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In dieser Predigt von Erhard Biró, gehalten beim JOSUA BW-Camp Meeting 2018, wird die biblische Bedeutung von Kleidung und insbesondere von „weißen Kleidern“ beleuchtet. Anhand von Beispielen aus der Genesis bis zur Offenbarung wird die symbolische Tiefe von Kleidung als Ausdruck von Reinheit, Identität und Beziehung zu Gott erforscht. Die Ausführungen reichen von der ursprünglichen Kleidung des Menschen über die Kleidung Gottes und himmlischer Wesen bis hin zu den spezifischen Bedeutungen in verschiedenen biblischen Kontexten.


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Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2018: Offenbarung 3,14-22

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Transkript

[0:23] Liebe Schwestern und Brüder, liebe Teilnehmer hier auf dem JOSUA-Camp, verehrte Gäste. Es ist einfach schön hier zu sein. Wisst ihr warum? Weil Jesus hier ist. Wir haben ihn gehört, zu uns gesprochen durch die Lieder, die wir gesungen haben, die wir gehört haben, durch die Gebete, die wir mit gesprochen haben, durch das Wort, das wir gehört haben, durch die Gebetsgemeinschaft und ganz besonders auch in den persönlichen Begegnungen. Jesus Christus spricht zu uns. Er hat uns lieb, er versteht uns. Er schaut nicht auf uns herab und gibt uns einfach Ratschläge, sondern er kann mitfühlen mit unserer Schwachheit. Er kann mitfühlen, denn er ist in allen Dingen versucht worden wie wir, mit dem einen großen Unterschied: ohne Sünde. Und das ist mein Wunsch, dass auch heute Nachmittag wir seine Gegenwart verspüren, dass er zu unserem Herzen spricht.

Das Thema des heutigen Nachmittags sind die zwei Worte: "weiße Kleider". Ich bin fasziniert gewesen, als ich die einzelnen Themen mehr angeschaut habe und habe mich von Herzen gefreut, denn endlich tun wir etwas, was ganz wichtig und richtig ist, nämlich, dass wir in die Tiefe des Wortes Gottes gehen, dass wir nicht einfach nur Texte lesen, Abschnitte lesen und weitergehen, sondern wir nehmen uns die Zeit, über die einzelnen Wörter und Begriffe nachzudenken. Natürlich nicht unsere eigenen Ideen hinein zu projizieren, sondern zu fragen: Was sagt die Bibel dazu? Und deshalb wird der heutige Nachmittag auch überwiegend Bibelstudium sein für uns. Sie schauen in unsere Bibeln, wir müssen sie oft aufschlagen, und das ist gut so.

"Weiße Kleider". Ich lese mit euch Offenbarung 3, Vers 18. Dort kommt dieser Ausdruck vor. Da heißt es in Offenbarung 3, Vers 18: "Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das ist feuergeläutert, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du sie anziehst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde, und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du sehen mögest."

Wir kennen vielleicht alle diese Situation: Ein besonderes Ereignis steht vor der Tür und die Ehefrau sagt ganz besorgt zu ihrem Mann: "Ich habe nichts anzuziehen." Die meisten Ehemänner wissen, dass man das auf keinen Fall wörtlich verstehen muss. In den meisten Fällen sind die Kleiderschränke schon ziemlich voll. Das Problem, laut Jesus, ist nicht, dass es nichts anzuziehen hätte. Umgekehrt: Du sprichst: "Ich bin reich, ich habe genug, ich brauche nichts." Und du weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, du blind und los. Du hast nichts anzuziehen.

Kleidung ist ein wichtiges Thema in unserer heutigen Zeit. Nehmen wir uns im Leben die Textilindustrie. Allein hier in Deutschland hat im Jahr 2017 einen Umsatz von 12,930 Milliarden Euro gemacht. In Bangladesch z.B. arbeiten 2,5 Millionen Menschen in Textilfabriken. Sie verdienen schlag auf schlag 19 Euro pro Monat und stellen Kleidung für uns her. Wir kaufen diese Kleidung bei dem Discounter oder auch in teuren Kleidungsgeschäften. Und das sagt Jesus zur Kleidung in der Bergpredigt: "Seid nicht so besorgt", indem er sagt: "Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?" Denn nach diesen Dingen trachten die Nationen. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.

Kleidung ist schon wichtig für die meisten Menschen, zumindest ist es ein Ausdruck unserer Persönlichkeit. Die Art und Weise, wie jemand sich kleidet, bringt zum Ausdruck etwas von seinem Wesen, von seinem Temperament, vielleicht sogar von seiner Lebensphilosophie und auch von seinem Selbstwert. Wir kleiden uns sehr unterschiedlich zu verschiedenen Anlässen. Wir kleiden uns zum Sport anders als zu einer Hochzeit. Wir kleiden uns anders, wenn wir baden gehen, als würden wir am Arbeitsplatz sein. Wir kleiden uns am Feierabend anders, im Gottesdienst, beim Stadtbummel. Manche ziehen gerne Trachten an aus verschiedenen Gründen. Es gibt Uniformen, die getragen werden, es gibt Berufsbekleidung. Ja, und manche verkleiden sich gerne.

