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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 1st (Special) Nr 5

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Christopher Kramp tief in Offenbarung Kapitel 6 ein und beleuchtet die Bedeutung der sieben Siegel. Er erklärt, wie die Siegel nacheinander geöffnet werden und kumulativ wirken, und verbindet sie mit der Heilsgeschichte und dem Erlösungsplan Gottes. Die Lektion analysiert die symbolische Bedeutung der vier Reiter, die Verfolgung der Gemeinde, die Zeit der Kompromisse und die letztendlichen kosmischen Zeichen vor der Wiederkunft Jesu. Es wird betont, wie wichtig es ist, Jesus durch das Studium dieser prophetischen Ereignisse näherzukommen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur fünften Folge unserer besonderen Serie über die Offenbarung. Was für ein spannendes Buch und was für interessante Dinge wir schon studieren konnten in den vergangenen Wochen. Heute wollen wir gemeinsam Offenbarung Kapitel 6 studieren. Das Thema ist überschrieben: Die sieben Siegel. In der letzten Woche haben wir uns mit der Einleitungsszene zu den sieben Siegeln in Offenbarung 4 und 5 beschäftigt und davon ausgehend soll es jetzt um die eigentlichen Siegel gehen und ihre Erfüllung in der Heilsgeschichte, im großen Erlösungsplan und in dieser Welt. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 2. Februar und bevor wir jetzt hineintauchen in dieses spannende Thema, wollen wir gemeinsam zu Gott beten und ihn bitten, dass er uns sein Wort aufschließt.

[1:18] Lieber Vater im Himmel, du hast uns dein Wort gegeben und du hast Jesus die Offenbarung gegeben, die er durch seinen Engel, dem Johannes, gegeben hat, damit wir deine Knechte sehen können, was in der Geschichte und in der Zukunft passiert ist und passieren wird. Nicht nur damit wir klüger werden über den Erlösungsplan, sondern dass wir dein Handeln und dein Wirken in dieser Welt verstehen, dich noch besser kennenlernen und unsere Beziehungen zu dir vertiefen. Und so möchten wir dich bitten, wenn wir jetzt Offenbarung 6 studieren, dass du zu unseren Herzen sprichst, dass es nicht nur Daten und Geschichtsereignisse sein werden, sondern dass wir das Evangelium erkennen in diesem Kapitel. Sprich du zu uns durch deinen Heiligen Geist, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und schenke uns ein klares und schönes Bild von Jesus und seinem Evangelium. Das bitten wir in seinem im Namen Jesu. Amen.

[2:12] In Offenbarung 6 und dort Vers 1 heißt es: Und ich sah, wie das Lamm eines von den Siegeln öffnete, und ich hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit Donnerstimme sagen: Komm und sieh. Zunächst halten wir fest: Die Siegel werden nicht alle auf einmal aufgebrochen, sondern nacheinander. Ein Siegel wird nach dem anderen geöffnet und die Siegel bleiben dann natürlich auch geöffnet. Also die Idee ist nicht, dass Jesus ein Siegel öffnet und dann das wieder schließt und dann das nächste öffnet und wieder schließt, sondern ein Siegel, das geöffnet ist, bleibt auch geöffnet. Das heißt, die Siegel sind nicht einfach, dass sie sich abwechseln oder ablösen, sondern sind kumulativ. Sie bauen aufeinander auf. Mit anderen Worten: Das, was wir gleich als Erfüllung des ersten Siegels studieren werden, wird bleiben bis ans Ende und das zweite Siegel kommt dann darauf und das dritte und so weiter und so fort.

[3:10] Die lebendigen Wesen, die hier erwähnt werden, kennen wir natürlich aus der letzten Woche, aus unserem Studium, aus Offenbarung 4 und 5. Dort haben wir gesehen, dass sie direkt vor dem Thron Gottes sind, dass sie singen: heilig, heilig, heilig und dass sie in ihrem Aussehen den Charakter Jesu widerspiegeln. Das haben wir in Offenbarung 4 in Vers 7 gesehen: Das erste lebende Wesen glich einem Löwen, das zweite lebende Wesen glich einem jungen Stier, das dritte lebende Wesen hatte ein Angesicht wie ein Mensch und das vierte lebende Wesen glich einem fliegenden Adler. Und das werden wir jetzt gleich dann auch noch mal ausführlicher sehen, in Verbindung mit den eigentlichen Siegeln. Johannes sieht also, wie das Lamm das erste Siegel öffnet. Das Lamm ist Jesus Christus selbst. Er steht im Zentrum auch der eigentlichen Siegelvision. Nicht nur im Zentrum der Einleitung, sondern auch im Zentrum der tatsächlichen Vision, wo es jetzt praktisch auf der Erde mit prophetischen Ereignissen losgeht. Er hat alles unter Kontrolle und auch die vier lebendigen Wesen, wie gerade gesagt, die dann reden, reflektieren Jesus. Jesus ist also auch hier das Zentrum dieser Prophetie.

[4:23] Aber das geht noch weiter, denn dieser Satz „Komm und sieh“ muss den Johannes getroffen haben wie ein Schlag. Er war ja jetzt alt und er war in einer Vision im Himmel und mitten in diesem himmlischen Gottesdienst. Aber die Worte „Komm und sieh“, die müssen wie ein Déjà-vu gewirkt haben, denn er hatte dieselben Worte schon einmal gehört, Jahrzehnte zuvor, als er noch ein junger Mann war, wahrscheinlich ein Teenager, ein Jugendlicher, als er als Jünger von Johannes dem Täufer an zwei Tagen hintereinander den Täufer hatte sagen hören: „Siehe das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt.“ Und am zweiten Tag hat er dann endlich Mut gefasst, gemeinsam mit seinem Freund Andreas, diesem unscheinbaren Zimmermann aus Galiläa zu folgen, dem niemand sonst folgte, obwohl Johannes zweimal deutlich sagte: „Das ist der, der größer ist als ich.“ Und er folgte diesem unscheinbaren Zimmermann aus Galiläa und wir lesen die Geschichte in Johannes 1. Es sollten die ersten beiden Jünger von Jesu werden, Johannes selbst, der sich hier nicht mit Namen erwähnt und Andreas. Wir lesen ab Vers 37 in Johannes 1: „Und die beiden Jünger hörten ihn reden und folgten Jesus nach. Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi, das heißt übersetzt Lehrer, wo wohnst du? Er spricht zu ihnen: Kommt und seht.“

[5:45] Und sie durften jetzt eine Erfahrung machen, die sie noch näher zu Gott brachte. Sie durften, nachdem sie vorher das Evangelium von Johannes dem Täufer gehört hatten, jetzt das pure Wort Gottes selbst erleben, das Fleisch geworden war. Und Johannes hat das nie vergessen. Er hat sein ganzes Leben immer mehr Schritte zu Jesus gemacht. Niemand kam Jesus charakterlich so nahe, wie Johannes von den Jüngern. Niemand hat so viel von der Liebe Gottes, die durch Jesus sich zeigte, aufgesogen wie Johannes. Und jetzt, ganz am Ende seines Lebens, als er dort auf Patmos ist und ihm in der Vision, in den himmlischen Gottesdienst versetzt wird, hört er wieder diese Worte: „Komm und sieh.“ So, als ob es noch viel mehr zu entdecken gäbe, als das, was er bisher gesehen hat. Wenn wir zu Jesus kommen, haben wir niemals das Ende der Fahnenstange erreicht, niemals genügend und ausreichend gesehen, dass es nicht noch mehr gäbe, was man über Jesus lernen kann. Die Siegel, in ihrer Erfüllung, sollen Johannes noch näher zu Jesus bringen und auch uns näher zu Jesus bringen. Wenn wir die Siegel studieren und nicht mehr Zeit mit Jesus verbracht haben dabei, dann haben wir die Siegel gar nicht richtig studiert.

