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In dieser Folge von LOGOS tauchen wir tief in die Ursprünge ein und erkunden die philosophischen und wissenschaftlichen Fragen nach dem Anfang aller Dinge. Christopher Kramp beleuchtet antike Theorien, von Thales‘ Wasser als Urstoff bis hin zu modernen Forschungen, die uns dem Rätsel der Zeit davor näherbringen.


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Serie: LOGOS

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Transkript

[0:31] Herzlich willkommen zu Logos, die Geschichte von Jesus neu durchdenken. Woran denkst du, wenn du Wasser siehst? Bei der Hitze, die momentan hier bei uns äh um das Studio rum ist, ist mein erster Impuls, ich würde am liebsten gerne baden gehen. Vielleicht denkst du auch eher ans Trinken, weil du durstig bist. Es gab eine Zeit in der Antike, als einige Menschen beim Anblick von Wasser nicht zuerst an Trinken oder Wassersport gedacht haben, sondern an den Anfang aller Dinge. Das klingt ziemlich philosophisch und genau das war's auch. Einer von ihnen, Thales gilt als der erste Philosoph Griechenlands und er behauptete, am Anfang stand das Wasser. Das hat er sich wohl nicht selbst ausgedacht. Er wird das wohl direkt oder indirekt von den Babyloniern übernommen haben. Und er ist der erste in Griechenland gewesen, in der Antike, der sich Gedanken gemacht hat, was war eigentlich wirklich am Anfang? Einige seiner Nachfolger wie Anaximander, Anaximenes, Heraklit, Pythagoras und wie sie alle hießen, die hatten dann andere Ideen, nicht das Wasser, sondern vielleicht die Luft oder das Feuer oder das Unteilbare.

[1:48] Etwas abstrakt klingt das natürlich. Und diese Frage hat uns Menschen nicht losgelassen. Was stand, was war am Anfang? Noch heute geben Forscher sehr viel Geld aus, Staaten sehr viel Geld aus, um herauszufinden, was am Anfang gewesen ist. Das Thema heute lautet vom Anfang und der Zeit davor. Und damit freuen wir uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu diesem Podcast Logos, wo wir die Geschichte von Jesus neu durchdenken wollen.

[2:26] Es war im Jahre 1952, als man in der Nähe beim Jabal Abu Mana in der Dishna Ebene in Ägypten wertvolle Papyri entdeckt hat. Das war wenige Jahre nach der Entdeckung der Schriftrollen vom Toten Meer bei Qumran und auch hier in der Nähe hatte man in Ägypten 7 Jahre zuvor bei Nag Hammadi eine Reihe wertvoller Schriftfunde gemacht. Diese jetzt 1952 kamen aus einem ehemaligen Mönchssitz. Pachomianische Mönche hatten in der spätantiken Ägypten Bibelmanuskripte abgeschrieben. Ein Mann namens Phokion Tano aus Zypern hat dann ins Geheim diese Manuskripte aus Kairo nach Europa geschmuggelt, eins nach dem anderen und dort in der Schweiz an einen Mann namens Martin Bodmer verkauft. Deswegen heißen diese Papyri sogar die, die gar nicht von Martin Bodmer gekauft worden sind, aber aus demselben Fund stammen. Die Bodmer Papyri, das sind 22. Die meisten von ihnen sind griechisch, einige aber auch koptisch. Das ist so die allerletzte Sprachstufe des antiken Ägyptisch. Und von diesem Bodmer Papyri gibt es, also die sind natürlich sehr berühmt und das der berühmteste von allen, der berühmteste Papyrus ist der hier. Bodmer Papyrus 2, in der neutestamentlichen Wissenschaft auch als Papyrus 66 bekannt, wird verschiedenlich datiert, ungefähr auf das Jahr 200. Wenn man hier äh den Philip Wesley Comfort äh fragt, der äh gibt sogar eine ganze Wissenschaftler an, die sogar in das zweite Jahrhundert, Mitte des zweiten Jahrhunderts datieren. Wie wir das schon mehrmals gesagt haben, sind diese Datierungen von antiken Manuskripten aufgrund der Schriftform natürlich immer ein bisschen äh äh ungenau, aber ungefähr so Mitte zweites des Jahrhunderts oder vielleicht Anfang drittes Jahrhundert in diese Zeit hinein datiert dieser berühmte Papyrus. Und wenn man sich das hier anschaut, dann sieht man oben Evangelion ist eine Abschrift eines Evangeliums und rot unterstrichen sind die berühmten Anfangsworte, die uns heute insbesondere beschäftigen sollen.

