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Manuskript zur Sendung >>> Lektion 9 – Eine gewinnde Einstellung entwickeln

In dieser Predigt aus der Cannstatter Study Hour 2020 Q3 geht es darum, wie man eine gewinnende Einstellung entwickelt, um Freunde für Gott zu gewinnen. Marc Kynast beleuchtet anhand biblischer Beispiele, wie wichtig Offenheit, die Ablegung von Vorurteilen und die Bereitschaft zur Annahme anderer sind. Es wird betont, wie Jesus selbst mit Menschen umging und wie wir durch seine Nachfolge lernen können, echte Verbindungen aufzubauen und andere für den Glauben zu gewinnen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2020 Q3: Freunde für Gott gewinnen

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Transkript

[0:22] Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Cannstatter Die. Für alle, die nicht wissen, was die Cannstatter Study Hour ist: Wir sind die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten, eine christliche Organisation, und wir nehmen jede Woche ein biblisches Thema durch und sprechen dann am Wochenende im Gottesdienst darüber.

[0:40] Und dieses Mal geht es um das Thema: Eine gewinnende Einstellung entwickeln. Das heißt nicht gewinnen im Glücksspiel oder sonstwas, sondern gewinnen von Freunden. Ich habe heute Material mitgebracht, wie auch dieses Buch. Wir werden später darin lesen. Und wenn dich das Thema interessiert, dann bleib doch jetzt einfach bei uns.

[1:06] Ich möchte zum Beginn mit dir beten. Großer Gott, ich danke dir, dass du uns das Thema Freundschaft und Freunde gewinnen gegeben hast, wo wir darüber nachdenken können. Und ich bitte dich, dass du uns zusammen zu guten Gedanken führst, die wir in unserem Leben anwenden können. Danke dir. Amen.

[1:30] Okay, diese Lektion wird darum gehen, wie ich jetzt Freunde mir aneignen kann, gewinnen kann, wie ich Menschen ansprechen kann. Und wir werden es natürlich biblisch auch betrachten. Und zu Beginn möchte ich mit euch einen Vers lesen, auch schon in der Bibel lesen. Das ist unser Leitvers, und zwar steht er in 1. Petrus 3, Vers 15.

[1:58] "Heiligt aber den Herrn Jesus Christus in euren Herzen, seid allezeit bereit zur Verantwortung für jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist." Also simpel gesagt: Lebe so in deinem Herzen, Herr, dass du Jesus Christus Ehre machst. Und wenn dich jemand fragt, dann gib auch Rechenschaft über das, was er sich gefragt hat, und zwar über die Hoffnung, die in dir ist.

[2:31] Nun, ich möchte besonderen Augenmerk auf den Teil des Verses legen, der von dir Rechenschaft fordern nicht. Jeder Mensch möchte alles, und wir wissen, aber wenn er was von mir wissen will, wenn er Rechenschaft von mir fordert, was sage ich ihm dann? Wie gehe ich dann auf ihn zu? Jesus kann den Gesprächen keine Grenze. Und zwar seine Liebe war so groß, dass er in Gesprächen immer auf das Individuum eingehen konnte, und vor allem dann, wenn Leute ihm was gefragt haben, Rechenschaft von ihm gefordert haben.

[3:06] Deswegen möchte ich mich mit dir dieses Mal darum drehen: Wie ist deine Liebe im Gespräch? Wo hört sie auf? Dann möchte ich dich fragen: Wann bist du denn in Gesprächen genervt? Und welche Gespräche möchtest du gar nicht führen? Dann die Frage: Wann wird für dich ein Gespräch zu einer Freundschaft? Und zuletzt: Wie kannst du dann eine Freundschaft gewinnen?

[3:36] Ich habe diese Betrachtung, dieses Thema in vier Tage aufgeteilt. Und der erste Tag wäre es Sonntag. Und ich habe ihn überschrieben mit "Open Minded". Ja, also die Einstellung, wie ich auf andere zugehe und empfangsbereit bin. Ja, und dafür wollen wir uns eine biblische Geschichte anschauen, die in Johannes 4 steht. Und wenn du eine Bibel hast, dann kannst du dir auch hier nachschlagen. Ansonsten, ich lese vor Johannes 4 ab Vers 27.

[4:12] Und zwar geht es hier um eine Frau, die aus Samarien ist, und Jesus soll mit seinen Jüngern unterwegs sein. Und die Frau ist am Samarien hat eben zu dem Geschlecht der Samariter gehört. Und die Jünger waren jüdisch und mochten die Samariter nicht. Ja, für die nicht-jüdisches Volk. Und wir lesen hier ab Vers 27: "Darüber kamen nun seine Jünger hinzu und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Doch sie sprach: Was fragst du oder was redest du mit mir?"

[4:49] Also, die Jünger kommen her. Man hat eine Barriere im Kopf, und sie trauen sich aber nicht zu sagen: Was, Jesus, was redest du mit dieser Frau? Und man sieht hier schon, Jünger Jesu haben hier ein Vorurteil, ja, und wären gar nicht offen gewesen, um mit dieser Frau zu reden.

[5:16] Nun, Jesus kommt gegenteilig. Er redet ja schon mit der Frau. Er hat keine Vorurteile. Vers 28 und 29: "Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und sprach zu den Leuten: Kommt, ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Ist dieser nicht etwa der Christus?"

[5:35] Die Frau war von diesem Gespräch so beflügelt, dass sie in ihr Dorf ging und die Leute darauf hinweisen wollte, dass sie jemanden gefunden hat, der ihr gesagt hat, was sie alles in ihrem Leben getan hat. Also ein Profit zumindest schon mal. Und Jesus hat es also augenscheinlich geschafft, dass er die Frau im Gespräch so mitgerissen hat, dass die Frau voller Freude war.

[6:03] Nun, wie ist es bei uns? Kriegen wir das hin, Leute im Gespräch mitzureißen und glaubwürdig zu sein? Vers 30: "Da gingen sie, die anderen Leute aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm." Das heißt, die Frau war so eindrücklich, glaubwürdig, dass sie wiederum andere Leute mitgezogen hat, die dann auch außerhalb der Stadt zu Jesus kamen.

[6:29] Nun, ich habe mir hierzu aufgeschrieben, dass ein gutes Gespräch Resultate bringt, so wie man zum Beispiel eine gute Predigt glaubt und dadurch neue Stärke und neuen Mut bekommt. So, 1.39: "Vorher ein bisschen weiter lesen: Es glaubt man ihn, viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, welche bezeugte: Er hat mir doch alles gesagt, was ich getan habe."