[7:00] Eines der vier lebendigen Wesen, wir wissen nicht genau, welches es gewesen ist, aus diesem Text heraus, aber wenn man die anderen Texte dann liest und dann von dem zweiten, dritten, vierten reden hört, dann scheint es zumindestens wohl so zu sein, dass das eine lebende Wesen hier wohl das erste lebende Wesen ist, das aussieht wie ein Löwe. Das ist gleich dann auch interessant im nächsten Vers.

[7:21] Vers 2: Und ich sah und siehe, ein weißes Pferd und der darauf saß, hatte einen Bogen und es wurde ihm eine Krone gegeben und er zog aus als ein Sieger und um zu siegen. Pferde oder dieses Pferd hier erinnert in gewisser Weise an Sacharja. Überhaupt die ganze Vision der Siegel hat gewisse Parallelen auch zu bestimmten Sacharja-Visionen mit diesen Pferden. Die kommen auch in Sacharja 1 vor, in Sacharja 6 Visionen, die gar nicht so einfach immer auch so zu deuten sind in Sacharja. Aber interessant ist auch, dass in Sacharja 9 Vers 3 folgendes vom Volk Gottes gesagt wird: „Mein Zorn ist entbrannt über die Hirten und die Böcke werde ich strafen, denn der Herr der Herrschern hat sich seiner Herde, des Hauses Juda, angenommen und hat sie, das heißt sein Volk, hergerichtet wie sein Prachtroß im Kampf.“ Das heißt, dieses Pferd hier, das weiße Pferd, steht wohl auch für die Gemeinde, die das Evangelium jetzt in die Welt tragen soll. Johannes sieht, wie das Evangelium besungen wird im Himmel und während jetzt das erste Siegel geöffnet wird, sieht er das Evangelium siegreich vorlaufen sozusagen. Das weiße Pferd. Weiß ist ein Symbol für moralische Reinheit. Das sieht man zum Beispiel in Sacharja 1 Vers 18, wo Gott uns einlädt, egal wie tief wir gefallen sind, egal wie viele Sünden wir begangen haben mögen, zu ihm zu kommen. Vers 18: „Kommt doch, wir wollen mit einer Rechten, spricht der Herr, wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee. Wenn sie rot sind, sollen sie weiß wie Wolle werden.“ Jesus kommt in Offenbarung 19 auf einem weißen Pferd wieder. Es symbolisiert die moralische Reinheit.

[9:08] Das Siegen in diesem Vers ist dasselbe Wort, wie auch in Kapitel 2 und 3, wo es mit „überwinden“ übersetzt wird. Hier geht es um das Evangelium, das Menschen zu überwindern macht, um die Gemeinde, die tatsächlich überwindet, durch die Gnade Gottes, durch seine Kraft und diese gute Nachricht in die Welt trägt. Das siegreiche, reine Evangelium geht in die Welt seit seinem Tod und seiner Auferstehung. Und natürlich denken wir an die Urgemeinde ganz besonders, aber dieser Reiter hört nicht auf zu reiten. Er reitet weiter bis ans Ende, sozusagen. Das Siegel bleibt geöffnet.

[9:48] Vers 3: Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm und sieh. Es gibt noch mehr zu lernen über das Evangelium, noch mehr zu lernen über den Plan der Erlösung. Das zweite lebendige Wesen, wenn wir davon ausgehen können, was man nicht hundertprozentig beweisen kann, aber zunächst einmal naheliegend ist, dass hier erstes, zweites, drittes, viertes Wesen in der gleichen Reihenfolge gemeint ist wie in Offenbarung 4, dann ist das zweite lebendige Wesen das Wesen, das aussieht wie ein Stier und damit den Aspekt von Jesus ausdrückt, dass er für uns gestorben ist, ein Opfer gebracht hat. Und das ist auch das hier sehr interessant. Beim ersten Siegel spricht das Wesen, das sagt, das aussieht wie ein Löwe, der Aspekt des Königtums. Und das passt dann zum ersten Pferd, nicht wahr, das siegreich ist und dem eine Krone gegeben wird. Hier haben wir jetzt einen anderen Aspekt in Vers 4.

[10:44] Und es zog ein anderes Pferd aus, das war Feuerrot. Und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, damit sie einander hinschlachten sollten. Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben. Feuerrot in der Bibel kommt nur noch als Beschreibung des Drachens in Offenbarung 12, Vers 3 vor, der die Gemeinde verfolgt, der die Frau verfolgt, als er das Kind Jesus nicht haben kann. Und es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um in dem Rot auch eine Andeutung des vielen Blutes zu sehen, das genau durch die Verfolgung des Satans jetzt bei all den Christenverfolgungen fließt. Viele Menschen sind bereit, für ihren Glauben an Jesus, für ihr Eintreten für das Evangelium, mit dem Leben zu bezahlen. Auch das eine Erfahrung, die uns als ganze Gemeinde beim Betrachten näher zu Jesus bringt. Menschen sind bereit, für den Jesus, der für sie den zweiten Tod letztendlich in der praktischen Umsetzung gestorben ist, für diesen Jesus den ersten Tod zu sterben. Und in der Hoffnung auf die Auferstehung ihr Leben ihm zu geben.

[12:01] Vers 5: Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm und sieh. Und ich sah und siehe ein schwarzes Pferd. Und der, der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. Nun, das dritte lebendige Wesen war in Offenbarung 4 das Wesen, das aussah wie ein Mensch. Das hatte auch sozusagen, das sollte die Erniedrigung Jesu, seine Demut, seine Bereitschaft, Mensch zu werden illustrieren. Und hier kommt jetzt auch kirchengeschichtlich, wenn man das mit den Gemeinden dann parallel sieht, eine interessante Zeit, in der es für die wahren Gläubigen nicht einfach wurde. Und wir schauen mal in Vers 6, wie das weitergeht.

