In dieser Folge der Cannstatt Study Hour mit Christopher Kramp geht es um das wichtige Thema der Einheit in Christus, insbesondere im Hinblick auf zerbrochene menschliche Beziehungen. Es wird beleuchtet, wie Sünde Beziehungen zerstört und wie durch die Vergebung und Liebe Gottes, die am Kreuz Jesu sichtbar wird, Heilung und Wiederherstellung möglich sind. Anhand von biblischen Beispielen wie Paulus und Barnabas, Philemon und Onesimus sowie der Gemeinde in Korinth wird gezeigt, wie Einheit trotz Konflikten wiedergefunden und wie zerbrochene Beziehungen geheilt werden können.
Einheit in Christus (CSH 2018 Q4): 10. Einheit und zerbrochene Beziehungen
Christopher Kramp · Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus ·Themen: 2. Korinther, 2. Timotheus, Bibel, Bibelstudium, Christlicher Lebensstil, Epheser, Matthäus, Neues Testament, Philemon, RömerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Cannstatt Study Hour
Wir laden verschiedene Sprecher ein um mit uns gemeinsam die Studienhefte der Sabbat Schule des aktuellen Quartals zu studieren. Neue Folgen wöchentlich!
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
- Cannstatt Study Hour 2017 Q4: Der Römerbrief (Reformations-Spezial)
- Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens
- Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte
- Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus
- Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung
- Cannstatt Study Hour 2019 Q2: Familien Zeiten
- Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia
- Cannstatt Study Hour 2020 Q2: Wie legen wir die Bibel aus?
Weitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zur zehnten Folge unserer Serie über die Einheit in Christus.
[0:38] Heute geht es um ein recht persönliches und sehr praktisches Thema. Wir wollen über zwischenmenschliche Beziehungen sprechen, die sehr schnell zerbrechen können. In unserem Freundeskreis, in der Familie, ja auch in der Gemeinde. Das Thema ist Einheit und zerbrochene Beziehungen. Wie können Freundschaften, die auseinandergegangen sind, Beziehungen zwischen Geschwistern, einer Familie oder einer Gemeinde, wieder geheilt werden?
[1:06] Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 8. Dezember 2018. Und dieses Thema soll uns tatsächlich nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch zum Handeln. Jeder von uns hat vielleicht Menschen, mit denen er nicht ganz grün ist, mit denen er vielleicht im Streit liegt, wo Dinge unaufgearbeitet sind. Und mein Wunsch und mein Gebet für diese Sendung ist, dass jeder Einzelne, der dies sieht, angesprochen wird durch den Heiligen Geist und sich fragt, was er tun kann, um in seinem Umfeld mit den Menschen, mit denen es Probleme gibt, genau diesen Weg zu gehen, den wir jetzt in der Bibel anschauen wollen. Also lieber Freund, liebe Freundin, fühl dich angesprochen. Durch die Worte, die wir lesen werden in der Bibel, genau das umzusetzen und wirklich Einheit zu suchen, nicht nur theologisch, theoretisch, sondern ganz praktisch die Einheit zu suchen mit einer Person, wo bisher die Beziehung momentan in einem zerbrochenen Zustand gewesen ist.
[2:08] Wir wollen Gott um Weisheit beten, dass er uns genau diese Kraft, seinen Heiligen Geist dazu schenkt, damit diese Worte, die wir lesen werden, die wir jetzt studieren werden, dann sich auch in unserem Leben praktisch zeigen. Ich lade dich ein, dass wir gemeinsam dafür jetzt beten.
[2:22] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du derjenige bist, der Vergebung überhaupt möglich macht, weil Vergebung auf deiner Liebe basiert. Du hast uns alle Sünden vergeben. Du bist bereit, jedem Menschen alle Sünden zu vergeben, wenn er es nur annimmt. Und so möchten wir dich jetzt bitten, dass du durch dein Wort, durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, damit wir erkennen, wie wir Dinge in Ordnung bringen können mit Menschen, mit denen wir momentan nicht völlig in Harmonie leben, soweit es an uns liegt. Und so bitten wir dich, dass du zu uns sprichst und dass dein Heiliger Geist unsere Herzen erfüllt und wir erkennen, wie wir Einheit in unserem Leben, in unserem praktischen Glaubensleben erreichen können mit anderen Menschen. Das alles bitten wir im Namen Jesu, der für uns gestorben ist. Amen.
[3:15] Warum zerbricht Beziehung überhaupt? Am Anfang wollen wir vielleicht ein paar kurze, grundsätzliche Texte anschauen, die noch einmal das theologische Fundament legen. Warum zerbrechen Beziehungen? In 1. Mose 3 finden wir die ersten zerbrochenen Beziehungen der Bibel. In 1. Mose 3 ist natürlich der Bericht über den Sündenfall. Adam, zuerst Eva und dann Adam, essen von einer verbotenen Frucht, verführt von der Schlange hinter sich, der Satan verbirgt. Und wir lesen in Vers 8, in 1. Mose 3 und dort Vers 8. Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Als sie gesündigt hatten, war die Beziehung zwischen Gott und den Menschen zerbrochen. Während sie sonst immer auf ihren himmlischen Vater zugerannt waren und gerne sich mit ihm unterhalten haben, wenn er abends in der Kühle des Abends im Garten Eden spazieren ging, waren sie plötzlich voller Angst und Furcht erfüllt und versteckten sich vor ihm. Sie wollten ihm nicht mehr ins Angesicht schauen. Die Beziehung zwischen Gott und Menschen war zerbrochen.
[4:31] Nur wenige Verse später sehen wir, dass auch die Beziehung zwischen den beiden Menschen jetzt gelitten hatte, zerbrochen war. Vers 12, da antwortete der Mensch, die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum und ich aß. Als Adam mit den Konsequenzen seiner eigenen Tat konfrontiert wird, versucht er alle Schuld auf andere abzuwälzen. Auf Gott und auch auf die Frau, für die er gerade ja noch bereit war, sein ewiges Leben zu opfern. Für die er unbedingt sterben wollte, um mit ihr das gemeinsame Schicksal zu teilen. Jetzt plötzlich durch die Sünde hat sich alles verändert und er wäre bereit, dass sie stirbt und er am Leben bleibt. Die Beziehung zwischen Mann und Frau hat sich geändert. Die Beziehung zwischen diesen beiden Menschen war zerbrochen.
[5:17] Was hat die Beziehung zerbrochen? Es war die Sünde. Jesaja 59 spricht genau von dieser Folge, die Sünde unweigerlich in jedem einzelnen Fall nach sich zieht. Jesaja 59, Vers 2. Sünde zerbricht Beziehungen und deswegen hasst Gott Sünde. Jeder Mensch, der wirklich dauerhafte, erfüllte und liebevolle Beziehungen sucht, muss die Sünde zum Feind haben. Denn Sünde tötet Beziehungen, Sünde zerbricht Beziehungen, Sünde trennt. Sünde trennt von Gott, Sünde trennt von anderen Menschen, Sünde trennt in der Familie, Sünde trennt in der Gemeinde, Sünde trennt Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, wo immer Sünde auftritt, trennt sie Beziehungen, zerbricht sie das, was vorher vielleicht einmal zusammen gewesen ist.
[6:24] Aber Gott gibt sich mit diesem Status Quo natürlich nicht zufrieden. Gott möchte das Gegenteil wiederherstellen. In Johannes 15, das ist nur einer von ganz, ganz vielen Versen, die man dazu lesen könnte, Johannes 15 und dort Vers 5. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben, wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Gottes Ziel ist es, dass wir wieder mit ihm verbunden sind, dass wir eine Einheit sind. Und natürlich auch, wie wir in den Wochen vorher studiert haben, ist diese Einheit auf mehreren Ebenen. Gott selbst ist eine Einheit. Gott möchte, dass wir mit ihm eine Einheit bilden und dass wir dann auch als Folge dessen untereinander eine Einheit haben. Wenn also das Ziel Gottes die Einheit ist, muss sein Ziel die Vernichtung und die Bekämpfung und die Auslöschung der Sünde sein, denn die Sünde trennt.
