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Mauskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2018 2nd Nr 2

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour tauchen wir tief in das Buch Daniel ein und beleuchten seine zentrale Bedeutung für die Vorbereitung auf die Endzeit. Christopher Kramp erklärt, wie die prophetischen Einblicke Daniels uns helfen, die Herausforderungen der letzten Tage zu verstehen und uns darauf vorzubereiten. Anhand von biblischen Geschichten und Prinzipien aus Daniels Leben werden praktische Lektionen für unseren Glauben und unser Verhalten in der heutigen Zeit abgeleitet.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q2: Vorbereitung auf die Endzeit

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir wollen uns heute in dieser zweiten Folge weiter mit dem Thema beschäftigen: Vorbereitung auf die Endzeit. Mit dieser zweiten Lektion, überschrieben "Daniel und die Endzeit", wollen wir uns auf das Bibelgespräch am 14. April vorbereiten.

[0:50] In der letzten Woche haben wir gesehen, wie die Endzeit nur verstanden werden kann vor dem Hintergrund des großen kosmischen Konfliktes zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis, zwischen Christus, dem Sohn Gottes, der der Weg, Wahrheit und Leben ist, und Satan, dem Erzfeind, der die Sünde erfunden hat. Dieser große Kampf ist der Hintergrund, hinter dem wir all das wirklich erkennen und begreifen können, was die Bibel über die Endzeit und die Vorbereitung für die Endzeit zu sagen hat.

[1:24] Heute wollen wir einen Schritt weiter gehen und uns einem Buch widmen, das überragende Bedeutung für die Endzeit hat, sowohl von einer prophetischen als auch von einer ganz persönlichen Perspektive aus betrachtet. Und bevor wir damit beginnen, möchte ich euch, liebe Freunde, liebe Zuschauer, einladen, dass wir gemeinsam ein Gebet sprechen.

[1:37] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für die Gelegenheit, jetzt dein Wort zu studieren. Und wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist unsere Herzen anrührst, dass wir die Botschaft, die du den Propheten Daniel gegeben hast, erkennen, praktisch unser Leben anwenden können und dass wir sehen, wie dieses Buch uns auf die Endzeit vorbereitet. Und wir danken dir, dass wir durch deinen Heiligen Geist angesprochen werden, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird. Im Namen Jesu, Amen.

[2:18] In Daniel 2, Vers 47 lesen wir folgenden bemerkenswerten Vers. In Daniel 2, Vers 47, der König, gemeint ist Nebukadnezar, der Großkönig von Babylon oder von Akkad, wie er selbst das formuliert hätte, sein babylonischer Name war Nabu-Kudurri-Uzur. Dieser berühmte König Nebukadnezar sagt hier in Vers 47: "Der König ergriff dann das Wort und sprach zu Daniel: Wahrlich, euer Gott ist der Gott der Götter und der Herr der Könige und ein Offenbarer der Geheimnisse, dass du dieses Geheimnis offenbaren konntest."

[3:04] Der mächtigste Mann der damaligen Welt erkennt, dass Gott besonders ist. Der Gott der Bibel ist nicht wie die anderen Götter. Was hatte ihn zu dieser erstaunlichen Erkenntnis gebracht? Die Antwort ist simpel und einfach: Prophetie. Die Konfrontation mit dem prophetischen Wort Gottes hat Nebukadnezar überzeugt, dass der Geber dieser Prophetie mehr ist als das, was er unter Göttern verstand, sondern in Wirklichkeit der wahre Gott ist, der wirklich Geheimnisse offenbaren kann.

[3:44] Die Prophetie ist von immenser Bedeutung, wenn wir uns mit der Endzeit beschäftigen wollen. Jemand, der die Prophetie ignoriert, ist auf die Endzeit nicht vorbereitet, denn die Prophetie ist unter anderem genau deswegen gegeben, nicht nur um unseren Glauben allgemein zu stärken, sondern vor allem, um uns zu informieren, was in der Zukunft kommt. Und das ist ganz besonders entscheidend, um uns näher zu Jesus zu bringen, der uns allein durch die Endzeit tragen kann.

[4:13] Genau dieser Jesus hat uns auch das Studium der Prophetie ans Herz gelegt. In Matthäus 24, einem prophetischen Kapitel in sich selbst, in dem Jesus in seiner berühmten Endzeitrede, über die wir auch noch sprechen werden im Laufe dieses Quartals, in der Jesus die Ereignisse beschreibt, die im Zuge der Wiederkunft sich ereignen werden, da sagt er in Vers 15: Matthäus 24, Vers 15.

[4:54] Mit anderen Worten, Jesus empfiehlt explizit das Lesen des Buches Daniels. Tatsächlich hat er von vielen alttestamentlichen Büchern Zitate verwendet und hat bestimmte Aussagen auch mit eigenen Worten paraphrasiert, aber nur ein alttestamentliches Buch nennt er so konkret mit Namen und sagt: Dieses Buch müsst ihr studieren und es verstehen. Das Buch Daniel hat auch in der Lehre von Jesus eine hervorgehobene Bedeutung.

[5:20] Und deswegen sollten wir als Christen, als Nachfolger Jesu, die wir uns auf die Wiederkunft vorbereiten, die auf das Ende der Weltzeit vorbereitet sein wollen, sollten wir dem Buch Daniel eine besondere Aufmerksamkeit schenken.

[5:41] In Daniel Kapitel 1 beginnt das Buch direkt eigentlich dort inhaltlich oder, wie soll man sagen, geistlich gesehen, genau dort, wo wir in der letzten Woche mit unserem Thema aufgehört haben, nämlich beim großen Kampf. In Daniel 1 und dort Vers 1 heißt es: "Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es."

[6:11] Krieg zwischen dem Volk Gottes, zwischen Israel, in dem Fall Juda dann – Nordreich war ja schon nicht mehr existent – und Babylon, seit den Tagen von 1. Mose 10 und 11 ein Vorzeigebeispiel für die Rebellion gegen Gott. Und diese beiden Mächte geraten in Konflikt miteinander. Jerusalem wird mehrmals belagert im Laufe der Ereignisse, und wie wir in den Versen 1 bis 4 schon angedeutet bekommen und dann auch durch andere Propheten im Laufe der Zeit dann sehen, wie Jeremia und Hesekiel, die ebenfalls Zeitgenossen von Daniel waren, geht Juda unter und verliert vier wesentliche Dinge: Das Königreich, einen König, das Heiligtum – der Tempel wird ja von den Babyloniern dann am Ende völlig zerstört, noch nicht in Daniel 1, aber dann einige Jahre später – und die Einheit des Volkes.

