In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour zum Thema Haushalterschaft geht es um das Dankopfer. Boris Bernhard beleuchtet die Motive des Herzens und erklärt, wie wir durch das Geben unserer Gaben – Talente, Zeit und Geld – Gott ehren können. Er betont die Wichtigkeit, unseren Schatz im Himmel zu suchen und die Gnade Gottes als unverdientes Geschenk anzunehmen. Anhand biblischer Beispiele wird verdeutlicht, wie Dankbarkeit zu einem Leben des Dienens und Gebens führt, das sowohl für uns als auch für andere Freude bringt.
Haushalterschaft (CSH 2018 Q1): 9. Dankopfer
Boris Bernhard · Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens ·Themen: 1. Petrus, 2. Korinther, Bibel, Bibelstudium, Christlicher Lebensstil, Epheser, Lukas, Matthäus, Neues TestamentPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Cannstatt Study Hour
Wir laden verschiedene Sprecher ein um mit uns gemeinsam die Studienhefte der Sabbat Schule des aktuellen Quartals zu studieren. Neue Folgen wöchentlich!
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
- Cannstatt Study Hour 2017 Q4: Der Römerbrief (Reformations-Spezial)
- Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens
- Cannstatt Study Hour 2018 Q3: Die Apostelgeschichte
- Cannstatt Study Hour 2018 Q4: Einheit in Christus
- Cannstatt Study Hour 2019 Q1: Die Offenbarung
- Cannstatt Study Hour 2019 Q2: Familien Zeiten
- Cannstatt Study Hour - Spezial 2019 Q4: Esra & Nehemia
- Cannstatt Study Hour 2020 Q2: Wie legen wir die Bibel aus?
Weitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2018 Q1: Haushalterschaft – Motive des Herzens
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen hier auf www.joelmedia.de zu unserer Cannstatt-Study-Hour. Motive des Herzens, Haushalterschaft. Dieses Mal mit der Lektion Nummer 9. Und unser Merkvers für diese Woche, den hoffe ich, dass jeder von euch ihn auswendig kennt. Wir finden ihn in Johannes Kapitel 3 Vers 16. Dort steht geschrieben: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe."
[0:59] Und bevor wir einsteigen in unsere Lektion in die Bibel, lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, ich danke dir so sehr für diesen Tag des Lebens. Ich danke dir, dass du uns die Zeit geschenkt hast, gemeinsam dein Wort zu öffnen. Großer Gott, ich bitte dich, mache die Verheißung wahr, wo du gesagt hast: "Wo zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen." Sei du auch jetzt bei uns, vor den Bildschirmen und hier im Studio. Großer Gott, ich bitte dich, sende du deinen Heiligen Geist, dass wir verstehen mögen, was du uns sagen möchtest. Großer Gott, sei bitte bei jedem Einzelnen, bei der Gesundheit. Hab Dank, dass du sie bewahrt hast und hab Dank, dass du sie wiederherstellst. Heiland, so bitte ich in deinem kostbaren Namen, Herr Jesu. Amen.
[1:57] Unser Thema für diese Woche ist das Dankopfer. Und wir behandeln die Themen, die in der Lektion vorgegeben sind: Wo ist dein Schatz und Haushalter der Gnade? Unsere beste Gabe, die Motive des Herzens und die Erfahrung des Gebens. Und gerade auf die ersten drei Punkte möchte ich in dieser Lektion besonderes Gewicht legen. Nicht, dass die anderen unwichtig oder weniger wichtig wären. Aber in den ersten drei Punkten müssen wir wirklich verstehen, was Gott uns sagen möchte. Wir müssen verstehen, aufgrund welcher Tatsache wir erlöst sind. Und sobald wir davon ein klares Verständnis haben, hilft uns das in allen weiteren Punkten. Es hilft uns bei der gesamten Sicht der Bibel. Deshalb lasst uns einen anfangen.
