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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2019 1st (Special) Nr 6

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Christopher Kramp tief in das siebte Kapitel der Offenbarung ein und beleuchtet das Thema der „Versiegelten Gottes“. Er erklärt, wer diese Versiegelten sind und welche Bedeutung die Versiegelung für die Endzeit hat. Die Ausführungen verbinden biblische Texte mit praktischen Lebensanwendungen und zeigen auf, wie die Nachfolge Jesu und die Annahme seines Charakters entscheidend für die Versiegelung sind.

Die Lektion erklärt, dass die Versiegelung nicht nur ein äußerliches Zeichen ist, sondern eine tiefgreifende innere Transformation durch den Heiligen Geist beinhaltet. Es wird betont, wie wichtig es ist, sich intensiv mit Gottes Wort zu beschäftigen und sich von Sünde und Bösem abzuwenden, um für die kommenden Ereignisse vorbereitet zu sein. Die Beschreibung der großen Schar, die niemand zählen kann, und die Erklärung der 144.000 als das „Israel Gottes“ runden die tiefgründige Betrachtung ab.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de.
[0:26] Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur sechsten Folge unserer Spezialserie über die Offenbarung.
[0:37] Heute mit einem besonders spannenden und sehr wichtigen Thema für unsere Zeit.
[0:42] Es geht um die versiegelten Gottes.
[0:46] Wir wollen das siebte Kapitel der Offenbarung gemeinsam studieren und uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 9. Februar.
[0:55] Bevor wir allerdings mit diesen wirklich sehr interessanten Versen beginnen, wollen wir Gottes Geist einladen, an uns und in uns zu wirken.
[1:05] Und ich lade dich dazu ein, mit mir zu beten.
[1:09] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für dieses wunderbare Buch der Offenbarung.
[1:16] Und dass du durch deinen Geist uns erklären möchtest, was dieses Buch für uns persönlich bedeutet.
[1:22] Wir möchten dich bitten, dass wenn wir jetzt Offenbarung 7 studieren, dass wir erkennen, was wirklich entscheidend ist für unser persönliches Glaubensleben.
[1:31] Wie wir näher zu dir kommen, unserer Glaubenserfahrung, wie wir das Evangelium noch praktischer erleben können.
[1:39] Wir möchten dich bitten, dass du unser Lehrer bist, dass du zu uns sprichst und dass wir alle gesegnet werden durch das Studium deines Wortes nach deiner Verheißung, so wie du es versprochen hast.
[1:48] Das beten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:52] In der letzten Woche haben wir uns ja mit den sieben Siegeln beschäftigt. Im Grunde genommen eigentlich mit den sechs ersten der sieben Siegel. Das allerletzte, das siebte Siegel wird heute am Ende noch kurz eine Rolle spielen. Dazu dann später mehr. Wir hörten auf in Offenbarung 6 Vers 17 mit dieser Frage: Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen. Und wer kann bestehen, als Jesus wiederkommt in den Wolken des Himmels? Der Himmel zurückweicht wie eine Buchrolle, die zusammengerollt wird. Da verstecken sich alle Menschen, die Großen und die Kleinen, die Mächtigen, die Knechte, die Reichen, die Könige. Alle verstecken sich vor dem Zorn des Lammes. Bis auf diejenigen, die bereits Jesus kennengelernt haben in diesem Leben auf dieser Erde, unter diesen Umständen, die in der Bibel gelesen haben, die zu Gott gebetet haben und die Jesus als ihren persönlichen Erretter angenommen haben. Wir haben gelernt, die werden dann sagen: Seht, das ist unser Gott, auf den wir gehofft haben, dass er uns errette.

[2:57] Wie schon das letzte Mal angedeutet, ist diese Frage, wer kann bestehen, eine Frage, die mehrmals gestellt wird und immer im Kontext sofort beantwortet wird. In Joel Kapitel 2 auf die Frage, wer kann ihn ertragen, diesem Tag des Herrn in Vers 11, wird uns die Antwort gegeben in Vers 12. Doch auch jetzt noch spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen. Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und von großer Güte, und das Übel reut ihn. Wer kann den Tag ertragen? Wer kann bestehen? Es sind diejenigen, die ihre Herzen zerreißen, die nicht nur äußerlich eine Form der Buße haben, sondern die wirklich mit zerknirschten Herzen, wirklich mit zerbrochenen Herzen zu Gott kommen und von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen Buße tun und sich ganz zu Gott bekehren.

[3:53] In Maleachi 3 war auch diese Frage gestellt: Wer kann den Tag seines Kommens ertragen? Er wird bestehen, wenn er erscheint, in Vers 2. Dort heißt es dann weiter: Denn er ist wie das Feuer des Silberschmelzes und wie die Lauge der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen. Er wird die Söhne Levis reinigen und sie läutern wie das Gold und das Silber. Dann werden sie dem Herrn Opfer darbringen in Gerechtigkeit. Wer kann bestehen am großen Tag? Diejenigen, die sich haben reinigen lassen, diejenigen, die sich haben verändern lassen, läutern lassen, die es erlaubt haben, dass sie veredelt worden sind, dass die Schlacke, das Unreine aus ihrem Leben, aus ihrem Charakter entfernt worden ist durch das Werk Gottes, auch im Gericht durch den Heiligen Geist und das, was Jesus in uns tun möchte.

[4:43] In Psalm 25 hatten wir ebenfalls diese Frage gestellt, gesehen und dort hieß es in Vers 3: Wer darf auf den Berg des Herrn steigen und wer darf an seiner heiligen Stätte stehen? Die Antwort finden wir ebenfalls im nächsten Vers, in Vers 4. Wer unschuldige Hände hat und ein reines Herz, wer seine Seele nicht auf Trug richtet und nicht falsch schwört. Wer kann bestehen am Ende? Derjenige, der unschuldige Hände hat, der ein reines Herz hat, der nicht betrügt und nicht einen äußeren Schein der Gottesfurcht hat, sondern jemand, der wirklich aufrichtig, ehrlich von ganzem Herzen Gott nachfolgt, ein echter Christus.

[5:23] Zuletzt noch in Jesaja 33 und dort lasen wir diese Frage in Vers 14: Die Sünder in Zion sind erschrocken. Zittern hat die Heuchler ergriffen. Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben? Die Antwort folgt auch hier im allernächsten Vers, Vers 15. Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet, wer es verschmäht, durch Bedrückung Gewinn zu machen, wer sich mit seinen Händen wehrt, ein Bestechungsgeschenk anzunehmen, wer seine Ohren verstopft, um nicht von Blutvergießen zu hören, wer seine Augen verschließt, um Böses nicht anzusehen.