[7:19] Und genau das zeigt uns ja die große Erzählung der Bibel, dass Gottes Plan der Wiederherstellung damit zu tun hatte, dass er die Sünde besiegen wollte und besiegt hat. Durch den Tod Jesu am Kreuz wurde der Teufel und seine Werke besiegt. Tod, Teufel und Sünde wurden am Kreuz öffentlich an den Pranger gestellt, wie Kolosser das so schön sagt. In Römer 5 und dort Vers 10 finden wir diesen Gedanken ausgesprochen. Römer 5 und dort Vers 10. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben, der Tod Jesu versöhnt.
[8:12] Und so wie Sünde die Beziehung zwischen Gott und Mensch, als auch die Beziehung zwischen Mensch und Mensch trennt und zerbricht, genauso verbindet der Kreuz des Todes Jesu Menschen mit Gott und dadurch auch Menschen miteinander. Diese beiden Dinge müssen immer miteinander verstanden werden. Die Sünde trennt uns von Gott und als Folge dessen trennen wir uns auch von Menschen, die Beziehungen untereinander zerbrechen, weil unsere Beziehung zu Gott zerbricht durch die Sünde. Aber durch das Blut Jesu, durch sein Opfer können wir mit Gott Einheit haben und dadurch auch wieder Einheit mit unserem Nächsten.
[8:56] Das heißt, wenn wir es ernsthaft darauf anlegen, Streit, den wir momentan erleben in der Familie, in der Gemeinde, mit Arbeitskollegen, wo auch immer, diesen Streit zu beseitigen, dort wieder Harmonie walten zu lassen, echte Einheit zu erreichen, die Beziehung wieder zu heilen, dann geht das ausschließlich nur durch die Kraft, die von Golgatha herrührt, durch die Kraft des Evangeliums, dass Jesus für uns gestorben ist. Ein Mensch, der aus der Vergebung Gottes lebt, aus der Liebe, wie sie sich am Kreuz von Golgatha zeigt, der kann auch Beziehungen, die zerbrochen sind, wieder heilen.
[9:38] In unserem Studium wollen wir uns einige Beispiele anschauen aus dem Neuen Testament vor allem, wo Beziehungen, die zerbrochen worden sind, wiederhergestellt worden sind und offensichtlich geschah dies durch die Kraft des Evangeliums, durch die Kraft des Heiligen Geistes, der dort im Neuen Testament in einer besonderen Art und Weise zur Zeit der Apostel, der Urgemeinde, am Wirken war und dessen Wirken wir uns auch so sehr für unser Leben und für die Gemeinde wünschen und alles, was wir tun müssen, ist lediglich darum zu beten und dann werden wir erleben, immer wieder in unserem Leben, wie der Heilige Geist führt und leitet und heilt.
[10:14] Die erste Begebenheit ist die in Apostelgeschichte 13, oder die dort zumindest beginnt, es geht um Paulus und Barnabas. In Apostelgeschichte 13 haben wir den Bericht, wie in der Gemeinde an Tiochia einige Propheten durch den Geist der Weissagung vom Heiligen Geist die Nachricht erhalten, dass Paulus und Barnabas oder eigentlich Barnabas und Paulus berufen sind, diese erste große Missionsreise anzutreten. Wir lesen in Vers 2 und 3, als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist, sonderten wir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe, da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.
[10:54] Die erste große Missionsreise, Barnabas und Paulus als sein Assistent gehen auf Missionsreise und das erste, wohin sie hingehen ist Zypern, Vers 4. Diese nun, ausgesandt vom Heiligen Geist, zogen hinab nach Seleukia und fuhren von dort mit dem Schiff nach Zypern. Dann werden einige Begebenheiten berichtet, in Salamis zum Beispiel und dann auch in Paphos und dann geht es weiter von Zypern nach Pamphylien, das ist ein Klein-Asien, nochmal über das Meer hinüber und wir lesen in Vers 13 folgendes. Paulus und seine Gefährten aber fuhren von Paphos ab und kamen nach Perge in Pamphylien. Johannes, und damit ist nicht Johannes der Evangelist gemeint, der später auch die Offenbarung geschrieben hat natürlich, sondern Johannes Markus, wie gleich später noch deutlich wird. Ein sehr junger Mann, der hier als Helfer im Stab von Barnabas und Paulus unterwegs war.
[11:50] Johannes trennte sich jedoch von ihm und kehrte nach Jerusalem zurück. Wie wir gleich sehen werden, hatte er Angst, es war ihm zu viel Stress, zu viel Bürde, er war der Sache scheinbar nicht gewachsen und er bekam es mit der Angst zu tun und verließ diese Pioniere und rannte wieder zurück nach Hause. Das haben wohl wahrscheinlich alle nicht ganz toll gefunden, aber Paulus war besonders irritiert dadurch, wie wir dann später feststellen.
[12:20] Die Missionsreise ging natürlich weiter, war ein ganz großartiger Erfolg. Im Zuge dieser Missionsreise ist dann bekannt geworden, dass Barnabas und Paulus erlebt haben, wie viele Heiden sich zu Gott bekehrt haben, vom Heiligen Geist erfüllt worden sind, ohne beschnitten worden zu sein. Das führte dann zu dieser großen Krise noch einmal mit dem Apostelkonzil, das haben wir alles angeschaut, Apostelgeschichte 15, mit dem Entscheid, dass die Heiden Christen natürlich nicht beschnitten werden müssen.
[12:47] Als hier diese Einheit auf der theologischen Ebene wiederhergestellt ist, als Barnabas und Paulus dort unter anderem gemeinsam mit Petrus und Jakobus die theologische Einheit wieder gerettet haben in der Gemeinde, sehen wir, dass gerade nachdem diese theologische Einheit gesichert ist auf der Generalkonferenzebene, dass ein Streit ausbricht zwischen Barnabas und Paulus, den beiden, die vorher gemeinsam Seite an Seite für die Wahrheit gekämpft haben. Das ist sehr interessant, also das große Problem ist gelöst, ein kleines, zwischenmenschliches taucht jetzt direkt im Anschluss darauf auf.
[13:23] In Apostelgeschichte 15 und dort Vers 36, nach etlichen Tagen aber, das ist jetzt nach dem Apostelkonzil, aber sprach Paulus zu Barnabas, lass uns wieder umkehren und in all den Städten, in denen wir das Wort des Herrn verkündigt haben, nach unseren Brüdern sehen, wie es um sie steht. Das würde also bedeuten, man würde noch einmal genau die gleiche Route nehmen, wie bei der ersten Missionsreise, man würde also wieder nach Zypern gehen, man würde nach Salamis gehen, man würde nach Parthos gehen und von dort wieder nach Kleinasien, nach Perge, Pamphylien und so weiter und so fort. Und der Plan klingt ganz toll, man wollte sehen, wie die Gemeinden momentan so stehen, man wollte ja nicht einfach nur Leute taufen, sondern sie auch nachhaltig betreuen, ein ganz großes Thema natürlich auch in unserer Gemeinde.