Ich möchte heute Nachmittag mit euch über weiße Kleider nachdenken, so wie Jesus das sagt. Er gibt uns den Rat: "Weiße Kleider von ihm zu kaufen und diese auch anzuziehen." Zu kaufen und anzuziehen. Und wir wollen uns fragen: Was bedeutet das ganz praktisch für uns? Das sind ja Bilder, durch die Jesus uns etwas Zeitloses mitteilen möchte. Ich möchte mich an dieses Thema in fünf Schritten nähern. Einige dieser Schritte sind kurz und klein, andere sind ausgiebiger. Schritt Nummer eins: Die ursprüngliche Kleidung des Menschen. Schritt Nummer zwei: Die Kleidung Gottes und der himmlischen Bewohner. Ich streife das nur. Dritter: Leider in der Bibel im besonderen Zusammenhängen und ihre Bedeutung. Viertens: Weiße Kleider in der Offenbarung. Und fünftens: Die Botschaft Jesu an Laodizea und die weißen Kleider.

Mit Nummer eins: Die ursprüngliche Kleidung des Menschen. Das Thema Kleidung kommt gleich am Anfang vor. Wir lesen im ersten Buch Mose, Kapitel 2, Vers 25: "Und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht." Und White schreibt dazu in dem Buch "Wie alles begann" oder "Patriarchin und Propheten": "Der Mensch sollte in seiner äußeren Erscheinung und in seinem Charakter das Bild Gottes tragen. Christus allein ist das Ebenbild des Wesens des Vaters (Hebräer 1,3). Der Mensch aber wurde Gott ähnlich geschaffen. Sein Wesen befand sich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. Und weiter: 'Das sinnlose Paar benötigte keine Kleider, denn ein Lichtgewand, wie es auch die Engel tragen, umgab die beiden, so lange sie Gott gehorsam waren.' Zitat Ende. Dieses Lichtkleid, Symbol des perfekten Charakters Gottes, zeigte an, dass sie in ihrer Unschuld eine Reflexion seines Charakters waren. Mit ihrem Lichtkleid."

Aber dann kam die große Wende durch den Sündenfall. Auch gleich am Anfang in 1. Mose 3, Verse 7, 8, 9, 10 und 11. Und ich zitiere aus diesem Abschnitt nur einige Worte, denn wir werden noch viele andere Texte aufschlagen. Da heißt es: "Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren, und sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürzen." Und weiter sagte er auf die Frage Gottes: "Ich hörte deine Stimme im Garten und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich." Und er sprach: "Wer hat dir erzählt, dass du nackt bist?"

Dazu noch ein Kommentar von Ellen White: "Die Luft, die bis dahin mild und gleichmäßig warm war, ließ das schuldige Paar erschauern. Die Liebe und der Friede, die sie bisher besaßen, waren dahin. Stattdessen spürten sie etwas von der Sünde, empfanden Angst vor der Zukunft und fühlten sich innerlich entblößt. Das Lichtgewand, das sie umgeben hatte, verschwand. Um es zu ersetzen, wollten sie etwas herstellen, mit dem sie sich bedecken konnten, denn unbekleidet konnten sie Gott und den heiligen Engeln nicht unter die Augen treten." Ende des Zitats.

Was für eine Ironie! Satan hat bei der Versuchung versprochen, dass ihnen die Augen aufgetan werden. Jetzt waren ihnen die Augen aufgetan. Sie standen beschämt da, ihr Gewissen war erwacht, sie waren voller Angst, ein Gefühl, das sie vorher nie kannten. Und es war nicht Bescheidenheit und Demut, sondern Schuld-Bewusstsein, das sie dahin geführt hat, sich zu verstecken. Verstecken. Der Verlust ihres Lichtgewandes war ein äußeres Bild für den Verlust ihres unschuldigen Charakters. Das ist der tragische Einstieg in die Thematik Kleidung in der Bibel. Kleidung in der Bibel bei dem ersten Menschenpaar.

Ich streife mal ganz kurz das Thema Kleidung Gottes. Und da könnte man natürlich eine eigene Einheit darüber haben und das betrachten. Ich möchte nur einige Texte auf einige Texte hinweisen. Da heißt es im Psalm 104, Vers 2: "Licht ist ein Kleid, das du an hast." Oder in Matthäus 17, Vers 2: Jesus ist mit seinen Jüngern Petrus, Johannes und Jakobus auf dem Berg der Verklärung, und da heißt es: "Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht." Für Augenblicke oder für eine kurze Zeit sahen sich Jesus in seiner Herrlichkeit, und es war überwältigend und für sie als sterbliche Menschen auch durchaus verwirrend, denn Petrus sprach: "Herr, es ist gut, dass wir hier sind."

Oder wir lesen in Daniel 7, Vers 9: "Sein Kleid", es geht hier um den Ewigen, der uralt ist, der ewig ist, "sein Kleid war weiß wie Schnee und das Haar auf seinem Haupt rein wie Wolle." Aber nicht nur Gott selbst und seine Herrlichkeit wird so beschrieben, sondern auch himmlische Wesen. Da wird z.B. der Engel beschrieben im Matthäus 28, der kommt bei der Auferstehung. Hier so in Matthäus 28, Vers 3: "Sein Ansehen war wie der Blitz und sein Kleid weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie tote." Das lässt uns nur etwas erahnen davon, was es bedeutet, wenn man himmlischen Wesen, Diener Gottes, den Engeln begegnet und wenn man mit der Herrlichkeit Gottes in Berührung kommt oder sie ertastet.

"Zwei Männer in strahlenden Kleidern bei ihnen." Das sind die Frauen am Grab am Auferstehungsmorgen. Lukas 24. Und nicht nur das. Eine Szene, die mich persönlich immer sehr berührt: Da stehen die Jünger und Jüngerinnen Jesu. Sie stehen miteinander da und sie erleben, wie Jesus von ihnen genommen wird, der fährt in den Himmel. Dieser Jesus, den sie persönlich kannten, der mit ihnen zusammen gelebt hat, verschwindet in den Wolken.