[12:46] Und ich hörte eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sprach: „Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar. Doch das Öl und den Wein schädigt nichts.“ Es gibt verschiedene Theorien hier zu diesen beiden Versen. Dieser Reiter hat offensichtlich eine Waage in der Hand, um den Weizen und die Gerste zu messen und sicherzustellen, dass für den richtigen Preis hier das richtige Maß gegeben wird. Und damit ist eigentlich diese Idee von dem Maß und von dem Geld sehr im Fokus. Nun, ein Maß, das ist im Griechischen das Choinix, etwa 1,1 Liter, nach Kommentarenmeinung, wohl die Tagesration eines arbeitenden Mannes damals. Und ein Denar ist ein Tageslohn. Das kriegen wir aus Matthäus 20, Vers 2 heraus, wo uns im Gleichnis von Jesus gesagt wird, im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Und nachdem er mit den Arbeitern um einen Denar für den Tag übereingekommen war, sandte er sie in seinen Weinberg. Also der ganze Tagesverdienst eines arbeitenden Mannes wird für ein Maß Weizen ausgegeben. Da hat er nicht mehr etwas anderes, um etwas anderes kaufen zu können. Also daran sieht man schon, dass hier, im Gegensatz zu mancher Meinung, es eben nicht besonders billig ist, sondern eigentlich ziemlich teuer. Gerste ist etwas billiger, weil Gerste von einfachen Leuten gegessen wurde. Es galt als minderwertig.

[14:22] Interessant ist, wenn man diese Werte hier vergleicht mit den realen Getreidepreisen, wie sie im Römischen Reich zu der Zeit oder kurz zuvor gängig waren. Wenn man da in das erste Jahrhundert vor Christus schaut, also nicht zu weit entfernt hier aus dieser Zeit, dann sieht man, wie Cicero, oder auch Tizius, wie er im Deutschen oft genannt wird, die Getreidepreise für Sizilien angibt. Und die sind acht bis sechzehn Mal geringer als hier in der Offenbarung angegeben. Mit anderen Worten, wir haben es hier sehr offensichtlich mit einer extremen Teuerung zu tun. Das Getreide ist sehr viel teurer, als man es normalerweise im Alltag gewohnt war. Und das stellt die Grundversorgung sicher. Man kann sich noch ernähren, es ist keine Hungersnot, aber man steht so quasi kurz davor. Es ist eine echte Krise der Versorgung.

[15:09] Nun Brot, das ja dann gewonnen wird aus dem Korn, ist ein Symbol für das Wort Gottes. In Matthäus 4, Vers 4 heißt es, dass Jesus gesagt hat: „Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.“ Das zitiert 5. Mose 8, Verzeihung, wo das Himmelsbrot, das Manna, fällt und auch dort das Wort Gottes symbolisiert. Mit anderen Worten, was hier ausgedrückt werden soll, ist, dass das pure Wort Gottes, das reine, nahrhafte Wort Gottes, teurer wird. Und warum wird es teurer? Weil in der Zeit nach Konstantin nun Irrlehren sich verstärkt ausbreiten. Es kostet jetzt mehr, auch als Christ, treu zum Wort Gottes zu stehen, sich ganz allein darauf zu berufen. Und das passt interessanterweise auch ganz gut in der Parallele zur Gemeinde Pergamon, weil dort ebenfalls das Wort Gottes betont wird, als ein zweischneidiges Schwert. Jesus hat ja ganz besonders darauf hingewiesen, weil in dieser Zeit eben die Irrlehren stärker werden und in der Erfahrung der Gemeinden es jetzt wichtig ist, beim wahren Wort zu bleiben, auch wenn das immer schwieriger wird und man auch größeres Risiko dafür eingehen muss.

[16:25] Was ist mit dem Öl und dem Wein? Nach Sacharja 4, in der bekannten Vision, dort mit dem Ölbaum und den Lampen dort, schauen wir uns das mal kurz an. Sacharja 4, dort sehen wir dieses Ölgefäß und die sieben Lampen, die beiden Ölbäume. Und in Vers 6 heißt es: „Da antwortet und sprach er zu mir: Das ist das Wort des Herrn an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr, der Herrscher.“ Das Öl, ein Symbol für den Heiligen Geist, der unseren Charakter formt. Das wird ganz deutlich in Matthäus 25, denn nur wer genügend Öl hat, der ist dann auch bereit, wenn Jesus wiederkommt. Und von diesem Öl kann man nicht abgeben, weil Charakter nicht übertragen werden kann.

[17:23] Der Wein ist ebenfalls ein Symbol in Matthäus 26 und dort Vers 27 bis 29, da heißt es von Jesus hier beim Abendmahl: „Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus; denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das für viele vergossen wird, zur Vergebung der Sünden.“ Nun, das Öl steht für den Heiligen Geist, der Wein steht für das Blut des neuen Bundes, den wir in Hebräer 8 dann auch erklärt bekommen. Und was das also bedeuten soll, dass auch in dieser Zeit, wo es immer schwerer wird, das reine Wort Gottes in den Kirchen zu hören, während wegen der vielen Irrlehren und der Kompromisse, die man macht, ist trotzdem der Heilige Geist unverändert verfügbar für jeden, der mit ihm zusammenarbeiten möchte. Das Blut Jesu ist immer noch für alle da. Man kann zwar die Predigt des Wortes Gottes beschränken, man kann aber das Wirken des Heiligen Geistes und die Kraft, die im Blut Jesu ist, nicht antasten.

[18:41] Vers 7: Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm und sieh. Nun, das vierte Wesen sah ja aus wie ein Adler. Und der Adler, das haben wir gelernt, in der, vor allem in den Büchern Mose, in 5. Mose 10 zum Beispiel, 32 zum Beispiel, 2. Mose 10, ist ein Symbol für die Führung, die Jesus seiner Gemeinde angedeihen lässt, wie er die Gemeinde, Achtung, durch die Wüste hindurchgeführt hat. Und das passt natürlich jetzt ganz gut in die Zeit des Mittelalters, die sich an die Zeit der Kompromisse unter Konstantin und Co. dann anschließt. So ein bisschen parallel dann auch zur Gemeinde Tyatira, als die Gemeinde nämlich in der Wüste ist. Und in Vers 8 lesen wir:

[19:33] Und ich sah und siehe ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist der Tod. Und das Totenreich folgt ihm nach, und ihnen wurde Vollmacht gegeben, über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Pest und durch die wilden Tiere der Erde. Fahl ist die Farbe der Furcht und des Todes. Und von dem Totenreich wissen wir, dass es den Plan hat, die Gemeinde Gottes zu verschlingen. Jesus selbst hat sich so ausgedrückt in Matthäus 16, und dort Vers 18.

[20:12] Im berühmten Vers sagte Jesus: „Und ich sage dir auch, nachdem Petrus ihn als Christus, als den Sohn des Lebendigen Gottes, anerkannt hat und bekannt hat, da sagt Jesus hier: Und ich sage dir auch, du bist Petrus, und auf diesen Felsen, er meint sich selbst, das Bekenntnis zu Christus, will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen.“ Die Verheißung ist, dass das Totenreich gegen die Gemeinde nicht gewinnen kann, was impliziert, dass das Totenreich, oder die Pforte des Totenreiches, sich gegen die Gemeinde stellen werden, versuchen werden, die Gemeinde anzugreifen. Und genau das finden wir hier in der Offenbarung beschrieben. Es ist die Zeit des Mittelalters, als, wie in der Gemeinde Tyatira sagt, der Satan weite Teile der Christenheit kontrolliert. Die Tiefen des Satans werden dort in der Gemeinde Tyatira formuliert, und die wahren Gläubigen sind versteckt. Die Gemeinde in der Wüste, wir haben ja einiges darüber gesagt, auch in der entsprechenden Folge hier.