[4:56] En archē ēn ho logos. Im Anfang war das Wort. Eine der vielleicht berühmtesten Sätze der Bibel überhaupt und einer und dieser ganze Satz dann und die folgenden Verse, die enorm viel Diskussionen erzeugt haben. Das geht schon los mit der Frage, was eigentlich bedeutet es im Anfang zu sein? Und hier kann man tatsächlich sagen, das ist eine etwas vielleicht zu komplizierte Übersetzung. Man fragt sich ja, kann man jetzt im Anfang noch innen drin irgendwie sein, aber archē heißt auf Griechisch auch einfach simpel am Anfang. Und in vergleichbaren Bibeltexten, wo es auch um Jesus geht, der teilweise auch das Wort genannt wird, wird deutlich, dass er quasi von Anfang an da gewesen ist. Johannes 1 Vers 1, was von Anfang ab äh war und dann spricht er von diesem Wort des Lebens oder er nennt ihn auch in Johannes 2 Vers 13, der von Anfang an ist in der Offenbarung. Am Ende wird Jesus sagt er selbst über sich. Ich bin das Alpha und das Omega, der Anfang. Also die Idee, wenn übersetzt wird, im Anfang, soll nicht dazu verleiten, dass es quasi der Anfang eine längere Abschnitt ist, wo dann irgendwann das Wort ist, sondern von Anfang, der Anfang selbst. Darum geht es. Aber diese Formulierung en archē, äh, die dort am Anfang steht, nicht nur in diesem Manuskript, sondern natürlich in allen Manuskripten des Johannesevangeliums, die ist sehr interessant, weil sie eigentlich gar nicht so typisch ist für den Stil von Johannes. Sie kommt eigentlich aus der Septuaginta, die kennen wir ja schon aus der ersten Folge, die griechischen Übersetzungen des Alten Testamentes. Und dort im Alten Testament gibt es einen ganz ähnlichen Satz in 1. Mose 1 Vers 1. Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Im Griechischen heißt das dann en archē. Im Anfang oder am Anfang, könnte man genauso übersetzen. Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Das Johannesevangelium macht also etwas sehr Bedeutendes. Jetzt beginnt die Beschreibung des Lebens Jesu mit denselben Worten, mit denen im Buch 1. Mose die Schöpfung der Welt, der Anfang von allem sozusagen beschrieben wird und stellt das quasi durch dieses Zitat quasi auf dieselbe Stufe. Sehr interessanter Gedanke. Wir hatten ja gesehen, dass schon das Matthäusevangelium mit so einem Zitat aus der Septuaginta sich auf das Buch 1. Mose bezieht. Ja, wir haben da das Buch der Geschichte Biblos Geneseos uns angeschaut. Das kam ja aus dem zweiten und fünften Kapitel des Buch ist 1. Mose, aber Johannes geht quasi ganz an den Anfang zurück. Man kann nicht direkt an den Anfang gehen als an den Anfang des ersten Buches. Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Im Anfang war das Wort oder am Anfang natürlich.

[7:58] Und was dann steht in Johannes 1 Vers 1 ist sehr bemerkenswert. Im Anfang war das Wort. Dort steht nicht im Anfang entstand das Wort sozusagen als erstes das entstanden ist. Im Grunde genommen ist die Idee ziemlich beeindruckend und für unser menschliches Gehirn auch ziemlich herausfordernd. Wenn ich sprechend unser Denken oder denn was immer man sich als den allerersten Anfang vorstellt, okay, hier ist jetzt w wir gehen zurück in der Geschichte und sagen, hier ist der Anfang, dann sagt Johannes an diesem Zeitpunkt war das Wort schon da. Existierte bereits, egal wie weit wir sozusagen gedanklich uns zurückdenken an einen ersten Anfang. Das Wort war schon da.

[8:44] Etwas später im Johannesevangelium äh wird berichtet, wie Jesus gesagt hat, wahrlich wahrlich, ich sage euch, ehe Abraham war, bin ich. Dahinter steckte die Idee, dass dieses im Anfang oder am Anfang war das Wort nicht nur etwas ist, was quasi mal so gewesen ist in der Vergangenheit, sondern was durchgehend existiert. Man spricht zum einen von der Präexistenz Jesu, also er hat schon existiert, bevor er Mensch auf der Erde war und dann ist seine Existenz quasi immer da. Im Hebräerbrief heißt es: Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und auch in Ewigkeit. Wir sind hier bei Logos dabei uns Gedanken zu machen über die Geschichte von Jesus. Aber das Johannesevangelium, nachdem wir jetzt Matthäus, Markus, Lukas die Anfangssätze uns angeschaut haben und festgestellt haben, wie jeweils dieses Geschichtsbuch von Matthäus oder Markus oder Lukas konzipiert ist, das Johannesevangelium sprengt den Rahmen und zwar ziemlich buchstäblich, indem es sagt, es gibt nicht nur eine Geschichte von Jesus, sondern Jesus steht über der Geschichte. Er war schon da, bevor es den Anfang gab, sozusagen.

[9:58] Beeindruckend. Jesus als Urgrund sozusagen, auf dem sich dann auch die Geschichte der Welt abspielt.