[2:55] Wir haben in den letzten Lektionen gelernt, dass Gott ein gebender Gott ist. Dass Gott es liebt, seinen Geschöpfen und Kreaturen etwas zu geben. Und wir können uns keinen größeren Widerspruch vorstellen als ein egoistischer Christ. Es funktioniert nicht. Das ist wie ein schwarzer Schimmel. Damit meine ich jetzt nicht den Pilz, der irgendwo wächst, sondern das Pferd, das für gewöhnlich weiß ist. Es ist so, dass wenn wir Christus folgen, Christus immer ähnlicher werden und somit auch freigebig werden.
[3:40] Wenn wir uns das Leben und das Wirken Jesu auf dieser Welt anschauen, sehen wir, wie demütig er war. Dass er vom Reichtum seines Vaters gegangen ist und wurde arm. Er wurde in einer Krippe geboren, in einem Stall. Und das war die Ankunft des Schöpfers des ganzen Universums hier auf dieser Erde. Und das zeigt uns schon viel über das, was wichtig ist. Und so wie er alles gegeben hat, sollen wir auch gebend werden. Und die Frage ist, was sollen wir geben? Was können wir geben? Und die drei großen Punkte, die wir finden, ist einmal unser Talent, dass wir das einsetzen zum Wohle Gottes. Dass wenn jemand gut singen kann, dass er zur Ehre Gottes singt. Nicht für Applaus oder nicht, dass es irgendjemandem gefällt, sondern Gott wirklich Ehre zu machen. Wenn jemand gut Leute trösten kann, weil ihm das einfach liegt, dass er sich in der Gemeinde engagiert, mit als Seelsorger zu arbeiten. Oder als Seelsorgerhelfer oder als Diakon oder ähnliches. Dass man seine Gaben wirklich einbringt.
[5:04] Das zweite ist die Zeit. Zeit ist etwas sehr, sehr Kostbares. Wir alle haben nicht genügend davon. Das sehen wir schon allein daran, wie oft haben wir den Merkvers auswendig gelernt schon dieses Jahr. Und der Grund ist immer mangelnde Zeit. Zeit ist so wertvoll. Und wenn wir sie einbringen als Gabe, ist sie wirklich, wirklich wertvoll. Wenn wir uns die Zeit nehmen, mit Geschwistern zu sprechen, mit denen wir sonst nicht sprechen. Wenn wir die Zeit verwenden, kranke Geschwister zu besuchen. Wenn wir unseren Sonntag heranziehen und sagen: "Wir helfen euch, ihr zieht gerade um, ihr macht gerade was am Haus, wir helfen euch gerne." Das ist ein gutes Opfer der Zeit.
[5:52] Und als dritter Punkt natürlich auch Geld. Wenn wir sehen, ein Ministry wird gerade aufgebaut, dass wir dann das unterstützen. Einmalig, vielleicht regelmäßig, je nachdem, wie das aussieht bei jedem Einzelnen. Und das sind die Gaben, mit denen wir wirklich helfen können.
[6:10] Und die Frage ist, wo ist mein Schatz verborgen? Und dazu lasst uns aufschlagen, Matthäus 6, die Verse 19 bis 21. Matthäus, Kapitel 6, Verse 19 bis 21. "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz."
[6:50] Und wie müssen wir das sehen? Wie geht das? Wie funktioniert das? Wo unser Schatz ist, da ist unser Herz. Erstmal müssen wir die Frage stellen, was ist das Herz? Und wir sehen, dass in 2. Könige oder in Jesaja, dass sich da der König bzw. in Jesaja Satan vorgenommen hat: "Du dachtest dir in deinem Herzen das und das zu tun." Unser Herz ist unsere Ebene, wo wir planen. Es sind unsere Gedanken, es sind unsere Sehnsüchte, wenn wir sie in diese Richtung lenken. Das ist das biblische Herz. Und was meint die Bibel praktisch damit? Wo dein Herz ist, also wo deine Schätze sind, da ist auch dein Herz.