[21:18] Man stellt sich vielleicht bei der ganzen Geschichte die Frage: Haben denn damals die Menschen überhaupt verstanden, dass sie in dieser Zeit gerade leben? Wir leben heute jetzt kurz vor der Wiederkunft, wir leben immer so am Ende der Prophezeiung. Wir schauen zurück und wir sagen, wir sind so mehr oder weniger am Ende der Prophezeiung. Wir sind in den Zehnen von Daniel 2, wir sind in der Zeit von Daniel 7, Vers 9 und 10, wir sind in der Zeit von Daniel 8, Vers 14, immer so gegen Ende der Vision. Wir sind in Offenbarung 12, bei Vers 17, fast am Ende des Kapitels, in Offenbarung 13 auch relativ weit gekommen. Und wir schauen so zurück und fragen uns vielleicht manchmal: Ja, haben denn in den anderen Zeitaltern die Menschen auch verstanden, dass sie gerade zum Beispiel im dritten Siegel sind oder im vierten Siegel? Nun, wir können das nicht in allen Punkten immer genau belegen und beweisen, aber es ist interessant, dass wir doch in der Geschichte Hinweise darauf finden, dass das doch wohl der Fall gewesen ist.

[22:11] Ein Beispiel hier ist der Prediger Girolamo Savonarola, der sich Ende des 15. Jahrhunderts hervorgetan hat als ein großer Reformator, in Florenz, nicht ganz unproblematisch. Wer mehr darüber wissen will, der sei auf die frühen Folgen der Serie Sola Veritas verwiesen, ein etwas merkwürdiger Mensch in dem, was er gepredigt hat und wie er es gepredigt hat. Aber interessant ist, dass er am 13. Januar 1495 in Florenz unter anderem auch über diese vier sogenannten apokalyptischen Reiter predigte und dabei die ersten drei genauso identifizierte, wie wir es heute immer noch tun und gerade getan haben, also die Urchristenheit, das siegreiche Evangelium, dann die verfolgte Gemeinde, das ganze Blutvergießen und dann die Zeit der Kompromisse. Und er hat damals, Ende des 15. Jahrhunderts, sich selbst und seine Zeit mit dem vierten Reiter identifiziert. Also wir sehen, dass durchaus die Offenbarung eben nicht nur ein Buch ist, das in die allerletzte Zeit spricht und deswegen alles in der Offenbarung immer nur auf die Endzeit gemünzt werden muss, sondern zu allen Zeitaltern haben Gläubige in der Offenbarung gegenwärtige Wahrheit gefunden, sie wussten, in welcher Zeit sie ungefähr leben.

[23:26] Nun, gehen wir weiter zum fünften Siegel, Vers 9: Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingeschlachtet worden waren, um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. Nun, diese Formulierung, „um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu willen“, erinnert uns natürlich an Offenbarung 1, denn dort hatten wir schon Johannes genau dasselbe sagen hören, in Vers 2, der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat und alles, was er sah. Johannes sieht hier also Menschen, die gestorben sind, wegen den Dingen, die ihm auch wichtig waren. Er konnte sich quasi mit ihrem Schicksal identifizieren. Er sagt in Vers 9 von Kapitel 1: „Ich, Johannes, der ich auch euer Bruder bin und mit euch Anteil habe an der Bedrängnis und am Reich und an der standhaften Ausdauer in Jesus Christus, war auf der Insel Patmos, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu Christi willen.“ Er war verbannt deswegen. Er wusste, was es bedeutet, wegen dieser Dinge, wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses Jesu Christi, Verfolgung zu erleiden. Die Menschen, die wirklich zur Bibel stehen und die wirklich zu dem stehen, was der Geist der Weissagung in jedem Zeitalter, je nachdem wann er sich manifestiert, zu sagen hat, diese Menschen werden Schwierigkeiten haben in ihrem Leben durch äußere Umstände oder wie auch immer es der Satan dann schafft, diese Schwierigkeiten zu bringen.

[25:05] Johannes konnte sich mit diesen getöteten Märtyrern sehr wohl identifizieren. Interessant ist jetzt in Vers 10, da heißt es: „Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Wie lange, o Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, richtest du nicht und rächst nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“ Man ist vielleicht zuerst einmal erstaunt, dass hier Tote reden können, aber man entdeckt sehr schnell, wir haben ein größtenteils symbolisches Kapitel hier und es handelt sich natürlich um eine Metapher. Wir wissen aus der Bibel und haben das ja auch an anderer Stelle auch immer wieder deutlich studiert, dass die Toten nichts wissen. Sie können nicht reden, sie danken nicht Gott, sie loben nicht Gott, alles Planen ist aus. Viele Texte in Hiob, in den Psalmen, in Prediger 9, Vers 5 und 10 sagen genau das. Also was ist gemeint mit diesem metaphorischen Bild von toten Märtyrern, die geschlachtet worden sind und die jetzt hier zu Gott rufen?

[25:58] Das erinnert uns vielleicht an die erste Geschichte von einem Märtyrer in der Bibel. Der erste Märtyrer in der Bibel war Abel, der aufgrund seines Glaubens durch den vom Glauben abfallenden Kain getötet wird, hingeschlachtet wird sozusagen, in 1. Mose Kapitel 4 und dort Vers 10. Als Gott zu Kain kommt, nach der schrecklichen Tat, dem ersten Mord des Universums und ihn fragt: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Und er sagt: „Ich weiß es nicht, soll ich meines Bruders Hüter sein?“ Dann heißt es in Vers 10: „Er aber sprach, das ist Gott: Was hast du getan? Horch, also höre, der die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden.“ Nun, was Gott nicht sagen wollte, ist, dass tatsächlich bestimmte Dezibel zu hören waren, sondern was Gott sagen wollte: Diese Tat, und wir sagen das ja manchmal auch heute noch umgangssprachlich, schreit zum Himmel. Sie schreit nach Gerechtigkeit. Das kann so nicht bleiben, wie es ist.