[10:10] Wir haben ja schon darüber gesprochen in der ersten Folge, dass dieses Wort Logos Jesus bezeichnet. Nicht nur hier äh, wenn es heißt, im Anfang war das Wort und dann das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit. Das meint natürlich im Johannesevangelium Jesus. Auch in der Offenbarung wird er genannt Logos, das Wort Gottes. Und die Frage stellt sich natürlich, warum heißt er das Wort? Was ist eigentlich damit gemeint? Also, wir verwenden ja ständig Worte, wir verwenden auch das Wort Wort ständig, aber wir machen uns eigentlich relativ wenig Gedanken darüber, was ein Wort eigentlich ist.

[10:50] Denn nicht jede Buchstabenkombination ist ja letztlich ein Wort, oder? Man könnte sagen, Worte sind eigentlich ausgedrückte Gedanken. Wenn ich nicht rede und nur denke, dann werdet ihr auch in diesem Podcast nichts verstehen. Also, wenn ich jetzt mal für einen kurzen Moment nicht rede, dann ist es unmöglich für euch meine Gedanken zu verstehen. Der es gibt also einen Gedanken und dann gibt es das Wort. Das Wort ist wie eine Brücke. Es offenbart die Gedanken, ja, so dass dann jemand anderes, der keinen Zugriff auf die Gedanken hat, trotzdem die Gedanken verstehen kann. Ein an sich anderweitig nicht wissbarer Gedanke wird verständlich durch das Wort. Und was das Johannesevangelium am Anfang sagt, ist so wie der Gedanke an sich nicht zu verstehen ist, es sei denn, er wird ausgedrückt, so können wir Menschen Gott den Vater nicht verstehen aus uns selbst heraus. Wir haben da keinen Zugang zu ihm. Aber durch Jesus, durch das Wort können Menschen Gott verstehen. Deswegen ist ja das Wort Gottes. Dieser Gedanke wird ganz deutlich hier dann etwas später im Johannesevangelium in Kapitel 1 in Vers 18 ausgerückt. Niemand hat Gott je gesehen. Man hat also von menschlicher Seite aus keinen direkten Zugriff auf Gott. Aber der eingeborene Sohn, also Jesus, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über gegeben. Der hat quasi offenbart, wie Gott ist.

[12:33] Die ganze Idee am Anfang ist also Jesus ist nicht nur schon immer da, sondern er sagt uns etwas. Er sagt uns nämlich, wie Gott der Vater ist, welche Charaktereigenschaften hat.

[12:52] Und das macht diesen Anfang vom Johannesevangelium so ungemein wertvoll, weil eine ganz grundlegende Idee der Geschichte Jesu deutlich wird. Es geht nämlich bei der Geschichte von Jesus gar nicht nur um Jesus, es geht auch um Gott, den Vater, der durch die Geschichte von Jesus überhaupt verständlich wird. Mit anderen Worten, wer Gott verstehen will und das Leben und Wirken von Jesus ignoriert, der wird immer fehlgehen. Der wird nie das Ziel erreichen. Der wird Gott nicht wirklich verstehen. Gott hat sich entschieden, dass wir von Jesus durchdenken. Wenn wir uns also hier vorne bei Logos das Leben von Jesus so durchdenken, dann ist das auch insbesondere ein Versuch Gott besser kennenzulernen.

[13:47] Interessanterweise gibt es oder gab es das Konzept vom Logos auch außerhalb der Bibel. Die Stoiker hatten den Logos und das war so eine ganz wichtige Komponente ihrer Philosophie. Gegründet sind sie ja von Zenon von Kition, der übrigens auch aus Zypern stammte. 300 vor Christus ungefähr begann er dort in Griechenland zu wirken. Benannt sind sie nach der Säulenhalle, wo unterrichtet hatte, weil er sonst keinen richtigen Unterrichtsraum gehabt hat. Und er und seine Nachfolger haben den Logos als so ein aktives äh Element betrachtet, so eine göttliche Vernunft, die sich in allen Elementen des Kosmoses wiederfindet. Also das war etwas abstraktes irgendwie auch nicht nur passiv, sondern aktiv, sondern aber jedes Lebewesen, jeder Mensch hatte Anteil an diesem Logos. Das war so eine allgemeine Weltvernunft, wenn man so möchte. Und das einzige, was er als göttlich definierte, etwas später nach dem Johannesevangelium, dann gab es diesen römischen Kaiser Mark Aurel, der auch ein stoischer Philosoph war und der diese Idee dann auch äh ganz berühmt ausgedrückt hat, dass es quasi nur einen Gott gibt und nur eine eine Vernunft und alles ist sozusagen miteinander verbunden und das durchdringt alles und das ist alles sehr abstrakt. Aber dem gegenüber stellt das Johannesevangelium eine ganz andere Idee des äh des äh des Logos da, nämlich als eine Person, die sich der Welt offenbart hat. Das Wort wurde Fleisch. Also nicht ein abstraktes Prinzip, das irgendwie wirksam ist, sondern eine Person, die Mensch geworden ist. Und damit sieht man ganz deutlich, dass Johannes möglicherweise vielleicht die Idee der Stoiker kannte, aber eine ganz andere Darstellung, eine ganz andere Idee mit diesem Anfang des Johannesevangeliums verkörpert hat.

