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Manuskript zur Sendung >>> CSH 16 Q3 06 – Jesus mischte sich unter die Menschen – Sendemanuskript

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion beleuchtet Bogdan Tanase die zentrale Rolle, die Jesus bei der Interaktion mit Menschen spielte. Anhand biblischer Beispiele wird erklärt, warum es notwendig ist, sich unter die Menschen zu mischen, um sie zu Gott zu führen. Die Lektion betont die Bedeutung von Mitgefühl, Vertrauensaufbau und dem Zeigen des Charakters Christi, um verlorene Seelen zu erreichen und die Gemeinde als Botschafter Gottes wirken zu lassen.

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion mit Bogdan Tanase wird die entscheidende Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft beleuchtet, insbesondere anhand des Beispiels Jesu, der sich unter die Menschen mischte. Die Lektion untersucht, warum die Sünde eine Trennung zwischen Mensch und Gott bewirkt und wie Jesus durch sein Leben und Wirken die Brücke zurück zu Gott schlägt. Anhand von Gleichnissen und biblischen Beispielen wird die Notwendigkeit betont, aktiv auf andere zuzugehen, Beziehungen aufzubauen und als Botschafter Gottes zu wirken, ohne sich von der Welt beeinflussen zu lassen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q3: Die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge der Cannstatt Study Hour. Heute behandeln wir das Thema 6 in unserem Lektionsheft: Jesus mischte sich unter die Menschen. Bevor wir dieses Thema betrachten, wollen wir, wie es unsere gute Gewohnheit ist, gemeinsam beten, um Gott einzuladen, bei diesem Studium mit uns zu sein.

[0:38] Unser großer Gott und Vater, wir möchten dir danken, dass wir in dieser Woche eine weitere Lektion betrachten dürfen, dass wir wieder dein Wort aufschlagen dürfen, um es zu studieren. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt mit deinem Heiligen Geist bei uns bist, dass du uns führst und leitest, dass du uns offene Herzen und einen offenen Verstand für dein Licht und für deine Wahrheit gibst. Wir danken dir dafür und bitten das im Namen Jesu Christi. Amen.

[1:12] Allein die Methode Christi. Wenn wir in Matthäus Kapitel 9, Verse 35 bis 36 schauen, lesen wir dort Folgendes: Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Als er aber die Volksmenge sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie ermattet und vernachlässigt waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.

[1:41] Im Buch "Spuren auf den Spuren des großen Arztes" von Ellen White finden wir folgende Aussage, die die Methode Christi sehr gut zusammenfasst. Wir lesen dort auf Seite 106: Allein die Vorgehensweise Christi wird den wahren Erfolg garantieren. Der Heiland aber begab sich unter die Menschen als einer, der Gutes für sie wünschte. Er bewies sein Mitgefühl für sie, half ihre Nöten ab und gewann ihr Vertrauen. Erst dann gebot er ihnen: Folge mir nach.

[2:18] Nun, in dieser Lektion werden wir uns hauptsächlich mit dem Teil "unter die Menschen begeben" beschäftigen, was das bedeutet und wie wir das praktisch tun können, wo wir wichtige Lehren aus der Bibel zu diesem Punkt ziehen können. Und in den folgenden Wochen werden wir uns mit den anderen Teilen dieser Methode Christi beschäftigen.

[2:54] Warum ist es notwendig, jemanden zu Gott zu bringen? Lass uns Jesaja Kapitel 59, Vers 2 aufschlagen. Jesaja Kapitel 59 und dort Vers 2. Dort lesen wir: Sondern eure Missetaten trennen euch von eurem Gott und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass er nicht hört. Das Problem ist, dass wir nicht bei Gott sind. Gott möchte uns wieder mit sich vereinen, denn wie wir sehen, gab es eine Trennung. Die Sünde trennt uns von Gott. Und Gott verbirgt sich nicht absichtlich oder vorsätzlich vor uns. Wir sehen hier, dass es einen Grund dafür gibt: die Sünde. Würden wir nur als sündige Menschen in der Gegenwart Gottes sein, dann könnten wir dort nicht bestehen, denn die Sünde kann in der Gegenwart Gottes nicht bestehen.

[3:50] Seit Anbeginn der Zeit war es jedoch Gottes Wunsch, Gemeinschaft mit seinen Geschöpfen zu pflegen und zu haben und bei ihnen zu sein. In 1. Mose Kapitel 3 und dort Vers 8 haben wir den Beginn des Leidens hier auf dieser Erde, als Adam und Eva unsere Eltern sündigten und der Sünde Einlass in diese Welt gaben. Wir lesen dort in 1. Mose Kapitel 3, Vers 8: Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Gott verbrachte also regelmäßig Zeit mit Adam und Eva. Doch nachdem sie die Sünde in ihr Leben gelassen hatten, versteckten sie sich vor Gott. Und Gott stellt die Frage: Adam, wo bist du? Das ist die erste Frage, die es im Alten Testament gibt. Und ich fand es interessant, und das jetzt nur als Anregung zum Nachdenken, dass die erste Frage im Neuen Testament ist: Wo ist er? Und diese Frage bezieht sich auf Jesus Christus. Das finden wir in Matthäus Kapitel 2, Vers 2.

[5:18] Die Bibel spricht also von dieser großen Trennung, die durch die Sünde zwischen den Menschen und Gott entstand. Und das Ziel des Erlösungsplans ist es, diese Trennung zu überwinden und die Menschen wieder mit Gott zu versöhnen. In 1. Mose Kapitel 3 und dort Vers 23 lesen wir Folgendes: So schickte ihn Gott, der Herr, aus dem Garten Eden, also den Menschen, damit er den Erdboden bearbeite, von dem er genommen war. Der Mensch wurde aus dem Garten herausgeworfen. Er konnte dort nicht länger gegenwärtig sein. Gott sah es in seiner Vorsehung, wusste, dass es nicht gut ist, dass die Menschen wieder oder weiterhin in der Nähe des Baumes des Lebens waren, damit die Sünde nicht verewigt wird. Und so mussten sie sich von diesem Ort entfernen.