[27:00] Und genau das ist, was hier ausgedrückt werden soll, in Offenbarung 6. Johannes sieht die Zeitalter in kurzer, knapper Abfolge vor sich hin rollen. Er sieht, wie das Evangelium sich ausbreitet, siegreich. Er sieht, wie durch Verfolgung versucht wird, das Evangelium einzudämmen. Er sieht, wie plötzlich selbst in der Gemeinde Kompromisse gemacht werden und wie plötzlich große Teile der sogenannten Christenheit sich gegen das wahre Evangelium stellen und auch das noch verfolgen. Und er sieht über Jahrhunderte hinweg, ganz egal ob im ersten, zweiten, dritten oder später im 13., 14., 15. Jahrhundert, er sieht Märtyrer über Märtyrer, die hingeschlachtet werden und es werden immer mehr und immer mehr und trotzdem dieses Blut ist wie ein Samen, immer mehr kommen dazu. Das Evangelium geht weiter um die Welt und Generation für Generation trägt die Fackel weiter. Aber so viele sterben und sterben und sterben und die Frage, die sich stellt ist: Das schreit doch nach Gerechtigkeit. Wie lange soll das noch gehen? Wie viele Jahrhunderte müssen noch vergehen, bis das Evangelium die ganze Welt erreicht hat? Wie viele Menschen müssen noch sterben? Es muss ein Gericht geben. Es muss endlich Gerechtigkeit geben.

[28:05] Und interessanterweise ist Vers 11 die Antwort auf diese Frage. Und jedem von ihnen, das sind diese hingeschlachteten Seelen, die gerufen haben, symbolisch, und jedem von ihnen wurden weiße Kleider gegeben und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kleine Zeit ruhen sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet wären, die auch wie sie getötet werden sollen. Nun zunächst einmal stellen wir fest, dass hier wir noch nicht am Ende der Zeit angekommen sind. Aber etwas passiert. Den Toten werden weiße Kleider gegeben. Die Frage ist, was bedeutet das? Wir kennen die Idee des weißen Kleides, wenn wir leben, wenn wir zu Jesus kommen, unsere Sünden bekennen, anerkennen, dass er durch seinen Heiligen Geist an uns gewirkt hat, uns zu sich gezogen hat und wir diesem Verben nachgeben, wenn wir unser Herz vor ihm ausschütten, wenn wir unser Herz zerbrechen lassen auf dem Felsen, wenn wir seine Gerechtigkeit, die er uns frei anbietet, in Anspruch nehmen, seinen Heiligen Geist an uns wirken lassen, dann erhalten wir dieses Kleid der Gerechtigkeit, dieses weiße Kleid. Und er bietet es ja der Gemeinde Laodicea an, aber die sind noch lebendig. Was bedeutet es also, dass Tote dieses weiße Kleid bedeuten?

[29:22] Nun, wir glauben nach der Bibel, dass wenn wir zu Jesus kommen, unsere Sünden vergeben werden. Sie sind in Büchern aufgezeichnet, so sagt es Daniel 7, Vers 9 und 10. Im Gericht werden Bücher aufgetan und wenn wir eine Sünde von Jesus vergeben bekommen, wenn wir sie ihm bekennen, dann wirkt sein Blut so mächtig, dass diese Sünde uns vergeben ist. Neben die Sünde steht „vergeben“ geschrieben. Doch Gott möchte uns die Sünden nicht nur vergeben, er möchte die Sünden tilgen, austilgen aus allen Berichtsbüchern, austilgen aus dem Himmel selbst, wohin sie durch das Blut Jesu transferiert worden sind. Und deswegen spricht Daniel 8, Vers 14 von der Reinigung des Heiligtums, die seit 1844 beginnt. Die Rechtfertigung, die Wiederherstellung des Heiligtums. Parallel dazu in Daniel 7 wird uns gesagt, dass das Gericht sich setzte, als die Throne aufgestellt wurden, im Allerheiligsten, der Gott Vater sich selbst setzt und über diesen Gericht vorsitzt, die Bücher aufgetan werden und Jesus selbst sagt in Offenbarung 3, Vers 5: „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“

[30:48] Als also seit 1844 das Gericht begann, begann es ja bei den Toten. Es begann bei denen, die zuerst gestorben waren, waren vielleicht bei Adam, weil er als erster gelebt hat, vielleicht bei Abel, weil er als erster gestorben ist. Wie auch immer, Abel war einer der Ersten, die auf jeden Fall untersucht worden sind. Und Abels Sünden sind vergeben gewesen, weil er das Opferlamm im Glauben angenommen hat, aber jetzt wird sein Name noch einmal untersucht, die Werke werden, sein Name wird im Buch des Lebens aufgeschlagen, die Werke werden verglichen und es wird festgestellt, dass er tatsächlich im Glauben an den Erlöser gestorben ist, sein Leben mit Jesu Kraft ins Reine gebracht hat, alle seine Sünden Jesus übergeben hat und jetzt werden seine Sünden getilgt. Ihm wird ein weißes Kleid gegeben.

[31:45] Seit 1844 tagt dieses Gericht und bereitet dann auch die Wiederkunft vor, bei der dann auch die Gerechtigkeit vollstreckt wird, zunächst einmal an denen, die dann am Ende leben und dann nach den tausend Jahren auch an allen, die Märtyrer umgebracht haben. Aber was wir hier in Offenbarung 6 sehen, ist, dass es auch noch weitere Märtyrer geben wird bis ans Ende. 1844 ist noch nicht das Ende des Märtyrertums in der Geschichte des Evangeliums. Noch eine kleine Zeit, aber eben noch eine Zeit.

[32:29] Und dann kommt Vers 6: Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete, und siehe, ein großes Erdbeben entstand und die Sonne wurde schwarz wie ein Trauer-Sack und der Mond wurde wie Blut. Interessanterweise finden wir diese Himmelszeichen auch in Matthäus 24 direkt nach der Verfolgung. Da wird sogar ein Bezug direkt von Verfolgung zu diesen Himmelszeichen hergestellt. Und geschichtlich passt es auch ganz gut. Diese massive Verfolgung im Mittelalter endete ungefähr zu der Zeit, als diese historischen Zeichen, die wir jetzt studieren werden, eintrafen.

[33:03] Matthäus 24 und dort Vers 29: „Bald aber, nach der Drangsal jener Tage“, es bezieht sich auf die Zeit im Mittelalter, „wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird seinen Schein nicht geben und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.“ All das war schon beim Propheten Joel vorhergesagt. Lesen wir ganz kurz in Joel Kapitel 2.

[33:30] Zunächst einmal in Joel Kapitel 2 und dort Vers 10: „Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel erzittert, Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne verlieren ihren Schein.“ Kapitel 3, Vers 3 und 4: „Und ich werde Zeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und Feuer und Rauch sollen; die Sonne soll verwandelt werden in Finsternis und der Mond im Blut, er, der große und schreckliche Tag des Herrn.“ Kommt Kapitel 4, Vers 15, auch dasselbe.

[34:00] Nun, was waren diese Zeichen? Das große Erdbeben, das Johannes sieht, in Offenbarung 6, war das große Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755. Warum gerade das? Nicht nur war es eines der gewaltigsten Erdbeben, was die pure Zerstörungskraft anging, es war auch eines der einschneidendsten Ereignisse in der Geschichte der Religion und der Geistesgeschichte, weil dieses Erdbeben wie ein Schock auf die gesamte Zivilisation damals gewirkt hat und sehr viele Verwerfungen in der Philosophie, im Verständnis der Theodizee-Frage, wie man Gottes Gerechtigkeit angesichts des Leides rechtfertigen und so weiter, viele Gelehrte sind dadurch aus der Bahn geworfen worden. Für viele Menschen war es ein Anreiz, neu nachzudenken über die grundsätzlichen Fragen des Lebens. Wie kann es sein, dass so viele Christen, so viele gute Christen, wie man glaubte, gerade an dem Tag, an dem alle in den Kirchen sind, alle Heiligen, durch so ein Erdbeben zerstört werden. Es hat einen grundfesten traditioneller Überzeugung gerüttelt und war ein Meilenstein auf dem Weg auch in diese moderne Zeit, die wir jetzt die Endzeit nennen.