[6:56] Nun, jetzt kommt es dazu, dass andere Leute, die dazugekommen sind, auch an Jesus glauben. Und das nur, weil ein Gespräch stattgefunden hat. 40: "Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, dass er bei ihnen bliebe. Und er blieb zwei Tage da."

[7:13] Noch schöner: Jesus wird jetzt eingeladen, bei ihnen zu bleiben, bei den Freunden der Samariterin. Ich habe gesagt, dass das, was man das auch, und ich habe gedacht, das muss auch so sagen können: "Die Amigos, du, meine Freunde sind deine Freunde." Und Jesus soll jetzt also bei den Freunden bleiben.

[7:36] Vers 41: "Und noch viele mehr glaubten um Jesu Wortes willen." Das heißt, der Glaube, der in der Frau angefangen hat, hat sich vermehrt. Es ist auf die Leute übergegangen. Die Leute konnten Jesus vertrauen, glauben schenken.

[7:53] Vers 42: "Und sie sprachen ganz zu der Frau: Wir glauben nun nicht mehr um deiner Rede willen, denn wir haben selber gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Christus ist, der Heiland der Welt." Ja, ich denke, es kann nicht positiver verlaufen, wenn man sich Freunde machen möchte, dass man mit einer Person im Gespräch anfängt. Und nun glaubt schon fast das ganze Dorf an die Worte, die gesagt wurden.

[8:15] Nun, schlussendlich hatte diese Sache noch weitreichendere Folgen. Und wir wollen dazu mal Apostelgeschichte 8 betrachten. Apostelgeschichte kommt nach dem Evangelium, und hier wird berichtet, was die Jünger erlebt haben, nachdem Jesus in den Himmel aufgefahren ist.

[8:36] Oder in der Apostelgeschichte 8, Vers 4 steht: "Da nun die Jünger dann zerstreut waren, gingen sie umher und predigten das Wort." Also, Jünger führten das Werk Jesu weiter.

[8:48] Vers 5: "Philippus aber kam hinab in eine Stadt in Samarien und predigte ihn in Christus." Philippus geht also als Missionar nach Samarien, wo Jesus vorher schon war, und die Frau vorher schon war.

[9:03] Und 14: "Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass der Mann das Wort Gottes angenommen hatte, sollten sie zu ihnen Petrus und Johannes." Interessant, was lesen wir hier? Samarien hat das Wort angenommen. Das heißt, nicht nur die Freunde der Frau, sondern es hat sich komplett verbreitet. Die Leute wurden offen, und ganz Samarien hat das Evangelium angenommen.

[9:28] Nun, ich habe nach jedem Tag, nach jeder Überschrift mir einen Lerneffekt aufgeschrieben. Und was wir hier lernen können, ist: Sei einfach offen, lass dich nicht von einer ablehnenden Haltung abschrecken. Also, die Jünger haben ja die Frau abgelehnt. Die Frau hat es scheinbar erst mal nicht interessiert, und umgekehrt.

[9:49] Lege auch du deine Vorurteile ab und dadurch auch eine ablehnende Haltung. Das heißt, die Jünger konnten niemanden zu Jüngern machen, weil sie eine ablehnende Haltung gegenüber der Frau hatten. Und so konnten sie die Frau auch nicht erreichen.

[10:03] Das heißt, Empfangsbereitschaft, Open Minded sein, ist der Schlüssel zu einem Gespräch. Kommen wir zum Montag. Ich habe es überschrieben als "Er die Tube Einstellung ist meine Einstellung im Gespräch mit anderen Menschen."

[10:21] Und hierzu wollen wir mal lesen, was Apostel Paulus gesagt hat über seine Einstellung zu anderen Menschen. Und zwar lesen wir das in 1. Korinther 9 ab Vers 19.

[10:40] "Und so bin ich frei von jedermann, aber habe mich doch zu jedermann zum Knecht gemacht, damit ich so viele wie möglich gewinne. Und den Juden bin ich geworden wie ein Jude, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden wie unter dem Gesetz, damit ich die, welche unter dem Gesetz sind, gewinne."

[10:59] Also, Paulus sagt von sich selber: Ich bin ein freier Mann, aber ich habe mich auch so, wir sind zu Knechten gemacht. Das heißt, ich bin zu den Leuten gegangen, die unterdrückt wo, und habe mich mit denen unterhalten. Und das sagt: Ich bin zu den Juden gegangen und bin zu den Juden in die Industrie, das typische Millionen, habe mich mit denen unterhalten, wie sie sich unterhalten. Und er sagt: Ich bin auch denen, die keine jüdischen Gesetze befolgen, war ich auch ein Gesetzloser geworden.

[11:30] Also, ich habe mich auch mit den Leuten, die nichts mit dem Glauben zu tun haben, beschäftigt und Gespräche gehabt. Vers 21: "Und denen, die ohne Gesetz sind, bin ich wie ohne Gesetz geworden, obwohl ich doch nicht ohne Gesetz bin vor Gott, sondern unter dem Gesetz von Jesus Christus, damit ich auch die, welche ohne Gesetz sind, gewinne."

[11:50] "Zwar sollen sich den Schwachen bin ich geworden wie ein Schwacher, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auch viele weise etliche hätte." Das heißt, Paulus möchte ich sagen: Ich habe einfach alles gegeben. Ich habe probiert, mich mit jedem gut zu verstehen und den Leuten von Jesus zu erzählen.

[12:11] Nun, wie war das bei den Jüngern? Wir haben jetzt schon die Begebenheit gehabt, dass sie die Frau aus Samarien nicht am Namen. Und was wollen wir noch eine weitere Begebenheit betrachten, wie sie ihre Einstellung gezeigt haben, wie sie ihre Wut in Gesprächen mit anderen gezeigt haben? Und das finden wir in Matthäus 15, 21 bis 28.

[12:38] Das heißt, wir gehen noch mal in das Evangelium Matthäus 15, 21 bis 28. Es geht um eine Frau aus Kanaan. Und Kanaan war ja in Samarien, eine nicht respektierte Gegend, ein nicht respektiertes Volk von den Juden. Und hier steht am 22: "Jesus ging weg von wo er war und zog sich in die Gegend nach Tyros und Sidon zurück."

[13:15] Und eine kanaanäische Frau kam aus dieser Gegend und schrie und sprach: "Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen! Meine Tochter wird von einem Dämon schlimm geplagt." Und er antwortete kein Wort.

[13:30] Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: "Schick doch diese Frau weg, denn sie schreit uns nach." Er antwortete und sprach: "Ich bin nicht gesandt als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel."

