[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Im Jahr 2018, im ersten Quartal, beschäftigen wir uns ja mit der Haushalterschaft und darum soll es auch heute gehen in unserem fünften Kapitel: Haushalter nach Eden.
[0:30] Nun, unser Merkvers für diese Woche finden wir im ersten Thessalonicher 2, Vers 4. Und dort heißt es: „Sondern so, wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch, nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.“ Darum soll es heute gehen. Wir sind betraut worden mit einer Gabe von Gott, und die Frage ist: Wie gehen wir damit um? Wie haushalten wir damit?
[1:03] Bevor wir jetzt gemeinsam in die Bibel einsteigen und diesen Weg uns angucken, lasst uns beten und den Herrn bitten, dass er mit seinem Heiligen Geist anwesend ist und uns führt. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir zusammenkommen können, um dieses Thema zu studieren. Wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist unser Lehrer ist und dass du uns all das, was für uns wichtig ist, in die Herzen hineinschreibst. Bitte verändere unsere Herzen, damit wir dir immer ähnlicher werden und gute Haushalter hier auf Erden sind. Im Namen Jesu, Amen.
[1:31] Gemeinsam wollen wir anfangen, uns ein paar Haushalter in der Bibel anzuschauen. Nun, im Alten Testament kannten wir einige, denn unser Sonntagsthema war ja „Haushalter im Alten Testament“. Nun, da war zum Beispiel der Eliezer, also der Knecht Abrams, dem der Abram eigentlich alles vermachen wollte, was ihm gehörte, da er kein Sohn hatte bis ins hohe Alter hinein. Und dieser Eliezer war von Abraham beauftragt worden, sein Gut zu verwalten, und er scheint ein treuer Knecht zu sein, denn Abrahams erste Wahl wäre er gewesen.
[2:16] Nun, wir kennen auch einen anderen Verwalter, nämlich den Josef. Josef war damals ein Sklave im Hause des Potiphar in Ägypten, und dort war er so etwas wie der Obersklave, also der Oberverwalter des Hauses dieses reichen Mannes und dieses hohen Beamten. Nun, später ist Josef, nachdem er fälschlicherweise oder durch Misskredit ins Gefängnis gekommen ist, später in Ägypten eingesetzt unter dem Pharao. Er war die rechte Hand des Pharaos und sein Haushalter, so etwas wie der Großwesir. Und er hat damals dafür gesorgt, dass es in Ägypten den Menschen gut ging. Er hat die Hungersnot vorausgesehen und hat sich um alles gekümmert. Er war treu und zuverlässig und ein guter Haushalter. Und solange, wie er Haushalter war, dieser treue Haushalter, so lange ging es den Israeliten auch gut in Ägypten.
[3:14] Ein anderer war zum Beispiel der Daniel. Daniel war auch Haushalter, nämlich am Hof Babylons. Dort war er eingesetzt von dem großen König Nebukadnezar und auch später noch, nicht nur unter Nebukadnezar, sondern auch unter seinem Enkelsohn Belsazar. Und am Ende natürlich auch unter Kyrus war Daniel Haushalter, also höchster Beamter. Er war so etwas wie der Kanzler des Reichs und die rechte Hand des Königs. Und weil er so gut war, unter Nebukadnezar erinnerte man sich an ihn auch noch in den Zeiten des Enkels Belsazars. Und später auch Kyrus hat sich auf seine Dienste verlassen, denn Daniel wurde als treu empfunden und viel Weisheit war in ihm.
[3:52] Nun, diese Menschen, alle, die wir uns gerade angeguckt haben, zeichneten sich besonders aus durch die Treue, die sie in ihrem Dienst taten. Ihre Herren konnten sich auf sie verlassen, und so waren sie ein Segen. Und in ihnen wurde etwas Besonderes entdeckt. In ihnen wurde gesehen eine Herzensveränderung, ein Mensch, der plötzlich einen heiligen Wandel führt. In Eliezer, in Josef oder in Daniel können wir es beobachten: treue Menschen. Und Menschen von außen konnten das in ihnen sehen und haben sich auf sie verlassen.
[4:28] Nun, den ersten Bibeltext, den wir uns gemeinsam angucken wollen, finden wir im Buch Jesaja, und dort im 22. Kapitel. Jesaja 22, und wir lesen die Verse 7 bis 18. Jesaja 22, 7 bis 18.