[14:08] Und so plant man die Reise und Barnabas hat einen Vorschlag, Vers 37, Barnabas aber riet dazu, den Johannes, der Markus genannt wird, mitzunehmen, Paulus jedoch hielt es für richtig, dass der, welcher in Pamphylien von ihnen weggegangen und nicht mit ihnen zu dem Werk gekommen war, nicht mitgenommen werden sollte. Und Barnabas sagt, gib ihm eine Chance, er ist ein bisschen älter, ein paar Jahre sind vergangen, jetzt kann er uns helfen und Paulus ist der Meinung, dass jemand, der versagt hat im Werk Gottes, nicht nochmal wieder mit großen Lasten belegt werden sollte, man kann sich auf ihn nicht verlassen und deswegen sollte man ihn lieber außen vor lassen, nicht mitarbeiten lassen in dieser wichtigen Sache.
[14:54] Und das Ganze wird sehr heiß, Vers 39, deshalb entstand eine heftige Auseinandersetzung, sodass sie sich voneinander trennten. Dieser Streit führt zur Trennung von Barnabas und Saulus, die gemeinsam vom Heiligen Geist ausgewählt als Pioniere die Ersten waren, die das Evangelium in fremdeste Regionen gebracht haben auf diese erste Missionsreise, die gemeinsam ihren Mann standen im Apostelkonzil als starke Kräfte versucht hatten, ihr Werk zu beschneiden. Sie standen gemeinsam Mann an Mann und dividierten sich jetzt auseinander durch die Frage, wer als Mitarbeiter in Frage kommen könnte.
[15:36] Ein sehr wichtiger Punkt, Personalfragen können Konfliktpotenzial in sich haben und vielleicht ist auch dir das schon mal passiert, dass du über solche Fragen auch du Streit erlebt hast. Interessant ist jetzt, wie das hier weitergeht und Barnabas nahm Markus zu sich und fuhr mit dem Schiff nach Zypern. Das heißt Barnabas ist derjenige, der jetzt die Reise fortsetzt, die eigentlich geplant ist. Denn man will ja eigentlich nach Zypern und Barnabas kommt von Zypern, also fährt er auch nach Zypern und nimmt Markus mit sich.
[16:08] Paulus aber, Vers 40, wählte sich Silas und zog aus von den Brüdern der Gnade Gottes anbefohlen und er durchzog Syrien und Kilikien und stärkte die Gemeinden. Er nimmt eine andere Route, es ist der Paulus, der eine alternative Route wählt und sich von dem eigentlichen Plan verabschiedet. Das Ganze sieht so aus, dass man denken könnte, wie soll das gesegnet werden. Aber tatsächlich, und das ist sehr interessant, segnet Gott trotzdem auch diese zweite Missionsreise des Paulus und gibt sehr viel Gnade. Paulus geht ja sogar dann bis nach Griechenland, überquert quasi die Grenze zwischen Asien und Europa.
[16:51] Was also zeigt, dass Gott mit uns auch dann arbeiten kann, wenn wir auch noch nicht alles in unserem Leben so weit verstanden haben, wie er es sieht. Aber der Zeitpunkt musste kommen, wo auch Paulus sein Bild von Johannes Markus revidieren musste und der kam dann in Kolosser 4 zum Beispiel.
[17:12] In Kolosser Kapitel 4 und dort Vers 10 und 11. Übrigens, wenn ein Paulus mit all seinen großen theologischen und missionarischen Gaben in der Lage war, einen jungen Mitarbeiter falsch einzuschätzen und Potenzial zu verkennen, wie sehr ist das dann möglich, dass auch Leiter in unserer Gemeinde, auf Ortsgemeinde oder höheren Ebenen nicht das Potenzial erkennen, dass vielleicht einige junge Leute oder auch frisch Getaufte mitbringen und vielleicht ihr Potenzial verkennen und sie als unfähig abtun, wo Gott noch Großes mit ihnen vorhat. Und genau so wenig, wie man dem Paulus dann auf ewig grollen sollte, deswegen sollte man auch den Leitern dann nicht grollen, nur wenn sich vielleicht auch mal Personen falsch einschätzen.
[18:00] Kolosser 4 Vers 10 und 11. Hier sieht man also auch, warum der Barnabas sich für den Johannes Markus eingesetzt hat. Die waren verwandt miteinander. Ihr habt seinetwegen Anordnungen erhalten, wenn er zu euch kommt. So nehmt ihn auf und Vers 11 und Jesus, der Justus genannt wird, die aus der Beschneidung sind. Diese allein sind meine Mitarbeiter für das Reich Gottes, die mir zum Trost geworden sind. Johannes Markus wurde zum Trost für Paulus.
[18:27] Und jetzt ist die Frage, lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht ist es dir mal so ergangen, dass du falsch eingeschätzt worden bist. Dass du in so einer Situation wie Johannes Markus gewesen bist, du hast vielleicht einen Fehler gemacht, du hast zu früh aufgegeben, hast deine Aufgabe nicht so bewältigt, wie man es hätte denken können, dass du sie bewältigen kannst und Leute sind enttäuscht gewesen von dir, wollten dich nicht mehr mitarbeiten lassen, haben dich aufs Abstellgleis gestellt. Wie viele werden in so einer Situation dann verbittert, frustriert, wollen nicht mehr mitarbeiten und fühlen sich schlecht behandelt? Aber Johannes Markus hat weiter mitgewirkt im Werk Gottes und hat durch seine Taten und sein Wirken, durch die Reife, die Gott bewirkt hat in seinem Leben, dann einen großen Segen bewirkt, sodass auch Paulus seine Meinung geändert hat.
[19:14] Wenn du falsch eingeschätzt worden bist, wenn Leute dich für unfähig halten, dann wirke einfach dort, wo Gott dir Gelegenheiten gibt. Wirke durch den Heiligen Geist das, was du tun kannst und du wirst sehen, wie Menschen auch ihr Urteil über dich verändern, weil der Heilige Geist wirkt und Beziehungen wieder heilt.
[19:33] Noch einmal kommt Paulus auf den Johannes Markus zu sprechen in 2. Timotheus Kapitel 4 und dort Vers 11. Dort ist er kurz vor dem Ende seines Lebens, er ist in Rom gefangen und sagt folgendes in 2. Timotheus 4 Vers 11. Er schreibt hier an seinen Mitarbeiter Timotheus und sagt, nur Lukas ist bei mir. Das ist natürlich Lukas, der das Evangelium und dann auch die Apostelgeschichte geschrieben hat, der Arzt. Nur Lukas ist bei mir, nimm Markus zu dir und bringe ihn mit, denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst.
[20:06] So trostvoll war der Dienst von Johannes Markus, dass Paulus jetzt sogar in seiner schwersten Stunde, als er dort in Rom gefangen ist, dem Gerichtsverfahren mit Nero ausgesetzt ist, dass er in einer Zeit, wo ihn fast alle seine Gefährten verlassen haben, auch wenn aus der Gemeinde nicht so viel Unterstützung kommt, in Rom und Lukas alleine bei ihm ist, dass er sich jetzt unter anderem nach der Hilfe von Johannes Markus sehnt. Genau der, den er für unfähig erachtete, in der zweiten Missionsreise überhaupt teilzunehmen, den wünscht er sich jetzt als einen nützlichen Diener im Werk Gottes in Rom, im Zentrum, in der Höhle des Löwen sozusagen, um ihm, Paulus, dem Gefangenen zu helfen.