[7:18] Das Volk wird vielmehr zerstreut durch Verbannungen und durch Versetzungen in andere Gebiete des Nahen Ostens. Vier Dinge, die das Volk Gottes verliert: das Königreich, den König, den Tempel und damit den Opferdienst und die Einheit des Volkes. Wenn man das Buch Daniel studiert, sollte man das immer im Hinterkopf behalten.

[7:48] Daniel war ein im babylonischen Exil lebender Israelit, ein Jude, dem genauso wie allen anderen diese vier Dinge abhanden gekommen waren. Er war ein Jude ohne Königreich, ohne König, ohne Heiligtum und ohne die tröstliche Gewissheit der Einheit des Volkes. Sein Volk war zerstreut. Und man kann das Buch Daniel eigentlich nur wirklich richtig begreifen, wenn man sich diese Ausgangssituation bewusst macht.

[8:17] Dort in Babylon, wo der junge Daniel hingeführt wird mit drei seiner Freunde, schon bei der ersten Belagerung, die noch nicht zur Zerstörung von Jerusalem geführt hat, sondern zunächst einmal nur zur Gefangennahme einiger Weniger und der Überführung einiger Gegenstände aus dem Tempel. Dort in Babylon wird er mit Dingen konfrontiert, die er so nicht kennt aus Jerusalem. Wir lesen in Vers 4, 5 und 7.

[9:05] Und ordnete an, dass man sie drei Jahre lang erziehen sollte und dass sie danach dem König dienen sollten. Vers 6.

[9:30] Drei Dinge, mit denen Daniel und seine Freunde konfrontiert werden: Eine neue Form der Erziehung, eine neue Form der Ausbildung, eine neue Form der Namen, eine neue Identität und eine neue Ernährung. Interessanterweise haben Daniel und seine Freunde den neuen Erziehungsweg mitgemacht. Sie sind mit auf die Universität von Babylon gegangen und haben zwar die Irrlehren beiseite gelassen, aber haben sich für die Wissenschaften der Arkader und der Sumerer und der Chaldäer interessiert.

[10:08] Sie haben auch ihre neuen Namen angenommen, auch wenn sie immer im Herzen den hebräischen eigentlichen Namen getragen haben. Also sie konnten mit dem babylonischen Erziehungssystem teilweise mitgehen. Sie konnten mit ihren neuen Namen mitgehen, aber sie konnten nicht mit der babylonischen Ernährung mitgehen. Und das ist eine sehr interessante Sache. Wir lesen in Vers 8.

[10:32] Er bat sich vom obersten Kämmerer, dass er sich nicht verunreinigen müsse. Während wir heute oft denken, dass Fragen des Essens und Trinkens so nebensächlich sind, dass sie keine Rolle spielen sollten, als Testfragen oder irgendwie ein Gewissen daraus gemacht werden sollte, war für Daniel und seine drei Freunde in diesem Kontext das Wichtigste, dort auf jeden Fall gottreu zu sein.

[11:04] Auch in der Endzeit wird Gesundheit und die Ratschläge des Wortes Gottes bezüglich Essen und Trinkens eine Rolle spielen. Interessant ist diese Formulierung: "Daniel aber nahm sich in seinem Herzen vor." Was im Deutschen nicht rauskommt, aber im Hebräischen sehr interessant ist, ist, dass in Vers 7 und 8 dreimal ein Verb vorkommt. Nämlich: "Bei diesem gab der oberste Kämmerer einen anderen Namen, und zwar nannte er Daniel." Und dann: "Und Daniel aber nahm sich vor." Man könnte dieses Verb am besten übersetzen, wenn man sagen würde: "legte fest."

[11:41] Also, wenn man Vers 7 liest: "Diesen legte der oberste Kämmerer andere Namen fest." Und er legte für Daniel Belsazer fest und so weiter. Und Daniel aber: "legte sich in seinem Herzen fest." Also eine Reaktion auf das, was Babylon mit ihm tut. Babylon legt fest: Du hast einen anderen Namen. Und auch mit der gleichen Gewissheit, mit der gleichen Entschiedenheit, wie Babylon neue Namen für Daniel und seine Freunde festlegt, so legt Daniel fest in seinem Herzen: Ich werde nicht unreines Essen oder Trinken.

[12:17] Und Gott belohnt diese Prinzipientreue. Vers 9: "Gott gab Daniel Gnade und Barmherzigkeit vor dem obersten Kämmerer." Etwas, was wir lernen dürfen für die Endzeit ist: Wenn wir treu zu den Prinzipien sind, auch zu den kleinen Dingen, dann wird Gott uns belohnen.

[12:33] Und was man ebenfalls sehen kann in Vers 12 ist folgendes: Daniel, nachdem sein Ansinnen nicht gleich sofort umgesetzt werden möchte, sagte in Vers 12: "Versuche es doch zehn Tage lang mit deinen Knechten, so spricht er zu dem Aufseher, dass man uns Gemüse zu essen und Wasser zu trinken gibt." Statt militant seine Sache vorzutragen und zu fordern, ist Daniel höflich, freundlich und taktvoll.

[13:07] Halten wir fest, was wir von Daniel lernen können für die Endzeit ist: absolute Prinzipientreue gepaart mit christlicher Nächstenliebe, Freundlichkeit und Taktgefühl, die jeglicher Militanz fern ist.

[13:27] Vers 15: "Und nach den zehn Tagen sah man, dass sie besser aussahen und wohlgenährter waren als alle jungen Männer, die von der feinen Speise des Königs aßen." Nach nur zehn Tagen stellt sich heraus, dass Gottes Ideal der Ernährung – und an dieser Stelle geht es um pflanzliche Ernährung, das macht das hebräische "Seroim" sehr, sehr deutlich –, dass göttliche Prinzipien der Ernährung uns mehr Schönheit, mehr Kraft und, wie sich im Folgenden herausstellt, auch mehr Intelligenz sichert.