[15:51] Er sagt auch weiterhin: Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott. Ebenfalls im Johannesevangelium etwas später sagt Jesus: Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen. Und dann noch etwas später in Kapitel 17 Vers 5 spricht er in einem Gebet zu Gott dem Vater, dass er ihm ihn verherrlichen soll mit der Herrlichkeit, sagt er hier, die ich beide hatte, ehe die Welt war. Auch hier diese Idee. Jesus, bevor er Mensch war, war bei Gott.

[16:26] Die Idee, dass es da schon jemand bei Gott, dem Vater gegeben hatte, die findet sich auch schon im Alten Testament in einer interessanterweise ganz ähnlichen äh Formulierung. In den Sprüchen heißt es in Sprüche 8 Vers 22: "Der Herr besaß mich", da spricht die personifizierte Weisheit und und Weisheit als so intellektuelles Denken und auch als moralische äh Weisheit, diese vor allem den Sprüchen, seine moralische Weisheit auch, das ist nicht so weit weg vom Logos, von der Idee des der Vernunft, des Denkens, der der des Wortes. Da gibt's also eine personifizierte Weisheit in Sprüche 8 und das heißt der Herr besaß mich, die Weisheit am Anfang seines Weges. Er etwas machte vor aller Zeit, also vor aller Zeit, am Anfang gab es schon neben dem Herrn die personifizierte Weisheit. Und es ist gut möglich, dass Johannes auch an Sprüche 8 gedacht hat, um deutlich zu machen, dass auch hier bereits diese Idee ausgedrückt wird, dass es da jemanden gab.

[17:31] Interessanterweise hat dieser Abschnitt dann später in der Kirchengeschichte für einen enormen Aufruhr, eine enorme Streiterei, eine enormen Streitigkeit geführt, die bis heute nicht gelöst ist, weil nämlich dann in Sprüche 8 es weiter heißt, dass diese äh Weisheit geboren worden ist. Das heißt, ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor den Ursprüngen der Erde. Als noch keine Fluten waren, wurde ich geboren, als die wasreichen Quellen noch nicht flossen, ehe die Berge eingesenkt wurden. Vor den Hügeln wurde ich geboren. Und da gab es dann Leute ab dem 4. Jahrhundert, die gesagt haben, na, das bedeutet doch, dass wenn Jesus Logos ist und dieser Logos quasi mehr oder weniger identisch ist mit dieser personifizierten Weisheit, das bedeutet doch, dass Jesus einen Anfang gehabt hat. Das ist also quasi, dass Jesus war zwar vor dem Anfang war, aber vor Jesus noch etwas war, nämlich nur Gott der Vater.

[18:29] Wenn man Sprüche 8 noch mal genau liest, stellt man fest, diese Idee, das kann der Schreiber von Sprüche nicht wirklich gemeint haben. Denn auch wenn die Weisheit personifiziert ist und mit dem Logos ganz viel gemeinsam hat, ist es ja nach wie vor Weisheit. Wenn man wenn also der Sprücheschreiber wirklich der Meinung wäre, dass die Weisheit irgendwann erst in die Existenz gekommen wäre und vorher nicht existiert hat, das würde ja bedeuten, es hätte eine Zeit gegeben, wo Gott ohne Weisheit gewesen wäre. Und das kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass das die Sprüche ausdrücken wollten, äh, dass Gott erst keine Weisheit hatte und dann Weisheit bekommen hat. Also diese Idee ist ein Missverständnis dieser Bildsprache äh aus den Sprüchen.

[19:14] Gehen wir weiter. In Johannes 1 gibt es dann noch den Satz und damit kommen wir jetzt vielleicht zu der überhaupt am meisten diskutiertesten Idee in diesem ersten Satz. Hier wieder in unserem äh Bodmer Papyrus 2 äh deutlich zu lesen. Hier rot Kai ho logos en ho theos. Und das Wort war Gott. Da gibt es eine riesige Diskussion jetzt drüber. Meint Johannes, dass Jesus Gott ist oder meint er nur, dass er göttlich ist, göttlichen Ursprungs irgendwie mit Gott einiges gemeinsam hat?

[20:00] Und da müssen wir ganz kurz in die griechische Grammatik mal uns ein bisschen hineinvertiefen. Das heißt, im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, dort steht Gott mit Artikel, ton theon, und das Wort war Gott, und dort steht Gott ohne Artikel. Und deswegen sagen einige ein Unterschied. Also das Wort war bei Gott, das mein Gott den Vater, da ist mit Artikel äh, also ein Ausdruck für Gott den Vater als der eigentliche wahre Gott, sagen einige. Und wenn Gott ohne Artikel steht, dann meint es mehr so, er war halt göttlich, aber nicht im selben Sinne Gott wie Gott der Vater Gott ist. Nun, das Argument ist völliger Unsinn, denn in Vers 18 steht auch Gott der Vater als Gott ohne Artikel. Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, hat Aufschluss über ihn gegeben. Also, man kann die Sache nicht anhand der Artikel klären. Es heißt ja z.B. auch in Johannes 1 Vers 14, das Wort wurde Fleisch und das Wort Fleisch steht dort auch ohne Artikel. Niemand käme auf die Idee zu sagen, das Wort wurde fleischlich, es wurde Fleisch. Und äh