Das in dem Augenblick, als sie ihre Blicke nach unten gerichtet haben, wieder nach unten gerichtet haben, sie zwei Engel gesehen haben. In der Apostelgeschichte, sie waren nicht an ein... Da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Kleidern und sie sprechen zu ihnen: "Warum schaut ihr nach oben? Glaubt, so wird er auch wieder kommen." Wir kennen diese Verheißung.

Ich fasse zusammen: Gottes Wort macht deutlich, dass Gott mit Licht umhüllt ist. Er strahlt die Sonne. Bei ihm ist Klarheit, wohnt in einem Licht, da niemand zu kommen kann. Er kann auch furchterregend sein. Ja, es gibt auch andere Texte, in denen Gottes Gewand anders beschrieben wird. Ich denke hier an Jesaja 63, Vers 2: "Warum ist denn dein Gewand so rot, deine Kleider wie eines Kelterers?" Hier in dieser Vision wird Gott dargestellt als der Richter. Oder in Offenbarung 19, Vers 13: "Und er war angetan mit einem Gewand, das mit Blut getränkt war, und sein Name ist: Das Wort Gottes." Und in Offenbarung 19, Vers 16 steht: "Er trägt auf seinem Gewand, an seiner Hüfte, einen Namen geschrieben: König aller Könige und Herr der Herren."

Das sind einige ausgewählte Texte, Hinweise auf die Frage nach der Kleidung Gottes und nach dem Erscheinen himmlischer Wesen. Wir wollen uns den dritten Bereich zuwenden: Kleider in der Heiligen Schrift und ihrer Bedeutung in verschiedenen Zusammenhängen. Eines der Texte, wie wir schon, glaube ich, bei einem der letzten Vorträge gehört haben, steht in 1. Mose 35. Und ich lade euch ein, diesen Text aufzuschlagen. 1. Mose, Kapitel 35, und da heißt es in den Versen 2 und 3: "Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die mit ihm waren: Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und wechselt eure Kleider und lasst uns aufbrechen und nach Bethel."

1. Mose 35, Vers 2 und 3. Hier bereiten sich Menschen auf die Begegnung mit Gott vor. Und dazu gehört, dass ihre Kleider wechseln. Dazu gehört auch, dass sie ihre Götzen begraben. Dazu gehört auch, dass sie sich darauf besinnen, was eigentlich in Bethel geschehen ist, ursprünglich, warum Jakob dorthin zurückgehen will, nämlich sein Gelübde zu erfüllen, das, was er Gott versprochen hatte, als er damals auf der Flucht war. Und ein ganz ähnlicher Text steht im 2. Mose, Kapitel 10. Und der Herr sprach zu Mose in 2. Mose 10, Verse 10 und 11: "Der Herr sprach zu Mose: Geht hin zum Volk, heiligt sie heute und morgen, dass jeder Kleider waschen und bereit sein für den dritten Tag, denn am dritten Tage wird der Herr herabfahren auf den Berg Sinai."

Eine ähnliche Aussage: Gott zu begegnen bedeutet, sich zu reinigen, seine Kleider zu reinigen und sich selbst zu überprüfen, ob man vor Gott, vor Gottes Angesicht treten kann. Eine ganz andere Bedeutung begegnet uns von Kleidern ebenfalls im zweiten Buch Mose, Kapitel 28. Und dort heißt es und zwei und drei. Wer möchte, kann gerne diese Verse aufschlagen. 2. Mose 28, und dort die Verse 2 und 3. Wir wollen ertasten, erahnen, was die Bibel zum Thema Kleidung sagt und welche Bedeutung das hat. 28, Vers 2 und 3. Da heißt es: "Und du sollst warum deinem Bruder heilige Kleider machen, die herrlich und schön sein." Und sonst reden mit allen, die sich darauf verstehen, dass sie sich mit dem Geist der Weisheit erfüllt haben, dass sie Aaron Kleider machen zu seiner Weihe, dass ihr mein Priester sei. Wer die Schrift gelesen hat, weiß, dass diese Kleider nach einer genauen Anweisung angefertigt wurden, auch die Stoffe, auch die Farben. Und diese Kleider hatten wurden heilige Kleider genannt. Heilige Kleider, deshalb, weil sie den Charakter des wahren Hohepriesters zum Ausdruck gebracht haben. Und trug diese Kleider, aber Aaron war er auch nur ein schwaches Abbild des wahren Hohepriesters.

Die Bibel kennt also heilige Kleider. Eine kleine Anmerkung: Wir wissen auch zum Beispiel im fünften Buch Mose wird erwähnt, wenn eine junge Frau, die verheiratet war, beschuldigt wurde, dass sie nicht mehr jungfräulich war, als sie geheiratet hat, dann konnte sie und ihre Familie die Zeichen ihrer Jungfräulichkeit den Ältesten im Tor vorlegen. Das war die Decke oder das Kleid, als sie geheiratet hat.

Eine andere Situation, die uns in der Bibel an sehr vielen Stellen begegnet ist, wenn Menschen entsetzt sind, wenn sie trauern, wenn sie erschüttert sind, wenn ein großes Unglück geschieht, und sie ihre Kleider zerreißen, als Ausdruck für die innere Zerrissenheit, für die Trauer, für die Betroffenheit. So zum Beispiel, als die beiden Kundschafter Josua und Kaleb den Bericht der anderen zehn Kundschafter gehört haben und die Auswirkungen, dass das Volk Gottes Israel anfing zu weinen und zu sagen: "Dieser Gott kann uns nicht nach Kanaan bringen. Lasst uns zurück nach Ägypten gehen." Und sie zerreißen ihre Kleider. Sie wissen um die Tragweite dieser Aussage. Oder das andere Beispiel ist hier der gottesfürchtige Hiob, der mit Gott lebt jeden Tag, und der ganz plötzlich von einem Augenblick zum anderen diese schrecklichen Nachrichten bekommt, diese entsetzlichen Nachrichten, eins nach dem anderen, Hiobsbotschaften. Es ist ein Sprichwort geworden in unserer Sprache eingegangen. Und Hiob zwar heißt seine Kleider nicht als Zeichen der Auflehnung, aber als Zeichen tiefster Betroffenheit. Alles, was wert war, alles, was wichtig war, alles, was schön war, war vorbei.