[13:43] Sie kamen dann aber und fielen vor ihm nieder und sprachen: "Herr, hilf mir!" Aber er antwortete und sprach: "Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nimmt und es vor die Hunde wirft."

[13:56] Nun spricht die Frau: "Ja, Herr, aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen." Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: "Frau, dein Glaube ist groß! Geschehe dir, wie du willst." Und ihre Tochter wurde geheilt zu derselben Stunde.

[14:10] Nun, wir haben hier eine Begebenheit, dass eine Frau aus einem nicht-jüdischen Volk den jüdischen Jesus und seinen Jüngern hinterher schreit und bittet. Und Jesus zeigt ihr erstmal die kalte Schulter. Warum? Na ja, wir wissen, dass die Einstellung, die die Jünger zumindest hatten, war, dass man nicht das Evangelium oder eine christliche Botschaft an eine jüdische christliche Botschaft zu anderen Völkern bringen muss. Und Jesus hat das hier genau so dargestellt in der Situation. Aber die kanaanäische Frau lässt sich nicht unterkriegen.

[14:55] Wir wollen über diese Geschichte noch ein Zitat von Ellen White lesen. Sie ist Buchautorin und Prophetin in unserer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten. Und hier steht in dem Buch "Das Leben Jesu", Webseite 395, folgendes:

[15:12] "Nun trifft der Heiland hier eine Frau aus dem unglücklichen und verachteten Geschlecht der Kanaaniter, dass nichts von der Gnade Gottes und seinem Wort weiß. Dennoch überlässt sich diese Frau sogleich dem göttlichen Einfluss Jesu Christi und vertraut seiner Macht blind, ihre Bitte erfüllen zu können. Sie bittet um die Brosamen, die von des Herrn Tisch fallen. Wenn sie schon dieses Vorrecht eines Hundes haben darf, ist sie auch gewählt, wie ein Hund angesehen zu werden. Sie kennt kein nationales oder religiöses Vorurteil, keinen Stolz, der ihr Handeln beeinflussen könnte. Sie erkennt einfach Jesus als ihren Erlöser, der imstande ist, alles zu tun, worum sie ihn bittet. Der Heiland ist befriedigt. Er hat ihren Glauben geprüft und durch sein Verhalten ihr gegenüber gezeigt, dass sie die man als eine Ausgestoßene betrachtet, nicht länger mehr ein Fremdling ist, sondern ein Kind in der Familie Gottes. Als solches hat sie auch das Recht, an den Glauben des Vaters teilzuhaben. Christus erfüllt ihre Bitte und beendet damit auch die Belehrung für seine Jünger. Er blickt die Frau freundlich an und sagte: 'Mein Glaube ist groß, geschehe dir, wie du willst.'"

[16:25] Von diesem Augenblick an war ihre Tochter gesund und der böse Geist plagte sie nicht mehr. Die Mutter aber ging dankbar und frohen Herzens weg und bekannte Jesus als ihren Heiland. Dies war das einzige Wunder, das Jesus während dieser Reise wirkte. Nur um diese Tat vollbringen zu können, ist er nach Tyros und Sidon gegangen. Er wollte die betrübte Frau trösten und gleichzeitig wollte er seinen Jüngern für die Zeit, als er dann nicht mehr bei ihnen sein würde, ein Beispiel seiner Barmherzigkeit an einem Menschen eines verachteten Volkes geben.

[16:59] Er wünschte sich für die Jünger, dass sie aus ihrer jüdischen Enge und abgeschlossenheit herausgeführt werden und ihnen die Freude am Dienst über die Grenzen des eigenen Volkes hinaus geweckt werden. Also, Jesus hat sich so verhalten, dass er ihr die kalte Schulter gezeigt hat, um den Jüngern zu reflektieren, zu spiegeln, wie sie sich eigentlich gegenüber anderen Völkern verhalten und dass das nicht korrekt ist.

[17:26] Das heißt, unsere Einstellung ist superwichtig gegenüber Menschen, von denen wir Vorurteile haben, so wie wir haben. Sonntag, also der Tag vorher schon betrachtet, ist es wichtig, die Vorurteile, die Einstellung abzulegen und die Leute nicht in Kisten zu stecken, sondern offen zu sein.

[17:52] Nun, oftmals kommt das ja daher, dass wir von uns denken, wir sind was Besseres, oder dass wir qualifiziert sind, oder wie die Jünger sich gedacht haben, zu einem auserwählten Volk gehören. Und Römer 12, Vers 3 sagt: "Denn ich sage euch durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand höher von sich selber halte, als sich gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat."

[18:21] Das heißt, Jesus möchte, dass wir von uns selber nicht mehr halten, als wir sind, sondern wir sind ein beliebtes Geschenk von Gott, so wie alle anderen auch. Und so sollten wir auch von uns denken, im Maß. Und 1. Petrus 2 ab Vers 17 sagt folgendes:

[18:46] "Ehret jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürchtet Gott. Errettet den König." Das heißt, respektiere, ehre jeden, jedermann. Mach keine Unterschiede. Auch vielleicht vor den Menschen, die dir überhaupt nicht zusagen. Probier, genauso freundlich zu begegnen.

[19:20] "Seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebt einer dem anderen, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus." Ich denke, es ist ein großer Schlüssel, das zu verstehen. Wenn mir vergeben wurde von Gott für die Dinge, die ich falsch gemacht habe, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als anderen auch zu vergeben und ihnen freundlich zu begegnen.

[19:41] Und in diesem Anschluss möchte ich auch noch Johannes 15, Vers 5 lesen. Und zwar waren es 15, Vers 5: "Ich sage euch: Ich nenne euch hinfort nicht mehr Knechte, denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber sage ich: Ihr seid meine Freunde."

[20:17] Denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Jesus sagt: Du bist nicht mehr mein Knecht, du bist mein Freund. Und das sagt er, weil er uns vergeben hat. Also hier auch wieder zu dem Abschnitt: Einstellung, ein Lerneffekt, und zwar: Investiere in Menschen. Jesus hat ja auch in seine Jünger investiert, die du noch nicht kennst und vielleicht auch nicht sonderlich magst.

[20:48] Gut, kommen wir zum Mittwoch. Mittwoch geht es um Annahme und wie ich tatsächlich Freunde gewinne. Nun, wie nahm Jesus Menschen an? Jesus hat Leuten vergeben, haben wir schon gehört. Und Jesus ist hingegangen und hat alles, was irrelevant war, was er vergeben muss, hat er keine Beachtung geschenkt.