[4:44] Hier heißt es: „Und es wird geschehen, deine schönen Täler werden voller Streitwagen sein, und die Reiter nehmen Stellung ein gegen das Tor. Und er nimmt den Schutz Judas weg, aber du schaust an jenem Tag auf die Waffen des Zeughauses. Und ihr schaut nach den Rissen in der Mauer der Stadt Davids, denn es sind viele, und die Wasser des unteren Teichs sammelt ihr. Ihr zählt auch die Häuser Jerusalems und brecht Häuser ab, um die Mauer zu befestigen. Und ihr legt ein Sammelbecken an zwischen den beiden Mauern für die Wasser des alten Teiches. Aber ihr schaut nicht auf den, der dies getan hat, und seht nicht nach dem, der es seit langem bereitet hat. Und an jenem Tag ermahnt der Herr, der Herrscharen, zum Wein und Wehklagen, zum Kahlscheren des Hauptes und zum Umgürten des Sacktuches. Doch siehe, da ist Jubel und Vergnügen, Ochsenschlachten und Schafeschächten, Fleischessen und Weintrinken. Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Doch der Herr, der Herrscharen, hat sich meinem Auge offenbart: ‚Diese Missetat soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt‘, spricht der Herr, der Herrscharen. So hat der Herrscher, der Herr der Herrscharen, gesprochen: ‚Geht hinein zu diesem Verwalter, zu Schebna, der über den Palast gesetzt ist, und sprich: Was hast du hier? Und wen hast du hier, dass du dir ein Grab aushaust? Du, der sich hoch oben sein Grab aushaut, sich eine Wohnung in den Felsen hineinmeißelt. Siehe, der Herr wird dich weit weg schleudern, Mann. Und er wird dich festpacken, dich fest zusammenwickeln wie ein Knäuel und dich wie einen Ball in ein weites und breites Land schleudern. Dort wirst du sterben. Und dorthin kommen deine prächtigen Waren. Du Schande für das Haus deines Herrn!‘“
[6:37] Und hier wird jetzt von einem untreuen Verwalter gesprochen, also ein Mensch, der das, was er eigentlich zu erledigen hatte, aufgetragen bekommen hat, nicht erledigt hat. Also Gott hatte ihn gesetzt, er war über den Palast gesetzt, er sollte das Haus Davids verwalten, er sollte Israel vorstehen und Israel schützen, er sollte das Gute in Israel tun, damit Israel bereit ist für jede Situation, was da passiert. Dieser Mann war untreu, dieser Schebna, und er hat sich nicht Gedanken um das Haus Israel gemacht oder um das, was auszubessern war in der Stadt zum Beispiel. Nichts war bereit. Und wenn nun die Kriege begannen, wenn die Feinde kamen, dann war Israel nicht vorbereitet. Das Zeughaus war leer, keine Waffen, nichts war vorbereitet, die Schwerter vielleicht nicht geschliffen, die Rüstung nicht poliert, alles war vielleicht rostig und kaputt, die Mauer-Risse waren nicht ausgebessert, also die Stadt war sehr anfällig gegen Belagerung und Beschuss, die Teiche waren noch nicht ausgehoben, Wasser mangelte, also viele Dinge sozusagen, um die sich eigentlich der Vorsteher hätte kümmern müssen, was er aber nicht tat. Er hat die Aufgabe, die man ihm anvertraut hat, untreu verwaltet. Und Gott sagt, er wird es nicht vergessen.
[7:51] Aber interessanterweise in Vers 4 haben wir hier gelesen, dass Gott darüber trauert. „Ich muss bitterlich weinen“, sagt er hier in Vers 4. Nun, Gott trauert darum, dass sein Volk oder Menschen in seinem Volk so nachlässig sind mit der Aufgabe, die er ihnen anvertraut hat. Wenn er diese Menschen richtet und wenn er ihnen diese Sachen vorenthält, dann nicht deswegen, weil Gott sie irgendwie niedermachen will, sondern weil Gott wirklich traurig ist über die Arbeit, die nicht gemacht wird in seinem Volk. Da sollen Menschen gerettet werden vor dem Feind, der kommt. Aber die Leute, die eingesetzt sind zu guten Arbeitern, die das eigentlich machen sollen, vergnügen sich mit anderen Dingen, in dem Fall zum Beispiel Feste feiern, Wein trinken, essen.
[8:36] Nun, Ellen White schreibt in „Testimonies for the Church“, im 9. Band, auf Seite 246: „Ein Haushalter identifiziert sich mit seinem Herrn. Er akzeptiert die Aufgaben eines Haushalters und er muss an der Stelle seines Herrn handeln, indem er das tut, was sein Herr täte, wenn er anwesend wäre. Die Interessen seines Herrn werden zu seinen eigenen. Die Position eines Haushalters bedeutet Würde, weil sein Herr ihm vertraut. Wenn er in irgendeiner Weise selbstsüchtig handelt und die Vorteile, die er durch den Handel mit den Waren seines Herrn erzielte, zu seinem eigenen Vorteil nutzt, hat er das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht.“
[9:20] Nun, alle Dinge gehören Gott, und wir sind als Verwalter eingesetzt. Es ist die Frage, ob wir die Sachen treu verwalten oder ob wir die Dinge, die Gott uns gibt, veruntreuen, ob wir nicht treu damit handeln. Denn Gott hat auch uns als Verwalter eingesetzt für seine Gaben, und alles, was wir besitzen, sowohl der materielle Besitz als auch die geistlichen Dinge, auch die geistigen Fähigkeiten, gehören Gott. Er hat sie uns gegeben. Wie verwalten wir sie? Was machen wir damit? Setzen wir sie so ein, wie Gott sie einsetzen würde, oder setzen wir sie selbstsüchtig ein?
[9:58] Nun, wir gehen mal gemeinsam in Jakobus 1 und lesen dort Vers 16 und 17. Jakobus 1, Vers 16 und 17. Hier heißt es: „Irrt euch nicht, meine geliebten Brüder. Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“
[10:22] Nun, jede Gabe kommt von Gott. Da ist nichts, was nicht von ihm kommt. Jedes vollkommene Geschenk ist von Gott gekommen. Wenn du etwas Besonderes hast, eine besondere Fähigkeit, eine besondere Gabe oder materiellen Besitz, dann ist es mit Sicherheit von Gott gekommen. Gott hat es dir gegeben und zwar anvertraut, wie er das einem Haushalter anvertraut. So wie ganz am Anfang auch der ganze Planet, die ganze Welt, Adam und Eva anvertraut worden sind. Sie sollten über alles herrschen, sie sollten alles verwalten, sie sollten sich darum kümmern. So sind auch wir heute mit Aufgaben betraut worden von Gott. Er hat uns Dinge gegeben, Talente gegeben oder auch Besitz gegeben, den wir so einsetzen sollen, dass sein Werk damit gesegnet wird.
[11:10] Nun, manchmal ist es so, dass wir uns fragen: „Naja, wenn ich meine Sachen so einsetze, wer kümmert sich dann um mich? Wenn ich also ständig für die Menschen etwas tue, wenn ich den Menschen ständig diene, bleibe ich dabei nicht selbst auf der Strecke? Wenn ich all die Talente, all die Gaben, all den Besitz, all die Dinge, die mir Gott gegeben hat, einsetze, um anderen Menschen zu helfen? Was ist dann mit mir?“
[11:33] Nun, in Matthäus 6, Vers 31 bis 33 spricht Jesus Christus genau so eine Situation an. Er hat seinen Jüngern ja einen großen Auftrag gegeben und ihnen gesagt, wie sie leben sollen. Aber wer sorgt sich um die Jünger? In Matthäus 6, Vers 31 bis 33. Christus sagt: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: ‚Was werden wir essen oder was werden wir trinken oder womit werden wir uns kleiden?‘ Denn nach all diesen Dingen trachten die Heiden. Aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden.“
[12:18] Also Christus beteuert hier in diesen Versen noch einmal: Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden. Gott weiß ja, dass ihr was zum Anziehen braucht, dass ihr essen und trinken müsst, dass ihr Ruhe braucht und viele andere Dinge. Er kümmert sich drum. Er achtet auf euch. Das hat Christus versprochen.