[21:04] was ebenfalls oft diskutiert ist, die Frage, ja, steht jetzt das Wort war Gott oder steht dort Gott war das Wort, weil im Griechischen zuerst das Wort Gott steht. Theos, also Gott, ho logos, Gott war das Wort. Warum übersetzen dann einige das Wort war Gott? Und das liegt daran, dass im Griechischen manchmal die Worte umgestellt werden. Z.B. auch hier in Johannes 1. Gott ist Geist. Das griechische wörtlich heißt aber Geist ist Gott. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass aller Geist, auch der Geist des Menschen Gott ist, sondern es bedeutet einfach äh Gott hat eine Eigenschaft, ein Prädikat sozusagen und dieses Prädikat ist, er ist Geist. Und im selben Sinne ist äh im Anfang war das äh das Wort war Gott ist Gott ein Prädikat. Es beschreibt, wie das Wort ist. Es ist nämlich Gott.

[22:00] Der Grund, warum einmal ein Artikel verwendet und einmal kein Artikel ist interessant. Denn was wäre passiert, hätte Johannes zweimal den Artikel verwendet? Dann hätte man den Schluss ziehen können, dass er und der Vater dieselbe Person sind. Aber Gott, der Vater und Jesus sind nicht dieselbe Person. Das gibt's auch so eine Idee, die einige haben, dass das quasi Gott der Vater sich in verschiedenen Erscheinungsformen zeigt, aber das ist nicht das, was die Bibel sagt.

[22:31] Was sie ausdrückt, ist etwas sehr präzises, nämlich es gibt Gott den Vater und es gibt Logos, das Wort, den Sohn und der Sohn ist bei Gott und er ist auch Gott, so wie Gott der Vater Gottes. Sie sind beide Gott im höchsten Sinne. Jemand, der das versucht hat auf den Punkt zu bringen, ist der Menge in seiner Übersetzung sagt: Im Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Und zwar dann ergibt er war göttlichen Wesens, er war sozusagen so Gott wie auch Gott der Vater Gott ist.

[23:10] Anders gesagt, hätte Johannes sagen wollen, Jesus hat nur ein paar göttliche Eigenschaften, aber ist nicht wirklich im eigentlichen Sinne Gott, hätte er einfach schreiben können, er ist göttlich. Und da hätte es ein Wort gegeben, das auch im Neuen Testament verwendet wird verwendet wird, nämlich theos, göttlich. Hätte er sagen wollen, Gott, der Vater und Jesus sind ein und dieselbe Person, hätte einfach zweimal theos, Gott mit Artikel verwenden können. Ähm, das hätte er machen können, aber stattdessen verwendet er eine präzise Formulierung, die deutlich macht: Jesus ist ganz Gott und dennoch eine eigene Person, eine andere Person als Gott der Vater.

[23:59] Also gemäß des Anfangs des Johannesevangeliums ist Jesus nicht nur präexistent, er ist nicht nur vor allem Anfang, er ist Gott genauso wie Gott der Vater Gott ist.

[24:14] Und dann heißt es im nächsten Satz: Dieses war im Anfang bei Gott. Wenn man das liest, hat man zuerst den Eindruck, das klingt ja einfach wie eine Wiederholung, aber ich glaube, da ist mehr dahinter. Man sieht tatsächlich in Vers 2, dass etliche Ideen aus Vers 1 aufgegriffen werden. Im Anfang z.B. oder das Wort, das wird jetzt dieses genau dieses das Wort und auch bei Gott. Im Grunde genommen kann man sagen, Vers 2 ist eine komprimierte Wiederholung und Zusammenfassung dessen, was im ersten Teil von Johannes 1, Vers 1 steht. Dadurch wird aber der zweite Teil von Vers 1 besonders hervorgehoben. Er wird quasi gerahmt. Im Zentrum steht also und das Wort war Gott. Das ist also sozusagen quasi die zentrale Aussage, die durch die ersten Worte und die danach kommenden Worte, die sich wiederholen, eingerahmt wird.

[25:11] Interessanterweise ist das griechische Wort Logos maskulin. Der Grieche sagt also nicht das Wort, er sagt der Wort. Und das ermöglicht dem Johannesevangelium am Anfang dieses unglaublich interessante Wortspiel. Er war im Anfang bei Gott und das er ist der Wort sozusagen das Wort, aber gleichzeitig auch Jesus.