[20:55] Wie vielen Menschen ist Johannes Markus dann noch zum Trost geworden? Nicht zuletzt deswegen, weil er einer von vier Menschen in dieser Weltgeschichte ist, denen es anvertraut worden ist, ein Evangelium über das Leben Jesu zu schreiben. Das hatten sonst nur Matthäus, Lukas und Johannes gemacht. Markus gehört zu diesen vier, die diese besondere Ehre gehabt haben, das Leben Jesu, zumindest in Auszügen, in ausgewählten Geschichten so darzustellen, dass Menschen durch das Lesen dieser Berichte Jesus kennenlernen. Wie er gelebt hat, was er gesagt hat, was er getan hat. Von allen biblischen Büchern sind diese vier wahrscheinlich die allerwichtigsten, denn das gesamte Alte Testament weist auf diese vier Evangelien hin, sie weisen auf den Messias hin. Nur in diesen Evangelien sehen wir die Erfüllung all der alttestamentlichen Prophezeiung und all die restlichen Briefe des Neuen Testaments, die Apostelgeschichte, die bauen ja darauf auf, auf dem, was Jesus gesagt und getan hat. Wenn man nicht weiß, was er gesagt und getan hat, dann machen ja die restlichen Schriften des Neuen Testaments keinen Sinn. Markus gehört zu den allerwichtigsten Personen, die jemals gelebt haben.
[22:04] Und Paulus hat das nicht gleich erkannt. Und das zeigt uns auch, was Gott noch alles tun kann, durch Menschen, die wir vielleicht für unfähig erachten. Kennst du jemanden in deinem persönlichen Umfeld, jemanden in deiner Gemeinde, von dem du denkst, der ist nicht geeignet? Für das Werk Gottes, zu schwach, zu wenig Verantwortungsbewusstsein, was auch immer. Und Gott hat vielleicht Pläne für diesen Menschen, dass durch seinen Dienst vielleicht sogar Tausende, Millionen, lieber Johannes Markus, zum Glauben kommen können.
[22:43] Lesen wir weiter. Eine andere Geschichte im Neuen Testament, die ebenfalls den Gedanken der Versöhnung illustriert, ist die Geschichte von Philemon, dem Philemon-Brief. Und auch hier ist Paulus beteiligt. Nicht als einer von denen, die im Streit, im Clinch liegen, sondern als der Vermittler zwischen Philemon und Onesimus. Eine sehr interessante Geschichte. Philemon und Onesimus hatten eine besondere Beziehung, denn Onesimus war der Sklave von Philemon gewesen und hatte auf das Sklaven-Dasein keine Lust mehr und war davongelaufen. Und auch das ist ja in gewisser Weise eine zerbrochene Beziehung, quasi mehr auf einer arbeitstechnischen Ebene.
[23:24] Und Paulus hat diesen Onesimus in Rom getroffen, hat ihn durch den Heiligen Geist zu Christus führen können. Onesimus hat sich bekehrt. Und Paulus schreibt jetzt einen Brief, an dem wir einiges lernen können, auch über christliche Freundlichkeit und das Miteinander. Wir wollen einige Verse hier lesen und die Lektion daraus ziehen.
[23:43] Vers 1. Paulus, ein Gefangener Christi Jesu, und Timotheus, der Bruder an Philemon, unseren geliebten Mitarbeiter. Beachte, wie Paulus sich hier direkt als Gefangener identifiziert. Ganz passend zu dem Thema. Er schreibt jetzt zugunsten eines entlaufenen Sklaven. Und Paulus hat dieses feine Gespür, sich in Menschen hineinzuversetzen und auch mit Menschen zu identifizieren, wie wir das gleich sehen werden. Und er drückt seine Wertschätzung dem Philemon gegenüber aus, der als geliebter Mitarbeiter bezeichnet wird. Auch wir sollten in unserer Arbeit in der Gemeinde unsere Mitarbeiter wertschätzen. Ihnen zeigen, dass wir ihre Arbeit, die sie tun, wertschätzen, dass sie geliebte Mitarbeiter sind. Und Paulus hat hier dieses Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Philemon.
[24:35] Vers 2. Und an die geliebte Appia und Archippus, unseren Mitstreiter, und an die Gemeinde in deinem Haus. Interessant ist hier, dass Paulus sich nicht ausschließlich allein an den Philemon wendet, sondern auch an die Ortsgemeinde, zu der Philemon gehört. Warum? Das gestörte Verhältnis zwischen Philemon und Onesimus, dieser Konflikt sozusagen, diese ungelöste Sache, belastet natürlich auch immer die Ortsgemeinde, in der der Betroffene Mitglied ist. Und Paulus, obwohl er zwar den Philemon ansonsten im restlichen Brief immer nur anspricht, bezieht hier in diesem Vers auch die Ortsgemeinde mit ein, im Bewusstsein, dass auch die natürlich davon profitiert, wenn Philemon seine persönliche Beziehung mit Onesimus wieder ins Reine bringt.
[25:23] Das heißt, wenn wir persönliche Konflikte haben mit jemandem in der Gemeinde zum Beispiel, dann ist das eigentlich immer auch letztlich eine Gemeindeangelegenheit. Das müssen nicht immer alle davon wissen und alle Details kennen. Aber wenn wir eine Beziehung zu jemandem nicht ins Reine bringen, obwohl es an uns wäre, das zu tun, dann leidet die ganze Gemeinde. Und viele Gemeinden sind gelähmt durch zerbrochene Beziehungen zwischen einzelnen Geschwistern, die nicht bereit sind, aufeinander zuzugehen und die Kraft des Heiligen Geistes in ihrem Leben wirken zu lassen, damit eine Heilung möglich ist.
[25:54] Dann lesen wir auf Vers 4. Ich danke meinem Gott und gedenke alle Zeit an dich in meinen Gebeten, weil ich von deinem Glauben höre, den du an den Herrn Jesus hast, und von deiner Liebe gegenüber allen Heiligen, damit deine Gemeinschaft im Hinblick auf den Glauben für Christus Jesus wirksam werde, durch die Erkenntnis all des Guten, das in euch ist. Denn wir haben viel Freude und Trost um deiner Liebe willen, denn die Herzen der Heiligen sind durch dich erquickt worden, lieber Bruder.
[26:18] Paulus betet also oft für Philemon. Er sagt ja, ich gedenke alle Zeit an dich in meinem Gebet. Auch ein wichtiges Prinzip im Miteinander in der Gemeinde, dass wir füreinander beten. Hast du Menschen, für die du immer wieder und immer wieder beständig betest? Und er lobt seine Liebe zu den Heiligen. Er sagt also, ich weiß, wie gut du zu anderen Gläubigen bist. Und das ist eine Basis, auf der er dann gleich ihm auch sagt, schau, du bist so gut zu allen Gläubigen. Sei auch gut zu Onesimus.
[26:46] Wenn wir also vermitteln wollen zwischen Geschwistern, dann lasst uns nicht den Leuten nur sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Lasst uns auch Wertschätzung machen. Wenn wir als Geschwister zu anderen Gläubigen beten, was sie zu tun und zu lassen haben. Lasst uns auch wertschätzen, was die einzelnen Streitparteien vielleicht auch schon Gutes tun, geführt vom Heiligen Geist. Und damit auf dieser Basis sie erkennen, wo sie auch noch ein bisschen Korrekturbedarf haben.
[27:09] So ist Paulus hier vorgegangen in Vers 8 und 9. Darum, obwohl ich in Christus volle Freiheit hätte, dir zu gebieten, was ich geziemt, so will ich doch um der Liebe willen vielmehr eine Bitte aussprechen. In dem Zustand, in dem ich bin, nämlich als der alte Paulus. Ich bin doch ein Gefangener Jesu Christi. Paulus schreibt nicht als ein Befehlender, der sagt, ich bin Paulus, ich bin Apostel, ich sage dir, das sollst du tun. Sondern er schreibt als ein alter Freund. Ich der alte Paulus, ich bitte dich, ich habe folgendes Anliegen.