[12:41] Und wenn wir schon sehen, dass selbst irdische Herren ihre Knechte so behandeln, dass ihre Knechte möglichst effizient arbeiten können und möglichst gut in dem sind, was sie tun. Das macht ja Sinn. Der Herr hat sie beauftragt und möchte natürlich gute Arbeiter haben, die auch in vollem Sitz ihrer Kräfte sind. Und schon irdische achten darauf. Und das nicht nur aus Habsucht, sondern manchmal sogar aus Liebe, aus Liebe zu den Knechten, damit es ihnen gut geht. Wie viel mehr wird unser himmlischer Vater, dem das ganze Weltall unterstellt ist, auf seine Knechte achten, die einen so wichtigen Dienst ausführen? Den hat er die größte Aufgabe anvertraut, die es zurzeit diesem Universum gibt: andere zu retten. Und andere zu retten ist Gottes großes Herzensanliegen. Und diese Aufgabe hat er uns gegeben. Wird er sich nicht um uns kümmern, wenn schon irdische Herren sich um ihre Knechte kümmern? Wie viel mehr ein Gott, dessen Charakter Liebe ist? Wie viel mehr wird er sich um uns kümmern?
[13:40] Nun, eben gerade hatten wir uns Haushalter im Alten Testament angeguckt. Heute wollen wir uns, jetzt wollen wir uns mal welche im Neuen Testament angucken. Wie werden Haushalter im Neuen Testament beschrieben? Wir beginnen im Vers 1. Petrus 4, Vers 10. 1. Petrus 4, Vers 10.
[14:03] Hier heißt es: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als guter Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes.“ Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Also wir haben Gaben empfangen, jeder hat irgendwas empfangen, und mit den Dingen sollen wir jetzt anderen zum Segen werden. Also dient einander. Das ist Gottes Wille. Die Gaben haben wir also bekommen, um anderen Menschen damit ein Segen zu sein, nicht um sie selbstsüchtig zu gebrauchen. Also egal welche Gabe du hast, benutze sie nicht zur Selbstverherrlichung, sondern versuche, anderen Menschen damit zu helfen. So wie die Verheißung auch damals schon von Abraham hieß: „Du sollst ein Segen sein.“ Und dafür hat Gott uns Dinge gegeben, dass wir ein Segen sein können. Und jeder von uns hat Dinge bekommen, Gaben bekommen, Talente bekommen, mit denen wir anderen ein Segen sein können.
[15:06] Wir gehen mal in Lukas 12 und lesen in Lukas 12 die Verse 42 bis 46. Lukas 12, 42 bis 46.
[15:19] „Der Herr aber sprach: ‚Wer ist wohl der treue und kluge Haushalter, den der Herr über seine Dienerschaft setzen wird, damit er ihnen zur rechten Zeit die verordnete Speise gibt? Glückselig ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihnen über alle seine Güter setzen. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: „Mein Herr säumt zu kommen“, und anfängt, die Knechte und die Mädchen zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, so wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, da er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und wird ihn entzweihauen und ihm seinen Teil mit den Ungläubigen geben.‘“
[16:02] Nun, wer ist wohl der gute und treue Knecht? Nun, es ist derjenige, der die Speise zur rechten Zeit austeilt, der das Gute weitergibt. Nun, die Speise, was sollen wir austeilen? Na, wir sollen das Evangelium weitergeben, das Wort Gottes sollen wir weitergeben. Und wenn wir über das Haus gesetzt sind, also wenn Gott uns beruft, seine Jünger zu sein, um die Menschen auf der Welt zu regieren oder zu retten, ihnen zu helfen, uns um sie zu kümmern, dann sollen wir ihnen zur rechten Zeit die rechte Speise geben, so steht es hier im Text. Also wir sollen das Wort Gottes den Menschen weitergeben.
[16:44] Wenn der Herr wiederkommt und uns bei diesem Tun vorfindet, wird er uns über alle seine Güter setzen und natürlich über die ewigen Güter. Wir werden ins Himmelreich aufgenommen werden, der Planet wird uns wieder anvertraut werden, und wir werden wieder als Herrn über die Erde eingesetzt. Und wenn wir das aber nicht tun, sondern wir sagen: „Naja, Christus kommt ja so bald nicht wieder“, und wir benutzen die Dinge, die Gott uns gegeben hat, die Talente, die Gaben, die Güter, um uns selbst damit zu hofieren, dann wird Christus wiederkommen zu einer Stunde, die wir jetzt nicht erwarten. Wir werden überrascht sein. Und dann heißt es hier: „Der Knecht wurde hinausgestoßen und er bekam dort seinen Teil mit den Ungläubigen.“ Das ist eine besondere Situation, denn dieser Mensch war ja ein Knecht, als so einer wurde er auch anerkannt, er war ein Knecht des Herrn. Aber dieser Knecht des Herrn bekam am Ende seinen Teil mit den Ungläubigen, und wir kennen das Ende der Ungläubigen: Sie werden am Ende verzehrt werden vom Feuer. Das ist eine ganz traurige Situation. Jemand, der eigentlich als Knecht des Herrn empfunden wurde, aber untreu war in dem, was er getan hat, wird am Ende keinen Vorteil davon haben. Vielleicht auch nicht von der Zeit, in der er vielleicht mal ein treuer und guter Knecht gewesen ist und vielleicht sich auch aufgeopfert hat für die Menschen und treu in seinem Dienst war. Wenn er davon abweicht und als untreuer Knecht empfunden wird, bekommt er am Ende nicht den Lohn, den ein treuer Diener hätte erhalten haben, die ewigen Güter, sondern er bekommt den Lohn der Ungläubigen. So kann es gehen. Jemand, der als untreuer Verwalter empfunden wird, wird auch als untreuer Verwalter gerichtet werden.