[35:15] Das zweite Ereignis, das war mehr in Nordamerika behaftet, während das große Erdbeben ja vor allem Europa und auch Afrika betroffen hat. Sonne und Mond, also die Sonne sollte sich verfinstern, der Mond wie Blut werden, das erfüllte sich am 19. Mai 1780 beim sogenannten Schwarzen Tag. Ein bis heute völlig ungeklärtes Naturphänomen. Es gibt einige Theorien, die aber sind größtenteils Hypothesen ohne jegliche Beweise. Damals, Fakt ist, dass damals die säkularen Zeitungen sich sicher waren, dass hier möglicherweise ein himmlisches Zeichen, ein prophetisches Zeichen andeuten sollte, dass die Zeit des jüngsten Gerichts nahe herbeigekommen ist. Also auch dieses Ereignis hat seine Wirkung nicht verfehlt.

[36:03] In Vers 13 lesen wir dann: „Und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum seine unreifen Früchte abwirft, wenn er von einem starken Wind geschüttelt wird.“ Dieser Sternenfall, den wir in Nordamerika ganz besonders am 13. November beobachten konnten, der in dieser Form unvergleichlich war, was die Vielzahl der Sterne und die Heftigkeit und die Leuchtkraft und die Frequenz anbetraf. Dieser Sternenfall hatte interessanterweise auch eine ganz wichtige Funktion, die sich gerade ausbreitende Adventbotschaft, der Miller war gerade seit zwei Jahren unterwegs zu predigen, und bald, einige Jahre später, gab es ja dann auch diese große Miller-Bewegung, diese Adventbotschaft eine zusätzliche Schlagkraft zu verleihen.

[36:53] Nun, manch einer fragt sich vielleicht, wie kann es sein, dass wenn die Siegel vor, die ersten fünf Siegel symbolisch sind, also die Pferde sind symbolisch, und die Farben haben eine symbolische Bedeutung, und die Seelen und das Altar sind symbolisch, warum sind jetzt Sonne, Mond und Sterne, Sonne, Mond und auch die Sterne, warum sind die jetzt buchstäblich? Nun, das ist eine gute Frage, und sie kann teilweise damit beantwortet werden, dass hier in diesem sechsten Siegel wir auch Symbole haben, die aber erklärt werden, und die Erklärungen sind eben halt Sonne, Mond und Sterne. Mit anderen Worten, ein Symbol wird nicht mit einem anderen Symbol erklärt, sondern wir haben zum Beispiel in Vers 13 das Symbol von Feigen, die abgeworfen werden. Das ist ein Symbol. Ein Feigenbaum wirft Feigen wie reife Früchte ab, und dieses Symbol steht für was? Für den tatsächlichen Fall von tatsächlichen Sternen. Oder auch der Sack soll symbolisch die Schwärze der tatsächlich schwarzen Sonne ausdrücken. Also, wenn in der Offenbarung etwas erwähnt wird, das passiert, wie als wäre es, wenn, und dann kommt eine symbolische Beschreibung, dann ist das Erste bereits die buchstäbliche Erklärung der symbolischen Beschreibung, die danach kommt.

[38:14] Vers 14: Und der Himmel entwicht wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird, und alle Berge und Inseln wurden von ihrem Ort weggerückt. Hier sind wir jetzt in einem Vers angekommen, der aus unserer heutigen Zeitperspektive 2019 eine zukünftige Sache ist. Wir sind noch in der Phase zwischen Vers 13 und Vers 14. Also, wenn wir die Prophezeiung des Siegels anschauen, sind wir genau dazwischen, zwischen diesen Zeilen, zwischen Vers 12 und Vers 13. Dieses Bild von dem Himmel, der zusammenrollt wie eine Buchrolle, findet sich im Alten Testament. Da kommt das Heer aus Jesaja 34.

[38:53] Jesaja 34 und dort Vers 4: Da heißt es: „Das gesamte Heer des Himmels wird vergehen, und die Himmel werden zusammengerollt wie eine Buchrolle. Und all ihr Heer wird herabfallen, wie das Laub am Weinstock herabfällt und wie die verdorrte Frucht des Feigenbaums.“ Da haben wir auch diese Idee mit dem Sternenfall. Und wenn man auch weiter hier im Kontext sich das anschaut, stellt man fest, dass es mehrere Dinge gibt, die ebenfalls hier in Jesaja 34 auf die Endzeit sich beziehen. Zum Beispiel dann das große Schlachtopfer in Vers 5 und 6. Das passt dann ganz gut zur Offenbarung 19. Ab Vers 17, da das große Schlachtopfer, das Gott hält, im Zuge der Wiederkunft. Oder auch die Verse 9 und 10, wenn es hier heißt: „Da sollen Bäche in Pech verwandelt werden und ihr Staub in Schwefel. Ja, ihr Land wird zu brennendem Pech. Tag und Nacht erlischt es nicht. Ewig wird sein Rauch aufsteigen. Es wird öde liegen von Geschlecht zu Geschlecht und niemand wird mehr hindurchziehen. Ewiglich.“ Dann passt das sprachlich ganz gut zum Beispiel zur dritten Engelsbotschaft mit dem Rauch, der dort aufsteigt und der Qual von und es nicht erlischt und so weiter.

[40:07] Nun, was also deutlich machen soll, hier in Jesaja 34 haben wir bestimmte Visionen auch, die dann in der Endzeit nochmal konkret erklärt werden, wann welches Ereignis dann stattfinden wird und was also zeigt, wie sehr auch die Offenbarung in diesen Kapiteln aus der reichen Bildersprache und aus den Prophezeiungen des Alten Testaments sich bedient und darauf Bezug nimmt. Was bedeutet, ist, dass die Berge und Inseln von ihrem Ort weggerückt wird. Wir haben hier eine Beschreibung der siebten Plage. Das lesen wir dann später in Offenbarung 16.

[40:41] In Vers 17 heißt es: „Und der siebte Engel goss seine Schale aus in die Luft und es ging eine laute Stimme aus vom Thron des Himmels, vom Tempel des Himmels, Verzeihung, vom Thron her, die sprach: Es ist geschehen.“ Und dann heißt es in Vers 20 und Verzeihung, Vers 18: „Und es geschahen Stimmen und Donner und Blitze und ein großes Erdbeben geschah, wie es dergleichen noch nie gegeben hat, seit es Menschen gab auf Erden, ein solch gewaltiges und großes Erdbeben.“ Und Erdbeben und die Folge davon in Vers 20: „Und jede Insel entfloh und es waren keine Berge mehr zu finden.“ Hier wird dieses gigantische große Erdbeben beschrieben, der siebten Plage, das dann auch direkt die Wiederkunft einleitet. Das heißt, wir haben hier in Vers 14 die großen Naturphänomene, von denen die biblische Prophetie spricht, die direkt vor der Wiederkunft sind.