[7:43] Lasst uns gemeinsam aufschlagen, Kolosser, Kapitel 3, die Verse 1 bis 3. Kolosser, Kapitel 3, Verse 1 bis 3. "Seid ihr nun mit Christus auferweckt, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist. Denn ihr seid gestorben und euer Leben ist verborgen mit Jesus Christus in Gott."
[8:18] Was bedeutet das jetzt konkret? Wir sind auferweckt worden und wir sollen schauen, was himmelwärts ist. Und himmelswärts ist, sagt der Text, ist Christus. Und wenn wir auf das trachten, was Christus ist, welches seine Charaktereigenschaften sind, die ewig sind, dann können wir verstehen, was die Bibel hier sagt. Wenn wir unsere Hauptmotivation darauf richten, was hier auf der Erde ist, was Motten, Rost, ähnliches fressen können. Nehmen wir mein Auto. Mein Auto ist 25 Jahre alt und es fährt und ich bin super froh, es zu haben. Aber wenn ich mein Herz nun an mein Auto lege und sage: "Wenn das passiert, wenn das passiert, dann werde ich glücklich oder unglücklich, je nachdem, was mit meinem Auto passiert." Und spätestens in 100 Jahren wird das Auto nichts mehr sein. Unabhängig davon, ob Gott wiedergekommen ist oder nicht. Das Auto wird zerfallen. Und das ist alles Irdische, wird diesen Weg gehen. Egal, was ich nehme. Und selbst, wenn ich etwas Ewiges nehme wie Gold, so werde ich dahin gehen. Und welchen Wert hat dann das Gold noch für mich? Wenn wir uns darauf konzentrieren, was droben ist, nämlich Jesus Christus, dann werden wir wirklich verstehen, auf was es ankommt. Nämlich auf Liebe, auf Zuneigung, auf Demut, auf Selbstlosigkeit und auf Gnade.
[9:57] Und genau von diesen Punkten sollen wir Haushalter sein. Das sind die Dinge, worauf unser Herz gerichtet sein soll, weil dann ist unser Herz in den Himmel gerichtet, wenn wir diese Charaktereigenschaften annehmen möchten. Und genau darum geht es in unserer Lektion, Haushalter der Gnade zu sein.
[10:17] Und schlagt mit mir bitte auf Epheser 2, Vers 8. Epheser 2, Vers 8. "Denn aus Gnade seid ihr gerettet, durch Glauben. Und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es."
[10:38] Und das hier ist ein so essentieller Punkt, den wir wirklich, wirklich verstehen müssen. Die Gnade ist was? Die Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Und warum ist dieser Punkt so wichtig? Warum ist es so wichtig, dass die Gnade ein unverdientes Geschenk ist? Und hier sehen wir eine Schwäche von uns Menschen. Wir meinen, aus Werken gerecht werden zu müssen. Egal, wie diese Werke nun aussehen. Wir müssen bekennen und wir müssen sündlos werden und all diese Dinge. Das passt nicht zu einem unverdienten Geschenk. Weil wenn wir irgendwo in uns meinen, wir müssen das oder das oder das tun, oder das oder das oder das lassen, um die Gnade vor Gott zu finden, der hat das ganze Konzept nicht verstanden. Die Gnade wird uns zuteil aus Glauben. Dass wir sagen: "Ja Gott, du hast uns gerettet. Und das ist ein Geschenk, das ich annehmen möchte." Was wir hierbei verstehen müssen, ist, dass es eine Folge ist der empfangenen Gnade.