[21:20] Das heißt, schlechte Angewohnheiten von Menschen, das heißt, wenn sie fluchen, Dinge, die, wo er einfach darüber hinwegblicken muss. Und Jesus hat auch nicht Dinge für gut geheißen, die eigentlich gar nicht die, die eigentlich gar nicht richtig waren. Oder die die Störfaktoren in Gesprächen waren. Aber er hat sie auch nicht sofort gerügt.

[21:46] Das heißt, Jesus hat sich mit den Menschen involviert, hat sich unter das Volk gemischt und hat nicht gleich den Moralapostel gespielt, würde ich so sagen. Und dadurch haben sich Menschen angenommen gefühlt. Und dann, wenn es an der Zeit war, dann hat Jesus was gesagt.

[22:04] Merkt ein Mensch, wenn er dann angenommen ist, ja, dass das, dass das ist, dass er eine Verbindung zu Jesus hat, dass er ein Gespräch mit Jesus hat, dann hat er sich geöffnet, dann hat er seine Vergangenheit offenbart. Und dann hat Jesus Einblicke auch in den Menschen bekommen. Natürlich wusste Jesus sowieso, wie der Mensch denkt und wo er herkommt. Aber das ist auch im Prinzip für uns den Menschen, erst mal annehmen, sich öffnen, und dass er sie auch öffnet.

[22:38] Nun, wir denken oft, na ja, ich möchte mich aber nicht mit so Rauchern, mit Fluchenden und mit schlechten Einfluss umgeben. Aber ich denke, dass da kein Weg daran vorbeiführt, wenn man Menschen aus der Welt zu Jesus bringen möchte, weil Jesus hat kein Unterschied gemacht. Jesus hat es genauso gemacht. Er wusste sogar, er kommt in die Höhle des Löwen. Er kommt auf diese Welt. Die Leute werden ihn verlassen, die Leute werden verfluchen, anspucken, wenn böse auf ihn sein. Und dann wird er ihnen trotzdem Gutes tun.

[23:17] Und ich denke, es ist an uns auch so zu handeln. Wir sollen auch in diese Löwengrube gehen und wir sollen auch Opfer bringen. Und das kann auch heißen, dass ich mich mit jemandem ins Auto setze, der permanent Rockmusik hört, oder dass ich bei jemandem stehen bleibe zum Gespräch, auch wenn er eine Zigarette raucht und mir...

[23:32] auch wenn eine Zigarette raucht und mir den Rauch ins Gesicht bläst. Er ist ja noch einen Schritt weiter gegangen, er wurde ja sogar gekreuzigt und hat dann auch noch gesagt: „Bitte vergib ihnen ihre Schuld.“

[23:45] Und um sowas machen zu können und um Menschen wirklich gut zu begegnen, braucht man natürlich Tools, oder sagen wir eine Anleitung. Und ich habe jetzt einfach mal aus diesem Buch von Dale Carnegie sechs Tools erarbeitet, die er hier aufführt.

[24:05] Dale Carnegie war einer der erfolgreichsten Sprecher und Leute, die Interviews geführt haben, und als Reporter. Und er war obendrein auch noch Christ. Und jetzt gucken wir uns mal die ersten sechs Tools an, die uns helfen können, uns mit Freunden freundschaftlich zu schließen.

[24:30] Nun, das erste Tool finden wir ab Seite 84 und es lautet: „Wer sich an anderen interessiert, ist überall willkommen.“ Hier steht: „Wer sich für andere interessiert, gewinnt in zwei Monaten mehr Freunde als jemand, der immer nur versucht, die anderen für sich zu interessieren, in zwei Jahren.“ Das heißt, interessieren wir uns für den anderen.

[24:58] Die New Yorker Telefongesellschaft stellt eine genaue Untersuchung darüber an, welches Wort in dem Telefongespräch am häufigsten vorkommt. Sie haben es sicherlich schon erraten: Es ist das Wörtchen „ich“. Ich, ich, ich, ich. Es wurde in 500 Gesprächen 3.900 Mal gesagt.

[25:16] Wenn Sie ein Gruppenbild anschauen, wen suchen Sie als erstes? Sie suchen sich... Wenn wir immer nur versuchen, den anderen Eindruck zu machen und ihr Interesse für uns zu beanspruchen, dann werden wir nie viel Gutes und aufrichtige Freunde haben. Sondern Freunde, wirkliche Freunde schafft man sich nicht auf diese Weise.

[25:38] Der Psychologe Alfred Adler schrieb: „Der Mensch, der sich für seine Mitmenschen interessiert, hat im Leben die meisten Schwierigkeiten und fügt anderen am meisten Schaden zu. Solche Menschen sind die Ursache allen menschlichen Elends.“ Also Menschen, die sich nicht für ihre Mitmenschen interessieren.

[25:54] Und lesen wir noch auf Seite 91: Wenn wir Freunde gewinnen wollen, dann müssen wir für die anderen etwas tun, etwas, das von uns Zeit, Mühe, Selbstlosigkeit und Aufmerksamkeit fordert. Wenn wir Freunde gewinnen wollen, dann müssen wir die Menschen mit Freude und Begeisterung begrüßen.

[26:19] Nun, ich muss also aus mir selber aus meiner Komfortzone herauskommen und den Menschen nicht von mir selber erzählen, sondern ihm zuhören. Ja, also der Lernfaktor hier vom ersten Punkt wäre: Interessiere dich aufrichtig für den anderen und rede nicht nur von dir.

[26:40] Zweiter Lernfaktor: Der erste Eindruck zählt. Ja, wie begegne ich Menschen am Anfang eines Gesprächs, wenn ich sie noch nicht kenne? Und zwar am besten mit einem Lächeln. Jeder, der lächelt – und ich spreche hier von einem wirklichen Lächeln, vom herzenswärmenden Lächeln, das von innen kommt – von jedem, der lächelt, das einen hohen Marktwert hat, der wird nicht abgelehnt.

[27:11] Und dann haben wir noch sein 100: „Es muss Ihnen Vergnügen bereiten, Menschen zu begegnen, wenn Sie wollen, dass dieser Mensch gerne in Ihrer Gesellschaft ist.“ Kennt ihr das, wenn ihr jemanden habt und ihr seid schlecht drauf, dann läuft es über den anderen, der ist auch nicht mehr gut drauf.

[27:30] Und so ist es wichtig, dass wir den Menschen freundlich begegnen, lächeln. Und was ist, wenn wir nicht gut drauf sind und das trotzdem machen sollten? Nun, die wirksamste Methode, seine Heiligkeit zurückzugewinnen, wenn man sie verloren hat, besteht selbst darin, sich so zu verhalten, zu handeln und zu sprechen, als ob man bereits wieder fröhlich wäre.