[6:24] In Offenbarung 22, Vers 2 aber lesen wir: Offenbarung Kapitel 22 und dort Vers 2 lesen wir: In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seinen Frucht gibt, jeweils eine, und die Blätter des Baumes dient zur Heilung der Völker. Wir sehen, dass es dem Baum des Lebens wiedergeben wird. Er wird wiederhergestellt, so wie der Garten Eden. Das heißt, was wir hier haben zwischen den Buchdecken der Bibel ist der Plan Gottes, um von dem Zustand im Garten Eden, der dann durch die Sünde zerstört wurde, um diesen wiederherzustellen, damit wir wieder dort sein können, wo Gott ist.

[7:13] Die Sünde trennt uns von Gott. Das sehen wir auch in 5. Mose Kapitel 31, um noch ein paar Verse zur Unterstreichung dieses Punktes dazu zu nehmen. 5. Mose Kapitel 31 und dort Verse 17 bis 18. Dort lesen wir: So wird zu jener Zeit mein Zorn über es entbrennen und ich werde es verlassen und mein Angesicht vor ihm verbergen, dass sie verzerrt werden und viele Übel und Drangsale werden es treffen. Und es wird an jenem Tag sagen: Haben mich nicht all diese Übel getroffen, weil mein Gott nicht in meiner Mitte ist? Ich aber werde zu jener Zeit mein Angesicht gänzlich verbergen, um all das Böse willen, das es getan hat, weil sie sich anderen Götzen zugewandt haben.

[8:04] Gott spricht hier von seinem Volk und er macht hier noch einmal deutlich: Es ist die Sünde, weswegen er sein Angesicht vor ihnen verbergen wird. Und in Micha Kapitel 3, Vers 4, lass uns aufschlagen. Micha Kapitel 3 und dort Vers 4. Wir lesen dort: Dann schreien sie zum Herrn, aber er antwortet ihnen nicht, sondern verbirgt sein Angesicht vor ihnen zu jener Zeit, weil sie Böses getan haben.

[8:42] Dieser Punkt wird also immer wieder in der Bibel deutlich gemacht. Und die Art und Weise, wie Gott sein Angesicht vor dem Menschen verbirgt, ist jetzt keine, wo er irgendwo hinter eine Wand hüpft und dann sieht er nichts mehr, sondern es ist eine Weise, wo er zwar trotzdem noch alles sieht und alles weiß, doch das bedeutet, dass er seine Gunst und seine Segnungen uns nicht mehr zuteilwerden lassen kann. Er verbirgt diese sozusagen vor uns.

[9:05] Und Gott möchte bei uns sein. Seitdem er den Menschen im Garten Eden geschaffen hat, ist es ein Wunsch, eine innige Verbindung mit ihm zu haben, Gemeinschaft zu pflegen. Henoch zum Beispiel war einer der Ersten, der mit Gott wandelte, von dem die Bibel sagt, dass Gott seine Gemeinschaft so sehr genossen hat, dass er ihn irgendwann dann zu sich geholt hat.

[9:36] Als das Volk Israel von Gott aus Ägypten herausgeführt wurde in die Wüste, gab Gott ihnen ein Heiligtum, ein Zelt, in dem Gott bei ihnen wohnen wollte. Das finden wir in 2. Mose 20, Verse 18 und 19. Das war einer der Zwecke, warum Gott das Heiligtum gab. Zum einen natürlich, um den Heilsplan zu erläutern und ihn begreiflich zu machen, aber vor allem auch, um in ihrer Mitte zu sein und unter ihnen zu wohnen. Und obwohl Gott ihnen wirklich sehr nahe sein wollte, das ist 2. Mose, Kapitel 25, Vers 8 mit dem Heiligtum.

[10:18] In 2. Mose, Kapitel 20, Verse 18 und 19 finden wir die Stelle, kurz nachdem Gott die Gebote gab, da sprach er direkt zu dem Volk. Und als sie die Stimme Gottes hörten, erschraken sie, denn sie war wie Donner. Und sie erschraken und sie hatten Angst und sie sagten dann: Mose, rede du zu ihm. Der Herr soll nicht mit uns sprechen. Gottes Wunsch war es schon immer, bei den Menschen zu sein.

[10:58] Doch die Sünde ist der Grund für die Trennung. Was ist nun die Lösung für dieses Problem? Nun, Jesus kam in diese Welt, um die Lösung zu bringen. In Epheser, Kapitel 2, Vers 16 bis 18 lesen wir Folgendes. Epheser, Kapitel 2 und dort Vers 16 bis 18. Dort lesen wir: Und um die beiden in einem Leib mit Gott zu versöhnen, durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte, und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen und den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist. Also durch ihn, das ist Jesus Christus, haben wir den Zutritt zum Vater.

[11:46] Ich glaube, als Gemeinde sollen wir wie Botschafter sein. Wir sollen sein, wie zum Beispiel, wenn wir jetzt davon ausgehen, dass es hier in Deutschland eine US-amerikanische Botschaft gibt, dann ist, sobald man diese Botschaft betritt, gelten dort amerikanische Gesetze. Es ist, als wäre man in diesem Land. Die Leute verhalten sich nach diesen Gesetzen, es wird die Sprache, die Landessprache gesprochen. Und ich glaube, wenn wir uns als Botschafter Gottes sehen, dann sollten wir auch, sobald Menschen in unsere Tore betreten oder durch unsere Tore schreiten, dann sollen sie sich fühlen, als wären sie in einer himmlischen Botschaft.

[12:33] Lasst uns zu 2. Korinther Kapitel 5 springen und dort die Verse 16, 19 bis 20. 2. Korinther Kapitel 5, Versen 19 und 20. Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.