[18:36] Im 1. Korinther 4, Vers 1 und 2, da sagt uns die Bibel. Schlagen wir es mal gemeinsam auf. 1. Korinther 4, Vers 1 und 2. „So soll man uns betrachten als Diener des Christus und Haushalter der Geheimnisse Gottes. Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt, dass er treu erfunden wird.“
[19:04] So soll man uns sehen und so soll man uns auch behandeln. Das soll man in uns erkennen, dass wir Diener des Christus sind. Erfunden wird nur, dass wir treu sind. Das ist das Einzige, was man in uns sehen soll. Ein Haushalter soll treu sein. Alles andere kann man ihm beibringen. Das ist auch heute so. Wenn wir einen Haushalter einstellen würden, dann wollen wir natürlich, dass er treu ist mit den Dingen, die wir ihm anvertrauen. Dass er Dinge lernen muss, dass er Dinge im Haus erst erfahren und entwickeln muss, das gehört zu seiner Aufgabe dazu. Das muss er nach und nach machen. Aber das Wichtigste ist, dass er treu ist. Denn was nützt ein Haushalter, der vielleicht der beste Haushalter ist, aber untreu? Ich kann ihm nichts anvertrauen. Ich kann nicht mit ihm arbeiten. Ich muss ihn ständig beobachten. Ich muss ständig darauf achten, dass er nichts Falsches macht. Es wird von einem Haushalter verlangt, dass er treu sein soll.
[20:02] Nun, wenn Gott von uns verlangt, dass wir treu sind, und er hat uns Dinge anvertraut, dann ist das der eine Teil an uns. Wie gehen wir mit diesen anvertrauten Dingen um? Dazu müssen wir natürlich erst mal wissen: Gott hat uns anvertraut. Wie gehen wir damit um? Was hat er uns anvertraut, womit wir umgehen sollen? Nun, hier sagt Paulus: „Als Haushalter der Geheimnisse Gottes.“ Gott hat uns Geheimnisse anvertraut. Worauf bezieht er sich hier? Was meint Paulus, wenn er schreibt: „Geheimnisse Gottes“?
[20:36] Nun, wir gehen mal gemeinsam in den Kolosser, Kapitel 2, und wir lesen Verse 1 bis 3. Kolosserbrief, Kapitel 2, Verse 1 bis 3.
[20:53] Da schreibt Paulus: „Ich will aber, dass ihr wisst, welchen großen Kampf ich habe um euch und um die in Laodizea und um alle, die mich nicht von Angesicht gesehen haben, damit ihre Herzen ermutigt werden, in Liebe zusammengeschlossen und mit völliger Gewissheit im Verständnis bereichert werden zur Erkenntnis des Geheimnisses Gottes, des Vaters und des Christus.“
[21:23] Nun, hier waren es die Geheimnisse, und hier sagt Paulus, es ist das Geheimnis Gottes. Also wir sind Verwalter der Geheimnisse. Und hier in dem Brief in die Kolosser spricht Paulus schon wieder davon und sagt, es ist das Geheimnis Gottes, darin sollen wir wachsen. Aber was ist denn das, dieses Erkenntnis des Geheimnisses Gottes?
[21:41] Nun, wenn wir im Kolosser ein bisschen davor gehen, ein bisschen vorher gucken in den Versen, nämlich in den Versen 24 bis 27, da beschreibt er, worum es eigentlich geht, was dieses Geheimnis ist. Da sagt er: „Jetzt freue ich mich in meinem Leiden, die ich um eure willen erleide, und ich erfülle meinerseits in meinem Fleisch, was noch an Bedrängnissen des Christus aussteht, um seines Leibes willen, welcher die Gemeinde ist. Deren Diener bin ich geworden gemäß der Haushalterschaft, die mir von Gott für euch gegeben ist, dass ich das Wort Gottes voll ausrichten soll, nämlich das Geheimnis, das verborgen war, seitdem es Weltzeiten und Geschlechter gibt, das jetzt aber seinen Heiligen offenbar gemacht worden ist. Ihnen wollte Gott bekannt machen, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Heiden ist: nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.“
[22:37] Also, wenn wir weiter dieses Geheimnis sind, müssen wir wissen, was ist dieses Geheimnis. Und hier sagt Paulus: Dieses Geheimnis ist Christus in euch. Nun, das ist natürlich das Evangelium, nicht wahr? Die Schuldvergebung und die Herzensumwandlung. Christus in uns. Das heißt, wir sollen den Charakter von Christus tragen, und das wird ein Zeugnis sein. Wir sind also verantwortlich dafür, dass unser Charakter dem Charakter Christi ähnelt, und das wird ein Zeugnis in der ganzen Welt sein.
[23:20] Nun, so sollen wir handeln, das soll man in uns sehen. Dieses Geheimnis ist gewaltig, denn wer sind wir? Wir sind sündige Menschen, und die Menschen, mit denen ihr aufgewachsen seid, die kennen euch, die kennen euer Leben und die wissen vielleicht sogar, was für schlimme Menschen einmal wart. Aber als das Geheimnis Gottes in eurem Leben offenbart wurde, haben sich eure Herzen verändert, und nun lebt Christus in euch, und die Menschen sehen diesen Unterschied: den alten Menschen und den neuen Menschen. Als gute Haushalter sollen wir der neue Mensch sein, und die Menschen werden das sehen. Eine Herzensveränderung hat stattgefunden, und es wird ein Zeugnis und ein gutes Licht auf euren Vater im Himmel werfen. Ihr seid das Licht der Welt, ihr symbolisiert momentan hier auf Erden Christus, seinen Charakter, das Geheimnis Gottes in euch, das Evangelium.