[27:40] Paulus macht deutlich, er könnte befehlen. Die Sachlage würde das rechtfertigen. Wenn er befohlen hätte, hätte niemand sagen können, Paulus hat hier gesündigt. Aber Paulus will nicht einfach nur das Richtige tun, er will es auch mit Liebe tun. Er will es mit Fingerspitzengefühl tun. Er will es mit Freundschaft tun. Und ich glaube, ein großer Wachstumsbereich in unseren Gemeinden und unseren Familien und Freundschaftskreisen ist es, dass wir manchmal ziemlich genau wissen, oder meinen zu wissen, was das Richtige ist. Aber wir nicht so viel Zeit nehmen, wie der Paulus uns überlegen, wie wir das Richtige in Liebe und in Freundschaft ausdrücken und sagen. Und da können wir wirklich von Paulus lernen.
[28:20] Die Dinge so zu formulieren, nicht als Befehlende, auch wenn wir Recht haben vielleicht, und auch in der Position sind, etwas befehlen zu können, vielleicht in einer Amtsposition in der Gemeinde oder so. Sondern mit dieser Einstellung, mit diesem Fingerspitzengefühl, mit dieser geistlichen Haltung, die der Paulus hier an den Tag legt. Übrigens ganz ähnlich auch mit der Haltung, die der Daniel in Daniel 1 an den Tag legt, wenn er dort die Verantwortlichen bittet, mal zehn Tage es mit veganer Kost zu probieren.
[28:52] Vers 10. Ich bitte dich für mein Kind, das ich in meinen Fesseln gezeugt habe, Onesimus. Schon wieder sieht man, wie sehr Paulus sich mit dieser Idee des Gefangenseins, des Sklaveseins identifiziert. Er betont noch einmal seine Fesseln und sagt zudem, der Onesimus ist mein Kind, ich habe ihn gezeugt. Das was natürlich bedeutet, dass er ihn zu Jesus geführt hat. Das ist so ein bisschen ähnlich wie mit einem Geist, wo der Paulus sagt, dass er um die Geburtswehen leidet, damit sie endlich, damit Christus in Gestalt gewinnt.
[29:19] Und Paulus versucht jetzt dem Philemon deutlich zu machen, dass Onesimus sich verändert hat. Der dir einst ohne Zwarferself, jetzt aber dir und mir nützlich ist, ich sende ihn hiermit zurück. Paulus sagt, ich weiß, wie er früher gewesen ist, aber ich weiß auch, was die Kraft des Evangeliums und die Kraft des Onesimus ist. Und ich weiß auch, was die Kraft des Evangeliums bewirkt hat. Ich habe gesehen, wie der Heilige Geist den Onesimus verändert hat. Und deswegen ist es so entscheidend, dass wir die Kraft des Heiligen Geistes erleben, dass wir Menschen zu Jesus führen, denn wenn wir sie zu Jesus führen, können wir sie auch wieder zueinander führen.
[30:03] Der erste Schritt in der Wiederherstellung der Beziehung zwischen Philemon und Onesimus, war der, dass Onesimus sich wirklich Jesus übergeben hat und zu einem wiedergeborenen Christen geworden ist, dem Heiligen Geist sich hat füllen lassen. Das ist der erste und entscheidende Schritt. Und das muss unsere erste Aufgabe sein. Und dann können wir auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zu heilen helfen.
[30:23] Vers 12. Du aber nimm ihn auf wie mein eigenes Herz. Also Paulus sagt etwas sehr Interessantes. Er sagt zu Philemon, schau mal. Wenn der Onesimus kommt und an deiner Tür klopft, schau ihn an, rede zu ihm und behandle ihn so, als würde ich vor deiner Tür stehen. Was würde passieren, wenn wir in unserer Familie, in unserer Verwandtschaft, in der Gemeinde, die Menschen, mit denen wir relativ schlecht können, so behandeln würden, wie wir unsere besten Freunde behandeln. Also ich bin mir sicher, du hast bestimmt irgendwelche besten Freunde. Leute, die du besonders magst, wo deine Sympathien besonders groß sind, mit denen du viel Zeit verbringst, du weißt, wie du zu diesen Menschen bist, wie du diese Menschen anredest, wie du ihnen auch Fehler vergibst, wie du da alle Augen zudrückst, wenn sie mal etwas falsch machen. Und wenn du jetzt vorstellst, dass diese andere Person, mit der du vielleicht auf Kriegsfuß stehst, sich in der Gemeinde zeigt, warum nicht die Person, mit der du einen Streit hast, so behandeln, als wäre dein guter Freund vor dir.
[31:31] Das ist natürlich eine interessante Idee und sie führt dann einen Schritt weiter, dass wir am Ende natürlich alle Menschen so behandeln sollten, als seien sie Jesus. Das ist die Idee von Matthäus 25, was ihr einem dieser Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Und Paulus nimmt dieses Prinzip und bricht es quasi praktisch greifbar herunter und sagt, behandelt ihn wie mich. Und Paulus zeigt ja, wie sehr das Evangelium verstanden hat, denn genau das, präzise das, ist, was Jesus im himmlischen und christlichen Leben im Untersuchungsgericht und im himmlischen Heiligtumsdienst auch schon vorher als Hoher Priester vor Gott, dem Vater, spricht, wenn der Fall von Onesimus, dem weggelaufenen Rebellen, dem Sünder, verhandelt wird. Wenn er sagt, behandle ihn, den Sünder, so wie mich. Ich stehe an seiner Stadt.
[32:29] Was Paulus hier eigentlich demonstriert, ist der Charakter und die Einstellung Jesu, ist die Gesinnung Jesu. Und wenn wir das Werk Jesu verstehen, wenn wir Jesus zu unserem besten Freund haben, wenn der Heilige Geist in unserem Herzen wohnt, dann können wir auch anderen helfen. Das ist so entscheidend, dass unser Reden und unser Tun das Wesen und die Gedanken Jesu widerspiegeln. Dann können Beziehungen wirklich heilen, nicht nur gekittet werden, sondern wirklich heilen.
[33:07] Vers 13 und 14. Ich wollte ihn bei mir behalten, damit er mir an deiner Stelle diene, in den Fesseln, die ich um des Evangeliumswillen trage. Aber ohne deine Zustimmung wollte ich nichts tun, damit deine Wohltat nicht gleichsam erzwungen, sondern freiwillig sei. Paulus möchte nicht primär, dass der Onesimus wieder zurückgeht und Sklave bei Philemon ist, weil das manchmal so behauptet wird. Paulus' eigentlicher Wunsch ist, dass Onesimus jetzt ein Mitarbeiter, ein Missionar, ein Mitarbeiter Paulus sein kann. Aber er will das nicht erzwingen, sondern er geht den langen Weg, er geht den umständlichen Weg, der allen die Möglichkeit gibt, sich einzubringen und auch dem Philemon die Möglichkeit gibt, das auch freiwillig zu unterstützen.
[33:47] Vers 15 und 16. Denn vielleicht ist er darum, auf eine kurze Zeit von dir getrennt worden, damit du ihn auf ewig besitzen solltest, nicht mehr als einen Sklaven, sondern, was besser ist als ein Sklave, besonders für mich, wie viel mehr aber für dich, sowohl im Fleisch als auch im Herzen. Also ganz deutlich, der Paulus möchte nicht, dass einfach der alte Zustand zwischen Philemon und Onesimus wiederhergestellt wird als Herr und Sklave, sondern er möchte, dass eigentlich Onesimus als Mitarbeiter für ihn wirken kann. Aber rechtliche Erwägungen, damals im Römischen Reich sehr wichtig waren, auch beim Sklavendienst, machen es zunächst einmal notwendig, dass auch der Philemon gefragt wird, aber weitaus wichtiger, als rechtliche Erwägungen, ist die Haltung Jesu, die sich hier zeigt und die auch dem Philemon zugesteht, sich einbringen zu dürfen in diese ganze Frage.