[13:10] Wir sehen, dieser Gedanke ist ein biblischer Gedanke. Gott möchte, dass wir Botschafter für ihn sind und seine Botschaft an die Menschen in dieser Welt richten. In 1. Petrus Kapitel 3, Vers 18 lesen wir, was das Ziel ist. 1. Petrus Kapitel 3 und dort Vers 18. Wir lesen dort: Denn auch Christus hat einmal für Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe. Und er wurde getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht durch den Geist.

[13:52] Das Ziel Jesu ist es, uns zu Gott zu führen. Und das, was er für uns möchte, ist, dass wir ihn hier auf der Erde repräsentieren. Das heißt, das, was er für uns möchte, sollen wir auch für unsere Mitmenschen wollen. Unsere Aufgabe, die Gott uns übertragen hat, ist, dass wir andere Menschen zu Gott führen. Doch dazu müssen wir eben zu den Menschen hingehen. Wir müssen Beziehungen aufbauen und sie pflegen.

[14:22] In Matthäus Kapitel 1, Verse 22 und 23 lesen wir davon, wie der Engel zu Maria kam und zu ihr sprach. Erst dann Matthäus Kapitel 1, Verse 22 und 23. Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben. Das heißt, übersetzt: Gott mit uns. Dies ist ein Zitat aus dem Alten Testament, das in Jesaja Kapitel 7, Vers 14 steht.

[14:54] Und Immanuel, Jesus, Jesu Name war Gott mit uns. Gott selbst ist zu uns gekommen, um unter uns zu wohnen. Das sehen wir auch in Johannes Kapitel 1, Vers 14. Johannes Kapitel 1, Vers 14, dort lesen wir: Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

[15:35] Und das Wort, was hier mit "wohnte" übersetzt ist, bedeutet eigentlich, oder ist wörtlich übersetzt, heißt es "zeltete". Und es erinnert auch an die Stiftung, an das Zelt in der Wüste, wo auch Gott unter seinem Volk zeltete, wo er unter ihnen wohnte. Und vor allem sahen sie seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Das sind die Charaktereigenschaften Gottes.

[16:01] In 1. Johannes Kapitel 1, Vers 1, da spricht Johannes und sagt: Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens. Darüber berichtet Johannes. Er sagt, all das, was ich hier schreibe, das habe ich gesehen, das habe ich gehört selbst und das habe ich angefasst. Er versucht uns deutlich zu machen, dass, obwohl die Dinge, die er aufschreibt, so übernatürlich, so unglaublich sind, dass es doch die Wahrheit ist.

[16:38] In Philipper 2, Verse 5 bis 8 haben wir auch noch mal einen Abriss davon, was, wie der Charakter Jesu wirklich war. Philipper, Kapitel 2, Verse 5 bis 8. Dort lesen wir: Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Form, in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.

[17:24] Jesus erniedrigte sich selbst, um bei den Menschen sein zu können, um bei uns sein zu können und um uns durch seinen Tod zu erretten. In Kolosser 2, Vers 9 lesen wir davon, dass die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig in Christus war. Gott gab einfach alles für uns. Durch ihn sind wir von der Sünde erlöst, so wie wir auch in Johannes, Kapitel 3, Vers 16 lesen.

[17:55] Wir sehen, Gott will mit uns sein. Er tut einfach alles, er hat alles gegeben, selbst seine Position im Himmel, sein Thron, selbst sein Leben, damit wir errettet sein können. Und damit hat er seine überaus große Liebe zu uns bewiesen. Und die Frage ist: Haben wir auch diese Liebe, die Gott zu den Menschen hat? Haben wir auch diese Liebe zu den Menschen? Sind wir bereit, Dinge aufzugeben, damit andere gerettet sein können? Haben wir die gleiche Gesinnung Jesu?

[18:34] Wir kommen nun zu Lukas, Kapitel 15 und die Verse 1 und 2 sind unser Merktext. Lukas, Kapitel 15 und dort die Verse 1 und 2. Und dort lesen wir: Es pflegten sich ihm aber alle Zöllner und Sünder zu nahen, um ihn zu hören. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen.

[19:06] Die Pharisäer konnten es nicht begreifen, sie konnten nicht verstehen, wie Jesus zu diesen Menschen gehen konnten, was sie als Gesindel ansahen, obwohl er ja behauptete, von Gott gesandt zu sein. Sie dachten, wenn er das weiß, warum gibt er sich mit diesen unreinen Menschen ab? Denn Zöllner wurden damals mit dem organisierten Verbrechen verbunden. Sie waren außerdem von dem Staat eingesetzt, vom römischen Staat, der bei den Juden verhasst war, weil er sie unterdrückte. Und sie bereicherten sich auch noch an dem armen Volk, dadurch, dass sie die Zölle und die Steuern viel zu hoch ansetzten. Und das war kein großes Geheimnis. Doch gerade diese Zöllner und Sünder waren es, die sich zu Jesus hingezogen fühlten, weil sie ihre eigene Sündhaftigkeit erkannten und sie auch sahen, dass Jesus sie deswegen nicht verurteilte. Jesus mischte sich unter ihnen, unter sie. Sie fühlten, dass sie angenommen waren bei ihm. Und Jesus schenkte ihnen Beachtung und verbrachte Zeit mit ihnen. Und das war für die Pharisäer unbegreiflich.

[20:29] Doch als Jesus das hörte, was die Pharisäer sagten, sprach er zu ihnen die folgenden Gleichnisse, die wir jetzt in den restlichen Abschnitten finden. Ab Versen drei bis sieben haben wir das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Ich denke, ich werde das jetzt nicht alles vorlesen, das könnt ihr zu Hause machen. Aber wichtig ist erstmal zu verstehen, es gibt ja drei Gleichnisse, die Jesus hintereinander erzählt.