[24:08] Gott hatte diesen Ratschluss und dieses Geheimnis bereits vor Gründung unseres Planeten festgesetzt, dass, sollte die Menschheit fallen, Jesus Christus sie retten wird, und er wird es auf besondere Weise tun, nämlich durch dieses Geheimnis, diesen uralten Ratschluss Gottes: Christus in euch. Christus selbst wird eure Herzen ergreifen, euch verändern, und ihr müsst, was Christus zu Nikodemus gesagt hat, von Neuem geboren werden. Eine Neuschöpfung muss in uns stattfinden, das Geheimnis Gottes. Wie geht das? Tja, „der Wind weht, wohin er will, aber niemand weiß, woher er kommt und wohin er geht.“ Das ist der Geist Gottes, der unsere Herzen verändert, das Geheimnis Gottes.
[24:52] Nun, wir gehen wieder an 1. Petrus zurück und lesen 1. Petrus 1, Verse 10 bis 12. 1. Petrus 1, Verse 10 bis 12.
[25:04] „Wegen dieser Errettung haben die Propheten gesucht und nachgeforscht, die von der euch zuteilgewordenen Gnade geweissagt haben. Sie haben nachgeforscht, auf welche und was für eine Zeit der Geist des Christus in ihnen hindeutete, der die für Christus bestimmten Leiden und die darauf folgenden Herrlichkeiten zuvor bezeugte. Ihnen wurde offenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienen mit dem, was euch jetzt bekannt gemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündet haben, im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde, Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“
[25:41] Dieses Geheimnis Gottes ist so groß, dass noch nicht mal die Engel das ganz verstehen. Sogar die Propheten haben geforscht, die Weisen haben geforscht, die Menschen haben seit allen Zeiten danach geforscht, was ist der Weg der Erlösung? Wie kann ein Mensch vor Gott treten? Wie kann ein Mensch gerettet werden? Sogar die Engel versuchen das zu verstehen. Und jetzt heißt es: Euch ist es offenbart worden, das Geheimnis Gottes. Und wir hatten gerade schon gesehen, Paulus hat von diesem Geheimnis gesprochen, er sagt, es ist Christus in euch. So kann ein Mensch gerettet werden.
[26:15] Nun, interessant ist, dass die Weisen und die Propheten und alle immer nachgeforscht haben, ja, wie funktioniert das, wie kann ein Mensch gerettet werden. Auch die Engel haben gestaunt und überlegt, wie es geht. Nun, interessant ist, dass der Herr uns immer nur so viel offenbart, wie wir tragen können. Er führt uns so tief in die Wahrheit hinein, wie wir mitgehen können. Würde Gott uns alle Wahrheit auf einmal offenbaren, wären wir erschlagen davon und wären wahrscheinlich verzweifelt an unserem eigenen Leben und der ausweglosen Situation, in der wir stecken. Aber Gott führt uns Schritt für Schritt.
[26:51] Wir gehen gemeinsam mal in 1. Timotheus 3, Vers 16. Hier schreibt Paulus: „Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist offenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündet unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“
[27:29] Nun, das ist auch eigentlich das Geheimnis der Gottesfurcht. Was ist das Geheimnis der Gottesfurcht? Naja, Gott ist offenbart worden im Fleisch, also Gott kam auf die Welt, Immanuel, Gott mit uns. Christus war hier zwischen uns, er war unter uns, er lebte hier. Und dann heißt es hier: gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündet unter den Heiden. Also das, was Gott hier auf Erden gemacht hat, es wurde gesehen von den Heiden, sogar die Engel haben da hineingeguckt, es wurde verbreitet, es ging hinaus, das Evangelium.
[27:59] Um dieses Evangelium geht es. Das Evangelium zu verbreiten. Wenn wir Haushalter des Geheimnisses Gottes sind und Christus auch Wohnungen in uns genommen hat, dann sollen wir dieses Geheimnis, das wir jetzt im Herzen tragen, den Menschen weitergeben. Nun, was sollen wir den Menschen weitergeben? Welches Geheimnis? Naja, dass Gott Fleisch geworden ist, dass er unter uns lebte und dass er uns bezeugt hat, wie der Vater im Himmel ist. Jesus Christus hat uns den Weg zum Vater gezeigt, dieses ewige Geheimnis. Und dieses Geheimnis, also das Evangelium, sollen wir weitergeben.
[28:27] Und dann, als Jesus das damals seinen Jüngern weitergegeben hat, und wir lesen das in Johannes 16, Verse 12 und 13, da hat Jesus ja auf seine Jünger geachtet. Und er hat sie berufen, als sie Sünder waren. Also er hat verschiedene Leute vom Zoll oder aus den Fischerstuben oder sogar Zeloten mitgenommen. Und das waren natürlich Menschen, die hatten auch Charakterschwäche, natürlich, wie zum Beispiel auch die Donnersöhne, Jakobus und Johannes. Aber diese Leute hat sich Christus ausgesucht, hat sie zu sich geführt.
[29:03] Und jetzt werden die Engel gedacht haben: Wie kann man aus den Leuten dann heilige Männer machen? Aber Christus begleitete sie Stück für Stück. Er hat ihnen geholfen. Er lebte mit ihnen zusammen, und er zeigte ihnen, wie der Vater ist. In Johannes 16, Verse 12 und 13 lesen wir:
[29:19] „Noch vieles hätte ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. Denn er wird nicht auf sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.“
[29:34] Also Christus, der seine Jünger die ganze Zeit bei sich hatte und sie Stück für Stück, Schritt für Schritt geführt hat, immer tiefer in die Wahrheit hinein, um ihren Charakter zu verändern, damit der Geist in ihnen wirkte, der hat seinen Jüngern nicht sofort die ganzen Wahrheiten offenbart. Der hat nicht alles gesagt, wie alles angefangen hat, wie alles war, wie alles ist, sondern er hat ihnen immer das gegeben und das weitergegeben, was für sie wichtig war, damit sie ausgebildet werden und einen guten Charakter entwickeln.