Es gibt sehr, sehr viele Beispiele dafür, wie Menschen in biblischer Zeit ihre Kleider zerrissen haben als Zeichen der Trauer. Eine andere, ganz bewegende Szene, die mir in der Bibel begegnet, ist, dass Gott zu Mose und Aaron sagt: "Geht hinauf auf den Berg." Und Elia soll mitgehen. Als Aaron als Hohepriester gewählt, geweiht wurde, ordiniert wurde, könnte man sagen, da wurde ihm sein Kleid, seine Kleidung als Priester angelegt. Er hat es sich nicht selber angezogen. Diese Handlung war ein deutliches Zeichen dafür, dass er diese Position nicht sich selbst angeeignet hat. Und hier geschieht das umgekehrte. Nämlich Gott sagt: "Geht hinauf." Aaron wird auf dem Berg sterben. Klare Aussage. Sein Dienst geht zu Ende. "Und ziehe die heiligen Kleider aus und ziehe sie seinem Sohn Elia an." Ergreifend hier wird das Ablegen von Kleidung und Anlegen von Kleidung als äußeres Zeichen der Bevollmächtigung und der Ordination bewertet.

Oder die andere tragische Geschichte, dass der bunte Rock. Eine Geschichte, die hätte nie passieren sollen. Josef wird von seinem Vater Israel mehr geliebt als die anderen Brüder. Und nicht nur das, er wird mehr geliebt und bevorzugt, sondern das wird auch öffentlich zur Schau getragen. Und das führt zu den dramatischen Umständen, auf die wir jetzt nicht eingehen. Ich setze voraus, die Josefsgeschichte ist euch bekannt. Aber ich stelle mir vor, wie oft Jakobs wahrscheinlich hat er die Reste dieses bunten Gewandes, das seine Söhne dann zu ihm brachten, blutverschmiert und ganz heuchlerisch gefragt haben: "Vater, kennst du das?" "Das kommt uns bekannt vor. Ist das vielleicht das Gewand deines Sohnes Josef?" Ja, es ist. Und zwei Jahrzehnte lang, wahrscheinlich, vergisst er seine Tränen und betrauert seinen Sohn Josef und begreift nicht, dass Gott das zulassen konnte. Können wir uns vorstellen, was Jakob für viele Fragen hatte? Und dieses, dieser bunte Rock ist eine Warnung an uns alle, unsere Kleidung nicht zu missbrauchen, in keiner Weise, auch nicht als Zeichen, um irgendjemand oder um uns selbst zu erhöhen.

In der Josefsgeschichte gibt es noch eine andere Szene, die heißt: "Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid." Spricht zu mir, aber ließ das Kleid in ihrer Hand, floh und lief zum Haus hinaus. Wir kennen hier die Geschichte, wie Josef als Sklave im Hause Potifars ist. Und er nimmt es lieber in Kauf, nackt oder halbnackt davonzulaufen am helllichten Tag. Und hier ist das zurückgelassene Stück Kleid, ein Zeichen der Treue Gottes gegenüber.

Greifen wir auf, wenn wir im Alten Testament lesen, wie Gott sein Volk daran erinnert: "Deine Kleider sind nicht zerrissen an dir, deine Füße sind nicht geschwollen diese 40 Jahre." Was für ein Wunder, wenn wir den Wüsten-Wanderweg kennenlernen und wie schafft er es, 40 Jahre lang, ein Supermarkt in der Nähe, keine Textilfabriken. Schuhe und Kleidung als Zeichen der Treue Gottes. Er sorgt für sein Volk. Und es gibt so viele andere Szenen, wie z.B. wie die Frau, die seit 12 Jahren Blutfluss hat, wie sie von hinten kommt und den Saum des Kleides Jesu berührt, weil sie glaubt, weil sie glaubt, dass allein diese Berührung ihr durch den Glauben helfen kann. Natürlich ist das eine sehr gewagte Tat, denn sie ist kritisch unrein, und indem sie jemanden berührt, macht sie den auch kultisch rein. Aber sie wagt es. Sie wagte, und der Glaube wird belohnt, und Jesus heilt sie.

Oder Jesus zieht nach Jerusalem ein, und es wird ausdrücklich gesagt, wie die Menschen ihre Opfergewänder ausziehen und auf die Straße legen. Viele arme Menschen haben nichts anderes. Das wäre zu decken für die Nacht. Das war alles, was sie hatten. Aber es war ein Zeichen der Huldigung, es war ein Zeichen der Wertschätzung dem König gegenüber. Das Wertvollste legten sie in den Staub. Oder Jesus, wie er sein Oberkleid ablegt, einen Schurz umbindet und uns dient. Er wäscht die Füße seiner Jünger. Oder die Szene von der Verspottung Jesu.

[29:33] Szene von der Verspottung Jesu. Ihm werden die Kleider ausgezogen, öffentlich. Ihm wird ein purpurroter Mantel angezogen, um ihn lächerlich zu machen. Eine Dornenkrone aufgesetzt. Man verspottete ihn, man schlägt ihn. Und nachher wird eben der Mantel wieder ausgezogen und seine Kleider wieder angezogen. Es ist ein Zeichen der Entwürdigung, indem man mit ihm so umgeht.

