschen außer Acht lassen. Obwohl er in Offenbarung erstaunlicherweise, wenn wir ihn noch sehen werden, sehr viel Platz einnimmt. Sehr viele Verse in Offenbarung 18 sprechen davon, und das sollte uns vielleicht zeigen, dass wir hier noch etwas mehr studieren müssen und auch uns an den Zeichen der Zeit noch etwas genauer das anschauen müssen.
[46:21] In Vers 4 hören wir dann Jesus direkt reden: „Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt.“ Jesus ruft hier alle wahren Kinder Gottes auf, Babylon zu verlassen. Das heißt, unsere Botschaft besteht ja wohl darin, Menschen einzuladen, weil sie Jesus lieben und schon seine Kinder sind, die Kirchen und Systeme zu verlassen, die ein falsches Evangelium predigen. Jesus sagt in Johannes 10 und dort Vers 16: „Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“ Jesus wird nicht bis ans Ende Gläubige in allen verschiedenen Kirchen haben, sondern er wird alle seine Gläubigen zusammenführen in eine Herde, die er selbst ins Leben gerufen hat, in Offenbarung 10, in dem er symbolisch vom Himmel auf die Erde gekommen ist und geschworen hat und das Buch Daniel in diese Welt noch einmal hineingebracht hat. Dort möchte er, dort wo die Botschaft von Offenbarung 14 ist, dort wo die Botschaft von Daniel 8, Vers 14 ist, dort wo die Adventbotschaft gepredigt wird, da möchte er alle seine gläubigen Kinder, egal ob sie in einer großen oder kleinen Kirche sind, vielleicht auch in einer anderen Religion oder in anderen Weltanschauungen, überall möchte er sie herausholen, um der Wahrheit zu folgen.
[47:46] Was bedeutet, das Verlassen Babylons ist keine Option. Wer die prophetische Wahrheit kennengelernt hat über Babylon, der kann nicht länger in den abgefallenen Kirchen bleiben, ihnen die Treue halten. Es ist Jesus selbst, der gläubige Menschen dazu auffordert, abgefallene Kirchen und Organisationen zu verlassen, weil deren Theologie und Praxis dem Wort Gottes klar widerspricht. Und wenn Jesus diese Botschaft hat, dann dürfen wir uns und müssen wir uns als Jünger Jesu dieser Botschaft anschließen. Sollen wir dabei taktvoll sein? Sollen wir dabei liebevoll sein? Sollen wir vorsichtig und mit Feingefühl vorgehen? Unbedingt. Aber sollen wir die Botschaft einfach ignorieren? Davor bewahre uns Gott. Wenn wir nicht mehr die ganze Botschaft der Offenbarung predigen, dann müssen wir nicht erwarten, dass Gott uns segnen kann.
[48:43] Vers 5. „Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel und Gott hat ihre Ungerechtigkeiten gedacht.“ Das basiert auf einem Vers in Jeremia 51. Könnt ihr nachlesen. Kurios ist natürlich auch die Tatsache, dass Babylon einen Turm zum Himmel bauen wollte in 1. Mose 11. Der Turm zu Babel, das scheiterte. Doch die Sünden reichen jetzt bis zum Himmel. Sünde bewirkt Trennung von Gott. Die Trennung von Gott ist so massiv. Es gibt gar keinen Spielraum mehr für die Gnade Gottes. Zwischen Gott und Babylon ist nur Sünde.
[49:14] Vers 6. „Vergeltet ihr, wie auch sie euch vergolten hat, und zahlt ihr das Doppelte heim.“ Das ist ein sprachliches Mittel, das wir öfter in der Offenbarung im Alten Testament finden, was allerdings trotzdem bedeutet, dass einfach die Strafe der Sünde entspricht. „Zahlt ihr das doppelte Heim gemäß ihren Werken; in den Becher, in den sie euch eingeschenkt hat, schenkt ihr doppelt ein.“ In dem Maß, wie sie sich selbst verherrlicht hat und üppig lebte, gebt ihr nun Qual und Leid. Da sieht man, dass es eigentlich um dieses Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn geht. „Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen.“ Die Kirchen rechnen nicht damit, dass ihnen einmal die staatliche, die weltliche Unterstützung wegbrechen könnte, was sich aber dann am Ende der Plagen ereignen wird.