[21:00] Das erste ist vom verlorenen Schaf. Dieses Schaf entfernt sich von der Herde und merkt zu spät, dass es verloren ist. Es kann alleine nicht zurückfinden. Es gibt Tiere, die vielleicht zurückfinden, die zurückfinden können, Hunde, Pferde. Man kennt vielleicht Geschichten, wo diese Tiere sich verirrt haben, von zu Hause weggerannt sind und dann alleine wieder zurückgefunden haben. Doch Schafe haben keinen besonders guten Orientierungssinn. Und sie brauchen, sie sind auf ihren Hirten angewiesen. Wenn sie diesen nicht haben, dann sind sie verloren und finden den Weg nicht mehr zurück. Und der Hirte findet das Schaf. Das heißt, der Hirte ist derjenige, der hier aktiv wird und der es sucht. Und zwar so lange sucht, bis er es findet. Und er lässt es dann nicht irgendwie nach Hause stolpern oder schiebt es vor sich her, weil er vielleicht verärgert ist, dass es ihm so viel Ärger und Mühe bereitet hat, sondern er nimmt es auf seine eigenen Schultern und trägt es nach Hause. Und wenn er zu Hause angekommen ist, dann ruft er seine Freunde zusammen und feiert ein großes Fest, weil er das Verlorene wiedergefunden hat. Er freut sich über dieses verlorene Schaf, obwohl er ja noch 99 andere in seinem Stall hat. Also an sich, wenn wir das so rein sachlich betrachten, dann ist eine Quote von 99 Prozent immer noch ziemlich gut. Aber dieser Hirte lässt es nicht dabei. Er möchte kein einziges seiner Schafe verlieren. Und diejenigen, die brav waren und die in ihrem Gehege geblieben sind, die lässt er zurück und geht, um dieses eine zu suchen, das verloren ist.

[22:47] Das zweite Gleichnis ist in den Versen 8 bis 10 zu finden. Und dort spricht es von einer Frau, die zehn Drachmen hat. Und diese Drachme ist einfach eine Münze, die viel wert war für die damaligen Verhältnisse, vor allem, wenn jemand nicht so viel hatte. Und eine dieser zehn Münzen geht verloren. Wir merken, von den 100 geht die Anzahl runter auf 10 im Vergleich zu dem vorigen Gleichnis. Und die Frau tut eben alles, um diese eine Münze wiederzufinden. Sie räumt ihr ganzes Haus um, sie stellt es auf den Kopf, macht sauber und guckt und schaut unter jedem Möbelstück, unter jedem Stein und alles, was sonst noch in ihrem Haus ist und sucht diese Münze, bis sie sie findet. Und in diesem Fall bewahrheitet sich der Spruch: Das Haus verliert nichts, denn sie findet diese Münze wieder. Und sie freut sich darüber und lädt wiederum alle ihre Freunde ein, damit sie sich mit ihr freuen können.

[23:53] Und vielleicht ist es etwas befremdlich, wenn wir jetzt so drüber nachdenken. In unserer Situation stellt euch vor, eine Nachbarin kommt vorbei und sagt: Ja, kommt rüber, wir haben ein großes Fest zu feiern. Und sie sagt: Wieso, was ist denn passiert? Ja, ich habe meinen 10-Euro-Schein wiedergefunden. Und das ist irgendwie für uns vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar, aber diese Frau freut sich. Und so ist es auch, wenn wir jetzt das Ganze auf uns übertragen können.

[24:22] Die Frau in der Bibel ist die Gemeinde. Und diese Münze, die weiß nicht, dass sie verloren ist. Und diese Frau, die Gemeinde, geht hin und stellt das ganze Haus auf den Kopf und sucht diese verlorene Münze, bis sie sie findet. Und so ist es auch unsere Aufgabe, verlorene Menschen zu suchen und zu finden. Und wieder zurück in die Geldbörse zu bringen, wenn ihr so wollt.

[24:57] Die Frau, wie sucht sie? Sie zündet ein Licht an. Und dieses Licht steht für die Botschaft, die Gott uns gegeben hat, damit wir als Gemeinde diese Menschen wieder zu ihm führen können.

[25:14] Das nächste Gleichnis ist das vielleicht eines der bekanntesten in der Bibel, das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Der verlorene Sohn, er geht absichtlich von zu Hause weg. Er verlässt seinen Vater, nimmt den seinen Teil am Erbe mit sich, was damals überhaupt nicht üblich war, dass jemand von zu Hause weggeht und bevor der Vater gestorben ist, sein Erbe bekommt. Er nimmt es mit und innerhalb kürzester Zeit verprasst er es und gibt es aus für ein sehr ausschweifendes Leben. Und bald kommt eine Hungersnot über dieses Land, über dieses ferne Land, in das er gegangen ist. Und er hat kein Geld mehr. Er muss sich an einen Bewohner dieses Landes hängen und der gönnt ihm nicht einmal die Schoten der Schweine, die er hüten soll. Und so fällt ihm dann ein, wie gut er es zu Hause hatte. Und er geht zurück und der Vater hat auf ihn gewartet. Und sobald er ihn sah, läuft er ihm entgegen. Und das war damals etwas, ja, etwas Peinliches, weil dazu musste er seinen Beinrock anheben und das war nicht, nicht so gut gesehen in der Gesellschaft. Aber das war dem Vater egal. Er freute sich über seinen Sohn, der wieder zurück nach Hause kehrte. Und dieser Sohn wusste, dass er verloren war und entschied sich dafür, wieder zurückzukommen. Und der Vater nahm ihn freudig auf und setzte ihn wieder in die gleiche Position ein, die er davor hatte. Und auch hier wird ein großes Fest gefeiert zu Freuden, ja, zu Freude darüber, dass dieses verlorene Kind wieder zurück nach Hause gekommen ist.

[27:08] Wir sehen, der erste Mann hatte 100 Schafe. Die Frau hatte 10 Münzen und dieser Vater hatte zwei Söhne. Natürlich ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn an der Stelle nicht vorbei, denn es gibt noch den anderen Sohn, der zu Hause geblieben ist und sich dann beschwert, dass er immer alles getan hat, was der Vater gefordert hat. Und für ihn hat er ja nie ein Fest gegeben. Und wir sehen also, es gibt die Anzahl der Dinge, von denen hier etwas verloren geht, nimmt ab. Aber die Wertigkeit nimmt zu. Ein Schaf kann man für Münzen kaufen, aber ein Menschenleben ist unendlich wertvoll.