[14:06] So lesen wir in Vers 17: "Und Gott gab diesen vier jungen Männern Kenntnis und Verständnis für alle Schrift und Weisheit. Daniel aber machte verständig in allen Gesichten und Träumen." Vers 20: "Und in allen Angelegenheiten, die Weisheit und Einsicht erforderten, nachdem der König sie fragte, fand er sie zehnmal besser als alle Traumdeuter und Wahrsager, die er in seinem ganzen Reich hatte."

[14:30] Menschen, die Gott an die erste Stelle setzen, auch in Schwierigkeiten, die kann Gott zum Kopf machen und nicht zum Schwanz. Auch in der Endzeit sucht Gott Menschen, die in ihren Wissensgebieten, in ihren Fachbereichen, in ihrer Expertise, sei es in intellektueller Hinsicht, in handwerklicher Hinsicht, irgendwo mit dem, was ein Mensch mir an Gaben und Fähigkeiten gegeben hat, Gott wünscht sich, dass wir Kopf sind und nicht Schwanz.

[15:05] Dass wir nicht die Sonderlinge sind, die betont sonderlich sein wollen, damit jeder sie meidet, sondern die treu zum Wort Gottes stehen und gleichzeitig mit solcher Freundlichkeit auftreten und in allem, was wir tun, wirklich nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, das Beste abzugeben und damit überdurchschnittlich zu sein, zur Ehre Gottes, der uns Gaben schenkt und uns befähigt und uns den Weg ebnet.

[15:37] Im nächsten Kapitel finden wir in Daniel die berühmte Geschichte von Nebukadnezar und seinem Traum. Wir werden nicht alle Verse hier lesen. Sie sind, denke ich, gut bekannt. Ansonsten kann man sie auch nochmal nachlesen.

[15:46] Vers 1 bis 11 berichtet von diesem Traum und der Tatsache, dass niemand im Reich dem Nebukadnezar helfen kann. Diese Geschichte ist prädestiniert für säkulare Menschen der Endzeit, die sich von den traditionellen religiösen Formen gelöst haben und die mit Vermutungen, mit vermeintlichen menschlichen Spekulationen einfach nichts mehr anfangen können und die frustriert sind über Religion, so wie Nebukadnezar frustriert ist über seine Wahrsager und Zeichendeuter, weil er erkannt hat, dass sie ihn betrogen haben.

[16:21] Und von daher bleibt Daniel 2 ein brandheißes aktuelles Thema, das immer wieder in den Vordergrund gerückt werden sollte, auch in der Verkündigung des Evangeliums in der Endzeit.

[16:35] Interessant ist, wie Daniel auch hier sehr taktvoll und weise in der Geschichte auftritt. Vers 14: Als der Todesbefehl umgesetzt werden soll, der Exekutionsrichter vor der Tür steht, da heißt es in Vers 14: "Da erwiderte Daniel dem Arioch, dem obersten der Scharfrichter des Königs, der ausgezogen war, um die Weisen zu töten, mit klugen und verständigen Worten." Nicht einfach ein Anschreien des Feindes, nicht ein Beschweren, sondern ein feines und kluges Vorgehen. Immer wieder finden wir das bei Daniel und seinen Freunden.

[17:13] Und dann ein entscheidender wichtiger Aspekt in dieser Geschichte, Vers 17 und 18: "Darauf zog sich Daniel in sein Haus zurück und teilte die Sache seinen Gefährten mit, Hanania, Mischa und Asarja, damit sie von dem Gott des Himmels Erbarmen erflehen möchten wegen dieses Geheimnisses, damit nicht Daniel und seine Gefährten samt den übrigen Weisen von Babel umkämen."

[17:33] Ein zentrales Element des Buches Daniels sind die Gebete. Die Gebete in großer Not und auch die Gebete der Dankbarkeit für die Errettung. Daniel betet und Daniel betet nicht alleine, er betet in einer kleinen Gruppe. Könnte nicht auch das ein interessanter Hinweis sein für uns, die wir uns auf die Endzeit vorbereiten wollen, uns bewusst zu werden, wie wichtig das Gebet auch in kleinen Gruppen ist, die füreinander einstehen im Gebet.

[18:05] Und dann Vers 21: "Gott offenbart dem Daniel das Gesicht, das Nebukadnezar gesehen hat." Und Daniel dankt ihm, Vers 21, und sagt über Gott hier: "Er führt andere Zeiten und Stunden herbei. Er setzt Könige ab und setzt Könige ein. Er gibt den Weisen die Weisheit und den Verständigen den Verstand."

[18:26] Gott ist der Herr der Geschichte. Und wenn er der Herr der Geschichte ist, ist er auch der Herr der Endzeit. Die Endzeit ist nicht eine Zeit, in der die Weltgeschichte außer Kontrolle gerät aus Gottes Perspektive. Aus menschlicher Perspektive mag es so aussehen, als ob alles außer Kontrolle gerät und nichts mehr eingefangen werden kann, nichts mehr berechnet werden kann. Aber Gott hat auch in der Endzeit alles unter seiner Kontrolle.

[18:53] Und wohl dem, der auf den Herrn vertraut und auch in der Endzeit weiß, dass Gott alles in seiner Hand hat.

[19:02] Vers 24, ein interessanter Punkt. Daraufhin ging Daniel zu Arjoch, den der König beauftragt hatte, die Weisen von Babel umzubringen. Er nahm ihn beiseite und sprach zu ihm: "Bringe die Weisen von Babel nicht um. Führe mich vor den König, so will ich ihm die Deutung verkünden."

[19:17] Daniel betet nicht nur für sich und seine Freunde, er bittet dann auch für die Rechte derjenigen, die eine falsche Theologie haben und einen falschen, unwahren Glauben verkündigen. Und das ist interessant, weil es zeigt uns, dass wahre Religionsfreiheit nicht nur daran besteht, für die eigene Religion zu kämpfen, für die freie Ausübung derselben, sondern auch für das Recht der freien Ausübung von einer falschen Religion.

[19:47] Mit anderen Worten, wenn wir in der Endzeit von Religionsfreiheit sprechen und für Religionsfreiheit eintreten, müssen wir das auch für alle diejenigen tun, die von uns theologisch weltanschaulich abweichen. Nur dann sind wir wirklich glaubwürdig und nur dann folgen wir dem Prinzip, das Gott selbst so in uns hineingelegt hat, nämlich, dass ein jeder Mensch das prinzipielle, potenzielle Recht hat, auch falsch liegen zu dürfen, wenn er unbedingt falsch liegen möchte.