[34:42] Damit nämlich der Onesimus für Gott arbeiten kann, basierend auf einer geheilten Beziehung, der mit seiner Vergangenheit abgeschlossen und aufgearbeitet ist. In Vers 17 finden wir noch einmal diese Idee, dass der Paulus sich quasi an seine Stelle stellt. Dort heißt es hier in Vers 17, wenn du mich nun für einen hältst, der Gemeinschaft mit dir hat, so nimm ihn auf wie mich selbst. Und dann verbirgt er sich sogar für den Onesimus, Vers 18 und 19. Und wenn er dir was Schaden zugefügt hat, oder etwas Schuldiges, so stelle das mir in Rechnung. Ich, Paulus, schreibe es eigenherrlich. Ich will es erstatten. Ich will ja nicht davon reden, dass doch du dich selbst mir schuldig bist.
[35:23] Paulus sagt ganz deutlich, ich stehe für Onesimus ein. Ich stehe vor ihm sozusagen. Und was immer da vielleicht noch an finanziellen, materiellen Forderungen eine Rolle spielt, ich werde mich darum kümmern. Und das ist genau das, was Jesus für mich getan hat. Das ist genau das, was Jesus für dich getan hat oder tun möchte. Nämlich, dass er an unserer Stelle steht und für uns eintritt. Und sagt, das ist mein geliebter Freund. Das ist der, dem ihr nachfolgt. Und ich möchte gern, dass du, Vater, und dieser Sünder wieder in Einheit sind.
[35:54] Nun, den Philemon musste man erst noch überzeugen. Gott, den Vater muss man natürlich nicht überzeugen. Das ist nur ein Abbild, natürlich. Nur ein schwacher Vergleich. Aber es zeigt uns, was Jesus für uns tut. Und wie sehr Paulus den Jesus wirklich verstanden hat. In dieser Sache.
[36:10] Vers 20 und 21. Ja, Bruder, lass mich von dir Nutzen haben im Herrn. Erquicke mein Herz im Herrn, im Vertrauen auf deinen Gehorsam. Schreibe ich dir, weil ich weiß, dass du noch mehr tun wirst, als ich dir sage. Der Paulus schreibt dies nicht im Sinne, um ihn irgendwie überreden zu müssen, obwohl er dich denkt, der Philemon ist bestimmt dagegen. Sondern er schreibt das sehr höflich in dem Bewusstsein, dass so wie er Philemon kennt, Philemon ihm noch weitaus mehr entgegen gehen wird, als Paulus das hier andeutet.
[36:41] Und das zeigt auch, wie sehr Paulus den Menschen Gutes unterstellt hat. Paulus schreibt nicht mit dem Bewusstsein, wahrscheinlich wird er es eh nicht machen, sondern er schreibt in dem Bewusstsein, wahrscheinlich wird Philemon noch mehr tun für mich, als ich ihn bitte. Wie viel Gutes bzw. Schlechtes unterstellst du Menschen in deiner Kommunikation mit ihnen? Gott unterstellt Menschen immer zunächst das Gute. Das sieht man ganz deutlich im Garten Eden, das sieht man am Jakobsbrunnen. Selbst dann, wenn er es gegenteilig weiß. Wieviel mehr sollten wir, die wir nie das Herz der anderen Menschen kennen, erst einmal davon ausgehen, dass der andere auch das Beste will und den Menschen so behandeln. Weil das offenbart die Liebe Gottes und das heilt Beziehungen.
[37:30] Nun, eine andere Geschichte, die im Neuen Testament von Spaltung erzählt ist, die Geschichte der Gemeinde Korinth. In 1. Korinther finden wir den Grund der Spaltung dieser Ortsgemeinde. In Kapitel 1 und dort ab Vers 11 heißt es, mir ist nämlich meine Brüder durch die Leute der Chloé bekannt geworden, dass Streitigkeiten unter euch sind. Ich rede aber davon, dass jeder von euch sagt, ich gehöre zu Paulus, nicht aber zu Apollos, nicht aber zu Kephas, nicht aber zu Christus. Ist Christus denn zerteilt? Ist etwa Paulus von euch gekreuzigt worden oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft?
[38:05] Die Gemeinde von Korinth war gespalten, die Beziehungen waren zerbrochen, weil verschiedene Parteien sich gebildet hatten. Man schaute zu sehr auf einzelne Menschen, erhöhte Menschen höher, als sie sein sollten und fing jetzt an mit Rivalitäten und mit so einem Parteigeist. Und das hat die Beziehungen zerbrochen. Und die Frage ist, gibt es das heute auch in unseren Ortsgemeinden, in unserer weltweiten Gemeinde? Ist das etwas, was auch heute noch ein Thema ist, dass wir uns an Menschen festhalten und sagen, ich folge dem und wenn du gegen den bist, dann bist du auch gegen mich. Wie viele Menschen haben Streit in der Gemeinde, nur weil sie einen anderen Bruder unterschiedlich bewerten, unterschiedlich seine theologischen Aussagen sehen und deswegen den Eindruck haben, dass auch sie selbst untereinander im Streit sein müssen, persönlich. Wo doch dieser Bruder, um den es geht, auch nur ein Bruder ist, der sich irren kann oder die Wahrheit sagen kann. Aber das basiert letztendlich immer auf der Bibel und deswegen muss man sich ja nicht miteinander persönlich streiten.
[39:09] Paulus geht dieses Problem folgemaßnahmen ab Vers 5, in Kapitel 3 heißt es, 1. Korinther 3, ab Vers 5. Wer ist denn Paulus und wer Apollos? Was sind sie anders als Diener, durch die ihr gläubig geworden seid? Und zwar, wie es der Herr jedem gegeben hat. Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. So ist also weder der etwas, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt.
[39:35] Paulus möchte den Blick wegwenden von den Menschen, von den Leitern, von den Evangelisten, sondern von denen, die irgendwie vielleicht auf die Leute schauen. Er möchte den Blick hinwenden auf Jesus. Wenn du etwas wirklich Wertvolles in deiner Gemeinde tun möchtest, arbeite dafür, dass jedes einzelne Glied auf Jesus schaut. Weg vom Prediger, weg vom Gemeindeältesten, weg vom Lieblingsevangelisten, weg von irgendwelchen Menschen, wir dürfen natürlich alle diese Menschen mal anschauen und mit ihnen reden, keine Frage, aber weg von dieser Abhängigkeit von anderen. Wirke dafür, dass Menschen auf Gott schauen, der allen, dem Prediger, dem Gemeindeleiter, dem Vereinigungsvorsteher, dem Lieblingsevangelisten, allen die Gaben gibt, die sie haben und der allein zu ehren ist und zu loben ist.
[40:25] Festachte dabei, welcher pflanzt und der, welcher begießt sind eins, jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen, entsprechend seiner eigenen Arbeit. Gott kümmert sich um den Lohn. Wir müssen nicht auf Erde, schon unserem Lieblingsprediger den Applaus spenden, von dem wir denken, dass er ihn verdient hat. Denn Paulus sagt, wir sind Gottes Mitarbeiter. Ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt. Ein anderer aber baut darauf, jeder aber gebe Acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus, das Fundament der Ortsgemeinde, das Fundament der weltweiten Gemeinde, das Fundament der christlichen Gemeinde, das Fundament der Adventgemeinde ist Jesus.
[41:10] Und was wir tun können, um Jesus im Bewusstsein der Geschwister zu halten, im Bewusstsein unserer Beziehung, dass unsere Beziehungen auf Jesus Christus Grund sind, das müssen wir tun. Paulus sagt, ich habe als ein weiser Bauarbeiter den Grund gelegt. Welchen Grund hat er gelegt? Er hat nicht sich selbst gepredigt. Er hat nicht gesagt, schaut auf mich, ich bin derjenige, der euch in den Himmel führen kann. Er hat nicht auf Kephas gezeigt und auf Apollos und gesagt, du musst dir folgen. Er hat auf Jesus gezeigt. Wie sehr bemühst du dich, dass die Geschwister in deiner Gemeinde Jesus folgen? Das ist der Grund, den Paulus gelegt hat. Und daran erinnert er sich jetzt hier wieder.