[27:45] Es werden hier zwei Gruppen von Menschen dargestellt in diesen Gleichnissen: Ungläubige und Gläubige, die den guten Pfad, den rechten Weg wieder verlassen haben. Und Jesus möchte, dass wir für diese beiden Menschengruppen Mitgefühl und Mitleid empfinden, dass wir beiden nachgehen und beide versuchen, wieder für Gott zu gewinnen.

[28:20] Doch um Menschen erreichen zu können, müssen wir erst mal zu ihnen hingehen. In Matthäus Kapitel 9 und dort die Verse 10 bis 13 spricht Jesus und sagt Folgendes. Matthäus Kapitel 9, die Verse 10 bis 13. Wir lesen dort: Und es geschah, als er in dem Haus zu Tisch saß, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und aßen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. Und als die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ist euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Jesus aber, als er das hörte, sprach zu ihnen: Nicht die Starken brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Geht aber hin und lernt, was das heißt: Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder zur Buße.

[29:16] Jesus macht deutlich, dass er gekommen ist, um Verlorene zu suchen und zu erretten. Und die Pharisäer, sie gaben vor, die Schriften zu kennen, aber in ihrem Herz waren sie kalt. Die Schrift hatte keinen verändernden Einfluss auf ihren Charakter. Denn das Zitat, das Jesus hier bringt, ist aus Hosea Kapitel 6, Vers 6 und er macht deutlich, dass Liebe und Gotteserkenntnis, das ist, woran Gott Wohlgefallen hat.

[29:52] Im Leben Jesu, auf Seite 267, lesen wir folgendes Zitat: Tausende begehen den gleichen Fehler wie die Pharisäer. Die Christi-Teilnahme am Fest des Matthäus missbilligten. Viele widerstrebten der Wahrheit, die vom Vater des Lichts herabkommt, statt eine liebgewonnene Idee aufzugeben oder den Götzen ihrer vorgefassten Meinung zu stürzen. Eine vorgefasste Meinung kann ein Götze sein. Und das finde ich sehr, ein sehr wichtiger Gedanke, den wir hier nicht außer Acht lassen dürfen.

[30:28] Sie vertrauen dem eigenen Ich, stützen sich auf ihre eigene Klugheit und gestehen sich ihre geistliche Armut nicht ein. In Gottes Augen sind Fasten und Beten im selbstgerechten Geist geübt verabscheuungswürdig.

[30:42] Im Psalm 51, Vers 19 lesen wir, was David geschrieben hat, nachdem er nicht nur Ehebruch, sondern auch einen Mord begangen hat. Und nachdem der Prophet Nathan zu ihm kam und ihn zurechtgewiesen hat durch eine Geschichte, die er ihm erzählte. Und er hat ihn eigentlich auf wunderbare Weise dazu gebracht, sich selbst das Urteil zu sprechen. Und David erwachte da aus seiner Blindheit und erkannte, was für eine Sünde er getan hat. Und später schrieb er dann diesen Psalm. Und im Vers 19 lesen wir: Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist und ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, o Gott, nicht verachten. Das sind die Opfer, die Gott gefallen: ein zerbrochener Geist und ein zerschlagenes Herz.

[31:43] Aus uns selbst können wir nichts Gutes tun. Wir brauchen Christus und das jeden Tag in unserem Herzen. Sobald wir der Meinung sind, dass wir etwas Gutes aus uns selbst heraus tun können, überheben wir uns. Und dann kann Christus nicht mehr in uns wohnen. Das heißt, dieser zerbrochene Geist und das zerschlagene Herz sind die Voraussetzung für eine demütige Haltung. Und das wiederum ist die Voraussetzung dafür, dass Christus in uns wohnen und wirken kann.

[32:14] Im ersten Samuel Kapitel 22 und dort die Verse 1 und 2 lesen wir darüber, wie David seine Krieger ausgewählt hat. Erster Samuel Kapitel 22 und dort die Verse 1 und 2. Und David ging von dort weg und entkam in die Höhe Adulam. Als das seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters hörten, kamen sie dorthin zu ihm hinab. Und es versammelten sich zu ihm allerlei Männer, die in Not und Schulden waren, und alle, die ein verbittertes Herz hatten. Und er wurde ihr Oberster und sie hielten es mit ihm etwa 400 Mann.

[33:00] Diese Männer, die hier zu David kamen, waren keine unbeschriebenen Blätter. Sie waren verbittert, sie hatten Schulden, sie waren in Not, sie hatten alle ihre eigenen Probleme und Lasten zu tragen. Und David wusste, dass sie nicht perfekt waren. Er wusste, dass einige von ihnen vielleicht sogar ziemlich seltsame Gestalten waren. Und doch nahm er sie an. Er nahm sie an und er lehnte keinen aufgrund seiner Fehler ab, sondern verbrachte Zeit mit ihnen und bildete sie aus. Und diese Männer wurden zu diesen starken Männern Davids, von denen die Bibel später auch noch berichtet, welche Heldentaten sie taten.

[33:45] In Lukas Kapitel 19, Verse 5 bis 7. Dort lesen wir: Und als Jesus an den Ort kam, blickte er auf und sah ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige schnell herab, denn heute muss ich in dein Haus einkehren. Zachäus war ein Zöllner, einer dieser Mafia-Mitglieder, die die Leute abzockten und die ihnen das Geld aus der Tasche zogen. Dieser hatte von Jesus gehört und er hatte von ihm gehört, was er getan hatte. Und es bewegte ihn. Und er fing an, über sein Leben, über das, was er tat, nachzudenken. Und er kam zu dem Schluss, er musste diesen Jesus sehen, er musste ihn treffen. Und da er kein besonders großer Mann war, suchte er sich auf der Strecke, wo er wusste, dass Jesus vorbeigehen würde, einen Baum aus und stieg auf diesen Baum.