[20:17] Vers 27 bis 29.

[20:47] Denn er kennt sie und er teilt sie jedem mit, der sich dafür interessiert.

[21:03] Und ein wichtiger Punkt dieser Geschichte ist die Erkenntnis, dass man kein Theologe, kein Spezialist, ja nicht einmal ein Israelit sein muss, damit Gott direkten Kontakt zu mir sucht. Leopold Netzer hat nicht viel mehr gehabt als ein echtes, aufrichtiges Interesse zu wissen, was die Zukunft bringt. Er wollte wissen, was kommt auf mich zu. Wie viel mehr wird Gott dann uns gerne die Wahrheit zeigen, wenn wir aufrichtig wissen wollen, was herkommt in der Zukunft auf uns zu.

[21:46] Egal wer wir sind, egal wer die Menschen da draußen sind, jeder, der ernsthaft sich dafür interessiert, dem wird Gott gerne das offenbaren, was für ihn und für seine Zukunft wichtig ist.

[22:02] Und so wird dem König dieses berühmte Standbild noch einmal vor Augen geführt durch Daniel. Und wir lesen das jetzt nicht in den Details. Das ist, denke ich, gut bekannt. Oder man kann sich dann zur Not auch die entsprechenden Videos auf Joelmedia noch einmal anschauen, über die Auslegung dieser verschiedenen Metalle, wo das Gold für Babylon steht, Medo-Persien wird durch Silber dargestellt, Bronze repräsentiert Griechenland, Makedonien, das Reich Alexander des Großen, das sich dann aufgeteilt hat. Und dann Eisen natürlich, das Römische Reich, das durch die Beimengung von Ton in diesen zersplitterten Zustand gerät, was sich in der europäischen Geschichte realisiert hat, diese Vermengung von Kirche und Staat. All das sehen wir in der Geschichte deutlich erfüllt.

[22:51] Aber dann in Vers 34 sehen wir das Ende, das für die Endzeit so entscheidend ist. Daniel 2 offenbart, dass bis ans Ende es eine brüchige Einheit geben wird zwischen Eisen und Ton. Vers 41 bis 43 machen das sehr deutlich.

[23:21] Vers 43 können wir lesen: "Da du aber, dass du Eisen mit Ton in der Vermengung gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschen sammeln, vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt." Sie werden nicht aneinander haften. Es wird immer wieder Versuche geben, große Einheit, am Ende auch globale Einheit, wie uns die Offenbarung deutlich offenbart. Aber es wird nicht halten.

[23:48] Und das ist eine wichtige Erkenntnis für die Endzeit. Und dann lesen wir Vers 44: "Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird, und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen. Es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen."

[24:11] Gott bringt sein ewiges Reich. Die Endzeit ist nicht nur das Ende der Weltgeschichte, wie wir sie kennen. Die Endzeit ist gleichzeitig der Übergang, die Übergangsphase zum großen, ewigen Weltreich Gottes. Und auf das warten wir.

[24:32] Endzeit ist also nicht nur Endzeit. Endzeit ist auch Übergangszeit. Und wer das versteht, der weiß, die Endzeit ist keine Sackgasse, wo man einfach auf eine Mauer zufährt und Schmerzen bekommt. Die Endzeit ist eine intensive, äußerst dramatische Zeit, aber sie führt zu ewiger Freude.

[24:51] In Daniel 3 finden wir dann eine Geschichte, die enorm starke Parallelen zu Offenbarung 13 hat, insbesondere zum zweiten Teil von Offenbarung 13, wo das zweite Tier ein Bild errichtet, das angebetet werden soll. Und wo es um die Rolle der USA gehen wird in der Endzeit in Offenbarung 13, gemeinsam mit dem Vatikan, das Sonntagsgesetz, all die Dinge, die wir noch im Laufe dieses Studiums hier studieren werden. Jemand, der sich vielleicht sehr dafür interessiert, kann einfach mal versuchen, so viele Parallelen zu finden.

[25:26] Zwischen Daniel 3 und Offenbarung 13 gibt es eine ganze Menge. Hier nur vielleicht für alle, die nicht die Zeit dafür haben, die wichtigsten kurz zusammengefasst: In beiden Kapiteln geht es um deutlich falsche Anbetung. Hier in Daniel 3 wird das wahre Standbild verfälscht. Wahrheit und Irrtum sind dort gemischt. Das Gold ist immer noch am Kopf, aber diesmal am ganzen Körper des Standbildes, was eine Verfälschung darstellt. Das finden wir in Offenbarung 13 auch, eine Verfälschung der Wahrheit.

[25:56] Wir haben in beiden Kapiteln die Anbetung eines Bildes. Hier ein buchstäbliches Bild, in Offenbarung 13 ein symbolisches Bild. In beiden Fällen haben wir die Anordnung der Anbetung durch den Staat, also eine religiöse Gesetzgebung, die einen weltweiten Anwendungsbereich hat, zumindest andeutungsweise in Daniel 3, wo die Vertreter dieser Treppen, die Forscher, der Stadthalter, die Räte usw. aus den verschiedenen Völkern und Nationen, die Babylon so kontrolliert hat im Nahen Osten, zusammenkommen. Aber dann in Offenbarung 13 weltweit und von großer Globalität.

[26:31] Und dann natürlich auch der Todesbefehl, der bei Nichtbeachtung droht, wie wir hier in Vers 6 lesen: "Wer aber nicht niederfällt und anbetet, der soll augenblicklich in den glühenden Feuerofen geworfen werden."

[26:43] Also die Geschichten im Buch Daniel, das ist ja verschiedentlich immer auch betont worden, sind nicht einfach nur Lückenfüller zwischen diesen beeindruckenden Prophezeiungen, sondern sie sind in sich selbst genauso wichtige Bestandteile der Endzeitvorbereitung, weil sie nämlich zeigen, wie man sich in der konkreten Situation, wie sie die Prophezeiungen dann für die Endzeit ankündigen, wie man sich in der konkreten Situation eines Anbetungsgesetzes, das das Gesetz Gottes konterkariert, wie man sich angesichts eines Todesbefehls, wie man sich angesichts solcher staatlichen Schwierigkeiten und Repressalien verhält als gläubiger Mensch.