[41:51] In 1. Korinther 12 gibt er ein wichtiges Ansatzprinzip an. Er zeigt, dass der Heilige Geist ausgegossen worden ist, damit jedes einzelne Gemeindeglied, unabhängig davon, ob sie Apostel sind oder nicht, geistliche Gaben ausleben kann zur Auferbauung der ganzen Gemeinde. Vers 7, jedem wird aber das offensichtliche Wirken des Geistes zum allgemeinen Nutzen verliehen. Gott gibt Geistesgaben, damit es der ganzen Gemeinde nützt. Gott möchte nicht, dass die Gemeinde von einem Apollos und von einem Kephas und von einem Paulus abhängt, die vielleicht noch als Reisende nur ab und zu anwesend sind und die man sonst nur über Briefe kennenlernt. Nein, er möchte, dass in der Ortsgemeinde, dort, wo die Menschen selbst sind, der Geist am Wirken ist. Durch die geistlichen Gaben, die er gegeben hat.
[43:35] Vers 11, dies alles aber wirkt einer derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will. Paulus sagt mit anderen Worten, derselbe Geist, der mir die Gabe gibt, tolle Briefe zu schreiben und dem Petrus die Gabe gibt, tolle Predigten zu halten und der dem Apollos die Gabe gibt, so feurig im Geist zu sein. Derselbe Geist wirkt auch in euch, wenn ihr es zulässt. Derselbe Geist kann euch Gaben geben, die niemand von uns vielleicht hat, die aber genauso wichtig sind für die Gemeinde und deswegen den Heiligen Geist einzuladen, ihn wirken zu lassen, ihm Raum zu geben, alles zu entfernen, was den Heiligen Geist hindern könnte und zu segnen, das ist die entscheidende Aufgabe. Das heilt Gemeinde. Der Heilige Geist alleine kann die Gemeinde heilen.
[43:13] Vers, Kapitel, ähm, 2. Korinther 10 und dort Vers 12, 2. Korinther 10, Vers 12, denn wir wagen es nicht, uns denen zuzurechnen oder gleichzustellen, die sich selbst empfehlen, sie aber sind unverständlich, sie müssen sich an sich selbst messen und sich mit sich selbst vergleichen. Paulus gibt dann in weiteren Versen deutlich zum Ausdruck, dass er sich nicht übermäßig loben will, sich nicht übermäßig erheben will, sondern der Maßstab ist nicht er selbst, der Maßstab ist Jesus.
[44:44] Die Beziehung in der Gemeinde heilen, wenn jeder Einzelne Jesus zum Maßstab hat, statt sich selbst zum Maßstab zu machen und alles mit sich zu vergleichen. Wenn wir anfangen, unsere Geschwister mit uns zu vergleichen, dann ist die Problematik programmiert. Wir müssen Jesus als Maßstab aller Beziehungen haben und dann wird es der Gemeinde auch gut gehen.
[44:15] Was also ist Vergebung? Wir haben heute schon im Eingang den Text gelesen in Römer 5 und wir wollen es noch einmal hier tun. In Römer 5, Vers 8 und 10 sehen wir das Wesen echter Vergebung, die auf der Liebe Gottes basiert. Römer 5, Vers 8 und 10. Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Vers 10. Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch den Tod seines Sohnes?
[44:56] Die Vergebung Gottes ist bedingungslos. Man muss sich nicht erst dafür qualifizieren. Die einzige Qualifikation für die Vergebung Gottes ist unsere Hilflosigkeit, unsere Bedürftigkeit. Dass wir sie brauchen und uns das bewusst ist. Und wir einfach sagen, ich brauche dich und dann bekommen wir die Vergebung. Wir bekommen die Buße geschenkt, wir bekommen die Vergebung geschenkt, wir bekommen den Heiligen Geist geschenkt, wir bekommen die Rechtfertigung, die Heiligung. Weil wir bereit sind einzugestehen, dass wir es brauchen, bedingungslos.
[45:26] Deswegen sollte auch unsere Vergebung anderen gegenüber bedingungslos sein. Wenn wir den Eindruck haben, ich vergebe ihm, wenn er sich ändert erst einmal. Wenn er mal einsieht, dass er das falsch gemacht hat. Wenn er angekrochen kommt, das würden wir nicht sagen, aber das denken wir vielleicht. Wenn er zu mir kommt, dann werde ich schon bereit sein, ihm zu vergeben. Nein, echte Vergebung, die das Kreuz Jesu vor Augen hat, ist bereit, dem anderen zu vergeben, auch wenn er noch keinen einzigen Zentimeter sich bewegt hat.
[45:58] Das hat Gott gemacht. Im Garten Eden hat Adam gefragt, hat Eva gefragt, die haben die Schuld abgeschritten, die haben auf andere verwiesen, die haben sich nicht einen Zentimeter bewegt, die konnten sich auch nicht bewegen, weil sie waren in Sünde gefangen. Und hätte Gott auf sie gewartet, hätte er etwas Unmögliches erwartet, denn die Menschen können ohne seinen Heiligen Geist sich nicht bewegen. Gott musste in Vorleistung gehen. Und so hat Gott ihnen die Möglichkeit der Erlösung prophezeit, vorhergesagt, als Verheißung gegeben, auf Grundlage derer, durch den Glauben, die Menschen jetzt frei werden konnten und sich dadurch auch auf Gott zubewegen konnten. Gott macht den ersten Schritt, Gott vergibt.
[46:44] Und so ist es auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Wenn wir die Gnade Gottes durch das Kreuz erfahren haben, wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt sind, dann haben wir diese Liebe Gottes in unserem Herzen. Denn der Paulus sagt im selben Kapitel in Römer 5, Vers 5, die Hoffnung aber lässt nicht zustande werden, denn die Liebe Gottes, die Liebe von Vers 8 und Vers 10, die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Dieselbe Liebe wird jeder haben, der vom Heiligen Geist erfüllt ist.
[47:14] Wenn wir vom Heiligen Geist erfüllt sind, werden wir bereit sein, einem anderen zu vergeben, auch wenn er nicht ein einziges Sterbenswörtchen von Entschuldigung gesagt hat. Bedingungslos. Dann fließt die Liebe Gottes durch uns und sagt, ich vergebe dir. Und das ist die Vergebung Gottes, die Beziehungen heilt.
[47:35] Jesus hat das getan, Lukas 31, Vers 34. Lukas 23, Verzeihung, Lukas 23, falsch im Sendemanuskript, Lukas 23 und dort Vers 34. Jesus aber sprach, Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie teilten aber sein Gewand und warfen es los drüber. Jesus sagt das nicht, weil die römischen Soldaten sagen, bitte, bitte, bitte, vergib uns. Nicht, weil die Pharisäer sagen, oh, jetzt fällt es uns ein, dass wir etwas Falsches gesagt haben. Nicht, weil die Verbrecher plötzlich sagen, ach, wir haben es ganz anders gemeint. Nein, er sagt, obwohl niemand ihn darum bittet, vergib ihnen.