[50:00] Vers 8. „Darum werden an einem Tag ihre Plagen kommen: Tod und Leid und Hunger. Und sie wird mit Feuer verbrannt werden, denn stark ist Gott, der Herr, der sie richtet.“ Dieser eine Tag ist wohl keine Zeitprophezeiung. In Offenbarung 18 wird immer wieder gewechselt zwischen „ein Tag“, „eine Stunde“, „ein Tag“, „eine Stunde“. Und im Griechischen liegt der Fokus hier auf dem „eine“, ein Tag, eine Stunde. So als ob das Plötzliche, das Punktuelle, das auf den Punkt gerichtete, deutlich gemacht werden soll. Es ist ein plötzliches Gericht, das überraschend kommt.
[50:33] Vers 9 und 10. Die gesamte Klage hier, ohne dass wir jetzt mit allen Versen das nochmal belegen, das kann man dann in unserem Offenbarung-Vers-zu-Vers-Seminar genauer studieren, bezieht sich nicht nur hier auf Texte, die im Alten Testament auf Babylon sich beziehen, sondern auch auf Texte, die sich auf Tyrus beziehen. Das hat damit zu tun, dass hier später auch sehr viel Wirtschaft eine Rolle spielt und Tyrus ein Handelszentrum war. Und auch damit, dass Babylon und Tyrus in Jesaja 14 und Hesekiel 28 als Typen für den Fall Luzifers, des Satans, benutzt werden. Hier geht es in diesen Versen erstmal um die politische Allianz, es geht um die Könige. Und die Tatsache, dass hier Rauch und Feuer und Qual beschrieben werden, verweist auch auf Offenbarung 14, Vers 10 und 11. Was deutlich macht, dass es dort in der Ankündigung dieses Rauchs und der Qual auch um eine Zeit vor der Wiederkunft geht, kann man auch in unserem Offenbarung-Seminar dann noch genauer nachstudieren.
[51:46] Interessant ist auch die Formulierung: „Wehe, Wehe.“ Und hier geht es um die letzten sieben Plagen, um ihren Effekt. Die letzten sieben Plagen sind Teil der siebten Posaune. Und wir haben ja schon studiert, dass die letzten drei Posaunen jeweils ein Wehe darstellen. Und möglicherweise, viele Menschen haben sich gefragt, warum kommt dann nach der siebten Posaune kein Wehe mehr vor? Möglicherweise haben wir jetzt hier das Wehe, das damit gemeint ist, die sieben letzten Plagen könnte möglicherweise dieses dritte, größte und entscheidende Wehe sein.
[52:22] Vers 11 bis 17 haben wir jetzt die Kaufleute und damit den wirtschaftlichen Aspekt sehr deutlich betont. „Die Kaufleute der Erde weinen und trauern über sie, weil niemand mehr ihre Ware kauft: Ware von Gold und Silber und Edelstein und Perlen und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlach und allerlei Thujaholz und allerlei Elfenbeingeräte und allerlei Geräte aus wertvollem Holz und aus Erz und Eisen und Marmor und Zimt und Räucherwerk und Salbe und Weihrauch und Wein und Öl und Feinmilch und Weizen und Vieh und Schaf und Pferde und Wagen und Leiber und Seelen der Menschen. Und die Früchte, nach denen deine Seele begehrt, sind dir entschwunden und aller Glanz und Flitter ist dir entschwunden und du wirst sie niemals mehr finden. Die Verkäufer dieser Waren, die von ihr reich geworden sind, werden aus Furcht vor ihrer Qual von Ferne stehen. Sie werden weinen und trauern und sagen: Wehe, wehe, die große Stadt, die bekleidet war mit feiner Leinwand und Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelstein und Perlen. Denn in einer Stunde wurde dieser so große Reichtum verwüstet.“
[53:15] Also Rom hat auch die Wirtschaft stark geprägt, und allein die Menge der Pferde sollte uns schon nachdenklich stimmen, ob wir nicht auch mehr noch die Verbindung zwischen dem Papsttum und der Wirtschaft unter die Lupe nehmen sollten.
[53:28] Vers 17b bis 19 haben wir dann noch eine dritte Klage, diesmal von den Matrosen, Schiffsleuten. „Und jeder Kapitän und die ganze Menge, die auf den Schiffen sind, die Matrosen und alle, die auf dem Meer arbeiten, standen von Ferne und riefen, als sie den Rauch ihrer Feuersbrünnen sahen: Wer war der großen Stadt gleich? Sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd: Wehe, wehe, die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meer hatten, reich gemacht wurden durch ihren Wohlstand, denn in einer Stunde ist sie verwüstet worden.“
[53:56] Es ist ganz interessant, dass, ich meine, diese Schiffsleute sind natürlich auch wieder eigentlich Wirtschaftsleute, sie handeln. Es ist interessant, dass wir hier drei Klagen haben. Wir haben drei Engel, die vor Babylon warnen, wir haben drei Frösche, die die Propaganda Babylons in die Welt bringen, und wir haben eine dreifache Klage auf den Zusammenbruch Babylons. Und im Kontrast dazu dann eine dreifache Freude über den Zusammenbruch Babylons.