[27:21] Und zwar so, dass es gleichzeitig Gott die höchste Ehre gibt und trotzdem auch einen taktvollen Eindruck hinterlässt. Und da ist das Buch Daniel voller Beispiele und Daniel 3 ist hier ein ganz klassisches.

[27:35] Wir lesen in Vers 12, dass nur wenige zu Gott treu stehen. In Vers 12 heißt es: "Nun sind da jüdische Männer, die du über die Verwaltung der Provinz Babel bestellt hast, Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Männer, o König, achten nicht auf dich, dienen deinen Göttern nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du aufgestellt hast."

[27:55] Drei in dieser großen Menge an Beamten fallen nicht nieder. Auch am Ende werden die Treuen in der Minderheit sein. Da werden wir nicht drum herumkommen, das zu erkennen. Nicht die ganze Welt wird sich zu Jesus bekehren, sondern in der Endzeit wird die Mehrheit auf der Seite Satans stehen. Und wer auf die Endzeit sich vorbereiten möchte, sollte lernen, sich nicht von Gruppendruck beeinflussen zu lassen.

[28:22] Warum stehen diese drei und fallen nicht nieder? Vers 17 und 18. In ihrer bemerkenswerten Antwort an den König heißt es: "Wenn es so sein soll, unser Gott, dem wir dienen, kann uns aus dem glühenden Feuerofen retten, und er wird uns bestimmt aus deiner Hand retten, o König. Und auch wenn es nicht so sein soll, so wisse, o König, dass wir deinen Göttern nicht dienen und auch das goldene Bild nicht anbeten werden, das du aufgestellt hast."

[28:48] Diese drei handeln aus Prinzip. Nicht weil sie auf eine Rettung spekulieren, sondern weil sie Gott gehorchen, weil er des Gehorsams würdig ist. Sie tun das Richtige, weil es richtig ist. Sie lieben Gott, weil er liebenswürdig ist, nicht weil sie etwas dafür bekommen oder deswegen keine Schwierigkeiten mehr haben werden. Ihnen ist bewusst, dass sie vielleicht durch etwas verbrennen werden, und sie nehmen das in Kauf, weil sie wissen, dass sie bei Gott immer an der besten Adresse sind und dass Gott nichts ihnen zufügen wird, was ihnen dauerhaft schaden wird.

[29:20] Und so geht die Geschichte und nimmt ihren Lauf. Und es ist natürlich äußerst interessant, was dann in Vers 22 bis 25 beschrieben wird. Wir lesen in Vers 22: "Weil nun der Befehl des Königs dringend und der Ofen übermäßig heiß war, so tötete die Feuerflamme jene Männer, die Schadrach, Meschach und Abed-Nego hinauftrugen."

[29:42] Der König Nebukadnezar meint, dass er die Kontrolle in seinen Händen hat. Er meint, dass er der einzige König ist, der es würdig ist, angebetet zu werden und dessen Befehle unbedingt gehorcht werden müssen. Aber er kann seine eigenen gehorsamen Diener nicht vor dem Tod durch die Flammen bewahren, obwohl die nicht einmal dafür vorgesehen sind. Er hat keine Macht, sie davor zu schützen.

[30:10] Aber der Gott des Himmels offenbart sich genau in dem Moment, Vers 25: "Er antwortet und sprach: Siehe, ich sehe vier Männer mitten im Feuer frei umherwandeln, und es ist keine Verletzung an ihnen, und die Gestalt des Vierten gleicht einem Sohn der Götter."

[30:23] Der eine König Nebukadnezar kann seine eigenen Untergebenen nicht retten vor dem Feuer. Der andere König, der König der Könige, Jesus Christus, der Michael, der kommt mitten in das Feuer hinein. Während Nebukadnezar von fern stand und seine Knechte geschickt hat, ist der wahre König mit seinen Knechten im Feuer und bewahrt sie.

[30:49] Und jedermann weiß jetzt, wer der wahre König ist, warum diese drei Jesus mehr gehorcht haben als Nebukadnezar. Nicht einfach nur, weil Jesus es ihnen befohlen hat, sondern weil Jesus tatsächlich der König ist, der es verdient hat, absoluten Gehorsam zu erhalten.

[31:13] Jesus offenbart sich in der größten Not in besonderer Art und Weise. Und wenn wir vielleicht auch Angst und Furcht vor der Endzeit haben, so dürfen wir wissen, dass gerade in der größten Not, in der größten Furcht, in der größten Drangsal Jesus sich in besonderer und auf eindrucksvolle Art und Weise manifestieren wird. Dass er besonders dort seine Kraft zeigen kann, wo die Not am größten ist.

[31:35] Und wenn wir glauben, und so sagt uns die Bibel, dass die Endzeit eine besondere Zeit sein wird, wie sie es vorher nie gegeben hat, dann dürfen wir auch auf eine Kraft Gottes und ein Eingreifen Gottes hoffen und vertrauen, dass es so noch nie gegeben hat.

[31:56] Interessanterweise auch Vers 26: "Darauf trat Nebukadnezar vor die Öffnung des glühenden Feuerofens, begann und sprach: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte Gottes des Allerhöchsten, tretet heraus und kommt her!" Da kamen Schadrach, Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus.

[32:15] Die drei gehorchten sehr gerne der Staatsmacht, solange dieser Gehorsam nicht mit dem Gesetz Gottes in Konflikt kam. Und auch das ist eine wichtige Lektion für die Endzeit: Wir werden in der Endzeit unseres Glaubens wegen verfolgt werden. Aber lasst uns nur verfolgt werden wegen unseres Glaubens, nicht aufgrund von Rebellion oder anderen Delikten gegen den Staat, die nicht durch das Wort Gottes abgedeckt sind.

[32:43] In Kapitel 4 finden wir dann die bemerkenswerte Geschichte von Nebukadnezar, wie er sich bekehrt. Die Bekehrung von Nebukadnezar ist ja eine schrittweise Bekehrung. Wir werden jetzt hier nicht viel lesen, aber vielleicht das kurz zusammenzufassen: In Kapitel 1 trifft er Gläubige, die durch die Gesundheitsbotschaft und durch die göttlichen Erziehungsideale in Jerusalem und den Prophetenschulen besondere Menschen sind, und das fällt ihm auf. In Kapitel 2 lernt er dann durch die Prophetie das Wort Gottes kennen. Und in diesem Konflikt in Kapitel 3 wird ihm dann deutlich, wie wichtig es ist, für die Wahrheit einzustehen, wie wichtig es ist, wenn das unpopulär ist, ja sogar gefährlich, das Thema wahrer Anbetung.