[27:50] Das heißt, versetzt dich in die Situation, was du dich freuen kannst, oder begib dich in Gedanken, die schön sind, und dann lächle einfach. Manchmal muss man einfach über seinen Schatten springen.

[28:10] Wir fassen zusammen: Lächeln ist ein Schlüssel zu einer Freundschaft. Dritter Punkt: Ein gutes Gedächtnis ist Gold wert. Und zwar geht es hier um den jungen Jim Farley. Jim Farley ist 1898 in einem Dorf in New Jersey in New York aufgewachsen. Sein Vater ist gestorben, da war Jim gerade mal 18 Jahre alt.

[28:37] Und was Jim gemacht hat, ist, er hat in der Zellerei angefangen, hat Ziegel aufgeschichtet und er konnte nie eine höhere Schule besuchen. Und im Alter von 46 Jahren hat er sich dann für Politik engagiert. Und er war mit jedem im Dorf gut gestellt.

[28:54] Und im Alter von 46 Jahren war er dann schon Vorsitzender des Nationalen Demokratischen Komitees und Postminister der Vereinigten Staaten. Und als Dale Carnegie Jim Farley gesehen hatte und ihn gefragt hatte, da hat er ihm gesagt: „Ich habe den Fahrer einmal nach dem Geheimnis seines Erfolgs gefragt.“ Und er sagte: „Harte Arbeit.“

[29:16] Worauf ich ihm entgegnete: „Machen Sie keine Witze, Herr Farley. Wissen Sie, worin ich denn die Ursache seines Erfolgs vermute?“ Er sagt: „Meines Wissens kennen Sie 10.000 Menschen beim Vornamen.“ Ergab zurück: „Nein, da irren Sie sich. Ich kenne 50.000 Menschen beim Vornamen.“

[29:33] Scherz beiseite, diese Fähigkeit hat Jim Farley geholfen, Franklin D. Roosevelt ins Weiße Haus zu bringen, als er 1932 Roosevelts Wahlkampagne leitete. Außerdem hat Farley gemacht, er hat Briefe geschrieben an alle Leute, die er kannte, und hat die Briefe mit einer persönlichen Anrede versehen und hat sie handsigniert.

[29:55] Und was war die Folge? Naja, Roosevelt wurde als Präsident gewählt. Nun, Jim Farley entdeckte schon früh, dass der Durchschnittsmensch an seinem eigenen Namen mehr interessiert ist als an allen anderen Namen auf der Welt.

[30:09] Zusammen: Wer den Namen eines anderen behält und ihn immer wieder ausspricht, macht dem Betreffenden ein diskretes, aber sehr wirkungsvolles Kompliment.

[30:20] Nun, kennt ihr das, euer Name wird mit C anstelle von K geschrieben und ihr bekommt eine Karte, da steht euer Name mit K drauf, oder euer Name wird mit F anstelle von PH geschrieben, bekommt eine Karte, da steht PH drauf. Wie enttäuschend!

[30:36] Und auch stellenweise nervig kann das sein, wenn manche Freunde oder Leute einen in der Verwandtschaft oder in der Bekanntschaft immer noch falsch schreiben. Ich denke, jeder kann sich damit identifizieren, dass der eigene Name wichtig ist.

[30:52] Also vergessen Sie nie, dass für jeden Menschen sein Name das schönste und wichtigste Wort ist. Vierter Punkt: Ein guter Zuhörer ist der beste Gesellschafter. Nun, es steckt schon in der Überschrift, dass Zuhören wichtig ist.

[31:09] Und hier geht es um einen kleinen Jungen, der abends seiner Mutter was erzählen möchte. Die Mutter legt alles beiseite. Wir sind auf Seite 120. Und dann sagt der kleine Junge: „Ich weiß, dass du mich sehr gerne...“ Erstmal mal gerührt, gab sie zur Antwort: „Natürlich habe ich dich sehr gern. Hast du jemals daran gezweifelt?“

[31:28] „Nein“, entgegnete der Junge, „aber ich bin ganz sicher, dass du mich gerne hast, denn immer, wenn ich über etwas mit dir reden möchte, legst du deine Arbeit beiseite und hörst mir zu.“

[31:37] Chronische Nörgler, sogar böse Kritiker werden in Gegenwart eines geduldigen und verständnisvollen Zuhörers oft zahm. Eines Zuhörers, der schweigt, während der wütende Besserwisser Gift und Galle spritzt. Also eine sanfte Art, ein schönes Zuhören, eine aufrichtige, ein aufrichtiges Interesse.

[32:01] Das beruhigt die Menschen, die schlecht drauf sind, nörgeln oder kritisieren, weil in Wirklichkeit verlangt unser Gegenüber Selbstbestätigung, ja, möchte verstanden werden.

[32:16] Bei der auf Seite 124, morgens ein Journalist, der hunderte von berühmten Interviews führte, erklärte einmal, dass viele Menschen nur deshalb einen ungünstigen Eindruck hinterlassen, weil sie nicht aufmerksam zuhören. Sie sind so sehr damit beschäftigt, was sie als nächstes sagen wollen, dass ihre Ohren taub sind.

[32:34] Berühmte Menschen haben mir gestanden, dass sie einen guten Zuhörer mehr schätzen als einen guten Redner. Doch die Fähigkeit zuzuhören scheint seltener als jede andere positive Eigenschaft.

[32:44] Wenn Sie also wollen, dass Ihnen die Menschen aus dem Weg gehen, in ihrem Rücken über Sie lachen oder Sie gar verachten, dann kann ich Ihnen folgenden Rat geben: Hören Sie nie jemanden länger zu.

[32:56] Nun, möchten Sie aber, dass man sich für Sie interessiert, dann interessieren Sie sich erstmal für die anderen. Stellen Sie Fragen, auf denen die anderen Ihnen gerne antworten. Fordern Sie sie auch von sich und ihren Taten zu erzählen.

[33:10] Vierter Punkt: Sei ein guter Zuhörer. Sei einfach immer der andere Arm und hat von sich selber zu sprechen.

[33:19] Ich fasse mal kurz zusammen: Erster Punkt war: Interessiere dich aufrichtig für andere. Zweiter Punkt: Lächeln. Dritter Punkt: Vergessen Sie den Namen des anderen. Und vierter Punkt: Sei ein guter Zuhörer.