[25:37] Im Deutschen kann man das nicht so wiedergeben. Im Deutschen müssen die Übersetzung dann irgendwann im Laufe der Verse switchen. Die sagen in Vers 2 noch dieses, also Neutrum war im Anfang bei Gott, alles ist durch dasselbe entstanden. Aber dann in Vers 4 switchen sie zu dritte Person. Ähm maskulin. In ihm war das Leben. Das ist im Griechischen gar nicht der Fall, weil es die ganze Zeit maskulin ist. Immer er, er, er meint das Wort, meint aber natürlich, weil das Wort Jesus ist, es meint auch Jesus.

[26:06] Und damit sind wir bei Vers 3. Alles ist durch dasselbe, also durch ihn, durch das Wort entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. Jesus ist nicht nur Präexistenz, sagt das Johannesevangelium, er ist der Schöpfer von allem.

[26:26] Während die Naturphilosophen der Griechen auf das Wasser geschaut haben, auf das Feuer, die Luft und irgendwie gedacht haben, wo kommt denn alles her, sagt uns Johannes zu Beginn seines Evangeliums, der wahre Anfang von allem ist Jesus Christus. Er ist der Schöpfer. Und dieses Thema zieht sich durch das gesamte Neue Testament. Ein Herr Jesus Christus, Christus, durch den alle Dinge sind, sagt Paulus an die Korinther. An die Hebräer schreibt er von dem Sohn und sagt über Gott: Durch ihn, durch den Sohn hat er auch die Welten geschaffen. Das meint sogar nicht nur diese Welt, sondern letztlich das ganze Universum. Und den Brief an die Kolosser heißt es: "Denn in ihm, das heißt in Jesus, ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare."

[27:16] Vielleicht muss ich kurz dazu ergänzen, die Bibel sagt, dass Gott durch Jesus geschaffen hat. Also Gott der Vater ist nicht unbeteiligt, er ist nicht passiv. Am ersten könnte man vielleicht, da muss man natürlich mal vorsichtig sein mit so Analogien. Am ersten könnte man es vielleicht vergleichen mit einem Architekten und einem Baumeister. Ist übrigens auch das Wort äh, das in Sprüche 8 dann verwendet wird von der Weisheit, der Werkmeister Gottes. Jesus, der die Pläne Gottes umsetzt, der alles erschaffen hat.

[27:49] Es heißt weiter hier in Kolosser 1: Alles ist durch ihn und für ihn geschaffen und erst vor allem und alles hat seinen Bestand in ihm. Und das Johannesevangelium drückt das wirklich ganz ausdrücklich aus, also ganz auf den Punkt gebracht, so dass kein Missverständnis möglich ist. Johannes 1, Vers 3. Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. Es ist also nicht nur positiv formuliert, sondern auch negativ. Es gibt nichts, was mal nicht existierte und dann existierte, dass nicht durch Jesus in die Existenz gekommen ist. Und das bedeutet ja letztlich, dass wenn alles, was irgendwann einmal nicht existierte und dann existiert hat, durch Jesus gekommen ist, dass er selbst nicht entstanden ist, denn sonst gäb es ja etwas, was entstanden ist, aber was nicht durch Jesus entstanden ist. Auch dieser Vers zeigt also, dass Jesus ohne Anfang ist.

[28:54] Und dann heißt es in Vers 4: In ihm war das Leben. Was für ein Leben ist damit gemeint? In äh Johannes 1 Vers 2 kriegen wir noch einen konkreten Hinweis darauf. Da heißt es: "Und das Leben ist erschienen." Das meint auch wieder Jesus, der das Leben ist. Und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschien ist. Wenn es also heißt, in ihm, in dem Wort war das Leben, dann bedeutet das nicht nur, dass er lebendig war, wie wir sagen, ah, in diesem Menschen ist noch Leben, er lebt noch, sondern es bedeutet, dass er die wahre Quelle des Lebens überhaupt ist, die Quelle des ewigen Lebens.

[29:35] Und diese Beobachtung hilft uns auch eine ander eine sonst relativ komplexe Diskussion leicht zu äh umschiffen. Ich gebe da nur ganz kurz einen kleinen Hinweis drauf. Es heißt ja hier in Johannes 1, Vers 3 und 4: "Alles ist durch dasselbe entstanden und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, das Leben war das Licht der Menschen." Soweit so klar. In den Manuskripten der neutestamentlichen äh Handschriften gibt es natürlich kein Komma und kein Punkt und kein Semikolon. Da steht nur Wort an Wort. Und in den allermeisten Fällen ist ganz deutlich, wo ein Satz beginnt und wo ein Satz endet. Aber hier gibt es eine Stelle, die man verschiedenlich äh auslegen könnte. Man könnte nämlich auch äh lesen, alles ist durch dasselbe entstanden und und dasselbe ist auch nicht eines entstanden. Was entstanden ist, in ihm war das Leben. Ja, also hier sehen wir noch mal die äh das das Manuskript und das ein Wort neben dem anderen. Da gibt's keinen Punkt und kein Komma.