[35:02] Und wir sind jetzt hier an dieser Stelle in Lukas Kapitel 19. Und Jesus sah ihn. Er blickte auf und sah ihn und sprach zu ihm: Zachäus, steige schnell herab, denn heute muss ich in dein Haus einkehren. Und er stieg schnell herab und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie es aber sahen, murrten sie alle und sprachen: Er ist bei einem sündigen Mann eingekehrt, um Herberge zu nehmen.

[35:24] Jesus ging direkt zu diesem Zöllner, Zachäus, und er ging zu ihm auch noch nach Hause. Auch wir dürfen uns in unseren Anstrengungen, Menschen für Jesus zu gewinnen, nicht dafür scheuen, auch zu ihnen nach Hause zu gehen und sie dort zu besuchen oder sie dort anzutreffen und mit ihnen über Christus zu sprechen.

[35:56] Doch es gibt ein gewisses Gleichgewicht, das wir halten müssen, wenn wir uns unter Menschen mischen. Denn es kann auch die Wirkung haben, dass diese Menschen einen Einfluss auf uns haben. Und darauf müssen wir immer gefasst sein und darauf achten. Denn um ein Bild zu benutzen: Wenn ein Boot auf dem Meer ist, dann schwimmt es zwar, aber wenn das Meer in das Boot hineinkommt, dann wird es sinken. Und so müssen wir das auch bei uns halten. Wenn wir in die Welt hinausgehen, dann darf die Welt nicht in uns hinein, sonst sinken wir.

[36:46] Und in der folgenden Geschichte können wir sehen, was passiert, wenn dieses Wasser in das Boot gelangt. In 1. Mose Kapitel 13 und dort Verse 5 bis 13. 1. Mose Kapitel 13 und dort die Verse 5 bis 13. Aber vielleicht, um das Ganze abzukürzen, werden wir jetzt nur schnell drüber gehen.

[37:05] 1. Mose Kapitel 13, Verse 5 bis 13. Dort lesen wir davon, wie Lot und Abraham erstmal zusammen waren. Und beide hatten großes Hab und Gut. Sie beide hatten große Herden. Und irgendwann fingen ihre Hirten an, miteinander zu streiten wegen dem Weideland. Und Abraham kam dann zu Lot und sagte: Lass uns nicht miteinander streiten. Du suchst dir aus, wohin du gehen willst und ich werde in die andere Richtung gehen. Und Lot schaute sich um und er sah die Jordan-Ebene, wie fruchtbar sie war. Und er verglich das dann auch, oder es wird ja auch in der Bibel mit Ägypten verglichen, wie fruchtbar dort das Nil-Delta und das Gebiet am Nil war. Und Lot entscheidet sich dafür für den eigenen Gewinn, indem er in diese Jordan-Ebene geht, ohne mit Gott Rücksprache zu halten. Und er geht dorthin.

[38:15] Und die Art und Weise, wie er sich dann mit den Bewohnern in diesem Gebiet vermischt, das lesen wir dann in 1. Mose Kapitel 19, Verse 12 bis 26, führt dazu, dass seine Frau zur Salzsäule wird und dass seine Töchter sich schwer versündigen, indem sie Unzucht mit ihrem Vater treiben. Und aus dieser Unzucht heraus entstehen zwei Kinder. Also beide Töchter, die mit dem Vater mitgegangen sind, beide schlafen sie mit ihm. Sie machen ihn erst betrunken, schlafen mit ihm. Und aus dieser Verbindung kommt dann Moab, also die zwei Völker, die Moabiter und die Ammoniter. Und beide Völker haben gegen Gott rebelliert und haben dem Volk Gottes Israel das Leben sehr schwer gemacht und sich gegen sie gestellt.

[39:11] In 4. Mose Kapitel 25 in den Versen 1 bis 3 lesen wir davon, wie die Moabiter die Israeliten dazu verleiteten, zu sündigen und zwar in die Sünde zu fallen, durch die sie selbst ins Leben gerufen wurden, durch die sie selbst gezeugt wurden, und zwar zur Unzucht. In diesem Fall vermischten sich die moabitischen Frauen mit den israelitischen Männern.

[39:41] Und ich möchte kurz einen Abschnitt aus "Patriarchen und Propheten" vorlesen, ein Zitat, wo hier noch einmal diese Situation beschrieben wird. Denn es sind wichtige Punkte dabei, die für uns heute sehr wichtig sind. Während sie am Jordan lagerten, bereitete Mose die Einnahme Kanaans vor. Er wurde von dieser Aufgabe voll und ganz in Anspruch genommen. Für das Volk dagegen war diese Zeit der Untätigkeit und Erwartung schwer zu ertragen. Und schon nach wenigen Wochen hatte es seine Geschichte mit den erschreckendsten moralischen Verfallserscheinungen verunglimpft. Also wir sehen, eine Zeit der Untätigkeit und Erwartung, Langeweile, nichts tun, das sind gefährliche Dinge für uns.

[40:31] Anfangs bestand nur wenig Verbindung zwischen den Israeliten und ihren heidnischen Nachbarn. Aber nach einiger Zeit schlichen sich medianitische Frauen ins Lager. Ihr Scheinen verursachte zunächst keinerlei Beunruhigung, denn sie führten ihre Pläne so unauffällig aus, dass nicht einmal Mose aufmerksam wurde. Es war das Ziel dieser Frauen, Verbindungen mit den Hebräern zu suchen, um sie zur Übertretung des göttlichen Gesetzes zu verleiten.