[54:26] Vers 20: „Freut euch über sie, du Himmel, und ihr Heiligen, Apostel und Propheten, denn Gott hat euch an ihr gerächt.“ Auch das geht zurück auf einen Text in Jeremia 51. Interessant ist, dass im Himmel die Apostel sich freuen werden über den Untergang Roms, während in Rom die Apostel als sogenannte Heilige verehrt werden. Auch das ist eine etwas kuriose Sache. Mit diesem Vers ist auch die Bitte aus dem fünften Siegel in Offenbarung 6, Vers 9 bis 11 erfüllt, wo es heißt: „Wie lange, Herr, richtest du nicht unser Blut?“ und alles, was dort beschrieben ist. Jetzt ist der letzte Märtyrer für Gott gewesen. Jetzt ist die Gnadenzeit vorbei, und jetzt richtet Gott all das Unrecht, das geschehen ist, an Babylon.
[55:11] Vers 21: „Und ein starker Engel hob einen Stein auf wie ein großer Mühlstein und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Wucht hingeschleudert und nicht mehr gefunden werden.“ Das Bild ist sehr eindrücklich. Man nimmt einen starken Stein und wirft ihn ins Meer, und man weiß, der wird nicht wieder hochkommen. Die Endgültigkeit und auch die Schnelligkeit, die Unausweichlichkeit der Vernichtung Babylons wird hier angesprochen, und die Offenbarung bezieht sich auf ein Wort von Jesus in Matthäus, Kapitel 18 und dort Vers 6. „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefen des Meeres versenkt würde.“
[55:54] Das, was so schlimm an Babylon ist, ist, dass hier Menschen, die an Jesus glauben wollen, ohne Glauben, verführt werden und in ihrer Beziehung zu Jesus empfindlich gestört und attackiert werden, weil man ihnen falsche Dinge über Jesus und über Gott und seinen Charakter beibringt. Und Jesus warnt mit sehr eindringlichen Worten, die hier in der Offenbarung wiedergegeben werden, dass man andere Christen, gläubige Menschen verführen sollte. Und laut Offenbarung macht sich die römische Kirche als Institution genau dieser Sache schuldig, indem falsche Dinge im Evangelium gepredigt werden und ein falsches Bild von Gott gezeichnet wird, durch die vielen Irrlehren, die wir auch angeschaut haben.
[56:42] Vers 22, Offenbarung 18. Auch Musik spielt eine Rolle in Babylon, auch im Endzeit-Babylon. Wir wissen aus Daniel 3, wo dort das Anbetungsgesetz mit Todesstrafe des Nebukadnezar ein Typus ist für das Sonntagsgesetz in Offenbarung 13. Wir wissen, dass dort Musik besonders betont worden ist als eines der Elemente, die dazu führen sollten, dass Menschen das Bild des Nebukadnezar anbeten sollten. Und wir sollten erwarten, dass auch in der Endzeit Musik eine Rolle spielt, in der Aufrichtung des Malzeichens eine Rolle spielt bei der Verführung und Manipulation von Menschen. Wir können es uns als Adventgemeinde nicht leisten, vor Babylon zu warnen und gleichzeitig im großen Stil die Musik babylonischer Kirchen und babylonischer Organisationen in unsere Gemeinden holen. Das wird auf Dauer unsere eigene Theologie angreifen, da gibt es keinen Zweifel dran. Denn diese Musik wird in großen babylonischen Organisationen, wie zum Beispiel auch Organisationen wie Hillsong, verwendet, um ein Evangelium zu verkündigen, das nicht dem biblischen Evangelium entspricht, das den Wein Babylons darstellt. Und davon sollten wir uns distanzieren. Das heißt nicht, dass es nicht auch andere gläubige Menschen in anderen Kirchen gibt, die wirklich gute und mit biblischer Theologie versehene Musik machen können. Das ist gar nicht hier der Punkt. Aber Musik, die systematisch eingesetzt wird, um Menschen ein falsches Evangelium beizubringen. Und da ist Hillsong ein sehr gutes Beispiel dafür. Es gibt auch viele andere. Wir wollen uns nicht allein auf Hillsong beschränken. Dann ist das Musik, von der wir uns fernhalten sollten, weil sie babylonisch ist und einen Einfluss hat auf unsere Gemeinden und auf unsere Theologie.