[6:02] Wer kann bestehen, wenn Jesus wiederkommt, wenn alle Menschen aller Schichten, aller Völker, aller Nationen, aller Kulturen zu den Bergen fallen werden und lieber sterben und gesteinigt werden wollen, als dass sie Jesus in die Augen blicken? Wer kann dann bestehen? Derjenige, der sein Herz zerrissen hat, derjenige, der wirklich zu Gott gekommen ist, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen, der echte Bekehrung erlebt hat, der Buße getan hat, der sich hat reinigen lassen, der sich hat verändern lassen und als Folge dessen dann ein reines Herz hat, unschuldige Hände, der in Gerechtigkeit wandelt, der aufrichtig redet und der interessanterweise, und das ist ein sehr praktischer Punkt hier, über den wir mehr nachdenken sollten in unserem persönlichen Leben, der nicht nur das Böse als Böses erkennt, sondern der sich weigert, Böses anzusehen, der sich weigert, Böses zu hören, der, wenn andere lästern wollen, sagt: Ich will es nicht hören, der ausschaltet, was immer er gerade angesehen hat, wenn er merkt, das ist Böse und Sünde.

[7:02] Mit diesen Gedanken können wir zurück zu Offenbarung 7 kommen, denn Offenbarung 7 ist nichts weiter als die Antwort zunächst einmal auf die Frage von Kapitel 6 Vers 17, wie wir gesagt haben, ist die Kapitelleinteilung nicht immer ganz sinnvoll oder glücklich, in dem Fall geht es natürlich einfach weiter. Es ist die direkte Antwort auf die Frage: Wer kann bestehen? Und wir wissen jetzt schon, diejenigen, die bestehen können, müssen diejenigen sein, die echte Buße getan haben. Diejenigen, die sich haben reinigen lassen und diejenigen, die als Folge dessen durch ihr Erfülltsein mit dem Heiligen Geist in ihren Taten, in ihren Worten, in ihrem Benehmen ein echtes Christsein praktizieren und den Charakter Jesu widerspiegeln. Lesen wir ab Vers 1, Kapitel 7.

[7:48] Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen. Die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Diese vier Winde kennen wir aus Daniel 7, in den ersten Versen, da kommen die vor und symbolisieren den Krieg, der das Völkermeer aufwühlt, woraus dann eine Nation nach der anderen als Weltmacht entsteht. Es geht also um Katastrophen, um schlimme Dinge, um Mord und Totschlag, um Krieg, all das, was am Ende dieser Zeit noch einmal über die ganze Erde kommen soll. Aber es wird noch aufgehalten, Vers 2.

[8:30] Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und der rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen. Nun, da kommt also ein Engel offensichtlich aus dem Osten. Der Sonnenaufgang ist in der Bibel auch verknüpft mit dem Evangelium. Das sieht man zum Beispiel in Maleachi, Kapitel 4, ziemlich am Ende, dieses kleinen Propheten, dort heißt es in Vers 20: Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und Heilung wird unter ihren Flügeln sein. Die Idee vom Sonnenaufgang symbolisiert auch das Wirken und das Wesen des Evangeliums, so auch zum Beispiel in den Sprüchen, in Sprüche, Kapitel 4.

[9:19] Und dort Vers 18, auch das ist ein sehr bekannter Text, der hier auch seine Anwendung findet. Aber der Pfad des Gerechten ist wie der Glanz des Morgenlichts, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Auch hier haben wir die Idee eines Sonnenaufgangs, der immer intensiver wird. Das Licht nimmt immer mehr zu und damit wird es immer heller und heller bis zum vollen Tag. Auch das, was wir hier in Offenbarung 7 beschrieben sehen, hat diese Charakteristik. Es nimmt immer mehr an Licht zu. Gottes Wort, das Evangelium hat genau diese Eigenschaft. Je mehr wir uns damit beschäftigen, desto heller wird es auf unserem Weg, desto mehr verändert es uns. Gottes Wahrheit hat fortschreitendes Licht, nicht nur für Generation zu Generation und Zeitalter zu Zeitalter, sondern auch praktisch für mich in meinem Leben. Von Tag zu Tag, von Monat zu Monat, von Jahr zu Jahr kann ich neue Dinge erkennen. Die Beziehung zu Gott kann immer enger werden, mein Verständnis von Gottes Liebe immer tiefer. So kann diese geistliche Sonne in meinem Leben immer mehr aufgehen bis zum vollen Tag.

[10:25] Es heißt von diesem weiteren Engel, der hier vom Sonnenaufgang her kommt, dass er das Siegel des lebendigen Gottes hatte. Was für eine interessante Formulierung. Jeder, der sich mal mit Siegeln beschäftigt hat, weiß, ein Siegel enthält normalerweise drei Dinge: einen Namen, einen Titel und ein Herrschaftsgebiet. Und genau das finden wir interessanterweise in 2. Mose 20, mittendrin in den Zehn Geboten im Zentrum, quasi als ein Siegel der Autorität das vierte Gebot.

[11:02] Dort heißt es ab Vers 8: Gedenke an den Sabbat-Tag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist. Und er ruht am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbat-Tag gesegnet und geheiligt. Wir haben seinen Namen, der Herr, J-H-W-H. Wir haben seinen Titel, er ist Gott, er ist auch Schöpfer. Und wir haben sein Herrschaftsgebiet, nämlich alles, was er geschaffen hat, Erde, Himmel, Meer und so weiter. Der Sabbat enthält die Charakteristiken eines Siegels. Aber damit haben wir das Thema vom Siegel Gottes noch lange nicht erschöpft, wie wir jetzt gleich im Laufe dieses Studiums sehen werden. Halten wir also zunächst einmal fest, dass die Wahrheit vom Sabbat gerade in der Endzeit eine entscheidende Rolle zu spielen hat. Aber warum? Das wird jetzt in den nächsten beiden Versen noch deutlicher.

[12:03] Vers 3. Und er sprach, das ist der Engel, der dieses Siegel des lebendigen Gottes hat: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben. Nun, die Knechte Gottes, das sind ja diejenigen, an die die Offenbarung geschrieben ist. Offenbarung 1, Vers 1: Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. Knechte sind Menschen, die dienen. Nur diejenigen werden versiegelt, nur die können bestehen am Ende, die bereit sind, Gott zu dienen. Ja, Gott dient uns mehr, als wir uns das vorstellen können, aber als Dankbarkeit und als Resultat daraus sollen auch wir Gott dienen.

[12:49] Das Siegel Gottes kommt an die Stirn. Dort sitzen unsere Gedanken, unsere Entscheidung, unsere Moral. Oft wird im biblischen Sprachgebrauch dieser Bereich auch als das Herz bezeichnet, wenn es davon spricht, dass die Gedanken und Gesinnung des Herzens betroffen sind. Nun, ganz offensichtlich, wenn man diese ersten drei Verse in Offenbarung 7 anschaut, bietet das Siegel Gottes Schutz. Die Idee ist, dass erst wenn die Knechte Gottes, die Nachfolger Gottes versiegelt sind, dann können die Endzeitereignisse losbrechen. Mit anderen Worten, die letzten Ereignisse der biblischen Prophetie sind untrennbar mit dem Fortschritt der Versiegelung verknüpft. Solange die Versiegelung nicht abgeschlossen ist, treten die Ereignisse der letzten Zeit nicht ein. Und das macht dieses Thema so interessant und so brisant in gewisser Weise auch, denn alles, was zu meiner praktischen Versiegelung führt, hat hier direkt irgendwo eine Verbindung auch zu der Frage, wann bricht das Ende ein.