[41:03] Dieser Geschichte geht voraus, dass der medianitische König Balak den ehemaligen Propheten Bileam zu sich holt, denn er möchte, dass dieser das Volk Gottes verflucht. Denn er wusste, durch das, was alles davor passiert ist, die Israeliten hatten einen Zustand erreicht, wo sie nach den ganzen Fehlern, die sie davor gemacht hatten, jetzt Gott treu waren. Und Gott segnete sie. Und sie hatten Erfolg gegen all die Feinde, die sich ihnen in den Weg stellten. Und die Moabiter hatten Angst vor ihnen. Und so versuchten sie es, über den Propheten Bileam, sie zu verfluchen. Doch Bileam konnte es nicht. Er tat alles, doch er schaffte es nicht, diesen Fluch auszusprechen. Und jedes Mal, wenn er den Fluch aussprechen wollte, sprach ein Segen über sie aus. Und Balak hatte Bileam eine Belohnung versprochen. Er wollte ihnen viel Reichtum, viel Gold geben. Und Bileam war sehr habsüchtig. Und er wollte sich diese Belohnung nicht entgehen lassen. Und so überlegte er sich, was er nur tun kann, um doch diese Belohnung zu bekommen. Und er kam später und gab Balak diesen Rat, das Volk zur Sünde zu verleiten. Denn dann wäre Gott nicht mehr mit ihnen. Und die Moabiter hätten leichtes Spiel.

[42:30] Und hier kommen wir nun wieder zu dieser Stelle, wo die Frauen in das Lager der Israeliten eindringen und über Verbindungen mit den Hebräern sie zur Übertretung zu verleiten suchen. Sie wollten auf ihre heidnischen Bräuche und Gewohnheiten aufmerksam machen und zur Abgötterei verführen. Dabei wurden diese Absichten sorgfältig unter dem Deckmantel der Freundschaft verborgen, sodass auch die Schutzwachen des Volkes keinen Verdacht schöpfen.

[43:03] Meine Lieben, es gibt Beziehungen und Freundschaften und Verbindungen, die wir manchmal eingehen, die nicht zu unserem Besten dienen. Und wir müssen da sehr vorsichtig sein, damit wir nicht dazu verleitet werden, gegen Gott zu sündigen und ihn zu verleugnen.

[43:29] Auf Bileams Anregung veranstaltete der König der Moabiter ein großes Fest zur Ehre ihrer Götter. Heimlich wurde verabredet, dass Bileam die Israeliten veranlassen sollte, daran teilzunehmen. Da sie ihn für einen Propheten Gottes hielten, fiel es ihm nicht schwer, seine Absicht zu erreichen. Viele schlossen sich ihm an, um die Festlichkeiten mitzuerleben.

[43:58] Ein falscher Prophet spielt auch in dieser Geschichte eine wichtige Rolle darin, das Volk Gottes zum Abfall zu bringen. Aber damit wagten sie sich auf ein von Gott verbotenes Gebiet und wurden bald in Satans Schlingen verstrickt. Bezaubert von Musik und Tanz und angelockt von der Schönheit der heidnischen Priesterinnen brachten sie Jahwe die Treue. Bei gemeinsamer Fröhlichkeit und Schwelgerei umnebelte der Weingenuss bald ihre Sinne und riss alle Schranken der Selbstbeherrschung nieder. Leidenschaft überwältigte sie, und nachdem sie einmal ihr Gewissen durch Unzucht besudelt hatten, konnte man sie auch überreden, sich vor Götzenbildern zu beugen. Sie opferten auf heidnischen Altären und beteiligten sich an den entwürdigendsten Bräuchen.

[44:42] Die Ammoniter und die Moabiter, das war das Ergebnis dieser unvorsichtigen Vermischung mit der Welt. In 2. Chronik 20 wurden diese jedoch unter dem König Josaphat besiegt.

[45:03] Johannes warnt uns mit den folgenden Worten. 1. Johannes Kapitel 2 und dort der Vers 16. 1. Johannes Kapitel 2, Vers 16. Denn alles, was in der Welt ist: die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens.

[45:40] Wer dazu noch mehr Texte haben will und es tiefer studieren will, könnte gerne im Sendemanuskript noch mal nachschauen. Da gibt es noch ein bisschen was, wo ihr nachlesen könnt.

[45:52] Wenn wir uns also mit den Menschen mischen, die nach den weltlichen Maßstäben leben, müssen wir sehr vorsichtig sein. Wir sollen einen veredelnden Einfluss auf sie ausüben und uns nicht von ihren Gewohnheiten und Bräuchen beeinflussen lassen. Unsere Aufgabe ist es, den Menschen das Licht des Evangeliums zu bringen.

[46:15] Wenn wir uns isolieren, kann das aber auch nicht funktionieren. Es muss ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem Kontakt zu der Welt und dem Schutz vor ihren Bräuchen und vor ihren Gewohnheiten geben.

[46:31] In dem Buch "Selected Messages" Band 3 auf der Seite 231 lesen wir: Sollen es nun gläubige Christen ablehnen, sich in die Gesellschaft Unbekehrter zu begeben und keine Gemeinschaft mit ihnen haben? Nein, sie sollen bei ihnen sein, in der Welt und nicht von der Welt, aber nicht bei ihren Lebensweisheiten mitmachen oder sich von ihnen beeindrucken lassen, ihr Herz nicht für ihre Bräuche und Praktiken öffnen.

[47:09] Die Gemeinschaft mit ihnen soll den Zweck haben, die Menschen zu Christus zu ziehen. Welchen Zweck hat die Gemeinschaft, die du mit Menschen aus der Welt pflegst? Ist es, weil du ihnen das Evangelium von Jesus Christus verkündigen möchtest? Oder brauchst du vielleicht nur einen Vorwand, um dich ihren Bräuchen anzupassen?

[47:47] In 1. Petrus, Kapitel 2, Vers 9 lesen wir: Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.

[48:03] Christus hat uns aus der Finsternis berufen, damit wir seine Tugenden verkündigen. Tugenden sind positive Charaktereigenschaften und Christus hat nur positive Charaktereigenschaften. Das heißt, unsere Aufgabe, nachdem wir aus der Finsternis zum Licht gekommen sind, ist es, den Charakter Jesu dem Menschen zu zeigen.