[58:43] Vers 24. Und in ihr wurde das Blut. Vers 23. „Und das Licht des Leuchters wird nicht mehr in dir scheinen, und die Stimme des Bräutigams und der Braut nicht mehr in dir gehört werden. Denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde, denn durch deine Zauberei wurden alle Völker verführt.“ Der Einfluss Babylons ist weltweit sichtbar gewesen. Deswegen braucht Gott Menschen, die die Adventbotschaft in die ganze Welt hinaustragen. Das wahre Evangelium muss überall gesehen werden, denn das falsche Evangelium ist allgegenwärtig in all seinen verschiedenen Spielarten.
[59:19] Vers 24. „Und in ihr wurde das Blut der Propheten und Heiligen gefunden, und aller derer, die hingeschlachtet worden sind auf Erden.“ Ganz ähnlich hat Jesus etwas ausgedrückt in Matthäus 23 und dort Vers 34 und 35: „Siehe, darum sende ich zu euch Propheten und Weisen und Schriftgelehrte, und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur anderen, damit über euch alles gerechte Blut komme, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels des Gerechten bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt.“ Die Idee hier ist, dass diese letzte besonders böse Generation quasi den Abschluss eines Werkes vollbringt, das über Jahrhunderte gegangen ist. All die Vorväter dieser Generation haben bereits Propheten verfolgt, und diese Generation treibt es dann auf die Spitze. So auch am Ende, die Endzeitverfolgung sind nur das letzte Glied in einer Kette von jahrhundertelangen Verfolgung und werden hier erwähnt, obwohl am Ende ja sogar dann das Todesbefehl nicht einmal mehr umgesetzt wird, sondern nur noch geplant ist. Aber schon die Planung allein reicht hier aus, um das hier in der Bibel dann so beschrieben zu haben.
[1:00:37] Bis dahin geht also die Beschreibung des Falls Babylons. Und weil das so viel Raum in der Offenbarung auch einnimmt, allein schon an der Anzahl der Verse, sollte uns deutlich werden, wie wichtig es Jesus ist, dass wir die Menschen vor Babylon warnen und sie aus Babylon herausrufen. Wir haben keine Zeit, uns mit Dingen zu beschäftigen, die uns von dieser Aufgabe ablenken und diese Aufgabe verwässern wollen. Es ist unsere heilige Verantwortung, das Evangelium so christozentrisch und so attraktiv zu predigen und gleichzeitig dann, wenn Menschen angezogen sind von der Wahrheit, ihnen auch liebevoll deutlich zu machen, dass sie, wenn sie Jesus ganz nachfolgen wollen und er ihnen Licht schenkt über die biblische Prophetie, sie sich auch von den Kirchen und Institutionen fernhalten und aus ihnen gehen sollen und sich Gottes Gebote haltendem Volk anschließen sollen. Das ist unsere Aufgabe, unser Privileg. Und die Frage ist, möchtest du dein Leben, deine Fähigkeit, deine Ressourcen einsetzen, dass Offenbarung 18 Vers 1 bis 4 sich in unsere Generation erfüllt, dass die Herrlichkeit Gottes die Erde erfüllt und dass nicht nur durch unsere Worte und unsere Schriften, sondern durch unsere Taten, durch unser Leben, durch unseren Charakter deutlich wird, dass das Evangelium wunderbar ist und dass es nur ein echtes, wirksames und heilsames Evangelium gibt, nämlich das der Bibel, so wie Jesus es uns zeigt. Lasst uns nach dem Wort Gottes leben. Lasst uns erfüllen mit dem Heiligen Geist jeden Tag. Lasst uns Gott darum bitten, dass wir ein Licht sein können in dieser Welt.
[1:02:11] und dass Jesus bald wiederkommen kann, weil das Licht seiner Herrlichkeit die ganze Erde erfüllt hat. Es ist dein Wunsch, Teil dieser Bewegung zu sein. Gott segne dich in deiner Entscheidung.
[1:02:21] Nächste Woche werden wir dann zum letzten Mal hier die Offenbarung studieren in der Cannstatt Study Hour. Wir werden dann die letzten großen Kapitel noch betrachten, wie alles endet und wir wünschen euch bis dahin Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes. Amen.