[30:03] Johannes der Täufer hatte ein Kleid von Kamelhaaren, ähnlich wie Elia. Und dies, diese seine Kleidung war auch eine Botschaft, denn er hätte einen Priesterrock haben können. Er hätte als Priester im Tempel dienen können. Und Jesus sagt später, als die Menschen zu ihm kamen und der Überlieferung nach Johannes sprachen, sagte er: "Seht, hinausgegangen in die Wüste zu sehen, einen mit weichen Kleidern, die sitzen bei den Königen." Er hatte weder einen Priesterrock an, noch teure Kleidung, sondern mit dieser Kleidung verkündete er seinen prophetischen Auftrag.

[30:46] Im Propheten Jesaja lesen wir: "Augen auf, Himmel, schaut unserer unten auf die Erde. Der Himmel wirkt wie ein Rock vergehen, die Erde wie ein Kleid zu fallen und die darauf wohnen werden die Mücken dahin sterben. Aber mein Heil bleibt ewiglich, meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen. Hört mir zu, ihr gerechte Völker, in dessen Herzen mein Gesetz ist. Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schweren, entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen, denn die Motten werden sie fressen wie ein Kleid." (Jesaja 51, 6-8). Es ist ein Abschnitt, in dem Kleidung als Zeichen der Vergänglichkeit dieser Erde und das Zeichen der Vergänglichkeit der Gottlosen dargestellt wird.

[31:41] Jesaja 64, Vers 5. Ein Text, der mich sehr berührt. "Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, an unserer Gerechtigkeit ist wie ein geflecktes Kleid. Wir sind alle für die Welt wie die Blätter und unsere Sünden tragen uns davon wie der Wind." Wenn wir im Herbst beobachten, dass überall Laub ist und dann kommt der Herbstwind und bewegt das trockene Laub dieser Blätter, haben diese keine Chance, in irgendeiner Weise zu beeinflussen, in welche Richtung sie geweht werden. Und genau das ist das Bild für den Menschen, der unter die Sünde verkauft ist. Er ist nicht mehr Herr über sich selbst, ist ein Sklave geworden. Unsere Sünden tragen uns davon wie der Wind. Alle unsere Gerechtigkeit ist wie ein geflecktes Kleid.

[32:30] Wenn wir also die Bilder anschauen, dann merken wir, es geht immer darum, es geht um Persönlichkeit, es geht um Charakter, es geht um unser Wesen.

[32:44] "Zerreißt oder herz nicht eure Kleider, bekehrt euch zum Herrn eurem Gott." Im Propheten Joel so lesen wir das. Und dann die Szene im Propheten Sacharja. Eine Szene, die ganz stark uns hineinführt eigentlich in die Botschaft von Sacharja, Kapitel 3, Vers 3 bis 5. "Josua hatte unreine Kleider an, stand vor dem Engel. Und weiter: 'Tut die unreinen Kleider von ihm!' Er sprach zu ihm: 'Sieh her, ich nehme deine Sünden von dir, lasse dir feine Kleider anziehen.' Und er sprach: 'Setzt die meinen reinen Kopf und auf das Haupt.' Und sie setzten einen reinen Kopf und auf das Haupt und zogen ihm reine Kleider an." Und der Engel des Herrn stand dabei. Schon im Alten Testament, an dieser Stelle, wird eigentlich beschrieben, wie wir vor Gott gerecht gesprochen werden. Ellen White kommentiert das im Bild vom Reich Gottes als Sprecher des Volkes Gottes, der mit unten dem Verdammungsurteil steht. Trägt Josua unreine Kleider, er kennt die Sünden seines Volkes und ist vermutlich tief niedergedrückt. Sah dann erzeugt bei ihm ein solch starkes Schuldgefühl, dass er fast alle Hoffnung aufgegeben hat. Und doch steht er hier und bittet Gott um Gnade. Während Satan alles dagegen einsetzt.

[33:15] Und weiter, jede Offenbarung göttlicher Macht an sein Volk erzeugt den Hass Satans. Wann immer sich Gott für seine Kinder einsetzt, setzt Satan mit seinen Engeln alles in Bewegung, um sie zu verderben. Er ist eifersüchtig auf alle, die in Christus stark sind. Er ist eifersüchtig auf alle, die in Christus stark sind und möchte sie zum Bösen verleiten. Hat er dabei Erfolg? So schiebt er alle Schuld auf die Versuchten. Weist auf ihre unreinen Kleider hin, auf ihre Charakterfehler, ihre Schwäche, Torheit, ihre Undankbarkeit, ihr Wesen, das Christus so wenig ähnlich ist und den Erlöser entehrt. Dann geht es weiter: Aus eigener Kraft kann das Volk Gottes den Anschuldigungen Satans nicht entgegentreten. Es braucht sich selbst nur oft anzuschauen, um zu verzweifeln.

[35:10] Trotz ihrer Fehler und Schwächen hört Christus nicht auf, für seine Kinder zu sorgen. Er wendet sich nicht ab von ihnen. Ja, er hat sogar die Macht, ihre Kleider zu wechseln. Denen, die Buße tun und an ihn glauben, nimmt er die schmutzigen Gewänder ab, begleitet sie mit dem Gewand seiner Gerechtigkeit. Hinter ihren Namen schreibt er "vergeben" in die Himmelsbücher. Ende des Zitats.