[29:59] Nun, Gott kennt das, er kennt all die Geheimnisse des Herzens, aber er sagt Petrus und Jakobus und Bartholomäus immer nur so viel, wie sie gerade brauchen zum Wachsen. Lasst uns daran ein Beispiel nehmen, dass wir das auch tun. Manchmal neigen wir dazu, wenn Menschen in die Gemeinde kommen, vielleicht auch neue Menschen, die noch nie in einer Gemeinde waren, und sie betreten das erste Mal unsere Gemeinden, dass wir sie gleich mit allem überhäufen, was wir wissen. Und unsere Gemeinde ist schon sehr alt. Und unsere Gemeinde baut auf die Reformatoren auf und auf die Täuferbewegung. Und die wiederum bauen auf Wahrheiten auf, die die Waldenser schon hatten. Und die wiederum bauen auf die Urgemeinde auf. Die Urgemeinde baut auf das ganze Alte Testament auf und auf die Lehren von Jesus Christus. Das ist so viel, was wir heute wissen in der Adventgemeinde. So viel, was wir schon studiert haben. Wir kennen so viele Zusammenhänge. Wir kennen sogar auf der Welt Machenschaften, die der böse Feind hier auf der Welt zusammenzieht. Das sind alles Dinge, die wir wissen. Aber wir müssen nicht alles am ersten Tag dem Erstbesten, der in unsere Gemeinde kommt, überstülpen.
[31:15] Manchmal sind wir zu forsch darin, jemandem alles zu sagen. Wir verkündigen die Grundwahrheiten des Evangeliums, und parallel dazu erklären wir, wer die Jesuiten sind. Parallel dazu erklären wir, was über die Speisegebote. Und parallel dazu erklären wir die Festtage im Alten Testament auf. Wenn wir dazu noch über die Gottheit Jesu sprechen und verschiedene andere Themen, die Schöpfung, Kreation, dann ist der Mensch schnell überfordert. Wir müssen die Menschen Schritt für Schritt für Schritt führen. Da, wo sie sind im Leben, da, wo sie stehen im Leben, müssen wir sie abholen. Wir geben ihnen Hilfestellung für die Situation in ihrem Leben, denn sie müssen ja Vertrauen zu Christus aufbauen. Und in welcher Situation sie auch immer stecken, Gott weiß es, kann Christus ihnen ja auch helfen. Und das müssen sie zuerst lernen.
[32:04] Die Menschen erkennen uns nicht daran, dass wir die ganzen Geheimnisse auf der Welt kennen, sondern sie erkennen uns daran, dass wir Liebe im Herzen haben. Dass wir uns um sie kümmern. Denn Christus, der alle Geheimnisse dieses Universums kannte, der hat sich in erster Linie um die Menschen gekümmert. Und er war liebevoll. Und in dieser Liebe haben sie ihn erkannt.
[32:22] Nun, im fünften Buch Mose, Kapitel 29, Vers 28. 5. Mose 29, Vers 28. Da heißt es: „Was verborgen ist, das steht bei dem Herrn, unserem Gott. Was aber offenbart ist, das ist ewiglich für uns und unsere Kinder bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.“
[32:51] Und sogar Mose hat es schon gesagt: Es gibt Dinge, die sind verborgen, die können wir nicht wissen. Aber es gibt Dinge, die sind uns offenbart worden. Und Gott weiß, was er uns gegeben hat und was er uns nicht gegeben hat. Er weiß, welche Dinge verborgen geblieben sind, die können wir nicht verstehen. Es ist zum Beispiel ganz schwer für uns, wenn wir uns über die Person des Heiligen Geistes unterhalten wollen. Wir wissen zum Beispiel in Ellen White, dass der Geist Gottes eine Person ist. Aber das zu erforschen, eine allgegenwärtige Person zu erforschen, das ist vielleicht etwas über unseren Horizont hinaus. Es ist schwierig zu verstehen, wer ist es.
[33:30] Nun, es gibt Geheimnisse, die hat Gott geheim gelassen. Und es gibt Dinge, die hat er offenbart. Über die Dinge, die wir wissen, die Gott offenbart hat, können wir predigen. Über die Dinge, die wir nicht wissen, sollten wir nicht. Wir können darüber studieren, wir können uns diese Themen angucken, aber wir sollten sie nicht in die Gemeinden streuen, weil es führt oft zu Spaltung, zu Gemeindespaltung. Gerade Menschen, die neu dazukommen, die neu in die Gemeinden kommen, die sehen diese vielen Fragen über Dinge, zu denen es gar keine Antwort gibt, die Gott uns nie offenbart hat. Und es entstehen Diskussionsgruppen und Spaltung. Und wenn das der Charakter unserer Gemeinde ist, dann haben wir was Falsches gemacht.
[34:03] Die Dinge, die Gott uns geoffenbart hat, die klar und verständlich und deutlich sind, und das sind viele Dinge in der Prophetie, viele Dinge auch in der Schöpfung, viele Dinge, die wir erkennen in der Heiligung, der ganze Tempeldienst, viele Dinge, die uns Gott offenbart hat im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende, die sollen wir Stück für Stück weitergeben. Wir sollen damit haushalten. Wir sollen den Menschen so viel geben, wie sie verstehen können, Stück für Stück immer tiefer in die Wahrheiten hinein, und Gott wird sie selbst unterrichten durch seinen Heiligen Geist. Also, wenn Gott so ist, lasst uns auch so sein. Christus war immer auf die Lebenssituation der Menschen eingestellt und hat sie nie überfordert.