[12:02] Lasst uns gemeinsam eine Geschichte zusammen anhören. Aus dem Buch Erziehung, Seite 94, Abschnitt 3. Das ist aus Erziehung 1954. Und zwar: "Alle Dinge im Himmel und auf Erden verkünden, dass das ganze Leben unter dem Gesetz des Dienens steht. Der ewige Vater sorgt für die Bedürfnisse jedes Lebewesens. Christus kam auf die Erde als der, der da dient. Lukas 22, Vers 27. Die Engel sind dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die erben sollen die Seligkeit. Hebräer 1, Vers 14. In der ganzen Natur waltet dieses Gesetz des Dienens. Die Vögel unter dem Himmel, die Tiere auf dem Felde, die Bäume des Waldes, die Blätter des Grases und die Blumen, die Sonne am Firmament und die glitzernden Sterne und all haben ihr Amt. See und Weltmeer, Fluss und Quell empfangen und zu geben." Lest das nach, es ist wirklich, wirklich tiefsinnig.
[13:16] Weil daraus verstehen wir, was das Gesetz des Lebens ist. Und dann sehen wir auch, warum die Gnade wirklich ein Geschenk ist. Und zwar, das Gesetz des Lebens heißt: Ich empfange, um zu geben. Das heißt, Gott ist der Quell und der Ursprung von allem. Das hat schon angefangen im Paradies. Adam hat alles von Gott bekommen, was er brauchte. Nämlich die Liebe, die Gemeinschaft, eine Aufgabe. Und Adam hat das genommen, um es weiterzugeben. An seine Partnerin Eva, an die Tiere, an den Garten. Flüsse nehmen von der Quelle das Wasser, um es abzugeben. Das Meer nimmt Wasser von den Flüssen und von dem Regen, um wieder zu verdunsten und wieder abzugeben an die Wolken. Bienen nehmen Pollen, um andere Blumen zu befruchten und geben Honig. Blumen nehmen Nährstoffe aus dem Boden, um Schönheit und Pracht zu geben. Und wenn sie vergehen, geben sie wieder wertvolle Nährstoffe an den Boden. Alle nehmen sie, um zu geben.
[14:41] Und interessant ist, dass wir in diesem Gleichnis von Schwesterweit sehen, dass auch Sonne und Sterne ihr Amt haben. Und meine Frage ist, was nimmt denn die Sonne? Was nimmt denn die Sterne? Ich meine, das sind große, heiße Glutbälle, die uns in ein paar Kilometern Entfernung Wärme oder Licht und Orientierung spenden.
[15:13] Hier finden wir auch ein interessantes Bild. Wir sehen in Maleachi 3, Vers 20 oder je nachdem, welche Bibelausführung ihr habt, 4, Vers 2, dass da geschrieben steht: "Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber." Die Sonne der Gerechtigkeit ist für uns Gott. Und er ist der Einzige, der nicht empfängt, um zu geben. Er ist der Initiator, er ist der, der gibt, zuallererst. Und wir sehen, dass aus diesem Bild wirklich ein Schuh wird.
[16:02] Und die Frage, die diese Lektion stellt, ist: Wie können wir die Gnade weitergeben? Und zwar, wir können sie weitergeben durch unsere beste Gabe. Und was ist unsere beste Gabe? Wir finden es in Lukas, Kapitel 7, Vers 37 bis 47. Die werde ich nicht mit euch lesen, da die Zeit dazu zu knapp ist. Aber ich erzähle euch, was da drin geschrieben steht. Die Geschichte spricht von der Frau mit dem Salböl. Dass sie zu dem Pharisäer ins Haus kommt, wo Jesus zu Gast ist. Und sie fällt Jesus zu Füßen. Sie küsste seine Füße. Sie benetzte seine Füße mit Tränen. Sie wischte die Tränen ab mit ihren Haaren. Und dann nahm sie das kostbare Salböl und salbte damit seine Füße. Und der Pharisäer war darüber aufgebracht. Und hat gesagt: "Diese Sünderin, warum machst du das?" In seinem Herzen dachte er sich: "Ist Jesus vielleicht überhaupt kein Prophet, dass er nicht weiß, dass das eine Sünderin ist, die ihm das macht?"