[33:33] Fünfter und dann auch sechster Punkt. Fünfter Punkt: Wie man das Interesse der anderen gewinnt. Nun, Seite 127 sagt: „Der direkte Weg zum Herzen eines Menschen führt über jene Dinge, die den betreffenden Menschen besonders am Herzen liegen.“

[33:52] Nun, es gibt einen Mann, und die meisten kennen ihn, es ist Theodore Roosevelt gewesen, der damals als Politiker und Diplomat in New York lebte, kam aber als Cowboy vom Land. Und er wusste immer, worüber er mit den Leuten sprechen sollte.

[34:12] Und wie hat er das gemacht? Die Frage ist leicht zu beantworten. Waren immer Roosevelt Besuch erwartete, setzte er sich am Abend zuvor hin, orientierte sich anhand von Büchern über ein Thema, von dem er wusste, dass es seinen Gast besonders interessiert.

[34:29] Wie schlau Theodore Roosevelt! Er hat sich hingesetzt und wusste: Okay, den Rasenbooten, hat er sich über Booten informiert.

[34:37] Können mit demjenigen darüber geredet werden. Nun, wenn man will, dass eben die anderen zuhören, dann braucht man ein Thema, das den anderen interessiert. Sprechen Sie also von Dingen, die den anderen interessieren.

[34:54] Sechster Punkt: Wie man jemanden in die Hand und drehen gewinnt, oder wie man sich da beliebt macht bei jemanden. Und zwar auf Seite 134. Es gibt ein äußerst wichtiges Gesetz im Umgang mit Menschen. Wenn wir diesem Gesetz gehorchen, geraten wir nicht in Schwierigkeiten. Im Gegenteil, wir verschaffen uns dadurch unzählige Freunde und ein immerwährendes Glücksgefühl.

[35:19] Im selben Augenblick jedoch, dass wir dieses Gesetz verletzen, müssen wir mit fortwährendem Ärger rechnen. Dieses Gesetz lautet: „Bestärke den anderen immer in seinem Selbstgefühl.“

[35:32] Ich habe vorher schon John Dewey zitiert. Dieser sagte, dass die menschliche Natur nicht so sehr verlangt, wie das Gefühl, bedeutend zu sein. William James bestätigte es. Er schrieb: „Das Verlangen nach Anerkennung ist zutiefst dem menschlichen Wesen verwurzelt.“

[35:46] Ich habe auch bereits darauf hingewiesen, dass dieses Verlangen uns vom Tier unterscheidet und dass darauf überhaupt unsere ganze Zivilisation beruht. Philosophen haben sich während tausende von Jahren die Köpfe darüber zerbrochen, nach welchen Prinzipien sich die Beziehungen von Mensch zu Mensch am glücklichsten gestalten lassen.

[36:04] Und alle ihre Überlegungen gipfelten in einer einzigen, allgemeingültigen Lehre. Sie ist nicht neu, sie ist sogar alt wie die Menschheit selbst. Zarathustra brachte sie schon fast vor drei Jahrtausenden seinen persischen Feueranbietern. Bei Konfuzius verkündete sie vor zweieinhalbtausend Jahren in China. Laut der Begründer des Taoismus lehrte sie seinen Schülern im Tal des Hahn.

[36:31] Wo der predigt, dass sie 500 Jahre vor Christi Geburt am Ufer des Ganges die heiligen Bücher des Indus enthielten sie schon 1000 Jahre früher. Jesus schließlich selber lehrte sie in den steinigen Hügeln von Judäa vor mehr als 1900 Jahren.

[36:47] Er war es, der sie in einem einzigartigen Satz zusammenfasste, dem vielleicht wichtigsten Satz aller Zeiten. Und zwar: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut auch ihnen.“

[36:59] Was wollen wir also? Richtig, Anerkennung und großzügiges Lob. Das wollen wir von anderen, und das wollen andere von uns. Befolgen wir also die Goldene Regel und handeln wir so an den anderen, wie wir auch möchten, dass sie an uns handeln.

[37:14] Wann und wo? Die Antwort lautet: Jetzt und überall. Das heißt, Anerkennung und andere Leute so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Tragen Sie also stets und ohne Vorbehalt dem Selbstbewusstsein des anderen Rechnung.

[37:32] Nun, die Punkte sind alle sehr wichtig und alle sehr gut, um sich Freunde zu machen, weil da draußen halt eben nicht Selbstlosigkeit, nicht eine selbstlose Einstellung, also nicht um mich selber geht, und nicht eine immer freundliche Haltung da draußen herrscht.

[37:53] Muss ich umso mehr den Leuten Selbstlosigkeit zeigen, freundliche Haltung geben und von Dingen reden, die sie interessieren. Und der Lerneffekt, den ich hier habe, ist: Beweg dich wieder mal aus deiner Komfortzone heraus in diese Löwenhöhle und nutze diese Tools, die wir besprochen haben, um Freunde in der Welt zu gewinnen.

[38:17] Jesus hat es genauso gemacht. Jesus hat sich z.B. für die Kanadierin oder für die Frau aus St. Marien interessiert, hatte ihm zugehört und hat sie dann zu Jüngern gemacht.

[38:32] Nun, ich habe den nächsten Abschnitt zusammengezogen und zwar ist das Dienstag und Donnerstag in unserer Bibel-Lektion Betrachtung. Und zwar ist das: „In Wahrheit die Liebe sagen“ oder „In Wahrheit Liebe weitergeben“ oder „In Liebe Wahrheit weitergeben“.

[38:48] Wenn wir uns nämlich von Gott demütigen lassen und freundlich und höflich und weichherzig und erwartungsvoll sein würden, dann gäbe es jetzt 100 Bekehrungen zur Wahrheit, wo es sie jetzt nur eine gibt. Das steht hier in der Lektion von Ellen White.

[39:07] Und müssen mal drüber nachdenken, wenn wir bloß unsere Einstellung, unsere ja, unser Mitgefühl auch haben würden und unsere Einstellung ändern würden, dann könnten wir Hunderte Leute bekehren. Aber jetzt gibt es dann nur einen.

[39:24] Das heißt, es geht darum, wie wir uns von Gott verändern lassen und auf Leute zugehen. Viele Leute wollen nämlich Wahrheit erst mal gar nicht hören und sagen sich: „Brauchst mir nichts predigen, ja, lass mich und mein Leben so leben, wie es ist, und ich bin damit zufrieden.“

[39:44] Aber es gibt Punkte, da sollte ich die Wahrheit weitergeben. Und ein sehr gutes Zitat, beziehungsweise sehr guter Abschnitt, den habe ich hier online gefunden, der ist von Sandra Willibald. Den möchte ich euch vorlesen.