[48:15] Diese Vergebung hätten alle annehmen können. Nicht alle haben das getan. Aber der, der diese Vergebung, das hörte und die Vergebung in Anspruch nahm, nämlich der eine Schächer am Kreuz, der erhielt sie noch am selben Tag. Die Verheißung des ewigen Lebens. Wenn wir anderen vergeben, heißt das nicht, dass alle Beziehungen heilen werden, denn es gehören ja immer auch zwei zu einer Beziehung. Auch Jesus konnte sich nicht mehr mit allen Menschen versöhnen. Das ist unmöglich, weil nicht alle, das heißt unmöglich, er kann es nicht erzwingen. Und viele Menschen werden seine Erlösung nie annehmen. Aber Jesus hat die Grundlage geschaffen durch seinen Tod am Kreuz. Und jeder, der das annahm, der konnte diese Vergebung erhalten.
[49:02] Schauen wir in 2. Korinther 5, und dort Vers 21. 2. Korinther 5 und dort Vers 21. Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, das ist Gott, also Gott hat den, also Jesus, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.
[49:28] Wie ist die Erlösung möglich? Dadurch, dass Jesus sich mit unserer Sünde identifiziert hat, obwohl er nichts damit zu tun hat, er hat sie nie begangen. Und das ist die Grundlage der Vergebung. Wärst du bereit, aus Dankbarkeit für das, was Jesus getan hat, auch einmal die Konsequenzen zu tragen von der Schuld von anderen, von Fehlern, statt immer nur darauf zu pochen, dass du ihm recht bist und der andere falsch liegt, dich eher mit den Fehlern und den Schwächen des anderen zu identifizieren, um ihm helfen zu können?
[50:06] Nun, versteht mich ganz richtig, wir können nicht die Schuld, die Sünde anderer auf uns nehmen. Selbst wenn wir das wollten, wie Paulus und Mose. Wir können nicht für einen anderen sterben, aber wir können diese Geisteshaltung von Jesus reflektieren, so wie Paulus, die reflektiert den Brief an den Philemon und sagt, ich bin bereit, für den Onesimus einzustehen. Alle seine Schuld, die nehme ich auf mich. Er hat dir finanziellen Schaden hinterlassen, aber ich bin bereit, dafür einzustehen. Ich bin bereit, diesen Fehler auf mich zu nehmen, obwohl ich dir gar nichts schulde, persönlich.
[50:42] Dann heilen Beziehungen, wenn wir bereit sind, nicht nur recht zu haben, sondern so wie Gott gerecht zu sein. Gottes Gerechtigkeit ist nicht Rechthaberei. Gott sagt nicht, ich habe recht, du bist falsch. Gott sagt, du bist mit dem, was du getan hast, falsch. Deswegen bezahle ich die Konsequenzen dafür, damit wir wieder Einheit haben können. Das ist die Gerechtigkeit Gottes. Dass die Gerechtigkeit, als Luther das verstanden hat, hat er plötzlich gesehen, wie wahre Einheit mit Gott funktionieren kann. Gott entschuldigt nicht die Sünde, aber er nimmt sie auf sich.
[51:22] Wie entsteht echte Versöhnung in der Gemeinde? Nicht indem wir die Fehler ignorieren, sondern indem wir sie auf uns nehmen, damit sie entfernt werden können aus der Beziehung. Statt Rechthaberei zu betreiben, echte göttliche Gerechtigkeit, die uns ja verliehen werden soll, mit der wir bekleidet werden. Vielleicht hast du einen Menschen, von dem du weißt, ich müsste wirklich in der Kraft des Heiligen Geistes, nachdem ich noch einmal die Sache vor Gott gebracht habe, um Vergebung bitten oder ihm Vergebung zuteilwerden lassen. Ich muss hier eine Lösung finden. Der Streit muss aufhören.
[51:58] Dann warte nicht bis morgen, wann immer du dieses Video siehst. Schau in Epheser 4 und dort Vers 26. Das heißt es in Epheser 4, Vers 26, zürnt ihr so sündigt nicht, die Sonne gehe nicht unter über eurem Zorn. Wenn es dir jetzt bewusst ist, du musst einem Menschen Vergebung anbieten, du musst einem Menschen Heilung der Beziehung anbieten, eine zerbrochene Beziehung wieder gerade rücken, dann warte nicht bis morgen oder übermorgen. Wenn es dir heute klar ist, du heute verstehst, was du tun sollst, versuch es nur heute zu tun. Bete darum und tue den Schritt, den du heute schon tun kannst. Tue das, was in deiner Macht steht und Gott wird es segnen.
[52:40] Was wäre, wenn aufgrund dieses Bibelstudiums, dieser Sabbatschule, jeder, der sich mit diesem Thema befasst, jeder, der dieses Video sieht, sich vornimmt, eine Beziehung, die zerbrochen ist, zu heilen. Würde nicht dann dieses Studium enorm viel verändern für die Sache Gottes in seiner Gemeinde?
[53:06] In Matthäus 18 haben wir zum Schluss den Auftrag Jesu, wie wir umgehen sollten mit Streitigkeiten in der Gemeinde. Und dort finden wir dieses interessante Prinzip auf Vers 15, wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zu Recht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Das Ziel ist ja nicht, den Menschen zu sagen, wo er falsch liegt. Das Ziel ist, den Menschen zu gewinnen.
[53:27] Vers 16, hört aber nicht, so nimm noch einen oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hört aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört aber auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner. Die Idee hier ist, dass ein Bruder, eine Schwester durchaus aus der Gemeinde ausgeschlossen werden kann. Aber das bedeutet ja nicht, dass die Beziehung jetzt immer zerbrochen sein muss. Ein Bruder oder ein Zöllner soll für Jesus gewonnen werden. Einem Heiden oder Zöllner gegenüber hat sich Jesus so liebevoll wie nur möglich verhalten. Der Heide oder Zöllner war zwar nicht Mitglied der Gemeinde, und so müssen manchmal vielleicht auch Menschen aus der Gemeinde ausgeschlossen werden wegen offener Sünde, die nicht aufgegeben werden will. Aber das heißt nicht, dass wir nicht aufhören, das heißt nicht, das heißt, dass wir trotzdem weiterhin diesen Menschen so nachgehen sollen, wie Jesus, um sie zu gewinnen, um die Beziehung wieder zu heilen.
[54:14] Die Beziehung zwischen Gott und den Menschen, die Beziehung zwischen uns. Lieber Freund, liebe Freundin, gibt es eine Person, von der du jetzt weißt, nachdem du das hier gesehen, gelesen und gehört hast, ich muss mit ihr eine Sache klären. Zögere nicht. Wahrscheinlich werden mehr als tausend Menschen dieses Video sehen. Was wäre, wenn jeder Einzelne, der dieses Video sieht, sich vornimmt, mit einer Person werde ich noch heute sprechen, sie anrufen, ihr eine E-Mail schreiben, irgendetwas tun. Einen Schritt gehen, in dem Wunsch, eine Beziehung zu heilen.
[54:47] Was wäre, wenn aufgrund dieses Videos mehr als tausend Beziehungen heilen, an einem Tag, in einer Woche? Würde das nicht einen enormen Schub geben für die Gemeinde Gottes, für das Wirken des Heiligen Geistes? Lasst uns alles aus dem Weg räumen, was den Heiligen Geist hindert, unsere Gemeinde zu segnen. Lasst uns nach Frieden und nach Eintracht trachten. Lasst uns Beziehungen, so viel es an uns liegt, heilen, indem wir zu Jesus gehen und uns mit seinem Heiligen Geist erfüllen lassen, um dann die Gnade Gottes, die er uns gezeigt hat, anderen auch zuteilwerden zu lassen, indem wir so handeln und so reden wie Jesus. Ist das dein Wunsch?
[55:30] Gott segne dich in deinem Versuch, dein Bemühen, Beziehungen wieder zu heilen und zerbrochene Beziehungen zu Jesus zu bringen. Gott segne dich, nächste Woche sehen wir uns hier wieder, um ein weiteres Thema zu studieren. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.
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