[41:39] Nun, die Frage, warum es so eine zeitliche Lücke gibt zwischen Vers 13 und 14, ist eine interessante Frage und man könnte dann die Gegenfrage stellen, ob diese Lücke überhaupt jemals in der Länge gedacht war. Das ist ein anderes Thema, das wir hier heute nicht studieren können, aber es gibt deutliche Hinweise im Schrifttum von Ellen White, dass Jesus schon sehr viel früher hätte wiederkommen können, schon kurz nach 1844 und dann wären die Aufeinanderfolge von Erdbeben und von Sonne zu Schwarz und Mond zu Blut und die Sterne, die dann fallen und dem Entweichen des Himmels und dem großen Erdbeben wären relativ nahe beieinander gewesen. Vielleicht werden wir mal im Himmel sehen, dass tatsächlich Gottes ursprüngliche Intention gewesen ist, diese Zeichen in einer gewissen Taktung aufeinander folgen zu lassen, was ihm aber nicht möglich dann gewesen ist, weil sein Volk noch ein bisschen länger brauchte und immer noch auf dem Weg ist und hoffentlich bald das himmlische Kanaan mit Gotteskraft im Vertrauen auf seinen Glauben erobern wird.

[42:49] In Vers 14, Verzeihung, Vers 15 sehen wir jetzt, was passieren wird, wenn diese siebte Plage die Welt buchstäblich erschüttern wird. „Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen und die Herrführer und die Mächtigen und alle Knechte und alle Freien verbargen sich in den Klüften und in den Felsen der Berge. Vers 16: Und sie sprachen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes.“

[43:26] Nun hier sehen wir, dass am Ende alle Schichten der Gesellschaft, egal ob reich oder arm, berühmt oder unbekannt, klug oder weniger gebildet, alle am Ende an einer Sache scheitern. Nicht an ihren an ihrer mangelnden Ausbildung. Sie scheitern nicht an ihren, an bestimmten falschen Freunden, die sie gehabt haben, die sie nicht zur richtigen Position im Berufsleben gebracht haben. Sie scheitern nicht daran, dass sie irgendwelche anderen Dinge gemacht haben. Sie scheitern an der Sünde. Und das betrifft alle, die hier erwähnt werden. Egal wie klug sie sind, wie reich sie sind, wie bekannt sie sind oder eben auch nicht. Sie alle scheitern daran, dass sie gegen Gott rebelliert haben. Sünde macht keinen Unterschied zwischen den Gesellschaftsschichten. Wer das Evangelium ablehnt, wird am Ende verzweifeln. Egal wer er jetzt ist, egal was er jetzt besitzt, egal wie viel er jetzt hat, wie glücklich er zu meinen scheint. Er wird am Ende zu diesen Bergen rufen: „Fallt auf uns.“ Alle diese Menschen sagen hier buchstäblich, dass sie lieber gesteinigt werden wollen, als Jesus in die Augen zu sehen.

[44:52] Was für ein krasser Gedanke. Dass, als sie konfrontiert werden mit demjenigen, der alles aufgegeben hat für sie und der sich hat demütigen lassen für sie und der alles ertragen hat für sie, der für sie gestorben ist und trotz Ablehnung und Ablehnung immer die Hand ausgestreckt hat. Und jetzt kommt, dass sie ihn so sehr hassen und so weit weg von ihm sind, dass sie lieber durch fallende Steine getötet werden wollen, als Jesus auch nur anzuschauen.

[45:35] Der Zorn des Lammes ist eine wirklich interessante Formulierung. Lämmer haben nicht den Ruf, besonders schrecklich auszusehen. Lämmer gehören zu den Tieren, die zu den süßesten Tieren gehören. Man kann sich kaum vorstellen, dass jemand vor einem Lamm wegrennt aus Angst. Und das ist nicht ohne Grund, dass Johannes genau diese Formulierung verwendet. Dieses Lamm, das Siegel für Siegel öffnet, das im himmlischen Heiligtum gelobt und gepriesen wird, weil es die Erlösung gewirkt hat, wo die Millionen und Milliarden Engel singen, wo die lebendigen Wesen rufen: „Heilig, heilig, heilig, würdig bist du.“ Dieses Lamm ist eben nicht für die lebendigen Wesen gestorben und nicht für die Engel und nicht für die Vertreter ungefallener Welten. Es ist für die Menschen gestorben. Aber die meisten Menschen, wenn sie dieses Lamm sehen, sagen: „Wir wollen nichts mit ihm zu tun haben.“ Dieses Lamm, von dem Johannes der Täufer sagte, dass es die Sünden der ganzen Welt trägt. Dieses Lamm kommt wieder und es hat auch die Sünden von jedem Reichen, von jedem Großen, von jedem Herrführer, von jedem Mächtigen, von allen Knechten, von allen, von allen Menschen, die dort sind. Er hat sie getragen, aber sie wollten das nicht annehmen. Er hat für sie die Sünden umsonst getragen. Für sie ist er umsonst angespuckt worden. Für sie hat er sich umsonst demütigen lassen. All das Leiden hat ihnen nichts genützt, obwohl es ihnen hätte nützen können. Sie wollten es nicht.

[47:13] Und er hatte sie so sehr geliebt, dass er all das für jeden Einzelnen alleine gemacht hätte. Und sie wollen nicht. Was für ein trauriger, trauriger Moment, wenn Menschen das größte Angebot der Liebe, das Gott nur machen kann, nicht annehmen, weil sie die Sünde mehr lieben als Jesus.

[47:46] Zum Glück werden nicht alle Menschen, die sie lieben, zum Glück werden nicht alle Menschen so reagieren, wenn Jesus wiederkommt. Zum Glück wird es eine andere Gruppe geben, von der es in Jesaja 25 heißt.