[34:45] Wir gehen gemeinsam in 1. Petrus 4 und lesen Vers 10 und 11. 1. Petrus 4, Vers 10 und 11. Hier hieß es:
[34:58] „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er es als Aussprüche Gottes. Wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
[35:20] Und Gott gab verschiedene Gaben. Er hat uns geistliche Gaben gegeben, mit denen wir einander dienen sollen. Wir sollen sie also für die anderen einsetzen. Erkennen wird man uns aber an der Liebe untereinander, nicht an den Gaben, die wir haben, sondern daran, was wir mit diesen Gaben tun. Egal welche Gabe dir Gott gegeben hat, man erkennt dich daran, was du mit dieser Gabe tust. Denn Gaben haben alle Menschen auf der ganzen Welt empfangen. Aber der Unterschied ist: Wie handeln wir damit?
[35:54] Nun, die Liebe untereinander ist das Kennzeichen der Gemeinde. Und indem wir liebevoll handeln, indem wir das Gute tun, ehren wir damit den Herrn im Himmel. Und das sollen wir auch tun. So hat es Petrus hier geschrieben: „Die Kraft, die darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus.“ Christus in uns wird dafür sorgen, dass wir mit unseren Gaben anderen Menschen dienen, und dadurch wiederum wird Gott verherrlicht.
[36:29] Nun, was sind das für Gaben, die wir bekommen haben? Womit dienen wir denn einander? Was sollen wir denn tun? Nun, wir gehen gemeinsam in den Epheserbrief, Kapitel 4. Epheser 4, und wir lesen die Verse 7 bis 16. Da heißt es:
[36:45] „Jedem Einzelnen von uns aber ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe des Christus. Darum heißt es: ‚Er ist emporgestiegen zur Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben.‘ Das Wort aber: ‚Er ist hinaufgestiegen‘, was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu der Niederung der Erde? Wer hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. Und er hat etliche als Apostel gegeben, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer zur Zurüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus, bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus, damit wir nicht mehr unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen, sondern wahrhaftig in der Liebe heranwachsenden allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus. Von ihm aus vollbringt der ganze Leib, zusammengefügt und verbunden durch alle Gelenke, die einander Handreichung tun, nach dem Maß der Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Gliedes, das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe.“
[38:04] Also, was für Gaben haben wir bekommen, mit denen wir einander dienen sollen? Nun, Paulus schreibt hier zum Beispiel: Der eine ist Apostel, der andere ist Prophet, einer ist Evangelist, einer ist Hirte und so weiter. Also verschiedene Gaben. Und wenn du zum Beispiel die Gabe hast, ein Lehrer zu sein, dann benutze die Gabe, um zu lehren, zum Beispiel jetzt in der Sabbatsschule oder durch Bibelstunden oder zur Predigt. Wenn du dich um Menschen kümmern kannst, kümmere dich um Menschen. Wenn du anvertraute Güter hast, benutze diese Güter zum Segen für die Menschen. Verwalte sie so, wie Gott sie verwalten würde.
[38:46] Als Christus hier auf der Welt war, hatte er Gaben und er benutzte sie auf die Art und Weise, wie Gott sie benutzt hätte. Daran können wir uns ein Vorbild nehmen. In der Gemeinde nun haben all die Menschen verschiedene Gaben, und der eine, oder diese ganze Gemeinde wird der Leib Christi bezeichnet. Christus ist das Haupt, wir sind der Körper. Und in diesem Körper gibt es verschiedene Dinge, die verbunden sind durch den Geist. Also der eine ist eine Hand, der andere ist ein Auge. Und sie haben natürlich unterschiedliche Funktionen, Hand und Auge. Dennoch arbeiten die beiden nicht gegeneinander. Die Hand kann nicht das, was das Auge tut. Das Auge kann nicht das, was die Hand tut. Aber sie unterstützen einander. Hand und Auge arbeiten zusammen. Warum? Weil sie verbunden sind mit einem Geist. Sie werden ja nicht gegeneinander arbeiten. Das wäre schizophrenisch, das wäre ja verrückt. An einem Körper, an meiner Hand, tut hoffentlich das in Kombination, was sie tun soll, mit dem Auge.
[39:47] Wenn das in der Gemeinde auch so ist, dann kann man uns wirklich als ein Leib erkennen, verbunden durch einen Geist. Und der Geist ist Gottes Geist. Dieser Geist wirkt in uns, in unseren Herzen und verbindet uns und macht uns zum Leib Jesu Christi. Und so hat es auch Gott damals getan, als er die Gemeinde gegründet hat, hat er sie beauftragt, füreinander da zu sein und sagte noch seinen Jüngern: „Man wird euch erkennen an der Liebe, die ihr untereinander habt.“
[40:18] Nun, was tun wir mit den Gaben, die wir haben? Benutzen wir sie selbstsüchtig nur für uns, oder benutzen wir sie auch für die Menschen in der Gemeinde zum Beispiel oder die Menschen außerhalb? Was tust du mit den Gaben, die du bekommen hast? Was sind deine Gaben? Und wie setzt du sie ein? Es macht vielleicht mal Sinn, sich hinzusetzen und mal genau darüber nachzudenken: Was kann ich eigentlich? Was kann ich gut? Und wie kann ich das einbringen in der Gemeinde? Wie würde Gott es einbringen? Und dann, nachdem wir diese Überlegung haben, dann auch zu handeln.
[40:51] Nun, welche Verantwortung tragen wir eigentlich als Haushalter? Wir gehen mal in 2. Korinther, Kapitel 5 und lesen Vers 10. 2. Korinther 5, Vers 10. Hier sagt Paulus:
[41:09] „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus geoffenbart werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“
[41:18] Also ein Haushalter wird natürlich auch von seinem Herrn geprüft, wird natürlich geguckt, wie hat er denn alles verwaltet? War er treu oder war er untreu? War er gerecht oder ungerecht? War er fleißig oder war er faul? Nun, wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi geoffenbart werden. Momentan läuft ein Gericht im Himmel, und Fall für Fall wird dort aufgerollt. Auch unsere Fälle werden dort besprochen, und es wird geguckt: War er denn treu mit den Gaben, die er bekommen hat? Der Herr hat dem Knecht Gaben gegeben, wie ist er damit umgegangen? So wird auch unser Fall beurteilt werden.