[33:24] Und das führt dann mit weiteren Schritten hier in Kapitel 4 zu dem Punkt, dass er sein eigenes Ich am Ende Gott völlig übergibt. Es ist ein harter Kampf mit Rückschlägen, aber am Ende bekehrt sich der einflussreichste Mensch Babylons. Und wenn wir den Auftrag haben, und so sagt uns ja Offenbarung 18, dass Babylon fallen wird und wir Gottes Volk aus Babylon herausrufen sollen und auch viele Menschen noch zu Christus führen sollen in dieser Endzeit, dann gibt uns Daniel 1 bis 4 so einen interessanten, wichtigen Abriss, wie Menschen aus Babylon gewonnen werden können.

[34:08] Kapitel 1: Gesundheitsbotschaft und auch Erziehungsbotschaft. Kapitel 2: Prophetie. Kapitel 3: Heiße Themen, Themen der Anbetung, der Entscheidung, wo die Mehrheit falsch liegt und nur wenige das Wort Gottes wirklich ganz treu ernst nehmen. Und dann führt das 4 zu einer persönlichen Bekehrung. Nebukadnezar spricht hier persönlich in Kapitel 4 von seiner Glaubenserfahrung.

[34:35] Und damit kommen wir zu Kapitel 5. Ebenfalls ein interessanter Typus. In Kapitel 5 haben wir die letzten Stunden des historischen Babylons, die Endzeit Babylons sozusagen. In Vers 28 heißt es: "Peres bedeutet, dein Königreich wird zerteilt und den Medern und Persern gegeben werden." Diese Geschichte ist ein Typus auf den Fall Babylons in der Endzeit.

[34:59] Und interessanterweise gibt es hier auch bei einem Fall Babylons historisch gesehen interessante Parallelen zur Endzeit. Wir wissen vermutlich, wie Babylon gefallen ist. In Jesaja 44 und 45 gibt es da Hinweise, schon in der Prophetie vorhergesagt, wie der General Kyros den Euphrat umleiten würde und dann die Tore nicht mehr verschlossen sein würden. Auch das hat mit der Endzeit zu tun, und das werden wir dann später noch genauer studieren, wenn in Offenbarung 16 die Schlacht Harmagedon mit ähnlichen Worten auch beschrieben wird.

[35:31] Interessanterweise wird auch hier die Idee eines Untersuchungsgerichtes angedeutet in Vers 27: "Tegel bedeutet, du bist auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden worden." Halten wir fest: Erst kommt das Gericht, dann die Vollstreckung des Urteils. Wenn bei der Wiederkunft die Vollstreckung des Urteils stattfindet, muss das Untersuchungsgericht vorher stattfinden, das dann Babylon und alle gottesfeindlichen Mächte bestraft.

[35:55] Interessant auch hier ist in Vers 2 der Wein: "Und während er sich den Weinschnecken ließ, befahl Belsazer, man solle die goldenen und silbernen Gefäße herbeibringen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der König samt seinen Großen, seinen Frauen und seinen Nebenfrauen daraus trinken könne." Alkoholischer Wein in heiligen Tempelgeräten, das Heilige und das Unheilige miteinander vermischt. Ein gutes Bild, ein treffendes Bild für den Wein Babylons auch in Offenbarung 14, Vers 8.

[36:26] Warum fiel Babylon am Ende? Babylon fiel aus demselben Grund, aus dem auch schon der Luzifer im Himmel gefallen ist, der in Jesaja 14, wo seine Selbsterhöhung dargestellt wird, ja auch als König von Babylon beschrieben wird. In Daniel 5, Vers 23 lesen wir genau dasselbe: "Sondern du hast dich über den Herrn des Himmels erhoben." Und dann wird beschrieben, wie er in diesem Wein Gottes Geräte entsprechend geschändet hat und verunreinigt hat.

[36:58] Wir sehen also hier, wie das Prinzip des großen Kampfes, wie das Prinzip der Selbsterhöhung auch im Buch Daniel eine zentrale Rolle spielt. Das ist auch das zentrale Thema in Daniel 4, wo der Nebukadnezar sagt: "Ist das nicht das große Babel, das ich erbaut habe zu meinem Ruhm?" Der Nebukadnezar, der kann geheilt werden durch Gottes Wort, durch die Prophetie, durch das helfende Einwirken anderer Gläubiger wie Daniel. Er kann geheilt werden von dieser Krankheit des Ichs, und er ist dann am Ende gerettet. Und der Belsazer ist nicht geheilt worden und fällt mit Babylon.

[37:35] Und das ist ein sehr interessanter Parallel zwischen Daniel 4 und Daniel 5. Es wird Menschen geben, die lassen sich heilen von dieser babylonischen Grundidee des Ichs, das aus dem großen Konflikt kommt. Und Menschen, die dann mit Babylon verloren gehen werden. Das ist letztendlich das große Drama der Endzeit, diese Teilung in zwei Gruppen von Menschen.

[37:59] So wie Daniel 5 eine Parallele zu Daniel 4 ist, ist Daniel 6 eine Parallele zu Daniel 3. Auch hier geht es wie in Daniel 3 um ein Anbetungsgesetz mit Todesstrafe. Während in Daniel 3 ein Gesetz erlassen wird, das falsche Anbetung fordert, wird in Daniel 6 ein Gebot erlassen, das wahre Anbetung verbietet. Beides sind Aspekte, sind wie zwei Seiten einer Medaille, die im Ganzen dann auch für Offenbarung 13 wichtig ist.

[38:27] Denn das Malzeichen des Tieres hat sowohl damit zu tun, dass ein falscher Ruhetag gesetzlich erzwungen wird, als auch dann infolgedessen der wahre Ruhetag, die Anbetung und das Sabbat-Halten an diesem wahren Ruhetag per Gesetz verboten werden soll. Und insofern bietet das Buch Daniel also Fallstudien für beide Aspekte.