[30:41] Aber einige frühere Kirchenväter haben das so verstanden. Ähm, ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden. Und dann neuer Satz, was entstanden ist, in ihm war das Leben. Aber weil wir wissen jetzt aus 1. Johannes 1, dass das ewige Leben gemeint ist, können wir diese Variante ausschließen, denn das, was entstanden ist, hat nicht in sich selbst ewiges Leben. Hat nur Jesus, denn er sagt, Jesus spricht zu ihm, ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Er hat das Leben. Das kann kein anderes Geschäft von sich sagen oder kein Geschäft von sich sagen, besser gesagt, dass es in sich das ewige Leben hätte. Also diese äh diese Variante ist zwar von der Worttrennung her theoretisch denkbar, aber inhaltlich äh würde sie mit anderen Aussagen des Neuen Testamentes im Widerspruch sein.

[31:35] Johannes 1, Vers 4. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Noch eine ganz interessante schöne Formulierung. Dieses Licht ist ein ganz besonderes Motiv in der Bibel. Es geht ja schon am Anfang los in 1. Mose 1. Gott sprach: "Es werde Licht und es wurde Licht." Und im Johannesevangelium bekommt das noch einen ganz interessanten Aspekt. Da gibt es nämlich diesen Satz von Jesus: "Ich bin das Licht der Welt". Wenn mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben. Das steht aber nicht einfach nur so im luftleeren Raum, sondern hat mit einer ganz besonderen Geschichte zu tun. Man hatte eine Frau beim Ehebruch, bei der frischen Tat ergriffen, sie zu Jesus gebracht und vorgeschlagen, sie zu steinen und zu prüfen. Und die Geschichte äh werden wir uns mal in einer anderen Folge ausführlich anschauen, aber der entscheidende Punkt für uns hier ist, dass das genau die Geschichte ist, nachdem bevor Jesus dann sagt, ich bin das Licht der Welt. Und diese Geschichte gibt uns einen Einblick, was damit gemeint ist, dass er das Licht der Welt ist. Denn Jesus sagt, dieser Frau, die zutiefst beschämt ist und mit ihrem Todesurteil rechnet, nachdem alle Ankläger weggegangen sind, die Bibel berichtet, wie Jesus in den Staub geschrieben hat, gesagt hatte, wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, alle gehen weg. Und dann sagt Jesus hier Johannes 8, Vers 11, Jesus sprach zu ihr: "So verurteile ich dich auch nicht. Geh hin und sündige nicht mehr." Dieses Geh hin bedeutet übrigens, folge mir nach. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben, wie es im nächsten Vers steht. Jesus vergibt Schuld. Er vergibt Sünde. In ihm ist das ewige Leben, weil er uns oder in ihm ist das ewige Leben und weil er uns vergibt, können wir in diesem ewigen Leben Anteil haben. Und das ist wie Licht, das in die Finsternis hineinstrahlt. Weiß nicht, ob du jemals mal im dunklen Raum gewesen bist und dann dankbar gewesen bist, weil das Licht anging, weil Licht strahlen können, was unglaublich Schönes haben. Diese Geschichte illustriert, was damit gemeint ist, dass er das Licht der Welt ist. Er schenkt uns neue Hoffnung und nimmt uns unsere Schuld.

[34:00] Und damit sehen wir, es geht bei Jesus nicht nur um eine historische Person, wo man Daten und Quellen ordnet. Es geht um jemanden, der zu uns persönlich auch in unser Herz hineinspricht. Sein Licht hat sozusagen schöpferische Kraft. Er ist Schöpfer und er ist Löser. Und all das ist so, dass jeder Mensch sich dafür entscheiden kann, es anzunehmen und abzulehnen kann. So sagt es Johannes 1, Vers 5: "Und das Licht leuchtet in der Finsternis." Und die Finsternis hat es nicht begriffen. Man kann auch übersetzen, sie hat es nicht ergriffen.

[34:39] Dieses Licht, Jesus ist nicht wie der Logos, der Stoiker, der einfach alles durchdringt irgendwie und alle sind irgendwie vernünftig und alle sind in Harmonie miteinander. Wir wissen, die Welt ist nicht so. Die Welt besteht nicht nur aus Leute, vernünftigen vernünftigen Menschen und die Welt ist auch nicht eine Einheit, sondern wir sehen in der Welt Licht und Finsternis. Und der Logos vom Johannesevangelium ist eine Person, ist Gott, der Mensch wird und der das Licht des Lebens in die Finsternis unserer Welt und ich möchte hinzufügen, die Finsternis unserer Herzen hineinleuchtet.