[39:58] Und zwar ist überschrieben mit: „Die Gott geschenkte Kunst, in Wahrheit zu lieben.“

[40:03] Schauen wir mal auf unser Ausgangsproblem. Da ist eine Person mir gegenüber, und zivil Liebe, das heißt, sie will, dass ich sie anerkenne, wie sie ist. Damit meint sie, ich soll sie akzeptieren, wie sie sich gibt und was sie für gut hält und was sie für schlecht hält.

[40:18] Also so wie auch in den Tools, die wir besprochen haben. Ich aber durchschaue diesen Schein der äußeren Unaufrichtigkeit, ihr „fishing for compliments“, also die Anerkennung, die sie haben möchte.

[40:32] Und soll ich ihr dann jetzt die Wahrheit sagen, oder soll ich höflich lügen, gemäß der biblischen Sichtweise? Wenn ich sie oberflächlich betrachtet, dann sage ich ihr nicht die Wahrheit, denn ich sage, wie Idol und wie gierig und zugleich voller Bestätigungsbedürfnisse diese Person ist.

[40:49] Und dann sage ich ihr nicht die ganze Wahrheit, denn verborgen unter dieser doppelten Fassade von äußerem Glanz und darunter verborgene Erbärmlichkeit ist ganz tief drin in der Person selbst, die Person selbst, also die Personenkern in einer ur-sprunghaften, noch unverdorbenen Schönheit und Gut.

[41:11] Ihre Bedürftigkeit und ihre Sehnsucht, eine ganze, eine vollkommene Person zu sein.

[41:15] Sein. In Liebe und Wahrheit eine vollkommene Person zu sein. Ja, das ist das Bedürfnis eines jeden Menschen. Wir wollen eigentlich gut sein.

[41:25] Wenn ich das dann sehe und erkenne, dann kann ich sie in Wahrheit auch lieben. Aber nur, wenn ich lieben kann, wenn ich sie mit den Augen eines reinen Herzens anschaut, dann kann ich die Wahrheit erkennen.

[41:37] Wenn ich auf diese Weise meine Mitmenschen den Wahrheit erkenne, dann kann ich unter Umständen auch etwas von jenen Hässlichkeiten aufdecken, mit denen sie ihre Schönheit zudeckt. Das heißt, ich muss sie komplett anerkennen, komplett verstehen, komplett mit Demut und mit Nachsicht behandeln.

[41:54] Dieser tiefe Blick der Liebe ist die Grundlage für seine Lösung. Ermöglicht es mir, den anderen so anzunehmen, dass es sich zum Besseren verändern kann.

[42:05] Denn das ist auch der Blick Gottes, mit dem Gott den anderen durch mich anschaut. Wenn ich mich dadurch zur Verfügung stelle, dass ich meinen Blick an Gottes Blick ausrichte, meine Wahrheit an seiner Wahrheit ausrichte, meine Liebe an seiner Liebe, dann auf diese Weise offenbart sich auch Gottes Liebe in Wahrheit durch mich.

[42:25] Das ist ein Geschehen, das alles andere als harmonisch ist. Denn auf diese Weise bricht Gott in Lebensbereiche ein, die sich hermetisch von Gott abgeschlossen haben. Das kann Menschen aufs Äußerste herausfordern. Es kann sie befreien, aber auch zu äußerster Aggressivität treiben.

[42:42] Denn in gottfernen, eingerichteten Seelen erscheint Gott zunächst als fremd und bedrohlich. Die tiefste Wahrheit und Schönheit in einem Menschen frei zu setzen, kann viel härter sein als an seinen Schwächen herum zu nörgeln.

[42:55] Denn in dem sie so frei gesetzt das Licht erkennen, dann erkennen auch der Mensch seine eigene Schwäche. Er muss dann sein Leben verändern und er muss dann alles daran setzen, entweder dieses Licht, diese Erkenntnis zu auszulöschen oder sogar bis zur Vernichtung zu gehen, zu dem Menschen, der ihm in Liebe und Wahrheit begegnet ist.

[43:23] Das heißt, entweder der Mensch verändert sich, oder er lebt es komplett ab und wünscht dir dann auch noch den Tod.

[43:31] Nun, wieso eine Offenbarung der Wahrheit in einem Menschen aussieht, das möchte ich euch anhand eines Beispiels klar machen. Und zwar ist das eine Geschichte von einem guten Freund von mir.

[43:45] Und die hat in der Ausbildung stattgefunden. Und zwar ist das so, ich war in der Ausbildung und ich habe jemanden kennengelernt, junger Mann, mein Alter, und er war ein sehr guter Automechaniker. Wir haben Ausbildung zum Automechaniker gemacht.

[44:03] Und er hat eigentlich immer das Herz auf dem Mund getragen und hat auch allen Leuten gesagt, was er von ihnen hält. Und ich fand es gut, ist ein ehrlicher Kerl und sehr begabter Mechaniker. Und er hat mir eines Tages sein Motorrad verkauft, auch noch günstig, und ich war froh, ihn zu kennen.

[44:23] Und wir haben uns in der Ausbildung einfach wirklich gut angefreundet. Und ja, nach einer gewissen Zeit eine Nachricht geschrieben, dass er im Krankenhaus liegt, ob ich vorbeikommen möchte.

[44:37] Und ich wusste über seine Familienverhältnisse, ich wusste, dass sein Vater Alkoholiker ist, ich wusste auch, dass die Eltern geschieden sind und dass er so einige Sachen hat, an denen da zu knabbern hat. Und so bin ich ins Krankenhaus gefahren.

[44:48] Und da sagte mir, dass er einen Krebs hat im Ohr und diesen Krebs kann man nur operativ entfernen. Und das Problem daran ist, das ist sehr nah an der Pulsschlagader liegt und dass man eine 50/50 Chance zu überleben hat.

[45:08] Und an diesem Punkt stand ich dann und habe mir gedacht: Entweder du sagst dem Mann, dass er Jesus brauche und die Bitte ist mit ihm. Und ich wusste ganz genau, dass er damit nichts anfangen konnte, weil er Gott auch irgendwo als Schuldigen sah für seine Familiensituation, für seine Gesundheit jetzt.

[45:29] Und ich habe mir überlegt: Sagst du jetzt was, oder möchtest du aus eigensüchtigen Gründen die Freundschaft aufrecht erhalten, damit du dann war einfach so weiter machen kannst wie bisher, sparsam kannst mit ihm und eine gute Zeit?