[13:56] Nun, interessant ist, wenn man weiterliest, dass offensichtlich das Siegel Gottes identisch ist mit seinem Namen. Wir lesen in Vers 4: Und ich hörte die Zahl der Versiegelten, 144.000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels. Die 144.000 sind mit dem Siegel des lebendigen Gottes versiegelt und zwar an ihrer Stirn. Wenn wir in Offenbarung 14 dann lesen, in Vers 1 finden wir die 144.000 wieder mit etwas an ihrer Stirn.

[14:24] Und ich sah und siehe, Vers 1: Das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144.000, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. Der Name Gottes ist sein Siegel und der Name Gottes ist repräsentativ für sein Wesen, für seinen Charakter. Es geht also bei dem Siegel Gottes längst nicht nur um die Frage, ob ich den richtigen Kalendertag erwischt habe und im Geschichtsunterricht bei Konstantin aufgepasst habe. Es geht um etwas sehr viel Tieferes, was wir jetzt noch einmal genauer studieren wollen.

[14:58] Diese Frage, dass der Name Gottes seinen Charakterschutz bietet, ergibt sich ganz offensichtlich aus Sprüche 18 und dort Vers 10. In Sprüche 18 und dort Vers 10 lesen wir: Der Name des Herrn ist ein starker Turm, der Gerechte läuft dorthin und ist in Sicherheit. Wer im Charakter Gottes ist, wer den Charakter Gottes zu seiner Festung gemacht hat, wer Gottes Namen, und zwar nicht einfach nur als Buchstabenkombination, sondern als sein Wesen zu seiner Schutzburg gemacht hat, der kann sicher durch die letzten Ereignisse der biblischen Prophetie hindurchgehen, der kann sich von der Endzeit nicht mehr, also der wird durch die Endzeit hindurchgehen können und Jesus Christus wiederkommen sehen in den Wolken des Himmels.

[15:49] Was hat es mit diesem Siegel konkret auf sich? Jesaja 8 und dort Vers 16. Jesaja, Kapitel 8 und dort Vers 16: Binde das Zeugnis zusammen, versiegle das Gesetz in meinen Jüngern. Wir haben gesehen, die Knechte Gottes sollen versiegelt werden, Knechte sind Diener. Jünger sind Schüler, Studenten, Nachfolger, die ihrem Lehrer nachfolgen und von ihm lernen. Wer wird versiegelt? Diejenigen, die Jesus nachfolgen, von ihm lernen und ihm dienen. Wenn wir Jesus nicht dienen in unserem persönlichen praktischen Leben, wenn wir nicht von ihm lernen möchten, können wir nicht versiegelt werden. Ganz egal, ob wir uns am Samstag frei nehmen von der Arbeit oder nicht. Wir müssen Diener Gottes sein, wir müssen Nachfolger, Jünger Gottes sein.

[16:42] Was soll versiegelt werden? Es ist das Gesetz Gottes. Das Gesetz Gottes wird in den Jüngern versiegelt. Das wundert uns nicht, denn das Gesetz Gottes ist Ausdruck seines Charakters, seines Wesens. Er ist die Liebe und das Gesetz Gottes offenbart genau diese Liebe. Das wird in 5. Mose noch etwas genauer dargestellt.

[17:06] In 5. Mose werden ja bekanntermaßen die 10 Gebote wiederholt. Und dann heißt es hier in Kapitel 6, ab Vers 4: Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebe, sollst du auf dem Herzen tragen. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt oder auf den Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden und sie sollen dir zum Erinnerungszeichen über den Augen sein. Und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und deine Tore schreiben. Die Israeliten hatten die 10 Gebote auf Steintafeln und hatten Gott gesagt: Ja, alles, was du gesagt hast, was du aufgeschrieben hast, wollen wir tun. Aber Gott versuchte ihnen deutlich zu machen, dass sie eine tiefere Erfahrung brauchten, als nur zu wissen, wann der siebte Tag ist, als nur zu wissen, dass man nicht Ehebruch begehen darf, als nur zu wissen, dass sie keinen anderen Menschen tatsächlich umbringen würden.

[18:03] Das Gesetz Gottes sollte in ihr Denken hinein. Es sollte die Liebe Gottes durch den Geist Gottes in ihren Herzen sein. Gott wünscht sich, dass sie Gott von ganzem Herzen lieben. Und dadurch die Gebote nicht einfach nur als formale Regeln halten, indem sie einfach vermeiden, das Gegenteil zu tun, sondern indem sie wirklich die Prinzipien des Gesetzes in ihrem Denken haben. Genauso wie es eigentlich Jesus dann in der Bergpredigt ganz klar erklärt hat, dass es darum geht, wie wir denken und wie wir handeln und nicht nur um den Buchstaben des Gesetzes.

[18:42] Interessant ist, dass wenn man über dieses Gesetz nachdenkt und immer wieder davon redet und wenn man es zu seiner liebsten Beschäftigung macht, dann wird es zu einem Zeichen über den Augen. Mit den Augen ist die Stirn das Gesetz Gottes, wird zu einem Erinnerungszeichen. Das Siegel wird sozusagen eingraviert. Genau das ist auch die Formulierung, die Mose selbst verwendet in 5. Mose 1, als es heißt hier in Vers 5. Auf der anderen Seite des Jordan im Land Moab fing Mose an, dieses Gesetz auszulegen. Hebräisch steht hier eigentlich zu verdeutlichen oder zu erklären oder einzugravieren. Und das bedeutet also, durch das immer wiederholen und das Neudurchdenken des Wortes Gottes prägt sich der Inhalt und die Idee sehr viel besser ein.

[19:41] Nichts umsonst ist das Buch 5. Mose ein Buch der Wiederholung. Wenn es um die Versiegelung geht, geht es nicht so sehr um neue Wahrheiten, um neues Licht, das wir noch nie vorher erkannt haben. Es geht vielmehr darum, die bereits bekannten Wahrheiten immer und immer wieder zu durchdenken. So wie die Israeliten aufgefordert waren, die 10 Gebote immer wieder zu erzählen. Immer wieder, wenn sie aufwachen, wenn sie ins Bett gehen, wenn sie mit ihren Kindern reden, wenn sie auf der Arbeit sind, immer wieder darüber nachzudenken, sodass diese Worte in ihrem Herzen sind, sodass sie zu einem Zeichen werden an ihrer Stirn.