[17:15] Und Jesus hat erstmal den Pharisäer, den Simon, mit dieser Frau verglichen. Und hat gesagt: "Du hast mir keinen Kuss gegeben. Sie küsst unablässig meine Füße. Du hast meine Haut nicht gesalbt, sie aber salbt meine Füße. Du hast mir meine Füße nicht gewaschen, sie benetzt sie mit Tränen." Hier hat Jesus erstmal deutlich den Unterschied zwischen diesen zwei Protagonisten gesagt. Und er hat gesehen, das alleine reicht noch nicht. Also hat er ihnen ein Gleichnis gegeben. Und zwar von zwei Schuldnern. Zwei Schuldner, die ihrem Herrn verschiedene Beträge schulden. Der eine schuldet 50 Denare, der andere schuldet 500 Denare. Und weil sie es beide nicht zahlen konnten, hat der Herr ihnen die Schuld erlassen. Und Jesus hat den Pharisäer gefragt: "Wer meinst du, der beiden hat den Herrn mehr geliebt?" Und der Pharisäer sagte: "Der mit den höheren Schulden, weil ihm mehr vergeben worden ist." Und Jesus hat gesagt: "Recht hast du geurteilt."
[18:29] Was er damit aussagen wollte, ist, dass die Frau, die wusste, dass sie eine Sünderin ist. Und die wusste, welche Gnade ihr zuteil geworden ist, durch die Erlösung durch Jesus Christus. Und die Sündenvergebung durch Jesus Christus, dass ihr viel vergeben worden ist. Und aufgrund dieser vielen Vergebung war sie ihm so unendlich dankbar. Und hat dieses wertvolle Öl, das sie hatte, Jesus gegeben. Wir sehen durchaus in der Geschichte, dass sie nicht wirklich reich war, dass sie nicht viele Güter hatte. Aber sie hatte diese wertvolle Salbe, diese Narde. Und hat sie hingegeben für Jesus aus reiner Liebe und Dankbarkeit.
[19:20] Der Pharisäer liebte Jesus nicht so sehr. Warum liebte er Jesus nicht so sehr? Weil er dachte, er ist gerecht. Das ist nämlich die große Gefahr. Wenn wir meinen, gerecht zu sein. Wenn wir meinen, Jesus liebt uns sowieso, es ist überhaupt kein Problem da. Dann können wir die Liebe zu Gott nicht richtig verstehen und ergreifen. Wir haben keine echte Dankbarkeit. Denn wofür sollen wir dankbar sein, wenn kein Problem da ist? Ich habe das in der vorigen Lektion schon mal erzählt. Wenn wir nicht die Gewissheit über die Sünde haben, wozu brauchen wir einen Erlöser?
[20:00] Und hier kommen die Werke ins Spiel. Das heißt, wir müssen uns unserer Sündhaftigkeit bewusst sein, um die Gnade richtig wertschätzen zu können. Um die Gnade richtig wertschätzen zu können. Diese zwei Dinge hängen eins zu eins miteinander. Und dann, wenn wir diese Gnade erfahren haben, dass obwohl wir so tief sind in unserem Charakter, in unserem Denken, in allem, und Jesus uns dennoch liebt. Dann verstehen wir, was die Liebe Gottes wirklich bedeutet. Und wir wollen ihm nacheifern. Das heißt, wir tun die Werke nicht, um erlöst oder errettet zu sein. Sondern wir tun die Werke aus Liebe zu Christus. Und hier verstehen wir, Jakobus, der sagt: "Der Glaube ist ohne die Werke tot", dann verstehen wir das richtig. Er hat ganz klar begriffen: Wenn die Folge der Werke nicht kommt, kann man die Erlösung noch gar nicht richtig verstanden haben und sie ist nicht echt. Es ist eine scheinbare Erlösung, die wir haben.
[21:22] Das heißt nicht, dass wir die tun müssen, um erlöst zu sein. Gott schaut ins Herz, in die Intention. Aber wenn wir jetzt sagen, wir möchten Christen sein, wir möchten Jesus nachfolgen, es aber nicht tun, sind wir Lügner. Und dann sind wir in Wirklichkeit auch dahingegen Lügner, dass wir sagen, wir sind errettet. Weil wir die Verheißungen nur zum Teil in Anspruch nehmen.