[38:51] Daniel ist hier jetzt schon sehr, sehr alt und in Vers 5 lesen wir, dass er einen tadellosen Charakter hatte. Daniel 6, Vers 5: "Da suchten die Minister und Satrapen eine Anklage gegen Daniel, um zu finden, im Hinblick auf die Regierungsgeschäfte, aber sie konnten keine Schuld oder irgendetwas Nachteiliges finden, weil er treu war und keine Nachteiligkeit, noch irgendein Vergehen bei ihm gefunden werden konnte."

[39:16] So wie am Ende die 144.000 auch wegen ihrer religiösen Überzeugung angeklagt werden, weil sie durch die Gnade Gottes und durch die Gnade Gottes allein und durch sein Blut und durch den Heiligen Geist einen tadellosen, treuen, makellosen Charakter entwickelt haben.

[39:36] Auch das bedeutet es, sich auf die Endzeit vorzubereiten. So sehr an Jesus zu glauben, sich so sehr an Jesus zu klammern, so sehr Jesus zu lieben, dass feindlich gesinnte Mitmenschen nichts finden können, außer die Religion, an der sie eine Verfolgung und eine Intrige aufhängen können.

[39:58] Interessant in Daniel 6 ist natürlich auch die juristische Prämisse dieses ganzen Vorhabens. In Vers 9 heißt es: "Nun, o König, erlasse das Gebot und unterschreibe das Edikt, das nicht abgeändert werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, welches unwiderruflich ist." Da klingt so ein wenig die Idee der Unfehlbarkeit an, wenn der Papst ex cathedra spricht, dann ist auch das unwiderruflich.

[40:24] Aber Daniel lässt sich von Gesetzen nicht in seiner Glaubensausübung irritieren. Vers 11: "Als nun Daniel erfuhr, dass das Edikt unterschrieben war, ging er hinauf in sein Haus, wo er in seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem hatte, und er fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte."

[40:48] Daniel hat so feste Gewohnheiten gehabt, dass selbst Gesetze des Weltreiches ihn nicht davon abbringen konnten. Wie stark sind deine geistlichen Gewohnheiten ausgeprägt und wie leicht lassen wir uns oft aus der Bahn werfen durch Umstände, durch Druck, durch Schwierigkeiten, durch Hindernisse. Daniel ist hier ein echtes Vorbild und Daniel hat das nur tun können, weil er Jesus wirklich liebte.

[41:24] Daniel wurde übrigens als Verächter der Staatsmacht angeklagt, Vers 14. Da antworteten sie und sprachen vor dem König: "Daniel, einer der Weggeführten von Juden, nimmt keine Rücksicht auf dich, o König, und achtet nicht auf das Verbot, das du unterzeichnet hast, sondern er verrichtet dreimal am Tag sein Gebet."

[41:41] Und dieser Formulierung, "er nimmt keine Rücksicht auf dich, o König", wird angedeutet, Daniel ist eine Gefahr für den Staat. Und genauso werden auch am Ende die Gläubigen als Verbrecher und als Gefährder der öffentlichen Ordnung verfolgt werden. Und ja, das ist hier ein gutes Beispiel, ein Typus auch auf diese Zeit.

[42:03] Und dann, ganz interessant, Vers 15-17. Als der König das hörte, wurde er sehr betrübt und er sann darüber nach, wie er Daniel retten könnte und gab sich bis zum Sonnenuntergang Mühe, ihn zu befreien. Vermutlich hat er stundenlang darüber nachgedacht, wie er auf irgendeine Art und Weise um diese Sache herumkommen könnte.

[42:27] Er war der mächtigste Mann des Reiches. Er war der oberste Feldherr, ihm unterstand die Armee, er war der oberste Richter. Keiner konnte, unabhängig von jemandem, ein juristisches Urteil fällen. Er war die oberste exekutive Gewalt und doch konnte er Daniel nicht helfen.

[42:46] Vers 16.

[43:10] Vers 17. Da befahl der König, dass man Daniel herbringe und in die Löwengrube werfe. Der König begann und sprach zu Daniel: "Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, der rette dich." Mit anderen Worten: Ich kann dich nicht retten. Ich habe alles versucht, aber ich kann nicht.

[43:23] In der Endzeit können wir uns nicht auf Menschen verlassen. In der Endzeit werden wir vor Konflikte und Situationen stehen, die so dramatisch sind, dass jede menschliche Hilfe umsonst sein wird. Hätte Daniel sich darauf verlassen, dass er den Darius, den jeder gut kennt, dass der der mächtigste Mann ist, dass der Geld hat, wenn er sich auf Darius verlassen hätte, wäre er verloren gewesen.

[43:54] Aber Daniel, so sehr er Darius mochte und so sehr er freundlich für ihn arbeitete und sein Bestes für Darius gab, Daniel verließ sich nicht auf Darius, Daniel verließ sich auf den Herrn.

[44:03] Psalm 146, Vers 3 sagt uns: Psalm 146 und dort Vers 3: "Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf ein Menschenkind, bei dem keine Rettung ist."

[44:21] Gott sendet seinen Engel in Daniel 6 und dort Vers 23: Als dann am nächsten Morgen Daniel lebendig dem König zuruft: "Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen, lass mir kein Leid zufügen, weil vor ihm meine Unschuld offenbar war und ich auch dir gegenüber, o König, nichts Böses verübt habe."

[44:42] In Psalm 91 wird uns berichtet, wie in der Zeit der Plagen, wenn links und rechts Tausende fallen, Gott seine Engel senden wird. Vers 11: "Denn er wird seinen Engel deinetwegen Befehl geben, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Auf deinen Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt."

[45:02] Auf die Löwen und die Otter wirst du den Fuß setzen, wirst den jungen Löwen und den Drachen zertreten. Egal wie trickreich die Schlinge des Satans gelegt ist, Gott hat Engel, die uns bewahren werden, die uns beschützen werden.

[45:18] Wir brauchen keine Angst zu haben, wenn nur unser Leben heute und morgen erneut und übermorgen erneut von ganzem Herzen in die Hand Gottes gelegt ist und wir vertrauensvoll, liebevoll darauf vertrauen, dass er das Beste für uns tut, dann werden wir in der Endzeit Wunder erleben und wir werden sehen, wie Gottes erhaltende Macht machtvoll für uns eingreifen wird.