[35:36] Dasselbe Bild begegnet uns im Gleichnis vom verlorenen Sohn. Er kommt zurück, er hat nichts aufzuweisen. Er stottert etwas, das, was er erkannt hat. Bringt ihm das beste Kleid und zieht es ihm an. Was für ein Bild von unserem Gott! Was für eine Bereitschaft Gottes, die hier zum Ausdruck kommt, wie Jesus hier Gott darstellt, wie er darauf wartet, dass wir kommen, dass wir bekennen, dass er uns sein Kleid anziehen kann.

[36:16] Und deshalb sagt auch der Prophet Jesaja: "Ich freue mich im Herrn, meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, hat mir die Kleider des Heils angezogen, mehr den Mantel der Gerechtigkeit. Er mich damit gekleidet."

[36:30] Es gibt natürlich auch das Bild vom Gleichnis vom Mann ohne hochzeitliches Kleid. Und das ist eine Begebenheit, auf die ich ein bisschen näher eingehen möchte, in Verbindung mit der Ladea-Botschaft. Aber vorher noch der Hinweis Jesu: Er sagt an einer Stelle: "Niemand setzt einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid." Und damit macht er deutlich: Es gibt keine Kombination. Wir unser Geld zwischen unsere Gerechtigkeit und seine Gerechtigkeit. Er ergänzt nicht: "Unsere Gerechtigkeit." Es gibt entweder ein altes Tuch oder ein ganz neues Tuch.

[37:15] All diese Bilder machen uns deutlich, wie Gott uns rettet, wie er uns befreit, wie er unsere Kleider weiß machen will. Weiße Kleider in der Offenbarung. Als ich den Begriff "weiße Kleider" in die Google-Suchmaschine eingegeben habe, kamen in einer halben Sekunde eine Million 310.000 Ergebnisse. Und ich habe die ersten 24 Seiten so stichprobenartig durchgeklickt, und es waren fast immer nur Brautkleider, die angeboten wurden. Und das passt zum Thema. Und das passt zum Thema.

[37:53] Bis hoch interessant. Und ich nenne jetzt hier der Zeit halber nur die ein paar Verse in der Offenbarung, die Texte, in denen weiße Kleider vorkommen. Das ergibt ein Gesamtbild. Aber du hast einige wenige Namen, als Offenbarung 3, Vers 4 und 5. "Du hast einige wenige Namen, die leider nicht besiedelt haben, und sie werden mit mehr einhergehen in weißen Kleidern, denn sie sind es wert." Wer überwindet, der wird somit weißen Kleidern begleitet werden. Und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. Weiße Kleider bewahren, Überwinder sein, der Name bleibt im Buch des Lebens und Jesus bekennt sich zu uns.

[38:46] Der andere Text, den wir bereits gelesen haben, die Botschaft an Laodizea: "Ich rate dir, kaufe von mir gold, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du sie anziehst, und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird." Weiße Kleider gibt es nur bei Jesus. Und weiße Kleider müssen gekauft werden. Und weiße Kleider haben ihren Preis.

[39:23] Offenbarung 4, Vers 4: "Und rings um den Thron sah ich 24 Throne und auf den Thronen saßen 24 Älteste, bekleidet mit weißen Kleidern und auf ihren Häuptern goldenen Siegeskränze." Diese weißen Kleider sind die Kleider der Überwinder, der Sieger.

[39:42] In Offenbarung 6, Vers 11: "Und es wurde ihnen jedem ein weißes Gewand gegeben und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auf ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet sein, die ebenso wie sie getötet werden sollten."

[40:05] Eine symbolische Szene, die uns deutlich macht: Die Geschichte ist noch nicht zu Ende, und es gibt noch mehr über die dazu kommen. Weiße Kleider sind Kleider von Menschen, die bereit waren, sogar ihr Leben für Gott zu lassen.

[40:27] Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Volksmenge, die niemand zählen konnte, aus jeder Nation, aus Stamm und Volk und Sprache, stand vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Gewändern und Palmen in ihren Händen. Weiße Kleider sind die Kleidung aller Erlösten.

[40:51] Offenbarung 7, Verse 13 und 14: "Und einer von den Ältesten begann, sprach zu mir: 'Diese, die mit weißen Gewändern bekleidet sind, wer sind sie? Woher kommen sie?' Und ich sprach zu ihm: 'Mein Herr, du weißt es.' Und er sprach zu mir: 'Diese sind es, die aus der großen Trübsal kommen, und sie haben ihre Gewänder gewaschen und sie weiß gemacht im Blut des Lammes.'"

[41:22] Weiße Kleider werden weiß durch das Blut des Lammes.

[41:31] "Siehe, ich komme wie ein Dieb." (Offenbarung 16, 15). Bei der Ausgießung der sechsten Schale: "Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, wer wach bleibt und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe." Parallele zur Offenbarung 3, Laodizea-Botschaft. Weiße Kleider müssen bewahrt werden.

[41:56] Und der letzte Text, Offenbarung 19, Verse 7 und 8: "Lasst uns fröhlich sein, frohlocken und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und seine Frau hat sich bereit gemacht und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend." Denn die feine Leinwand, Achtung, sind die gerechten Taten der Heiligen.

[42:21] Weiße Kleider sind das Hochzeitskleid der Braut Christi. Sie ist auf die Hochzeit vorbereitet. Weiße Kleider sind die gerechten Taten der Heiligen.

[42:33] Die Botschaft Jesu an Laodizea haben wir schon in verschiedenen Sequenzen miteinander betrachtet. Ich werde die einzelnen Punkte jetzt nicht wiederholen, sondern ich möchte nur auf diesen Aspekt der weißen Kleider eingehen.