[21:51] Und wofür sollen wir jetzt dankbar sein? Und hier verstehen wir Luther viel, viel besser, wenn wir verstehen, dass in der damaligen Kirche dieser strafende, dieser urteilende Gott alles überschattet hat. Luther hatte wahnsinnige Angst vor Gott. Und immer wieder, wenn ich seine Schriften lese, bin ich fasziniert von diesem Mann, mit welchem präzisen Feinsinn er diese Punkte schon ansprechen konnte. Er sagte: "Gott hat nichts in uns, was er lieben könnte, weil wir so schlecht, so furchtbar sind als Menschen. Und er liebt uns nicht für die Dinge, die wir tun. Wir können nichts tun, um uns Gottes Liebe zu erkaufen oder zu verdienen." Hier kommt nämlich das Geschenk der Gnade mit rein. Sondern Gott erschafft in uns das, was er liebt. Und hier haben wir jetzt wirklich Heiligung und Rechtfertigung in einem Satz durch Luther gesehen und verstanden. Und wir können wirklich sagen, wofür wir dankbar sind, für die Gnade, die er uns gegeben hat. Er gibt uns ein neues Motiv ins Herz.
[23:18] Wir haben in einer der letzten Lektionen von der Witwe mit den zwei Schärflein gelesen. Dass Jesus mit seinen Jüngern beim Tempel war und sie gesehen haben, wie die Leute eingeschmissen haben in den Opfertopf. Und sie sind hineingegangen und die Pharisäer und die reichen Leute haben viel hineingegeben. Und dann war da eine arme Witwe, die hat zwei Schärflein hineingegeben, zwei Münzen. Und Jesus hat gesagt: "Siehe, die, die viel gegeben haben, haben aus ihrem Überfluss gegeben. Aber diese Frau hat aus dem Wenigen, was sie hatte, alles gegeben." Diese Frau wusste, was sie an Gott hat. Und sie hat es aus Dankbarkeit gegeben. Die Bibel sagt uns: "Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb."
[24:12] Und hier sind wir immer im großen Widerstreit. Das ist der große christliche Kampf. Den Egoismus und die Selbstlosigkeit. Dass wir dort immer mehr in Richtung Selbstlosigkeit gehen. Und dass wir Eigenliebe aufgeben und Nächstenliebe praktizieren. Das ist die Gabe, die Gott wirklich von uns möchte. Und zwar so, wie er es uns zuteil gegeben hat. Und hier müssen wir wieder verstehen: Wir nehmen, um zu geben. Wenn wir viel Zeit und Freizeit haben, dann sollen wir darin dienen. Wenn wir ein gutes Gehalt bekommen, sollen wir darin dienen. Wenn wir besondere Talente haben für den Dienst in der Gemeinde oder in der Gemeinschaft, also im Dorf, in der Stadt, wo wir leben, dann sollen wir da unsere Gaben geben. Das ist das, was Gott wirklich meint und was Gott vorhat als Plan mit uns.
[25:12] Und lasst uns noch gemeinsam die Erfahrungen des Glaubens anschauen. Was sind die Erfahrungen, die wir wirklich gemacht haben durch den Glauben? Die Lektion fragt uns: Wie können wir Haushalter der Gnade sein? Es bedeutet, das Gesetz des Lebens wirklich zu verstehen. Wirklich zu verstehen, dass wir so viel Gnade von Gott bekommen haben. Und wie schnell sind wir dabei, unsere Geschwister oder noch schlimmer, die Menschen da draußen zu verurteilen. Wenn wir die Gnade wirklich empfangen haben, können wir die Gnade auch weitergeben.