[35:15] Wenn man sich den Anfang vom Johannesevangelium äh anschaut und vergleicht mit den ersten Sätzen von 1. Mose, haben wir gesehen, dass beide mit denselben beiden Worten an archē beginnen, dann stellt man fest, dass Johannes sowieso gar nicht wirklich an griechische Philosophie gedacht hat, wie das oft behauptet wird in Kommentator in Kommentaren, sondern ganz deutlich an die Schöpfung. In beiden Fällen beginnt es mit eben anfangen. Wir haben natürlich Gott, wir haben das Wort. In Mose 1 heißt es Gott sprach. Wir haben die Idee der Schöpfung. Im Anfang schuf Gott. In Johannes heißt es, da sind Dinge entstanden. Wir haben die Finsternis und wir haben das Licht. Johannes 1 ist in den ersten Versen im Grunde genommen ein Kommentar, eine Erklärung, eine Vertiefung, eine Erweiterung zu 1. Mose 1. Er zeigt quasi, dass Schöpfung und das Evangelium nebeneinander stehen. Das Evangelium ist nicht nur eine gute historische Nachricht, es bezeugt eine neue Schöpfung. Mit Jesus fängt man von vorne an. Und so beschreibt es auch 2. Korinther 4 Vers 6: "Denn Gott, der dem Licht gebot aus der Finsternis hervorzuleuchten", das ist die Schöpfung, "er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen." Erlösung Evangelium, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Jesus ist das Wort Gottes. Er zeigt, wie Gott wirklich ist. Wer Jesus sieht, wer das Leben von Jesus durchdenkt, erfährt etwas über die Herrlichkeit Gottes. Das ist die überwältigende Aussage der ersten Worte, der ersten Verse des Johannesevangeliums. Das wird uns unsere gesamte Reise durch die Geschichte von Jesus immer und immer wieder begleiten.

[37:08] Beim nächsten Mal wollen wir dann endlich beginnen, uns mit den historischen Gegebenheiten zu beschäftigen. Wollen anfangen zu verstehen, in was für eine Welt ist Jesus hineingeboren worden? Wer hat dort regiert? Was war dort los? Und das Thema wird dort sein. Beim nächsten Mal Friedefürst und Friedenskaiser. Es wird sehr sehr spannend werden. Unbedingt nicht verpassen.

[37:38] Magst du gerne Zelten? Wir haben noch wie immer einen kleinen Nachgedanken. Gott hat ein Zelt für sich aufschlagen lassen im Alten Testament. Sie sollen mir ein Heiligtum machen, heißt es hier, damit ich in ihrer Mitte wohne. Wenn man sich dieses Zelt dann schaut, das im Alten Testament so als Begegnungsstätte zwischen Gott und den Menschen, stellt man fest, dass dort im Innersten des Zeltes, in der zweiten Kammer sozusagen im Allerheiligsten, wie es genannt wird, dass dort Gott seinen Wohnsitz hatte. Er hat sich dort offenbart, dort hat er auch gesprochen. Dort war das Wort Gottes, dort waren auch die zehn Gebote, sein Wort schriftlich, dort war der Logos, wenn man so möchte. Und die Menschen, die durften dieses Zelt nicht hinein, aber sie durften in die Nähe. Sie durften in den äh um umspannten Vorraum, den sogenannten Vorhof. Und es gab aber jemand, der sowohl im Vorhof sein durfte als auch in das Zelt hineingehen konnte und sogar einmal im Jahr in die innerste in den in den innersten Raum das Allerheiligste hinein äh gelangte. Und das war der Priester, der Mittler.

[38:50] Und diese Idee, die sich in diesem diese dieser diesem Zelt und diesem Heiligtum des Alten Testament zeigt, ist ganz einfach Gott mit uns. Und es ist präzise genau der Name, der mit Jesus in Verbindung gebracht wird, wenn er dann in Matthäus 1 geboren wird. Sieh, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären. Man wird ihm den Namen Immanuel. Mit uns ist Gott geben. Das heißt übersetzt Gott mit uns. Das ist die Idee, die uns nicht nur das Johannesevangelium zeigt. Jesus ist ganz Gott. Er ist ganz Mensch geworden. Und deswegen kann er Gott den Vater und sündige Menschen miteinander wieder in Verbindung bringen. All das ist auch schon im Johannesevangelium ganz deutlich.

[39:37] Und um die Krone draufzusetzen, sagt Johannes sogar: "Und das Wort war ja bei Gott und war Gott. Es wurde Fleisch, es wurde Mensch und zeltete", so steht es wörtlich im Griechischen. Es zeltete unter uns. Jesus als die Personifizierung des alttestamentlichen Zeltes Gottes, des Heiligtums, wo man Gott durch den Mittler, der Gott mit Menschen verbindet, kennenlernen kann. Jesus selbst ist dieser Mittler und es heißt hier, wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als Eingeborene vom Vater voller Gnade und Wahrheit.

[40:11] Lieber Freund, liebe Freundin, wenn wir Jesus in dieser Serie unter die Lupe nehmen, wenn wir versuchen sein Leben zu verstehen, dann entdecken wir etwas über den Charakter Gottes, über seine Gnade und über seine Wahrheit. In diesem Sinne wünsche ich dir, dass du beim Betrachten des Lebens Jesu tatsächlich Gott begegnest. Bis zum nächsten Mal, wenn es hier wieder heißt Logos, die Geschichte von Jesus. Wollte ich denken. Gott.


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