[20:11] Dieses Prinzip der Wiederholung der Worte Gottes, um fest zu werden und damit sicher in Gott, ist ein Prinzip, das wir im Neuen Testament immer und immer wieder finden, stellvertretend für mehrere Verse, die wir im Sendemanuskript formuliert haben und aufgeschrieben haben. 1. Korinther 15, Vers 1 und 2.

[20:50] Paulus wollte nicht immer neue Lehre und neues Licht den Christen geben. Er wollte, dass sie an dem bereits Bekannten festhalten, indem sie immer wieder über die alten Wahrheiten nachdachten. Ein ganz praktischer Weg zur Versiegelung ist das ständige, konstante, tägliche Nachdenken über Wahrheiten, die einem gut vertraut sind. Man wird immer wieder auch Neues sehen. Man wird sehen, wie die Wahrheiten immer tiefer werden. Man wird sehen, wie immer neues Licht darauf scheint. Und man wird sehen, wie sie immer mehr sich einprägen. Nicht nur das Gedächtnis im Sinne, dass man sich daran erinnern kann, sondern dass sie immer mehr das Denken, Fühlen, Handeln, Benehmen, Formen, dass sie tatsächlich in unserem Herzen sind. Durch Wiederholung und Vertiefung wird Versiegelung möglich.

[21:41] Das passt auch ganz gut zu Psalm 1, der bekannte Psalm ganz am Anfang der Psalmen. Vers 2 und 3 heißt es: Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Vers 1: Noch tritt auf dem Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen. Vers 2: Sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn, also Freude, der Gott liebt von ganzem Herzen, und über seinem Gesetz sinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. Der kann stehen bleiben, um in der Sprache von Offenbarung 7 und 6 zu sprechen, der kann stehen bleiben, wenn alles andere zusammenbricht.

[22:29] Denkst du über Gottes Wort nach, nimmst du dir Zeit, auch die Dinge, von denen du annimmst, dass du sie schon kennst, immer wieder neu zu durchdenken, dass sie immer mehr in Fleisch und Blut übergehen, dass du immer mehr verwandelt wirst durch das, an was du dich erinnerst. Das ist eine wichtige Frage, und es zeigt uns, wie praktisch eigentlich das Thema der Versiegelung ist. Und da offensichtlich eine Verzögerung eintritt, denn die Knechte Gottes sind noch nicht versiegelt, die Winde müssen noch zurückgehalten werden, ist es, glaube ich, ganz entscheidend, dass wir als Volk Gottes, als Gläubige der Endzeit lernen, was die praktische Implikation dieses Themas ist. Dass wir anfangen, uns mit den Worten Gottes zu beschäftigen aus reiner Liebe zu ihm, weil wir darüber nachgedacht haben, wie sehr er uns liebt.

[23:19] In 2. Mose 28 finden wir noch einen weiteren Aspekt der Versiegelung, in diesem Fall dargestellt an der Kleidung des Priesters im Heiligtum. Das heißt es in Vers 36: Du sollst auch ein Stirnblatt, das offensichtlich an die Stirn kam, du sollst auch ein Stirnblatt aus reinem Gold anfertigen und in Siegelgravur eingravieren: Heilig dem Herrn. Hier haben wir ein Blatt aus reinem Gold, das muss also geläutertes Gold gewesen sein, Gold wird im Feuer geläutert, da erinnern wir uns dann auch an Offenbarung 3, Vers 18: Gold, das im Feuer geläutert ist. Gold ist Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. Und in dieses Stirnblatt soll eingraviert werden, hier haben wir wieder diese Idee von dieselbe Stelle immer wieder gehen und vertiefen, bis es sozusagen unauslöschlich ist, ein Gedanke soll hier eingraviert werden, nämlich: Heilig dem Herrn.

[24:19] Und heilig bedeutet abgesondert. Die Frage ist dann: Abgesondert wovon? Abgesondert meint in dem Fall, im Fall der Versiegelung, abgesondert von der Sünde, abgesondert vom Bösen, abgesondert von der Welt, etwas Heiliges sein für Gott. Das heißt, Versiegelung hat im Wesentlichen zwei grundsätzliche Mechanismen.

[24:47] Versiegelung geschieht, wenn wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen. Es ist nicht so, dass wir uns verändern durch das Lesen der Bibel. Das ist ja, je mehr wir lesen, desto besser verändern wir uns, aber durch das Lesen der Bibel zeigen wir Gott unser großes Interesse an ihm. Wir lernen ihn besser kennen und durch Anschauen werden wir verwandelt. Gleichzeitig gibt es aber noch einen Mechanismus und der ist eigentlich mehr ein defensiver Mechanismus. Wir wollen ablehnen und uns fernhalten von allem, was genau diesen Versiegelungsprozess aufhält und stoppt und stört. Nämlich all das, was Sünde und Versuchung und das Böse mit unseren Sinnen so macht. Mit anderen Worten, wer ein bisschen Bibel liest und danach sich Schrott im Fernsehen oder Internet anschaut, der hat zwar einen kleinen Fortschritt gemacht, einen Schritt vielleicht auf dem Weg der Heiligung, aber dann zwei Schritte wieder zurück.

[25:46] Versiegelung geschieht, wenn wir uns gleichzeitig aus Liebe zu Gott mit seinem Wort beschäftigen, darüber nachdenken, dass es Fleisch und Blut wird in uns sozusagen und wir auf der anderen Seite uns weigern, durch die Kraft Gottes, uns weigern, uns mit Dingen zu beschäftigen, die eben unser Denken kaputt machen, unser Denken mit Sünde beladen, uns in eine falsche Richtung drängen. Wir wollen uns von Sünde und Bösem fernhalten, heilig sein. Abgesondert von dem, was vielleicht die ganze Welt sonst sich anhört und anschaut und tut und macht. So kann unser Denken wirklich verändert werden und das Siegel Gottes dort Gestalt gewinnen.

[26:33] Das Ganze ist natürlich nur möglich durch den Heiligen Geist. Bevor wir da hingehen, vielleicht noch diese Idee. Diese Kombination von Denken, Nachdenken, immer wieder Gedenken und Heiligung und Abgesondertsein wird interessanterweise quasi wie ein Typus dargestellt durch den Sabbat, denn diese beiden Elemente finden sich in den 10 Geboten nur im 4. Gebot. Gedenke des Sabbat-Tages, dass du ihn heiligst. Und der Sabbat ist dazu da, dass wir über Gottes Wort nachdenken und er ist auch ein Zeichen dafür, dass Gott selbst uns heiligt. Mit anderen Worten, der siebte Tag Sabbat, das äußere Siegel Gottes, ist eigentlich nur ein äußeres Kennzeichen, ein Sinnbild sozusagen für die innere Bekehrung und Transformation, für die Verwandlung, für die Heiligung, die in unserem Herzen geschehen soll und geschieht durch den Heiligen Geist.