[41:54] Nun, jetzt kann es sein, dass es dir vielleicht schwerfällt, mit den Gaben Gottes in rechter Weise umzugehen. Nun, Gott hat dir vielleicht Dinge gegeben, und du weißt nicht genau, wie du sie einsetzt. Was machst du damit? Vielleicht stellst du manchmal deine Interessen über die Interessen Gottes, und du benutzt die Dinge, die Gott dir gegeben hat, für dich selbst, anstatt sie Gott zu geben. Nun, was ist die Hilfe dafür? Welche Lösung gibt es in der Bibel dafür?
[42:15] Und so wollen wir gemeinsam an unseren letzten Vers hineingucken, uns die Lösung angucken, die Christus hatte. Er sagt seinen Jüngern in Johannes 15, Verse 3 bis 8:
[42:26] „Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir, und ich bleibe in euch. Gleich wie die Rebe nicht von sich selbst aus Frucht bringen kann, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt. Und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch zuteil werden. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“
[43:12] Nun, viel Frucht, welche Frucht? Na, die Frucht des Geistes, nicht wahr? Galater 5, 22: Liebe, Friede, Freude, Langmut, Selbstbeherrschung und all diese Dinge. Wenn ihr viel Frucht bringt, werden die Menschen das in euch sehen, und sie werden den Vater im Himmel verherrlichen dafür. Denn in euch ist das Geheimnis Gottes tatsächlich offenbart worden: Christus in euch, und die Menschen sehen das.
[43:44] Nun, wie bekomme ich denn diese Frucht, diese Geistesfrucht? Naja, Christus sagt, nicht indem er versucht, jetzt treu mit all den Dingen umzugehen, die ihr habt, sondern indem er Zeit mit Gott verbringt. Das ist eine Rebe, der Weinstock, und von diesem Weinstock gehen so diese Reben ab, die die Frucht bringen. Nun, solange diese Rebe verbunden ist mit dem Weinstock, fließt dort das Wasser, das der Weinstock aus dem Boden zieht, in diese Rebe, und es entstehen Früchte. Wenn man diese Rebe abzieht, ist da keine Verbindung mehr, das Wasser kann nicht mehr fließen, und sie verdorren die Trauben. So möchte Christus auch mit uns verbunden sein. Er ist der Weinstock, und er gibt das lebendige Wasser, den Heiligen Geist, all denen, die mit ihm verbunden sind. Geht der Heilige Geist in die Jünger hinein, in die Menschen, die verbunden sind mit Christus, wird automatisch etwas passieren, es wird Frucht hervorkommen, und diese Frucht ist diese Geistesfrucht, die den Vater im Himmel verherrlicht, und die sollen wir hervorbringen als treue Haushalte. Denn wir sind Haushalte des Geheimnisses Gottes und des Geheimnisses Christus in uns. Wenn man diese Frucht in uns sieht, werden die Menschen den Vater im Himmel preisen, und dafür sind wir berufen worden, das zu tun: treue Haushalte zu sein.
[44:53] Nun, wann immer du Zeit mit Christus verbringst, wird das dein Herz verändern. Seine Jünger, die zwölf Jünger, die waren ja ständig bei Christus, und Christus hat ihre Herzen verändert in der Art und Weise, wie er mit ihnen gesprochen hat, in der Art und Weise, was er ihnen beigebracht hat, wie er sie gelehrt hat. Nun, wie ist es mit dir? Bist du auch ständig bei Christus, so wie die zwölf Jünger? Christus hat seine Hand jeden Tag offen, und er ruft dich jeden Tag. Aber wie viel Zeit du mit ihm verbringst, das entscheidest du selber. Das kannst du selber entscheiden, wie oft du in die Gegenwart Christus kommen möchtest, wie oft du von ihm lernen möchtest. Es ist eine Entscheidung, die wir selbst im Herzen treffen müssen.
[45:36] Wenn wir treue Verwalter sein müssen, müssen wir diese Verbindung haben, ansonsten können wir keine Frucht hervorbringen und wir werden den Vater nicht verherrlichen in unserem Leben. Lasst uns treu sein und Kontakt zu Gott haben, an ihn denken, ihn in unserem täglichen Leben, in unseren Gedanken haben, unsere Gebete zu ihm bringen, über ihn nachdenken. Denn so können wir eines Tages auch als treue Haushalter empfunden werden. Und wenn das dein Wunsch ist, dann möchte ich dich jetzt einladen, dass wir gemeinsam darum beten, dass wir treue Haushalter werden.
[46:06] Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar dafür, dass wir von dir berufen worden sind, um gute und treue Haushalter zu werden. Du kennst unser Leben, und du hast uns berufen, obwohl wir Sünder sind. Aber das große Geheimnis in uns ist Christus, und du möchtest uns verändern zu dem Charakter deines Sohnes Jesus Christus. Und Herr, wir möchten dich bitten, du, der du dieses Werk an uns bereits begonnen hast, dass du es auch fortführst und eines Tages abschließt, und dass wir mit den Gaben, die du uns gegeben hast, auf dieser Welt treu umgehen, dass wir in rechter Weise austeilen, die Speise weitergeben, das lebendige und gute Wort. Lieber Vater, das ist unser Wunsch, und dass du uns darin hilfst, dass unser Weg gerne. Hab Dank dafür. Im Namen Jesu. Amen.
[46:49] Vielen Dank, dass wir gemeinsam studieren durften und dass wir uns über die Haushalterschaft ein paar Gedanken machen konnten. Ich wünsche euch Gottes Segen, dann am Sabbat, wenn ihr gemeinsam über dieses Thema sprecht. Und ich würde mich freuen, wenn ihr auch beim nächsten Mal wieder einschaltet und wir gemeinsam auch das sechste Kapitel studieren können. Gottes Segen euch.