[42:51] Vielleicht noch so viel ergänzen: Die Mediziner waren im ganzen römischen Reich bekannt für ihre Kleidung, auf die sie stolz waren. Es war sehr schön, es hatte so eine besondere Farbe, so anthrazit-violett, edel. Und alle im römischen Reich, wo sie auftauchten, wussten, die kommen aus Laodizea. Und das sind die Reichen. Und deshalb hat das eine große Bedeutung, dass Jesus sagt: "Es wird Zeit, dass du diese eigene, tolle Kleidung ablegst und von mir das weiße Kleid kaufst."

[43:32] Denn er kennt unseren Zustand: die Halbheiten, Mittelmäßigkeit, die Unentschlossenheit, die Weltliebe, die gefährliche Unwissenheit. Aber an die Tatsache, dass Jesus Rat gibt, zeigt, dass er die Situation für Laodizea nicht als hoffnungslos ansieht, sondern dass er uns um uns wirbt. Es ist sein Werben um unser Herz.

[44:07] Wir haben heute Vormittag schon diesen Text aus Jesaja 55 gehört: "Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst." Wunderbar, er bietet es uns an. Aber ich möchte hinzufügen: Jesus sagt damit auch: "Gib deine eigene Kleidung ab, gib deine Selbstgefälligkeit ab, deine Seichtheit da in der Mittelmäßigkeit, deine Selbstzufriedenheit, deine Unaufrichtigkeit, deine Blindheit, deine Sattheit."

[44:43] Und damit möchte ich im letzten Teil nochmal darauf kommen, was passiert, wenn wir das nicht tun. Und Jesus beantwortet diese Frage, was passiert, wenn wir es nicht tun, genau mit dem Gleichnis von dem Mann ohne Hochzeitskleid. Nachzulesen Matthäus 22, Vers 11 bis 14.

[45:06] Ich nenne stichwortartig die wichtigsten Punkte dieses Gleichnisses: Der König macht seinem Sohn eine Hochzeit. Er hat diese Hochzeit schon angekündigt und nun ist es soweit. Er sendet seine Knechte aus und die Geladenen zur Hochzeit zu rufen, aber sie wollen nicht kommen. Er sendet seine Knechte erneut raus und sagt: "Alles ist bereit, kommt, kommt doch zur Hochzeit." Aber sie achten es nicht. Sie haben andere Interessen, andere Beschäftigungen. Andere gehen sogar einen Schritt weiter und misshandeln ja sogar töten einige der Knechte. Jesus sagt: "Der König sendet seine Truppen aus, tötet die Mörder, steckt ihre Stadt in Brand." Und er stellt fest: "Die Geladenen waren es nicht würdig." Und jetzt sollen die Knechte hinausgehen und alle Menschen, die sie treffen, einladen. Und sie tun hast. Und der königliche Saal füllt sich mit Guten und Bösen.

[46:10] Und das Problem im Gleichnis ist es nicht, dass der Gute und Böse da sind, sondern das eigentliche Problem ist nur, dass der König reinkommt, um die Hochzeitsgesellschaft anzuschauen und einen Menschen entdeckt ohne hochzeitliches Kleid. Er hätte es annehmen können. Jeder hat es angeboten bekommen.

[46:31] Die Hochzeit ist ein Bild für die Vereinigung der Menschheit mit Gott. Das Hochzeitskleid ist der Charakter, der jedem angeboten wird, der an der Hochzeit des Lammes teilnehmen möchte. Die Geladenen sind zunächst das Volk Israel. Die zwölf wurden ausgesandt, danach die 70. Und nach der Kreuzigung und Auferstehung gab es noch mal eine Zeit für sie, Christus anzunehmen. Schließlich wurde Jerusalem zerstört und die Heiden haben begonnen. Die Einladung an sie ist ausgegangen.

[47:12] Weltweit kommentiert die Szene des Königs: Wenn der König im Gleichnis die Gäste prüfend ansieht, so bedeutet dies Gericht. Schon vor Jesu Kommen wird also von jedem Menschen feststehen, wie seine Werke sind. Und dementsprechend wird auch jeder Nachfolger Christi seinen Lohn erhalten. Während die Menschen noch hier auf der Erde leben, findet im Himmel das Untersuchungsgericht statt. Alle, die seine Nachfolger sein wollen, beurteilt Christus nach dem, was in den Lebensbüchern über sie festgehalten ist. Dieses Anschauen der Gäste in diesem Gleichnis deutet an, diese Phase des Vor-Gerichtes.

[47:56] Die Gerechtigkeit Christi. Ein weiteres Zitat aus "Bilder vom Reich Gottes" als Erklärung: Die Gerechtigkeit ist die also, seien in jeder Weise vollkommenes Wesen, wird durch den Glauben allen verliehen, die ihn als ihren persönlichen Heiland annehmen. Ein solches himmlisches Gewand enthält nicht einen Faden menschlicher Erfindung. Als Christus Mensch war, entwickelte er einen vollkommenen Charakter, an dem wir nun teilhaben sollen, wenn wir uns Christus ausliefern. Schlägt unser Herz, dass seine unser Wille geht in seinem Willen auf, unser Gedanken richten sich ganz auf ihn, und er selbst lebt in uns, dann sind wir wirklich mit dem Gewand der Gerechtigkeit Christi bekleidet.

[48:40] Bilder vom Reich Gottes, Seite 245, 256. Ich bin begeistert von diesem Wort in diesem Gleichnis, wo es heißt: "Die Botschaft lautet: Alles ist bereit." Gott hat alle Voraussetzungen geschaffen, damit du und ich erlöst sind. Das ist die schönste Nachricht. Niemand von uns muss verzweifeln, und sein vollkommener Charakter wird uns verliehen durch seine Gnade.