[27:36] Wer den Sabbat hält, aber das, wovon wir gerade gelesen haben, nicht erlebt, wer einfach nur am Sabbat nicht zur Arbeit geht, aber den Geist Gottes nicht wirken lässt, wer sich nicht mit Gottes Wort beschäftigt und eigentlich seinen Kopf trotzdem mit negativen, bösen und sündigen Dingen füllt, der ist von der Versiegelung meilenweit entfernt. Der Sabbat ist nur das äußere Zeichen einer inneren Erfahrung, die wir alle brauchen, um zu bestehen zu können, so wie wir das gelesen haben.

[28:05] Nun, warum der Heilige Geist? Ganz einfach, die Bibel sagt es an zahlreichen Stellen, dass wir ihn genau dazu brauchen. Epheser 1 und dort Vers 13, dort heißt es: Epheser 1, Vers 13: Seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Rettung gehört habt, in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung. Das, was wir gerade gesagt haben, geschieht nicht durch eigene Bemühungen, es geschieht nicht durch unser fleißiges Lesen oder unsere Anstrengungen, nicht zu hören, nicht zu sehen. Es geschieht durch den Heiligen Geist, mit dem wir kooperieren sollen. Wir sollen hier die Bibel lesen und darüber nachdenken, damit der Geist zu uns sprechen kann, uns verändern kann. Wir sollen uns von dem Bösen fernhalten, damit wir die Stimme des Geistes besser vernehmen können.

[28:51] Der Heilige Geist wird in der Bibel als der Finger Gottes bezeichnet. Wenn man Matthäus 12, Vers 28 mit Lukas 11, Vers 20 vergleicht, wird das ganz deutlich. Der Finger Gottes ist derjenige, der alle Mächte des Feindes ganz eindeutig besiegen kann. Der Finger Gottes schreibt das Gesetz Gottes. So lesen wir es in 2. Mose 8, Vers 15 und 31, Vers 18. Das bedeutet, der Heilige Geist als der Finger Gottes kann alles in unserem Leben besiegen, was der Satan versucht, uns in den Weg zu legen. Und der Heilige Geist kann das Gesetz Gottes in unsere Herzen schreiben.

[29:22] 2. Korinther 3, Vers 3 macht das ganz, ganz deutlich. Lesen wir das hier noch gemeinsam: 2. Korinther 3 und dort Vers 3. Es ist dir offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. Was wir hier studieren, ist genau das, was Hesekiel in seinem berühmten Abschnitt in Hesekiel 36 zusammenfasst, als Gott sagt, dass er uns reinigen möchte, dass er uns von aller Unreinheit waschen möchte.

[30:07] Und dann heißt es hier in Vers 26 und 27: Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen. Ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischiges Herz geben. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut. Der Heilige Geist kann uns den Gehorsam schenken, den wir aus eigener Kraft nie bringen könnten. Darum geht es bei der Versiegelung, das Wirken des Geistes Gottes.

[30:38] Und die Engel müssen noch warten. Wie lange wollen wir sie noch warten lassen? Wollen wir nicht uns vornehmen, heute aus Liebe zu Gott uns mehr mit ihm zu beschäftigen, aus Liebe zu Gott Dinge aus unserem Leben zu verbannen, die ihm nicht gefallen können, damit der Geist Gottes in uns wirken kann.

[31:00] In Offenbarung 7 geht es weiter. Wir haben gelesen, von den 144.000 aus allen Stämmen der Kinder Israels. Was bedeutet das? Nun, in den nächsten Versen werden die Stämme sogar aufgezählt. Aus dem Stamm Juda 12.000 Versiegelte, aus dem Stamm Ruben 12.000 Versiegelte, aus dem Stamm Gad 12.000 Versiegelte und so weiter. Stamm Asser, Naphtali, Manasse, Simeon, Levi, Issachar, Sebulon, Josef, Benjamin und so weiter.

[31:23] Warum aus den Stämmen Israels? Wenn man über Israel nachdenkt, dann gibt es einige interessante Begriffe, die im Alten Testament mit Israel verknüpft werden. In 2. Mose 4 steht das. Gott sagt: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Er nennt auch Israel seinen Sohn, den er aus Ägypten gerufen hat, in Hosea 11. Er sagt, Israel ist ein Weinstock, den er aus Ägypten gebracht hat, Psalm 80. Er sagt, Israel soll ein Licht sein für alle Nationen, für alle Heiden in Jesaja 60. Israel, das Land Israel, wird Immanuel genannt in Jesaja 8, Vers 8.

[31:53] Und all diese Begriffe, um hier nur ein paar Beispiele zu nennen, sind Begriffe, die im Neuen Testament dann ausnahmslos sich auch auf Jesus beziehen lassen. Jesus ist der eingeborene Sohn (Johannes 1), der der Erstgeborene unter den Brüdern ist (nach Römer 8, Vers 29). Er sagt von sich selbst: Ich bin der wahre Weinstock. Er ist der Sohn Gottes, der aus Ägypten gerufen worden ist (nach Matthäus 2, Vers 15). Er sagt: Ich bin das Licht der Welt. Er ist Immanuel.

[32:19] Und das zeigt uns einen wesentlichen Zusammenhang, der leider so oft übersehen wird und deswegen es viele falsche Bibelauslegungen gibt. Jesus ist Israel. Das ist einer seiner wesentlichen Namen. In Jesaja 49, und dort Vers 3 bis 6, wird das ganz deutlich. Israel ist ein, wenn auch nicht immer so geläufiger Name des Messias. Da heißt es hier in Vers 3: Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche. Das ist interessant, wenn man auch an Johannes 17 und so weiter denkt. Und dann heißt es hier in Vers 6 weiter: Ja, er spricht, es ist zu gering, dass du, also der Knecht Israel, es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.

[33:13] Hier muss sich offensichtlich der Name Israel auf den Messias beziehen und nicht auf das Volk Israel, denn es heißt hier von diesem Israel, dass er sich nicht nur um die zwölf Stämme Israels kümmern soll, sondern um alle Nationen. Der wahre Israel ist Jesus. Und das ist sehr interessant, wenn man dann die Geschichte sich anschaut, wo der Name Israel zum ersten Mal vorkommt. Wir haben nicht die Zeit, alle Einzelheiten anzusehen.

[33:37] 1. Mose 32 berichtet von diesem Kampf Jakobs am Jabbok mit Jesus, mit diesem Mann, der sich dann als göttliches Wesen zu erkennen gibt, als er nach einer ganzen durchkämpften, nach einer ganz außergewöhnlichen, spannenden Geschichte, dann Jakob am Hüftgelenk berührt, der sofort ein zerrissenes Hüftgelenk hat und merkt, dass er eigentlich mit Gott gekämpft hat, zu dessen Füßen niederfällt, an seinen Knien kauert und versteht, dass sein ganzes Leben lang er zwar fromm gewesen ist äußerlich, aber niemals sein Leben ganz Gott übergeben hat, immer versucht hat aus eigener Kraft irgendwie ein halbwegs gutes Leben zu leben und dann sagt er: Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.