[26:01] Ich habe eine Schwester in der Gemeinde, die neu dazugekommen ist, die wirklich helfen möchte, die sich sonst nutzlos fühlt. Sie hat in ihrer früheren Gemeinde ganz banal von Briefmarken ausgeschnitten und zurecht gemacht für Postsendungen oder draufgeklebt auf Postkarten, die man als Verteilaktion gemacht hat. Und sie vermisst diesen alten Dienst wirklich. Warum ist das so? Weil sie gemerkt hat, welch Zufriedenheit ins Herz einkehrt, wenn man anderen helfen kann. Das merken wir schon bei kleinen Kindern, dass Kinder immer kommen und fragen: "Mama, Papa, kann ich helfen?" Es ist in uns hineingegeben, dass wir hilfsbereit sein möchten. Wenn wir rausgehen und Leute fragen: "Hallo, können Sie mir einen Gefallen tun?" Dann haben wir eine 10% Chance, dass das funktioniert. Wenn wir aber fragen: "Entschuldigung, können Sie mir bitte kurz helfen oder wären Sie bereit, mir zu helfen?" Ist die Wahrscheinlichkeit viel, viel höher. Warum? Weil es in unser Herz gegeben ist. Und hier können wir wirkliche Freude erfahren, wenn wir helfen.
[27:24] Wenn wir also unzufrieden sind in unserem Leben mit unserer Situation, müssen wir schauen, womit wir durch Gott gesegnet sind. Und dann wissen wir auch, womit wir andere glücklich machen können. Wir haben so viele Erfahrungen im Laufe des letzten Jahres, gerade im Römerbrief sehen dürfen, also in unserem Weltmissionsfeld, was der Dienst mit den Menschen gemacht hat, welche tiefe Erfahrungen sie gemacht haben. Auch ich kann sagen, dass ich durch meinen Dienst in der Gemeinde erst wirklich verstanden habe, was der Leib Christi bedeutet. Und wie wichtig ein gemeinsames Miteinander ist, um Gott wirklich verstehen zu können. Und lass diese Erfahrungen auch deine Erfahrungen werden. Bitte Gott darum, dir zu zeigen, worin du dienen kannst. Und sei dir gewiss, dass Gott dieses Opfer dankbar annehmen wird. Und du dir sicher sein kannst, die Gnade, die du empfangen hast, dürftest du freimütig weitergeben.
[28:41] Wenn das dein Wunsch ist, wenn du siehst, dass Gott etwas von dir möchte, was du bisher noch nicht getan hast, und du noch nicht wirklich weißt, wie du das anfangen und anstellen sollst, dann steh mit mir auf, da wo du bist, und bitte Gott darum, mit mir gemeinsam, dass er an unseren Herzen etwas ändert, dass er in uns das schafft, was er liebt. Lass uns beten.
[29:12] Lieber Vater im Himmel, ich danke dir so sehr für die halbe Stunde, die wir jetzt gemeinsam mit dir und deinem Wort verbringen durften. Heiland, ich danke dir für die Lektion, die du uns gegeben hast, und die Gedanken, die wir uns darüber machen durften. Heiland, ich danke dir, dass du in das Buch der Natur hineingeschrieben hast, dass alles nimmt, um zu geben, und dass das der Schlüssel für unser Glück und für unsere Fröhlichkeit im Leben ist, dass wir empfangen, um weiterzugeben. Heiland, ich bitte dich, zeige du uns, mit welchen Gnadengaben du uns gesegnet hast, dass wir sehen und verstehen können, was wir weitergeben dürfen. Großer Gott, ich bitte dich um Entschuldigung, und wir bitten dich um Entschuldigung, überall da, wo wir nicht treu waren, und wir wissen, dass du über die Zeit der Unwissenheit hinweg siehst, und dort, wo wir es wissentlich getan haben, kommen wir vor deinen Thron und bitten um deine Gnade, die du bereit bist zu geben. Großer Gott, so danken wir dir für dieses große Geschenk der Gnade, dass wir erlöst sein dürfen, und bitten dich, dass unsere Taten dem folgen, was wir glauben. Großer Gott, so danken wir dir im kostbaren Namen Jesu. Amen.
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