[49:14] Der Mann ohne Hochzeitskleid. Noch eine Erklärung zum Gleichnis: Sind Menschen, die sich zu Christus bekennen, die angenehmen Seiten des Evangeliums in Anspruch nehmen möchten, aber sich nicht ändern wollen. Das ist ein sehr ernstes Wort. Deshalb bemühen sie sich auch nicht, ihre ererbten und anerzogenen Neigungen zur Sünde zu überwinden. Mit sich selbst vollauf zufrieden, verlassen sie sich lieber auf ihre eigenen Verdienste als auf Christus. Sie haben zwar die Evangeliumseinladung gehört, kommen aber zur Hochzeit ohne die Gerechtigkeit Christi angezogen zu haben.

[49:54] Und jetzt kommt dieser Satz: "Die Gerechtigkeit Christi bedeckt keine Sünde, an der wir bewusst festgehalten haben." Und das müssen wir alle wahrnehmen. Gott ist nicht schockiert und überrascht über den Abgrund, der in unseren Herzen ist. Unser sinnhaftes Wesen, es überrascht nicht, dass wir so sind, wie wir sind. Aber er möchte, dass alles, was durch den Heiligen Geist uns bewusst wird, durch die Augen Salbe, die er uns gibt, dass wir zudem bewusst Nein sagen, dass wir nichts in unserem Leben akzeptieren, dass es zu unserem Wesen gehört, was ihn beleidigt.

[50:40] Am 19. Mai dieses Jahres heiratete Prinz Harry. Und ich war ein bisschen provoziert, fühlte mich etwas provoziert, dass ich die Nachrichten sah und dieser seriöse Nachrichtensprecher, der Satz von wichtigen Ereignissen sprach, mit der einen Tag vor der Hochzeit: "Das Wichtigste, die wichtigste Frage, um die sich alles momentan dreht, ist: Wie sieht das Brautkleid aus?" Ich habe mich im ersten Augenblick geärgert, weil ich gesagt habe: Haben wir keine größeren Probleme auf dieser Welt? Aber dann ist mir etwas bewusst geworden.

[51:22] Da ist mir etwas bewusst geworden. Wisst ihr, dass ungefähr jeder siebte Bewohner dieser Erde dieser Hochzeit zugesehen hat? Über eine Milliarde Menschen. Wie sieht dein Brautkleid aus? Hast du es schon angezogen?

[51:55] Ich las ebenfalls von einer bekannten Schauspielerin, dass sie angeblich das teuerste kurze Kleid der Geschichte getragen hat, 800.000 Euro wert. Sie hatte 500.000 Kristalle, die das Kleid verziert haben. Aber es stimmt nicht, dass es das teuerste Brautkleid ist. Das teuerste Brautkleid ist das, was Jesus uns anbietet.

[52:24] Möchte schließen mit einer Szene aus meiner Kindheit. Es war an einem Freitagabend. Ich war vielleicht neun oder zehn Jahre alt, und es war in Siebenbürgen. Da haben wir zu der Zeit miteinander freitagabends Gottesdienst gehabt. Vormittags Sabbat, nachmittags. Und meine Mutter hat sich große Mühe gemacht, damit wir Kinder immer schön gekleidet zum Gottesdienst gehen. Und meine zwei kleinen Schwestern, die hat sie schon angezogen, und die hatten so weiße, lange Strümpfe an und ein weißes Kleid an. Und ich war auch schön angezogen. Und sie sagte: "Ich mache mich noch schnell fertig, da gehen wir zur Gemeinde. Aber passt bitte auf."

[53:14] Aber was sie als kleine Mädchen haben sich gekoppelt. Draußen hat es kurz vorher geregnet, und eine Minute später sah es fürchterlich aus. Und die beiden, das ist vielleicht für uns heute nicht so schrecklich, aber für mich war es als Zehnjähriger sehr schrecklich, denn wir hatten noch keine Waschmaschine. Und ich habe gesehen, wie die Finger meiner Mutter manchmal blutig waren vom Reiben der Wäsche, vom Waschen, und dass sie all das, was kochen musste, praktisch die Kochwäsche kochen musste. Und zum ersten Mal damals, so als Junge, ist mir bewusst geworden, was meine Mutter alles für uns getan hat.

[54:06] Das meiste Kleid, das Jesus uns anbietet, ist sehr, sehr kostbar, viel teurer. 800.000 Euro. Wichtigste Frage ist wirklich die Frage nach dem Brautkleid. Ich rate dir ja, dass du es kaufst und das anziehst und dass du es beweist. Wer das möchte, wer das in seinem Herzen vorgenommen hat, den lade ich ein, als Zeichen dafür, dass er ja dazu sagt, jetzt sich zu erheben.

[54:49] Himmlischer Vater, guter Gott, wir danken dir für deinen großen Segen. Wir danken dir dafür, dass du ein Gott bist, voller Liebe für uns, dass du uns besser kennst, als wir es jemals von uns annehmen könnten, dass du uns verstehst, dass du nicht entsetzt bist über unser Versagen, sondern deine Hände ausstreckst und uns bittest, dass wir dieses weiße Kleid annehmen. Bitte hilf uns, uns zu trennen von unserem selbst gefertigten Philosophien und Kleidern, von unserem eigenen Lebensstil, der oft mit Stolz durchlebt ist. Hilf, dass wir dankbar kaufen, indem wir das andere abgeben und die reinen und Herren, wir es bekommen haben. So hilf uns, rein zu bewahren und durch ein teures Blut, Jesus, rein zu erhalten, bis dass du kommst. Dafür danken wir und beten dich an. Amen.

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