[34:17] Und da heißt es in Vers 28: Da fragt er ihn: Was ist dein Name? Wir müssen verstehen, Namen in der Bibel sind, und Namen im alten Orient sind mehr als nur Buchstabenkombinationen, sie drücken etwas aus, sie sind Identität. Er antwortete: Jakob. Wir wissen, was das heißt: Versenhalter, Betrüger. Und dann heißt es in Vers 29: Da sprach er, und wir wissen, das ist Jesus, der hier spricht, von dem wir gerade gelernt haben, dass er selbst Israel heißt: Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gewonnen. Das ist mir jetzt mal vor kurzem aufgegangen, dass Jesus hier dem Jakob seinen eigenen Namen gibt, dass wir sagen: Du hast ab jetzt meine Identität, du hast dein Leben mir übergeben, jetzt wirst du mit meinem Namen genannt, mein Name ist über dir ausgerufen. Das ist der Grund, warum später Israeliten immer wieder beten, Daniel 9 zum Beispiel: Denn dein Name ist über uns ausgerufen.

[35:20] Jakob, als er sich völlig Gott übergibt, findet seine Identität in Jesus. Und deswegen, so interessant, ein Vers, den ich vorher nie verstanden habe, in Vers 30 heißt es dann: Jakob aber bat und sprach: Lass mich doch deinen Namen wissen. Er antwortete: Warum fragst du mich nach meinem Namen? Das meint nicht, dass Jesus sagt: Das ist nicht für dich zu wissen, sondern die Idee ist, ich habe dir doch gerade meinen Namen schon gesagt, du trägst jetzt meinen Namen, warum fragst du noch nach meinem Namen? Ähnlich wie Jesus zu einer anderen Zeit an Philippus sagt: Warum fragst du mich nach dem Vater, du hast mich doch schon gesehen. Warum fragst du mich nach meinem Namen? Israel ist mein Name.

[36:00] Und deswegen sind alle Nachfolger Jesu das Israel Gottes. So sagt es Galater Kapitel 6. Paulus hat das dann verstanden und mit großem Nachdruck gepredigt. Zu einer Zeit, als immer noch einige dachten, dass ethnische Israeliten eine besondere Stellung bei Gott haben, zu einer Zeit, ein Gedanke, der dann später immer wieder aufgekommen ist und auch bis heute, auch in manchen christlichen Kreisen, immer noch irgendwie sich hält, obwohl die Bibel eindeutig etwas anderes sagt.

[36:34] Galater 6, Vers 16: Über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen und über das Israel Gottes. Nun, manche werden sich jetzt fragen, beim Anschauen dieser Kautschuk-Zeitjahre: Ja, was ist jetzt mit den 144.000? Sind sie buchstäblich oder sind sie symbolisch? Nun, die Frage ist ganz einfach zu beantworten, es ist vollkommen unerheblich. Total egal, denn was nützt mir die Erkenntnis, dass sie buchstäblich oder symbolisch sind, wenn ich nicht dabei bin? Was wirklich entscheidend ist, dass ich einmal dabei sein werde, sollte ich dann noch leben zu der Zeit, denn wie wir noch sehen werden, auch in Offenbarung 14 sind die 144.000 die Generation, die lebendig Jesus wiederkommen sieht, wenn alles zusammenkracht, wenn die vier Winde losgelassen werden und die 144.000 dann versiegelt sind und festgemacht sind, intellektuell und emotional nicht mehr aus der Wahrheit wegbewegt werden können, nicht weil Gott wie eine Zauberfee plötzlich sagt: Jetzt könnt ihr nicht mehr sündigen, sondern weil sie sich mit Gottesliebe so sehr aufgesogen haben, so sehr mit Gottes Wort beschäftigt haben, durch das Anschauen so sehr verwandelt worden sind, dass sie ihm treu sein wollen, auch wenn sie immer noch ein sündiges Körper haben, immer noch in einer Welt der Versuchung leben, werden sie ihm treu sein. Mehr dazu werden wir natürlich in Offenbarung 14 dann sehen.

[38:00] Wir wollen unter dieser Gruppe dabei sein und wenn wir dann in dieser Gruppe sind, können wir immer noch zählen, ob es genau 144.000 sind oder ein paar weniger oder sehr viel mehr, das werden wir dann schon sehen. Das ist aber für uns heute viel, viel unwichtiger als die Frage: Wie kann ich versiegelt werden? Das sollte uns beschäftigen, damit sollten wir Zeit verbringen, das sollten wir studieren, darüber nachdenken, weil dann erfüllen wir genau den Zweck, dann erfüllt dieser Abschnitt den Zweck, wofür eigentlich geschrieben ist, um uns vorzubereiten auf jene Zeit und dass wir näher zu Jesus kommen und sein Wort in unserem Leben wirken lassen.

[38:34] Dann geht es weiter ab Vers 9. Nach diesem sah ich und siehe, eine große Schar, die man nicht zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen, die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern und Palmzweige waren in ihren Händen. Hier gibt es auch eine Debatte um 144.000 und die Zahl, die niemand zählen konnte. Da kann man sehr viel Interessantes zu lesen und auch studieren und auch Ellen White im großen Kampf, da einige Dinge erkennen. Aber wichtig ist vor allem, dass diese Formulierung, die niemand zählen konnte, eine Erfüllung der Prophetie ist, nämlich der Verheißungen, die Gott dem Abraham gegeben hat. All das sind die Kinder Abrahams, eine Gruppe, ein Volk, das so groß ist, dass es niemand zählen kann und zwar aus allen Völkern, aus allen Nationen. Denn in Abraham sollten ja alle Familien, alle Nationen gesegnet werden.

[39:24] Hier finden wir diejenigen, die das Evangelium angenommen haben, das nach Matthäus 24 Vers 14 in der ganzen Welt verkündigt werden soll, das nach Offenbarung 14 Vers 6 zu jeder Nation, jedem Stamm, jedem Volk, jeder Sprache gehen soll. Hier finden wir jetzt das Resultat. Menschen sind im Himmel. Sie haben weiße Kleider, das Kleid der Gerechtigkeit, wie wir es ja sahen, 61 Vers 10 sagt, sie haben ihr Leben Jesus übergeben, Vers 10. Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt und bei dem Lamm.