[48:25] In Vers 5 lesen wir: So lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum und geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. Und dieses Haus besteht nicht nur aus einem Stein, sondern aus mehreren. Dieses Haus ist die Gemeinde und der Grundstein ist Christus, das Fundament.

[48:57] Wir sehen, es ist unsere Aufgabe, als Gemeinde zu leuchten, aber auch als Individuen. In Matthäus Kapitel 10 und dort Vers 8 lesen wir, Matthäus Kapitel 10, Vers 8, da lesen wir die Aufforderung Jesu: Heilt Kranke, reinigt Aussätzige, weckt Tote auf, treibt Dämonen aus. Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es weiter.

[49:27] Gott hat uns als Gemeinde Fähigkeiten gegeben, mit denen wir dem Menschen helfen können. Haben wir nicht auch heute die gleichen Möglichkeiten, die die Jünger damals hatten? Ist Gottes Kraft heute weniger präsent wie damals? Hat Gott uns nicht genauso berufen, wie die Jünger und uns mit allem ausgestattet, was notwendig ist, damit wir sein Werk zu Ende bringen können? Er sagt: Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst gebt es weiter.

[50:03] In "Ein Aufruf zur Gesundheitsevangelisation", Seite 14, lesen wir: Medizinische Missionsarbeit bringt den Menschen das Evangelium der Befreiung von Leid. Sie ist die Pionierarbeit des Evangeliums. Sie ist das praktizierte Evangelium, die offenbarte Barmherzigkeit Christi. Es besteht ein großer Bedarf an dieser Arbeit und die Welt ist dafür offen. Gebe Gott, dass die Bedeutung der ärztlichen Missionsarbeit verstanden wird und in neuen Gebieten sofort damit begonnen werden kann. Wenn ihr nichts über medizinische Missionsarbeit wisst, dann informiert euch darüber. Denn wir lesen hier: Die Welt ist dafür offen. Das ist einer der Schlüssel, mit denen wir den Zugang bekommen zu den Menschen.

[50:46] Philipper Kapitel 2, Verse 13 bis 15 und damit kommen wir dann langsam zum Ende. Philipper Kapitel 2 und dort die Verse 13 bis 15. Dort lesen wir: Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr unstreflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt.

[51:36] Bemerkenswert. Hier steht zum einen, dass Gott das Wollen und das Vollbringen schenkt. Nichts kommt aus uns. Gott gibt uns sogar das Wollen. Er schenkt uns die Lust oder das Bedürfnis danach, etwas tun zu wollen. Und er schenkt uns dann aber auch das Vollbringen. Er schenkt uns die Kraft, es zu tun. Und das ist eine Verheißung, die wir in Anspruch nehmen dürfen.

[52:06] Das nächste, was ich sehr bemerkenswert finde, ist: Tut alles ohne Murren und Bedenken. Wie oft tun wir etwas und denken, das ist doch so doof und dafür habe ich überhaupt keine Lust. Und eigentlich würde ich lieber was anderes tun und die Zeit könnte ich doch viel besser nutzen. Und wir murren und murren und haben ständig Bedenken. Aber Gott sagt: Tut alles ohne Murren und Bedenken.

[52:30] Vers 15: damit ihr unsträflich und lauter, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt. Dieses Licht können wir nur leuchten lassen, wenn wir eine positive Einstellung haben. Wenn wir nicht ständig mit so einem Gesicht von drei Tagen Regenwetter durch die Gegend laufen und jedem dann auch noch die Laune verderben mit unserer schlechten Laune. Gott möchte, dass wir fröhlich sind und dass wir andere auch davon anstecken. Denn das ist ein weiterer Schlüssel, der die Herzen der Menschen uns öffnet. Lasst uns dankbar und fröhlich sein.

[53:03] Gott hat uns alles geschenkt, was wir brauchen. Und in Matthäus Kapitel 6, Vers 33 lesen wir: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird er euch all dies hinzufügen. Und mit all dies meint er all die Dinge, die wir zum Leben brauchen. Alles, was wir tun sollen, ist es Gottes Auftrag nachzugehen, Menschen für ihn zu gewinnen, uns mit ihnen zu, ja zu ihnen zu gehen, Zeit mit ihnen zu verbringen und Beziehungen aufzubauen, damit sie unser Vertrauen, damit wir ihr Vertrauen gewinnen können und damit sie danach auch offen sind für das, was wir ihnen zu sagen haben.

[53:53] Lasst uns tüchtige Arbeiter sein, die Gottes Unterweisungen ernst nehmen und die nicht müde werden, in seinen Dienst zu stehen. Möge Gott euch in allen Anstrengungen begleiten und segnen, die ihr unternehmt, um sein Wort anderen Menschen zu bringen.

[54:08] Lasst uns zum Abschluss beten. Unser großer Gott und Vater, wir möchten dir danken für die Unterweisung, die du uns in deinem Wort geschenkt hast. Und wir möchten dich jetzt bitten, dass du bei uns bist, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst und dass du uns das Wollen und auch das Vollbringen schenkst, damit wir in dieser Welt Lichter für dich sein können, so wie du uns dazu berufen hast. Hilf uns nicht auf das Weltliche und auf das Vergängliche zu schauen, sondern auf das Ewige, auf das, was vor uns liegt, auf das, was uns erwartet, wenn wir dann eines Tages mit dir zusammen in das Paradies eingehen dürfen. Herr, wir möchten dir danken für deine Liebe, für deine Unterstützung, für deine Kraft, die du uns jeden Tag aufs Neue schenkst, für das Leben, Herr. Und wir möchten dich bitten, dass du bei uns bleibst. Das bitten wir im Namen Jesu Christi. Amen.

[55:02] Ich danke euch, dass ihr dabei wart, dass ihr eingeschaltet habt. Und ich freue mich schon darauf auf die nächste Woche, wenn wir dann das nächste Thema gemeinsam studieren können. Bis dahin euch Gottes Segen beim Studium seines Wortes. Amen.


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