[48:04] Jesaja 25 und dort Vers 9: „Und an jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns rette. Das ist der Herr, auf den wir hofften, nun lasst uns frohlocken und fröhlich sein in seiner Rettung.“

[48:26] Liebe Freunde, am Ende gibt es nur zwei Gruppen. Entweder wir werden zu den Bergen rufen und schreien: „Fallt auf uns, wir wollen Jesus nicht sehen.“ Oder wir werden sagen: „Das ist der Jesus, mit dem ich gesprochen habe, in meinem stillen Kämmerlein, das ist der Jesus, den ich in der Bibel gefunden habe, als ich frühmorgens meine Andacht gemacht habe und Bibelverse auswendig gelernt habe und studiert habe und dabei nachgedacht habe. Das ist der Jesus, von dem ich anderen erzählt habe, das ist der Jesus, der mir geholfen hat, als es mir schlecht ging, das ist der Jesus, der meine Sünden vergeben hat, der mich alles erzählen konnte, der mich von allem frei gemacht hat, der mich gestärkt hat, der mir in der Versuchung Kraft gegeben hat und als ich gefallen bin, mich trotzdem aufgehoben hat. Das ist der Jesus, der mir mehr bedeutet als alles. Ich kenne ihn.“

[49:14] Niemand wird sagen: „Oh Jesus, dich gibt es, interessant.“ Jeder wird eine Entscheidung gefällt haben. Das Evangelium wird entweder die Herzen weich gemacht haben oder durch die Ablehnung des Heiligen Geistes völlig verhärtet haben. Niemand von uns wird Jesus mit Freude begrüßen können, wenn wir ihn jetzt, heute nicht kennen. Wenn wir nicht heute uns nach ihm sehnen, wenn wir nicht heute versuchen, Zeit mit ihm zu verbringen, wenn wir nicht heute die Zeit mit ihm zur Priorität in unserem Leben zu machen, wenn wir nicht heute uns bemühen, Jesus besser kennenzulernen. Kennst du Jesus? Johannes, würde man denken, kannte Jesus besser als jeder andere und doch selbst am Ende seines Lebens auf Patmos sagt Jesus durch die vielen lebendigen Wesen zu ihm: „Komm und sieh, es gibt noch mehr zu lernen.“ Egal wie viel du verstanden hast, egal wie viel du weißt, egal wie tief du die Bibel studiert hast, wie viele Gebetserfahrungen du gemacht hast, es gibt immer noch mehr zu entdecken mit Jesus. Näher, noch näher können wir ihm kommen.

[50:29] Kennst du Jesus jeden Tag ein bisschen besser, dann wirst du ihn noch besser kennenlernen, wenn er kommt in den Wolken des Himmels, wenn du ihn sehen kannst von Angesicht zu Angesicht und all die Beschreibung, die du vor deinem Kopf gemacht hast, wie er denn vielleicht aussieht, beiseite legen kannst, weil jetzt siehst du ihn, wie er wirklich ist. Hast du auf Jesus geschaut in deinem Leben? Schaust du jetzt auf Jesus, dann kannst du auch auf Jesus schauen, wenn er wiederkommt.

[51:02] In Johannes 3 Vers 14 bis 16 wird uns gesagt, dass wir auf Jesus schauen müssen, um gerettet zu werden. Und so wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn so, so wie Mose die Schlange erhöhte, denn so hat Gott die Welt geliebt, dass es einen eingeborenen Sohn gab, auf das jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Wer schaut auf Jesus, wird gerettet. 2. Korinther 3 Vers 8 sagt: Wenn wir auf ihn schauen, werden wir nicht nur gerettet, sondern wir werden verwandelt.

[51:40] 2. Korinther 3 und dort Vers 18: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“ Wer auf Jesus schaut, wird gerettet. Wer auf Jesus schaut, wird verwandelt. Wer auf Jesus schaut, wird vollendet.

[52:04] In Hebräer Kapitel 12 und dort Vers 1 und 2, da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und aber die Schande für nichts achtete, der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Wer auf Jesus schaut, wird gerettet. Wer auf Jesus schaut, wird verwandelt. Wer auf Jesus schaut, wird vollendet und kann dann auf Jesus schauen, buchstäblich, wenn er wiederkommt. Aber wer jetzt nicht auf Jesus schaut, wird nicht gerettet, wird nicht verwandelt, wird nicht vollendet und wird dann Jesus nicht in die Augen schauen können.

[52:58] Lieber Freund, liebe Freundin, heute ist die Zeit. Schaust du heute auf Jesus, um gerettet zu werden vom Biss der Schlange? Schaust du heute auf Jesus, um ihm immer ähnlicher zu werden, nicht durch deine Anstrengungen, sondern durch das bloße Betrachten seines Charakters? Schaust du heute auf Jesus, um alle Last und alle Sünde abzulegen, damit er dich vollenden kann, der Anfänger und Vollender deines Glaubens? Dann bist du bereit auf die Wiederkunft, wenn du ihn sehen kannst, wie er wirklich ist.

[53:33] Das Kapitel endet hier, obwohl eigentlich das Kapitel hier nicht enden dürfte. In Vers 17 heißt es: „Denn der große Tag seines Zornes ist gekommen, und wer kann bestehen?“ Diese Frage wird mehrmals gestellt, in Joel Kapitel 2 und dort Vers 11. Joel Kapitel 2 und dort Vers 11 lesen wir: „Und der Herr lässt seine Stimme hören vor seinem Kriegsvolk her, denn sehr groß ist sein Heerlager und gewaltig sind, die sein Wort vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des Herrn und sehr schrecklich, wer kann ihn ertragen?“ Die Antwort kommt interessanterweise direkt im Anschluss. Schauen wir gemeinsam in Maleachi Kapitel 3 Vers 2.

[54:15] Maleachi Kapitel 3 und dort Vers 2: „Wer wird den Tag seines Kommens ertragen und wer wird bestehen, wenn er erscheint?“ Auch hier kommt die Antwort direkt als Reaktion darauf. Schauen wir in Psalm 25 und dort Vers 3: „Wer darf auf den Berg des Herrn steigen und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen?“ Die Antwort kommt direkt danach. Könnt ihr alles dann nochmal nachlesen. Letzte Stelle in Jesaja 33 und dort Vers 14. Dort heißt es: Jesaja 33 und dort Vers 14: „Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die Heuchler ergriffen. Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben?“ Ihr ratet es schon, die Antwort kommt direkt danach. So ist es kein Wunder, dass in Offenbarung 6 auf die Frage in Vers 17 direkt danach die Antwort kommt. Aber das ist dann Kapitel 7. Leider ein neues Kapitel, aber es müsste eigentlich direkt weitergehen. Was diese Antwort ist, werden wir nächste Woche gemeinsam hier studieren. Es wird ein äußerst wichtiges Studium sein. Seid herzlich eingeladen, dann wieder dabei zu sein und auch anderen davon zu erzählen.

[55:44] Für heute wollen wir diese Frage ganz tief im Herzen bewegen. Möchtest du mehr Zeit mit Jesus verbringen, egal wie viel du schon von ihm kennst? Möchtest du diesem Ruf folgen? Komm und sieh. Möchtest du auf ihn schauen, um gerettet zu werden vom Biss der Schlange? Möchtest du auf ihn schauen, um verwandelt zu werden in sein Bild? Möchtest du auf ihn schauen, um vollendet zu werden durch ihn? Damit du einmal, wenn er wiederkommt in den Wolken des Himmels mit Milliarden von Engeln, in der Herrlichkeit des Vaters, dass du auf ihn schauen kannst und sagen kannst: „Sieh, das ist mein Gott, auf den ich gehofft habe, dass er mich errette. Lass mich fröhlich sein in der Hoffnung und in der Freude.“ Gott segne dich in deiner Entscheidung, heute auf Jesus zu blicken. Gott segne dich. Amen.


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