[39:54] Wir sind jetzt wieder im gleichen Setting, in der gleichen Szene wie in der Einleitungsszene in Offenbarung 4 und 5. Dort wurde Gott der Vater angebetet, dort wurde das Lamm angebetet, Jesus Christus. Es ging um Schöpfung und es ging um Erlösung. Und jetzt, nachdem die Ereignisse der sechs Siegel bis zur Wiederkunft gegangen sind, finden wir plötzlich jetzt die Gläubigen aller Zeitalter hier vor dem Thron Gottes, auferstanden von den Toten oder wie die 144.000 dann auch lebendig durch die Zeit der Trübsal durchgegangen. Wir finden sie vor dem Thron Gottes und sie loben und preisen jetzt mit den anderen Engeln und den Wesen und den Ältesten, Vers 11.

[40:36] Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an. Ohne jede Frage wird jetzt hier eine Brücke geschlagen, zurück zu Kapitel 4 und zu Kapitel 5. Die Idee ist sozusagen, wir haben den himmlischen Gottesdienst gesehen, wir haben all die Wesen gesehen, die dort angebetet haben, aber jetzt, nachdem der Plan der Erlösung fast bis ans Ende gekommen ist, es fehlen nicht mehr, vier, sechs Siegel sind geöffnet, die Wiederkunft ist da gewesen. Jetzt finden wir die erkauften Menschen, die Jesus mit seinem Blut bezahlt hat, wir finden sie jetzt vor dem Thron und sie beten ebenfalls mit an. Das Bild ist jetzt noch vollständiger. Nicht nur die ungefallenen Welten, nicht nur die Engel, sondern auch die erlösten Menschen sind jetzt dort am gläsernen Meer, sie sind jetzt dort am himmlischen Thron und singen genauso: Heilig, heilig, heilig. Sie beten an und loben Gott.

[41:29] Vers 12: Und sprachen: Amen! Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit, genauso wie wir es in Offenbarung 4, Vers 11 und Offenbarung 5, Vers 12 gesehen haben. Und auch dieses Amen kennen wir zum Beispiel aus Offenbarung 1, Vers 6 und anderen Stellen, die Römer 11, Vers 36.

[41:50] Und dann kommt jemand von den Ältesten und einer von den Ältesten ergriff das Wort und sprach zu mir: Wer sind diese? Also quasi diese Neuen, die bisher in Offenbarung 4 und 5 ja nicht gesehen wurden. Und er sprach zu mir: Wer sind diese, die mit weißen Kleidern bekleidet sind und woher sind sie gekommen? Und ich sprach zum Herrn: Du weißt es. Und er sprach zu mir: Das sind die, welche aus der großen Drangsal kommen und sie haben ihre Kleider gewaschen und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes.

[42:18] Zu diesem Wort Drangsal haben wir ein kleines Bibelstudium hier im Sendemanuskript, das könnt ihr dann selbst noch ein bisschen vertiefen. Es geht letztendlich um Bedrängung durch einen Feind, aus dem nur Gott retten kann. Sie sind auf dieser Erde gewesen, sie haben dramatische Dinge erlebt. Sie haben gesehen, wie böse Menschen, Dämonen und der Satan selbst sich verbunden haben, um sie vom Weg der Wahrheit abzubringen. Aber sie waren nicht alleine. Sie mussten nicht aus eigener Kraft kämpfen, sondern Jesus war bei ihnen bis ans Ende der Weltzeit. Er ist für sie gestorben, sein Blut war effektiv im himmlischen Heiligtum und der Heilige Geist hat sie erfüllt und verändert.

[42:58] Sie haben ihre Kleider weiß gemacht im Blut des Lammes. Die Bibel sagt uns, egal wie schlimm unsere Sünde ist, egal wie blutrot sie auch sein mag. Jesaja 1, Vers 18, diese wunderbare Verheißung, die man nicht oft genug durchdenken kann. Kommt doch, Jesaja 1, Vers 18. Wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee. Wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden.

[43:28] Was immer du getan hast, lieber Freund, liebe Freundin, wie schlimm es auch in deinen Augen sein mag oder auch vielleicht noch viel mehr in den Augen Gottes und des Gesetzes. Egal wie abgrundtief du gefallen bist, Gott kann dich weiß machen. So weiß, dass kein bisschen Rot übrig bleibt. Nicht durch Anstrengung von deiner Seite, nicht indem du dich irgendwie versuchst zu qualifizieren, sondern indem du dein dreckiges Leben, deinen dreckigen Charakter, dein dreckiges Denken, alles, was du bist und hast, in das Blut Jesu tauschst und dir bewusst bist, dass alles, was du bist und hast, abhängig jetzt ist von der Gnade Jesu, der für dich persönlich am Kreuz gestorben ist, um dir genau diese Sünde wegzunehmen, mit der du zu kämpfen hast, um dir genau diese schlechten Gewohnheiten wegzunehmen, die bisher immer wieder kommen, um dir das zu vergeben, was du dir selbst bisher nicht vergeben konntest, was du für unvergebbar hieltest, er ist dafür gekommen.

[44:28] Und das Wunder geschieht, wenn du deine Kleider in das Blut des Lammes hineingibst. Dann kommen sie nicht rot hinaus, sie kommen weiß hinaus. Ein Wunder, ein echtes Wunder. Nur Jesus, nur sein Blut, nur sein Tod für mich und für dich kann uns retten und wird uns retten und uns auf den Himmel vorbereiten. Das war die Erfahrung von David, der nach seiner schlimmen Sünde genau das gebetet hat.

[45:01] In Jesaja Kapitel 51, Verzeihung, in Psalm 51 und dort Vers 3 zum Beispiel: O Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, tilge meine Übertretung nach deiner großen Barmherzigkeit. Vers 4: Wasche mich völlig rein von meiner Schuld und reinige mich von meiner Sünde. Vers 9: Entzündige mich mit Isop, Heiligungssprache, so werde ich rein, wasche mich, so werde ich weißer als Schnee. Später sagte er: Erschaffe mir ein reines Herz und gib mir von neuem einen festen Geist.

[45:35] Meine Lieben, vielleicht bist du von Gott weggelaufen. Vielleicht hast du Sünde in deinem Leben, von der du weißt, sie trennt dich von Gott. Aber du kannst heute, liebe Freundin, lieber Freund, du kannst heute dein Leben Jesus erneut übergeben. Du kannst diesen Dreck in das Blut Jesu tauchen. Willst du das tun?

[45:51] Hier sind wir weiter in Offenbarung 7 und dort Vers 15. Darum sind sie vor dem Thron Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel. Und der auf dem Thron sitzt, wird sein Zelt aufschlagen über ihnen. Was für ein wunderbarer Vers, übrigens Beweis, dass es einen Tempel im Himmel gibt, auch wenn Johannes ihn später nicht in Neu-Jerusalem sieht. Hier sehen wir die Knechte Gottes, wie sie Gott jetzt auch im Himmel dienen. Sein Zelt über ihnen, das erfüllt sich dann in Offenbarung 21 Vers 3, wo es heißt: Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen, und er wird bei ihnen wohnen. Sie werden seine Völker sein und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

[46:30] Es heißt auch weiter in Vers 4: Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Genau das finden wir hier in Offenbarung 7 Vers 16 und 17 und heißt es: Und sie werden nicht mehr hungern und nicht mehr dürsten. Auch wird sie die Sonne nicht treffen, noch irgendeine Hitze, denn das Lamm, das inmitten des Thrones ist, wird sie weiden und sie leiten zu lebendigen Wasserquellen und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen.