[45:44] Und ich habe mich nach innerem Ringen darum entschieden, ihm anzubieten, anzubieten, mit ihm zu beten.

[45:48] anzubieten, mit ihm zu beten. Und er ist sauer geworden. Und dann habe ich zu ihm, habe ich noch einen draufgelegt und hab ihm gesagt: "Was ist, wenn du 50 Prozent nicht überlebst? Was, wenn du stirbst?" Und ich habe ihm eben das Paradies angeboten, dass Jesus seine Sünden verzeihen möchte und dass er sich zu ihm bekennen sollte.

[46:12] Und wie diese 50/50 am Kreuz wurde eine wahr. Und Jesus gespottet hat, oder andere gesagt hat: "Bitte denkt an mich, wenn du ins Reich kommst." So hatte er auch diese 50/50 Chance und er herzlich für Sport entschieden und hat mich beleidigt und hat mich raus aus diesem Krankenzimmer verwiesen.

[46:31] Ich bin gegangen und einige Zeit später, viele Jahre später, müssen fast zehn Jahre gewesen sein. Erhielt ich eine Nachricht auf meinem Telefon und ich erkannte erst mal nicht, wer das ist. Er schrieb irgendeinen Witz und sagte: "Ja, ich wollte mal fragen, wie es dir geht." Und ich hatte dann so eine dumpfe Ahnung gehabt und habe dann gefragt, ob er das ist. Und er hat es bestätigt und hat sogar gesagt, er ist bis zu meinen Eltern nach Hause gefahren und meine Telefonnummer zu bekommen und mir zu schreiben.

[47:10] Und dann packt er aus. Er sagt, er hatte die OP damals gut überlebt und er hat sich da über mich lustig gemacht, dass ich da Gott bräuchte, weiterzuleben. Aber dann hat er mit über 250 km/h auf der Autobahn Unfall gehabt und er lag über ein Jahr im Krankenhaus. Viele, viele OPs, viele, viele Knochenbrüche und er ist fast mit dem Motorrad auf eine Ecke wie hinten drauf gefahren und hat vorher den Lenker losgelassen.

[47:43] Und er hatte viel Zeit im Krankenhaus darüber nachzudenken, was wäre gewesen, wenn er auf diesen LKW geprallt wäre und es zu einer logischen Schlussfolgerung gekommen und zwar: Es muss einen Gott geben. Es müssen Engel gewesen sein, die ihm das Leben gerettet haben. Und er hat mir das alles am Telefon geschrieben. Er hat gesagt: "Ich möchte dir mal in den Gottesdienst gehen."

[48:03] Und ich bin heilfroh, dass ich damals vor zehn Jahren zu ihm gesagt habe: "Hey, es gibt eine Möglichkeit, dich zu entscheiden." Und ich setze jetzt meine Freundschaft aufs Spiel, um dir diese Wahrheit zu sagen. Ich denke, es gibt immer einen Zeitpunkt, wo man Wahrheit über Freundschaft stellen sollte. Aber am wichtigsten ist, dass man die Wahrheit nur zu Freunden sagen sollte, weil nur die kannst du dann auch verkraften.

[48:34] Und ich wünsche euch, dass ihr Freunde macht mit eurem Verhalten, mit der Gnade Gottes an eurer Seite und dann zur rechten Zeit diese Menschen zu Gott bringen könnt. Zur rechten Zeit in ihr Herz sprechen können, Wahrheit sprechen können aus dem Wort Gottes heraus, was die Herzen verändert. Unser Ziel ist nämlich nicht jeden zu bekehren.

[48:57] Unser Ziel ist es, Menschen vor die Entscheidung zu stellen. Wir standen auch schon vor der Entscheidung: Folge ich Gott weiter nach oder lasse ich es bleiben? Oder gehe ich mein Herz ganz Gott, oder gebe ich sie mir erst gar nicht? Und Gott hat versprochen in Johannes 8:28: "Wenn ihr mein Wort hört und in ihm bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger. Ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen."

[49:25] Wie viel Freiheit haben wir schon durch Jesus bekommen? Wir können durch Jesu Gnade jeden Tag Entscheidungen für das Schlechte und fürs Gut treffen. Und der Lerneffekt, den wir hier rausnehmen, ist: Der Löwenanteil ist es, eine Freundschaft aufzubauen. Das kostet Zeit, das kostet viel. Wir müssen investieren. Aber wenn die Freundschaft aufgebaut ist, dann gibt es auch einen Zeitpunkt, um die Wahrheit weiterzugeben.

[49:53] Und ich wünsche euch, dass ihr Freundschaften gewinnt, dass ihr dem Beispiel Jesus folgt, wie er Freunde sich gemacht hat. Und dass wir zusammen dadurch von Freundschaft zu Jüngerschaft übergehen können. Dass wir zu Jünger machen alle Völker. Und wenn sie nicht Jünger werden wollen, dass wir sie wenigstens vor einer Entscheidung stellen können.

[50:16] Ich danke euch, dass ihr eingeschaltet habt. Und wenn du möchtest, können wir jetzt noch zusammen dafür beten, dass wir wahre, authentische Freundschaften in unserem Leben bilden können und erhalten können.

[50:32] Großer Gott, danke von Herzen, dass du uns an Orte stellst, die für uns herausfordernd sind und uns nicht wohlfühlen, wo wir aus unserer Komfortzone rausgehen müssen, wo wir Menschen begegnen müssen, wie sie wirklich sind, auch wenn uns das oft nicht gefällt. Danke, dass du uns daran wachsen lässt, dass wir den Menschen so begegnen können, wie du ihm begegnet bist.

[50:59] Danke, dass die Freundschaft die wichtigste Funktion ist, um Menschen zu dir zu führen. Danke, dass du uns Freunde, Freunde schenken möchtest und dass du uns dabei behilflich sein möchtest, Freundschaften zu knüpfen und schenken uns auch den Mut, wenn wir Freundschaften haben, die Wahrheit nicht zurückzuhalten, sondern mit ihnen die Wahrheit zu teilen, sie darauf aufmerksam zu machen, weil wir es am besten mit ihnen meinen, weil du es am besten mit uns meinst.

[51:26] Ich bitte dich um Hoffnung und Beistand jetzt auch in der kommenden Zeit und ich danke dir dafür. Amen. Ja, vielen Dank, dass du dazu gehört hast. Und sei doch einfach dabei, wenn es wieder heißt: Cannstatt statt sich auf die Lektion vorbereiten mit einem nächsten spannenden Thema. Herzlichen Dank und auf Wiederhören.
[51:50] [Musik]
[51:52] [Applaus] [Musik]


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