[45:47] Wir haben heute nicht die Zeit, die Visionen Daniels im Einzelnen anzuschauen. Der Schwerpunkt sollte besonders auf die Geschichten legen, weil sie auf eine praktische und persönliche Art und Weise uns zeigen, worauf es ankommt in der Endzeit, welche Charaktereigenschaften bei Daniel und seinen Freunden ausgeprägt sind, auf die es dann ankommen wird und auf die wir uns heute, wo die Krise noch nicht im vollen Maße ausgebrochen ist, vorbereiten können mit der Kraft und mit der Hilfe Gottes.

[46:17] Trotzdem wollen wir bemerken, dass in den großen Visionen letztlich die Antworten gegeben werden auf die Grundfragen Israels. In Daniel, wir haben gesagt, Israel fehlt ein Königreich, ein König, ein Heiligtum für den Opferdienst und die Einheit des Volkes.

[46:34] In Daniel 2 sehen wir die Königreiche und Gott bringt dann das göttliche ewige Königreich. Die Juden warteten auf eine Wiederherstellung ihres kleinen Königreichs Juda, aber in Daniel 2 zeigt Gott durch die Interpretation des Daniels: Nein, nicht ein kleines Königreich Juda, sondern das Reich Gottes wird die ganze Welt erfüllen.

[46:57] In Daniel 7 geht es wieder um Königreich, aber diesmal wird der König Israels eingeführt, nicht ein weiterer Mensch nur aus der Linie Davids, nein, ein Mensch aus der Linie Davids, der gleichzeitig Gott ist, der Sohn des Menschen, der im himmlischen Palast gekrönt wird und der als kommender König der Könige wiederkommen wird.

[47:27] Und dann in Daniel 8, nachdem das Königreich, das himmlische Königreich und dann der himmlische König eingeführt worden sind, in Daniel 8 wird unser Blick gerichtet auf das himmlische Heiligtum. Das irdische Heiligtum war zerstört worden, aber Gott sagt, die wahre Antwort liegt nicht in einem Neubau in Jerusalem, die wahre Antwort liegt in dem himmlischen Heiligtum, denn dort wird das eine ewige Opfer angewandt. Und so sind Daniel 8 und Daniel 9 zusammengehörend die Antwort auf diese dritte Frage.

[47:57] Und dann die letzte große Vision, Daniel 10-12 beantwortet die Frage nach der Einheit des Volkes Gottes, dass das so lange zerstreut wird, diese große Vision von König des Nordens und König des Südens. Daniel 10 und dort Vers 14 wird in der Einleitung gesagt: "So bin ich nun gekommen, um dir einen Einblick darüber zu geben, was deinem Volk am Ende der Tage begegnen wird, denn das Gesicht bezieht sich wiederum auf fernliegende Tage." Eine faszinierende Vision, die es sich lohnt intensiv zu studieren.

[48:29] Und am Ende dieser Vision in Daniel 12, Vers 1 heißt es: "Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael, das ist Christus, erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht, denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine Zeit gab, seitdem es Völker gibt bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird ein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet."

[48:51] Das Volk wird gesammelt werden. Und es ist gerade Daniel 12 dann auch, der Rest des Kapitels, der uns prophetisch auf dieses Volk der Endzeit hinweist. Wir haben nicht die Zeit, das hier auszuführen, aber ihr könnt das an anderer Stelle studieren. Es ist die Bewegung, die aus dem Buch Daniel heraus, aus dem Studium Daniels heraus, die Miller-Bewegung dann entstand, die auf 1843 wartete.

[49:17] Und der Gedanke wird dann von Daniel 12 in Offenbarung 10 aufgegriffen, die Bewegung, die die Wiederkunft erwartete, enttäuscht worden ist und in Auftrag bekommt, die drei Engelsbotschaften in die Welt zu tragen. Das ist die Sammelbewegung, die das gesamte Volk Gottes weltweit zusammenfügen soll.

[49:36] Und diese vier großen Pfeiler: das Reich Gottes, der kommende König, das himmlische Heiligtum mit dem wahren Opfer, das Kreuz von Golgatha, und diese letzte Sammlungsbewegung, die hier in Daniel 11 und 12 beschrieben wird, das ist der große Rahmen des Buches Daniels.

[49:55] In Daniel 12, Vers 4 lesen wir: "Du aber, Daniel, verschließe diese Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes. Viele werden darin forschen und die Erkenntnis wird zunehmen."

[50:04] Wir haben heute nicht die Zeit, das zu beweisen, aber Vers 7, 6, 7, auch im Zusammenhang mit Daniel 11, Vers 31 bis 35, beweisen, dass die Zeit des Endes 1798 begann. Bis 1798 waren Teile des Buches Daniels, insbesondere im Zusammenhang mit den 2300 Abenden und Morgen, verschlossen. Aber seit 1798 ist dieses Buch geöffnet.

[50:26] In Offenbarung 10 finden wir, wie Jesus persönlich selbst vom Himmel herabgekommen ist, mit diesem geöffneten Büchlein, um es der Welt zu verkündigen. Und jeder Mensch, der zu dem wahren biblischen Jesus kommt, der wird von ihm das Buch Daniel erhalten. Und diese wichtigen prophetischen und geistlichen Wahrheiten, die in diesem Buch enthalten sind, auch diese praktischen Hinweise, diese praktischen Ratschläge für die Vorbereitung auf die Endzeit.

[50:53] Jesus hat in der Endzeitpredigt auf das Buch Daniel hingewiesen. Jesus kommt 1798 symbolisch gesprochen aus dem Himmel mit diesem geöffneten Büchlein und möchte der Adventbewegung und durch die Adventbewegung die ganze Welt erreichen, durch sie predigen, was es wirklich meint, sich auf die Endzeit vorzubereiten.

[51:15] Wir sollten also Jesus folgen und uns mit dem Buch Daniel noch viel, viel intensiver beschäftigen, als es so in einer kurzen Präsentation möglich ist. Möge Gott dein Studium des Buches Daniel segnen. Nicht nur was die Zahlen und die Daten und die Königreiche angeht, sondern insbesondere auch die Geschichten, die uns zeigen, wie wir in der Konfrontation mit Babylon, wie wir in der Endzeit, wie wir in der Situation von Todesbefehlen christlich leben können, als treue Untertanen des kommenden Königs.

[51:51] Gott segne dich! Und nächste Woche wollen wir hier weiter studieren, wenn wir dann uns das Buch anschauen werden im Neuen Testament, das genau die Parallele bildet zu Daniel. Mehr dazu nächste Woche. Bis dann. Gottes Segen euch und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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