[47:04] Das Ganze basiert auf einem Text in Jesaja 49 Vers 10, der hier wiederholt wird. Dort wird dieser Hirte der Erbarmer genannt und es ist tatsächlich Jesus, der sich über uns erbarmt hat. Der so viel Erbarmen hatte, so viel Barmherzigkeit, dass er gekommen ist auf diese Welt, als das Lamm Gottes und meine Sünden getragen hat und deine Sünden getragen hat, damit wir einmal durch sein Blut gereinigt, durch seinen Geist verändert, im Himmel für alle Ewigkeit bei ihm sein können und mit Gott wohnen können. Er wird alle Tränen abwischen, er wird unser Hirte sein. Was für eine wunderbare Verheißung, was für eine wunderbare Hoffnung, die wir haben, wenn wir in unserem Alltag mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, wenn es gerade alles schief läuft, wenn wir vielleicht den Mut verlieren. Lass uns doch auf diese Hoffnung schauen, einmal bei Gott zu sein, alle Tränen von ihm abgewischt zu bekommen und tatsächlich Jesus zu folgen, wohin er auch geht.

[48:09] Zum Abschluss wollen wir noch den ersten Vers von Kapitel 8 lesen, denn der gehört noch zum Komplex der sieben Siegel. Auch hier ist die Kapitelleinteilung mehr als unglücklich. Das Kapitel müsste eigentlich im nächsten Vers erst beginnen. In Vers 1 von Kapitel 8 heißt es: Und als es das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel etwa eine halbe Stunde lang.

[48:28] Hier gibt es wieder etliche verschiedene Theorien. Einige glauben, und das ist sicherlich nicht völlig unbegründet, dass hier die Zeit angesprochen ist, in der Jesus den Himmel verlässt mit allen Engeln und deswegen dort Stille im Himmel ist, weil niemand da ist, um zu singen, weil alle jetzt zur Wiederkunft kommen und die Menschen mitnehmen. Prophetisch könnte man eine halbe Stunde ohne Probleme auf ziemlich genau sieben Tage berechnen. Man könnte allerdings auch entgegnen, dass dann das siebte Siegel und das sechste Siegel im Wesentlichen dasselbe Ereignis sind, denn schon im sechsten Siegel sehen wir Jesus kommen auf den Wolken des Himmels und die Menschen sind außer sich, die Gottlosen.

[49:03] Möglicherweise geht es also in diesem Vers um etwas, das weitergeht. Nachdem also im sechsten Siegel wir die Wiederkunft haben und erklärt wird, wie die Menschen, die Gläubigen in dieser Zeit der letzten Auseinandersetzung stehen bleiben konnten, finden wir auf Vers 9 dann die Zeit der tausend Jahre, wo die Gläubigen bei Gott sind, wo sie im Himmel sind, wo sie bereits Gott loben und preisen. Und jetzt heißt es hier, dass das siebte Siegel geöffnet wird. Das heißt, nun ist der gesamte Beweis, erinnern wir uns an dieses Buch aus Offenbarung 5, der gesamte Beweis, dass Jesus der rechtmäßige Herrscher ist und dass er diesen Planeten gekauft hat und der ganze Planet ihm gehört und er ihn reinigen kann und sauber machen kann und neu schaffen kann, dieser Beweis ist jetzt erbracht. Denn jetzt ist das siebte Siegel offen, jetzt kann man die Buchrolle öffnen, jetzt ist all das, was vorher schon offen war, auch durch die verborgene Beweise noch einmal verdeutlicht. Es ist so einsichtig, dass niemand es mehr in Zweifel ziehen kann.

[50:03] Jetzt können die Ereignisse der Heils- und Weltgeschichte, die alle dort geschrieben sind, entfaltet werden und uns wird gesagt, dass das nach den tausend Jahren geschieht. In der Panoramaschau, wenn noch einmal die großen Szenen der Weltgeschichte, der Ereignisgeschichte, der Heilsgeschichte, wie sie aufgezeichnet sind in dieser Buchrolle, vor allen Menschen vorbeiziehen werden, dann wird die Beweislast so überwältigend sein, dass alle, Gläubige, Ungläubige, gute Engel, böse Engel, selbst der Satan, anerkennen werden, dass Jesus rechtmäßiger Herrscher ist. Dann sind die Siegel alle offen, der Beweis ist da und möglicherweise wird dadurch auch dieses siebte Siegel zurückverknüpft mit der Offenbarung 5 Vers 13, wo dann ja jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist und was auf dem Meer ist und alles, was in ihnen ist, hört sich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Dann wird der letzte Beweis erbracht sein und Gott kann dann das tun, was er schon immer tun wollte: Sünde und Sünder, die an Sünde festhalten, vernichten und eine Welt neu schaffen, gereinigt von dem Virus der Sünde. Das wird dann das Thema von Offenbarung 20, 21 und 22 sein.

[51:23] Wir wollen heute ganz praktisch diese Entscheidung fällen, über Gottes Wort nachzudenken, aus Liebe zu ihm, nicht aus bloßem Pflichtgefühl, sondern aus Liebe zu ihm. Uns mehr mit ihm beschäftigen, über seine Gedanken, über seine Worte, über seine Verheißungen nachdenken. Wir wollen uns bewusst dafür entscheiden, Dinge, die schädlich sind für unser Denken, auszuschalten, abzudrehen, nicht mehr uns damit zu beschäftigen, damit der Heilige Geist in uns noch klarer und noch deutlicher und noch besser wirken kann, dass wir seine Stimme klarer hören können, dass wir versiegelt werden auf jenen großen Tag.

[52:01] Es ist dein Wunsch, das zu tun, was du tun kannst, nämlich Gott lieben und dich mit ihm beschäftigen und das zu meiden, was offensichtlich verkehrt ist, damit Gott in dir das bewirken kann, was du niemals bewirken könntest, nämlich echten Gehorsam aus dem Herzen, echter Gehorsam aus Liebe, der nur durch den Heiligen Geist kommen kann. Es ist dein Wunsch, diese Erfahrung jeden Tag mehr zu machen, wie der Sonnenaufgang, der immer heller leuchtet bis zum vollen Tag. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[52:33] Wir werden uns nächste Woche hier wiedersehen, um den nächsten Abschnitt der Offenbarung zu studieren. Bis dahin wünsche ich euch Gottes reichen Segen und dem Studium seines Wortes. Bis dahin. Gott sei mit euch. Amen.
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